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Alt 24.05.16, 08:53   #91
Wahnfried
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Wahnfried ist ein LichtblickWahnfried ist ein LichtblickWahnfried ist ein LichtblickWahnfried ist ein LichtblickWahnfried ist ein LichtblickWahnfried ist ein LichtblickWahnfried ist ein Lichtblick
Saxonia hat recht, in Italien bestehen die meissten Innen-Staedte und auch viele Doerfer noch aus Gebaeuden welche in der Renaissance, Barock bis Jugendstil errichtet wurden.
Der zweite Weltkrieg hat da nicht viel zerstoert und auch in der Nachkriegszeit wurde wenig abgerissen. Man kann es sich so vorstellen wie die DDR, da fehlte das Geld fuer Neubauten und auch das Geld fuer Renovierungen.
Ich hatte mal beruflich bedingt ein Jahr im Piemont gelebt. Fuer Renovierungen geben die Leute da nur ungern Geld aus, vieles verfaellt und die meissten Mietwohnungen die mir angeboten wurden, waren schon 300 - 500 Jahre alt.
Nur, in Turin wurde wegen den Winterspielen 2006 mal grossflaechig Fassaden neu gestrichen. Ansonsten macht man da nur wenig habe ich den Eindruck, was auch verstaendlich ist wenn man die riesige Anzahl an Altbauten dort sieht.
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Alt 26.05.16, 22:30   #92
BautzenFan
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BautzenFan sitzt schon auf dem ersten Ast
Es ist mir ein großes Bedürfnis, mich mal bei Elli Kny für die exquisiten Fotodokumentationen zu bedanken. Zu der vor wenigen Tagen geposteten Aufnahme hier möchte ich noch einige Infos nachreichen (vom Fotografen betitelt: *Von Aussen ist bisher nur Folgendes sichtbar: Man sieht also, es ging tatsächlich los*):


Foto von Elli Kny

Vor kurzem wurde der erste größere Bauauftrag vergeben, übrigens an eine Fachfirma aus Münster. Ausführungszeitraum und Auftragsumfang sind im zugehörigen Ausschreibungstext wie folgt benannt:
Beginn und Ende der Auftragsausführung: Beginn 17.5.2016; Abschluss 29.10.2016
Endgültiger Gesamtauftragswert: 83 809,42 EUR (ohne MwSt)

Umfang der ausgeschriebenen Leistung:
50 m^3 Abbruch massive Bauteile Mauerwerk und Stahlbeton;
65 m Rückbau Stahlträger;
1 Stück Rückbau historische Treppenanlage 4 Läufe mit Geländer;
650 m^2 Abbruch Dachverkleidung HWL-Platten geputzt;
510 m^2 Abbruch Fußbodenaufbau aus Bodenbelag, Estrich, HWL-Platten;
480 m^2 Abbruch abgehängte Decken Gipsplatten.

Bei der Position * Rückbau historische Treppenanlage* kann es sich nur um das beim großen Schlossumbau (Teilmaßnahme Georgenbau realisiert von 1899 bis 1901) hergestellte kleine Treppenhaus handeln (Jugendstil). Offenbar hatten hier Teile der damaligen Ausstattung das Inferno überlebt (zumindest die genannten *4 Läufe mit Geländer*).


Wie die aktuellen Grundrissdarstellungen zeigen (für den baulichen Zielzustand, siehe Baubroschüre des SMF), verbleibt dieses Treppenhaus, also ich meine funktionell; wie man es gestalten wird ist mir nicht bekannt.
Mit der Pressemitteilung vom 12. Februar 2016 war der Baubeginn für die Gesamtmaßnahme ja schon (wörtlich) für Ende Februar 2016 angezeigt worden. Die Zeit bis jetzt hat man sicher für bauvorbereitende Maßnahmen benötigt. Dazu gehört m.E. ganz sicher auch die Ummantelung der erhaltenen originalen Renaissance-Malereien, zum Schutz vor Beschädigungen beim Agieren der „groben“ Gewerke und vor den dabei zu erwartenden Staubwolken.
Erstaunlicherweise waren Malfelder in etlichen Schildbögen über den Fenstern erhalten geblieben (in relevanten Umfang), hier ein Beispiel:
http://fotothek.slub-dresden.de/foto...at_0007082.jpg

In der oben genannten Pressemitteilung hieß es wörtlich:
„Es ist geplant, entsprechend der historischen Raumfassung die farbige Renaissanceholzdecke und die Wandbemalung zu rekonstruieren.“
In der offiziellen Visualisierung ist allerdings von einer Wandbemalung nichts zu sehen, Lassen wir uns überraschen.

Gegenwärtig läuft eine weitere Ausschreibung mit folgenden Angaben:
Tischlerarbeiten: Kassettentafeln und Lagerboxen.
Geschätzter Wert
Wert ohne MwSt.: 63 865.55 EUR
Herstellung und Lieferung von Mehrschichtplatten in astfreiem Tannenholz mit rückwärtig aufgesetzten Gratleisten,
Lieferung und Montage von Aufbewahrungsboxen. Ausführung mit unbedenklichen Baustoffen (Materialen) hinsichtlich gesundheitsschädigender Inhaltsstoffe.

Der frühe Ausführungszeitraum (Mitte Juli bis Ende August) hat mich zunächst überrascht, denn diese Holztafeln wird man ja erst einbauen können, wenn die Abbrucharbeiten beendet sind und dann die entsprechende Deckenkonstruktion zur Befestigung eingebaut ist. Möglicherweise erklärt sich die zeitige Herstellung der Kassettentafeln dadurch, dass die Ausmalung anschließend im Atelier erfolgen wird.
Die beiden genannten Teilmaßnahmen beinhalten einen Kostenrahmen von jeweils unter 100.000 Euro. Da muss in diesem Jahr noch eine Menge mehr passieren, denn auf der letzten Vergabekonferenz der Stadt Dresden (jedes Jahr im März mit traditioneller Beteiligung des Staatsbetriebes SIB) wurde für den Langen Gang Folgendes bekannt gegeben:
Gesamtbaukosten:
10,464 Mio €
Voraussichtlich verausgabte Haushaltsmittel 2016:
1,7 Mio €
Der Fertigstellungstermin ist derzeit im Herbst 2018 geplant.
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Alt 27.05.16, 00:18   #93
Elli Kny
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^ besten Dank zurück, denn Bilder sind auch immer zum Kommentieren gedacht. Ich bin beim Thema Langer Gang aktuell doof wie n Schaf (naja, nicht ganz) und bekam schon beim Tippen meiner mageren Zeile zum Foto leicht-rote Ohren.

Vielleicht revanchiere ich mich hierbei besser mit neuen Bildern von der Hofseite des Langen Ganges, wo man nichts von Bauarbeiten spürt.
Also nun ergänzend noch schöne Stallhofmotive vom Wochenende:



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Alt 28.05.16, 10:12   #94
Arwed
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Hallo Bautzenfan,
es freut mich auch in diesem Forum von Dir zu lesen! Deine gründlichen Analysen zum Schloss lese ich immer besonders gerne.
Zu den Umbauarbeiten am Jagdtreppenhaus (so heißt es, glaube ich) hatte ich irgendwo mal etwas gelesen, vielleicht bei den Architekten Heine Mildner? Ich habe das aber jetzt leider nicht wiedergefunden. Jedenfalls besteht hier die besondere Herausforderung in der barrierefreien Anbindung der Gewehrgalerie an die Ebenen des Georgenbaus. Wie in den Fotos von Elli Kny (auch hierzu meinen Dank!) gut erkennbar ist, liegen die Geschosshöhen deutlich zueinander versetzt. In dem engen Treppenraum einen Aufzug und die neue Treppe unterzubringen und dabei einen großzügigen Ausstellungsrundgang zu ermöglichen, das ist schon eine ordentliche planerische Herausforderung.
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Alt 29.05.16, 22:16   #95
Elli Kny
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Taschenbergpalais - Rundgang


Da die meisten wohl vorwiegend die Straßenansicht kennen, nun auch mal ein paar ergänzende Einblicke in Augusts einstiges coseliges Präsent.
Zunächst gehts gewohnt durch den Hauptzugang. Das Gebäude ist aufgrund zahlreicher Verkaufsläden und Gastronomien durchaus für jedermann zugänglich, allerdings betrifft dies wohl nur die Erdgeschosszone.



Im westlichen Straßenhof des Hauptzugangs befinden sich zwei prunkvolle Barockbrunnenanlagen - einmal Triton und einmal Nereide, jeweils garniert durch allerlei Muschelwerk und Putten - wie auf wiki nachlesbar ist. Eigentlich wollte ich nur diese Brunnen inspizieren, die gar schon 1990 restauriert sowie durch Duplikate ersetzt wurden. (Fragt man sich, wo verblieben seither die Originale? Und warum schon 1990?)

Also hier nun Herr Triton ... :



... und dessen weibliches Gegenüber: Nereide - etwas in ungünstiger Schattenecke:



Vom Hof erspäht man jenseits der prunkvollen Tor- und Zaunanlage unser pöppelmannsches Wunderwerk:



Vorbei an einem Exquisitladen für Statuetten, Gemälden und Interieurs betreten wir den selten gezeigten großen Innenhof des Großpalais', weswegen ich ebenso die Örtlichkeit aufsuchte (zunächst der Blick gen Ost):



Hier die Nordseite der Hoffassaden, die etwas schlichter wirkt:



In formvollendeter, jedoch nicht überladener Noblesse: die Südseite des Hofes mit aufwendigerem Mittelrisalit:


^ das Pano öffnet den Blick und zeigt noch die beiden seitlichen Ausbuchtungen der Ecken, welche sich im Dachbereich gekonnt fortsetzen.


Das Treppenhaus am Durchgang vom Grossen Hof zur Straße Taschenberg:



Dort die Öffentlichkeit wieder betretend, zeigt sich die straßenseitige Hauptfassade in ihrem detailreichen Mittelteil:
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Alt 29.05.16, 23:37   #96
Arwed
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Als Ergänzung zu meinem letzten Kommentar habe ich doch noch den von mir erwähnten Beitrag zum Jagdtreppenhaus gefunden: https://www.sib.sachsen.de/fileadmin...le_GB_2014.pdf
Die Planung zur Treppe sieht man auf Seite 19.

Ich habe mir heute erstmals die neue Dauerausstellung "Weltsicht und Wissen um 1600" angesehen. Die ausgestellten Objekte sind wieder großartig. Doch die innenarchitektonische Qualität der Räume fand ich extrem ernüchternd. Mir scheint, dass nach Münzkabinett, Kleinem Ballsaal und Rotem Salon im 2. OG des Georgenbaus entweder die Ideen oder das Geld für die erste Etage alle war. Geradezu erschrocken war ich über das neu eingebaute bzw. umgebaute Treppenhaus. Das wird zwar irgendwann sicher mal ganz schick, doch im Moment ist es noch eine Baustelle - komplett mit Flatterband, provisorischen Abdeckungen und scharfen Kanten. Da muss etwas ganz übel schief gegangen sein, wenn man sich entschieden hat, die Treppe in diesem Zustand zu eröffnen (Firmeninsolvenz? / Rechtsstreit?).
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Alt 31.05.16, 01:48   #97
Rundling
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Zitat:
Zitat von Elli Kny Beitrag anzeigen
Und wieder führt der Ersatz der Schadpartien durch neue Sandsteine zur meinerseits recht ungeliebten "Sprenkel-Optik", die die architektonische Wirkung und Harmonie stets gehörig stört.
Wenn das der Endzustand ist, sehe ich das genau so.

Aber eigentlich wollte ich ein paar schöne Bilder posten, gewissemaßen...
Zitat:
Zitat von Elli Kny Beitrag anzeigen
zum Vergleich (quasi Vorzustand)


Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

veröffentlicht 1899, ich wollte sie der schönen Details wegen nicht verkleinern, deshalb als Link.


Hier noch ein anderes Gebäude, bei dem ich aber schlauerweise die Bildbeschreibung versemmelt habe:
Bonus
aber ihr wisst bestimmt sofort, was das ist, bzw. war...
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Alt 31.05.16, 09:08   #98
Max_x
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Der Vasen nach zu urteilen, ist das der Eingang zum Landhaus. Dürfte sich also auf der gegenüberliegenden Seite der Wilsdruffer befinden. Dachte zuerst, dass es am Sachsenplatz war, ich meine da ein sehr ähnliches Gebäude gesehen zu haben. Da passt das aber nicht mit dem Zaun.
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Alle Bilder sind von mir, wenn nicht weiter angegeben.
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Alt 06.06.16, 00:47   #99
Elli Kny
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Wallpavillon des Zwinger - update

Wenngleich schon vor Monaten das Dach fertig war, ist laut SäZ nun das Dach wohl auch endlich "dicht". Egal. Ich habe noch Bilder der letzten Tage:

Blicke vom Zwingerteich aus:


Mein Augenmerk lag weniger beim Dach als vielmehr auf den platischen Schmuckdetails:




ausführlichere Bauerklärungen fand ich erstmals am Bauzaun im zwingerhofseitig:
(ich hoffe man kanns erkennen, ansonsten notfalls eine Lupe zur Hand nehmen und raten )






weitere Impressionen des Umfeldes




DD-TV meldet derweil den Umzug der Orangeriebäumchen in den Zwingerhof für nächstes Jahr an.
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Alt 06.06.16, 01:02   #100
Elli Kny
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Semperoper

Pantherquadriga schon fertig und nun von Vogelscheiße befreit - na was sonst.
vorher (mit) und nachher (ohne) - also wenn sie es bei den Steinen auch so genau nehmen würden!
Mich hat die leichte Patina - woraus auch immer bestehend - nicht gestört. Irgendwen jedoch schon.



Hier entsteht derzeit die neue Ticketzentrale ... nee, kleiner Scherz, ... es werden nur die beiden den haupteingang flankierenden "Torwächter" renoviert oder ggf nur: siehe Pantherquadriga.

^ Ich hoffe, die beiden eingehausten Herren zu Füßen der Oper haben mit dem Spruch auf dem Interimsbildschirm drüber nichts zu tun.
Die gerade aus dem Hause tretende Kundschaft kann ja wohl nicht gemeint sein.
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Alt 07.06.16, 00:46   #101
Elli Kny
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^ die Videoleinwand wurde nun per 6.6.'16 wieder entfernt, wie die Presse meldet.


über das
Residenzschloss

In der DDR-Monographie "Denkmale der Geschichte und Kultur" (Henschelverlag 1974, Hrsg.: Institut für Denkmalpflege) taucht eine kurze Abhandlung über das Schloss auf (Seiten 189 und 190 auf), die für den einen oder die andere von Interesse sein könnte:

Deutlich werden die permanenten Versuche, Stückchen für Stückchen an der Ruine voranzukommen oder die Substanz zu sichern. Bemerkenswert allein die Bemühungen in den 1960er Jahren.

^ erstaunlich, wie schon zur Redaktionszeit von einem umfangreichen Wiederaufbau ausgegangen wurde. Sicher mochte und konnte sich damals niemand ausmalen, wie lange ein solches Unterfangen unter damaligen Verhältnissen gedauert hätte. (^ im Bild unten rechts der Textabsatz von Seite 190).


Dazu gabs im Bildteil eine Aufnahme des Pretiosensaals des Grünen Gewölbes
(angegebene Bildquelle: Renate Opitz und Anita Wachs)
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Alt 10.06.16, 01:55   #102
Rundling
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@Elli Kny: Das letzte Bild in Beitrag #99 sieht ein bisschen verzerrt aus...

Zitat:
Zitat von Max_x Beitrag anzeigen
Der Vasen nach zu urteilen, ist das der Eingang zum Landhaus. Dürfte sich also auf der gegenüberliegenden Seite der Wilsdruffer befinden. Dachte zuerst, dass es am Sachsenplatz war, ich meine da ein sehr ähnliches Gebäude gesehen zu haben. Da passt das aber nicht mit dem Zaun.
Danke für den Tipp, damit war es recht einfach zu finden: Wilsdruffer --> König-Johann-Straße Dresden --> 2. Treffer in der Bildersuche Link --> 2. Haus (neben dem Eckhaus links)

Damit ich hier aber nicht zu sehr vom Thema abweiche, noch eine Idee...



vermutlich von Hans Erlwein.
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Alt 11.06.16, 15:58   #103
Elli Kny
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^ vielleicht Erlweins Kinderstube. Zumindest entspricht das Brückengeländer nicht den heutigen Fohrschrüften.


Grosses Schauspielhaus
am Postplatz wird baulich überholt

Wie schon aus den Programmflyern ersichtlich war, schließt das Haus für etliche Monate, nutzt dafür aber auch die Sommerpause beim Theater.
Mich erstaunt die Sanierungserfordernis, die 10-Mio-Investition des SIB ist aber voll berechtigt, sinnvoll und bedient vorwiegend die technischen Aspekte, die man als Besucher nicht so wahrnimmt. Der Freistaat muß es finanzieren und es macht schon bissel traurig, dass die Gelder so oft erneut in den hochfrequentieren Nutzbestand fließen müssen (Gemäldegalerie, Operncafé, nun hier etc...) anstatt mal endlich an z.B. den beiden Palais (Gr.Garten, Palaisgarten) voranzukommen oder an einem der vielen tollen Dinge, die diese Stadt baulich noch entbehren muss.

Süffisant: das Motto der lang vorbereiteten und eng terminierten Baumaßnahme lautet: "Wir wollen kein Hamburg oder Berlin!" (Ludwig Coulin, SIB-Chef) - Anm.: klar, oder?!

DD-TV

DNN

SäZ (ähnlich wie DNN)

Der Umbau geht leider auch einher mit dem Ende einer großartigen Intendanz von Wilfried Schulz. Damit wechseln - für die Theaterwelt üblich - ebenso große Teile des Ensembles aus, sodass ab neuer Spielzeit/Intendanz stets von vorn begonnen wird.
Die verlängerte Spielpause wird jedoch durch zahlreiche Interimspielorte in der Stadt gemildert - wie zB die Schlosskapelle, genanntes Palais im Gr. Garten sowie auch mal Open Air auf dem Theaterplatz.
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Alt 06.07.16, 07:13   #104
BautzenFan
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Ich habe mal die zeitliche Entwicklung der vom Land Sachsen verausgabten Gelder für den Wiederaufbau des Schlosses in einem Diagramm dargestellt (seit 1. Juli 1990; Tag der Währungsunion):



Anhand der Funktionskurve offenbaren sich zwei signifikante „Dellen“ in der Mittelbereitstellung. Der erste Knick zeigt sich in den Jahren um die Jahrtausendwende, was sich wie folgt erklären lässt. Bis 1997 wurde im Prinzip – Schritt für Schritt – nach den alten DDR-Planungen gebaut, ein durch den neuen Bauherren bestätigtes Gesamtkonzept lag noch nicht vor. Dazu kam es dann mit dem Kabinettsbeschluss vom 16.12.1997. Dies wiederum führte anschließend zu umfangreichen Anpassungen (wie ich es mal nennen will), nicht zuletzt in der Ausschreibungs- und Vergabepraxis. Der Baufortschritt verlangsamte sich spürbar (fehlender Planungsvorlauf).
Ab 2002 nahm das Bautempo wieder deutlich an Fahrt auf – in den Folgejahren waren die jährlich vom Freistaat ausgereichten Mittel sogar noch höher als in der ersten Hälfte der 1990er Jahre:
vom Juli 1990 bis Ende 1995 jährlich ca. 14 Mio Euro (gemittelter Durchschnittswert im angegebenen Zeitraum)
vom 01.01.2002 bis 31.12.2009 jährlich ca. 16 Mio Euro (gemittelter Durchschnittswert im angegebenen Zeitraum)
Die zweite Delle – ab 2011 – resultierte aus den verstärkten Sparzwängen des Landes infolge der Finanzkrise. Nunmehr scheint auch diese zweite „Langsam-Phase“ überwunden zu sein.
Bei der Extrapolation (rot gestrichelt) bin ich freilich sehr optimistisch ran gegangen. Für die Paraderäume ist die Fertigstellung bis September 2019 zwar ziemlich sicher (weil mittlerweile offiziell verkündet). Aber für das Gesamtvorhaben eben noch nicht, obwohl das in letzter Zeit immer mal wieder zu lesen ist (allerdings nicht von offizieller Stelle). Außer dem Kleinen Ballsaal und der Gewehrgalerie sind gegenwärtig auch Ausbauarbeiten im 1. OG des Ost- und NO-Flügels im Gange (moderne Gestaltung) und offenbar schon recht weit gediehen. Dort wurden kürzlich der Einbau einer Schließanlage und die rückseitige Bespannung der Vitrinen beauftragt. Von anderen Bereichen hat man aber schon lange nichts mehr gehört:
- Gotische Halle mit Kemenate
- Säle im 2. OG des Nordflügels (auch ein Mega-Projekt: Großer Ballsaal, Turmzimmer, Propositionssaal)
- Schlosskapelle
- Gastronomie im EG des NO-Flügels
- Hofgestaltung incl. Pflasterung
Ende des Jahres wird die Richtung vielleicht klarer, wenn nämlich der neue Doppelhaushalt des Landes für 2017/2018 bestätigt wird (mit den entsprechenden Ausgabenplanungen für das Schlossprojekt). Und, um das nicht zu vergessen, laut Aussage des sächsischen Finanzministers vom Januar 2016 hat der Bund für die nächsten Jahre weitere 18 Mio € für das Schloss zugesagt.
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Alt 07.07.16, 01:35   #105
Elli Kny
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^ der Freistaat mauschelt aber die zuletzt zuverlässig zugeflossenen Zuschüsse des Bundes unter, sein Anteil bleibt verringert. Mit dem Terminus "Finanzkrise" ist hier konkret doch vielmehr die hausgemachte Landesbankpleite zu verstehen, die den glammheimlichen Aufbau eines Sicherungsfonds von zuletzt konstant gut 1,5 Milliarden Euronen Volumen erzwang, was gepuffert durch Einsparungen in vielerlei Ressorts gelang. Dennoch bleibt es supertraurig, daß nach wie vor ca. 35 - 40 Mio Euro Quartalsabschlag gen Gläubiger in Südwest abfließt, also jedes Quartal 2 Palaisrekos vom Schlage des Palais im Grossen Garten. Da hätte ich durchaus bessere Verwendungszwecke angedacht.
Der Schlossausbau bleibt natürlich trotzdem eine großartige Sache und es geht ja auch voran. Von einem fixen Abschlußzeitpunkt hatte man sich längst verabschiedet. Sollten es hier oder da ein paar Jährchen mehr werden, wirds niemanden jucken.


Meldung: Das Münzgassenportal der Brühlschen Terrasse ist nun fertig ausgebessert
SäZ berichtet.
Hier nochmal die nun sogar etwas aufgehellte Sandsteinoptik des Tores: Fotolink
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