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Alt 23.02.10, 13:11   #16
vondraussen
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vondraussen ist im DAF berühmtvondraussen ist im DAF berühmt
Ist es richtig, dass alle Verkaufserfolge im Europaviertel West bisher Wohnungen sind? Da schwant mir dann doch Böses, denn offensichtlich ist der Bebauungsplan und die Stadtteilarchitektur mit breiter Ost-West-Achse (und dadurch Nord-Süd-Häuser) auf Büros abgestellt. Ob das nicht ein großer Fehler ist, bei dem Leerstand und Eschborn um die Ecke....
Als reines Wohnviertel hätte man dagegen die Straßen sinnvoller in Süd-Nord-Richtung gebaut, damit die Häuser Ost-West stehen. Die Ost-West-Durchgangsstraße wäre dann am Besten ganz am Nordrand südlich der Messe verlaufen.

Ich meine fast, es ist noch nicht zu spät (allerdings fast zu spät) für das Europeviertel West hier eine Korrektur durchzuführen. Wenn es der Markt nicht annimmt, muss man eben sein Angebot ändern. Stellt Euch mal das Viertel vor, wenn die meisten der rotgekennzeichnete Blöcke vielleicht nie gebaut werden....was meint Ihr?
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Alt 23.02.10, 13:29   #17
Schmittchen
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Dafür ist es wirklich zu spät. Die Bebauungspläne einiger Teilgebiete sind rechtskräftig, die für andere Bereiche werden es demnächst. Klar, bezüglich der Nutzung auf dem einen oder anderen Baufeld etwa wird man diese ändern können. Im Großen und Ganzen ist der zwischen 1997 und 2002 erarbeitete Masterplan von AS&P aus meiner Sicht aber weiterhin überzeugend (wobei ich mir mehr Blockrandbebauung gewünscht hätte). Wohnbebauung steht derzeit überall im Stadtgebiet im Vordergrund, nicht nur im Europaviertel. Aber das wird sich auch wieder ändern. Die Entwicklung von 900.000 m² Plangebiet (Quelle) ist nun mal mit langer zeitlicher Perspektive zu sehen.

Noch einmal zurück zur Bahnzentrale: Unten ein weiterer Ausschnitt aus dem Rahmenplan von Aurelis Real Estate. Die Bauten der Deutschen Bahn in Bildmitte sind hellrot markiert. Rechts der oben abgebildete Bestand (Stephensonstraße 1) und links davon mögliche Erweiterungsgebäude. Zulässig sind fünf Geschosse und, an der nördlichen Kante, ein 60 Meter hohes Hochhaus. Wie teleny schon schrieb, wird das Areal für die möglichen Erweiterungsbauten bisher teilweise als Parkplatz genutzt. Klicken für ein Luftbild, aufgenommen Ostern 2009.


Abbildung: aurelis Real Estate GmbH & Co. KG
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Alt 24.02.10, 16:05   #18
Micha81
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Auch wenn wir uns relativ off topic bewegen:

Vielen Dank erst einmal für die zahlreichen Aufklärungen zum Thema Bahn-Zentrale.
Ich hatte keine Ahnung, dass es sich hier um ein noch recht neues Gebäude handelt - und hatte auch nicht weiter recherchiert. Auch habe ich das Gebäude bisher nur von der Europa Allee aus gesehen - dies werde ich aber bei Gelegenheit einmal ändern und es aus der Nähe betrachten.
Auf mich wirkt das Gebäude wie ein altes, verlassenes Industrie-Relikt - zumindest der extreme Industrie-Look scheint aber ja auch so gewollt zu sein. Und vielleicht überzeugt mich nähere Betrachtung noch davon, dass mein bisheriger Eindruck zu negativ ist.
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Alt 24.02.10, 17:25   #19
Chewbacca
 
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Das DB Gebäude ist meiner Ansicht nach eines der besten Gebäude in ganz Frankfurt! Das Label "Industrieller Charme" den ich ihm zwar auch zugestehe, verdeckt meiner Ansicht nach aber darüberhinausgehende Qualitäten, wie seine subtile Eleganz, wie die seiner Dimensionen und seiner Symmetrie geschuldete fast klassische, sehr repräsentative Anmutung, wenn man direkt davor steht, das Selbstbewusstein, das es zu recht ausstrahlt und dass es neudeutsch gesagt sehr "unique" ist.

Schade ist in erster Linie, dass es sich sehr von seiner Außenwelt abschottet. Es wären ihm, wie z.B. auch dem Poeltzigbau, oder der Großmarkthalle angemessenere Außenbereiche zu gönnen, und damit eine größere Städtebauliche Ausstrahlung, einen direkten - achtung schon wieder neudeutsch!- Impact auf seine Umgebung.

Wäre es nicht ein ziemlicher Anachronismus, würde ich das Gebäude übrigens auch fast auf eine Stufe mit den beiden anderen gannanten stellen, besonders mit der Großmarkthalle.
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Alt 24.02.10, 18:19   #20
Schmittchen
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Das mit der Abschottung ist wirklich schade, die Bahn sollte die weiträumige Einzäunung überdenken. Nicht zuletzt deswegen, weil eine Eingliederung des bislang isoliert dastehenden Baukomplexes in das Stadtgebilde mittelfristig zu erwarten ist. Besonders das Quartier "Boulevard Mitte" wird insofern als Bindeglied fungieren können, auch und gerade deswegen, weil dort auch Hochhäuser mit bis zu 100 Metern Höhe vorgesehen sind.

Das Äußere des 1993 fertig gestellten, 68 Meter hohen Baukomplexes werden noch viele kennen. Anders wird das bei den Innenräumen aussehen, daher ein paar leider nicht sehr große Photos von der Website des Kölner Architekten Stephan Böhm. Weil diese kaum benutzbar ist, hier der Einfachheit halber als Links:
Atrium I
Atrium II
Detail I
Detail II
Konferenzsaal
Außen I
Außen II
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Alt 24.02.10, 18:46   #21
Chewbacca
 
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Stimmt, da wird man sich was überlegen müssen, schon allein wegen der Aussenwirkung des Unternehmens. Die "Ausrede" der Randlage wird dann keine Gültigkeit mehr haben.
Das Atrium allein scheint übrigens wirklich großartig zu sein. Ich war noch nie in dem Gebäude drin, aber es gewähren sich schon hinreichende Einblicke für einen Eindruck davon, auch wenn man nur davor steht. Es lohnt sich wirklich, das Ganze mal aus der Nähe zu betrachten, wenn man sich ein Urteil bilden möchte.
Wirklich eines der meistunterschätzten Gebäude, die ich kenne!

Geändert von Chewbacca (24.02.10 um 19:06 Uhr) Grund: Ergänzender Nebensatz
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Alt 27.02.10, 19:52   #22
Beggi
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Deutsche-Bahn-Zentrale im Europaviertel / Straßenbau-Arbeite

Zu #96:
Das mit der Abschottung stimmt nur bedingt. Das Hauptportal lässt sich ohne jegliche Hürde erreichen, die Einzäunung ist erträglich, ohne Stacheldraht oder ähnliche Einrichtungen. Überwachungskameras gibt es an jeder Ecke, das ist aber für ein Großunternehmen normal.

Wie versprochen, einige Aufnahmen vom heruntergekommenen Zustand der Fassade. Mit einer anderen Außenhaut (z. B . Aluminium) würde der Komplex bestimmt erheblich besser wirken.

Die Grundvoraussetzungen für einen gelungenen Komplex sind gegeben:



Aber die verlotterte Fassade zerstört das Bild. Moos:



Rost:



Die Straßenbauarbeiten bei der Bahnzentrale schreiten voran. Es handelt sich um eine riesige Freifläche, deren Bebauung mit Gebäuden viele Jahre in Anspruch nehmen wird.
Einige Fotos von heute:





__________________
Foto(s) von Beggi, falls keine andere Quellenangabe vorhanden.
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Alt 27.02.10, 20:42   #23
itchedSky
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Ich war schon mal im DB-Gebäude und es ist wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Freundlich und lichtdurchflutet ist es drinnen.
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Anerkennung ist eine seltene Pflanze die meist auf Gräbern wächst
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Alt 27.02.10, 21:07   #24
thomasfra
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Jetzt bin ich heute extra mal in diese Ecke gegangen und Beggi war schon da. Nichtsdestotrotz, hier auch noch 3 Bildchen von heute. Mir hat dieses Gebäude schon immer gut gefallen, da ich science fiction fan bin. Der Bau erinnert mich an etliche Filme aus den Jahren 2400 oder später. Grundsätzlich habe ich was gegen Sichtbeton, aber hier ist die große Ausnahme, selbst der Rost und das Moos stört mich nicht, im Gegenteil, vielleicht noch ein paar Rankpflanzen dran und es wäre perfekt. Wo in Frankfurt haben wir diesen Stil sonst noch.


By thomasfra, shot with Canon PowerShot A710 IS at 2010-02-27

Hier mit dem noch zu bebauenden Teil im Vordergrund.


By thomasfra, shot with Canon PowerShot A710 IS at 2010-02-27

Hier mit der GWH Baustelle im Vordergrund.


By thomasfra, shot with Canon PowerShot A710 IS at 2010-02-27
__________________
Soweit nicht anders angegeben, sind die Bilder von thomasfra
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Alt 02.03.10, 21:45   #25
Micha81
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Nochmal die Bahn-Zentrale

Am vergangenen Wochenende habe ich mir nun die Bahn-Zentrale einmal genauer und aus der Nähe angeschaut. Ich muss hier meine sehr negative Meinung revidieren. In der Realität und aus der Nähe wirkt das Gebäude völlig anders, als beispielsweise auf Fotos. Man erkennt, dass es noch nicht viele Jahre auf dem Buckel hat und sehr hochwertig gearbeitet wurde. Besonders die Einblicke in das Atrium und die Innenhöfe verändern den heruntergekommenen Eindruck, der sich aus etwas größerer Entfernung durch die teilweise verdreckte Fassade und die dunkel wirkenden Räume bietet. Auch die Rollos werten das Bild des Gebäudes leider eher wenig auf.
Alles in allem: Beeindruckender Bau, der seinesgleichen sucht. Ein paar kosmetische Eingriffe könnten die Wirkung massiv verbessern. Noch bin ich kein Fan, aber weitaus positiver eingestellt. Werde bei Sonnenschein statt Regen und Sturm nochmal hinfahren.
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Alt 08.06.10, 13:20   #26
Schmittchen
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60m-Hochhäuser westlich Emser Brücke / Büroprojekt OFFICE 27

In ihrer aktuellen Printausgabe berichtet die Immobilienzeitung unter dem Titel "Europaviertel auf dem Vormarsch". Der Artikel ist auch online.

Demnach möchte die DB Services Immobilien die Vermarktung ihrer beiden Hochhaus-Baufelder vorantreiben. Die beiden direkt westlich der Emser Brücke gelegenen Areal (gelbe Pfeile auf dem Plan unten) gehören nämlich weder Aurelis noch Vivico. Eigentümer der Grundstücke ist eben die DB Services Immobilien, ein Unternehmen der Deutschen Bahn, das die beiden Areale mit Bedacht zurückbehalten hat. Anders als ursprünglich vorgesehen (und auf dem Aurelis-Rahmenplan noch verzeichnet) darf das Hochhauspaar nur maximal 60 Meter hoch werden. Die zunächst 100 Meter Höhe für den nördlichen Turm wurden im Hochhausrahmenplan der Stadt Frankfurt nicht übernommen. Die Vermarktung der beiden Grundstücke soll demnächst beginnen.



Abbildung: aurelis Real Estate GmbH & Co. KG

Ebenfalls in der Vermarktungsphase befindet sich inzwischen das Quartier Boulevard Mitte. Hier eine Bruttogrundfläche von 216.650 m² für Büros und Dienstleistungen geplant, weitere 9.850 m² sollen dem Wohnen vorbehalten bleiben.

Als Marketinginstrument gegenüber potenziellen Investoren hat Aurelis ein Bürogebäude vollständig planen lassen. Für das Projekt ist ein Baufeld gleich nördlich der Bahn-Hauptverwaltung vorgesehen, gelegen zwischen Niedernhausener Straße und Europa-Allee (grüner Pfeil auf dem Plan oben). Projektname ist "Office 27". Der Bürokomplex soll sieben Obergeschosse mit einer Gesamtmietfläche von 23.125 m² erhalten. Die Gebäudehöhe beträgt 26 Meter zuzüglich Technikaufbauten. Das "Office 27" ist in zwei Bauabschnitten geplant; die Mietflächen sind 7.720 m² im östlich gelegenen Bauabschnitt A und 15.405 m² im Bauabschnitt B im Westen. Im Erdgeschoss wäre Gastronomie möglich.

Weitere Informationen, Visualisierungen und Grundrisspläne gibt es in dieser PDF-Broschüre. Einige Renderings daraus:



Nochmals Ansicht Europa-Allee:



Ansicht Niedernhausener Straße:


Abbildungen: aurelis Real Estate GmbH & Co. KG
Schmittchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.06.10, 09:42   #27
Adama
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Danke Schmittchen für die Recherche und die gute übersichtliche Zusammenfassung.
Dieser Entwurf für die Boulevard Mitte dürfte wohl angemessen sein für die Lage, hätte schlimmer kommen können.
Was mir aber nicht in den Kopf geht ist die neuerliche Höhenreduzierung des nördlichen Hochhauses, man nimmt sich so jede Möglichkeit der Abwechslung, einer interessanten Höhenstaffelung, es wird eintönig wirken wenn die Hochhausentwürfe nicht wirklich gelungen sein werden, was ich stark bezweifle.
Warum hier an jeder Ecke auf 60m "Hochpunkte" beschränkt wurde, kann ich nicht nachvollziehen, natürlich geht es hier nicht um 150m, aber gerade 100m hätten hier eine interessante Abwechslung im neuem Quartiergefüge ergeben.
Naja, man darf vielleicht auf ein 20m Technikgeschoss hoffen, damit es nicht ganz so langweilig von den Baumassen her wird.
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Alt 09.06.10, 15:00   #28
Miguel
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Schon wieder Büros?

Für Abwechslung in der Höhenstaffelung bin ich auch, und warum es immer gerade 60 Meter sein müssen, verstehe ich auch nicht. Grundsätzlich finde ich es aber schon gut, dass hier keine >100-Meter-Türme gebaut werden, denn dafür stehen sie einfach zu weit draußen. Im Zentrum brauchen wir mehr 100-, 200- und 300-Meter-Türme, Stichwort Clusterbildung. Für meinen Geschmack ist sogar schon das IBC an der Stelle fast zu hoch, aber zumindest sollte es den äußersten Standort für ein derartiges Hochhaus darstellen. Bitte keine zweite City West an der Europa-Allee, sondern stattdessen Verdichtung und höhere Gebäude im Banken- und Messeviertel.

Was mich aber wirklich nervt ist die vorgesehene Nutzung dieser Immobilienprojekte. 216.650 m² für Büros!!! Was soll das? Wer soll da einziehen? Gibt es nicht genug Leerstand in Frankfurt, und gibt es nicht genug unbebaute Hochhausstandorte? Auf der anderen Seite ganze 9.850 m² für Wohnen, lachhaft. Es herrscht eine gewaltige Unterversorgung an citynahem neuen Wohnraum, also was spricht hier gegen Wohnbebauung? Reicht es nicht, die Nordseite der Europa-Allee in direkter Nachbarschaft zur Messe mit Büros zu bebauen? Das westlich ans DB-Gebäude angrenzende Areal (inkl. Hochhaus) wird mit Sicherheit auch Büronutzung erfahren, die restlichen fünf Hochhäuser westlich der Emser Brücke ebenfalls. Zudem die Nordseite der Allee wegen der benachbarten Messe. Kann man dann nicht wenigstens die verbleibende Südseite, also genau der Bereich, auf den der grüne Pfeil zeigt, mit Wohnungen bebauen?

Ansonsten sehe ich schwarz für die Europa-Allee, was urbanes Leben wie auf den Computersimulationen immer schön dargestellt, angeht. Am Wochenende und abends wird dort absolut tote Hose herrschen.
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Alt 09.06.10, 15:12   #29
Schmittchen
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Wie erwähnt, beziehen sich die 216.650 m² Bürofläche und 9.850 m² Wohnfläche auf das Quartier Boulevard Mitte. Abgesehen vom "Zukunftsquartier" Boulevard West ist der Anteil der Wohnnutzung in allen anderen Quartieren zumindest nahe bei 100%. Selbst im Quartier Boulevard Mitte dürfte das Verhältnis variabel sein, etwa wenn eines oder mehrere der Gebäude auf den 60-Meter-Baufeldern ein Wohnhochhaus werden sollte.

Etwas günstig gelegene Flächenreserve für Bürobauten ist schon nötig. Dem strukturellen Leerstand sollte man gewiss nicht mit künstlicher Verknappung von Neubauflächen begegnen. Hier hilft meist nur grundlegende Sanierung oder gleich Abriss und Neubau (von Wohngebäuden).

Für recht blauäugig halte ich übrigens die Vorstellung, sofort und an jeder Stelle müsse das Leben toben. Abgesehen davon, dass das private Initiative erfordert und die Stadtplanung nur bedingt steuern kann und soll - wer bitte soll denn die vielen Restaurants, Bars und Supermärkte nutzen? Und wer dann noch in die Innenstadt oder in diesem Fall auch ins Skyline Plaza gehen?
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Alt 09.06.10, 16:27   #30
Heinz
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Heinz sorgt für eine eindrucksvolle AtmosphäreHeinz sorgt für eine eindrucksvolle AtmosphäreHeinz sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Im Westteil des Boulevards entstehen tatsächlich eine Menge Wohnungen. Betrachtet man das gesamte Europaviertel, ist der Anteil der Gewerbenutzung doch außerordentlich hoch. Dies trifft umso mehr zu, wenn der Tower 185 und die Baureserven am Güterplatz mit berücksichtigt werden.

Angesichts des von Miguel angesprochenen Wohnungsmangels in Frankfurt (v.a. zentrumsnah) und des glaube ich um die 14-15% liegenden Leerstands bei Büroraum wäre es aus dem Standpunkt einer postiven Stadtentwicklung sinnvoll gewesen, das Quartier durch mehr Wohnraum zu beleben. Das Verhältnis von Pendlern zu Bewohnern ist in keiner Großstadt Deutschlands annähernd so hoch wie in Frankfurt, auf jeden Anwohner kommen ca. 0,8 Tagespendler!

Das erhöht wiederum die Abhängigkeit der Stadt von den - volatilen - Gewerbesteuereinnahmen, anstatt mehr Menschen anzusiedeln, wodurch die Stadt Kaufkraft und eine - wesentliche stabilere - Beteiligung an der Einkommensteuer gewinnen würde. Frankfurt als attraktiver Wohnort ist aber auch gleichzeitig ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor, um gute Köpfe für Frankfurt zu interessieren. Hier sollte die Stadt sehr vorsichtig agieren!

Im Europaviertel (wie auch der City West) ist das Kind in den Brunnen gefallen, jetzt zählt, dass bei der Neunutzung des Bockenheimer Unigeländes andere Prioritäten gesetzt werden.

Dass einer der Türme eine Wohnnutzung erfahren wird, halte ich für extrem unwahrscheinlich: Sowohl die Lage an den Hochgleisen als auch die hohen Baukosten machen ein solches Projekt an dieser Stelle unattraktiv.
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