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Alt 07.06.16, 15:45   #16
kato2k8
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kato2k8 ist im DAF unverzichtbarkato2k8 ist im DAF unverzichtbarkato2k8 ist im DAF unverzichtbarkato2k8 ist im DAF unverzichtbarkato2k8 ist im DAF unverzichtbarkato2k8 ist im DAF unverzichtbarkato2k8 ist im DAF unverzichtbarkato2k8 ist im DAF unverzichtbar
Ich dachte beim Liefern jetzt auch grundsätzlich mehr in Richtung der Waschmaschine als der Lebensmittel - also in Richtung von Gebrauchsgütern, für deren Transport ein Auto als notwendig angesehen wird, was im Grunde ja alles ab dem Getränkekasten aufwärts ist.
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Alt 30.11.16, 09:48   #17
Tomov
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Tomov ist essentiellTomov ist essentiellTomov ist essentiellTomov ist essentiellTomov ist essentiellTomov ist essentiellTomov ist essentiellTomov ist essentiellTomov ist essentiell
@Konstantin
Also, da muss doch kurz einwenden, dass der Berliner ÖPNV sowohl im Vergleich mit anderen deutschen Städten bezüglich Abdeckung und Qualität, als auch im Vergleich mit internationalen Metropolen bezüglich Kapazitätsauslastung sehr gut dar steht. Das Problem ist, dass zu viele Berliner meinen, morgens allein mit dem Auto zur Arbeit fahren zu müssen. Das macht in London (fast) kein Mensch. Das wird auch so bleiben, bis der Leidensdruck größer wird als die Hemmschwelle die U-Bahn zu verwenden. Wahrscheinlich muss man auch das Parkplatzangebot am Zielort, d.h. Arbeitsplatz reduzieren.
https://www.youtube.com/watch?v=nbV7CESh6pI
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Alt 30.11.16, 10:46   #18
Pumpernickel
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Pumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz sein
Man kann das auch nicht pauschalisieren. So ist ein Freund von mir Staatsanwalt und der fährt sehr ungern ÖPNV, weil er niemandem begegnen möchte, den er einmal angeklagt hat...was mit der Zeit im Beruf eben sehr viele Menschen sind. Ein Außendienstler muss ständig zu Kundschaft rausfahren. Die zig berufstätigen Eltern aller möglicher Berufe, die Arbeit und Kinder und Haushalt unter einen Hut bringen müssen und dazu schon aus Zeitgründen einfach zwingend mit dem eigenen PKW in die Arbeit müssen, auf dem Heimweg nach Feierabend noch gleich Einkäufe ins Auto laden oder Kids irgendwo abholen müssen, etc...

es ist halt nicht jeder Lebenskünstler, Junggeselle, Student, Langzeitarbeitsloser, usw., auch nicht in Berlin. Es kann nicht jeder so einfach komplett auf den PKW verzichten.

Wichtig sind IMHO Schwerpunktsetzungen IM ZENTRUM und auch vernünftige Alternativen. Und zwar jenseits der BVG. Fahrradtechnisch ist Berlin zB ein "Entwicklungsland" und bisher ist auch RRG nicht über vage Ankündigungen hinaus gekommen. Mittelstädte wie zB Augsburg betreiben aktiv Car Sharing über ihre kommunalen Stadtwerke zum Selbstkostenpreis, in Berlin überlässt man das dem Markt und profitorientierten Unternehmen, die entsprechend eben auch nur die Kundengruppen und Räume mit Carsharing abdecken, die sich "rechnen" - öffentliche Daseinsvorsorge ist damit nicht zu machen.

Für die alternde Gesellschaft und die besonderen Mobilitätsbedürfnisse der Senioren, deren Zahl auch in Berlin "explodieren" wird und die man nicht alle ins Altenheim stecken kann, nur weil sie mobilitätseingeschränkt sind, hat Berlin auch keinerlei Antworten, da sind deutlich kleinere Städte auch wesentlich weiter, zB eine Mischung aus Fahrdienst und Rufbus für Senioren.

Summasummarum, in Berlin fehlt ein Gesamtkonzept. Und einfach aus dem Status Quo immer mehr Autostraßen herauszuknapsen und die Bürger dann schauen zu lassen, wie sie damit klar kommen, ist einer deutschen Kommune in meinen Augen unwürdige Planlosigkeit (muss man gar nicht so hoch hängen von wegen "einer Hauptstadt unwürdig", so kann man auch in Böblingen nicht kommunale Verkehrsplanung betreiben). Aktuell muss man tatsächlich feststellen, dass städtebauliche Planung und Verkehrsplanung in Berlin nicht Hand in Hand gehen und tatsächlich ideologische Anti-Auto Politik von den linken Parteien für ihr klassisches Wählerspektrum (Arbeitslose, Studenten, Lebenskünstler, "Alternative",...) gemacht wird, die in Berlin meist tatsächlich ohne Auto bestens klar kommen (oder sich erst gar keines leisten können).
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Alt 30.11.16, 11:30   #19
Architektenkind
 
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Zitat:
Zitat von Pumpernickel Beitrag anzeigen
es ist halt nicht jeder Lebenskünstler, Junggeselle, Student, Langzeitarbeitsloser, usw., auch nicht in Berlin. Es kann nicht jeder so einfach komplett auf den PKW verzichten.
Und solange die von Dir geteilte Einstellung vorherrscht, dass der ÖPNV was für Twens, "Versager" und schräge Vögel ist, während "richtige" Erwachsene selbstverständlich mit dem PKW fahren, wird sich daran auch nichts ändern.

Zitat:
Zitat von Pumpernickel Beitrag anzeigen
Aktuell muss man tatsächlich feststellen, dass städtebauliche Planung und Verkehrsplanung in Berlin nicht Hand in Hand gehen und tatsächlich ideologische Anti-Auto Politik von den linken Parteien für ihr klassisches Wählerspektrum (Arbeitslose, Studenten, Lebenskünstler, "Alternative",...) gemacht wird, die in Berlin meist tatsächlich ohne Auto bestens klar kommen (oder sich erst gar keines leisten können).
Du hast natürlich recht - die Jahrzehnte, in denen Milliarden für überflüssige U-, S- und Trambahnlinien verschleudert wurden, nur damit arbeitscheues Öko-Gesindel zum Betteln günstig in die City kommt, müssen endlich mal vorbei sein! Man weiß ja vor lauter ÖPNV gar nicht mehr, wo noch ein Auto hinpasst. Hoffentlich kann es bald wieder heißen: Freie Fahrt für freie Bürger!

Aber im Ernst: Dass R2G darüber nachdenkt, die Parkraumbewirtschaftung* zu erweitern und in fünf, sechs Jahren mit Glück der Bau einiger neuer Straßenbahn-Linien beginnt, ist für Dich schon die ideologisch motivierte Bevorzugung einer linken Klientel? Und schädlich für "normale" Leute? Mit dieser Denke wird es in einer wachsenden Stadt niemals gelingen, das PKW-Aufkommen auch nur auf stabilem Niveau zu halten.

(*Ich gehe fest davon aus, dass Anwohner spezielle Parkausweise bekommen und keine neuen Kosten tragen müssen.)

Geändert von Architektenkind (30.11.16 um 12:52 Uhr) Grund: Tippfehler behoben.
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Alt 30.11.16, 11:33   #20
DaseBLN
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^^ Es ist immer wieder amüsant zu lesen, dass sich bestimmte Kreise einfach nicht vorstellen können oder wollen, dass auch mit einem guten Gehalt (bzw. einem guten steuerpflichtigen Gewinn), mit Partnerin bzw. Partner und mit Kindern - anders gesagt: als Nichtarbeitsloser, Nichtstudent, Nichtlebenskünstler, Nichtalternativer eine Welt ohne eigenes Auto vorstellbar ist. Aber die "richtigen" Erwachsenen müssen scheinbar alle täglich mehrfach quer durch die Stadt.
__________________
Alle Bilder, soweit nicht anders angegeben, von mir.

Fotos im DAF: Moskau (Neue Bilder)
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Alt 30.11.16, 11:49   #21
Tomov
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Zitat:
Zitat von Pumpernickel Beitrag anzeigen
Man kann das auch nicht pauschalisieren. So ist ein Freund von mir Staatsanwalt und der fährt sehr ungern ÖPNV, weil er niemandem begegnen möchte, den er einmal angeklagt hat...was mit der Zeit im Beruf eben sehr viele Menschen sind. Ein Außendienstler muss ständig zu Kundschaft rausfahren. Die zig berufstätigen Eltern aller möglicher Berufe, die Arbeit und Kinder und Haushalt unter einen Hut bringen müssen und dazu schon aus Zeitgründen einfach zwingend mit dem eigenen PKW in die Arbeit müssen, auf dem Heimweg nach Feierabend noch gleich Einkäufe ins Auto laden oder Kids irgendwo abholen müssen, etc...
Am besten mit den Ausnahmen anfangen...

Zitat:
Zitat von Pumpernickel Beitrag anzeigen
es ist halt nicht jeder Lebenskünstler, Junggeselle, Student, Langzeitarbeitsloser, usw., auch nicht in Berlin. Es kann nicht jeder so einfach komplett auf den PKW verzichten.
In London oder Paris sind bestimmt weniger Menschen 'Lebenskünstler'.

Zitat:
Zitat von Pumpernickel Beitrag anzeigen
Wichtig sind IMHO Schwerpunktsetzungen IM ZENTRUM und auch vernünftige Alternativen. Und zwar jenseits der BVG. Fahrradtechnisch ist Berlin zB ein "Entwicklungsland"...
Da steht viel im Koalitionsvertrag zum Fahrradverkehr und Car-Sharing-Angebote gibt es genügend, die Leute müssen sie nur nutzen, oder auch mal Fahrgemeinschaften bilden, die Sonderrechte bekommen könnten.


Zitat:
Zitat von Pumpernickel Beitrag anzeigen
Summasummarum, in Berlin fehlt ein Gesamtkonzept. Und einfach aus dem Status Quo immer mehr Autostraßen herauszuknapsen und die Bürger dann schauen zu lassen, wie sie damit klar kommen.
Genau das muss man tun, damit sie aufhören überall mit dem Privatwagen hinzufahren. Das nennt sich schlicht Faulheit. Die jenigen die es müssen, werden auch weiter fahren. Niemandem soll es verboten werden, es soll lediglich teurer und und nachteiliger sein als den ÖPNV zu nutzen. Jedenfalls beim durchfahren der Altstadt.
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Alt 30.11.16, 12:22   #22
Bau-Lcfr
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Bau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle Zukunft
Zitat:
Zitat von Pumpernickel Beitrag anzeigen
... ideologische Anti-Auto Politik von den linken Parteien für ihr klassisches Wählerspektrum (Arbeitslose, Studenten, Lebenskünstler, "Alternative",...) gemacht wird ...
In den anderen Metropolen (London, Paris usw.) wird der Autoverkehr möglichst eingeschränkt, bloß weil er zuviel Platz verbraucht, den man besser nutzen kann: Fußgängerzonen, Bebauung, Grünanlagen usw. Dort geht es sogar ohne dass irgendwer ständig mit Beleidigungen um sich wirft. Ich gebe zu, dass ich während meiner Berliner Besuche die Hauptverkehrsschneise der Fischerinsel möglichst mied, weil sie als solche viel zu unwirtlich ist (den kriminellen langzeitarbeitslosen Studenten sollte man vielleicht noch Touristen hinzufügen, die als unwürdige Randgruppe die Städte nicht bloß mit dem PKW durchfahren?) - und wenn sie so ist, leidet auch die Attraktivität als Wohnort oder Bürostandort darunter.

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Zitat:
Ich gehe fest davon aus, dass Anwohner spezielle Parkausweise bekommen und keine neuen Kosten tragen müssen
Nö - etwa in der Breslauer Altstadt gilt die Bewirtschaftung auch für etliche Hinterhöfe und das ohne Ausnahme. Wer will, kann einen Stellplatz in einem der Parkhäuser mieten.
__________________
Alle Fotos von mir. Fotos der Städte Europas, Düsseldorf 2017
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Alt 30.11.16, 12:34   #23
Architektenkind
 
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Zitat:
Zitat von Pumpernickel Beitrag anzeigen
ideologische Anti-Auto Politik
Nachtrag:

- Jede Bundes- und jede Landesregierung bisher hat viel mehr in die Straße investiert als in die Schiene - Rot-Grün eingeschlossen.
- KFZ- und Mineralölsteuer decken schon diese Ausgaben nicht einmal im Ansatz ab, und die gewaltigen Folgekosten durch Umwelt- und Klimaschäden werden nicht einmal berechnet.
- Der MIV ist für einen Großteil der Stickoxide, der Ruß- und der Feinstaubpartikel verantwortlich, die in den Städten die Atemluft belasten.
- Pro Jahr kommen in Deutschland über 4.000 Menschen im Autoverkehr ums Leben.
- Deutsche Autokonzerne haben ihre Kunden nach Strich und Faden betrogen; die vermeintlich bloß noch Veilchenduft emittierenden Dieselmotoren von VW, BMW & Co. sind in Wahrheit schlimmere Dreckschleudern als ihre 20 Jahre alten Vorgängermodelle.

All das ist allgemein bekannt, jeder weiß es. Aber es wird einfach geschluckt, als unvermeidlich hingenommen und schulterzuckend abgetan. Sobald es aber jemand wagt, Parkuhren aufzustellen, gilt er als "Anti-Auto-Ideologe", der auf dem Rücken der Allgemeinheit Politik für obskure Randgruppen mache. Ich habe keinen Bock mehr, diesen zutiefst ideologischen ADAC-Mainstream als Gesprächsbasis hinzunehmen.

P.S. @ Bato: Ich weiß, alles Off Topic. Aber hier findet nun mal die Debatte statt. Kann meinetwegen in den Stadtverkehrs-Strang verschoben werden.
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Alt 30.11.16, 13:27   #24
Odysseus
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Odysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiell
Ich denke, die Verkehrsdiskussion wird in nicht allzu langer Zeit zu einer Phantomdiskussion. Die gesamte Welt der Fortbewegung und Mobilität wird sich in den nächsten 20 Jahfren so derart fundamental verändern, wie es seit der Erfindung des Automobils und des Flugzeugs nicht mehr war. Es wird Quantensprünge geben, die man sich heute nicht mal im Ansatz vorstellen kann.

Dies betrifft nicht nur die Elektromobilität. Die Digitalisierung des Verkehrs wird völlig andere Nutzungen bestehender Straßen möglich machen. Wenn nicht mehr der Mensch entscheidet, wo er hin fährt, sondern der Verkehr praktisch zentral gesteuert wird, sind ganz andere Auslastungen bestehender Strecken möglich. Zudem ist heute schon klar, dass dann mit viel geringeren Abständen zum Vordermann gefahren werden kann. Auch dies wird zu massiven Entlastungen führen.

Und zudem wird sich das Nutzungsverhalten signifikant verändern. Erst Schritte sind dazu bereits zu beobachten. In der Zukunft ist es viel wahrscheinlicher, dass der Verkehr so funktioniert, dass man selbst kein Auto mehr besitzt, sondern vielmehr selbstfahfrende Mobile anfordert, die einen von A nach B bringen, völlig autonom, mich am Ziel rauslassen und gleich den nächsten Passagier einsammeln. Dies wird die Mobilität der Zukunft sein.

In einer Welt, in der auf absehbare Zeit das Selbstfahren nicht mehr erlaubt sein wird, wird Autofahren eher zu einer individuellen Variante des öffentlichen Verkehrs werden, also eine S-Bahn im kleinen. Es ist nicht vorstellbar, dass in einer dann völlig automatisierten Welt die Menschen noch bereit sind, wie heute Fahrzeuge selber zu besitzen, die 95% der Zeit in Garagen oder am Straßenrand stehen.

Die Digitalisierung des Verkehrs wird die Fortbewegung so fundamental verändern, dass ich diese ganzen Verkehrsdebatten als völlig gestrig betrachte. Die Massen an Individualverkehr wird es in 30 Jahren vermutlich nicht mehr geben. Daher wäre etwas mehr Gelassenheit in dieser Übergangsphase der richtige Weg.
Odysseus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.16, 14:26   #25
ErichFritz
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ErichFritz sorgt für eine nette AtmosphäreErichFritz sorgt für eine nette AtmosphäreErichFritz sorgt für eine nette Atmosphäre
^
Zustimmung. Nur befürchte ich, dass das etwas länger brauchen wird. Weiterhin wird in der Stadt auch viel "ungesteuerter" Verkehr wie Radfahrer und Fußgänger unterwegs sein, sodass das Optimierungspotenzial Grenzen hat. Insofern werden auch weitere kreuzungsfreie Verkehrsmittel Relevanz haben. Dies sind S- und U-Bahn, welche wegen der großen Kapazitäten und hohen Geschwindigkeit mittelfristig auch nicht zu ersetzen sein werden. Hier besteht aber auch noch enormes Optimierungspotenzial hinsichtlich führerloser Steuerung -> höhere Taktfolge etc.

Busse und Straßenbahnen werden hingegen überflüssig werden. Unflexibles Angebot, geringe Kapazität, langsam, und Straßenbahnen auch noch spurgebunden; Relikte vergangener Zeiten.

Der heutige Straßenbahnausbau in Berlin ist dermaßen rückwärts gewand, da könnte man auch gleich Hufschmiede an den Straßenkreuzungen ansiedeln. Genauso Geldverschwendung.
ErichFritz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.16, 14:44   #26
Akustiker
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Akustiker sitzt schon auf dem ersten Ast
Ach, S- und u-Bahnen sind das Verkehrsmittel der Zukunft, Straßenbahnen jedoch rückwärtsgewandt und Relikte vergangener Zeiten? Gerade in Berlin gibt es in Teilbereichen nur marginale Unterschiede zwischen U-Bahnen und Straßenbahnen. Spurgebunden sind übrigens beide.

Straßenbahnen haben dabei eine höhere Flexibilität, weit geringere Kosten sowohl bei Errichtung wie bei Betrieb, einen deutlich geringeren Flächenverbrauch und sind (bei separatem Gleisbett, sonst macht es wirklich keinen Sinn) deutlich schneller als der MIV.

U-Bahnen gibt es auch, können aber faktisch kaum noch neu gebaut werden - man sieht ja den Zeit- und Kostenaufwand bei der U55.

Also irgendwie ergibt Deine Kategorisierung jenseits persönlicher Vorlieben keinen Sinn.
Akustiker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.16, 14:50   #27
Pumpernickel
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Pumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz seinPumpernickel kann im DAF auf vieles stolz sein
ihr missversteht mich. Ich bin nicht gegen eine Verkehrswende. Ich kritisiere lediglich, dass in Berlin einfach nur die Autofahrer immer mehr gegängelt werden aber gerade keine Verkehrswende aus einem Guss eingefädelt wird. Die Ursache ist klar, neue Schilder aufzustellen kostet nur Peanuts im Vergleich dazu, ein attraktives Radwegenetz aufzubauen, Car Sharing als Daseinsvorsorge zu betreiben (ÖPNV wird ja auch nicht den Marktmechanismen überlassen) und ja, auch zB über neue Strecken für Tram, S- und Ubahn für die wachsende Metropole nachzudenken.

Wenn man Alternativen aufgebaut hat und dann Veränderungsresistente zum Umdenken zwingt ist das ok. Aber die aktuelle Sparlösung, weil man sich den großen Wurf nicht leisten kann oder will aber trotzdem der linken Klientel Aktionismus vorweisen will, führt nur zu mehr Stau, längerer Parkplatzsuche und Umwegen und damit zu mehr, nicht weniger, Verkehr und Emissionen. Wäre Berlin nicht mit sovielen Straßenschneisen "gesegnet" ein Rezept für den Verkehrsinfarkt. Aber bestimmt keine Verkehrswende.
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Alt 30.11.16, 15:24   #28
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Zitat:
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In der Zukunft ist es viel wahrscheinlicher, dass der Verkehr so funktioniert, dass man selbst kein Auto mehr besitzt, sondern vielmehr selbstfahfrende Mobile anfordert, die einen von A nach B bringen, völlig autonom, mich am Ziel rauslassen und gleich den nächsten Passagier einsammeln. Dies wird die Mobilität der Zukunft sein.
Das glaube ich auch, aber ich sehe darin einer große Gefahr: Derzeit steigen viele auf Fahrrad, Busse und Bahnen um, weil sie merken, dass sie so schneller sind als mit dem im Stau stehenden PKW. Wenn aber der Computer und eine zentrale Verkehrssteuerung das Fahren übernehmen, wird dieser zarte Trend wieder erstickt werden. Fast alle werden ins bequeme Auto zurückkehren, und trotz besserer Steuerung und weniger Privatwagen wird der Ressourcen-, Energie- und Flächenverbrauch gigantisch bleiben.

Ein Rechenbeispiel: Ein Vollzug der S-Bahn-Baureihe 481 fasst etwa 1.200 Passagiere. Angesichts der 1,5 Personen, die in Deutschland durchschnittlich in einem Auto sitzen, ersetzt also bereits eine einzige, nur zur Hälfte gefüllte S-Bahn 400 PKW. Derzeit lebt die Menschheit erwiesenermaßen über ihre Verhältnisse - wir müssen den Raubbau an den Ökosystemen drastisch einschränken, wenn die Lebensbedingungen nicht immer prekärer werden sollen. Ein super bequemer Digital-MIV wird dabei ein großes Hindernis darstellen.

Zitat:
Zitat von Akustiker Beitrag anzeigen
U-Bahnen gibt es auch, können aber faktisch kaum noch neu gebaut werden - man sieht ja den Zeit- und Kostenaufwand bei der U55.
Eine günstigere und schneller zu errichtende Variante wären Stadtseilbahnen - andernorts inzwischen recht verbreitet und eine denkbare Alternative z.B. für die U10 in der Danziger Straße. Dennoch muss möglich sein, auch U- und S-Bahnen neu und schneller zu bauen als die U55 oder die S21. Wenn man für jeden Kilometer zehn Jahre Bauzeit einplanen muss, sind politisch die Weichen falsch gestellt (*Schenkelklopf*).

Geändert von Architektenkind (30.11.16 um 16:37 Uhr) Grund: Tippfehler behoben.
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Alt 30.11.16, 15:54   #29
Saxonia
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Zitat:
Zitat von Architektenkind Beitrag anzeigen
wir müssen den Raubbau an den Ökosystemen drastisch einschränken, wenn die Lebensbedingungen nicht immer prekärer werden sollen. Ein super bequemer Digital-MIV wird dabei ein großes Hindernis darstellen.
Welcher Raubbau am Ökosystem wird denn bei uns betrieben? Mir fallen da vor allem Braunkohle-Tagebaue und landschaftsverschandelnde Windräder ein. Beide dienen der Erzeugung von Strom ohne den auch eine Straßenbahn nicht fährt.
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Alt 30.11.16, 15:57   #30
Taxodium
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Taxodium ist im DAF berühmtTaxodium ist im DAF berühmt
Mein Beitrag (# 926) wollte nicht so sehr ein Anstoß sein die aktuelle Verkehrsproblematik in aller Breite zu thematisieren, sondern das Bewusstsein noch mal zu stärken für die Tatsache, dass die endgültige Vernichtung der historischen Innenstadt von Berlin durch die DDR-Planung vollzogen wurde. Besonders im Bereich von Cölln war ungefähr die halbe Bausubstanz nach dem Krieg erhalten, Stadträume und Straßenfluchten waren noch vorhanden.

Erstaunlich ist es das es Forumsteilnehmer gibt, die an dieser Stelle sich immer wieder berufen fühlen diese planerischen Entgleisungen zu verteidigen und gutzureden.

Ohne diese megalomane Straßenplanung bräuchte man sich hier jetzt nicht die Finger Wund zu tippen wie das Problem gelöst, oder wenigstens entschärft, werden kann. In diesem Zusammenhang lohnt es sich den Blick mal auf andere Metropole zu richten, z.B. London. In London ist die Innenstadt nur noch gegen Maut für den MIV zugänglich. Wie das funktioniert ist hier nachzulesen. Das Geld wird direkt in den Ausbau de ÖPNV investiert. Die Ankündigungen von RRG zur Verkehrspolitik klingen daneben wenig durchschlagskräftig, es bleibt bei Kosmetik für die eigene Wählerklientel.
Taxodium ist offline   Mit Zitat antworten
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