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Alt 04.08.09, 00:44   #136
Tilou
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Die FAZ fasst das ganze Dilemma zur Dom-Ostseite nochmal in einem sehr informativen Artikel zusammen. Hierbei wird mal nicht das übliche Köln-Bashing betrieben, sondern recht objektiv berichtet:

http://www.faz.net/s/RubEBED639C476B...~Scontent.html

Der Architekt Herr Haberer, seinerzeit Mit-Urheber des Philarmonie- und Museumsentwurfs, verteidigt gegenüber der FAZ nochmal seine ablehnende Haltung zu dem Umbauentwurf. Herr Schaller springt in die gleiche Bresche und bricht bei der Gelegenheit nochmal eine Lanze für die Verteidigung der beliebten Betonpilze. Was sollen sie auch anderes tun? Jedes Einlenken würde ja einem gewissen Eingeständnis gleichkommen, dass die einst erdachte Architektur offenbar mit Mängeln behaftet ist. So wird hier öffentlicher Raum zur Geisel von gekränkten Eitelkeiten.

Kritisiert wird im Artikel aber auch das Experten-Gremium, welches die Kölner Domumgebung als so wenig förderungsdringlich eingestuft hat. Dieses beruft sich nämlich auf das externe Gutachten eines Internationalen Denkmalrats (?), welcher einerseits das Projekt als „guten Ansatz für eine stufenweise Erneuerung der Domumgebung“ bezeichnet, andererseits der Stadt empfiehlt „ein Gesamtkonzept zu entwickeln“.

Genau ein solches Gesamtkonzept gibt es aber nicht. Alle bisherigen und auch die aktuelle Maßnahme beschränken sich lediglich darauf Wundpflege zu betreiben. Zu welchen städtebaulichen Tatsachen will man sich denn langfristig bekennen? Soll der Verkehr weiterhin am Dom vorbeiführen? Soll die Domplatte bestehen bleiben? Soll das Römisch-Germanische Museum so nah am Dom stehen bleiben? Wenn man hier nicht endlich eine Linie findet, dann wird am Dom-Areal wohl noch auf Generationen hin weiter Flickwerk betrieben...
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Alt 08.08.09, 14:52   #137
ottcgn1
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Der erhobene Vorwurf, dass es für die Domumgebung (offenbar) kein Gesamtkonzept der Stadt gibt, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Meines Erachtens sollte der gesamte Stadtraum um Domchor, Museum Ludwig, RGM und Dombauhütte durchaus in einer Gesamtbetrachtung bewertet werden.

Meine Überlegung hierzu:

Durch den Wegfall des Dyonysoshofs bzw. der "Piazetta" darüber und der Verschlankung der Brücke zum Museum Ludwig ist die seitliche und etwas unscheinbare Eingangssituation (Frankenplatz) zu dem Museum spürbar betroffen - sowieso eine Schwäche des Gebäudes. Vielleicht könnte man im Rahmen eines Gesamtkonzepts, unter Beibehaltung der Planung zum Dyonysoshof, daran denken, den Eingang nach Westen, quasi Richtung Roncalliplatz, oder zum Heinrich-Böll-Platz, Richtung Rhein hin, zu verlegen.

Eine Verlegung des Eingangs in Richtung Roncalliplatz (wäre aus meiner Sicht zu bevorzugen) könnte begleitet werden durch die gesamte Neuordnung der Ostseite des Roncalliplatzes.

Das RGM sollte vom Dom abrücken, Richtung Süden versetzt werden und frühestens auf Höhe des Dionysos-Mosaiks beginnen. Dadurch würde das Museum Ludwig wegen der Verbreiterung des Zugangs noch besser wahrgenommen und das RGM hätte den geforderten, respektvollen Abstand zur Domkirche. Die Fassade des RGM (die heute eher einem heruntergekommenen Baumarkt o. ä. gleicht) sollte in jedem Falle völlig neu gestaltet werden.

Die Nachbargebäude (ehem. Diözesanmuseum, Roncalliplatz 2 und das Werkstattgebäude des RGM dahinter, am Kurt-Hackenberg-Platz) sollten wegfallen bzw. durch anspruchsvollere Bauten ersetzt werden. Raum für ausreichend Ausstellungs- und Verwaltungsfläche für das RGM sollte dadurch, trotz des Abrückens vom Dom, vorhanden sein.
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Alt 09.08.09, 17:21   #138
RebellHAI
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Das RGM sollte ohnehin Gothisch-Römisch gestaltet werden stimme dir aber auch in den anderen Punkten zu ottcgn1.

Ich selbe wäre ohnehin dafür in direkt Front des Doms ein paar Häuser abzureissen und diese durch eine kleine Parkanlage mit Baumalle zu ersetzen, welche den Fokus auf den Dom lenken wird und ohne Zweifel ein sehr beliebter Ort vor allem für Touris werden würde.
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Alt 09.08.09, 22:31   #139
Citysurfer
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@RebellHai Gotisch-Römisch?? Wie soll das denn bitte aussehen?

@ottcgn1 Der Vorwurf eines fehlenden Gesamtkonzeptes ist auch aus meiner Sicht absolut berechtigt. Meine Gedanken zu deinen Vorschlägen:

Die Eingangssituation des Ludwig-Museums ist in der Tat nicht optimal. Eine Verlegung hin zum Roncalliplatz oder zur Rheinseite, halte ich allerdings nur für sehr schwer zu realisieren (von den enormen Kosten einmal ganz abgesehen, aber davon reden wir jetztmal nicht). Das heutige Museum Ludwig wurde als Doppelmuseum konzipiert (Museum Ludwig und WRM). Die großzügig angelegte Eingangshalle mit Information/Ticketschalter, Garderoben, Schließfächern, Sanitäreinrichtungen und Museumsshop teilt den Komplex in Nord-Süd-Richtung in einen Kleineren, zum Roncalliplatz hin gelegenen Teil (ehemaliges WRM) und den größeren, sich zum Rhein hin erstreckenden Teil. Von der Eingangshalle aus kommend, beginnt der eigentliche Museumsbereich mit der sich ebenfalls in Nord-Süd-Richtung durchziehenden großzügigen Treppenanlage, die - selber schon Austellungsraum - den Museumskomplex für den Besucher in alle Richtungen hin auf allen Ebenen erschließt. Dieser Hallen/Treppenkomplex ist m.E. auch deshalb baulich absolut unantastbar, da er für das gesamte Museum baulich identitätsstiftend wirkt.
Würde man deinen Vorschlag aufgreifen, den Eingang an die Roncalliseite zu verlegen, müsste man entsprechend eine Schneise durch den kompletten westlichen Bereich des Museums (ehemaliges WRM) schlagen, um zur Eingangshalle-Treppenhaus/Verteilerebene zu gelangen. Ich halte dies nicht für realistisch und auch baulich nicht für wünschenswert und würde eine andere Variante bevorzugen:

- Die Eingänge bleiben, wo sie sind. Ich würde allerdings versuchen, die Hauptbesucherströme verstärkt durch den südlichen Eingangsbereich in das Gebäude zu führen. Hierzu muss allerdings das unmittelbare Umfeld attraktiver gestaltet werden (hier herrscht heute Hinterhofambiente und Treppenwirrwarr). Um dies anschaulicher zu machen, zuerst weiter mit dem Römisch-Germanischen Museum, nebst Werkstätten.

Das RGM ist in die Jahre gekommen und keine Schönheit. Hier dürfte Einigkeit bestehen.
Du schlägst vor, das Museum vom Dom abzurücken und nach Süden zu versetzen (... sollte frühestens auf Höhe des Dionysos-Mosaiks beginnen). Hier fängt das Problem aber an. Hier ist kaum Luft. Das Mosaik liegt in der nordwestlichsten Ecke des Museums. Lediglich das Grabmal des Poblicius steht noch am nördlichen Kopfende des Mosaiks. Selbst wenn man das Grabmal versetzen würde, wäre kaum ein solcher Raumgewinn erzielt worden, der ein "Versetzen" des Museums vom Aufwand her (wie schon gesagt, über Kosten reden wir mal nicht) rechtfertigen würde. Ein Versetzen des Grabmals ist zudem auf Grund seiner Größe ohne massiven Eingriff in die Gebäudesubstanz nicht möglich. Der Raum in dem sich Grabmal und Mosaik befinden ist der Einzige der sich in der Höhe durch alle Ebenen des Gebäudes zieht. Auch hier sehe ich die von dir vorgeschlagene Änderung (ähnlich wie im Ludwig) von Aufwand und Ergebnis her als nicht zielführend an.

Kommen wir nun zu dem Gebäude-Appendix des Museums (getrennt durch den Durchgang Richtung Ludwig), den Werkstätten und dem ehemaligen Diözesan Museum. Hier ist m.E. der größte Änderungsbedarf - und hier liegt auch eine große Chance.
Sollte es (wie du auch schreibst) möglich sein, den Teil des RGM südlich des Durchgangs und sogar die Werkstätten wegfallen zu lassen bzw. anders unterzubringen, böte sich die Möglichkeit, das Gefälle zwischen alter Stadt und altem Rheinarm/Hafenbecken (zieht sich ja von südlich des Heumarkts bis nördlich des Doms) wieder erlebbar zu machen und einen attraktiven Übergang (große Freitreppenanlage mit Grünflächen) zu gestalten. Optimal wäre, wenn das ehemalige Diözesanmuseum auch weichen könnte.
So hätte man eine Situation - weg von engen Durchgängen (um dann auf eine Barriere in Form einer tiefliegenden Straße "Hackenberg-Platz") zu blicken - hin zu einem sanftem Übergang hin zu Philharmonie, Rhein und in die Altstadt. Die Straße (bzw. "Platz") muss nicht völlig verschwinden, sollte aber, so weit wie möglich, zurückgebaut werden.

Nun zurück zum Museum Ludwig: Südlich vorbei - am nun verkürzten RGM - kann nun eine großzügige Entree-Situation (Zuwegung) geschaffen werden, die in der Wahrnemung der Besucher nun als "Haupteingang" wahrgenommen würde. Vorausgesetzt, die bauliche Situation (Treppenanlage - Zugang auf "Hochebene") würden mit der neu zu entstehenden "Altstadttreppe" harmonisiert.

Ich hoffe, ich habe meine Vorstellungen einigermaßen darstellen können - ansonsten kann ich gerne nochmal "nachlegen".

Geändert von Citysurfer (10.08.09 um 19:05 Uhr)
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Alt 10.08.09, 15:45   #140
RebellHAI
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RebellHAI befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Die Kosten für eine Eingansverlegung sehe ich nicht. (Zumindest sollte das dass geringste Problem sein)
Der Media Markt auf der Hohestr. hat das auch vollzogen. Aus 1 Ein/Ausgang hat der 2 gemacht, jeweils Ein und Ausgang.
Die Dimensionen entsprechen in etwa dem des Museums.
(Die Türen für den Eingang gab es zugegeben schon immer, aber der Ausgang wurde komplett neu gemacht.)

Das Gothische meine ich im Grunde das man den Römischen Baustil mit dem vom Dom verbinden könnte was bestimmt sehr gut aussehen würde.
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Alt 10.08.09, 23:13   #141
Lunke
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Interessant wie die Vorschläge sich in der Grundaussage gleichen - inakzeptable Situation am Dionysoshof, inakzeptables Erscheinungsbild des RGM und seine Nähe zum Domchor. Mein Ansatz in dieser Diskussion:

ML: Kompletter Abbruch der "Brücke" über "Am Domhof" inklusive der Verwaltungs- und Büchereigebäude des ML. Freilegung des Werkstattgebäudes am Bahndamm entlang bis zum Ansatz der großen Freitreppe zum Rhein. Da ich nur einmal als Kind im ML war, kann ich wenig zur Situation im Inneren sagen, aber eine vom Strassenniveau hochaufragende (Stadthaushöhe) Fassade am "Domhof" als Haupteingang des Museums mit direktem Zugang zum Treppenhaus fände ich reizvoll. Nicht auszudenken, sollte das Vorhaben Busmanns realisiert werden, sogar noch den Bereich zum Wartesaal hin mit einer Piazetta zu schließen.
Da wahrscheinlich zu radikal und nicht realisierbar, zumindest wie von ASW geplant, größtmögliche Verkürzung des Tunnels unter dem Museum.

RGM: Umgestaltung der Fassade mit römisch-historisierenden Verweisen - hier mal nicht negativ besetzt, es ist ja eindeutig ein Gebäude der Neuzeit - ohne Disneyland-Charakter, analog zu den Gebäuden auf der Museumsinsel in Berlin, die auch auf ihren "Inhalt" hinweisen (im Bewusstsein, dass es sich dort um historische Gebäude handelt): Zum Beispiel Sandsteinfassade, stilisierte Kapitelle an den Säulen, Friesansatz. Verkleinerung oder Verlegung des Forschungsgebäudes, offenerer Zugang zur Römerstraße. Einheitliche, neue Treppe am Kurt-Hackenberg-Platz, Verlegung des Parkhauszugangs in den Trankgassentunnel.

Domplatte: Freilegung des Sockels der West- und Nordfassade. (gleiche Höhe wie Südfassade, ca. 5 Stufen, Parkhaus darunter wird nicht beeinträchtigt) Abriß der Betonpilze an der Trankgasse und Schaffung einer neuen Treppensituation. Umgestaltung der Lüftungsschächte "Trankgasse" und "Am Hof".
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Alt 12.08.09, 18:10   #142
ottcgn1
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@Lunke/Citysurfer/RebellHAI

ML:
Die von Lunke vorgeschlagene, weitreichende Veränderung (Abbruch der Brücke zwischen RGM und ML) kann ich mir praktisch irgendwie nicht vorstellen - und die Architekten des ML würden hier erst recht kaum mitspielen. Die breite Treppenanlage vom Rheingarten zum Heinrich-Böll-Platz wäre dann nur noch Zugang zum ML - ohne dass dort noch ein Eingang wäre. Zudem würde das ganze Museumskonzept mit der wunderbaren Innentreppe ad absurdum geführt.
Aber ein interessanter Ansatz für eine "große Lösung", die auch die Vorkriegssituation spiegeln könnte. Deinem weniger radikalen Ansatz (größtmögliche Verkürzung des Tunnels unter dem Museum) würde ich dennoch eher folgen wollen.

Die vorgeschlagene Verlegung des Eingangs Richtung Roncalliplatz sollte eigentlich relativ problemlos möglich sein. Dort befindet sich heute der Museums-Shop. Die Fassade müsste nur geöffnet und der Shop verlegt werden.
Weder Nord- noch Südeingang zum ML profitieren von einer (von fast allen favorisierten) Verkürzung des Tunnels unter dem Museum, weil kurioser Weise gerade auf dem Tunnel die Eingänge liegen. Aus meiner Sicht ließe sich auch der Südeingang zum ML nicht ohne Verbreiterung des Tunnels wirksam attraktivieren.

RGM:
Dort konnte ich heute Morgen vorbeigehen und musste auch feststellen, dass das Grabmal und das Mosaik im äußersten Nordosten des Gebäudes, zum Dom hin, liegen. Würde man zumindest die Auskragungen des Museums entfernen oder Grabmal und Mosaik in einem (vielleicht transparenten) Schutzbau freistellen, so wäre schon viel erreicht.

Die Fassade des RGM ist sicherlich insgesamt ein Ärgernis - für Besucher und Kölner. Der ganze Bau atmet den Mief der Sechziger oder Siebziger Jahre, eher ein Schandfleck, denn ein Schmuckstück, das es eigentlich sein sollte und müsste, gerade an diesem Ort. Ich war noch nie im RGM und habe auch keine Lust das Museum zu besuchen (alleine wegen des Gebäudes, trotz großen Interesses).
Ob die Fassade eines Um- oder Neubaus architektonische Zitate aus römischer oder germanischer (gab es da schon "Architektur"?) oder mittelalterlichen Zeit aufnehmen muss, will ich nicht fordern. Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg z. B. kommt auch ohne solche Zitate aus. Mir geht es dabei mehr um einen gelungenen und restlos überzeugenden Entwurf für diesen prominenten Ort, passende, souveräne und gleichwohl faszinierende Architektur als Gegenentwurf zum heutigen Situation. Schließlich wird der Bau dort ein paar Jahre stehen und soll uns auch später nicht so enttäuschen wie die Ausgangssituation.

Domplatte:
Dass die Betonpilze und die Verkaufspavillions an der Nordseite des Doms weg müssen, unterschreibt Dir jeder Kölner (ceterum censeo...).
ottcgn1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.09, 22:06   #143
Citysurfer
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Zum ML: Eine Verlegung des Eingangs des ML zum Roncalliplatz wurde in der Tat schon einmal konkreter in Erwägung gezogen. Es gab dazu ein Konzept von REM Kohlhaas Architekten (was mich persönlich nicht so überzeugte). Habe hierzu nochmal einen älteren koelnarchitektur - Beitrag ausgegraben:
http://www.koelnarchitektur.de/pages...spezial/23.htm
Den von Lunke vorgeschlagenen Komplettabriss der Brücke kann ich mir nicht vorstellen, eine Verkürzung, wie derzeit geplant dagegen schon.
Der Einwand, dass ein südlicher Eingang ohne Verlängerung des Tunnels nur schwer zu attraktivieren ist, ist nachvollziehbar - wie ich vor Ort feststellen musste. Die Attraktivität liegt aber nicht nur an der Breite der Fläche vor dem Eingang - sondern zu einem nicht geringen Teil auch an attraktiven Zuführung zu diesem Bereich.

Zum RGM: Eine Freistellung des Grabmals und des Mosaiks außerhalb des Museums kann ich mir nicht vorstellen. Schließlich handelt es sich um die Kernstücke des Museums. OttCgn, was verstehst du unter den "Auskragungen des Museums". Ich kann keine Auskragungen entdecken.
Ich war gestern auch noch einmal vor Ort und habe mir die Situation angesehen. Eine Verkürzung des RGM an der südlichen Seite, wie von mir zuerst vorgeschlagen, ist nicht möglich. Ich hatte nur den ebenerdigen Appendix südlich des Durchganges vor Augen, nicht aber die darüberliegende, durchgehende Ebene. Bestenfalls könnte man den Erdgeschossbereich südlich des Durchganges wegnehmen, müsste dann jedoch das OG durch Stelzen stützen.
Das Werkstattgebäude ist m.E. verantwortlich für die höchst unbefriedigende Situation in Bezug auf einen Übergang von Roncalliplatz zu Hackenbergplatz. Um hier einen attraktiven Übergang (Freitreppenanlage) zu schaffen müsste dieses weichen.
Das Gebäude des alten Diözesanmuseums würde ich nicht nur erhalten, sondern dem RGM zuschlagen. Hier müsste die Stadt versuchen, dies von der Kirche zu erwerben. Hier könnten nicht nur die Werstätten Platz finden, sondern auch der Ticketshop, sowie Museumscafè samt großzügiger Außengastronomie u.a..

Die Fassade des RGM (hier besteht wohl ungeteilte Einigkeit) bedarf dringend einer Überholung. Auch ich präferiere eine Natursteinverkleidung und würde gerne das gleiche Material, wie in dem von Kaspar Krämer entworfenen neuen Zusgang zur Dombesteigung und den Ausgrabungen verwendet sehen.
http://www.koelnarchitektur.de/pages...rchiv/2280.htm
Die Idee mit dem angedeuteten Fries und den Säulen in stilisierter, moderner Form (Abstützung des südlichen 1. OG) könnte man hier gut einbinden. Die Fassade des alten Diözesan-Museums (wenn zum RGM gehörig) würde ich mit dem gleichen Material ebenfalls neu gestalten.

Wie ich gestern vor Ort feststellte, müsste die angeregte Freitreppe zum Hackenberg-Platz mindestens 2 Zwischenebenen haben (eine in Höhe der alten Hafenstr.) was aber kein Problem, sondern eher positiv ist.

Lunke: Das mit der Niveauangleichung (Freilegung des Sockels) auf der Domplatte verstehe ich nicht ganz. Kannst du das mal genauer erklären?
Zu den Pilzen ist ja wohl alles gesagt ...
Citysurfer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.09, 23:08   #144
RebellHAI
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RGM:
Eine Sandsteinfassade wie von den Neubau wie Citysurfer bemerkte, wäre in der Tat DIE Idee.

btw. du verpasst in den Museum nicht wirklich was. 3 Euro eintritt sind zwar ok, dafür gehst du in rund 20 Minuten durch und hast nix gelernt. Hier müsste mehr Interaktivität rein, so das die Attraktivität vor allem für Jugendliche deutlich gesteigert wird. Man sehe im Schokoladenmuseum. Es soll Leute geben die gehen da min. 1-2 im Jahr rein. Einfach weil es auch ein Erlebnis ist, man kann Anfassen, sehen, hören und schmecken... sicher letzteres kann man im RGM nicht realisieren, aber die anderen genannten sachen sind sicher eine sache wert.
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Alt 13.08.09, 20:43   #145
Lunke
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@ottcgn1: in der Tat ist der Vorschlag eines kompletten Abrisses zu radikal, sie entspringt eher dem Traum einer Wiederherstellung der Vorkriegssituation – der Domchor völlig frei. Mit einer maximalen Verkürzung des Tunnels habe ich mich aber auch angefreundet, außerdem wäre dies eine von zwei Möglichkeiten (die andere ist der Trankgassentunnel) für eine unauffällige Verlegung des Parkhauszugangs, wenn ein Stück Unterführung erhalten bliebe.
Deine Idee mit der Freistellung des Pobliciusgrabmals und des Dionysosmosaiks finde ich sehr reizvoll – ein Glaskubus der den Baukörper des RGM asymmetrisch aufbricht, und sich auch an eine hochwertig (und wie gesagt – evtl. stilisiert und möglichst sanft historisiert) erneuerte Fassade wunderbar angliedern könnte…

@Citysurfer: … eine Fassade, wie von Dir angeregt als eine Anlehnung an Krämers neuen Turmzugang – sehr schöne Vorstellung! In letzter Konsequenz könnte man sogar nach dem Abriss der Pilze und der Kioske an der Nordfassade des Doms, anstelle der Pilze einen neuen Kiosk von der Straßenebene bis auf Platzniveau, ebenfalls im „Krämer“-Style errichten, der gleichzeitig einen weiteren Aufzug zum erreichen der Domplatte beherbergt. Deinen Vorschlag, das RGM-Werkstattgebäude abzureißen und die Forschungseinrichtung in das alte Diozesanmuseum zu verlegen, finde ich klasse, ein teurer Neubau fällt weg, und die räumliche Nähe zum Hauptbau ist gegeben.
Zum Sockel: das Dom-Parkhaus hat kein Gefälle, daher nehme ich an, das eine Wiederherstellung des Sockels und eines Treppenzugangs zum Dom (wie am Südportal und übrigens auch vom Domkapitel gewünscht) auch an der Westfassade des Doms möglich wäre, ohne eine komplette Parkhausebene zu opfern. Wenn man von der Strasse „Burgmauer“ auf die Westfassade zugeht, hat die Domplatte oberirdisch eine deutliche Steigung. Diese scheint jedoch nur die Funktion des barrierefreien Zugangs zur Kathedrale zu haben. Eine Korrektur dieser Steigung, und man hätte Treppe und Sockel wieder, ohne die infrastrukturelle Aufgabe der Domplatte zu zerstören.
Am Nordportal ist es natürlich unmöglich, den „Deckel“ tiefer zu legen, aber wenn man eins der Portale als stufenlos erreichbar akzeptiert, reicht am Seitenschiff entlang eine sanfte Steigung auf ca. 50 m Länge, um das Niveau wieder anzugleichen. Am Domherrenfriedhof und an der Dombauhütte ist der Sockel eh freigelegt.
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Alt 14.08.09, 14:24   #146
vantast
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Den Weg zum Dom ERFAHRBAR machen

Den ersten großartigen Blick auf unseren Dom hat ein Köln-Besucher, wenn er die Stadt über eine der zahlreichen Autobahnen ansteuert. Es ist immer wieder ein tolles, erhabenes Gefühl, zu sehen, wie dieses mächtige Gotteshaus im Meer der Häuser empor ragt. Leider verliert man an den Stadtgrenzen schnell den Blick und damit auch das Gefühl, dem Gebäude immer näher zu kommen.
Der 2. Sichtkontakt kommt leider erst zustande, wenn man aus den stinkenden Katakomben der Dom-Tiefgarage heraus steigt. Der Eindruck, der sich bei dieser Mixtur aus Trabantenstadt-Tiefgarage und gotischer Größe bietet ist zu gewaltig, es besteht keine Möglichkeit, das Gebäude in seiner Gesamtheit zu erfassen. Ich schätze, der Kölner Dom ist das einzige gotische Gebäude der Welt mit angegliederter Tiefgarage.
Denkt man an die Situation in italienische Sienna, so muss man feststellen, dass den Besuchern einiges mehr an Kondition abverlangt wird; das Auto kann nur außerhalb der Altstadt geparkt werden, der Gang zum Dom von Sienna muss zu Fuß zurück gelegt werden.

Ich bin der Meinung, dass der Dom nicht nur eine Eingangstreppe braucht, um den Besuch des Dom für Touristen, Pilger und Kölner zu einer auch spirituellen Erfahrung werden zu lassen. Vielmehr gehört hierzu auch der bewusste Weg zum Gebäude und dem Dom-Areal insgesamt.

Einige Straßenzüge am Dom haben nach meiner Überzeugung das Potential zu einer „Dom-Sicht-Straße“, zu einer Prachtstraße umgebaut zu werden. Bspw. die Komödienstraße / Trankgasse. Die Straße ist breit und die Gebäude weisen eine hervorragende 50iger-Jahre-Architektur auf. Würde man den Hauptverkehr zum Rhein über die Nordsüdfahrt/Breslauer Platz verlegen, könnte man zwischen Dom und Tunisstraße mit wenigen baulichen Mitteln einen schönen Boulevard anlegen – mit einem kleinen Platz/Kreisverkehr über der Nordsüdfahrt. Quasi als Eingangssituation zum „Dom-Areal“.

Zustand heute: http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/55015#59313

Aber auch in der Marzellenstraße steckt Potential – mit der Kirche „St. Maria Himmelfahrt“ als erste Sehenswürdigkeit. Es würde sich z.B. anbieten, das seit Jahren ungenutzte riesige Post-Gebäude unmittelbar an der Nordsüdfahrt/Ursulastraße (http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/1252#59139) durch ein Parkhaus für Dom-Besucher zu ersetzen und den Dom für Fußgänger über die Marzellenstraße zu erschließen (http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/94014).

Um eine ganzheitliche Lösung für eine würdige Dom-Umgebung zu schaffen, sollte diskutiert werden, wie das enge Areal von seinen infrastrukturellen Aufgaben entlastet werden kann. Dazu gehört m.E. vor allem die Verlegung der Tiefgarage. Wenn die weg ist, ist vieles möglich.
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Alt 15.08.09, 13:41   #147
Monade
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Wie bereits dargelegt, hilft die Flickschusterei am Dom gar nicht. Ein bisschen weniger Straßendeckelung dort, ein bisschen mehr Treppe hier. Das Problem ist grundsätzlich die Nutzung durch den automobilen, mehrspurigen, kreuzungsfreien Verkehr in unmittelbarer Nähe der Kirche. Die kreuzungsfreie Strasse wie natürlich auch die Tiefgarage, sollten verschwinden und die Kirche von allen Seiten frei zugänglich sein. Denn: Es gibt keine kunstgeschichtliche Hierarchie zwischen den einzelnen Flügeln des Doms! Es ist völlig unverständlich, wieso die Stadt den Ostflügel des Dom so stiefmütterlich behandelt bzw. auf der Stichstrasse unter dem Museum Ludwig beharrt. Inzwischen drängen auch die schönen, engen Städte am Mittelmeer den automobilen Verkehr konsequent aus den schönen Zentren. Köln dagegen kann selbst sein größtes Bauwerk nicht davor schützen.

siehe auch den Link von Rebelhai

http://www.historisches-koeln.de/
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Alt 16.08.09, 15:12   #148
RebellHAI
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Man sollte ja mal wirklich eine Umfrage starten was der Rest von Köln denkt und dann eine dementsprechende Anfrage an die Stadt Köln starten... da sich hier alle soweit einig sind... nur der neue Zugang für den Dom wär dann wieder Sinnfrei hehe
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Alt 18.08.09, 08:58   #149
Monade
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Ja, RebelHai, aber wer startet sowas?

Es ließe sich vermuten, dass eine starke städtebauliche Initiative für den Dom aus dem Umfeld der Dombauhütte oder anderer den Dom unterstützender Stiftungen ginge. Aber so weit ich weiß: Fehlanzeige. Auch gibt es in Köln - im Gegensatz zu den meisten anderen historischen Städten - keinen prominenten Altstadtbauverein o.ä., der sich für die Wiederherstellung punktueller historischen Lösung bemüht.

Mir geht es nicht um die unbedingte Bevorzugung einer historischen Lösung, aber das Dom zeigt, dass die für den Ort optimale Lösung gefunden längst gefunden und im Zuge der Automobilisierung der Kölner Innenstadt aufgekündigt wurde. Seither wird der gegenwärtige Zustand bemängelt, aber nicht der Mut gefunden, einen Fehler einzugestehen und den daraus folgenden, vielleicht auch langen Weg zu gehen. Die Modernisten-Fraktion scheint in Köln nicht nur stark, sondern auch besonders dogmatisch zu sein. Oder dieser Umstand ist schlicht phänomenal.

Ziel für den Dom sollte ein weitreichender Masterplan sein, der das gesamte Gebiet mit dem Bhf-Vorplatz, und den nördlichen Plätzen der Domplatte, bis hinein in die angrenzende Strassen aufgreift. Schließlich kann mit dem Verschwinden der Domplatte auch die Gestalt des Römisch-Germanischen-Museums und des etwas vernachlässigten Entrees des Museums Ludwigs verbessert werden.
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Alt 09.09.09, 14:28   #150
RebellHAI
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Masterplan für rund um den Dom bis ende des Jahres. Das ist die bedingung um womöglich doch noch Gelder vom Bund zu bekommen.

Jetzt wird es also nicht mehr bei den Südlichen Bereich des Doms bleiben sondern es wird komplett alles angeguckt von den Betonpilzen bis hin zur Domplatte.

Es soll dann ein Treffen mit allen beteiligten Architekten, Hausbesitzern der Umgebung, Stadtverantwortlichen und der Dom Meisterei stattfinden (HBF, Hotels, Museum usw. alle dabei) und dann soll geguckt werden was sache ist.

Ich hoffe sooooooooo sehr das es was bringt...
Gesehen in WDR lokalzeit Köln.
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