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Alt 30.11.16, 16:01   #31
Architektenkind
 
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Zitat:
Zitat von Saxonia Beitrag anzeigen
Beide dienen der Erzeugung von Strom ohne den auch eine Straßenbahn nicht fährt.
Ich habe es geschrieben: Eine halb gefüllte S-Bahn ersetzt 400 PKW. Was braucht wohl mehr Energie? Und mit den Ökosystemen sind natürlich die globalen gemeint - wobei Artensterben und Bodenerosion durch extensive Landwirtschaft auch hier ein Problem sind. Braunkohle hast Du genannt. Ein Überblick findet sich hier. Klar kann man das alles als eine Spinnerei von Grünkernfressern abtun, nur damit man weiter ordentlich Gas geben kann. Am desaströsen Ergebnis wird das aber wenig ändern...

Geändert von Architektenkind (30.11.16 um 16:32 Uhr)
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Alt 30.11.16, 16:07   #32
Odysseus
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Odysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiellOdysseus ist essentiell
Zitat:
Das glaube ich auch, aber ich sehe darin einer große Gefahr: Derzeit steigen viele auf Fahrrad, Busse und Bahnen um, weil sie merken, dass sie so schneller sind als mit dem im Stau stehenden PKW. Wenn aber der Computer und eine zentrale Verkehrssteuerung das Fahren übernehmen, wird dieser zarte Trend wieder erstickt werden.
Ich sehe das nicht mehr als Problem an, wenn die neuen Automobile oder wie die Gefährte dann in Zukunft heißen werden, völlig elektrifiziert sind. Durch die Energiewende und den absehbaren Abschied von fossilen Energieträgern (Kohle, Gas, Öl) und den Einsatz regenerativer Energien ist es ökologisch dann völlig unerheblich, ob man mit dem Fahrad oder mit dem Auto fährt.

Und ich bin mir sicher, dass in dieser automatisierten Welt trotzdem Wege für Radfahrer bleiben werden. Aber man wird ganz neue Optionen fernab der heutigen Fortbewegung haben. Mittlefristig werden sich die Automobile in der Form wohl mehr zu sich bewegenden 4 bis 6 Personen fassenden, ovalen Zellen verschieben, weil die Limitierungen, die die heutige Autoarchitektur durch die Verwendung der klassischen Antriebsstrangtechnologie entstehen, wegfallen werden.

Vermutlich wird der Verkehr der Zukunft aussehen wie eine endlos auseinandergereihte Kette von ovalen Gliedern. Was völlig verloren gehen wird ist wohl das Grunderlebnis Autofahren. Ja, auch ich gebe zu, dass Autofahren für mich auch immer etwas mit Spaß zu tun hatte. Ich fürchte, diese Art des Fahrens wird es in Zukunft fernab eigens dafür zur Verfügung gestellter Areale nicht mehr geben. Um diese Beendigung der "Verkehrsanarchie" ist es schon etwas schade. Aber der Wille des Menschen, auch hier alles zu ordnen und zu systematisieren wird nicht aufzuhalaten sein.

Und für die Umwelt, die Sicherheit, die Auslastung der bestehenden Infrastruktur und die bessere Auslastung der bestehenden Ressourcen ist dieser Schritt wohl unabdingbar, gerade wo in den Megacitys die Zahl der Menschen und damit auch die zu bewegenden Massen immer weiter wachsen werden.

Ich vermute, dass man in 50 Jahren nicht mehr verstehen wird, wie Menschen sich mal selber ein Auto kaufen konnte, was dann 90% der Zeit ungenutzt irgendwo rum stand. Volkswirtschaftlich eigentlich eine total kranke Vernichtung von Ressourcen!
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Alt 30.11.16, 16:32   #33
Taxodium
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Ihr könnt hier gerne Jules Verne spielen, aber das hat mit einem Architekturforum nicht viel mehr zu tun.
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Alt 30.11.16, 22:02   #34
Rainer Tee
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Zitat:
Zitat von Tomov Beitrag anzeigen
Also, da muss doch kurz einwenden, dass der Berliner ÖPNV sowohl im Vergleich mit anderen deutschen Städten bezüglich Abdeckung und Qualität, als auch im Vergleich mit internationalen Metropolen bezüglich Kapazitätsauslastung sehr gut dar steht.
Das mag stimmen, trotzdem erlebe ich immer öfter dass viele Linien inzwischen überlastet sind und man kaum noch in den Zug kommt.

Zitat:
ErichFritz: Busse und Straßenbahnen werden hingegen überflüssig werden. Unflexibles Angebot, geringe Kapazität, langsam, und Straßenbahnen auch noch spurgebunden; Relikte vergangener Zeiten.
Mir fällt mittelfristig kein anderes öffentliches Verkehrsmittel für diesen Bereich ein um eine Alternative zu bieten als die Straßenbahn vom Alex nach Tiergarten und noch weitere Linien.
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Alt 30.11.16, 23:22   #35
ErichFritz
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Zitat:
Zitat von Akustiker Beitrag anzeigen
Gerade in Berlin gibt es in Teilbereichen nur marginale Unterschiede zwischen U-Bahnen und Straßenbahnen.
???
Vergleichen Sie doch mal Kapazität eines Zuges, Geschwindigkeit, Abstand der Haltestellen, da werden Sie deutliche Unterschiede feststellen.

Zitat:
Zitat von Akustiker Beitrag anzeigen
Straßenbahnen [...] (bei separatem Gleisbett, sonst macht es wirklich keinen Sinn) deutlich schneller als der MIV.
Eben. Und separates Gleisbett gibt es im Innenstadtbereich kaum (das ist dort ja gerade der Vorteil der S- und U-Bahn). Im Stau stehen kann man auch im Bus, da braucht man keine Straßenbahn für.

Der wesentliche Vorteil von Straßenbahnen gegenüber Bussen ist deren Vorrang im Straßenverkehr. Würde man Bussen konsequent die gleichen Vorfahrtrechte einräumen, währe der Vorteil der Straßenbahn hin. Auch sollten Busspuren wirklich nur für Busse zugelassen werden (gleicher Effekt wie ein separates Gleisbett der Straßenbahn). Das Erneuerbare-Energie-Argument für Straßenbahnen fällt mit Elektrobussen auch weg. Elektrobusse auf "echten" Busspuren mit Vorfahrt im Straßenverkehr würden alle Vorteile der Straßenbahn aufgreifen und wären dazu noch viel flexibler und günstiger. Das liegt nur an der Politik, Busse ernsthaft im Stadtverkehr zu bevorzugen, dann könnte man sich teure Straßenbahnen sparen. Aber das würde dann natürlich Autos und Taxis etwas benachteiligen, das will dann wieder keiner ...

Dazu sind Schienen auf der Straße gerade für Radfahrer äußerst unangenehm. Und um etwas Architektur reinzubringen: Das ganze Oberleitungsnetz in den Straßen ist auch nicht gerade hübsch.

Zitat:
Zitat von Rainer Tee Beitrag anzeigen
Mir fällt mittelfristig kein anderes öffentliches Verkehrsmittel für diesen Bereich ein um eine Alternative zu bieten als die Straßenbahn vom Alex nach Tiergarten und noch weitere Linien.
Wie oben beschrieben, in meinen Augen sind die Mehrkosten für eine Straßenbahn ggü. Bussen nicht gerechtfertigt. In einigen Jahren werden solche Technologien zur Verfügung stehen: http://www.faz.net/aktuell/technik-m...-14136690.html
Da müssen dann sämtliche ÖPNV-Konzepte überdacht werden. Am besten jetzt schon. Dann kann man sich jetzt Großinvestitionen sparen, die in einigen Jahren eh überflüssig werden.
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Alt 30.11.16, 23:49   #36
Konstantin
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Also, zusammengefasst: alles ist Quatsch. Also bleibt alles beim Alten.
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Alt 30.11.16, 23:58   #37
Rainer Tee
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^^wieviele von solchen kleinen Bussen sind nötig um eine vollbesetzte M4 mit ca. 250 Fahrgästen zu ersetzen die alle 5 min kommt?

Warum sind Straßenbahnlinien gegenüber Buslinien oftmals beliebter und besser ausgelastet?
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Alt 01.12.16, 00:41   #38
ErichFritz
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Zitat:
Zitat von Konstantin Beitrag anzeigen
Also, zusammengefasst: alles ist Quatsch. Also bleibt alles beim Alten.
Jawohl. "Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung"... Wilhelm II

Zitat:
Zitat von Rainer Tee Beitrag anzeigen
Warum sind Straßenbahnlinien gegenüber Buslinien oftmals beliebter und besser ausgelastet?
Gibt es objektive Quellen zur "Beliebtheit"?
Zur Auslastung: Eben weil Straßenbahnen so teuer sind, werden sie nur auf Strecken mit hoher erwarter Auslastung gebaut oder ersetzen erfolgreiche Buslinien.

Zitat:
Zitat von Rainer Tee Beitrag anzeigen
wieviele von solchen kleinen Bussen sind nötig um eine vollbesetzte M4 mit ca. 250 Fahrgästen zu ersetzen die alle 5 min kommt?
Bei solchen Konzepten geht es gar nicht zwingend darum, nur einzelne Linien zu ersetzen. Das würde in Berlin keinen Sinn machen. Man muss sich das als großen neues ÖPNV-System vorstellen; mit Zehntausenden dieser Busse. Die heute bekannten Linien mit festen Haltestellen werden überflüssig werden. Solche Busse werden für die Fahrgäste eine optimale, direkte Route fahren, sodass die Fahrgäste gar nicht mehr umsteigen müssen. Und Zwischenstops, die man im Linienverkehr hat, fallen weg. Somit wird das ganze viel schneller werden. Dadurch ist das System dann sogar schneller als der MIV, da keine Parkplatzsuche etc. nötig ist. Somit wird dann der MIV auch vollständig aus der Innenstadt verdrängt werden können. Letztendlich kann man den MIV nur durch etwas ersetzen, was auch für den einzelnen attraktiver ist. So etwas werden solche Systeme bieten.
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Alt 01.12.16, 09:30   #39
Architektenkind
 
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Ich finde das, wie gesagt, abschreckend; aus zwei Gründen:
  • "Zehntausende" Fahrzeuge fressen Rohstoffe und Energie, die wir auf Dauer besser einsparen sollten. Denn dass ein mit Ökostrom betriebenes Auto so umweltverträglich sei wie ein Fahrrad, ist schlicht ein Märchen. Ökostrom ist umweltfreundlicher als Kohle- oder Atomstrom, deshalb aber noch lange nicht umweltfreundlich. Siehe z.B. Vogelschlag und Infraschall durch Windräder, Verwüstung von Ackerland durch Staudämme, etc.
    Auch Elektro-Autos oder -Busse benötigen bei der Produktion große Mengen an Energie, Stahl, Edelmetallen, Erdöl (für Plastik), Silizium und seltene Erden (für die Elektronik), Lacke und nicht zuletzt eine hochgiftige, sehr große Batterie. Wer glaubt, er wäre umweltfreundlich unterwegs, nur weil es aus dem Auspuff nicht mehr qualmt, liegt falsch.
  • Es ist nicht nur der Umweltaspekt, der mich am Autoverkehr stört, sondern auch die Aufenthaltsqualität in den Städten. Wenn "zehntausende" Fahrzeuge herumrasen und jeden zu jedem Ort karren, den er in die Spracheingabe ruft, heißt das eben auch: Die Straße bleibt zu großen Teilen dem MIV vorbehalten. Die von Odysseus beschriebene "endlos aneinandergereihte Kette von ovalen Gliedern" ist für mich eine echte Dystopie - eine Stadt, in der sich Menschen fast ausschließlich in Häusern aufhalten und dazwischen von Roll-Robotern hin und her transportiert werden. Man würde die sich gerade auftuende Chance vergeben, den öffentlichen Raum wieder auf ein menschliches Maß zu bringen.
Der langen Rede kurzer Sinn: Es mag ja sein, dass Erichs Techno-Utopien wahr werden (schon weil sie der deutschen Autolobby als Rettungsanker in den Kram passen). Man sollte sich aber sehr genau überlegen, was davon man wirklich haben will. Ich für meinen Teil laufe lieber auch mal im Regen fünf Minuten zur U-Bahn, wenn dafür die achtspurigen Verkehrschneisen durch die Stadt verschwinden - das ist mir zigmal lieber, als zu jeder Zeit direkt vor der Tür in den Roll-Roboter springen zu können, um dann in "endlosen Ketten" auf achtspurigen Schneisen ins Büro kutschiert zu werden.
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Alt 07.12.16, 12:44   #40
ErichFritz
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sorry für die späte Antwort, hatte das Verschieben der Beiträge nicht mitbekommen.

S-und U-Bahnen finde ich selber ja auch gut. Doch um den MIV ersetzen zu können, reichen diese nicht aus. Alleine die Kosten für den Neubau sind so groß, das kann keiner bezahlen. Und auch wenn Geld keine Rolle spielen würde, könnte das Netz nicht beliebig engmaschig gestalltet werden. Irgendetwas auf den Straßen wird weiterhin unterwegs sein.

Vor allem aber gibt es sehr viele Leute die auf hohe Flexibilität und Zuverlässigkeit angewiesen sind. Bus, Bahn, Straßenbahn sind da zu unflexibel. Der Bauarbeiter, der jeden Tag auf drei verschiedenen Baustellen arbeiten muss, und dazwischen auch noch etwas zu essen braucht. Der Schneeflugfahrer, der zu jeder Uhrzeit zur Straßenmeisterei muss. Der Feuerwehrmann, der kurzfristig und vor allem zuverlässig, schnellstens zur Wache muss. Die Mutter, die jeden Tag zur Kita, zur Schule, zur Arbeit, zum Einkaufen, wieder zur Schule, zur Kita, ..., muss. Der Rentner, der keine Treppen steigen kann und in der Bahn kaum einen Sitzplatz bekommt. Der Polizist, Arzt, Krankenschwester ...

Wartezeiten, Umsteigen, geringer Takt zur Nachtzeit, schlechte Anbindung der Randgebiete, Ausfälle bei wiedrigem Wetter (nein, wenn die Bahn ausfällt kann man nicht mal schnell ein Taxi nehmen, das machen die 500 anderen Fahrgäste nämlich auch). Für oben genannte Personengruppen kommt deswegen nur ein eigenes Auto in Frage. Es sind eben nicht nur die Reichen, die auf den MIV angewiesen sind. Die "ganznormalen" Leute sind davon abhängig.

Gerade für solche Anforderungen ist so ein neuartiges System notwendig und liefert Flexibilität und Zuverlässigkeit. (Sollte ein Kleinbus defekt sein, kommt halt ein anderer. Wegen der hohen Stückzahl kein Problem). Und dann sind mir auch meinetwegen Hundertausend dieser Kleinbusse in Berlin deutlich lieber, als die momentan 1,1 Millionen gemeldeter Autos. Wovon ein Großteil auf den Straßen parkt, und diese Flächen blockiert. Diese Million Fahrzeuge ist die Realität. Wenn stattdesssen in Zukunft nur 1/10 der Fahrzeuge benötigt werden, ist das auch ein gewaltiger Vorteil für die Umwelt (Für die Autoindustrie ist das wegen der viel weniger benötigten Fahrzeuge überhaupt nicht interessant, die werden alles dagegen Mögliche tun). Und parkende Autos auf den Straßen wird es einfach nicht mehr geben. Was meinen Sie wie viele Fläche in der Stadt da frei werden, in jeder Straße. Breitere Fußwege, überall kleine Grünanlagen. Für mich erhöht das alles die Aufenthaltsqualität in der Stadt signifikant und ist alles andere als ein Dystopie.
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Alt 07.12.16, 17:37   #41
nothor
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Zitat:
Da müssen dann sämtliche ÖPNV-Konzepte überdacht werden. Am besten jetzt schon. Dann kann man sich jetzt Großinvestitionen sparen, die in einigen Jahren eh überflüssig werden.
^^ Gerade hier wäre ich nicht zu voreilig. Von allen wirklich erwartbaren Entwicklungen in der Mobilität wäre das autonome Fahren wohl die am schwierigsten Umzusetzende. In Nürnberg hat es viele Jahre gedauert, eine komplett automatische U-Bahn einzuführen, die ohne menschliche Fahrer funktioniert. Siemens hat dafür glaube 15 Jahre benötigt, obwohl die U-Bahnlinie komplett für sich abgeschlossen ist und keinerlei überirdische Streckenteile oder Kreuzungen mit humangesteuerten Linien bestehen. Auch wenn Tesla mit autonomen Fahren bereits am Markt ist und Erfahrungen sammelt, sind wir von einer echten Marktreife v.a. für ÖPNV doch Lichtjahre entfernt. Die Unfälle, die Tesla passieren, werden schließlich letztlich den Fahrern zugerechnet, die das Auto zu steuern haben. Juristisch gesehen ist das Autonome Fahren bei Tesla lediglich eine Fahrassistenz. Jetzt stell dir mal einen solchen E-Bus vor, bei dem ein Fahrgast diese Aufgabe übernehmen soll? Oder ein vollbesetzter Bus, der in irgendwas reinfährt...
Wer von uns würde sich in einen Tesla setzen, bei dem der Fahrersitz leer bleibt? Eben.

Bevor das echte autonome Fahren kommt, verschwindet der massenhafte Individualverkehr so wie er heute ist. Als erstes würde vom Logischen her würde sich das autonome Fahren ja in schienengebundenen Systemen zuerst durchsetzen, aber selbst dort haben wir noch einen sehr weiten Weg vor uns. Bis sich das auf unseren Straßen sicher etabliert, mit all seinen Chaoten, frei fahrenden Bürgern, Schlaglöchern und sonstigen Störungen wir Radfahrern, umherfliegendem Laub usw.... bis dahin kann man noch viele Straßenbahnlinien bauen und lange sinnvoll nutzen.
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Alt 07.12.16, 17:44   #42
Bau-Lcfr
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Zitat:
Zitat von ErichFritz Beitrag anzeigen
... Doch um den MIV ersetzen zu können ...
Niemand erwartet ein Ersetzen - stattdessen eine Verschiebung der Anteile weg vom MIV. Nicht jeder arbeitet jeden Tag auf drei verschiedenen Baustellen und muss auch noch zu den KiTas und Bränden. Irgendwo habe ich mal Aussagen gelesen, nach den das autonome Fahren gegenüber dem händischen erst bei Geschwindigkeiten um -zig Kmh effizientere Straßenraum-Nutzung bringt - die kann man auf normalen Großstadt-Straßen seltenst erreichen.

Die letzte Diskussion ging von möglichen Straßenrückbau in Berlin aus. In verschiedenen Metropolen Europas gibt es Straßenrückbau-Projekte, etwa East-West Cycle Superhighway in London (anstelle von Autospuren), Schließung rechtes Seineufer in Paris, Umwandlung der wichtigsten Nord-Süd-Durchgangsstraße Brüsseler Altstadt in eine Fußgängerzone im Sommer 2015. (Irgendwie schaffen diese Städte geringere MIV-Anteile am Gesamtverkehr, obwohl sie ebenfalls Bauleute, Feuerwehrmänner und Mütter haben.) In Deutschland fallen mir ähnlich mutige Projekte nicht ein.

Die Kosten? Mit MIV kann man den zusätzlichen Verkehr wachsender Metropolen gar nicht bewältigen, weil der zusätzliche Raum nicht da ist. Man versucht manchmal Lösungen wie die Autotunnel des Düsseldorfer Kö-Bogens mit Kosten, für die man auch U-Bahnen und erst recht Straßenbahnen bauen könnte. Die darüber erwähnten Städte bauen den ÖV massiv aus, auch dort kriegt man es nicht umsonst - man nimmt das Geld in die Hand.

Genauso in der Firma davor wie auch in der jetzigen kommen die meisten mit dem ÖV, auch jene mit Kindern. Dafür reichen zwei Voraussetzungen:

# Die Firma sitzt in der Innenstadt mit gutem ÖV-Anschluss
# Es werden nur wenige Parkplätze für die oberen Chargen angemietet. In einer Firma davor weit von der Düsseldorfer City wurde jedem ein TG-Parkplatz umsonst überlassen, wer nur wollte. Dort kamen die meisten mit dem Auto - sogar einer, der kaum einen Kilometer entfernt wohnte mit vielen Buslinien Richtung Arbeitsplatz.
__________________
Alle Fotos von mir. Fotos der Städte Europas, Düsseldorf 2017

Geändert von Bau-Lcfr (07.12.16 um 20:40 Uhr)
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Alt 11.12.16, 23:12   #43
ErichFritz
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ErichFritz sorgt für eine nette AtmosphäreErichFritz sorgt für eine nette AtmosphäreErichFritz sorgt für eine nette Atmosphäre
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Wenn es keinen Bedarf an flexibler, bequemer Fortbewegung gäbe, würden so viele Leute ja wohl nicht Auto fahren. Und sie nehmen es sogar in Kauf, sehr lange im Stau zu stehen. Trotzdem fahren sehr viele. Also muss das Bedürfniss vorhanden sein. Das irgendwie von Politikseite zu bekämpfen ist kurzsichtig. Drei, Vier Straßen in Fußgängerzonen umzuwidmen ist nett, ändert im Endeffekt aber gar nichts. Das jetzige ÖPNV-System hat gewisse Grenzen (Abdeckung, Takt, Komfort, ...) die es nicht überschreiten kann und auch niemals wird. Gewisse Leistungen sind systembedingt schlichtweg unmöglich. Dafür müssen eben neue Ansätze her.

Einzelne subjektive Erfahrungen sind immer hilfreich. Es sind aber zu wenige und daher keine Grundlage für allgemeingültige Aussagen.

^^
Oftmals geht die Entwicklung viel schneller als man sich das vorstellen konnte. Im letzten Jahrzehnt ging die Entwicklung im Smartphone-/ Internet-Bereich rasant vorran. Wo sind die alten Firmen wie Nokia, Kodak geblieben? Neue Unternehmer haben die Entwicklung vorangebracht. An autonomen Autos arbeitet ja nicht nur Tesla, auch Google, etc. Die etablierten OEMs sind nicht so innovationsfreudig. Die haben ihre "Cash Cows", Millionen personengesteurte Autos mit Verbrennungsmotor. Betriebswirtschaftlich machte es durchaus Sinn, daran festzuhalten. Viel Technik, viel Wartung und Service, viele Unfälle -> Viele Defekte, viel Reperatur, hohe Einnahmen. Aber die neuen Konkurrenten haben keine bestehenden "Cash Cows", sondern drängen mit neuen Produkten auf den Markt. Der "Automarkt" ist dafür sehr attraktiv, im Gegensatz zum "Eisenbahnmarkt".

Schiene: Eine ehemalige Staatsbahn pro Land und kleinere private Unternehmen, oft Töchter ausländischer Staatsbahnen. Hersteller sind an der Hand abzuzählen. Dazu werden Züge sehr lange genutzt. Die Bahntechnik ist zum Teil sehr alt, wegen dem integrierten System aber nicht schnell zu ändern. Zudem diverse gesetzliche Regeln in jedem einzelnen Land. Einmal schnell mit'm Zug quer durch Europa ist nicht möglich. Zudem gilt Bahnfahren schon als umweltfreundlich, so lasstet kein politischer Druck auf diesem Gewerbe, etwas zu ändern. => alles in allem kaum Innovationen. Wie lange bereits das WLAN im ICE braucht ...

Für die einzelnen Zugreisenden hätte autonomes Fahren auch nicht viele Vorteile gegenüber dem jetzigen Zustand. Ob da ein Lokführer drin sitzt oder nicht ist egal. Die Betreiber würden die Gehälter sparen, müssten dafür aber sehr hohe Investitionen in neue Steuerungs- und Sicherheitstechnik aufwenden. Ob dann soviele Züge mehr verkehren könnten ist fraglich. Lediglich das könnte eine Systemumstellung rechtfertigen.

Im Straßenverkehr hingegen werden Millionen Autofahrer von der Tätigkeit des Fahrens befreit. Stattdessen Schlafen, Emails lesen, Telefonieren, Teetrinken, ...

Die schweren Unfälle der Teslas lagen meineswissens daran, dass bei tiefstehender Sonne weiße LKWs nicht vom Himmel unterschieden werden konnten. Problem erkannt, lässt sich einfach technisch lösen.
Ansonsten wurden bereits soviele Testkilometer auf öffentlichen Straßen zurückgelegt, um valide Aussagen treffen zu können. Und da baut ein Tesla weniger Unfälle als ein Mensch. Und das mit der frühen Version des Autopiloten. Es ist bereits jetzt gefährlicher das Auto selber zu steuern als den Autopiloten fahren zu lassen.

Das ist halt generell noch ein psychologisches Problem, der Maschine Vertrauen zu schenken. 90% der Flugzeugabstürze sind Pilotenfehler. Am sinnvollsten und sichersten wäre auch hier autonomer Verkehr.
ErichFritz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.16, 13:14   #44
nothor
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Zitat von ErichFritz Beitrag anzeigen
Im Straßenverkehr hingegen werden Millionen Autofahrer von der Tätigkeit des Fahrens befreit. Stattdessen Schlafen, Emails lesen, Telefonieren, Teetrinken, ...
Diesen Punkt finde ich sehr interessant. Denn ich habe mich die letzten Tage gefragt, worin eigentlich die Verbesserung in unserer täglich erlebten Umwelt liegt, wenn sukzessive heutige PKW durch autonome Fahrzeuge ersetzt werden. Was passiert mit den heutigen Fahrzeugherstellern und ihren "Freude am Fahren"-Versprechen usw., wenn der Mensch gar nicht mehr fährt? Haben wir dann am Ende nicht ein System aus Millionen kleinen Bussen, die herumfahren? Will ich eigentlich ein eigenes Auto, wenn ich es selbst nicht mehr fahren kann sondern eine Software und Sensoren das für mich erledigen? Inbesondere in großen Städten mit ausgebauten und eng getakteten ÖPNV gibt es das ja schon seit 100 Jahren. Einsteigen, Schlafen, Lesen, Teetrinken, telefonieren und am Ziel wieder aussteigen.

Ich sehe in den Ballungsräumen so bald keine Zukunft mehr für den Individualverkehr, da die Kernprobleme, der enorme Platzverbrauch, bleiben.
Auf dem flachen Land hingegen ist des selbstfahrende Kraftfahrzeug natürlich eine echte Innovation.
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Alt 12.12.16, 18:14   #45
MiaSanMia
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Es ist bereits jetzt gefährlicher das Auto selber zu steuern als den Autopiloten fahren zu lassen.
Wie lässt sich diese Aussage belegen?


Zitat:
Auf dem flachen Land hingegen ist des selbstfahrende Kraftfahrzeug natürlich eine echte Innovation.
Das löst eines der größten Probleme der ländlichen Bevölkerung: Die Heimfahrt nach dem Stammtischbesuch...
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