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Alt 24.08.14, 01:19   #31
Bau-Lcfr
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Bau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle Zukunft
Zitat:
Zitat von Xysorphomonian Beitrag anzeigen
Und was das Auto auf dem Land anbelangt, so kann ich dieses Argument nicht mehr hören
Viele ziehen aufs Land, weil sie ach so unbedingt ein großherrschaftliches Anwesen zu benötigen meinen, aber das bitte möglichst für Lau - was in einer Großstadt mit knapper und teurer Fläche nicht geht. Etwa um Düsseldorf ist gerade jede Gemeinde dabei, möglichst EFH-Gebiete auszuweisen - für Leute, die dann mit Autos in die Stadt fahren würden. Es ist nicht so, dass die eher vorstädtisch wirkende Stadt (verglichen mit dem, was ich in Europa so sehe) keine Reserven hätte.

Dass die Städte dann so bereitwillig die Lebensqualität in den eigenen Stadtgrenzen auf Wunsch jener opfern, die weggezogen sind, wundert mich immer wieder.

Erg.: Schaue mal etwa hier - man kann Studien und Grafiken verlinken, trotzdem kommt jemand bald mit dem Lebenstraum, etwas Natur mit einer Bude zu versiegeln und dann mit dem Auto in die Stadt zu gondeln. Und dennoch wäre es geradezu doof, würde man deswegen noch breitere Schneisen in die Stadt schlagen und den Traum von einer lebenswerten urbanen Stadt, wo nicht wie in einer Autobahnraststätte zugeht, opfern.
__________________
Alle Fotos von mir. Fotos der Städte Europas, London

Geändert von Bau-Lcfr (24.08.14 um 18:26 Uhr)
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Alt 24.08.14, 01:38   #32
Schwabenpfeil
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Schwabenpfeil ist einfach richtig nettSchwabenpfeil ist einfach richtig nettSchwabenpfeil ist einfach richtig nettSchwabenpfeil ist einfach richtig nettSchwabenpfeil ist einfach richtig nett
Zitat:
Zitat von Xysorphomonian Beitrag anzeigen
Stuttgart Straßen und Autobahnen
Eben nicht. Das bedeutendste Straßenbauwerk der letzten 20 Jahre war sicherlich der Engelbergtunnel und der ist in Leonberg, nicht in Stuttgart. Sonst sieht es straßenbaumäßig ziemlich mau aus. Der Autobahnbau ist ja schon ein halbes Jahrhundert her, ist unterdimensioniert und liegt außerhalb von Stuttgart. Dafür haben wir eine sehr gute S-Bahn und eine sehr gute Stadtbahn in Stuttgart. Und einen guten Bahnhof mit 87 Millionen Reisenden pro Jahr, sei er nun alt oder in Zukunft neu.
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Alt 18.11.14, 15:34   #33
Xysorphomonian
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Naja, nach dem Krieg wurde Stuttgart beim Wiederaufbau radikal auf das Auto zugeschnitten, siehe hier. In meinem (zugegeben etwas salopp formulierten) Beispiel wäre das Ruhrgebiet faktisch besser gewählt, aber Stuttgart war als "Motown" greifbarer, zudem ist Stuttgart die Stadt in Deutschland, in der die Menschen die meiste Zeit im Stau verbringen. Das Ruhrgebiet hingegen verbinden ausserhalb desselben die wenigsten mit Stau, also habe ich Stuttgart aus rhetorischen Gründen gewählt.

Der Traum vom Eigenheim ist politisch gewollt gewesen, und wurde subventioniert bis zum Es-geht-nicht-mehr: Eigenheimzulage, Baukindergeld, Pendlerpauschale. Daraus resultieren mittlerweile einige Probleme, beginnend bei Infrastrukturkosten, bei dem Verkehr lange nicht aufhörend. Aber bedauern, was ist, führt ebenso wenig weiter wie das Bereuen alter Fehler.

Eine gute Alternative sind lebenswerte Städte mit funktionierender Nahversorgung. 'Lebenswerte Städte' bedeutet aber Rückbau von Straßen. Und der ist noch sehr unpopulär in Deutschland. Noch.
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Alt 19.02.15, 00:17   #34
Xysorphomonian
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Jan Gehl, einer der renommiertesten Stadtplaner der Welt, der sein Büro in seiner Heimatstadt und zugleich seinem Meisterstück Kopenhagen hat, hat der Brand Eins zu u.A. diesem Thema ein interessantes Interview gegeben.

Seine These: Wer Städte für Autos baut, baut sie eben nicht für Menschen. Dem kann ich mich sofort anschliessen (wer hätte das gedacht )

Mein Lieblingssatz: "[Weil] Städte heutzutage nicht mehr mit den breitesten Straßen, der größeren Zahl an Parkplätzen oder dem billigeren Land um Kapital und Köpfe konkurrieren, sondern mit Lebensqualität. Investoren, Unternehmen, Großereignisse und Menschen im Allgemeinen zieht es in unserer globalisierten, transparenten Welt tendenziell in die lebenswerteren Städte. Wer es da wie Kopenhagen schafft, dreimal zur lebenswertesten Stadt des Planeten gewählt zu werden, hat einen enormen ökonomischen Vorteil."

Ein Grund, warum ich meine Heimat Ruhrgebiet trotz enormer Möglichkeite so hilflos vor sich hindümpeln sehe: Hier glaubt man immer noch, um den Strukturwandel endlich zu schaffen, braucht es mehr Straßen. Obwohl wir darin ersaufen.
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Alt 19.02.15, 12:44   #35
Regent
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Es geht nicht um mehr oder weniger Straßen, sondern schlicht um intelligente Straßen. Umgehungsstraßen machen z.B. durchaus Sinn. Die dann entlasteten Straßen können dann auch zurückgebaut werden. Einfach immer nur den Rückbau der Infrastruktur zu fordern geht nach hinten los, man muß auch Alternativen anbieten.

Ich hab übrigens vor kurzem gelesen, finde es aber leider nichtmehr, dass Baden-Württemberg das Bundesland mit den wenigsten Autobahnkilometern pro Kopf ist. Auch Stuttgart steht in Deutschland so ziemlich einzigartig da, wenn es um die Autobahn geht. Für eine Stadt dieser Größe ist das Autobahnnetz vollkommen unterdimensioniert. Stuttgart ist der 4. Größte deutsche Ballungsraum, besitzt aber nichteinmal eine Umfahrung und gerade einmal eine Tangential-Autobahn (die sich 2 Namen teilt – A8/A81). Das Märchen von der Autogerechten Stadt Stuttgart rührt daher, dass man nach dem Krieg um den sehr engen Altstadtkern einen Ring gebaut hat. Es mangelt aber eklatant an Zufahrt- und Umgehungsstraßen.
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Alt 15.05.15, 21:47   #36
Xysorphomonian
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Zitat:
Zitat von Regent Beitrag anzeigen
Es mangelt aber eklatant an Zufahrt- und Umgehungsstraßen.
Hier würde mich interessieren, wie dieser Mangel wahrgenommen wird, gerne und gerade rein subjektiv.

Der Grund, warum ich so dermaßen kontra Auto argumentiere, liegt in erster Linie darin, dass ich in der Region mit dem angeblich dichtestem Autobahnnetz Europas wohne (Eigenwerbung des überholten Kommunalverband Ruhr), und es uns auch an Ausfall- und Zufahrtsstraßen wirklich nicht mangelt.

Das hat zwei besonders stark hervortretende Effekte: Die Zerschneidnung und damit Herabwertung ganzer Stadtviertel, und ein immenses Stauproblem, dass trotz immer mehr Fahrspuren bei schrumpfender Einwohnerzahl wächst. Der Traum von der autogerechten Stadt ist hier wahr geworden. Aber irgendwie wird aus (A)Utopia langsam Dystopia, urbanes Leben entwickelt sich hier ganz langsam, vorangeschoben von einer Generation, in der das Automobil immer weniger als
Zitat:
Zitat von Kleist Beitrag anzeigen
Ausdruck einer individuellen Lebensgestaltung
, sondern immer mehr als Umweltsünde und Kostenfaktor und damit Klotz am Bein betrachtet wird.
Interessantestes Beispiel: Man hat die Ruhr-Universität Bochum als Auto-Uni entworfen, es wurden sprichwörtlich erst die Parkhäuser gebaut und dann die Uni, und die Anbindung an die Autobahn war wichtiger als die an die Stadt. Und obwohl theoretisch 15 % der Bochumer Studenten sind, entsteht richtiges studentisches Leben in der Stadt erst in den letzten Jahren (obwohl die Uni dieses Jahr 50 wird).

Ich glaube, Städte werden nicht als lebenswert empfunden, wenn es viele Autostraßen gibt. Aber mir scheint, egal, wie viele es davon gibt, es sind subjektiv immer zu wenig. Und diesen Effekt verstünde ich gerne.

Geändert von Xysorphomonian (16.05.15 um 08:25 Uhr) Grund: Fehlerhafte Formulierungen korrigiert.
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