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Alt 26.04.09, 12:14   #121
Rheingeo
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Rheingeo befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Es stimmt sicher dass Köln weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Allerdings muss man sich auch vor Augen führen, dass die Stadt kein Geld für die von dir vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verfügung hat.

Es gibt relativ viele positive städtebauliche Veränderungen: Rheinauhafen, Messe City, Breslauer Platz, Rheinboulevard usw.

Den städtebaulichen Masterplan bewerte ich als allgemein gelungen. Er berücksichtigt die städtebaulichen Gegebenheiten (gebaute Realität oder auch Dominanz des Bestandes) und zeigt bestmögliche (und für die Stadt Köln bezahlbare) Wege auf.

Als Berliner sollte man zudem wissen, dass ein großer Teil Berliner Bau- und Infrastrukturprojekte durch Steuergelder aus verschiedensten Fördertöpfen finanziert wird. Nur so konnte Berlin seinen "Wandel" vollziehen. Außerdem lagen hier nach der Wende zahlreiche Gelände brach und mussten neu "beplant" werden. Das ist in einer gewachsenen und komplett bewohnten Innenstadt, wie z.B. der von Köln, leider nicht so einfach möglich.
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Alt 26.04.09, 13:22   #122
mischakr
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mischakr wird schon bald berühmt werdenmischakr wird schon bald berühmt werden
Die Politik hat schon des öfteren die Entfernung der Betonpilze angeregt. Verhinderer war bisher meiner Meinung nach der Architekt oder seine Erben, die dieses Zeugnis der 70er Jahre umbedingt schützen möchten. Einen Konflikt zum Abriss oder Erhalt von ungeliebter Nachkriegsarchitektur gibt es in vielen deutschen Städten. Insbesondere in Großstädten mit wegweisender (und oft auch gescheiterter) Architektur.

Köln ist im Allgemeinen nicht mit Großstädten aus der Ära der Reißbrettplanung zu vergleichen. Berlin, München, Madrid, London und Paris wurden grösstenteils mit großzügigen Strassen und Blöcken in den letzten 500 Jahren hochgezogen
Köln gehört für mich in dieselbe Kategorie wie Barcelonas Zentrum, Marseille, Genua oder Rom: Ein Zentrum, durch Gasse aus Mittelalter und Altertum gekennzeichent, der aktuelle Zustand als mehr oder weniger zufälliges Ergebnis der Umplanungen und Umbauten der letzten Jahrhunderte. Genau dieses Chaos herscht mit gutem Grund auch in Köln. Wird allerdings als weniger schön empfunfen, da die Bauten zum großen Teil aus der Nachkriegszeit stammen.
Man muss bedenken, das der gesamte Raum (!) innerhalb der Ringe zur mittelalterlichen Innenstadt gehört. Ausserhalb der Ringe gibt es Blöcke aus dem 19/beg. 20. Jhd, dort sieht es ähnlich aus wie in anderen deutschen Größstädten.

Der jetzige Zustand findet seine Begründung in 2000 Jahren Geschichte, ihn lediglich als Folge aktueller politischer Unfähigkeit zu sehen ist meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Während andere Städte sich eine Idealvorstellung eine Stadt machen anhand eine Kurzen Epoche (Berlin 19. Jhd, Leipzig z.B. Gründerzeit), fehlt in Köln eine Stil- und identitätsstiftende Epoche. Gerade deshalb ist die Stadt ein fasziniernedes Museum von 2000 Jahren Kultur- und Architekturgeschichte. Und das Zusammentreffen dieser verschiedenen Epochen und ihre Überlagerung ist leider oft nicht schön anzusehen.
Trotzdem mus man sagen, dass zur Zeit in Köln sehr viel passiert. Die Epoche 2000-2020 wird starke Spuren hinterlassen in Köln. Das dies nicht in erster Linie der Politik zu verdanken ist, sondern augeschlossenen Privatleuten/Invetoren/Kultureinrichtungen und Religionen ist sicher typisch für Köln.
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Alt 26.04.09, 13:30   #123
Rheingeo
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Rheingeo befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Falsch!
Paris ist eine Antike Stadt (siehe Wikipedia Artikel)! Im 19 Jahrhundert wurden hier jedoch großzügige Boulevards durch die Altstadt geschlagen, welche das Stadtbild nachhaltig beeinflusst haben!
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Alt 26.04.09, 13:49   #124
Puntagorda
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Guter Beitrag, Monade.

Man erhält manchmal den Eindruck, der Politik und der Bevölkerung in Köln wäre der Zustand des Doms ziemlich egal...
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Alt 26.04.09, 16:59   #125
RebellHAI
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RebellHAI befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
http://www.historisches-koeln.de/
Hier sind mal High Q Bilder aus der Zeit vor der Domplatte...

Kommentar dazu kommt später
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Alt 05.05.09, 20:11   #126
Lunke
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Lunke sitzt schon auf dem ersten Ast
Gibts mittlerweile mehr Renderings vom Entwurf von ASW? Habe bis jetzt nur das eine Bild aus dem ksta gesehen?
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Alt 06.05.09, 11:07   #127
Lunke
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Lunke sitzt schon auf dem ersten Ast
Lt. Express wurden gestern im Stadtrat die ersten 57 Mio. € des Konjunkturpakets verteilt. Neben einigen ungewöhnlichen Erwähnungen von Fassadensanierungen konkreter Gebäude für relativ geringe Beträge fiel mir auf, dass eine umfassende „technische, bauliche und energetische“ Veränderung des Römisch-Germanischen Museums für 17 Mio. € (!) angekündigt wird – weiß da jemand was drüber? Das wäre ja fantastisch, wenn das Gebäude endlich eine Verschönerungskur bekäme.
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Alt 16.06.09, 08:20   #128
Kölner84
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Kölner84 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Förderung durch Bundesmittel abgelehnt!!!

Der Bund hat überraschend den Förderantrag abgelehnt.

Die Architekten Prof. Peter Busmann und Dr. Godfrid Haberer die vor über 20 Jahren Museum Ludwig sowie Philharmonie und deren Umfeld gestaltet haben zudem die neuen Pläne kritisiert.

Alles in Allem also keine guten Nachrichten!

http://www.rundschau-online.de/html/...75233709.shtml
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Alt 16.06.09, 11:34   #129
Lunke
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Lunke sitzt schon auf dem ersten Ast
Unglaublich – das gleiche hatten wir doch bei Schaller wegen der neuen Domtreppe… der hat sich doch ewig bitten lassen, nur damit er selber (bzw. sein Sohn) den Auftrag bekommt. Streben Architekten nicht höhere Ziele als die eigene Eitelkeit an? Zum ersten Mal ist mir eine Äußerung von Streitberger sympathisch („größte Niederlage“), das zeigt zumindest dass der Stadt die Aufwertung der Ecke wichtig ist.

Abgesehen davon find ich den Entwurf von ASW nach längerer Betrachtung nicht konsequent genug. Wofür der Fußweg zum Bahnhof? Ich bin seit 15 Jahren jeden Samstag in der Innenstadt, fahre beruflich jeden morgen über den HBF zum Job, ich habe so gut wie nie Leute auf diesem überhängenden Weg gesehen, der zu allem Überfluss jetzt noch durch einen weiteren am Werkstattgebäude des Museum Ludwig ergänzt werde sollte.
Eine konsequente Freilegung des Gleiskörpers, am Werkstattgebäude vorbei, bis die Freitreppe zum Museum beginnt, und der Abriss des alten Überwegs würde Licht und Luft bringen, und eine weitere der vielzitierten „Unterwelten“ beseitigen. Hier http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/7254 mal ein Bild aus „Bilderbuch Köln“ das die ursprüngliche Situation zeigt. Sehen sich Baudezernenten und Stadtkonservatoren so etwas eigentlich mal an?

Aber dennoch ist die Reaktion von Busmann und Haberer eine Frechheit, und auch völlig kontraproduktiv – man sei zwar jederzeit gesprächsbereit, aber es musste doch klar sein, das die Planung ohne Fördermittel in die Tonne wandert. Extrem ärgerlich.
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Alt 16.06.09, 19:44   #130
Citysurfer
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Die "Lokalzeit" des WDR meldet heute, dass die Stadt Köln die Umgestaltung der Ostseite des Domes auch nach der Förderabsage durch die Bund weiter betreiben möchte. Es soll jetzt nach anderen Fördermöglichkeiten für das Projekt gesucht werden.
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Alt 16.06.09, 20:55   #131
Lunke
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Lunke sitzt schon auf dem ersten Ast
Erfreulich. In einem interview mit der Rundschau wird das Stückwerk bei der Umgestaltung der Domplatte moniert - völlig richtig. Aber Busmann und Haberer halten an dem alten Plan fest, das "Loch" zwischen Museum, Dom und HBF sogar mit einer Piazetta zu schließen, und damit die Unterwelt noch zu vergrößern. Für meine Begriffe der komplett falsche Ansatz. Bin mal gespannt, was da noch kommt...
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Alt 16.06.09, 21:39   #132
Puntagorda
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Zitat:
Für meine Begriffe der komplett falsche Ansatz.
Wen juckt denn die Unterwelt, wenn man sie nicht sieht?
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Alt 17.06.09, 11:32   #133
RebellHAI
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z.B. die Betreiber des alten Wartesaals werden etwas dagegen haben.

Die sollen das ja durchziehen. Ein Entwurf wird niemals gut genug aussehen. Aber besser als jetzt wird es allemale werden. Hoffe ich...

und noch jemanden stört es ;-) mich/die Kölner und Touristen... weil die Stelle ist Zentral und Representativ... ich hab schon 1-2 mal mitbekommen wie Engländer sich darüber negativ geäussert haben. (Hab auch noch andere Nationalitäten bemerkt aber die Sprache versteh ich leider nicht aber ich denke das ein odere andere kann man raushören *lach* (am Ton)
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Alt 17.06.09, 15:59   #134
Puntagorda
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Ich muss ganz ehrlich sagen, ich schäme mich ein wenig dafür, wie sich diese absolute Top-Sehenswürdigkeit, die von so vielen Ausländern angefahren wird, präsentiert.


Berlin bspw. ist finanziell auch nicht besser dran als Köln, aber zumindest das Brandenburger Tor kann sich wirklich sehen lassen.

Auch Frankfurt oder Stuttgart haben ihre Schmuddelecken, aber dort scheint man eher Wert darauf zu legen, dass sich die viel fotografierten "guten Stuben" (wie Oper/Fressgasse/Römer bzw. Schlossplatz/Schillerplatz/Königstraße) in einem vorzeigbaren Zustand befinden.
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Alt 11.07.09, 19:50   #135
Tilou
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Doch noch Hoffnung für die Aufwertung der Domumgebung?

Oberbürgermeister Schramma hat noch einmal eindringlich an das Bundesbauministerium appelliert, seine Entscheidung für Köln keine Fördermittel zur Verfügung zu stellen zu überdenken. Tatsächlich hat Bauminister Tiefensee wohl erst vor wenigen Tagen in einem Brief in Aussicht gestellt, dass mittelfristig doch noch Gelder fließen könnten "...sollte Köln die avisierte Bereitschaft zeigen, Ansätze oder Verfahren für die weitere Entwicklung der Konzepte zur Verbesserung des Dom-Umfelds zu erarbeiten

http://www.report-k.de/content/view/20189/

Klingt ein wenig sehr dehnbar diese Aussage des Ministers. Hat das Ministerium denn bislang ein umfassenderes Konzept vermisst? Und was ist mit den Architekten Busmann und Haberer, deren Kritik am Umbau scheinbar der Hauptstolperstein war. Werden die jetzt bereits mit einbezogen? Immerhin ist die Sache noch am Kochen.
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