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Alt 28.02.06, 01:29   #31
semper
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semper hat die ersten Äste schon erklommen...
Eingangsgebäude von Chipperfield?!!! Bitte nicht!!!! Hoffe, dass dafür nie die Mittel zusammen kommen. Verstehe nicht, warum man auf der einen Seite einen schrecklichen Glaskasten abreist und ein paar hundert Meter weiter einen neuen wieder hinstellt. Bitte versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen moderne Gebäude aber dieser Entwurf verschandelt in meinen Augen die Museumsinsel. Finde das ganze hätte viel dezenter und unaufdringlicher ausfallen müssen.

Wie steht es denn eigentlich ums Neue Museum? Werden da jetzt wirklich die barbarischen Pläne des Masterplans umgesetzt? z.B. Konservierung des Backsteinmauerwerks und Einbau einer Betontreppe im ehem. Treppenaufgang?
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Alt 28.02.06, 09:13   #32
Batō
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Erstaunlich, dass man versucht das Eingangsgebäude, welches aussieht wie ein Baucontainer, als moderne Architektur zu verkaufen.
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Alt 28.02.06, 09:19   #33
Manuel
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@semper: Noch unaufdringlicher als transparentes Glas? Wie soll das denn möglich sein? Sichtbeton, Aluminium, Holz?? Oder etwa dieser vollkommen abartig historisierende Gegenentwurf? Eher müsste ja der Glasanteil noch erhöht werden. Und was soll überhaupt unaufdringlich sein? Ist das jetzt neuerdings die Aufgabe von Architektur, unsichtbar zu sein?
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Alt 28.02.06, 10:04   #34
Batō
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@Manuel
Beziehst du dich jetzt auf das Eingangsgebäude von Ungers oder von Chipperfield?
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Alt 28.02.06, 10:13   #35
Manuel
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Der Chipperfield Entwurf, so wie er im Masterplan auch steht. Ich finde den Entwurf nicht sehr "aufdringlich". - Für Semper ist das ja schon ein Glaskasten. Soll das Gebäude aber noch "unaufdringlicher" werden, müsste der Glasanteil ja eher noch weiter erhöht werden. Durch noch mehr Glas würde der Nutzwert des Gebäudes aber auch sinken.

Hier ist noch ein schönes Bild (muar.ru). Und hier noch aus einer anderen Perspektive (leider sehr klein). Und hier auch noch einmal 2 Bilder (dewmac.com).
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Alt 28.02.06, 10:16   #36
Batō
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Sieht eher aus wie ein Aluminiumkasten und dazu unaufdringlich zwar von der Größe her, aber aufdringlich hässlich.
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Alt 28.02.06, 10:20   #37
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Übrigens sind heute viele Artikel in den Berliner Gazetten, in den hauptsächlich die lange Bautätigkeit mokiert wird (bis 2026).

http://www.berlinonline.de/berliner-...on/530272.html
http://www.berlinonline.de/berliner-...on/530271.html
http://www.taz.de/pt/2006/02/28/a0244.1/text
http://www.taz.de/pt/2006/02/28/a0242.1/text
http://www.taz.de/pt/2006/02/28/a0243.1/text
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Alt 28.02.06, 12:42   #38
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Ich bin erschrocken, können die nicht einmal die Finger von modernen Kontrasten nehmen und ein Gebäude bauen, das nicht die Ensemblewirkung zerstört, sondern sich den Gebäuden drumherum anpasst?

@Manuel: Glas kann -zumindest in diesem Ensemble- sehr aufdringlich sein, weil es die Bebauung drumherum ignoriert und kontrastiert. Es würde ein Fremdkörper sein.
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Alt 28.02.06, 12:55   #39
Manuel
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Anpassen hieße letztlich historisieren. Und Historisieren ist für mich, zumal in Ergänzung zu historischem Baubestand, platte Lüge und Anmaßung auf der einen und mangelnder Mut und Identitätslosigkeit auf der anderen Seite. Ein Neubau in dem Kontext muss klar als solcher zu erkennen sein. Das steht nicht nur für mich außer Frage. Der Chipperfield-Entwurf fügt sich in den Kontext der Museumsinsel ein, versteckt sich aber nicht darin und er erhöht ihren Nutzwert. Die Museumsinsel braucht ein solches zentrales Eingangsgebäude.

Es gibt keine historische Vorlage für ein solches Gebäude. Man muss folglich mit der Architektur des 21. Jahrhunderts bauen.

Was Du Ignorieren und Kontrastieren nennst, kann man übrigens auch Ergänzen und Weiterentwickeln nennen.
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Alt 28.02.06, 13:10   #40
Ernst
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Bis auf weiteres weigere ich mich zu akzeptieren, daß moderne Architektur respektlos mit ihrem Umfeld umgehen muß. Wenn die Anpassung an das bestehende Ensemble in Größe, Baumaterial, Farbe und Form - oder wenigstens in einigen dieser Kriterien - gleichzusetzen ist mit "Historisierung", dann ist mir das zwar unverständlich, aber sei's drum. Dann ist es eben Historisierung. Der Begriff macht einen behutsamen Umgang mit der Umgebung nicht weniger notwendig.

Das Ärgerliche ist die Weigerung, sich auf die städtebauliche Umgebung einzulassen. Dabei wäre das doch eine lohnende Aufgabe für einen Architekten, eine moderne Ergänzung zu bauen, die ihre Modernität nicht leugnet und einen eigenen Akzent setzt ohne gleich das Gesamtbild des Ensembles zu ruinieren. Diese Aufgabe ist viel anspruchsvoller als der Schlag ins Gesicht von Chipperfield, der auch deswegen so unglücklich wirkt, weil man bereits jetzt den ungeheuren Qualitätsunterschied zwischen den Gründerzeitbauten und dem geplanten Eingangsgebäude nicht übersehen kann.
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Alt 28.02.06, 13:23   #41
Manuel
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Es kann eben nicht lohnenswert für einen Architekten sein, seine eigene Leistungsfähigkeit und seine eigene Sprache zu unterdrücken und so zu bauen, dass es möglichst keiner merkt. So zu bauen, dass der Kontrast zwischen Alt- und Neubau praktisch unsichtbar wird, heißt ja gerade, Modernität zu leugnen. Und ob man im Zusammenhang gerade mit der Architektur der Gründerzeit (Wilhelminismus) übrigens unbedingt immer von Qualität reden kann, ist nun auch eine andere und umstrittene Frage.

Wir leben im 21. Jahrhundert. - Das ist unsere Zeit, unsere Stadt und unsere Sprache. Unsere Identität. Und wir können nicht die Identität des 19. oder 20. Jahrhunderts leben. Dein Ansatz, sich anzupassen, unauffällig zu bauen und immer an der Geschichte, dem was war und was ist, zu orientieren, würde aber immer dazu führen.

Architektur muss immer ein Spiegel der Zeit sein.
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Alt 28.02.06, 13:31   #42
nitsche86
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Zitat:
Es kann eben nicht lohnenswert für einen Architekten sein, seine eigene Leistungsfähigkeit und seine eigene Sprache zu unterdrücken und so zu bauen, dass es möglichst keiner merkt.
Dann ist er für diese Aufgabe wohl nicht geeignet. Außerdem "bemerkt" man alle Gebäude auf der Museumsinsel, und gerade weil alle zusammenpassen, bilden diese ein tolles Ensemble.

Nun ist die Gefahr da, das dieses Ensemble zerstört wird. Außerdem ist es nicht unmöglich ein Gebäude zu bauen, dass auffällt und sich trotzdem integriert.

Gibt es in Berlin denn nicht genug Räume, in denen sich Architekten wie Chipperfield profilieren können? (Es gibt natürlich auch durchaus gelungene Gebäude)
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Alt 28.02.06, 13:43   #43
Manuel
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Sorry für die klare Sprache, aber der erste Satz in Deinem Post kann einem schon übel aufstoßen. Zumal im Kontext dieses Forums.

Der Umgang mit der Museumsinsel ist absolut richtig: Das Alte wird erhalten und restauriert und da wo es notwendig ist, mit neuer Architektur ergänzt. Auf diese Weise wird das Ensemble Museumsinsel nicht zerstört, sondern in seinem Wert erhöht. Sowohl architektonisch, als auch den Nutzwert betreffend.
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Alt 28.02.06, 13:43   #44
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Manuel,

Ich rede nicht von Unsichtbarkeit, sondern von Respekt. Bezeichnend finde ich die Äußerung, es könne sich für einen Architekten nicht lohnen, Gebäude zu entwerfen, die sich ihrer Umgebung anpassen, weswegen - so die implizite Folgerung - ein moderner Architekt die Wirkung von historischen Enbsembles ruinieren müsse, für die er Ergänzungen plant. DAS nenne ich phantasielos - von der Rücksichtslosigkeit ganz zu schweigen. Architektur ist eine Dienstleistung! Soll die moderne Architektur doch zeigen, daß sie so ein Ensemble weiterentwickeln und eigene Akzente setzen kann ohne daß das Ganze aus dem Gleichgewicht gerät. Aber so eine erbärmliche Kiste wie der Chipperfield-Entwurf ist der Museumsinsel einfach unwürdig. Es ist ja auch nicht so, als gäbe es keine gelungenen modernen Ergänzungen historischer Bauten und Bauensembles. Man denke nur an die Reichstagskuppel (die man dem egozentrischen Architekten allerdings auch erst gegen empörten Protest abzwingen mußte).

Und natürlich kann man bei Wilhelminismus nicht immer von Qualität sprechen. Niemand generalisiert hier. Man kann aber durchaus von einem dramatischen Qualitätsgefälle zwischen den bestehenden Bauten der Museumsinsel (das Neue Museum vielleicht ausgenommen) und dem Chipperfield-Entwurf sprechen.

Du sagst, Architektur müsse immer ein Spiegel ihrer Zeit sein. Ich bin mir nicht sicher, ob das immer so sein sollte, aber nehmen wir es mal hin. Warum aber muß dann die Architektur ein Dokument der Rücksichtslosigkeit sein? Das wirft aus Sicht späterer Generationen kein gutes Licht auf unsere Zeit. Also: Da liegt doch eine lohnende Aufgabe von Architekten: Kann man keine modernen Gebäude planen, die unsere Zeit als maß- und repektvoll gegenüber historischer Bausubstanz kennzeichnen? Das muß doch möglich sein.
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Alt 28.02.06, 13:46   #45
Manuel
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Noch ein so ein Satz: "Architektur ist eine Dienstleistung". Und wenn unsere Zeit sich Deines Erachtens sich duch einen maß- und repektvollen Umgang gegenüber historischer Bausubstanz auszeichnen sollte, wäre es wohl das erste mal in der Geschichte.
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