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Alt 05.03.07, 05:40   #1
formschön
 
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Sonstige Projekte/ kleinere Meldungen

Zwei seit zwanzig Jahren geplante Wohnbauprojekte, die aus verschiedenen Gründen immer wieder ins Stocken gerieten, kommen jetzt zur Ausführung:

1) In der Grächt in Lengsdorf errichtet ein Investor auf 6 ha ca. 160 Reihen- und EInfamilienhäuser. Baubeginn soll im Sommer 2008 sein.
http://www.general-anzeiger-bonn.de/...etailid=284887

2) Im Duisdorfer Oberdorf entstehen auf 3,5 ha 60-80 Wohnhäuser auf großzügigen Grundstücken, hier wird der Baubeginn schon in diesem Jahr angestrebt.
http://www.general-anzeiger-bonn.de/...etailid=284249
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Alt 05.03.07, 09:31   #2
mischakr
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Stadterweiterung besteht in Bonn aus Einfamilienhausbau-zum Glück ist der Platz bald alle...
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Alt 05.03.07, 18:52   #3
ZET-101
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Das, was in Bonn als Stadterweiterung verkauft wird, ist in Wirklichkeit ein Skandal.

So etwas Beklopptes kann ich nicht mehr nachvollziehen. Die Stadt ist endgültig in der Provinz angekommen; die Ausgleichsmittel konnten diese zweifelsfreie Tatsache zuletzt kaum noch kaschieren.
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Alt 05.03.07, 19:19   #4
Echnaton
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Welche Ausgleichsmittel? Die Schlüsselzuweisungen?
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Alt 05.03.07, 19:25   #5
ZET-101
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Ich meine das Geld aus dem Bonn-/Berlin-Gesetz. Ansonsten ist Bonn überall Nettozahler, nehme ich an - und bleibt das hoffentlich auch.
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Alt 05.03.07, 19:44   #6
Echnaton
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das Geld aus dem Bonn-/Berlin-Gesetz
sind m.W. nur noch 5mio p.a. für Kultur bis 2010(?) - das macht den Braten nicht fett. Die sonstigen (mittelbaren) Vergünstigungen schon eher: Bundeskunsthalle, UN-Campus, Ministerien und andere Bundesbehörden (inkl. dem ehem. Bundespostminiterium...) - ohne die wäre Bonn ein mittleres Nichts. Kein Wunder, dass die Stadt immer hyperventiliert, wenn mal wieder das Wort Wegzug fällt.
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Alt 05.03.07, 19:50   #7
ZET-101
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Ich glaube, wir haben uns mißverstanden. Ich bezog mich auf das Geld, das in der Vergangenheit geflossen ist:
Zitat:
Die Stadt ist endgültig in der Provinz angekommen; die Ausgleichsmittel konnten diese zweifelsfreie Tatsache zuletzt kaum noch kaschieren. Die Stadt ist endgültig in der Provinz angekommen; die Ausgleichsmittel konnten diese zweifelsfreie Tatsache zuletzt kaum noch kaschieren.


Die damit bewältigten Investitionen haben den wahren Zustand der Bonner Kommunalpolitik in den letzten Jahren etwas `vernebelt´.
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Alt 05.03.07, 20:00   #8
Echnaton
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M.W. waren es auch zuletzt (also 2004-2006) 5mio. Damit kaschiert und vernebelt man nicht viel - dann schon eher mit der satten Kreditaufnahme...
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Alt 05.03.07, 20:13   #9
ZET-101
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Insgesamt waren es ca. 1,4 Milliarden Euro für Stadt und Region neben einigen zusätzlichen Investitionen des Bundes in seine Bonner Infrastruktur, die nicht mit dem Gesetz im Zusammenhang stehen.
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Alt 05.03.07, 21:42   #10
formschön
 
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Sehr interessant, hier habe ich mit dem Beitrag ja wirklich in ein Wespennest gestochen
Kann es sein, dass einige Beteiligte mit der Art und Weise, wie in Bonn Politik und vor allem Stadtentwicklung betrieben wird, zumindest ansatzweise unzufrieden sind...?
Wenn man die Reaktionen liest, müsste man den Eindruck bekommen, bei der Stadt Bonn handele es sich um ein leicht rückständiges Gemeinwesen, dessen leicht beschränkte politische Verantwortliche nichts lieber tun, als die Bürger mit Manstein-Architektur und missglückten Stadterweiterungen zu traktieren.

Auch wenn ich mit Euren Kommentaren teilweise übereinstimme, ist doch ein wenig Versachlichung angezeigt.
Ohne die Bundeseinrichtungen, den UN-Campus und die Museen wäre die Stadt kein "mittleres Nichts", sondern nach wie vor eine Stadt, die ihren Bürgern weit mehr bietet als andere Städte in DEutschland vergleichbarer Größe.

Allerdings muss die Stadt gewaltig aufpassen: Gerade in Süddeutschland ist mir in den vergangenen Jahren aufgefallen, mit welchem Tempo hier Stadtsanierungen und auch Stadterweiterungen vorangetrieben werden - auch hier ist allerdings einiges an AAchener Architektur entstanden (ist Euch eigentlich aufgefallen, dass besagter Architekt, dessen Namen ich nicht mehr verwenden möchte, fast AUSSCHLIESSLICH in Bonn baut ).

Der Fehler in Bonn ist imo, dass fast immer an der falschen Stelle gespart wird und die städtebaulichen Landmarken dabei unter die Räder geraten. Natürlich ist das Stadtbild nicht eine Ansammlung spektakulärer Riesenbauwerke, dass gibt es in keiner Stadt der Welt. Aber dieses kleinteilige, sich duckende, ist doch ein Ausdruck provinzieller Gesinnung. Warum zB genehmigt die Stadt ohne Weiteres 6 Mio Euro für die Sanierung des Stadthauses, diskutiert aber jahrelang über einen Zusschuss von knapp 0,1 Mio für das touristische Leitsystem?

Dass es besser geht, wurde nicht nur mit dem Posttower bewiesen: Zahlreiche Wettbewerbe sind entschieden oder laufen, verwiesen sei nur auf die oval offices, das Landesbehördenhaus, bonn visio (gefällt mir immer besser), Adenauerplatz und Rheingasse (wird im Frühjahr entschieden), bald Haus der Bildung, Familienbad, Festspielhaus, hoffentlich Bahnhofsvorplatz.
Das ist doch schon was!
Hieran haben die engagierten Bürger entscheidenden Anteil - es darf ihnen nur nicht die übergreifende Perspektive verloren gehen: Während die Initiativen am Bahnhofsvorplatz und für das Haus der Bildung, auch die für das Metropol meine volle Sympathie haben, glich das Engagement für das Viktoriabad schon fast einer sektiererischen Bewegung, die weder links noch rechts schauen wollte.

Und ein Wort zur Stadterweiterung: Sollte die Stadt In der Grächt sowie am Hang in Duisdorf etwa Geschosswohnungsbau betreiben? Hier gibt es keine städtischen Strukturen aufzunehmen! Vielmehr muss im BEreich der Kernstadt mutiger, besser und auch in die Höhe gebaut werden!
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Alt 05.03.07, 22:04   #11
formschön
 
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Noch eine Bemerkung zu den Steuereinnahmen:
Hier ist die Stadt Bonn, ganz unabhängig von Bundeshilfen für die Kultur, die 2009 auslaufen (Anmerkung: Düsseldorf wird auch bezuschusst, und zwar von der Landesregierung für K20 und K21 sowie für Oper und Theater), durchaus gut dabei.

Die Stadt hat so gut wie alle Kassenkredite getilgt und ist mit Düsseldorf und Münster die einzige Stadt, die keine Zuweisungen des Landes erhält, weil die Steuereinnahmen so hoch sind. Im letzten Jahr war die Stadt (Ergebnis steht noch aus) nach erwarteten Gewerbesteuereinnahmen diejenige Großstadt in Deutschland - wieder auf einer Stufe mit Düsseldorf - noch vor München mit den höchsten Einnahmen pro Kopf, ca. 1800 €, was einer Einnahme von ca. 560 Mio Euro entspricht.
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Alt 05.03.07, 22:41   #12
Echnaton
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Bist Du sicher, dass deine Informationen aktuell sind, formschön? Nach Worten des Stadtkämmerers und der OB sind die Finanzen der Stadt Bonn äußerst angespannt - trotz hoher Steuereinnahmen (das sagen sie nicht).

Edit: Pardon, deine Informationen bzgl. der Steuern sind insofern aktuell - Bonns Problem ist auf der Ausgabenseite. Dass Bonn unabhängig vom Wohlwollen des Bundes ist, ziehe ich weiter in Zweifel.
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Alt 05.03.07, 23:49   #13
formschön
 
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Lieber molinari,
zu Deinen Fragen:

1) In der Tat hat die Stadt ein Ausgabenproblem, worauf aber mit einem Sparprogramm nach den Vorstellungen einer Kanzlei aus Süddeutschland reagiert wurde - es müssten so um die 30 Mio weniger pro Jahr rausgekommen sein.
Die Aussagen des Bürgerhaushaltes sind insofern veraltet, als dort noch nicht die hohen Gewerbesteuermehreinnahmen des letzten Jahres sowie die Nachzahlungen der Jahre zuvor eingestellt sind. Auch für die kommenden Jahre werden hohe Mehreinnahmen erwartet, allerdings nicht in der Größenordnung von ca. 560 Mio, sondern eher im Bereich von 400 Mio, was für eine Stadt der Größe nicht schlecht ist. Sollte die Konjunktur zudem weiter so gut laufen, ist hier ungeachtet der Unternehmenssteuerreform in den nächsten Jahren noch mehr drin.
Zum Nachlesen:
http://www.bonn.de/bo_ris/ris_sql/su...=Suche+starten
(Mehreinnahmen Gewerbesteuer, sehr aufschlussreich, zeigt auch, dass die Konsolidierung noch nicht am Ende ist)

2) Dass die Stadt ohne den Bund schlechter dastünde, ist ohne Zweifel richtig. Zwar zahlt der Bund keine Steuern und gehen die Einkommensteuern meist an die Gemeinden im Speckgürtel der Stadt, aber die große Zahl an Arbsitsplätzen sowie die bedeutenden Kulturinstitutionen sind ohne Frage wichtig für die Stadt.
Mein Szenario für die nächsten Jahre ist, dass irgendwann doch ein weitergehender Umzug beschlossen wird - alle Ministerien, die hier nur einen Zweitsitz haben, würden bis auf die Brüssel-Abteilungen umziehen. Im Gegenzug wird man nach Möglichkeit den internationalen Standort massiv ausbauen und vielleicht die ein oder andere Bundesbehörde in der Stadt ansiedeln. Das wird netto sicher einen gewissen Arbeitsplatzverlust nach sich ziehen, aber im Ergebnis trotzdem positiv sein. Man darf nicht vergessen, dass die höheren Dienstposten alle schon nach Berlin gegangen sind, der Glamour besteht im erster Linie im Namen der Ministerien. Wichtig ist nur, dass das Entwickungshilfe-, das Umwelt-, Bildungs- sowie das Gesundheitsministerium bedeutend vertreten bleiben; Verteidigung bleibt ohnehin. Das wären so um die 5000 verbleibenden Arbeitsplätze, einige weitere werden wohl in Behörden umgewandelt (siehe Bundesamt für Justiz, früher BMZ), sodass vielleicht 3.000 Arbeitsplätze nach Berlin gehen werden - dagegen stehen mögliche Zuzüge.

Entgegen einigen Teilnehmern sehe ich die Zukunft der Stadt ausgesprochen positiv, kann mir aber erklären, woher der Pessimismus Einiger rührt: In den letzten Jahren ging es in der Stadt quälend langsam vorwärts, dazu kam der Umzug, der eben doch nicht folgenlos blieb. Alle wichtigen Projekte kommen jetzt erst zur Ausführung, sieht man einmal vom wichtigen Post-Tower ab. Ich bin mir sicher, dass die Stadt sich in den nächsten fünf Jahren gewaltig zum Positiven verändern wird, und damit nicht endgültig zur Provinz wird, sonden vielmehr zum ersten Mal wirklich den Status einer internationalen Stadt verdient.

Ich bin gespannt auf Eure Meinungen dazu.
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Alt 06.03.07, 00:10   #14
ZET-101
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ZET-101 wird schon bald berühmt werdenZET-101 wird schon bald berühmt werden
molinari,

daß Bonn ohne die Präsenz des Bundes schlechter dastehen würde, wird nur außerhalb Bonns bestritten. Der Bund ist zusammen mit der Telekom und der Universität der größte Arbeitgeber in der Stadt (jeweils ca. 10 000 Beschäftige), und doch behauptet nicht nur die Berliner Presse in feierlichem Ernst, die Ansiedlung von UN-Büros mit ihren 650 Mitarbeitern hätten die Regierung als Arbeitgeber entbehrlich gemacht. Und jeder, der die Lage nicht kennt, glaubt es.

Noch besser ist das hier: http://www.welt.de/print-welt/articl...Kommentar.html.
Der Komplettumzug sei notwendig, damit Bonn beweisen könne, daß es nicht nur einen "halben" sondern einen "ganzen" Strukturwandel zu meistern in der Lage ist. Strukturwandel als Selbstzweck? Wahrscheinlich fand der Autor seine Formulierung vom "halben" und "ganzen" Strukturwandel so toll, daß er sich über den Inhalt keine Gedanken mehr gemacht hat (abgesehen davon, daß der Kommentar suggeriert, es gäbe durch die Teilung Mehrkosten im Vergleich zum Totalumzug).

Bonns Arbeitsplatzdichte ist schon heute unter dem Bundesdurchschnitt; nur fällt das niemandem auf, weil die vorhanden Arbeitsplätze überdurchschnittlich gute sind.
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Alt 06.03.07, 00:47   #15
formschön
 
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molinari,

noch ein Nachtrag zu Düsseldorf:
Die Stadt wird nach eigenen Angaben 2007 wirtschaftlich schuldenfrei sein, hat den Gewerbesteuersatz auf 445 gesenkt und nimmt dem Haushalt 2007 zufolge 819 Mio € Gewerbesteuer ein, was Einnahmen pro Kopf von ca. 1500 € entspricht. Eine große Leistung, das sollte auch für die Stadt 60 Kilometer südlich der Maßstab sein.
http://www.duesseldorf.de/top/thema0...07/index.shtml
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