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Alt 18.02.14, 22:57   #76
Christian84DD
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ich kann dir nur zustimmen. die bauqulität nimmt nicht nur in DD ab sondern allgemein, in Dresden fällt es nur gerade sehr auf da hier wirklich einiges gebaut wird. Und leider viel belangloses, hingewürfelte weiße Tristess. Du hast Recht zum einen sind es die renditeorientierten Investoren welche "gute" Architektur verhindern zum anderen finde ich aber auch die Stadt selbst da hier zu wenig Leute an wichtigen Positionen sitzen welche auch eine richtige Entwicklungsstrategie für Dresden versuchen zu entwickeln. Man bekommt manchmal das Gefühl die Stadt verkauft alles was man ihr abkaufen will und das ohne Bedingungen wie weiter damit zu verfahren wäre bzw. ohne Nachhaltigkeit für die Stadtentwicklung. Bestes Beispiel ist der Globus Markt. Hier würde die Stadt schnell Geld einnehmen und die Entwicklung dieses großen Areals einfach an den Investor übergeben. Das Anwohner, Stadtteilräte und ansässige Händler schon seit Monaten dagegen versuchen anzukäpfen und sogar Fachgutachten das Projekt eher in Frage stellen als Befürworten scheint aber die Stadtverwaltung nur bedingt zu interresieren. Demokratie schön und gut aber mehr zu zählen scheint die Redite von "Globus".
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Alt 19.02.14, 00:46   #77
Elli Kny
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ums nochmal etwas zu präzisieren:
die bauquali nimmt eigentlich nicht weiter ab, wie auch. erst bei nun ansteigender baumasse tauchen auch eine reihe angenehmerer projekte auf. das gesamtbild ist durchwachsen und das problem liegt oft auch in der falschen platzwahl von an sich ordentlichen bauten (zB HTW-fahrzeugzentrum schnoorstrasse). richtig ist: unsere verwaltung hat große schwächen, hat aber durchaus auch viele gute leute. die werden nur durch die politisch-spezielle gemengelage hier in schach gehalten, überall funken fachfremde stadträte oder landesregenten dazwischen und natürlich herrscht im amt eine eher träge stimmung. gerade bei globus steht aber mE fast die gesamte verwaltung dagegen, es sind immer nur einzelne obrigkeiten, die interessegeleitet etwas durchboxen wollen. und was das ausreichen von auflagen an investoren angeht, muss man die begrenztheit der heutigen gesetzgebung und instrumentarien beachten sowie die schwache verhandlungsposition speziell in ostdeutschland. sehr oft versucht die verwaltung bessere lösungen den investoren abzuringen, allein die meisten können und wollen nicht, oder wenns wichtig wird, wird den sachbearbeitern von oben ein maulkorb verpasst. einige in der verwaltung sind auch bei verhandlungen mit investoren menschlich überfordert, da kommts dann drauf an wer grad am start ist, aber rechtlich kann gestalterisch nur wenig aufgezwungen werden. daher spreche ich von vornherein von sog. "guten investoren", denn die braucht man gar nicht erst groß zu korrigieren.

in dresdens innenbereich fehlt oft die vergleichende bausubstanz, sonst hätten wir auch noch mehr oder weniger hochwertige sanierungen en masse. so können wir kaum bestandsschutzregelungen ausnutzen. das baugesetzbuch sowie der reigen an vorschriften lässt eigentlich keine neuerrichtung einer dichten europäischen stadtstruktur mehr zu, die aber dresden als stadtreparatur dringend bräuchte. unser dahingehendes stadtentwicklungskonzept (insek) ist damit makulatur. dresden bräuchte eine sonderbaugesetz-regelung, wie andere kriegs- und nachkriegsentstellte städte auch. doch das ist völlig weg vom schirm. das alles ist aber ein riesenthema, welches hier kaum zu reflektieren ist. daher nur kurz: die politik und deren zustände sind oftmals die ursache negativer entwicklungen, selten die verwaltung. unter "die stadt" wird oft die verwaltung kritisiert, wo doch immer "der stadtrat" oder politische/parteiliche querelen ne rolle spielen. auch das ist aber ein gesamtdeutsches problem.
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Alt 19.02.14, 02:06   #78
Dunkel_Ich
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^zum Beitrag #12 von dir Elli hätte ich dir noch meine volle Zustimmung aussprechen können. Die "Speerspitze" der Verwaltung in Dresden ist allerdings von mir nicht in den Schutz zu nehmen, im Gegenteil. Der Stadtrat musste schon des Öfteren (oftmals sind es die Grünen) als Feuerwehr fungieren, um die Wogen zwischen den Plänen (aus dem Stadtplanungsamt) und dem Bürger zu glätten. Weil es so schön ist, sei hier als kleine beispielhafte Geschichte nur der von der Verwaltung geplante Abriss der Gründerzeithäuser an Schweriner und Roßthaler Str. in der Friedrichstadt zu nennen, die durch Antrag aus dem Stadtrat vor selbigem gerettet werden konnten und heute im neuen Glanz erstrahlen.
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Alt 28.02.14, 00:16   #79
Elli Kny
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Bauboom kommt

etwas grundsätzlicher berichtete die SäZ gestern vom anstehenden bauboom in dresden.

der baubürgermeister teilt mit, dass genügend bauflächen zur verfügung stehen und man damit v.a. familien im stadtgebiet halten möchte. der mittelfristige bedarf an ein- und zweifamilienhäusern von 6000 stück sei gedeckt, in planung sind sogar flächen für etwa 12600 häusel. als aktuelles beispielprojekt wird die neubausiedlung auf dem bramschkontor in friedrichstadt erwähnt.

viel wichtiger ist aber der trend zum geschossbau: nach einem jahrzehnt der flaute werden wieder verstärkt mehrfamilienhäuser errichtet und es gäbe reges interesse daran. im frühjahr soll der bau gleich mehrerer größerer projekte starten: 240 wohnungen am wiener platz, 190 am herzogin garten teil 1 sowie weitere 100 im teil 2 ab herbst und letztlich 170 wohnungen an der wallstrasse. für 150 bis 200 wohneinheiten sind flächen entlang der schäferstrasse (nordseite) baureif sowie über 300 auf zunächst drei hektar in der sog. lingnerstadt am ex-robotronareal.

der BauBM geht bis 2016 von 1300 fertiggestellten wohnungen in der innenstadt und von bis zu 3500 WE im restlichen stadtgebiet aus. in 10 jahren sollen über 21000 einwohner zusätzlich in dresden leben - dann knapp 560000. die stadtverwaltung sieht für dieses jahrzehnt flächenpotentiale für 3800 wohneinheiten in baulücken und auf brachen, also auf kleineren flächen, wobei der tatsächliche bedarf auf ca. 2700 WE geschätzt wird. auf den größeren entwicklungsflächen sind sogar 16700 WE möglich, wobei hier der bedarf auf 3500 WE geschätzt wird. insgesamt übersteigt das flächenpotential im bereich EFHs etwa das doppelte des bedarfs, bei mehrfamilienhäusern sogar ums 3fache.
für studenten sind derzeit knapp 500 WE an 10 standorten beantragt, so der BauBM.

die wenigsten flächen sind in kommunalem eigentum. städtischer grund wird im verkaufsfall immer noch meistbietend abgetreten. sozialer wohnbau existiert derzeit nicht. die meisten projekte bedienen derzeit den wohneigentumsmarkt: für dresden mit einer wohneigentumsquote von 14,7% (bundesdurchschnitt 41%) rechnet die immo-branche mit wachsender nachfrage, die stadt gilt als attraktiver B-standort für wohnbauten.
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Alt 28.02.14, 15:26   #80
Elli Kny
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Bauboom - aber nur für Betuchte

Heute legt selbige Zeitung nach und listet Großprojekte/Flächenpotentiale des
restlichen Stadtgebietes
auf:

Zentralwerk Riesaer Straße: 20 Wohnungen und 49 Ateliers bzw. Läden

Hubertusstraße in Pieschen: 20 Reihenhäuser

Am Wasserturm in Klotzsche: 152 Wohnungen auf 12 ha Fläche

LSS Kaditz-Mickten: auf 22 Hektar können 2.000 Wohnungen entstehen.

Markusareal in Pieschen: 90 Wohnungen auf 3,2 Hektar (ab 2016)

Boltenhagener Straße in Klotzsche: 40 Eigenheime auf 3,3 Hektar

An der Heide in Langebrück: 60 Eigenheime auf 6,6 Hektar

Lahmann-Sanatorium, Weißer Hirsch: 86 Wohnungen und 14 Reihenhäuser

Hepkestraße in Gruna: 190 Wohnungen auf 2,6 Hektar (=Pegasus 2.BA)

Kleinzschachwitzer Ufer: 140 Wohnungen, davon 18 Einfamilienhäuser

Leubnitz-Neuostra: 150 Eigenheime

Bergstr. in Blasewitz: 50 Wohnungen

Auswahl, Quelle: Landeshauptstadt Dresden



laut BauBM gibts derzeit Planungen für insg. 26 Wohnbauprojekte ausserhalb der Innenstadtzone, wobei oben die größeren aufgelistet sind.
dennoch wird kritisiert, dass tatsächlich immer noch weniger Wohnraum gebaut wird als die wachsende Stadt benötigen würde. für den wohnungsmarkt für einkommensschwache tut die stadt noch nichts, auch steht der stadtratsbeschluss zur förderung von baugemeinschaften noch immer aus. durch letzteren sollen städt. liegenschaften preisreduziert an lokale baugruppen abgegeben werden dürfen, wenn das konzept stimme.
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Alt 01.03.14, 08:25   #81
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Grüne und Linke: Dresden soll neue Woba bekommen

Die BILD, 28.02.2014, schreibt:

Grüne und Linke einig
Dresden soll neue Woba bekommen
http://www.bild.de/regional/dresden/...8832.bild.html

Laut dem Blatt "wird die Wohnungsmisere ein politisches Thema." Als ein Lösungsansatz setzen sich die beiden Stadtratsfraktionen für "ein Comeback der Woba" ein, "streiten (noch) über die Wege". Die Grünen schlagen vor, dass die Stadt-Baufirma Stesad neue Wohnungen bauen soll. Sie verfügt bereits über ca. 300 Wohnungen. Grünen-Chef Thomas Löser (41): „Die Stadt besitzt eigene Grundstücke, kann preiswert darauf bauen.“ Experten sollen nun in den Wohnvierteln den Bedarf prüfen.

Anders der Plan von Linken-Chef André Schollbach (35): „Wir wollen eine neue Woba gründen, dafür möglichst billige Kredite aufnehmen.“ Daher sammelt die Partei wieder Unterschriften für ihr Bürgerbegehren, das seit dem Vorjahr läuft: http://www.wohn-begehren.de/

Die Grünen hoffen nun auf die Unterstützung ihres Vorhabens im Stadtrat durch die Linken. Löser zu BILD: „Unser Ziel ist gleich. Gerne werbe ich bei den Linken für unseren Antrag.“

Da der Antrag auch allgemein für die Situation in Dresden von Interesse ist, sei er hier im vollen Wortlaut gebracht:

Name: A0785/13
Art: Antrag Bündnis 90/Die Grünen
Datum: 25.10.2013
http://ratsinfo.dresden.de/vo0050.ph...&voselect=3365

Zitat:
Wohnungssituation in Dresden analysieren -
langfristig kommunales Wohnungsvermögen durch Stesad GmbH aufbauen!

Beschlussvorschlag:
Der Stadtrat möge beschließen:
1. Der Stadtrat bekennt sich zu dem Ziel, langfristig kommunales Wohnungsvermögen durch die Stesad GmbH aufzubauen.
2. Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt, zwei Forschungsinstitute mit der Erstellung einer Analyse der Wohnsituation für die Stadt Dresden mit besonderer Berücksichtigung des Bedarfs an sozialem Wohnraum (Wohnraum für besondere Bedarfsgruppen – Belegungsrechte/Familien/altersgerecht/niedrige Einkommen) zu beauftragen. Dabei sind sowohl der aktuelle Bedarf an Wohnungen für die genannten Bedarfslagen zu ermitteln als auch eine Prognose für die künftige Entwicklung abzuschätzen sowie Handlungsansätze und denkbare Mitwirkungsleistungen durch die Stesad GmbH als städtische Tochtergesellschaft aufzuzeigen. Der Prognosehorizont soll einen Zeitraum von 15 Jahren umfassen. Die bereits geleisteten Vorarbeiten der Geschäftsbereiche Stadtentwicklung und Soziales sind zu berücksichtigen. Die Ergebnisse sind im Rahmen einer Anhörung nach Gemeindeordnung mit den beiden Gutachtern, Akteuren des Dresdner Wohnungsmarktes, Stadtverwaltung, Stesad und Politik vorzustellen und öffentlich zu diskutieren. Die Kosten sind im Rahmen der Haushalt-Überschüsse aus dem Jahr 2012 bereitzustellen. Eine entsprechende Vorlage ist dem Stadtrat bis zum 31. Dezember 2013 vorzulegen.

Begründung:

Die Landeshauptstadt Dresden ist Zuzugsort und Geburtenhauptstadt.

In den strategischen Zielen der Oberbürgermeisterin von „Dresden 2025 - lebenswerte Stadt“ heißt es:
- Die Stadt muss bei Wohnungsangeboten und wohnungsbezogener Infrastruktur alle Bevölkerungsgruppen und sozialen Schichten im Auge haben.
- Für die Unterschiedlichkeit von Lebensstilen sind ausreichend vielfältige Angebote zu ermöglichen. Dies gilt für unterschiedliche Wohnformen gleichermaßen wie städtebauliche und funktionale Aspekte.

Diese Ziele erfordern ein aktives Agieren der Kommune im Bereich Wohnen und Stadtentwicklung.
Aktuelle Prognosen sagen einen weiteren Anstieg der Bevölkerung um etwa 30.000 BürgerInnen in den nächsten Jahren voraus. Die Stadt muss, um Wohnungsmangel vorzubeugen und einer Mietpreisspirale entgegen zu wirken, jetzt aktiv handeln.
Der Bevölkerungsanstieg, Veränderungen in der Struktur der Haushalte (mehr Singlehaushalte) sowie eine absolut älter werdende Bevölkerung wirken sich unmittelbar auf die Bedarfssituation aus. Ein großer Teil dieser Bedarfe an entsprechendem Wohnraum kann durch den Wohnungsmarkt abgedeckt werden. Bestimmten Bedarfslagen jedoch wird das Angebot auf dem freien Wohnungsmarkt langfristig nicht gerecht. Beispielsweise betrifft das Wohnungen im Niedrigpreissektor, sowie alters- und familiengerechte Wohnungen, barrierefreies Wohnen sowie Wohnungen für AsylbewerberInnen. Bezüglich der Wohnsituation von Menschen mit Behinderungen wird auf die Studie „ Alten- und behindertengerechtes Wohnen in Dresden“ verwiesen (Anlage 1).

Eine gute Immobilienmarktlage und aktiver Wohnungsbau sichern die Erfüllung des Anspruchs, bezahlbares Wohnen für alle zu ermöglichen, nicht ab. Ein insgesamt ansteigendes Mietniveau bedeutet zudem für den Haushalt der Kommune im Hinblick auf KdU ein Risiko.

Steigen die Mieten, wird der Haushalt der Kommune belastet. Die im Jahr 2026 auslaufenden Belegungsrechte bei der Gagfah ergeben perspektivisch ebenfalls einen Handlungsbedarf.

Es gab in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl von Stadtratsbeschlüssen zur Erarbeitung eines Wohnkonzeptes. Diese wurden bislang nicht erfüllt. Es ist jedoch dringend erforderlich – der Flächennutzungsplan weist in der Begründung deutlich darauf hin, notwendige Schritte zu unternehmen (siehe Flächennutzungsplan Kapitel 7.2. Bevölkerungsentwicklung).

Um der Verantwortung als Kommune für das Thema Wohnen nachhaltig und sachgerecht nachzukommen, bedarf es eines schrittweisen Vorgehens. Der erste notwendige Schritt besteht in einer genauen Analyse der derzeitigen Situation, des tatsächlichen Bedarfs und sowie der Erstellung einer entsprechenden Prognose durch mindestens zwei Gutachter. Verschiedene Forschungsinstitute mit verschiedenen Ausrichtungen können auf gleicher Datenlage zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommen (vergleiche Wohnbericht Dresden 2011 und Pestel-Studie – Anlage 2 und 3). Durch die Beauftragung zweier Gutachten, die auf der gleichen Datengrundlage fußen, können diese Ergebnisse gegenübergestellt, diskutiert und so eine sachdienliche Debatte geführt werden.
Dresden hat in der Stesad GmbH eine städtische Tochter, die bereits Erfahrungen im Bereich Wohnen, Wohnungsverwaltung und Stadtentwicklung hat und mehrfach ihre Handlungs- und Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen konnte. Deshalb sollte im Rahmen der Gutachten intensiv geprüft werden, ob und welche möglichen Mitwirkungsleistungen von der Stesad GmbH im Bereich des kommunalen Wohnungsbaus und der kommunalen Wohnungsverwaltung erbracht werden können.

Thomas Löser
Fraktionsvorsitzender

Anlagenverzeichnis:
Anlage 1: Alten- und behindertengerechtes Wohnen in Dresden - Abschlussbericht
Anlage 2: Bedarf an Sozialwohnungen in Deutschland – Studie des Pestel-Instituts
Anlage 3: Wohnungsmarktbericht 2011
(Aufgrund ihres Umfanges sind die Anlagen 1 bis 3 im Ratsinformationssystem einsehbar.)
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Alt 25.03.14, 14:12   #82
LE Mon. hist.
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Die SZ berichtet ausführlicher über die Debatte um das Wohnkonzept von Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) und die von der Linken einberufene Aktuelle Stunde.

Sächsische Zeitung, 25.03.2014
Wie die Dresdner zu bezahlbaren Mieten kommen
http://www.sz-online.de/nachrichten/...n-2803478.html

Auf Antrag der Fraktion DIE LINKEN wird am Donnerstag, den 27. März 2014, um 16:00 Uhr im Kulturrathaus (Königstraße 15) zu Beginn der Stadtratssitzung eine aktuelle Stunde des Dresdner Stadtrates zum Thema "Soziale Sicherheit gewährleisten: Wohnen muss bezahlbar bleiben" stattfinden. Hintergrund sind steigende Mieten sowie eine deutliche Verknappung des Wohnungsangebotes in Dresden.

Als Schwerpunkte der Aktuellen Stunde wurden von der Fraktion benannt:
• gegenwärtige Situation des Wohnungsmarktes in der Landeshauptstadt Dresden
• Mietentwicklung in der Landeshauptstadt Dresden
• Bedarf an Wohnungsneubau in der Landeshauptstadt Dresden
• barrierefreies Wohnen
• Antrag A0835/14 der Fraktion Die LINKE zum Gegenstand „Neue Wohnungspolitik
in einer wachsenden Stadt“

Das nach langem Vorlauf veröffentlichte Wohnkonzept von Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) sieht vor, dass in erster Linie Investoren in den kommenden Jahren in Dresden bis zu 12.600 Eigenheime und 20.500 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern errichten. Laut dem Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Dresdner Stadtrat, André Schollbach, sei das Ergebnis der zweieinhalb Jahre dauernden Erarbeitung des Konzeptes jedoch dürftig. Es regele in Wahrheit nichts. „Steigende Mieten und ein deutlich gesunkenes Wohnungsangebot sind in Dresden inzwischen für viele Menschen ein erhebliches Problem. Vor allem jene, die gerade auf Wohnungssuche sind, spüren diese Entwicklung. Wenn wir in Dresden nicht Münchner, Hamburger oder Berliner Verhältnisse haben wollen, muss den problematischen Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt endlich wirksam gegengesteuert werden.“

Mit der Kritik am dem Wohnkonzept steht die LINKE nicht alleine. Es war bereits in der ersten Lesung im Sozialausschuss durchgefallen. Auch die Grünen kritisieren, dass es in sozialer Hinsicht völlig unzureichend sei. Sie schlagen dem Stadtrat vor, dass die Wohnungssituation für die nächsten fünfzehn Jahre durch zwei Forschungsinstitute analysiert werden soll, vobei es um Wohnungsangebote für alle Bevölkerungsgruppen und sozialen Schichten gehen solle. Außerdem hatten, wie oben beschrieben, die Grünen angeregt, dass die Stadt langfristig wieder kommunales Wohneigentum aufbauen solle. Diese Aufgabe könne die Stadttochter Stesad übernehmen.

Am 7.3. hatte die Linkspartei bereits eine Pressemitteilung versand, in der das Wohnkonzept mit deutlichen Worten kritisiert wird.

http://portal.dielinke-in-sachsen.de...7_DIELINKE.pdf

Zitat:

Alles in Ordnung beim Thema Wohnen!? LINKE kritisiert Wohnkonzept der Stadtverwaltung

Nach 28 Monaten Bearbeitungszeit reichte die Stadtverwaltung nun ein niveau- und hilfloses Konzept zur Beschlussfassung an den Stadtrat aus. Dazu erklärt LINKE-Stadtrat Hans-Jürgen Muskulus, Mitglied des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Wohnen:

"Wieder einmal bekommen alle Dresdnerinnen und Dresdner durch CDU und FDP angesichts der gegenwärtig drastisch steigenden Mietpreise den Glauben an die Allmacht des Marktes vorgehalten: Der Markt wird es schon richten. So wird im Wohnkonzept zwar festgestellt, dass es eine erfreuliche Nachfragesituation auf dem Wohnungsmarkt gibt - erfreulich für wen eigentlich - und dass inzwischen sogar Engpässe entstanden sind, doch die Lösungsvorschläge sind von nahezu kindlichem Gemüt. Lediglich mehr Bauflächen für Investoren sollen ausgewiesen und ein bestehendes altes Förderprogramm für altengerechten Wohnungsumbau fortgesetzt werden. Das war es auch schon. Keine Förderung und Unterstützung eines sozialen Wohnungsbaus, keinerlei Vorschläge für eine Mietpreisbindung bzw. Deckelungen, keinerlei Vorschläge für die Begrenzung der Mietnebenkosten oder gar neue Wege zum bezahlbaren Wohnraum für Haushalte mit geringen Einkommen.
Geradezu naiv ist der Vorschlag mit Investoren, die mehr als 50 Wohnungen bauen wollen, darüber zu verhandeln, dass diese freiwillig auf 5% der Wohnfläche eine Nettokaltmiete unter 7 EURO anbieten sollen ohne dass sie von der Stadt irgendeine Gegenleistung dafür bekommen.
Die Landeshauptstadt Dresden hat bedingt durch das Fehlen eigener geeigneter kommunaler Grundstücke verursacht auch durch den WOBA - Verkauf aber nur die Möglichkeit mit privaten Investoren über eine Sozialbauverpflichtung zu verhandeln.
Dabei wird die Stadt offensichtlich gänzlich allein gelassen, denn auch das in dieser Woche ebenfalls vorgelegte wohnungspolitische Konzept des Freistaats sieht keinerlei Mittel für einen sozialen Wohnungsbau vor. Die durch die Stadt jährliche eingeplanten 130.000 Euro für barrierefreies Bauen decken den bedarf bei weitem nicht ab. Die Bereitstellung von jährlich zwei kommunalen Grundstücken für Baugemeinschaften stellt auch keine adäquate Antwort auf die sich entwickelnden Bautrends in einer Großstadt dar. Um das studentische Wohnen soll sich der Freistaat kümmern, denn dieser weist Flächen im Rahmenplan der Entwicklung von Uni und Hochschule aus. Die besondere Unterstützung junger Familien soll darin bestehen, dass sie selbst Bauen sollen. Insgesamt bleibt es beim Nichtstun, weil, so die Mitteilung des Stadtverwaltung, 'Damit ist das zentrale wohnungspolitische Ziel der Landeshauptstadt Dresden der vergangenen 15 Jahre, die Schaffung eines gesunden und wirtschaftlich auskömmlichen Wohnungsmarktes, erreicht worden.'"

f.d.R.: Max Kretzschmar
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Alt 26.03.14, 00:06   #83
Elli Kny
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soviel berichterstattetes pateiengelaber hilft hier nicht weiter, derzeit ist heißer wahlkampf und jeder übertrumpft sich mit vorschlägen. erst nach der wahl wird es spannend. dabei ist eine neue woba dennoch nicht in sichtweite. die fraktionen sind derart verfeindet, dass stadtratsbeschlüsse oft nicht umgesetzt werden, solange der cdu-arm in die verwaltung reicht. auch das "wohnkonzept" ist eigentlich keines "der verwaltung" sondern dass was herr bauBM marx anordnete und durchgehen ließ. es war klar, dass der fordernden gegenseite nur sinnloser murx vorgelegt wird.
eine mehrheit nach der wahl könnte zwar eine neue woba beschließen, allerdings gibts das selbst auferlegte schuldenverbot und die kassen sind die nächste legislatur hindurch bereits verplant und damit leer. schulen, kitas, kulturbauten und bestandssicherungen zehren mehr als die geplanten haushalte auf, auch große unwägbarkeiten drohen. daher ist es verständlich, zunächst erstmal mehr bauflächen zur verfügung zu stellen, allerdings ist fraglich wie das fern städtischen eigentums gehen soll. der stadt gehört fast nix relevantes mehr für den wohnungsbau. überall sitzen spekulierende eigentümer, zerstrittene erbengemeinschaften, unsolvente oder bauunwillige eigner und dergleichen auf einem gigantischen grundstücksportfolio und lassen partout keine einflussnahme zu. hierbei wären wir beim eigentlichen manko: die verwaltung betreibt keinerlei flächenmanagement, was aber dringend nötig wäre. auch dafür darf sie kein kredit aufnehmen, um im nullsummenspiel flächen an bauträger weiterzureichen. grundproblem ist fehlendes bewußtsein und politischer unwille dafür. ich bin schon gespannt wie marx sein zeug zustande bringen will. die unmenge an einfamilienhäusern torpediert zudem die großen ziele der stadtentwicklung. alles in allem eine weitgehend hausgemachte multikompliziertheit, die erst nach der wahl zur lösung ansteht. dann muss es auch um änderungen in der liegenschaftspolitik gehen.
zunächst könnte es mE unter dem dach der stesad zu einer zusammenführung kommunaler restbestände kommen, mit der perspektive kleinerer überführungen von gebäuden in deren dann so genannten "woba"-bestand. kreditaufnahmen für ein flächenmanagement ließen sich möglicherweise auch über die stesad abwickeln, sofern diese firma als stadt-externes unternehmen fungiert. dresden hat schulden - allerdings in externen tochterunternehmen. das geht und macht das schuldenverbot im prinzip wirkungslos.
eine vollwertige neue woba ist ferne zukunftsmusik - zumindest noch - und hängt vom marktzustand dann in einigen jahren ab. nach wie vor geht man auch für dresden ab 2025 von schrumpfungsszenarien aus, denn der demografische wandel schlägt erst noch richtig zu und führt auf dem markt zu entspannung. auch wäre interessant, wie das große innerstädtische flächenpotential der nachkriegsvorstädte im besitz der wohnungsgesellschaften aktiviert werden könnte, denn dort ist die stadtreparatur nach wie vor drängend. jetzt kommts aber zunächst darauf an, diese dresdner parteienscharmützel zu überwinden, das reinregieren durch die freistaatsebene zu unterbinden und endlich konstruktiv für die stadt zu arbeiten - dann gibts auch keine unlösbaren probleme.
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Alt 28.03.14, 06:36   #84
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Gestern fand nun also die Stadtratssitzung mit der vorgeschalteten "Aktuellen Stunde" statt:

SZ, 28.03.2014
Stadt soll neue Wohnungen bauen
Der Stadtrat verdonnert Oberbürgermeisterin Helma Orosz zum Nacharbeiten am Wohnkonzept und will kostengünstigen Wohnraum.
http://www.sz-online.de/nachrichten/...n-2806403.html

Die Fraktionen der CDU und FDP waren wie zu erwarten gegen die Anträge der Grünen und Linken. Sie wollen es dem Markt überlassen, Dresdens Wohnungsproblem zu lösen. CDU-Stadtrat Peter Krüger forderte: „Bauen, aber durch private Investoren.“

Das Abstimmungsprocedere war eher chaotisch und die SZ behauptet, dass die Grünen selbst nicht mehr durchblickten. Der Grünen-Antrag. demzufolge die städtische Stesad ihren Wohnungsbestand erhalten und langfristig neuen günstigen Wohnraum aufbauen soll, wurde zunächst abgelehnt. Daraufhin übernahm die Fraktion DIE LINKE einen Punkt zur Stesad in ihren Antrag, der eine Mehrheit erhielt.

Die Fraktion kritisierte erneut das Wohnkonzept der Stadt. Linke-Stadträtin Kris Kaufmann: „Das Konzept ist das Papier nicht wert, auf dem es steht.“ Mit einem weiteren Antragstext setzten sie durch, dass die Oberbürgermeisterin Orosz (CDU) ihr Papier nun „qualifizieren“ muss.
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Alt 01.04.14, 07:19   #85
Elli Kny
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Neue Leitlinien der Stadtgestaltung

nachdem in den letzten jahren wiederholt kritik an einzelarchitekturen sowie platzgestaltungen aufkam, und parteien derzeit das thema zunehmend ins programm aufnehmen, prescht nun die oberbürgermeisterin (nicht von der "connewitzer dorf union") vor und möchte vor allem den Grünen wahltaktisch wind aus den hier dick aufgeplusterten segeln nehmen.

dazu ordnete die OB direkt am umstrittensten corpus delicti - dem postplatz - eine "sofort-belebung" des platzes an. als erster baustein wurde ein neuer großzügiger fontainenbogen eingeweiht, der auch die torsituation als zugang zur "altstadt" formatvoller aufzeigen soll. am freien ende trifft die fontaine offen als "bürgerdusche" auf den boden und fließt wieder großflächig gesammelt in den wasserkreislauf zurück. das soll reinigungsaufwand reduzieren, ist gut fürs stadtklima (luftfeuchte, staubbindung, abkühlung), macht mindestens ein freibad in zukunft überflüssig und führt endlich die grundform des bogens zurück in die neugestaltung des stadtzentrums.


der kran hinten rechts demontiert bereits den alten "Wasserbügel". um den rückbau juristisch über die noch 1,5 jahre andauernde umbausperre (wegen fördermitteln) am postplatz zu bringen, wird angegeben: der "bügel" sei kaputt und kann nicht mehr vor ort repariert werden.


am postplatz findet aktuell eine kleine "anstich"-zeremonie statt, ein paar buden wurden aufgebaut. nach ersten wortmeldungen kommt die strategie der OB bei den bürgern gut an, jedoch schränkte das stadtoberhaupt gleichsam ein, dass die gern angestrebten weiteren bauabschnitte leider vom wahlergebnis abhängen und nur proporz-proportional umgesetzt werden können. bei erfolg soll am wahlabend erstmalig freibier aus der fontaine sprudeln.
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Alt 01.04.14, 09:17   #86
Bau-Lcfr
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Bau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle Zukunft
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keinerlei Vorschläge für die Begrenzung der Mietnebenkosten
Die Vorschläge sind einfach: Wasser sparen, möglichst wenig heizen - Beides kann nur der Mieter, einzig er reguliert das. Sollte die Stadtverwaltung den Mietern vorschreiben, wieviel Wasser sie verbrauchen dürfen? Wenn der Grenzwert überschritten wird, soll das Wasser etwa abgestellt werden?

Dass etwa die weltweiten (steigenden) Energiepreise von der Stadt nicht kontrolliert werden können, müsste der SED-Nachfolgepartei bekannt sein. Und überhaupt - diese hatte einige Jahrzehnte Zeit, die ach so tollen Ansätze auszuprobieren - hätten die was getaugt, wäre die DDR heute ein florierendes Land und die BRD zusammengebrochen. Soweit ich mich erinnere, es war genau umgekehrt - und ich erinnere mich gut, da ich den Sozialismus zeitweise selbst erleiden musste.
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Alt 04.04.14, 23:55   #87
Elli Kny
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Zahlen & Fakten zum Dresdner Wohnungsmarkt

Quelle: Rahmenkonzept Wohnen der Stadt

■ zum 31. Dezember 2013 hatte Dresden 535 810 Einwohner; 2025 werden es 557 000 sein; bis 2018 wird Dresden jährlich um 3800 Personen pro Jahr wachsen, dann schwächt sich das Wachstum auf rund 1200 Einwohner pro Jahr ab, heißt es in der Bevölkerungsprognose
■ das Stadtplanungsamt sieht ein Flächenpotenzial für 12 600 Eigenheime und 20 500 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern
■ 2000 gab es noch rund 60 000 leerstehende Wohnungen in Dresden; bis 2012 ist der Bestand auf einen Wert knapp über 20 000 gesunken; die Leerstandsquote lag bei 7,6 Prozent, nach Abzug der nicht marktfähigen Wohnungen bei 5,9 Prozent
■ seit 2002 wurden 8617 Wohnungen abgerissen, das entspricht 2,9 Prozent des Wohnungsbestandes
■ 2011 entstanden 668 neue Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, 2012 waren es 487, 2013 493; in Eigenheimen entstanden 2012 450 neue Wohneinheiten
■ 2002 lag die Durchschnittskaltmiete bei 4,75 Euro; 2012 schon bei 5,58 Euro, das ist eine Steigerung von 14,7 Prozent
■ bis 2025 werden 13 000 neue Wohnungen benötigt; laut Prognose müssen bis 2015 jeweils 440 Wohnungen in Eigenheimen und 360 in Mehrfamilienhäusern errichtet werden; von 2015 bis 2020 steigt der Neubaubedarf auf 480 Einheiten in Eigenheimen und 430 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern; von 2021 liegt der Bedarf bei 360 in Eigenheimen und 540 in Mehrfamilienhäusern; das Verhältnis von Angebot und Nachfrage ist laut Stadt mehr als gedeckt.


ausserdem ließ der baubürgermeister verlauten: es "werden bis zum jahr 2016 rund 4800 wohneinheiten entstehen - davon 1300 in der innenstadt". er sieht die stadt "auf einem guten weg" und es seien "ausreichend flächen für mehrfamilienhäuser und eigenheime vorhanden". das ist natürlich alles mit vorsicht zu genießen, daneben ist wahlkampf. aber zumindest bis ende 2016 könnte einiges tatsächlich entstanden sein.
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Alt 05.04.14, 23:24   #88
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Ergänzend einige Angaben zum Konzept aus

DNN-Online, 04.04.2014
Bauwirtschaft und Immobilien
Bauboom in Dresden: Jedes Jahr sollen 2000 neue Wohnungen entstehen
http://www.dnn-online.de/dresden/web...hen-3126821013

Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) verwies bei den Mehrfamilienhäusern in der Innenstadt auf Vorhaben wie das „Wiener Loch“, An der Herzogin Garten oder die Wallstraße sowie in der Friedrichstadt auf das Gelände des ehemaligen Ostravorwerks, an der Schäferstraße/Weißeritzstraße und in Striesen. Neue Eigenheimstandorte sollen unter anderem in Langebrück, Klotzsche, Leubnitz-Neuostra und Nickern entstehen.

Neben Wohnungen und Eigenheimen für Familien sollen an zehn Standorten 486 Wohneinheiten für Student_innen entstehen. Konkret seien an der Bautzner Straße, der Pfotenhauerstraße, der Vorwerkstraße oder an der Schweriner Straße Neubauten mit bis zu 83 Wohneinheiten geplant.

Komplettiert wird diese Zusammenfassung durch einen bebilderten Artikel u.a. in der

OAZ-Online, 04.04.2014
Bauwirtschaft und Immobilien
In Dresden wird gebaut: Wir stellen einige Projekte vor
http://www.oaz-online.de/web/oaz/wir...vor-1249480986

Dieser wird eingeleitet mit einem Zitat des FDP-Stadtrat Frank Kroschinsky. Das Gespenst einer Wohnungsnot in Dresden müsse herumgeführt werden, denn von allein laufen könne es nicht. Die beste Mietpreisbremse sei keine vom Staat verordnete, sondern: „Bauen, bauen, bauen“.

Prager Straße im „Wiener Loch“: 240 Wohnungen innerhalb des rund 65 Millionen Euro teuren Vorhabens. Bauherr: Revitalis Real Estate AG.

Wallstraße auf dem öffentlichen Parkplatz vor der Altmarkt-Galerie: Die Baywobau und ihr tschechischer Partner CTR haben für zehn Millionen Euro das Grundstück gekauft, auf dem rund 180 Wohnungen entstehen sollen.

An der Herzogin Garten - zwei Bauvorhaben: Die CTR plant den Bau von 190 Wohnungen (MeyerBassin und Partner), auf einem benachbarten Grundstück will die Saal GmbH 100 Wohnungen errichten.

Friedrichstadt - an den Menageriegärten. Bis zu 140 neue Wohnungen auf dem rund 3,4 Hektar großen Gelände des früheren Ostravorwerks. SGP Architekten.

Striesen - Pegasus-Residenz: auf rund 2,6 Hektar Fläche entstehen seit Oktober 2013 184 Wohnungen für rund 55 Millionen Euro. F 29 Architekten.

Johannstadt - Tiergartenstraße: 43 familienfreundlichen Wohneinheiten durch die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt

Robotronareal zwischen St. Petersburger Straße, Grunaer Straße, Lennéstraße und Parkstraße/Bürgerwiese: auf 3,5 Hektar könnten mindestens 150 Wohneinheiten entstehen.

Kesselsdorfer Straße neben der Löbtau-Passage: Im Bau sind 98 Appartmentwohneinheiten vorwiegend für Singles und Studenten. Ballhaus Watzke Immobilien.

Pieschen - Markusareal am Ortsamt Pieschen. Auf der städtischen Brachfläche könnten ab 2016 rund 90 Wohneinheiten entstehen. O M Architekten.

Nickern - auf dem ehemaligen Kasernengelände entwickelte die Stadttochter Stesad GmbH zwei große Eigenheimstandorte. Noch frei ist eine rund acht Hektar große Fläche, auf der 80 Eigenheime und acht Mehrfamilienhäuser entstehen könnten.

Langebrück: geplante 59 Eigenheime auf einem 7000 Quadratmeter großen Grundstück. Der Bau der ersten Häuser hat begonnen, der Verkauf der noch freien Flächen läuft.

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Alt 11.04.14, 04:01   #89
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SZ-online, 11.04.2014
Dresden baut und baut
Die Zahl der Baugenehmigungen für neue Wohnungen ist so hoch wie seit zwölf Jahren nicht mehr. In einigen Vierteln ist trotzdem nichts mehr frei.
http://www.sz-online.de/nachrichten/...t-2816915.html

- Dresden braucht laut der offfiziellen Schätzung bis 2025 rund 13000 Neubauwohnungen, um den wachsenden Bedarf zu decken.
- Bis 2015 werden jährlich 800 neue Wohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern gebraucht.

- Die Stadt vergibt so viele Baugenehmigungen wie lange nicht. 2013: insgesamt 804 fertiggestellte Neubauwohnungen, u.a. 180 neue Wohnungen durch den Umbau des alten Fotopapierwerks an der Hepkestraße. 2011 und 2012 waren jeweils 1.199 und 955 Neubauwohnungen fertig geworden.
- In den vergangenen drei Jahren entstanden jeweils mehr Wohnungen in Mehrfamilienhäusern als in Eigenheimen. Zuletzt war dies im Jahr 2000 der Fall.
- Laut Statistik wurde zum Jahresende 2013 an etwas mehr als tausend neuen Wohnungen noch gebaut.
- 2013 wurden Baugenehmigungen für rund 1.900 Wohnungen erteilt, der höchste Wert seit 1999. Die Mehrzahl der Wohnungen soll in Mehrfamilienhäusern entstehen, nur ein Fünftel davon in Eigenheimen.
- höchste Zahl fertiggestellter Wohnungen lag 1997 bei rund 15.500

- In neue Wohnungen werden Millionen investiert. Mit den erteilten Baugenehmigungen hat die Stadtverwaltung 2013 den Weg für Ausgaben von 585 Millionen Euro freigemacht. Dies ist der höchste Wert seit 2000. Etwas weniger als die Hälfte davon soll in den Wohnungsneubau investiert werden, entsprechend mehr als die Hälfte in Sanierungen und Umbauten von bestehenden Wohnungen.

- Großflächiger Wohnungsabriss ist beendet.
- Seit 1990 wurden rund 11.000 Wohnungen in Dresden abgerissen, davon allein fast 9.000 seit 2001. Das sogenannte Rückbauprogramm Ost wurde 2012 beendet. Im selben Jahr machte der Stadtrat eine Abrissvereinbarung mit dem Großvermieter Gagfah rückgängig.
- 2013 wurden 246 Wohnungen "vom Markt genommen" - der niedrigste Wert seit 2001. Von diesen waren 172 im Plattenbau an der Gerokstraße, der im Sommer und Herbst 2013 abgerissen wurde.

- In beliebten Vierteln gibt es kaum noch freie Wohnungen.
- Die Zahl der Haushalte in Dresden stieg 2013 nur etwas stärker mehr als die Zahl der verfügbaren Wohnungen. Somit blieb die Leerstandsquote mit 7,6 Prozent im Vergleich zu 2012 gleich. Laut Statistik wären bei insgesamt 293.845 Wohnungen noch 22.255 Wohnungen frei.
- Diese Zahl umfaßt jedoch auch alle ruinösen Gebäude. Berücksicht man diese nicht mit, sinkt die Leerstandsquote auf rund sechs Prozent.
- Weitere 2,5 bis drei Prozent bilden die sogenannte Fluktuationsreserve - Wohnungen, die zwar durch Auszüge statistisch gesehen frei sind, aber schon wieder weitervermietet wurden.
- Die reale Leerstandsquote dürfte zwischen drei und vier Prozent liegen und etwa 10.000 Wohnungen umfassen.

- Der Leerstand ist mit 3,2 bis 3,9 Prozent insgesamt, also einschließlich nichtmarktaktivem Leerstand und Fluktuationsreserve am niedrigsten in Striesen-Süd, in der Seevorstadt-Ost, in der Südvorstadt-West und in Räcknitz-Zschertnitz. "Das heißt, dass dort nur mit Glück eine neue Wohnung zu finden ist."
- Die meisten freien Wohnungen gibt es in der Inneren Altstadt und in Loschwitz/Wachwitz. Hier werden die höchsten Mieten verlangt.
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Alt 11.04.14, 20:04   #90
Elli Kny
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Zitat:
Das sogenannte Rückbauprogramm Ost wurde 2012 beendet. Im selben Jahr machte der Stadtrat eine Abrissvereinbarung mit dem Großvermieter Gagfah rückgängig.
- 2013 wurden 246 Wohnungen "vom Markt genommen" - der niedrigste Wert seit 2001. Von diesen waren 172 im Plattenbau an der Gerokstraße
damit war der abrissstop-beschluss ohnehin überflüssig. die restlichen abrisse von 74 WE in 2013 waren die kleine platte an der nicolaistrasse in johannstadt sowie ein rest in seidnitz. ob der fachferne stop aller abrissabsichten probleme mit sich bringen wird, wenn es um weitere städtebauliche korrekturen geht, ist fraglich. die große platte nicolaistrasse steht ja so auch nur leer als schandfleck herum und hat dennoch eine abrissklausel. ausserdem herrscht der hauptleerstand nach wie vor in den randlagigen plattenbeständen, wo bei meist 5-6-geschossern die oberen etagen leerstehen, weil sie wie auch die randlagige platte generell unattraktiv ist. in solchen lagen ist im zuge von sanierungsmaßnahmen dennoch mit dem rückbau der oberen etagen zu rechen - so beabsichtigt am jägerpark an der heide sowie auch sehr sinnvoll zB in übigau. dieses leerbleibende potential wird real durch keine nachfrage bedient. daher war der abrissstop allein politisches zeichen.

die hohen leerstände in "altstadt" und loschwitz rühren auch von zu hohen preiserwartungen. besonders die "altstadt" ist interessant, bieten die 60er-jahre schlafstädte doch keinerlei adäquate gegenleistung im umfeld für mietniveaus von 7-8 euro kalt und aufwärts. die hohe überalterung in dem bereich macht aufgrund von abgängen in heime und gen friedhof ständig wohnraum leer, zudem stehen nach 20 jahren nach der meist einfachen erstsanierung erneut strategieüberlegungen zum umgang mit diesen beständen an, sodaß zu hoffen ist, daß schon kurzfristig kleinere und mittelfristig größere eingriffe zur städtebaulichen korrektur anstehen. beispielgebend könnte die schweriner strasse und deren umfeld werden. der freistaat sollte diesbezüglich eine förderkulisse anbieten, was derzeit ganz und gar nicht der fall ist.
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