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Alt 27.08.16, 22:29   #91
Elli Kny
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Wiener-Platz-Quartier MK1: Simmel darf am Hbf bauen:

der Entwurf eines dresdner Architekturbüros überzeugte den Bauausschuss.

DNN
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Alt 30.08.16, 00:13   #92
Knuffte
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Knuffte könnte bald berühmt werden
Hierzu ergänzend ein Bericht auf MOPO24:

Baut Simmel jetzt einen Supermarkt am Wiener Platz?

Wenn der Schein nicht trügt, erwartet uns hier zumindest keine ganz primitive Kiste. Im Bericht liest sich das so:

"Jetzt hat Simmel deutlich nachgebessert. Im Bauausschuss überzeugte der Neubau samt Terrassierung, eingefärbten Glasflächen und abwechslungsreicher Gestaltung."
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Alt 30.08.16, 10:12   #93
Stadtträumer
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Stadtträumer hat die ersten Äste schon erklommen...
*Sarkasmus an

Ach nicht dooooooooooooch - das wird sicher spektakulär. Wir haben doch jetzt ne richtig supi dupi Gestaltungskommission für GANZ Dresden, die diesen Monat sogar schon getagt hat. Da werden wir doch sicher was wirklich Großartiges zu erwarten haben. *hust
Und wenns den total komptenten und für sein grandioses Architekturverständis bekannten Bauausschuss überzeugt hat, dann wird es doch BONFORTIONÖS!

*Sarkasmus aus
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Alt 30.08.16, 16:09   #94
antonstädter
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^Hat der obige Beitrag einen irgendwie gearteten Sinn? Wäre es nicht vielleicht geraten, etwaige Ergebnisse abzuwarten? Sollte die Kritik dann berechtigt sein - bitteschön. Nur sollte man schon mit etwas mehr aufwarten als dem üblichen Gejammer auf Niveau der SZ-Kommentarspalten. Schließlich ist dies ein Architekturforum.

Also: Es wäre zur Abwechslung doch mal nett, sich substanziell an der Diskussion zu beteiligen, und dann von mir aus gern sarkastisch. - ich bin diesbezüglich ja zugegegeber Maßen auch kein Kind von Traurigkeit.

Solltest Du genauere Einblicke haben, dann bitte her damit. Ansonsten wäre vielleicht etwas Zurückhaltung angebracht, solange Einzelheiten noch völlig unbekannt sind.

Das heißt im Übrigen nicht, dass die Meinungen konform gehen müssen. Sollte es sich (wie schon oft, aber beileibe nicht immer) herausstellen, dass sich die Vermutungen bestätigen, kann man sich ja immer noch entsprechend einlassen. Alles andere ist heiße Luft, wie üblich.
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Alt 30.08.16, 17:13   #95
Christian84DD
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Sein Aufschrei ist schon ganz korrekt!
Wie sollte er den mehr als "rumjammern" wenn eh noch keine Infos da sind!

Das einzige was man weiß ist das eh schon alles abgezeichnet ist und etwas gebaut werden soll! Aber ohne Visu oder wirklich konkrete Infos!
Da wird doch wohl mal etwas aufmucken drin sein! Es ist doch auch eine Frechheit etwas zu genehmigen und dann erst die Bevölkerung zu informieren, da darf man ja auch irgend wann mal was sagen. Und wenn man keine Infos bekommt über was sollte man da inhaltlich diskutieren!

Eigentlich kann man doch sagen das Kind ist eh schon in den Brunnen gefallen schließlich hat es die Stadt genehmigt! Das dumme ist doch grade das es genehmigt ist aber noch keine Infos bereitstehen! Wenn man jetzt noch länger mit Kritik wartet macht es die Plannung nur einfacher! Deshalb sollte man sich sehr wohl schon ab jetzt beschweren um die Akteure wenigstens zu mehr Infos zu bewegen, nicht das man erst eine Visu sieht wenn das Bauschild aufgestellt wird und die Grube ausgegraben wird, nehmlich genau dann wär es für Kritik schon reichlich spät da keiner der beteiligten mehr was aufhalten könnte wenn keine kapitalen Fehler gemacht wurden und eine langweilige Architektur ist nunmal kein kapitaler Fehler und führt nur in den seltensten Fällen zu einem Baustop!

Deswegen ist Kritik schon angebracht und schließlich war es ja auch Sarkasmus. Ich finde es gerechtfertigt.
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Alt 30.08.16, 19:59   #96
Elli Kny
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^ nunja, C84DD, nicht ganz. Mal abgesehen davon, dass derlei "vorauseilende Vorabkritik" sicher allen irgendwie Beteiligten schon aus banalsten Vernuftgründen am Allerwertesten vorbeigeht - ja, sie es sicher auch nichtmal mitbekommen - sollte doch etwaige Vorabkritik sich durchaus im Sinne antonstädters etwas im Zaume halten, sofern es noch so ist wie in diesem Fall hier.
Man sollte schon schauen, in welchem Stadium sich ein Projekt befindet, und hier steht dieses Ding nun wirklich noch an einem frühen Planungsbeginn. In solch heisser Grundsatzphase ist es noch nie üblich gewesen oder explizit gewünscht, sich groß in der Presse zu äussern - mal abgesehen von sich dann meist als unseriöse Träumer herausstellenden Investoren, wie dem Musicaltempler am Clown-Ferdinandplatz oder dergleichen. Ob man "die Bevölkerung" stets beteiligen sollte oder müsste, ist eine sehr komplizierte Sache, denn eigentlich ist nie so richtig ersichtlich, was das denn nützen soll. Ich vergleiche es gern mit meinem Arzt, der vor der Behandlung "das Volk" fragt, ob seine Behandlung nun ok sei oder man mit mir was ganz anderes anstellen sollte. Wozu brauchte man dann überhaupt noch jeweilige Fachleute? Auch der Glaube an eine schon irgendwie richtige "Weisheit der Menge" hat sich doch als nicht stichhaltig rausgestellt. Natürlich läuft alles auf ein möglichst gesundes Mittelmaß hinaus, und sicher ist diese Debatte interessant. Aber grundsätzlich sehe ich da jetzt am heutigen Prozedere nichts generell Verwerfliches. Änderte man es hier, müsste auch fairerweise anderswo nachgezogen werden, so zB bei den Reichen, die ja mal ihre Vermögen transparent machen müssten, damit die Menge sagen kann, obs denn nicht doch intelligentere Anlageformen, also Verwendungen dafür gäbe.
Hier gings nun speziell nur um eine vorab mißfallene Aussengestaltung. Bemerkenswert ist seit Monaten, wie sich die rot-grünen Politiker, quasi betrachtbar als Ausführende des Wahlvolkes, in die Gestaltungsdinge einmischen und klare Auflagen durchsetzen, was jahrzehntelang im Durchwinken nie möglich erschien. So presste man eine "bessere Gestaltung" am Ringhotel und derzeit auch am Hoeffner-Lager raus. Das halte ich für positiv, allerdings wird da auch viel aus dem Bauchgefühl bewertet. Lustigerweise übernimmt damit die Stadtpolitik Aufgaben einer Gestaltungskommission. Ob das nunmehr so bleiben wird, mit schon erfolgtem Amtantritt der neuen Kommission, wird sich zeigen. Daneben kamen neue Instrumente auf, wie das Schutzgebiet Blasewitz-Striesen. In Dresden, so kann man konstatieren, hat sich zuletzt so einiges geändert. Noch lässt sich nicht aufzeigen, obs was gebracht hat. Ich bin aber optimistisch, daß es besser wird.
Die Art und Weise, Kritik mittlerweile durch eine grundsätzliche, derzeit besonders angesagte "Bunkerbrille" zu formulieren, ist hier wie auch bei Entscheidern meines Erachtens wenig hilfreich. Irgendwie erkennt jetzt fast jeder irgendwo was "bunkerartiges" oder "schießschartiges", eben weil man es dann auch unbedingt so will.

Also fazit: sachlich bleiben, den Prozeßstand berücksichtigen, teils noch abwarten. Hier gings schlicht um die wohl prinzipielle Art der Fassade, nicht mehr und nicht weniger, und es deutet sich doch mit "moderner Glasfassade" und "teils gefärbtem Glas" doch nichts Uninteressantes an, meine ich. Ich denke, es wird hier nicht mehr lange dauern, dann wird Herr Simmel schon an die Öffentlichkeit treten, wie man es von ihm auch gewohnt ist. Schließlich möchte er hier einen weiteren Edeka etablieren, wo doch der neue Rewe im Carree nicht weit ist.
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Alt 30.08.16, 21:11   #97
Christian84DD
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Vlt. bin ich etwas übers Ziel hinausgeschossen aber mehr oder weniger stehe ich dazu.
Da ich der MEinung bin ab dem Zeitpunkt wo die Öffentlichkeit mit ins Boot geholt wird ist es meist zu spät und etwas Druck hat noch nie jemandem geschadet. Also lieber früher den Druck als zu spät.

Die ganzen von dir aufgezählten Verbesserungen durch Rot-Grün kommen aber bestimmt weil sich viele Leute beschwert haben. Bestes Beispiel die Satzung für Blasewitz-Striesen, jahrelang hat man zugesehen wie alten Villen zu gunsten von Neubauten abgerissen werden erst als sich eine gewisse Allgemeinheit dafür intrresiert hat und sich beschwert hat wurde etwas verändert. Entschuldigt aber eines der Mittel der Demokratie welche wir nach der "Stimmenabgabe" noch haben ist die freie Meinungsäußerung und diese nützt nur was wenn uns auch jemand hört, deswegen mehr Leute die sich beschweren (am besten schon im Vorfeld denn wir wissen doch ganz genau was zu 80% an Architektur rauskommt!) sind mehr Leute die man hören kann, auch wenn es nicht die konstruktivste Kritik ist, aber je mehr Stimmen desto eher wird man gehört.
Und dieses abwarten und erstmal sehen hat noch nie was gebracht. Bestes Bsp. CG Q3, am Anfang wurde uns noch viel versprochen, jeder fands geil was versprochen wurde, kaum Beschwerden (nur von mir so ein paar Äußerungen) und dann 3 Rekos auf 11 Fassaden ohne Riesch, und es ist natürlich auch unmöglich es wieder aufzubauen (komisch das es trotzdem welche gibt die es aufbauen würden!).

Entschuldige Elli aber ich schaue mir das Baugeschehen in DD schon seit über 10 Jahren an und meistens wurde nur was draus wenn andere sich beschwert haben. Was wäre der NM ohne GHND, was hätte die Stadt wohl aus ihm gemacht, ich glaub das will sich kaum einer Vorstellen.
Ich will jetzt die GHND nicht als "Kritisierer" darstellen aber Sie waren die Komponente welche sich bei der Stadt über gewisse Sachen beschwert hat bzw der Stadt auf die Finger schaut damit Sie sich eben an die Vorgaben hält und nicht in die Rendite abrutscht.
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Alt 31.08.16, 00:42   #98
Elli Kny
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^ Genau, also sollte Protest in möglichst institutionalisierter Form daherkommen (z.B. als GHND, als seriöse und konstante Gruppierung), und weniger als pauschaler Ruf in den Wald. Dann wird er auch angenommen, selbst wenn man dann trotzdem nix ändert.


was anderes: falls jemand das Wiener Loch sucht: es bleibt uns doch erhalten - in Form des Durchgangslochs zum Wiener Platz
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Alt 31.08.16, 10:55   #99
Stadtträumer
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Stadtträumer hat die ersten Äste schon erklommen...
@antonstädter: Humorzentrum ausgefallen über die Jahre?

Nur soviel: Der Beitrag sollte in keinstem Fall "rumjammern" äußern.

Geh doch mal an sowas heran, wie an die Analyse einer politischen Karikatur im Geschichtsunterricht. Etwa: Was will uns der Autor damit sagen? Was steht zwischen den Zeilen? Wie verhält es sich zu gegebenen Fakten zum Thema und allem, was dem vorausgegangen ist?

Dann wird das Lesen solcher Beiträge vielleicht auch für dich einen Nutzen haben oder gar Substanz beinhalten. Aber vielleicht ist das von meiner Seite zu viel verlangt - da nehm ich mich gern in die Kritik mit rein.

Und mein Standpunkt hierzu ist: gerade weil das hier ein Architekturforum ist, in welchem sehr viele kompetente Menschen ihren fachlichen Austausch geradezu zelebrieren und das sehr wohl erbaulich, als auch informativ ist, schadet es nicht, dass auch andere Blickwinkel - meinetwegen auch humorvolle, vorurteilsgeladene, schubladengedachte, pointierte und runtergebrochen auf das Wesentliche geartete Darstellungen - hier auftauchen. Zum einen schützt es das gewählte Fachvolk vor eiltärer Selbstzufriedenheit und bietet zum anderen auch Zugang für den fachfremden, aber zugeneigt intressierten Leser. Ohne, dass er sich dumm vorkommen muss, wenn er nur seinen persönlichen Eindruck schildert, anstelle einer durchverbalisierten Analyse mit Fachvokabeln.
Außerdem ist es immer ein positiver Charakterzug, wenn man über sich selbst lachen kann, denn das bedeutet, dass man die Eigenanalyse noch mit objektiven Mitteln durchführt und von sich selbst nicht unbedingt als die persona ultima ausgeht.

Und damit dieser post auch jedem Bedürfnis nach Information und Fachlichkeit gerecht wird: hier der aktuelle Artikel zum Thema in der Sächsischen Zeitung von heute.

http://www.sz-online.de/nachrichten/...z-3480811.html
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Alt 31.08.16, 17:46   #100
Christian84DD
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^Die "Überflieger"-Tendenzen sind mir auch aufgefallen, schon länger.
Guter Kommentar, kann dir da nur zustimmen.

Wenn man die Kommentare der SZ sieht sind auch die Leser nicht sehr angetan. Hier geht es zwar mehr um die zusätzliche Einkaufsfläche in einer Stadt die eh schon zuviel hat aber auch allgemein wie schnell ein "neuer Konsumtemple durchgewunken wird".
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Alt 01.09.16, 11:25   #101
eryngium
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@Stadtträumer

Ich glaube nicht, dass bei antonstädter das "Humorzentrum ausgefallen" ist, ohne ihn überhaupt zu kennen...

Mir persönlich geht es auch regelmäßig auf den Geist, dass hier - aus meiner Sicht wahllos - eigentlich ständig erst mal alles Neue madig gemacht wird...

Positiv wäre doch wohl zu sagen: aus städtebaulicher Sicht ist es gut, dass Herr Simmel die Fläche bebaut. Da seine Sanierung und Neubau am Albertplatz im Ergebnis ziemlich gut geworden ist, gehen wir davon aus, dass auch hier ein gutes Ergebnis folgt.
Statt dessen wird wieder gejammert und Pessimismus verbreitet.

Kritik ist an einigen Stellen berechtigt und wichtig. Strichcode statt Riesch z.B. Oder Globus an der Leipziger. Oder dass die Gründerzeit-Eisenbahnbrücken am Neustädter Bahnhof gegen Beton getauscht wurden. usw.

Ich finde aber, man neigt hier einfach dazu, an fertiggestellten recht guten Gebäuden auch geringfügige Unzulänglichkeiten zu verteufeln. Bei manchem hier ist die Farbe eben immer ein wenig zu irgendwas und der Dachüberstand oder die Gaube hätte auch in jedem Fall noch anders...

Konkreter:
Die Prager Straße ist zu breit, zu schmal, die Erdgeschosszone nicht hoch genug...
An der Albertbrücke sind die Straßenbahnmasten nur 6-eckig und nicht als Bischofsmütze oder anders historisierend ausgebildet. Damit ist - natürlich - die ganze Brücke im Eimer. Und das furchtbare Geländer erst...

Irgendwie finde ich, dass wir hier die Realitäten wieder mal gerade rücken sollten.
Man fahre doch bitte mal nach München und schaue sich dort im Bahnhofsviertel um. Selbst die Kaufinger Straße (stärkste Einkaufsstraße Deutschlands) dort ist in ihrer Gestaltung nicht besser, als die Prager.

Wisst Ihr eigentlich noch, wie die Brückengeländer der Albertbrücke vor der Sanierung aussahen?
Und dann bitte einfach mal an den Lenin und das Wiener Loch denken und sich freuen, dass da jetzt 70 Jahre nach der Zerstörung ein Haus steht und zwischen Bahnhof und Zentrumgalerie mal wieder so was wie europäische Stadt entsteht.
Und dass Herr Simmel an der Stelle eben weiter macht.

Man kann die Schönheit des Vorkriegs-Dresden nicht komplett wieder herstellen. Aber wir sind doch wohl auf nem guten Weg... Im Vergleich mit Dresden bis 1989. Im Vergleich mit anderen deutschen Städten ähnlicher Größe, also Nürnberg, Mannheim, Essen etc.
Im Vergleich mit anderen Städten in Europa, die durch Kriegszerstörungen entstellt waren.

Oder wie sehen das die werten Mitdiskutanten?
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Alt 01.09.16, 13:46   #102
Stadtträumer
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Stadtträumer hat die ersten Äste schon erklommen...
^ Der "Frontalangriff" mit gleichzeitiger Herabsetzung der "Wichtigkeit" oder Notwendigkeit meines Beitrages, werte ich schon so, dass es in dem Moment ganz gewaltig an Humor gefehlt hat. Ob das der natürliche Fall und im Gesamtleben von >antonstädter< so ist, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Und ich betone gern nochmal: es ist kein Rumjammern oder ne Vorauskritik am Objekt. Es ist vielleicht ein erhobener Zeigefinger, der auf der Annahmen beruht, dass Fakten der letzten Jahre stringent auf ein städtebaulich gestalterisches "Gefahrenpotenzial" hindeuten. Und deutlicher kann man Sarkasmus nun wirklich nicht kennzeichnen, als ihn gleich zu benennen. Scheinbar wird er aber doch nicht von jedem verstanden.

Aber ich ironisiere so lange weiter, bis auch jeder zum Sarkasmus kommt. *Achtung - hier lachen

Und ob deiner Argumentation: ich glaub da schießt du dir selbst ins Bein (Achtung - is nur so nen Spruch - Metapher) "[...] recht guten Gebäuden auch geringfügige Unzulänglichkeiten [...]" - ist für mich genau der Hinweis, der eben jede Totalkritik erlaubt. Denn wenn ein Gebäude "gut" ist, dann hat es von Haus aus keine gestalterischen (vielleicht bauliche) Unzulänglichkeiten! Das nennt man Gesamteindruck und/oder Gesamtkonzept - und das wirkt auf alle und darf defacto keine Unzulänglichkeiten haben.

Natürlich geb ich dir recht, dass so etwas auch immer vom Betrachterstandpunkt und dessen Verständnis abhängt. Aber argumentativ zählen solche Unzulänglichkeiten nicht zur Verteidigung der Existenz und der Schönheit eines Gebäudes.

Und JA - zwischen Realitäten und Anspruch liegt gerade in Dresden ein großer Zwischenraum. Aber wo wären wir ohne diesen Anspruch? Genau: bei Essen, Mannheim und co. Und wir haben die Möglichkiten es besser zu machen! Also sollten wir es besser machen! Warum mit dem unteren Ende der Skala vergleichen? Vergleichen wir uns doch mit dem oberen Ende - das Streben DANACH sollte Inhalt unseres Handelns sein!

Detailbemerkung am Rande: ich find die Prager Straße als Ensemble und in der neueren Gestaltung eigentlich recht gut - die Torsituation vom Hbf aus ist jedoch desolat. Den Lenin hätt ich sogar noch behalten wollen - genau wie den Bismarck am Külzring - Dresden hat einfach mehr "spielerische" Gestaltungselemente in der kargen Stadtbetonie nötig.
Und die Albertbrücke war in ihrem originalen fertigen Konzept und Gestaltung perfekt. Jede Abänderung dieses Zustandes ist ein Eingriff ins Konzept und zieht schon im Zusammenhang mit dem Original die Kritik an der Änderung selbst, dem Umgang und dem Ergebnis mit sich. Und natürlich kann manches davon auch nur eine Frage der Gewöhnung sein. Aber solang man das perfekte Vorbild immer noch zum Vergleichsgegenstand hat, kann man die Änderung immer nur als unzulänglichen Eingriff oder Zusatz bemerken. Und auch hier zählt der Betrachterstandpunkt: Herr Koettnitz sieht das bestimmt anders als ich.

Und abschließend zu Herrn Simmel. Der Bau des EKZ am Albertplatz ist optisch (nach meinen Gesichtspunkten) ein Graus - ein Affen- oder Giraffenhaus im Zoo säh nicht schlechter aus. Die Rettung des Hochhauses TOP - mit Abstrichen wegen der Werbetafel und der Farbgebung. Und eine verrückte Lasershow hätts auch nicht gebraucht, wenn man die Seitenflügel in das Konzept eingebracht hätte. Die Lasershow soll meiner Meinung nach nämlich nicht nur werben, sondern auch die kahle riesige Fläche etwas kaschieren. Teil einer Selbsterkenntnis?
Am Bhf darf er nun neu bauen - es liest sich was von bunten Fenstern - nett - wenn man bedenkt, dass kein Anlass zur Rettung der Buntglasfenster am RobotronBau bestand und es nun als besonderes Highlight hervorgehoben wird. Und wer ist zufrieden? Es liest sich: der Bauausschuss. Und das dieser in den letzten Jahren mit keinen vollends zufriedenstellenden Baumaßnahmen punkten konnte, ist auch unumstritten. Und mit einigen Fakten kann man rechnen - weils der Bebauungsplan so vorsieht: gewisse Höhe und Flachdach - etwas, was sich dem an den Schienen entlangziehendem Einerlei angleichen wird. Warum sich also nicht schon im Vorfeld mit erhobenem Zeigefinger melden? Natürlich entbehrlich aller Ansichten, aber aufgrund der Wahrscheinlichkeit durch vorausgehende Fakten. Und dass diese Kritik nicht den Anspruch einer faktischen Aussage hat, zeigt der deutliche Hinweis auf (und da wären wir wieder) Sarkasmus!

Ich weiß auch nicht, ob sich Herr Simmel da einen Gefallen tut. Die Gegend ist eigentlich tot und Laufkundschaft praktisch nicht vorhanden. Er tät gut daran, ein wirklich anziehendes Ensemble zu entwerfen mit entsprechenden Konzepten. FALLS der Busbahnhof da wirklich mal kommt, hat er natürlich nen Schnäpperschen gelandet, aber darauf kann er sich eben derzeit nicht verlassen. (Zumal die vorgesehene Fläche mir etwas klein vorkommt und dann leider die noch schützende Böschung mit all dem Grün wegkommt.)

Warten wir also ab, bis man bei den Behörden die Zeit gekommen sieht, dass man die Öffentlichkeit über unabänderliche Fakten aufklären kann. Ich würde mich sehr freuen, wenn meine Skepsis und meine "warnenden" Hinweise sich als voreilig und grundlos erweisen würden. Ich beharre nicht auf der Aussage: "Ich habs ja gesagt" - nein, ich will, dass diese Stadt wieder Bauwerke bekommt, die einzigartig, anspruchsvoll, beeindruckend und allgemein als schön empfunden werden. Und wenn das kommt, dann bin ich der erste, der sagt: Ich habe mich geirrt! Zum Glück!
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Alt 01.09.16, 18:23   #103
antonstädter
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^ Ob das Simmelsche Produkt am Hochhaus nun sonderlich gelungen ist, darüber kann man sicher trefflich streiten. Ich kann auch nicht behaupten, beim Erstanblick desselben mir in Extase die Kleider vom Leib gerissen und Halleluja geschrien zu haben (auch wenn dies ästhetisch sicher sehr wertvoll gewesen wäre). Da ich aufgrund der Lage des besagten Objektes in Domizil-Nahdistanz dem streifenträchtigen Anblick tagtäglich ausgesetzt bin, ist mittlerweile auch so etwas wie eine Gewöhnung eingetreten...

Bezüglich der Ammonstraße weiß man also nur, dass man nichts weiß, zumindest was die Gestaltung anbelangt. Wunderdinge sollte man sicher nicht erwarten. Ob es dort potenzielle Kundschaft gibt oder nicht (was man angesichts der weitgehend einkaufsmöglichkeitlosen westlichen Seevorstadt eigentlich bejahen kann) sollte man wohl dem Investor überlassen, schließlich muss der die Bude finanzieren und im eigenen Interesse dafür sorgen, dass sie auch möglichst etwas abwirft. Nicht dass er das Projekt noch versimmelt...

Und da Dir der Zustand meines Humorzentrums so am Herzen zu liegen scheint: Dieses schaltet leider auf Durchzug, wenn man es für nötig befindet, seinen Erguss mit *Sarkasmus an und *Sarkasmus aus kennzeichnen zu müssen, damit auch der letzte (inclusive meinereiner Dummerle) kapiert, dass es sich bei dem Elaborat um Humor handeln soll.

Blöd nur, dass es letztens nur das zwanzigtausendste Wiederkäuen derselben unnnützen Haudruff-Fundamentalkritik beinhaltet - also behaupte ich einfach einmal in aller Bescheidenheit, die getroffene Aussage schon verstanden zu haben.

Ich hole hiermit also den geforderten humoristischen Ausbruch in aller Demut und des lieben Friedens Willen nach, auch wenn das Humorzentrum streikt:
Brüll!!!
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Alt 01.09.16, 21:44   #104
Christian84DD
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Also ob da hinten viel Kaufkraft ist würde ich bezweifeln, nicht vergessen die Prager ist nicht weit, der HBF ist nicht weit und das WTC, selbst die AG ist nur 5min entfernt. Also kann man nicht wirklich mit viel Kaufkraft rechnen da nach Süden hinaus nur Gleise und Gewerbe ist und die Gegend nur locker bebaut ist (DDR Zeilen mit viel Grün)!
Also wie wird der Investor wohl seine Renditen aus dem Projekt ziehen in dem er einen schönen 0815 Standardbau hinsetzt wie schon so häufig passiert in DD, ich erinnere nur an das tolle neue Pieschener EKZ an der Trachenberger!
Und wenn ich dann lese das er seine Pläne dahingehend geändert hat das die Terrasierung geändert wurde oder bunte Glasflächen irgendwo gesetzt werden sollen oder irgend was von abwechslungsreicher Gestaltung zu lesen ist bekomme ich Angst! Ich stelle mir ne weiße Kiste vor mit standard Fensern (eventuell eines etwas versetzt wegen der Abwechslung) und nem Gläsernem Eingang mit 3 bunten Glasscheiben (was dann auch gleich die abwechslungsreichere Gestaltung wäre), also genau das was man in jedem Gewerbegebiet am Rande einer Großstadt finden kann.
Da kann man sich sehr wohl aufregen.
Und nur weil du das "doof" findest muss ich dochmal fragen was denn deine Einstellung (erstmal abwarten und schauen was noch kommt) bisher gebracht hat? Ausser die Rekos am NM sehe ich in DD nicht wirklich hochwertige moderne Architekur bestenfalls ist Sie mal nicht ganz daneben aber etwas herrauragendes oder gar schönes wurde in DD fast noch nie mit Architektur nach 1945 erreicht (Wiederaufbau und Renovierungen ausgeschlossen!)!
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Alt 01.09.16, 23:22   #105
antonstädter
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^Gegenfrage: Was hat die in Dresden seit Jahren übliche Ich-bin-sowieso-dagegen-egal-was-kommt-Kritik bisher gebracht?

Ich halte es für wenig hilfreich, dass sich irgendein Investor überzeugen lässt, indem man ohne Kenntnis der Einzelheiten alles in Bausch und Bogen verurteilt. Ebenso ist es wohl illusorisch, mit detaillierter Einzelkritik grundlegende Änderungen zu erreichen. Und trotzdem sind die Dinge, die zum Positiven verändert wurden, in aller Regel Folge von konstruktiver Einzelkritik nach öffentlicher Kenntnisnahme der Projekte. Das trifft durchaus auch auf das Hochhaus nebst Anbauten zu - in Anbetracht der alternativen Gräulichkeiten, die uns hätten erwarten können.

Auch die Neumarkt-Unsäglichkeiten, zumindest die schlimmsten, konnten erst verhindert werden, als z. B. das "Gewandhaus" in Bild und Modell der Öffentlichkeit präsentiert wurde und das Strichcode-Riesch auf (m. M. n. berechtigten) allgemeinen Aufschrei gestoßen ist.

Ich glaube auch nicht, dass wir hier in der Sache wirklich weit auseinander liegen. Dennoch fände ich es hilfreicher, konkrete Planungen abzuwarten, die man dann fundiert und sachbezogen kritisieren kann. Alles andere kann und wird nicht zielführend sein und als renitentes substanzloses Genörgel abqualifiziert werden.

Bezüglich Kaufkraft: Ich denke schon, dass die vorhanden ist. Ich hätte als Anwohner der Seevorstadt auch keine Lust, meine täglichen Einkäufe im Gewusel der Altmarkt- oder Cemtrum-Galerie erledigen zu müssen. Was gibt es denn bislang sonst noch? Der (schließende) Aldi im WTC?

Man darf zudem mit einer weiteren Verdichtung in diesem zentrumsnahen Stadtbereich rechnen, was zusätzliche Kunden generieren wird. Auch der REWE am Wiener Platz wird für die relativ weit entfernt wohnenden Anlieger wenig attraktiv sein, um die täglichen Wege zu erledigen.

Das Verkaufsflächen-Argument ist aus meiner Sicht ebenso wenig zielführend, denn es gibt Bereiche in der Stadt, wo sich ein Supermarkt an den nächsten ballt, aber gerade zentrumsnah noch akute Defizite in der Nahversorgung bestehen. Ich bin zwar kein Marktfetischist, aber hier denke ich doch, die Nachfrage wird es richten. Zumal es hier sowieso keine Tante-Emma-Läden und Kleinbetriebe gibt, denen geschadet werden könnte.
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