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Alt 18.07.11, 18:13   #1
Parrhesia
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Parrhesia ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Lowcost Häuser

Hi, ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit LowCosthäusern. So zum Beispiel
die Earthships, Lehmziegelhäuser, dem Papphaus von Gerd Niemöller, dem Fab Tree Hab und dem Aluminaire. Da ich mich nun schon solange damit auseinandersetze, habe ich mir auch mal eine Vorstellung zurechtgelegt, bei der es mir aber am notwendigen Fachwissen fehlt, weswegen ich mich hier einmal ein wenig schlau machen möchte.

Mein Anspruch ist ein 100% ökologisch korrektes Haus nach den Leitprinzipien des C2C (Cradle to Cradle von Michael Braungart und William McDonough), was soviel bedeutet wie 0% Müll. Ausserdem soll das Haus Passivhausstandart erhalten und von einigen anderen ökologischen Prinzipien durchsetzt sein.

Nun ersteinmal zur Grundfrage: Kann man den Unterbau eines Erdhügelhauses aus reinem Glas bauen? [*1] Die Glaskonstruktion sollte so stabil sein, dass sie die notwendigen Erdschichten tragen kann, um den Passivhausstandart zu erreichen. Wie dick müsste die Glaskonstruktion sein? Wieviel Tonnen Material
muss man für ein 40m² Haus verwenden? Welches Glas eignet sich dazu am besten? Welche Kriterien gilt es zu berücksichtigen? Gibt es bautechnische Vorschriften, die bei einem reinen Glashaus nicht zur Genüge erfüllt wären (Brandschutz o.a)?

Zur Erklärung: in meiner Vorstellung gibt es eine Glaskuppel, oder einen Glaskasten, über den man dann genug Erde schüttet um einen guten Passivstandart zu erreichen. Die Fenster sind gegen Süden ausgerichtet (passive Solarausnutzung). Wenn man nun davon ausgeht, dass ca 40 Zentimeter Erde über der Glaskuppel liegen, dann müssten die Fenster und Türen, eben auch um 45Zentimeter erhöht liegen. Also ein Sockelartiger Aufsatz über der eigentlichen Glaskuppel.

Leider weiß ich nichts über Statik und ich habe auch keine Zahlen über das Dämmvermögen von Erde. Ich wüßte aber gerne mal ein paar konkrete Zahlen und Gedanken von Architekten und Statikern, speziell die Dicke des Glases, die Dicke der benötigten Erdschicht und links zu ähnlichen Gebäuden.

Was wäre eurer Meinung nach die Haltbarkeitszeit eines Glashauses?
Welche Reperaturmassnahmen müssten bedacht werden, oder besteht die
Aussicht, dass das Haus auch nach 200 Jahren, noch wartungsfrei seiner Funktion nachkommen kann?

Das waren zumindest ersteinmal die wesentlichsten Fragen, ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

Gruß Parrhesia

[*1] Massives Öko-Haus aus Glas – das poraFORM-Wandsystem ( http://www.deutscher-baukatalog.de/F...news_1382.html )

PS: Leute mit Sympathie für Antikapitalismus, Autarkie und Umweltschutz denen es ein Anliegen ist der aktuellen Miet- und Wohnsituation entgegenzuwirken können sich gerne mit mir vernetzen, oder meine freie Zeit kostenlos in Anspruch nehmen, vor allem wenn sie in Berlin wohnen.
(Bin arbeitslos wenn ich also zielgerichtet etwas lernen kann, bin ich gerne da. Augenmerk liegt vor allem im Wissenserwerb(Tages oder Wochen-praktika?))
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Alt 22.07.11, 14:09   #2
Parrhesia
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Beiträge: 2
Parrhesia ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Ich will nicht Architektur studieren, sondern weiterhin Philosophie betreiben.
Mir geht es ja auch nicht darum für Leute Häuser zu bauen, a la hier ne Brücke und da nen Wolkenkratzer, sondern eben nur diese eine Sorte von Häusern. Also eher klassisch ne Schablone also ein Musterhaus, das dann 1000fach wiederverwendet wird, ohne dass man dann noch einen Architekten bräuchte. Ziel ist ja vor allem die Autarkie und dafür benötige ich auch noch viele andere Wissensbereiche die werde ich sicherlich nicht die nächsten 35 Jahre lang studieren. Das Studium selbst ist zwar nicht kapitalistisch aber doch zielgerichtet auf das Überleben im Kapitalismus und beinhaltet thematisch extrem viel, das ich gar nicht wissen will. Wenn überhaupt setz ich mich dann lieber in die einzelnen Vorlesungen die ich für meine Frage als sinnvoll erachte, darauf wirds wohl eher hinauslaufen, weil die einzige Antwort auf meine Frage, ja eher persönlich (aufs PS bezogen) als inhaltlich ausfiel. Mich stört auch ein wenig die Denkweise des "ordentlichen" Studenten. Ist halt das dezente Credo wer nicht arbeitet ist nichts, wer arbeitet ist auch etwas. Ich frage mich was euer Denken eigentlich wert ist, wenn ihr so unreflektiert seid und die Fingernagelstudiobetreiberin wegen ihrer Bereitschaft für Arbeit toleriert und keine weitere Sinnfrage unterjubelt, dem arbeitslosen aber zu jeder noch so sinnlosen Arbeit degradieren wollt, Hauptsache er arbeitet und lebt nicht von euren Steuergeldern. Man sollte sich vielleicht einmal überlegen wie man mit wenig Arbeit seine Bedürfnisse befriedigen kann, anstatt in einem Konstrukt zu verweilen indem die Verringerung von notwendigem Arbeitsaufwand gleich zu einer Existentzbedrohung wird und man deswegen immanent gezwungen ist zu arbeiten. Ist es wirklich so schwierig meinen durchaus vernünftig formulierten Fragen vor dem PS-Abschnitt mal 5 Minuten Zeit zu widmen und zu sagen lies mal den link zu statik und den link zu wärmedämmung und den Link bla hoffe das hilft dir weiter? Wäre für mich nutzbringender als eine freundlich formulierte "werd mal anständig und erwachsen-zaunpfahl-empfehlung" .

Ich reduziere meine Fragen aber mal auf ein Minimum um eure Freizeit so minimal wie nur irgendwie notwendig zu belasten, damit ihr nicht das Gefühl bekommt zusätzlich zu meiner Lebensfinanzierung auch noch meine "Hausaufgaben" machen zu müssen.

Kann ich ein Haus nur aus Glas und Erde bauen und damit Passivhausstandart erreichen, oder ist das nur Spinnerei? Und wenn es möglich ist, wie dick ist schätzungsweise das Glas und wie dick müsste das Erdreich sein? Ich hoffe für die Beantwortung dieser Frage empfiehlt mir jetzt niemand mehr ein 5Jähriges Studium...
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Alt 22.07.11, 21:27   #3
fräulein r.
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fräulein r. könnte bald berühmt werdenfräulein r. könnte bald berühmt werden
ideal wäre doch wohl, wenn du die Erfahrungen am Objekt selbst sammeln könntest. Kennst du niemanden, der vielleicht einen Bauernhof mit einem Stück unnützen Brachland hat, wo du Experimente starten könntest?

zur eigentlichen Frage: ich hab keine Ahnung.

grüsse,
das fräulein
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Alt 19.05.14, 13:38   #4
Jere98
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Jere98 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich habe ein bisschen Brachland auf meinem Hof und fände so ein Projekt, bzw. so einen Versuch interessant. Ich bin dort auch gerade mit einem Bauvorhaben beschäftigt und bin da immer noch auf der Suche nach Anschlagseilen, damit ich weiter komme.
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Alt 19.05.14, 13:44   #5
Sudge1984
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Sudge1984 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich kann dir die Anschlagseile von Wiedenmann ans Herz legen. Wir haben die auch für den Bau unseres Hauses verwendet. Schau dir die Seite am besten einfach mal selber an. Es gibt dort verschiedene Ausführungen. Du kannst da auch jederzeit bei denen anrufen, wenn du fragen hast. Die sind recht freundlich.
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Alt 06.08.14, 14:08   #6
nilas
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nilas befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Was verstehst du eigentlich unter Low-Cost-Haus? Denn hier stellst du sowohl Anforderungen an Ökologie und an geringe Kosten.

Dein Vorstellung finde ich ziemlich abstrakt und dafür, dass du dich nach eigenen Angaben schon länger damit beschäftigst weißt du glaube ich immer noch viel zu wenig über Statik und Materialbeschaffenheiten .

Nach deiner Vorstellung wäre das Haus zwar ökologisch, aber nicht gerade "low-cost" orientiert.
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Alt 11.08.14, 16:07   #7
nilas
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nilas befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ach, irgendwie hat mich das die ganze Woche beschäftigt und ich bin über eine interessantes Projekt gestoßen...

Ich habe nämlich etwas recherchiert und bin auf ein Low-Cost-Haus einer Firma gestoßen. Dies ist meiner Meinung nach auch etwas realistischer als deine Idee...

Die haben ein low-cost Fertighaus aus Beton konzipiert, das für Entwicklungs- und Katastrophengebiete bestimmt ist. Ist natürlich kein passivhaus, aber sogesehen ist bzw. kann (!) Beton ja auch ein sehr ökologischer Stoff sein, da er ja nur aus Sand, Wasser und Zement besteht. Das Problem ist einfach nur der Zement, wofür es allerdings auch schon Alternativen geben soll.

Der Bedarf an solchen Häusern ist in Katastrophengebieten natürlich immens und das Haus soll auch nur ca. 5000€ kosten. Die Firma entwickelt nur Fertig- und Verbindungsteile für die Betonindustrie. Das Haus soll nur durch die eine eigens entwickelten Spannschlosstechnik möglich sein. Damit werden die einzelnen Betonplatten miteinander verbunden. Ich glaube das ist auch der Knackpunkt, was die niedrigen Kosten angeht. Gegen über anderen Systeme sollte dies eine recht einfache Lösung sein.
Aber keine Ahnung, wie das mit der Nachhaltigkeit und Lebensdauer des Hauses aussieht. Habe leider auch nicht herausgefunden wie es heißt ... auf jeden Fall gibt es dieses Haus schon. Hier wird es nur als Massiv-Fertighaus bezeichnet und hier ist lediglich ein Bild zu finden. Das Modell steht irgendwo in der Nähe von Magdeburg und kann besichtigt werden. Interessant finde ich halt die Spannschlosstechnik, mit der das Haus einfach zusammengepuzzlet werden kann . Frage mich nur, ob man nicht trotzdem abdichten muss...was wiederum Kosten verursacht...

Wäre cool, wenn sich hier jemand findet, der sich auch für solche Entwicklungen interessiert
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Alt 04.06.15, 14:17   #8
nilas
Angehender Architekt
 
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nilas befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich führe hier wohl 'nen Monolog. Warum verschließen Menschen vor solchen Themen nur die Augen?

Das Haus, von dem ich ich in meinem vorangegangen Post berichtet habe macht Fortschritte

Der MDR hat letztens darüber berichtet, schaut es euch an: http://www.bt-innovation.de/low-cost-house/
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Alt 13.10.16, 12:10   #9
Janni
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Janni befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Also ich finde die Idee ziemlich interessant, zumindest dann, wenn dieses Low-Cost Haus letztlich auch architektonisch spannend umgesetzt wird.

Hier mal ein paar Beispiele, die mir gut gefallen haben:

https://www.die-besten-einfamilienha...w-budget-haus/

Wobei Low-Budget natürlich auch Definitionssache ist letztlich. In diesem Buch z.B. ist die "Grenze" bei 225.000 € angegeben: https://www.amazon.de/Neue-Low-Budge.../dp/3421035962

Interessant finde ich darüberhinaus die Frage, ob man zwischen Low-Cost und Low-Budget unterscheiden sollte.

Low-Cost impliziert für mich eher ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, während Low-Budget wirklich an einen fixen Wert gekettet ist...
Janni ist offline   Mit Zitat antworten
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