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Alt 21.11.16, 18:24   #31
Pumpernickel
 
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Mit der Lobpreisung der Wiederaufbauarchitektur beflecken allerdings sowohl Bencker als auch Vollmer ihre weißen Westen: Denn die Zahlreich in Nürnberg vorhandenen Bauwerke stehen nicht alle unter dem Schutz, den sie verdient haben. Was ist mit der Hauptpost, v.a. innen ein ausgezeichnetes Zeugnis der 50'er Jahre? Was ist mit dem eigentlich denkmalgeschützten Landeskirchlichen Archiv von Schlegdendahl, einem der Nürnberger Architekturikonen? Einfach abgerissen mit Zustimmung des Denkmalschutzes! Auch gegen die massenweise durch Dämmung verschwindenden Fassadensgraffito an Häusern aus den 50'er-Jahren unternehmen die in Amt und Würden waltenden Fans dieser Epoche viel zu wenig.
Das nährt einen Eindruck, den ich oft bei Rekogegnern habe. Dass die Lobpreisung der ach so tollen Nachkriegsarchitektur nur Mittel zum Zweck ist, Rekovorhaben zu sabotieren. Der Wunsch, Rekovorhaben zu stoppen, ist dann der Vater aller weiteren Rationalisierungen, die dafür gesucht werden. Wenn es nicht der ach so hohe Architekturwert der Nachkriegsbauten ist, dann sind es unsachliche Anfeindungen in Richtung der Rekobefürworter, diese pauschal als Ewiggestrige darzustellen usw. (du hast es ja herausgearbeitet).

Rekogegner sind mindestens genauso ideologisch und subjektiv geleitet, wie Rekobefürworter. Aber sie nehmen für sich gerne in Anspruch, mit Objektivität und Nüchternheit zu argumentieren, während die anderen, das sind doch die Nostalgiker.

Was mich als jungen Deutschen daran so ärgert ist, dass ältere Herren damit meiner Generation und den nachfolgenden Generationen versuchen die Baukultur, mit der sie einst selbst aufwuchsen und die, als diese selbst einmal jung waren ja durchaus "modern" war, mit allen Mitteln aufzuzwingen. Und damit sind sie selbst zu Bewahrern, Liebhabern und Nostalgikern geworden - aber merken es nicht einmal. Sondern tragen umgekehrt ihre vermeintliche Objektivität, Sachlichkeit und Aufgeschlossenheit wie eine Monstranz vor sich her. Das ärgert und amüsiert mich in einem Wechselbad der Gefühle. Aber überzeugen kann mich das nicht. Ich habe viel mehr noch nie auch nur eine einzige sachlich überzeugende Stellungnahme "Kontra Rekonstruktion" vernommen, gleich zu welchem Projekt. Und auch zur Pellerhausreko scheint es diese nicht zu geben?!
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Alt 22.11.16, 09:58   #32
nothor
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Ich habe viel mehr noch nie auch nur eine einzige sachlich überzeugende Stellungnahme "Kontra Rekonstruktion" vernommen, gleich zu welchem Projekt. Und auch zur Pellerhausreko scheint es diese nicht zu geben?!
Naja, das Kostenargument kommt schon noch in Frage. Außerdem die unglückliche Tatsache, dass der Bestandsbau unter Denkmalschutz steht. Wobei wir in den letzten Jahren ja gelernt haben, dass der Denkmalschutz nicht dauerhaft sein muss. Die Bahnhofstraße 40 und das Landeskirchliche Archiv in der Veilhofstraße waren auch Denkmale und sind beseitigt worden - ohne das zu jener Zeit klar war, was genau dort neu entstehen wird.

Aber grundsätzlich hast du Recht, mir ist kein schlagkräftiges Argument gegen eine Rekonstruktion bekannt.
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Alt 22.11.16, 10:24   #33
Pumpernickel
 
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Das sind ja auch keine materiellen sondern formale Argumente.

So lassen die Gegner doch auch verlauten, dass sie auch dagegen wären, wenn Bürger das über Spenden finanzieren. Was Bürger mit ihrem eigenen Geld machen ist aber doch deren Sache.

Und der Denkmalschutz - ich sehe die Denkmalschutzwürdigkeit schlicht nicht. Was da wohl in der Denkmalliste als Begründung stehen mag...ich würde z. B. nie nie nie zustimmen, die Eiermann-Bauten der Gedächtniskirche in Berlin abzureißen, um die alte Gedächtniskirche rekonstruieren zu können. Das ist evident für Jedermann ein Gesamtkunstwerk, das unbedingt erhalten werden muss.

Einen auch nur ansatzweise vergleichbaren Moment des "das springt einem doch ins Auge" fehlt mir hier komplett.
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Alt 22.11.16, 10:32   #34
Saxonia
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Danke für die Korrekturen, Nothor. Ich würde über die Einlassungen der Denkmalschützer weniger den Kopf schütteln, wenn sie einfach nur für den Erhalt des Mayer-Baus streiten würden. Das kann ich gewissermaßen nachvollziehen. Es ist kein Bau von der Stange, der durchaus Denkmalcharakter hat. Aber mit ihren Herabwürdigenden Äußerungen über Rekonstruktionen allgemein disqualifizieren sie sich gerade in Nürnberg, wie du richtig anmerkst, weitgehend selbst. Das kann ich nicht nachvolziehen.
Es wird ja auch das Argument des Präzedenzfalls herangezogen, dass bei einem Abriss und Rekonstruktion des Pellerhauses kein Denkmal mehr sicher wäre. Angesichts der ebenfalls von dir erwähnten Abrisse von Denkmalen, die so ja überall und nicht nur in Nürnberg genehmigt werden und stattfinden, kann man auch das ins Reich der Legenden verweisen.
Es ist letztlich eine reine Geschmacksfrage, ob man die Fassade abreißt und rekonstruiert. Hier allein schon deshalb, weil das heutige Innenleben des Gebäudes wohl eher bedeutungslos ist. Hätte man gleich nach Kriegsende rekonstruiert, würde das heute niemand mehr in Frage stellen. Überhaupt scheint mir das Gebäude erst wieder durch die Rekonstruktion des Innenhofes wieder annähernd die früherer Bedeutung im städtischen Bewusstsein erlangt zu haben.
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Alt 14.12.16, 10:04   #35
Dexter
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Der Stadtrat beschäftigt sich heute (14.12.2016) mit der zukünftigen Nutzung des Pellerhauses


Es lohnt sich die dazu erstellte Vorlage durchzulesen.
https://online-service2.nuernberg.de...daItemId=61006


Der Zustand des Gebäudes wird als abgewirtschaftet beschrieben. Darüber hinaus dürfen sich derzeit nur maximal 100 Personen im gesamten Gebäude aufhalten, da es sowohl statische als auch brandschutztechnische Restriktionen gebe. Noch dazu sind nur die Geschosse 1 und 2 wirklich nutzbar, die übrigen sind aufgrund der niedrigen Decken und unzureichenden Belichtung kaum zu gebrauchen.


Geprüft wird eine zukünftige Nutzung als Spiele-archiv und Jugendhaus. Unabdingbar dafür wäre aber eine umfangreiche Generalsanierung des Baus - zu finanzieren u.a. über Fördermittel und Eigenanteile der Stadt. Planungen dazu sollen 2018 beginnen. Weiterhin heißt es, dass die Altstadtfreunde in die Planungen einbezogen werden.

Nach der Lektüre sind für mich nun mehr Fragen offen als beantwortet. Haben die Altstadtfreunde das Ziel der Fassadenreko aufgegeben?


d.

Geändert von Dexter (14.12.16 um 16:07 Uhr)
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Alt 14.12.16, 18:55   #36
Lingster
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Dass sich die Altstadtfreunde so leicht übertölpeln lassen kann ich kaum glauben. Wenn das so stimmt, tauschen sie ihr Rekonstruktionsziel gegen Nutzungsrechte an Räumen und Innenhof. Das wäre schon extrem rückgratlos und würde auf mich wirken, als wenn sie die Reko lediglich als Druckmittel in einem "dreckigen Deal" genutzt haben.
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Alt 14.12.16, 19:38   #37
nothor
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Die Planungen der Stadt lesen sich ja nicht wie eine Lösung, sondern wie ein Aufschieben des Problems "neues Pellerhaus". Es tritt quasi das ein was ich befürchtet habe: Mit viel Geld mit einer mehr oder weniger aufwändigen Sanierung wird der Ist-Zustand teuer festgeschrieben und eine sinnvolle Weiterentwicklung und Aufwertung des Pellerhausstandortes verhindert. Spielearchiv, Graphische Sammlung (Nutzung als Magazin?), Jugendtreff und den Hof sollen/können die Altstadtfreunde bespielen. Alles keine Innovationen, da schon vorhanden. Scheint mir alles sehr uninspiriert zu sein, v.a. im Hinblick auf die Bewerbung der Stadt als Kulturhauptstadt.

Interessant finde ich die Betrachtung der Alternativen zum bestehenden Gebäude: Das Pellerhaus ist ein eingetragenes Baudenkmal (Einzeldenkmal). Ein Abriss dieses Bauwerks wäre nur unter zwei Aspekten möglich:
  1. Die Substanz des Gebäudes ist so herabgewirtschaftet, dass bei einer Sanierung kaum mehr etwas von der ursprünglichen Bausubstanz vorhanden wäre.
  2. Die Erhaltung des Gebäudes ist so aufwändig, dass es für den Eigentümer wirtschaftlich nicht darstellbar ist.

Die Vorlage postuliert zwar, dass beides nicht gegeben sei, aber im Vorlagenkopf ist angekreuzt, das nicht bekannt ist was der hier vorgelegte Plan mit seiner Maßnahmenliste überhaupt kostet:
  • nahezu keine ordnungsgemäßen Rettungswege vorhanden
  • Fluchtwegelängen werden überschritten
  • Brandmeldeanlagen sind veraltet und genügen nicht mehr dem heutigem technischen Standard
  • ein energetisches Gesamtkonzept ist notwendig
  • vorhandene Aufzugsschächte genügen in ihrer Größe den heutigen Anforderungen nicht
  • Haustechnische Installation im gesamten Gebäude veraltet und zu erneuern

Die Kosten sind noch völlig unbekannt und ist auch kein Geld eingeplant. Zudem muss ich auch mal kritisch anmerken, dass auch der denkmalgeschützte Rundbau am Hauptbahnhof abrissgefährdet ist, da dem Vernehmen nach "2. Die Erhaltung des Gebäudes ist so aufwändig, dass es für den Eigentümer wirtschaftlich nicht darstellbar ist." zutrifft. Was ich witzig finde, da die vermeintlichen Schäden und Probleme schon da waren, als der Eigentümer das Objekt erworben hat und aus meiner Sicht mit einer Erneuerung der Tramgleisunterlage kostengünstig zu beheben wären.

Ich bin sehr gespannt, wie sich der Denkmalschutz hier positioniert. Ob man den Investor den Rundbau abreißen lässt, obwohl ihn eine Bevölkerungsmehrheit (nach meinem Gefühl) erhalten wissen will, und ob das Pellerhaus gegen jede Vernunft künstlich beatmet, obwohl es ein Problembau ist.

Bemerkenswert finde ich auch, dass die Stadt für die Unterbringung des "Jugendtreffs" offensichtlich nur Schrottimmobilien in Betracht zieht. Der einmal genutzte Altstadtmauerturm war aufgrund der Brandschutz- und Fluchtwegeproblematik feuerpolizeilich nicht mehr vertretbar. Meines Wissens nach hat der Turm bis heute keine Nachnutzung erfahren. Rädda Barnen, Holzhäuser aus den 1950'ern am Cramer-Klett-Park ist soweit ich weiß auf der Abrissliste, da wirtschaftlich nicht sanierbar, und jetzt will man den Jugendtreff im pellerhaus unterbringen, ein als Lagerhaus errichteten Gebäudekomplex der zu über der Hälfte nicht mehr heutigen Maßstäben an eine Büronutzung entspricht. Jetzt kann man Nürnberg nicht nachsagen, dass hier nichts für die Jugend getan wird, hier gibt es viele tolle Schulprojekte. Aber dieses Geschiebe eines Jugendtreffs für die Altstadt von einer unbrauchbaren Immobilie in die andre wirkt perspektivlos.

Ich glaube nicht dass der Plan, das Pellerhaus zu rekonstruieren, aufgegeben wurde. Dafür ist der Plan der Stadtverwaltung zu wenig wegweisend, um lange tragen zu können.

Der Architektenverein BDA führt morgen, Donnerstag, um 19:00 Uhr im Pellerhaus eine Podiumsdiskussion durch, in der die aktuellen Qualitäten des Gebäudes herausgestellt werden sollen. Oder, wenn das schwer fallen sollte, wird ein Rekonstruktionsvorhaben ablehnend erörtert werden. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.
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Alt 14.12.16, 20:35   #38
nenntmichismael
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Für mich ist der Stumpf des Peller-Vorderhauses so etwas wie ein eiternder Zahn, dem man eine Amalgam-Füllung aufgepfropft hat, bei der man sich aus Prinzipiengründen weigert, sie zu entfernen.

Das alte Pellerhaus war herausragend und stadtbildprägend. Es hat 440 Jahre gehalten.

Der aufgepropfte Neubau firmierte bei seiner Erbauung als Prestigebau. Trotzdem ist er schon nach gerade einmal 60 Jahren vollkommen marode und nicht mehr nutzbar.

Selbst wenn man sämtliche ästhetischen Aspekte (bei denen meine Meinung klar sein dürfte) ausklammert, spricht allein das doch schon Bände. Ich würde mir wünschen, dass die Stadt über ihren Schatten springt und ähnlich wie beim Hof den Altstadtfreunden signalisiert, dass sie die Rekonstruktion des alten Hauses angehen dürfen, wenn sie ihn selbst finanzieren. Mein persönliches Spendensäckel wäre sofort offen.
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Alt 14.12.16, 23:47   #39
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Ich sehe es wie nothor, da ist noch viel Musik drin und eine Reko der Fassade ist erst dann vom Tisch, wenn sich eine wirtschaftliche Sanierung des Bestands abzeichnet.
Sehr gut möglich das wir gerade einem politischen Schachspiel beiwohnen bei dem der Ausgang noch völlig offen ist.
Es bleiben somit viele Fragen und Raum für Spekulation...


d.
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Alt 15.12.16, 22:05   #40
nothor
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Der Architektenverein BDA führt morgen, Donnerstag, um 19:00 Uhr im Pellerhaus eine Podiumsdiskussion durch...
Das war dann heute doch keine Podiumsdiskussion, sondern ein Vortragsabend. Eine der Empfehlungen der Architekten war, das Gebäude so zu lassen wie es ist, und es lieber nicht zu sanieren (Wärmeschutz, Aufzüge, etc.), da es nur so seinen Charme und Denkmalwert erhalten könne. Das ist natürlich interessant, weil genau das ja der Grund für die Probleme ist. Niemand würde ernsthaft über das Pellerhaus diskutieren, wenn es vor Leben sprudelte und seine Umgebung aufwerten würde.
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Alt 14.01.17, 22:29   #41
rekonpel
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rekonpel hat die ersten Äste schon erklommen...
Blaue Nacht 2017 mit der alten Pellerhaus-Fassade

Hallo,

im kommenden Mai findet die nächste "Blaue Nacht" in Nürnberg statt. Vorschlag: Warum nicht die zerstörte Fassade an die jetztige Pellerhaus-Front projizieren? Der eine Entwurf liegt auf dem fast dunklen Gebäude, der andere übernimmt die Beleuchtung der Fenster.

Geändert von rekonpel (14.01.17 um 23:38 Uhr) Grund: Bildlink noch hinzugefügt
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Alt 14.01.17, 23:24   #42
nothor
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Postkarte aus Privatsammlung

Gute Idee, auch ein Gradmesser für die Akzeptanz des Projektes, wenn man dort viel Öffentlichkeit vor Ort versammelt.

Unterdessen hat der Verein Stadtbild Deutschland e.V. einen offenen Brief an den Nürnberger Stadtrat gerichtet, und für die Rekonstruktion des Pellerhauses geworben:

http://www.nordbayern.de/region/nuer...haus-1.5736565

Link zum Brief: http://stadtbild-deutschland.org/web...Pellerhaus.pdf

Besonders bestechend finde ich das Kostenargument. Während sich für die Rekonstruktionsidee zahlreiche Spendenzusagen erwarten ließen (ich würde selbstverständlich spenden), und somit die öffentlichen Kassen massiv entlastet würden (was könnte man mit dem Geld dann Kindergärten und Straßen finanzieren!!) erscheint das Festhalten am Bestandsbau ein Millionengrab zu werden. Sogar die Experten für Denkmalsanierung des BDA haben ja empfohlen, das bestehende Pellerhaus lieber nicht zu sanieren da es seinen Denkmalwert beeinträchtigen könnte. Zu den Sanierungskosten kann indesm bis heute niemand irgendwas sagen. Die Kosten für eine Rekonstruktion halte ich für berechenbar.
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Alt 15.01.17, 10:39   #43
nenntmichismael
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Ich sehe das genau wie @nothor.

Neben allen ästhetischen Aspekten, über die man natürlich immer streiten wird, ist das Kosten- bzw. Einsparargument sehr überzeugend. In Nürnberg wird ja von vielen gerne gejammert, wozu die Stadt Opernhaus/Museen/Fußballstadion/Konzertsaal braucht, wo doch der Gehsteig vor dem eigenen Haus ein Loch hat. Für den Erhalt des 1950er-Neubaus würde als Spender wohl niemand auch nur einen müden Cent locker machen. (Verständlich.) Für den Wiederaufbau eines rekonstruierten Pellerhauses wären hingegen Millionensummen an Spenden zu erwarten. Wenn man sich anschaut, was alleine für den Hof gespendet wurde, den man überhaupt nur zu sehen bekommt, wenn man das Gebäude betritt, dann ist das sicher keine übertriebene Erwartung - auch wenn es Jahre dauert.

Ich habe das Erhalts-Statement der BDA-Experten jetzt nicht im Original gelesen, aber wenn es stimmt, dass diese quasi den "Erhalt als Ruine" empfohlen haben, dann wäre das ja ein Aberwitz! Als wäre der Mayer-Bau die Akropolis...

P.S. Sehr schönes Photo übrigens, kannte ich noch nicht.
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Alt 16.02.17, 10:33   #44
nothor
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um 1896, Foto aus Privatsammlung

Der Stadtrat hat die Debatte um die Nutzung des Pellerhauses abermals vertagt.

http://www.br.de/nachrichten/mittelf...nberg-100.html

Ich bin ziemlich verwundert, dass man bei dieser Disskussion noch an keiner Stelle über genaue Kosten gesprochen hat. Sonst wird das immer als erstes Argument ins Feld geführt, aber hier genügt offenbar die Angabe, dass es irgendwas zwischen 10 und 50 Millionen EUR kosten würde, das Nachkriegspellerhaus zu einem Jugendhaus zu ertüchtigen. Die kalkulierten Kosten für die Restaurierung des Volksbades z.B. liegen bei vergleichbaren 50 Millionen, wobei das Bauvolumen dort um ein vielfaches größer ist, und auch die historische Bedeutung eine andere ist. Der kurzsichtige und damit verkorkste Wiederaufbau des Pellerhauses durch Fritz Mayer als Lagerhaus entsprach schon 1952 weder der historischen Bedeutung des Hauses noch der Tradition des Ortes. Die heutige Diskussion ist damit ein bedeutendes Vermächtnis der Mayers und ihrem Wiederaufbau. Inwiefern dieses Haus ein Zeugnis für die "großartigen Leistungen des Wiederaufbaus" nach dem Zweiten Weltkrieg sein soll, konnte bis jetzt noch niemand genau erklären.
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Geändert von nothor (16.02.17 um 10:34 Uhr) Grund: Entscheidung erneut vertagt
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Alt 16.02.17, 13:23   #45
Dexter
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@ nothor: Sehr gut das du uns mit den Bildern immer wieder vor Augen führst was für ein hervorragender Bau hier einst Stand. Ich kann diese Form der Öffentlichkeitsarbeit nur unterstützen!


Grundsätzlich:
Ich hoffe sehr das im Stadtrat am Ende die Vernuft siegt und man hier keine Mittel zur Zementierung des unbefriedigenden Zustands freigibt. Das Jugendhaus ist im Pellerhaus völlig fehl am Platz. Die Tatsache das hier nur schon zum zweiten Mal eine Vertagung fällig wurde und nun auch geprüft wird ob das Jugendhaus nicht an einem anderen Ort besser realisiert werden sollte lässt erstmal hoffen.


Sicher kann das benachbarte Imhoff-Haus denkmalgerecht instandgesetzt werden - hier können die knappen städtischen Mittel und Fördergelder doch konzentriert werden.
Für das Pellerhaus wäre eine Lösung ähnlich der des Pellerhofes doch ideal. Ein weitgehend spendenfinanziertes, kompletiertes Projekt von Bürgern für Bürger wäre der Leuchtturm auf den die Stadt schon so lange wartet.


Eine kulturelle Nutzung ist hier ein Muss!


d.
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