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Alt 20.02.15, 23:19   #31
Stifterappler
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Stifterappler sorgt für eine nette AtmosphäreStifterappler sorgt für eine nette AtmosphäreStifterappler sorgt für eine nette Atmosphäre
...ein Schelm, wer hier Böses denkt...
Mit Sicherheit sitzt kein Staatsanwalt in einem der 90.000 Fahrzeuge, die normalerweise jeden Tag die Brücke nutzen, sonst hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit schon ein paar Leute ausgeschlafen. Es gibt nicht mehr viele Länder auf dieser Welt, die kein Auslieferungsabkommen mit Deutschland haben, aber es gibt sie. Aber ich bin sicher es muss sich auch keiner der Projektverantwortlichen Sorgen machen, denn man hat sicherlich die Injektionsarbeiten an den Stützen der Vorlandbrücke durch geeignete geotechnische und geodätische Beweissicherung und ein online-Monitoring sowie ein Baugrundgutachten überwacht, während die darüberführende Brücke in voller Last, nicht nur von Autos, sondern auch von darin sitzenden Menschen(leben) genutzt wurde...
Vielleicht haben ja auch nur ein paar Eisenbügel gefehlt, wie in Köln beim Stadtarchiv?!?
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Alt 23.02.15, 23:46   #32
erschonwieder
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erschonwieder sitzt schon auf dem ersten Ast
Laut HR-Teletext Seite 123 wird jetzt auf Mainzer Seite doch sechsspurig gebaut.

-------
Zitat gelöscht. Wie bekannt sein sollte, bitte kein copy & paste aus Presse-Publikationen (Richtlinien).
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Alt 03.03.15, 09:18   #33
Mainzer_Pendler
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Mainzer_Pendler befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Die Mär vom Bauunfall

Am 18.01.2015 wurde ein Foto von dem (intakten) Lager durchgeführt, dass bereits eine Schräglage aufweist.

https://twitter.com/GortePeter/statu...341633/photo/1.

Dass nur eines der beiden Lager diese Schräglage aufweist, machte schon Peter Gorte stutzig. Was haltet Ihr davon ?



....
"Die schiefe Position des Lagers war nach Darstellung des Landesbetriebs Mobilität kein Vorzeichen."
Quelle:[http://www.rhein-zeitung.de/region_a...#.VODPRLk5C70]
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Alt 03.03.15, 12:56   #34
erschonwieder
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erschonwieder sitzt schon auf dem ersten Ast
Nachdem heute auf Wiesbadener Seite zwei neue Brückenteile eingehoben wurden, hier noch ein paar Informationen von Hessenmobil: Der auf Wiesbadener Uferseite gefertige Stahlüberbau wird voraussichtlich Ende April 2015 um rund 90 m zum Rhein verschoben werden. Der TDK, der dem Vorschub im Wege stand, wurde gestern abgebaut.
Analoge Arbeiten des linksrheinischen Brückensegmentes erfolgen von der Rettbergsaue, so dass das ca. 120 m lange und 2000 t schwere Bauteil, welches augenblicklich hinter dem Gebäude der RWZ gefertigt wird, voraussichtlich im dritten Quartal 2015 eingeschwommen und im Anschluss hydraulisch eingehoben werden kann. Die genannten Zeiträume sind nicht verbindlich, jedoch wird Hessen Mobil auf der Website www.schiersteinerbruecke.de zeitnah informieren.
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Alt 24.03.15, 22:51   #35
Robbi
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Vollsperrung bis voraussichtlich Ostern

Die Vollsperrung der Schiersteiner Brücke soll noch bis ungefähr Ostern andauern. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) teilte mit, dass man bis zum 03.04. (Karfreitag) das abgesackte Brückenstück wieder anheben will. Dafür sollen um den betroffenen Pfeiler und den benachbarten westlichen Pfeiler herum je vier Hilfspfeiler entstehen. Auf diesen werden hydraulische Pressen montiert, welche die Brücke dann wieder in die Ausgangslage drücken (Q: AZ). Anbei zwei leider etwas pixelige Handyfotos von heute Nachmittag, im Hintergrund die neuen Brückenpfeiler auf Höhe des Mainzer Rheinufers.



Und hier die betroffene Stelle an der Mombacher Vorlandbrücke. Man erkennt schon, leider sehr im Schatten, Bewehrungsstahl und Schalungen für einige der Hilfspfeiler, links Richtung Wendeltreppe der gekippte Pfeiler. Schon heute soll mit der Betonierung der ersten Pfeiler im Westteil begonnen werden.



-Bilder von mir-
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Alt 25.03.15, 14:00   #36
Dieter-MZ
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Ein tolles 360°-Bild der Baustelle rund um den defekten Pfeiler:

http://www.allgemeine-zeitung.de/sta...opp/index.html
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Alt 25.03.15, 21:38   #37
Beggi
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In einem hr-online-Bericht wird ein neuer Zeitraum für eine mögliche Öffnung der gesperrten Brücke genannt: Zwischen dem 9. und dem 13. April, also gegen Ende der Osterferien, sollen die Hilfspfeiler tragfähig und einsatzbereit sein. Durch das hydraulische Anheben des beschädigten Brückenteils werden sich - so erwarten es die Ingenieure - die entstandenen, bis zu drei Zentimeter dicken Risse wieder schließen. Hoffen wir das Beste!
__________________
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Alt 30.03.15, 09:22   #38
Baufrosch
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^
Die Hilfspfeiler müssen schon etwas früher tragfähig sein, denn von ihnen aus wird der abgesackte Brückenteil wieder hochgepresst. Das soll am Donnerstag passieren. Anschließend werden die (verbliebenen) Risse verpresst und das Ergebnis wird untersucht.
"Es werden Messungen durchgeführt" deute ich mal so: Die Brücke wird einer Probebelastung unterzogen und dabei ihr Verhalten (Verformungen) gemessen. Ist das Ergebnis zufriedenstellend, kann die Brücke für den Verkehr (nur PKW) freigegeben werden. Ist es nicht zufriedenstellend (durch z.B. erneutes Öffnen der Risse), greift wohl "Plan B" ...
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Alt 02.04.15, 14:23   #39
Dieter-MZ
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Fast geschafft, wenn wir den Medienberichten glauben können:

http://www.hr-online.de/website/rubr...ument_54987079

Auch wenn ich es nie begreifen werde, warum gerade der HR immer von der Schiersteiner Brücke spricht. Die ist nämlich gar nicht kaputt. *kopfschüttel*
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Alt 12.04.15, 19:54   #40
Beggi
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Schiersteiner Brücke ab 20:00 Uhr wieder geöffnet

Nachdem das abgesackte Brückenteil hydraulisch wieder an die richtige Position gehoben wurde, wird heute um 20:00 Uhr die Brücke für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen freigegeben. Für LKW mit höherem Gesamtgewicht wurden Sensorwaagen und Lasermessgeräte installiert. Versucht ein zu schweres Fahrzeug die Brücke zu überqueren, wird automatisch das gesamte Bauwerk durch Ampeln und Schranken gesperrt.

Quelle
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Alt 19.04.15, 15:53   #41
Golden Age
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Schiersteiner Brücke --> Symbol für falsch verstandene Austerität

Es ist mir unbegreiflich wie dieser Brückenzustand jemals zustande kommen konnte. Es handelt sich um die wichtigste Verbindung zwischen zwei benachbarten Landeshauptstädten in einer der wichtigsten Wirtschaftsregionen Europas. Dennoch hielt man es lange für "akzeptabel" oder "hinnehmbar" diese 1959-1962 erbaute Brücke zerfallen zu lassen. Wer waren eigentlich die zuständigen Ingenieure, die diese Brücke jahrzehntelang als befahrbar "durchgewunken" haben?

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen. Diese für die Lokalwirtschaft immens wichtige Brücke war zwischen dem 10.02. und 12.04. komplett gesperrt mit immensen Beeinträchtigungen für die gesamte Region. Jetzt dürfen dennoch keine LKWs kreuzen und diese blockieren die Rheinbrücken wieder an anderer Stelle. Am besten man führt wieder massenhaft Rheinfähren und Pferdekutschen ein damit die Brücken entlastet werden.

Es scheint als ob dieser Brückenzustand ein passendes Symbol für einen breiteren wirtschaftlichen Trend ist. Hessen und Rheinland-Pfalz sollten ja das Geld eigentlich haben, das Bundesverkehrsministerium sowieso. Es ist scheinbar der voraus eilende Gehorsam gegenüber der "alternativlosen" Austeritätspolitik, wie sie in der Bundesbank und dem IMF propagiert wird. Auf dem Papier klingt es gut die Ausgaben anhand einer "Schuldenbremse" zu limitieren, aber in der Praxis kann man sich nicht zu Wachstum sparen und Strassen/Brücken/Häfen/Schienennetze/Bahnhöfe/Schulen bis über das Haltbarkeitsdatum verfaulen lassen. Die durch die Finanzkrise völlig diskreditierten Rating-Agenturen Standard & Poor's, Fitch und Moody's scheinen ihren Einfluss auf Regierungen nicht verloren zu haben. Wer eine gute Benotung haben will, muss Ausgaben kürzen, so wie Maggie Thatcher und Ronald Reagan immer wollten.

Man hat dieses Mal Glück gehabt, dass die Brücke nicht eingestürzt ist und es keine Fatalitäten gab, sondern "nur" eine gesamte Wirtschaftsregion unter einem Verkehrsinfarkt leidet. Will man es nächstes Mal wirklich auf eine einstürzende Brücke ankommen lassen? Anstatt eine kleinkarierte Ausländermaut einzuführen, sollte Verkehrsminister Dobrindt lieber andere Prioritäten setzen, die genau die Vorzeige-Ballungsräume entlastet wie das aus allen Nähten platzende Rhein-Main Gebiet.
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Alt 27.04.15, 08:58   #42
Hausmeister
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Hausmeister ist im DAF berühmtHausmeister ist im DAF berühmt
^ Nun, es ist ja momentan in, alle Übel dieser Welt der Austeritätspolitik in die Schuhe zu schieben. Der Zustand der Schiersteiner Brücke und der gesamten Verkehrsinfrastruktur hat damit aus meiner Sicht jedoch nichts zu tun: Die Vernachlässigung und Unterfinanzierung ist bereits seit Jahrzehnten im Gange, zu Zeiten also, als man das Wort "Austerität" noch überhaupt nicht kannte. Im Gegenteil, in dieser Zeit stieg die Staatsverschuldung munter Jahr für Jahr in astronomische Höhen. Nur die Verkehrsinfrastruktur hat davon nicht profitiert!

Wieder Schulden zu machen wird also nicht helfen. Wenn zu viel Geld da ist, wird es von kurzfristig denkenden Politikern gern für allen möglichen Unsinn ausgegeben - und eben nicht für Langfristprojekte wie die Verkehrsinfrastruktur. Die von interessierten Kreisen so genannte "Ausländermaut" (komisch, ich bin Inländer und werde sie trotzdem zahlen müssen) soll zweckgebunden für die Finanzierung der Straßen eingesetzt werden. Also keine Finanzierung von Unsinn und keine neuen Schulden. Das ist doch immerhin ein Anfang und deshalb eine gute Sache!
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Alt 27.04.15, 17:03   #43
Beggi
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In einigen Monaten soll die Brücke auch für LKW über 3,5 Tonnen freigegeben werden. Zu diesem Zweck werden 80 neue Hilfsstützen eingebaut. Die Kosten für diese provisorische Lösung sollen bis zu zwei Millionen Euro betragen. Da Mitte 2016 die erste Hälfte der neuen Brücke fertig sein soll, über die dann der gesamte Verkehr in beiden Richtungen fließen wird, ist das Provisorium nur für ca. ein halbes Jahr nötig.

Quelle
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Alt 11.05.15, 14:11   #44
Golden Age
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Baufällige Brücken als Kollateralschaden der neuen Sparwut

@ Hausmeister
Du kannst davon ausgehen, dass ich Dinge nicht thematisierte, weil sie gerade „en vogue“ sind. Die Austeritätspolitik in Deutschland ist keine Erfindung der Medien, sondern real. Bis zum Jahr 2020 soll dank der sogenannten Schuldenbremse in jedem Bundesland die schwarze Null stehen, man kann sich also auf mehr solche Fälle wie die Schiersteiner Brücke gefasst machen. Den hierbei vorauseilenden Gehorsam gegenüber dem hochgradig intransparent agierenden Rating-Agentur-Oligopol halte ich für kein „Kavaliersdelikt“, sondern für einen kolossalen Fehler. Warum drei angelsächsische Agenturen, die in der Finanzkrise eine mehr als unglückliche Rolle gespielt haben, sich als Quasi-Erpresser der westlichen Regierungen aufspielen dürfen, muss mir erst noch jemand erklären. Die äußerst einflussreichen Harvard-Professoren Reinhart und Rogoff, die mit ihrem Buch „This Time Is Different“ die Notwendigkeit von Austerität begründeten, fielen dann auch noch durch Statistikfälschungen auf, ohne die ihre Thesen null und nichtig gewesen wären. Gerade die Amerikaner machen es ja schon seit Jahrzehnten vor wie man eine einst überragende Infrastruktur an allen Ecken und Enden verrotten lässt und die Wirtschaft dadurch nachhaltig schädigt (schaue Dir mal z.B. das „Flughafen Museum“ JFK Airport in New York an und die katastrophalen Straßen, die nach Manhattan führen). Ich möchte diese „amerikanischen Verhältnisse“ des öffentlichen Verfalls jedenfalls nicht im Rhein-Main Gebiet sehen.

Die hohe Staatsverschuldung in Deutschland in den 90er und 00er Jahren war sicherlich auch der Wiedervereinigung geschuldet und diese Ausgaben waren allemal notwendig. Die gleichzeitige Vernachlässigung des „Aufbau-West“ sieht man nun eben an neuralgischen Stellen wie der Schiersteiner Brücke und diesen gilt es jetzt möglichst gezielt abzuarbeiten. Wer wäre eigentlich zur Verantwortung gezogen worden, wenn die Brücke in sich zusammen gebrochen wäre? Dieses Szenario war ja scheinbar durchaus möglich (Vergleiche mit dem Brücken-Zusammenbruch in Minnesota aus dem Jahr 2007, bei dem 13 Personen starben, drängen sich auf). Immerhin ist der Brückenneubau ja bald vollbracht und man scheint nochmal gerade eben Glück gehabt zu haben. Dennoch muss man sich fragen, ob "Sparen als Selbstzweck" wirklich als neue Staatsräson taugt und ob man beim nächsten Mal wieder soviel Glück hat, wenn eine Brücke baufällig ist.
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Alt 12.05.15, 19:25   #45
Rohne
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Golden Age scheint ziemlich Gefallen daran zu haben, sich irgendwen/irgendwas als schuldigen zu bestimmen, und das dann überall so rauszuposaunen. Beim Städtebau ists für ihn die CDU die angeblich immer noch 60er-Jahre-mäßig der autogerechten Stadt anhängt, und hier ists halt die sogenannte Austeritätspolitik.
Und auch in diesem Fall liegt er wieder völlig falsch. Der Staat hat seit Jahren Einnahmen auf Rekordniveau, mit immer weiter steigender Tendenz, aber schafft es trotzdem kaum ohne neue Schulden auszukommen - und die Ausgaben für die Infrastruktur sind dabei seit Ewigkeiten auf dem gleichen viel zu niedrigen Niveau.
Das Problem ist dabei aber überhaupt nicht, dass gespart wird (und das was derzeit geschieht kann man nicht wirklich als sparen bezeichnen). Sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass in wirtschaftlich guten Zeiten wie aktuell, nicht nur keine neuen Schulden aufgenommen werden, sondern die bestehenden zumindest teilweise abgebaut werden. Die Zinsen werden nicht ewig so niedrig bleiben wie derzeit.
Die Infrastruktur leidet dabei einzig an den völlig falschen Prioritätensetzungen. Um vom dummen Wahlvolk wiedergewählt zu werden, steckt man halt ohne Sinn und Verstand immer weiter steigende Beträge in den komplett ausufernden Sozialhaushalt, konsumiert also lieber anstatt (in Infrastruktur, Bildung, innere und äußere Sicherheit) zu investieren.
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