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Alt 01.12.11, 13:20   #1
Stutzen
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Stutzen hat die ersten Äste schon erklommen...
Erfurt: Sanierung und Neubau

Der Thread in dem Informationen über aktuelle und geplante Bauvorhaben in Erfurt für die Nachwelt verewigt werden können.

Ich beginne mal mit der Johannesstraße, mir völlig neu ist die Sanierung des Hauses zum Mohrenkopf. Nach kurzer Recherche zeigt sich, dass dort 4 Wohnungen und 2 Büros entstehen werden. In der Johannesstraße Richtung Anger:



Ich bin zwar kein Experte was Dachziegel betrifft aber sollten bei einem Schatz der Renaissance nicht Biberschwänze Usus sein?




Hinter der Plane bietet sich folgendes Bild:




Ein Gebäude weiter, neben dem Haus zum Stockfisch, wird ein schätzungsweise aus den 70er/80er-Jahren stammendes Haus energetisch saniert:






Diese Kreation sieht man leider auch recht prominent von der Futterstraße aus:




Schräg gegenüber die Johannesstraße 7a, dort hatte sich zwischenzeitlich eine Art alternativer Jugendclub eingenistet und der Bau sah extremst heruntergekommen aus.




Daneben in der Futterstaße wird eine der wenigen altstadtgerechten Platten der Umgebung saniert:










Die Johannesstraße 7 hat eine Fassadenauffrischung erhalten, der Putz bröckelte schon etwas:






Weiter Richtung Anger, die Johannesstraße 75 ist bestimmt schon ein Jahr lang eingerüstet, jetzt tut sich was, die Schuttcontainer füllen sich:




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Alt 01.12.11, 23:31   #2
Saxonia
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Zitat:
wird ein schätzungsweise aus den 70er/80er-Jahren
Bist du dir da ralativ sicher? Also ich meine mich drann erinnern zu können, dass das Gebäude eher wie ein schlicht verputztes Fachwerkhaus daherkam. Wenn ich mir die "altstadtgerechten" Platten um die Haltestelle Augustinerkloster anschau passt das Haus da auch nicht wirklich zu.
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Alt 02.12.11, 01:08   #3
Stutzen
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Stutzen hat die ersten Äste schon erklommen...
Oha, eine Herausforderung.
Nein, sicher war ich mir nicht aber von den Fensterformaten und Geschosshöhen her kam es mir noch nie sehr "historisch" vor. Ich meine im Vobis auch Betonpfeiler gesehen zu haben. Hab jetzt mal Google bemüht und diese historische Ansicht gefunden:


(Quelle: ak-ansichtskarten.de, Urheberrecht sollte nach menschlichem Ermessen abgelaufen sein.)

Das barock anmutende Gebäude rechts neben dem Haus zum Stockfisch ist unser Corpus Delicti. Im Wikipedia-Artikel zur Johannesstraße steht unter Bebauung, dass in der DDR-Zeit einige Gebäude gegenüber der Einmündung zur Futterstraße durch "architektonisch anspruchslose Neubauten" ersetzt wurden, das kann man nur unterstreichen.
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Alt 10.02.12, 22:23   #4
Saxonia
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Bei Bauarbeiten für Neue Wohnungen in der Erfurter Altstadt sind erneut alte jüdische Grabsteine ans Tageslicht gekommen.
http://www.tlz.de/startseite/detail/...deckt-74274668

Erfurt erwägt eine Bewerbung als Welterbe aufgrund seiner zahlreichen Zeugnisse jüdischer Gschichte zu der auch die älteste erhaltene Synagoge Europas gehört.
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Alt 25.03.12, 19:19   #5
Stutzen
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Stutzen hat die ersten Äste schon erklommen...
Ein paar Artikel des Thüringer Zentralorgans zum Baugeschehen:

Bauarbeiten am Fischmarkt sollen im Sommer beginnen
Der Fischmarkt wird ab Sommer 2012 für 6 Mio. € grundlegend saniert und historisch gepflastert werden.

Sanierung des Erfurter Wenigemarkt 20 könnte im März beginnen
Die Sanierung des prägenden Gebäudes soll sage und schreibe 11 Jahre nach dem Verkauf beginnen.

Einweihungsfeier für historischen Gebäudekomplex in Erfurt
Dabei gehts um folgende Gebäude in der Regierungsstraße:


















Sanierung im historischen Andreasviertel in Erfurt abgeschlossen
Sanierung der Häuser Andreasstraße 7 (Haus zum Mohren) und 8 (Haus zum schwarzen Ross). Besonders das Haus zum Mohren hatte es wirklich nötig . Vorher Bilder:











Das wars erstmal!
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Bilder: Stutzen
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Alt 22.09.12, 21:01   #6
Saxonia
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Beim oben schon von Stutzen erwähnten Haus Wenigemarkt 20 auch "Haus Christoph" genannt, könnte es demnächst nun tatsächlich mal losgehen. Nachdem nun schon das Plakat anderthalb Jahre von kommender Tätigkeit kündet.

http://erfurt.thueringer-allgemeine....den-1545994873

Als Gründe für die erhebliche Verzögerung werden unter anderem Erbstreitigkeiten und die modernistisch angehauchten Planungen des Investors genannt, die für die Behörden überraschenderweise nicht akzeptabel waren. Überraschend, weil man in Erfurt durchaus allerlei (in meinen Augen leider oft genug misslungene) Experimente zulässt. (Bsp. http://www.youtube.com/watch?v=sZZ-uB1pKcQ , http://dabonline.de/2011/04/02/avantgarde-und-altstadt/ )

Angesichts dessen wirken die nun angestrebten Pläne angenehm konservativ und der Situation angemessen. Projektseite mit sehr ausführlichem Exposé http://www.hsg-erfurt.de/referenzen/...zen.html?ID=14
Dennoch finde ich den Anbau zur Küschnergasse unausgegoren. Auf dem Dach fällt die plötzliche Lücke in der Gaubenreihe auf, die Fenster sind chaotisch -neutraler assymetrisch- angeordnet und das Erdgeschoss ist auch nicht pralle.


Gebaut wird und wurde auch hinter der Krämerbrücke. Schottenhöfe nennt sich das ganze. Sehr idyllische Lage. An der hier meist äußerst zahmen Gera kann man die die Seele baumeln lassen. Ein Spielplatz mit Wasserelementen fügt sich auch unaufdringlich ein. Aber genug geschwärmt.
Es gibt eine ausführliche Webseite http://www.schottenhoefe.de/ mit wirklich äußerst umfangreichem Exposé http://www.bda-bund.de/fileadmin/med...ag_Schmidt.pdf . Zunächst einmal wurden die Bestandsbauten aufwendig saniert. Am Neubau gibt es so auch nicht viel auszusetzen. Eher unspekatuklär, schade allerdings, dass der eine Giebel mit Brandwandcharakter daherkommt während in dem 2. ein Fenster integriert wurde.

Die Arbeiten sind mittlerweile nahezu abgeschlossen. Der Stadt gefällts auch http://erfurt.tlz.de/web/lokal/detai...urt-2075702814
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Alt 22.10.12, 17:32   #7
Klarenbach
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Das derzeit größte Sanierungsprojekt in Erfurt ist die Sanierung des Wohngebietes Wiesenhügel im Süden der Stadt. Hier werden derzeit die letzten Sanierungen der letzten beiden Bauabschnitte abgeschlossen. Konkret geht es um folgende Objekte:

1. Wacholderweg 2, 8-24, Holunderweg 2-8
- Sanierung von 200 Wohnungen
- Bauherr: Kommunale Wohnungsgesellschaft mbH Erfurt (Kowo)
- Planung: Hartmann + Helm Planungsgesellschaft mbH (Weimar)







Hier werden noch zusätzliche Balkone an Wohnungen angebaut, die bisher keine Balkone hatten.

2. Hagebuttenweg 1-9, Haselnussweg 2-14
- Sanierung von 195 Wohnungen
- Bauherr: Kommunale Wohnungsgesellschaft mbH Erfurt (Kowo)
- Planung: Stapelmann & Bramey AG Architekten & Ingenieure (Erfurt)









Diese beiden Bauabschnitte sind nur der Schlussstein einer 2009 begonnenen Sanierung des Wohngebietes. Hier gibt es noch ein paar Impressionen von den anderen Bauabschnitten:












Die Sanierungen umfassen die Dämmung der Fassaden, die Erneuerung der Balkone, den Anbau neuer Balkone für Wohnungen ohne Balkone, die Neugestaltung der Hauseingänge und der Wohnungen. Wie die Fotos zeigen, haben die Planer eine sehr farbenfrohe Gestaltung gewählt, zudem wurden viele Giebel mit Giebelbildern geschmückt. Den Bewohnern scheint diese Gestaltung zu gefallen, denn der Wohnungsleerstand beträgt fast 0 Prozent.

Diese Entwicklung ist auch deshalb interessant, weil der Stadtteil Wiesenhügel noch vor fünf Jahren als Auslaufmodell galt. Der Stadtteil wurde zwischen 1983 und 1987 errichtet und umfasste ursprünglich rund 4400 Wohnungen. Verwendung fand die Plattenbauweise des Typs Wohnungsbaureihe Erfurt. 2007 verkündete die Stadt und die kommunale Wohnungsgesellschaft Pläne, im Stadtteil Wiesenhügel rund 1000 Wohnungen abzureißen. Als Begründung wurde ein Bevölkerungsrückgang in den 1990er Jahren und eine rückläufige Wettbewerbsfähigkeit der Plattenbauten generell genannt. Die Experten gingen davon aus, dass zwar die älteren Bewohner gern in den Plattenbauten wohnen würden, dass aber für jüngere Bürger diese Bauten nicht attraktiv wären. Daher wurde mit einer stetig rückläufigen Einwohnerzahl von Wiesenhügel gerechnet.

Die Abrisspläne führten allerdings zu massiven Protesten und zur Gründung einer Bürgerinitiative der betroffenen Bürger. Diese Bürgerinitiative lehnte die Abrisse ab und verwies stattdessen auf die Vorteile des Gebietes. Ihre Argumente waren vor allem die landschaftlich schöne Lage auf einem Höhenzug oberhalb der Stadt, die attraktiven Aussichten, das grüne und ruhige Wohnumfeld, die gute Straßenbahnanbindung und die guten Einkaufsmöglichkeiten. Letztendlich mussten die Stadtverwaltung und die Kowo vor diesen Protesten kapitulieren und ihre Abrisspläne aufgeben. Stattdessen begann 2009 die Sanierung der noch unsanierten Häuser.

Die reale Entwicklung zeigt, dass die Abrissgegner recht hatten. Die Sanierungen führten tatsächlich zu einem verstärkten Zuzug auf den Wiesenhügel. Vor allem Familien mit Kindern zeigten großes Interesse an den sanierten Wohnungen. Mittlerweile gibt es kaum noch freie Wohnungen auf dem Wiesenhügel, und das, obwohl in einigen Erfurter Gründerzeitgebieten der Leerstand bis zu 17,8 Prozent beträgt. Ich selbst war bei meinem Besuch überrascht, dass so viele Kinder in dem Wohngebiet zu sehen waren.

Mittlerweile ist die Nachfrage nach dem Wiesenhügel so stark, dass sogar neuer Wohnraum geschaffen wird. Ein interessantes Projekt ist der Umbau der ehemaligen Schule Heckenrosenweg 2 zu einer Seniorenwohnanlage. Bauherren sind in diesem Fall die AWO Alten-, Jugend- und Sozialhilfe gGmbH und die Wohnungsbaugenossenschaft WBG Gutheim e.G. Erfurt. Die Planung stammt von der Projektscheune Lönnecker Diplomingenieure St. Kilian.







Ich denke, der Aufschwung des Wiesenhügel zeigt ganz gut, dass die Renaissance der Plattenbausiedlungen mittlerweile nicht mehr nur in Berlin und Potsdam, sondern auch in vielen anderen Städten nachzuweisen ist. Zudem verdeutlicht das Beispiel, wie wichtig eine klare Sanierungsstrategie für die Reduzierung von Wohnungsleerständen ist und dass eine Abrissstrategie oft genug die Leerstandsprobleme noch verschärft. Vielerorts führt ein Abriss von Wohnungen nicht zum Rückgang von Wohnungsleerständen, weil viele Bürger nicht bereit sind, in ein vom Abriss betroffenes Gebiet zu ziehen. Oft führen Abrisse zu dem Eindruck, dass das betroffene Gebiet keine Zukunft hätte, dass es dort nur noch bergab gehen würde, und wenn dann noch die Medien zu spekulieren anfangen, dann wird der Niedergang und das Leerstandsproblem nochmals verstärkt. Wenn aber saniert wird und dadurch klargemacht wird, dass der entsprechende Stadtteil sehr wohl eine Zukunft hat, dann steigt auch die Bereitschaft zum Zuzug, mit entsprechend positiven Folgen für den Wohnungsleerstand. Diese Erfahrungen wurden in Berlin-Marzahn und Berlin-Hellersdorf gemacht, und dieser Zusammenhang hat sich auch in Erfurt-Wiesenhügel gezeigt.

Alle Fotos: Klarenbach

Geändert von Klarenbach (22.10.12 um 17:59 Uhr)
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Alt 22.10.12, 19:37   #8
Saxonia
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Solche von der Lage her wirklich günstigen Gebiete wie der Wiesenhügel profitieren natürlich auch von den insgesamt steigenden Bevölkerungszahlen in Erfurt. Allerdings ist das Viertel von der Fläche her ziemlich winzig sodass ich davor warne, aus der dortigen Entwicklung generelle Schlüsse zu ziehen. Momentan nimmt die Bevölkerung in den Altstadtvierteln immer noch schneller zu als anderswo. Darüberhinaus wurden auch schon viele Plattenbauten gerade in Erfurt-Nord zurückgebaut. Man pendelt sich da also langsam ein.

Die Gründerzeitviertel haben wie die ganze Altstadt unter der extremen Vernachlässigung gelitten und es gibt immer noch genug zu tun. Nichtsdestotrotz war hier der Bevölkerungszuwachs im Schnitt am höchsten.
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Alt 24.10.12, 19:32   #9
SiegmundK
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SiegmundK befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Vielen Dank für die aktuellen Bilder "Klarenbach"! Habe 2 Jahre in der Nähe gelebt und freue mich, dass dort so engagiert und motiviert eingesetzt wird und teile deine Meinung, dass ein Abriss den Leerstand fördert.
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Alt 24.10.12, 22:24   #10
Geograph
 
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Alt 25.10.12, 18:20   #11
Klarenbach
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Die Leerstandshochburg in Erfurt ist der Stadtteil Ilversgehofen an der Magdeburger Allee. Bei diesem Stadtteil handelt es sich um ein gründerzeitliches Arbeiterquartier mit relativ einfacher Bausubstanz, das für viele Mieter und Investoren offenbar nicht attraktiv ist.

In einem Artikel der Thüringer Allgemeine vom 10.3.2011 wird der Leerstand in Ilversgehofen auf 17,8 Prozent beziffert.

http://erfurt.thueringer-allgemeine....ren-1963048293

In einem Artikel der Thüringer Allgemeinen vom 21.2.2012 ist dagegen schon von einem Leerstand in Ilversgehofen von 20 Prozent die Rede.

http://www.thueringer-allgemeine.de/...ord-1847005547

Möglicherweise habe ich demnach einen zu geringen Wert genannt. Insgesamt ist Erfurt aber so strukturiert, dass es dort relativ wenige gründerzeitliche Arbeiterquartiere gibt, daher fällt der Leerstand dort gesamtstädtisch nicht so ins Gewicht.

Laut dem Artikel vom 10.3.2011 stehen in den Plattenbaugebieten 3,8 Prozent aller Wohnungen leer. Die Kowo verzeichnete am 31.12.2011 einen Leerstand von 1,9 Prozent.

Geändert von Klarenbach (25.10.12 um 18:35 Uhr)
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Alt 25.10.12, 20:06   #12
Saxonia
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Da ich in Ilversgehofen wohne kann ich das bestätigen. Die Leerstandszahlen sind hier bisweilen tatsächlich höher als anderswo. Allerdings steht in dem Artikel vom 10.03.2011 auch das was ich oben schon geschrieben habe, nämlich dass man in den Plattenbaugebieten schon ordentlich abgerissen hat oder wie im Falle des an Ilversgehofen grenzenden Stadtteils Johannesplatz (der darüber hinaus zentraler als die anderen liegt) kurz nach der Wende komplett modernisierte. Das geht natürlich recht schnell wenn alle Gebäude der KOWO gehören.

In Ilversgehofen geht es aber stetig aufwärts. Allein 5min Fußweg von meiner Wohnung wurden im letzten Jahr 5 Objekte saniert. Es gibt eigentlich kaum Straßen in denen mehr als ein, zwei Häuser völlig leer sind. Außer die westliche Feldstraße welche mit einem Wohnblock aus der (vermute ich) frühen Nachkriegszeit bebaut ist, die steht komplett leer. Ansonsten rechne ich in den nächsten Jahren hier mit einem verstärkten Zuzug da für Studenten erschwingliche Wohnungen in der Innenstadt langsam knapp werden und man von Ilversgehofen mit dem Rad keine 15 zur Uni braucht. Ansonsten fahren hier noch die Straßenbahn Linien 1 und 5 durch.

edit: die Zahlen die von der Stadt veröffentlichten Zahlen klingen nicht so dramatisch. http://www.erfurt.de/ef/de/rathaus/d...le/23635.shtml Seit 2009 ein jährliches Wanderungssaldo von gut +150 bei einem Geburtensaldo von je ca. -20.


Das Erfurt wenig Arbeiterviertel hat würde ich so nicht unterschreiben. Im Grunde ist der ganze Gründerzeitring vom Güterbahnhof im Südosten bis zur Nordhäuser Straße im Norden ähnlich bebaut. Die Fassadengestaltung ist hier und dort natürlich mal mehr oder weniger aufwendig aber die Villenviertel für die Gutsituierten liegen dann noch eher wie üblich im Süden und Südwesten. Die Bausubstanz aus dieser Zeit ist ja bis auf wenige Ausnahmen vollständig erhalten.
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Alt 01.11.12, 18:13   #13
Saxonia
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Das ZDF Mitagsmagazin sendete heute einen Beitrag mit dem Namen "Zurück in die Platte" über den Stadtteil Roter Berg. Wenig tiefgründig angelegt aber doch ganz passend zu der Debatte hier kürzlich auch wenns die andere Himmelsrichtung ist.^^
Nach massivem Bevölkerunsrückgang und Abrissen scheint sich das Gebiet langsam wieder zu fangen. Es gibt aber auch Ecken wo ich mich des Nächtens nicht unbedingt alleine aufhalten möchte. Das betrifft aber ebenfalls Nachbarsiedlungen wo zum Teil viele kleinere Gewerberäume zwischen den hohen Platten leer stehen und auch oft in eigenartiger Hinterhofsituation, die mir das ein oder andere mal leicht gespenstisch vorkam.
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Alt 05.01.13, 05:40   #14
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Wohnungsbedarfsprognose Erfurt

Die Stadt Erfurt hat bei einer "Beratungsgesellschaft in Hamburg" eine Studie zur Bevölkerungsentwicklung bzw. eine Wohnungsbedarfsprognose in Auftrag gegeben. 40.000 Euro wurden bereits ausgegeben, weitere 20.000 sind geplant, um noch mehr Details zu erkennen. Die knapp 100 Seiten umfassende Studie ist noch nicht veröffentlicht, liegt aber der TA-Redaktion vor. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich um eine Studie der ANALYSE & KONZEPTE. Beratungsgesellschaft für Wohnen,. Immobilien und Tourismus mbH handelt, denn soviele Anbieter gibt es da nicht:
http://www.analyse-konzepte.de/

In zwölf Jahren benötigt Erfurt 4.300 Wohnungen mehr als bisher. Zwei Bevölkerungsgruppen werden in den kommenden Jahren wachsen: Senioren und Familien. Die Zahl der sogenannten Seniorenhaushalte soll um 4.200 größer werden. 2005 gab es 30.457 Frauen und Männer zwischen 65 und 79 Jahren, derzeit sind es bereits 32.693, Tendenz steigend. Und immer mehr Menschen werden älter als 80 Jahre. 2011 waren es fünf Prozent der Bevölkerung, d.h. über 10.000 Frauen und Männer in diesem Alter. Damit wohnen allerdings in Erfurt durchschnittlich weniger Senioren als in Thüringen insgesamt. Daher würden in Erfurt mehr altengerechte Wohnungen als bisher benötigt. In der Studie wird davon ausgegangen, dass die Altersarmut steigen wird. In Wohnungen mit kleineren Mietpreisen müsse einiges unternommen werden, um Menschen ein barrierefreies oder barrierearmes Wohnen zu ermöglichen. "Entscheidend für die Gruppe der altersarmen Senioren ist . . . der Erhalt des preiswerten Bestandes." Für die kleineren Zwei- und Dreiraum-Wohnungen seien vor allem Siedlungen aus den 1960er-Jahren und die Plattenbauten wichtige Bereiche. Nicht zuletzt muss der Wohnungsmarkt auf wachsende Pflegebedürftigkeit reagieren. Voraussichtlich steigt die Zahl der pflegebedürftigen Erfurter Senioren bis 2025 um 2.400 Frauen und Männer.

In den nächsten 12 Jahren sollen 2.900 mehr Familien als aktuell in Erfurt leben. Daher würden künftig vor allem mittlere und größere Wohnungen gesucht, d.h Wohnungen mit drei und mehr Zimmern oder aber Einfamilienhäuser.

Aktuell liegt der Studie zufolge die untere Mietpreisspanne bei zwischen 3,50 und 5,50 Euro Kaltmiete, die höchsten Kaltmieten betragen etwa 9 Euro/qm. Hinzu kommen durchschnittlich zwei Euro Nebenkosten pro Quadratmeter. Diese Nebenkosten sind als Vorauszahlung nahezu überall zunächst gleich hoch. In diesem Jahr steigen zudem die Stromkosten um 2,65 Cent pro Kilowattstunde. Da die Grundsteuer für Wohngebäude für 2013 um 40 Prozentpunkte erhöht und diese ebenfalls auf die Mieter_innen umgeschlagen wird, steigen auch hier die Nebenkosten.

TA, 05.01.13
4.300 Wohnungen benötigt Erfurt mehr in nächsten 12 Jahren
http://erfurt.thueringer-allgemeine....ren-1711303193
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Alt 05.01.13, 06:13   #15
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Wohnraum in Erfurt wird knapp

Verlinkt ist unter dem TA-Artikel ein weiterer vom 14.12.12:

Wohnraum in Erfurt wird knapp
http://www.thueringer-allgemeine.de/...app-1057130535

Mit dem Kommunalstatistischen Heft 80 gibt die Verwaltung einen Überblick über den Wohnungsbestand in Erfurt mit Stand vom 31. Dezember 2011.

Erfurter Statistik. Gebäude- und Wohnungsbestand 2011
http://www.erfurt.de/imperia/md/cont...ik/heft_80.pdf

Ermittelt wurde ein Gesamtbestand von 28.045 Gebäuden mit 108.257 Wohnungen, von denen zum Stichtag 101.068 belegt waren. Außerdem gibt es in der Stadt 3.300 weitere Objekte, die nicht berücksichtigt wurden, etwa Wohnheime, reine Gewerbeobjekte und Gartenhäuser ohne Wohnrecht. Den Großteil machen mit mehr als 12.600 die städtischen und dörflichen Gebäude aus. Außerdem wurden 2.697 Plattenbauten gezählt, wobei mir nicht klar ist, warum das nicht auch städtische Gebäude sein sollen.

Der Bereich Statistik und Wahlen stellte gegenüber der Auswertung von Ende Dezember 2009 eine wachsende Einwohnerzahl und eine kleiner werdende Haushaltsgröße fest. Die Zahl der genutzten Wohnungen ist gestiegen, die der leerstehenden deutlich gefallen ist. Deren Rückgang ist vorrangig in Mehrfamilienhäusern und Plattenbauten (bedingt durch Abriss) zu beobachten.

Die Statistik geht bis in das 1994 zurück, als nach mehreren Eingemeindungen 23.344 Personen ihre Haupt- und Nebenwohnung in Erfurt hatten. Bis 2000 nahm die Bevölkerungszahl ab, vor allem durch Wegzüge, aber auch durch sinkende Geburtenzahlen. Besonders stark war der Rückgang in den Plattenbauten. Die Zahl von 90.212 Bewohner_innen verringerten sich um ein Viertel auf 67.334, bis 2011 sogar um etwa 40 Prozent. In dieser Zeit kam es daher zu einem starken Rückbau der Plattenbauten. Parallel dazu stieg die Bevölkerung zwischen 1994 und 2000 in den dörflichen Gebieten um 11.362 Personen. Hauptgrund für diese Zunahme um mehr als ein Drittel ist die Anlage von Eigenheimsiedlungen.

Mit Einführen der Zweitwohnsitzsteuer 2003 erhöhte sich die Zahl von Menschen mit Hauptwohnsitz. Viele wandelten ihre Neben- in die Hauptwohnung, gleichzeitig wurde die Statistik bereinigt, weil viele gar nicht mehr in Erfurt lebten.

Von dem kontinuierlichen Anstieg der Erfurter mit Hauptwohnsitz profitiert vor allem die städtische Siedlungsstruktur. Seit 2003 verzeichnet diese einen gleichbleibenden Zuwachs. Die nötigen Wohnungen werden vor allem durch das Erschließen von Baulücken und Freiflächen sowie durch das Sanieren von lange leerstehenden Gründerzeithäusern gewonnen. Der Bedarf wächst weiter - siehe dazu auch den Artikel darüber.

Anders als die Überschrift erwarten läßt, widmet sich Wolf-Dieter Bose kaum der zunehmenden Wohnungsknappheit in Erfurt. Er meint lediglich lapidar in der Einleitung: "Schon werden Kritiken laut, dass bezahlbarer Wohnraum knapp wird. ... Mit der Sanierung von leerstehenden Gründerzeithäusern soll die Situation beim Wohnraum verbessert werden."

Wenn von 108.257 Wohnungen zum Stichtag Ende 2011 101.068 belegt waren, dann standen lediglich 7.189 leer. Allein für eine Umzugsreserve werden allerdings 2 bis 5 Prozent der Wohnungen benötigt. Das sind bei rund 110.000 Wohnungen 2.200 bis 5.500 Wohnungen.

Und wie die Überschrift eines dritten TA-Artikels vom 07.11.12 lautet: "Erfurter Bevölkerung wächst stetig an".
http://www.thueringer-allgemeine.de/...g-an-324231962

Im kommunalstatistischen Heft 81 wurde die Bevölkerungsprognose aktualisiert: Bis 2035 soll demnach die Bevölkerung in Erfurt von derzeit 202.270 (Stand Ende 2011) auf dann 210.250 Personen anwachsen. In Sachen Wohnraum gebe es jedoch noch Luft nach oben, etwa im Gründerzeitgürtel der Stadt, wo noch Leerstände zu verzeichnen sind. Die Prognose des Landesamtes würde noch ein gutes Stück optimistischer ausfallem als die der Erfurter Statistiker_innen.

Erfurter Statistik. Bevölkerungsprognose bis 2035
http://www.erfurt.de/imperia/md/cont...ik/heft_81.pdf
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