Opernquartier

  • Opernquartier

    Ein aüßerst interessanter Artikel aus dem heutigen KSTA Online...


    Es gibt Hoffnung für eine Verbesserung an einem echten Kölner Schandfleck, imo eine Riesen Chance die hoffentlich nicht schon wieder leichtfertig vergeben wird:


    (...) Dass dennoch in Köln nicht nur über eine Sanierung des denkmalgeschützten Baus am Offenbachplatz, sondern - und seit der Intervention des Stadtkämmerers Peter-Michael Soénius auch laut - über einen Umzug der Oper, möglicherweise auch des Schauspielhauses aus dem maroden Haus am Offenbachplatz nachgedacht wird, hat vor allem mit einer Sehnsucht zu tun, der Sehnsucht nach Visionen nämlich.


    Und genau das ist die Idee eines Neubaus: eine sehr attraktive Vision. Ein neues Bühnenhaus, vielleicht tatsächlich am Deutzer Rheinufer, architektonisch herausragend gestaltet sowie technisch auf dem neuesten Stand (und damit, zur Freude des Stadtkämmerers, auch mit weniger Personal zu betreiben), wäre ein Gewinn für die Stadt. (...)


    (...) Gelänge dann noch eine attraktive Gesamtgestaltung des Areals um den Offenbachplatz, schlüge man auch städtebaulich zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Innenstadt würde genauso aufgewertet wie die jetzt als Kirmesplatz genutzte Deutzer Werft. Eine prominente Brache, die auf eine angemessene Nutzung wartet. Eine neue Oper wäre mit Sicherheit eine solche.(...)




    http://www.ksta.de/html/artikel/1108405177264.shtml

  • Sicherlich eine Überlegung wert. Nur fürchte ich, dass dieser Plan nicht finanzierbar sein wird. Denn eine lukrative Verwertung der jetzigen Oper (die ja den Denkmalschutz berücksichtigen muss) dürfte doch deutlich schwieriger werden, als es sich Herr Hümmeler vom KSTA vorstellt. Vor allem wenn der Erlös einen guten Teil der Neubaukosten decken soll.

  • Man bräuchte also eine geniale umsetzbare Idee betreffend die Nutzung, einen oder mehrere Förderer (wieso keine Vereine?) die Geld und Know How zuschiessen und einen wirklich guten finanzierbaren Entwurf für ein neues Haus an anderer Stelle im Stadtgebiet...Ich denke da z.B. an das Gelände auf dem noch bis 2008 der Musical Dome steht?

  • Also das Gebäude der jetzigen Oper ist ein absoluter Schandfleck. Denkmalschutz hin oder her, das Ding muss einfach weg.


    Würde allerdings mal überlegen, ob man vielleicht nicht doch das einst großartige Opernhaus am Rudolphplatz wiederauferstehen lassen sollte...

  • Tolle Träume, aber nichts auf der Tasche

    Ich dachte, Köln sei pleite. Und nun will die Stadt 190 Millionen Euro für den Neubau einer Oper locker machen? Typisch: Erst wird die große Vision entworfen; dann stellt einer fest: Ups, wir wir haben ja gar kein Geld; dann wird die Vision bis zur Unkenntlichkeit abgespeckt; schließlich gibt es eine kölsche Lösung, die niemanden zufrieden stellt; und am Ende will es dann auch wieder keiner gewesen sein.
    Ich finde, der Riphahn-Bau steht zu Recht unter Denkmalschutz. Und dass sich die Stadt sanieren will, indem sie den Offenbachplatz als Bauland verkauft, ist fast schon grotesk. Möchte mir nicht vorstellen, was dabei herauskommt. Ich sag nur: Kulturhauptstadt Köln - Wir leben das...

  • Zitat von Brandis

    Ich finde, der Riphahn-Bau steht zu Recht unter Denkmalschutz.


    Mit welcher Begründung? Dieser Betonbunker hat keinerlei künstlerischen Wert, ist weder einladend noch schön und sprengt desweiteren die "Skyline" der historischen Altstadt mit Rathaus- und Kirchtürmen.


    Mal, ehrlich, was soll man hier erhalten?



    Die Alte Oper hatte da deutlich mehr Stil, in meinen Augen nach der Semperoper und der Frankfurter Oper das drittschönste Opernhaus Deutschlands:


    Foto


    Und eine Reko würde sicherlich auch so um die 190 Millionen kosten - warum dann nicht so?

  • Ich verstehe wirklich nicht was an der bestehenden Oper erhaltenswert sein soll. Für mich ist dieser Bau ein absoluter Schandfleck in der Innenstadt.
    Leider wird wohl dieser Bau für zig Millionen saniert werden, na toll! :nono:

  • Die Kölner Oper wird sobald nicht abgerissen werden, obwohl es wünschenswert wäre, denn das Gebäude ist für die meisten Menschen ein Schandfleck. Wäre die Oper von einem x-beliebigen Architekten entworfen worden, sie wäre vielleicht schon verschwunden. Leider stammt sie von Riphahn und es gibt meiner Ansicht nach zu viele Leute mit Einfluß, die aus persönlichen und emotionalen Gründen einen Abriss verhindern wollen. Die Entscheidung, die Oper unter Denkmalschutz zu stellen, dürfte auch nicht aus fachlich fundierten, sondern aus eben solchen Gründen der persönlichen und emotionalen Verbundenheit getroffen worden sein.

  • Aber man kann doch nicht schon wieder so eine "kleine" unzufriedenstellende Lösung wollen?


    Momentan deutet ja alles daraufhin das es wieder nix wird mit dem großen Wurf, aber die Hoffnung stirbt zuletzt was?

  • Wann werden wir Kölner endlich verstehen dass eine prestigeträchtige Oper eine Investition ist und keine Geldverschwendung? Wieso eigentlich keine kombinierte Lösung mit dem Musicalstandort?

  • Hallo sinnluc und herzlich willkommen im Forum !


    Ja ähnliches hatte ich bereits oben angedacht. Ein möglicher Standort wäre nämlich der des heutigen Musical Domes direkt am Hauptbahnhof.
    Gibt es vielleicht irgendwo auf der Welt ein Vorbild, bei dem Oper und Musical im selben Gebäude gespielt werden?
    hat da vielleicht jemand eine Ahnung oder mal was gehört?

  • Heute war wieder etwas in der Presse.


    „Zukunftsweisender Neubau“
    VON ANDREAS DAMM UND CHRISTIAN HÜMMELER, 17.02.05, 09:52h


    Die Diskussion um die Zukunft der Bühnen kommt in Schwung.
    In der Diskussion um die Zukunft der Oper und des Schauspielhauses haben sich gestern Opern-Intendant Christoph Dammann und der Geschäftsführende Intendant der Bühnen, Peter F. Raddatz, geäußert. Dammann sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, er könne sich „einen kühnen, zukunftsweisenden Neubau an zentraler Stelle, auch am Rheinufer, durchaus vorstellen“. Die von Baudezernent Bernd Streitberger gewünschte Generalsanierung des Riphahn-Baus am Offenbachplatz bleibe weiterhin „eine gute Lösung für die Bühnen“. Indes halte er es angesichts der künstlerischen, städtebaulichen und finanziellen Tragweite für richtig, wenn auch über Alternativen diskutiert werde. Wichtig sei ihm, „dass angesichts der maroden Bausubstanz keine Zeit verloren geht“.


    Raddatz spricht sich für eine Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude am Offenbachplatz aus, da dies für die Bühnen „der beste Standort, nämlich mitten in der Stadt“, sei. Für „einen großen Wurf“ an einem neuen Standort fehle ihm derzeit die Vorstellungskraft. Gleichwohl werde man nicht gerade „tot umfallen“ müssen, sollte der Rat einen Neubau beschließen.


    Kompletter Artikel


    Quelle: http://www.ksta.de

  • Musical und Oper können ein Haus sicher nur sehr eingeschränkt gemeinsam nutzen. Die kommerziellen Musical-Unternehmer (es gibt ja auch Stadttheater, die Musical-Produktionen machen, aber das ist ja hier nicht gemeint - das nehme ich zumindest an, ohne die Kölner Verhältnisse zu kennen) produzieren ein Stück, das dann am besten jeden Tag, am Wochenende möglichst zwei mal täglich gespielt wird, und das über mehrere Monate, besser noch über mehrere Jahre. Das ist völlig inkompatibel mit dem Opernbetrieb, da durch so eine Produktion das Theater über einen extrem langen Zeitraum durch ein einziges Stück blockiert wäre. Die Aufgabe eines städtischen oder staatlichen Theaters ist es aber, der Bevölkerung eine gewisse Bandbreite, ein einigermaßen umfang- und abwechslungsreiches Repertoire zu bieten. Auch wenn der reine Repertoire-Betrieb in Deutschland auf dem Rückzug ist und sich zumindest ein Semi-Stagione-Betrieb immer mehr durchsetzt, bei dem die Aufführungen einiger Stücke auf einen recht engen Zeitraum begrenzt werden und nur noch ein Teil des Repertoires über die ganze Spielzeit verteilt gespielt wird, so ist das mit den langen Laufzeiten von Musicals nicht vereinbar. Wenn man in Köln beispielsweise von Mitte Dezember bis Ende Februar keine Oper besuchen kann, da während dieser Zeit das Haus durch eine Musicalproduktion besetzt ist, dann kann man die Oper auch gleich schließen.

  • Zitat von Norimbergus

    Musical und Oper können ein Haus sicher nur sehr eingeschränkt gemeinsam nutzen.


    Danke Norimbergus für die ausführlichen Informationen. Eine wirkliche gemeinsame Nutzung einer Bühne scheint also eher unwahrscheinlich. Aber was wäre wenn zwei Bühnen, meinentwegen eine kleinere und eine wirklich große , in ein und dem selben Gebäude untergebracht wären? z.B. wie im Capitol Theater Düsseldorf?
    Dort laufen sämtliche Musicals sehr erfolgreich und der kleinere Klub gibt auch viel Abwechslung her...


    More Info:
    http://www.capitol-theater.de

  • Ich muß zugeben, daß ich mich im Musical-Bereich nicht besonders gut auskenne. Gerade über die Umstände dieser "kleineren" Produktionen weiß ich nicht so genau bescheid. Der Spielplan des Capitol-Theaters zeigt erstaunlich kurze Laufzeiten der Musicals (möglicherweise sind das Gastproduktionen, die diverse Bühnen der Reihe nach abklappern). Bei einer Umstellung der Oper auf einen reinen Stagione-Betrieb, wie er in anderen Ländern auch üblich ist (man spielt immer nur ein Stück über ein paar Wochen, dann gibt es eine kurze Pause im Spielplan für die Vorbereitung des nächsten Stücks, das dann Premiere hat und in den nächsten Wochen ausschließlich gespielt wird) wäre die Kombination mit einer Musical-Spielstätte bei diesen kurzen Laufzeiten der Musicals natürlich denkbar. Allerdings leidet darunter das Profil beider Institutionen. Die Oper müßte darüberhinaus ihr Ensemble auflösen, da die Sänger nur phasenweise gebraucht werden. Das gilt aber dann auch für Chor und Orchester, wo man sich nicht so einfach mit Auflösung und zeitweiser Buchung von Gästen behelfen könnte. Und das Kultur-Angebot in der Stadt wird geringer, da bei zwei Bühnen natürlich auch zwei Vorstellungen gleichzeitig stattfinden können.


    Zum Thema zwei Bühnen in einem Haus möchte ich nicht viel sagen. Dies erscheint mir dann sinnvoll, wenn beide Bühnen vom selben Unternehmen bespielt werden. Ansonsten sehe ich keine großen Vorteile.

  • Oper Köln

    Weiß jemand zufällig, warum die jetzige Oper denkmalgeschütz ist und ob das immer so sein muß? Ich kann nämlich nichts besonderes für eine gelungene oder gar erhaltenswerte Architektur erkennen (eigentlich nur ein Schandfleck für Köln). Für mich ist die Architektur nur zweit- oder drittklassig und für eine Großstadt wie Köln völlig unakzeptabel, aber anscheinend wollte man nach dem Krieg schnell wieder eine Oper haben. Daher plädiere ich für einen "repräsentativen Neubau" (am besten wieder im Bereich der Ringe oder auch am Rheinufer - ein Hauch von Sydney!!!) oder gar den Neubau/Wiederaufbau der Alten Oper am Rudolfplatz (siehe Dresden mit Semperoper oder der Frauenkirche). Warum soll sowas auch nicht in Köln möglich sein!!! Das wäre vielleicht sogar die beste Lösung. Eine Sanierung wäre eigentlich nur vorstellbar, wenn man auch die Fassade komplett umgestaltet (Denkmalschutz???), z.B. eine äußere imposante Glasfassade im oberen (eine Art "Doppelkuppel") und Kalkstein im unteren Bereich, also eine Mischung aus "alt und neu" (ähnlich Reichstaggebäude).

  • Der Riphahn Bau steht leider seit 1989 unter Denkmalschutz. Das Gebäude gilt als typischer 50er Jahre Bau und ist anscheinend schützenswert.


    Ich hoffe auf einen Neubau, allerdings glaube ich eher an eine Sanierung.