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Alt 06.03.07, 01:03   #16
ZET-101
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formschön,

mir drängt sich ein genau in Gegenteil verkehrter Eindruck auf. Nachdem in den letzten Jahren einiges an schöner Architektur, neben dem Post-Tower beispielsweise das Forschungszentrum caesar, entstanden ist, droht die Stadtverwaltung, seitdem sie auf sich allein gestellt ist und die `Prachtbauten´ nicht mehr von außen an sie herangetragen werden, vollkommen zu versagen. Denn sie ist nicht in der Lage, potentiellen - jetzt eben nicht-öffentlichen - Investoren klare Vorstellungen für die wichtigen Projekte an die Hand zu geben. Gäbe es solche klaren Leitlinien, würde sich ganz sicher ein seriöser Investor für den Bahnhofsplatz finden, denn wo sonst stehen renommierte Interessenten für eine Kaufhausimmobilie heute noch Schlange?
Seitdem die Leuchturmprojekte der Verwaltung von öffentlicher Seite nicht mehr regelrecht hinterhergetragen werden, offenbart sich ihre tiefsitzende Unfähigkeit.

Das mit dem `internationalen Bonn´ sollte man nicht überbewerten. Es wird so getan, als könne Bonn das deutsche Genf werden. Doch selbst wenn das langfristige Ziel, eintausend UN-Mitarbeiter anzusiedeln, in Erfüllung geht, wäre das nicht einmal ein Zentel von dem, was der Bund heute in Bonn beschäftigt. Der Ausbau der UN in Bonn wird wohl zögerlich vorangehen; 350 Stellen sind kein Pappenstiel, sondern dem entsprechen sicherlich an die 30 UN-Fledermausschutzbüros.

Zum Wohnungsbau bleibt zu sagen, daß nicht nur in Duisdorf gebaut wird, und dennoch sieht es woanders nicht besser aus. So wie ich das sehe, ist Bonn die waldreichste Stadt in NRW. Das muß man beachten, wenn man auf die eigentlich recht unverdächtige Bevölkerungsdichte der Stadt, zirka 2200 Seelen pro km², schaut. Mindestens ein Drittel von nur 141 km² Gesamtfläche fällt für jede Bebauung völlig weg. Die Situation ist daher eine ganz andere als bei den Flächengiganten Bielefeld (260 km²) und Münster (300 km²[!]); die Bonner Verwaltung scheint es nicht zu interessieren und erklärt mit fatalistischer Selbstgewißheit, daß noch Platz für 10 000 da und dann eben Schluß sei - eine Auffassung, für die sie übrigens regelmäßig Beifall vom Rhein-Sieg-Kreis erntet. Unverantwortlich, da jeder weiß, daß eine gewisse Verdichtung nötig ist, um die bestehende Infrastruktur in Zukunft finanzieren zu können! Bonn hat die einmalige Gelegenheit, von einem hohen Zuwanderungsdruck, der nicht ewig bestehen bleiben wird, zu profitieren - während andernorts Städte perforiert werden.

An den Bonner Mieten kann es auch nicht liegen. Für Altbauwohnungen wurde zumindest vor einigen Jahren nur in Frankfurt und München mehr gezahlt. Bezeichnenerweise liegen aber viele Städte vor Bonn, wenn es um Neubauten geht... Man könnte annehmen, es gäbe da kein vernünftiges Angebot in der Bundesstadt.

Geändert von ZET-101 (06.03.07 um 01:22 Uhr)
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Alt 06.03.07, 01:13   #17
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@formschön: Donnerwetter, das ist ja mal Engagement von einem Neueinsteiger.

In Ddf sieht es sogar noch besser aus: Für 2006 waren 719mio angesetzt - erreicht hat man über 900mio. Trotzdem hat man den Ansatz für 2007 nur von 769 auf 819 hochgesetzt mit allerbesten Chancen das zu übertreffen. Die Stadt kalkuliert stets auf ausgeglichene Haushalte, landet aber dank der Vorsicht oft bei einem Überschuss. Genug der Prahlerei.

In Bonn redet man seit Jahren davon, dass die Steuereinnahmen demnächst stark ansteigen werden und rechtfertigt damit eine sehr laxe Etatpolitik.

@ZET-101: Die Welt ist halt eine Berliner Zeitung...dass alle Ministerien (nicht aber der Bundesrechnungshof etc.) in räumlicher Nähe stehen müssten, ist aber auch meine Ansicht.

Um meine eigene Prognose abzugegeben: Ich denke Bonn könnte ein zweites Münster werden - eine große Universitätsstadt mit Geld und Tradition.
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Alt 06.03.07, 01:34   #18
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Der Verlagsort ist aber keine Rechtfertigung für grobe Verfälschungen.


Ansonsten ist Deine Prognose für Bonn recht düster. Denn das alles ist Bonn bereits, und sogar noch mehr. Selbst die Verschuldung Münsters ist in den letzten Jahren - warum auch immer - stark gestiegen, und somit ist die Stadt auch auf diesem Gebiet kein Vorbild.

Wenn man eine Zusammenführung der Ministerien wirklich aus logistischen Gründen fordert, dann muß diese in Brüssel geschehen. Ich denke aber ohnehin, daß die in Bonn verbliebenen Abteilungen eher mit nachgeordneten Bundesbehörden in Verbindung stehen als mit den Berlinern. Es wird ja längst nicht soviel gependelt, wie oft behauptet wird.
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Alt 06.03.07, 08:31   #19
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Die Welt ist journalistisch auch nicht die Welt.

Meine Prognose für Bonn ist zu später Stunde vor allem sehr verkürzt ausgefallen. Die Impulse von Seiten der Wirtschaft sehe ich aber in der Tat nicht: Die Telekom und die Post sind da die einzigen Eisen im Feuer und beide Eisen gefallen mir nicht sonderlich. Die Post wird demnächst unter den Regulierungsdruck fallen, den die Telekom derzeit schon kaum verkraftet (die Regulierungsbehörden sitzen sinnigerweise auch in Bonn). Und Bonn ist halt von einer gewissen Beamtenmentalität geprägt, die mir was die wirtschaftliche Zukunft betrifft, eher den Begriff Stabilität, als den Begriff Dynamik in den Sinn bringt (und Stillstand ist ja bekanntlich der ... - verdammt wird das wieder düster ).

Etwas Hoffnung macht die Lage am Südende der Rheinschiene, nah an den großen Playern Ddf und Köln (wobei gerade diese Nähe auch Gefahren birgt - Bonn braucht eine gewisse kritische Masse, um wahrgenommen zu werden). Als weiterer Vorteil ist wohl der extrem hohe Anteil von Hochqualifizierten in der Bevölkerung zu nennen, aber das forsche Unternehmertum, das Ddf z.B. stark macht, fehlt.

Zum 3. Absatz: Das Problem ist n.m.E. weniger, dass zu viel gependelt wird, sondern noch viel zu wenig...
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Alt 06.03.07, 12:26   #20
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@molinari

Die von Dir in Bonn konstatierte Beamtenmentalität ist ganz sicher vorhanden, ob sie allerdings noch prägend ist, würde ich inzwischen nicht mehr behaupten. Was auffällt, sind die vielen gebildeten pensionierten Beamten, die es zB möglich machen, Vortragsveranstaltungen zu Zeiten abzuhalten, zu denen in Düsseldorf der geneigte Zeitgenosse noch in seinem McK-Office sitzt

Allerdings hat sich die wirtschaftliche Potenz auch jenseits der beiden Giganten Post und Telekom entwickelt, unbemerkt zwar, aber doch spürbar.
Ich gebe Dir recht, dass in Zukunft die Regulierungsbedingungen für die Deutsche Post schwieriger werden als es bisher der Fall ist - das wird in jedem Fall auf die Margen drücken. Allerdings darf nicht unterschätzt werden, dass sich die Post in der Zwischenzeit auf dem internationalen Markt ordentlich bedient hat, insbesondere die Aquisitionen im Bereich Express und Logistik - bedeutende Wachstumsmärkte - werden ihre Wirkung nicht verfehlen.
Ob Herr Obermann in der Lage ist, dem magenfarbenen Riesen wieder zu Stärke zu verhelfen, ist kaum einzuschätzen - hier ist ganz sicher der Faktor Stabilität schon ein Erfolg.

Die wirklichen Zukunftshebel liegen aber in deren Schatten.
Die Postbank wird über kurz oder lang komplett eigenständig werden und dann - sollte sie nicht von einer anderen Bank übernommen werden - spielt sie in der ersten Liga der Geschäftsbanken mit; heute schon ist sie im DAX notiert.

Die Solarworld wird imo in zehn bis fünfzehn Jahren zu den größten deutschen Unternehmen gehören - mit einer Marktkapitalisierung in der ersten Liga der DAX-Werte. Unabhängig, wie man zu den "Erneuerbaren" steht, der Vorstandsvorsitzende und Großaktionär ist ein Visionär und verwirklicht mit dem gegenüber der Deutschen Welle ansässigen Konzern seinen Lebenstraum.

Die IVG (MDAX) wird sich insbesondere nach der Einführung der REITS zu einem noch bedeutenderen Spieler entwickeln - wenn sich die Projekte an der B9 nicht alle zerschlagen, wird die Bedeutung dieses Konzerns für die Bundesstadt auch augenfällig. (Die IVG baut ua gerade das AirrailCenter am Frankfurter Flughafen).

In der ehemaligen SPD-Zentrale ist das Hauptquartier von Vapiano, die sich anschicken, eine bedeutende Gastronomiekette zu werden.

In der Geoinformationswirtschaft steht die Region nach eigenen Angaben auf Platz eins in der Bundesrepublik.

Verstehe mich bitte nicht falsch, die Stadt selbst hat zu diesen Ansiedlungen nicht besonders viel beigetragen, die Ansiedlungspolitik ist von deutlich weniger Fokussierung geprägt als dies in Düsseldorf oder Frankfurt der Fall ist. Es lohnt sich jedoch, einen Blick auf die vielen KMU zu werfen, die teils enorm stark wachsen. (Ein Beispiel aus dem Norden: Kaum einer kennt ein unternehmen aus Osnabrück, und doch zählt die Stadt mit zahlreichen spezialisierten Weltmarktführern zu einer der wohlhabendsten Städte Deutschlands) Hier gilt es, den Rhein-Sieg-Kreis mit ins Auge zu fassen, dessen Wirtschaftsförderung deutlich aktiver ist.

Vielleicht wird die Ansiedlungspolitik der Stadt durch den Weggang des Wirtschaftsförderers neu ausgerichtet, und der Amtsleiterposten zumindest auf Co-Dezernenten-, oder, wie in Köln, auf Dezernentenniveau angehoben.
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Alt 06.03.07, 13:23   #21
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Solarworld sehe ich mit größerer Skepsis: In diesem (hochinteressanten) Markt tummeln sich noch einige weitere (nicht zuletzt die finanzstarken Mineralölkonzerne). Die jüngere Geschichte der Post (gerade auch die Aquisitionen) erinnern mich doch ungemein an die etwas weniger junge der Telekom. Wir hoffen das Beste für die Post post Briefmonopol, die große Beamtenschaft lässt mich aber nichts gutes ahnen...

Zum Glück gibt es noch Haribo.

Mein Punkt lautet halt, dass Bonn nach meinen Kriterien alle Merkmale der Peripherie aufweist:
  • Nähe zu bedeutenden Oberzentren
  • Im Vergleich schlechtere Infrastrukrur (Verkehr, Hotels, Gastronomie etc.)
  • und als Ausgleich geringere Preise (Büromieten, Hotelzimmer, Mahlzeiten etwa)

KMU halte ich wie Du für entscheidend - auch das Bergische Land hält sich mit ihnen sehr gut.
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Alt 06.03.07, 16:16   #22
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Daumen runter

Zitat:
Zitat von molinari
Zum Glück gibt es noch Haribo.
Salz in offene Wunden streuen kannst Du sehr gut.


Übrigens kann man in Bonn sehr gut essen.
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Alt 06.03.07, 20:22   #23
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Es ist kein Scherz, der da links unter meinem Avatar steht.

Ich meinte die Masse, die Auswahl.
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Alt 06.03.07, 20:37   #24
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Die städtische Propaganda-Website weiß dazu dies zu berichten:
Zitat:
Und: Bonn ist mit mehreren Nobelrestaurants klar die Feinschmecker-Stadt Nummer eins in Deutschland - so urteilte im Oktober 2005 Gourmetführer 'Gault Millau'.
http://www.bonn.de/wirtschaft_wissen....html?lang=del


Zumindest was die Dichte pro Einwohner betrifft, dürfte das stimmen.
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Alt 06.03.07, 20:58   #25
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Du möchtest doch nicht ernsthaft behaupten, Bonn sei was Gastronomie (das sind nicht nur die Restaurants) betrifft annähernd auf Augenhöhe mit Köln oder Ffm oder Ddf? Ein einfaches Beispiel: Es gibt nicht eine einzige ernstzunehmende Sushibar - eine erstklassige Cocktailbar ebensowenig (lasse mich gerne eines Besseren belehren). Aber genug Bonn-bashing jetzt: Es gibt sehr gute Feinkosthändler (kein Scherz) und ein paar sehr charmante Bistros.
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Alt 07.03.07, 00:21   #26
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Wunderbar, wie hier diskutiert wird.
Molinari, auch wenn Deine Äußerungen nicht immer leicht zu verdauen sind, hilfreich sind sie allemal. Viele Bonner neigen dazu, ihre Stadt entweder hemmungslos zu glorifizieren und jede Kritik als einen Mangel an Einsicht und Einfühlungsvermögen abzutun oder aber in Defätismus abzugleiten, und zwar aus folgendem Grund: Viele Bewohner der Stadt verfolgen einen Lebensstil, der für eine Stadt dieser Größe ganz und gar untypisch ist - die in vielen Vierteln anzutreffende großbürgerliche Haltung kontrastiert mit den für eine Stadt dieses Zuschnitts ganz natürlichen Unzulänglichkeiten; da man aber entsprechend lebt, fallen diese trotzdem besonders auf, man vergleicht ständig mit Köln, Ddorf, auch Berlin, Frankfurt, München, Amsterdam, Brüssel, und muss fast zwingend zu dem Ergebnis kommen, dass Bonn hier nicht mithalten kann.
Was die Beurteilung des Standings der Stadt so schwierig macht, ist das völlig unkontrollierte Nebeneinander von wirklicher internationaler Klasse (Museumsmeile, Arpmuseum, Südstadt, Villenviertel, Landschaft) und teils finsterster Provinzialität (der Bahnhofsvorplatz ist in seiner jetzigen Form schlicht eine Beleidigung, die 66 nach Siegburg/Bonn ist keinem Kongressbesucher zuzumuten, die immer noch nicht realisierte S-Bahn zum Flughafen ein wahrer Schildbürgerstreich von oben).
Wenn die Stadt die Lebensqualität von Bewohnern und Besuchern signifikant steigern will, müssen diese Schwächen abgestellt werden.
Und aus dieser Einsicht speist sich mein Optimismus: Infrastrukturelle Schwächen wie die S-Bahn zum Flughafen werden mindestens auf mittlere Sicht behoben, die Hardtbergbahn scheint jetzt doch zu kommen, der Bahnhofsvorplatz wird eine neue Fassung erhalten, das UNCC hat seine Wirkungen noch garnicht entfalten können; in diesem Zusammenhang wird auch die gastronomische Qualität der Stadt weiter zulegen. Rechnet man die im Bau befindlichen Hotels (UNCC 4*+ ; bonnvisio 5*; HOFFENTLICH Godesberg 5*+) dazu, steigt diese zwar nicht auf Augenhöhe mit den großen "Geschwistern", aber immerhin. Immer dran denken: Köln 983.ooo Einwohner, D`dorf 580.000, Bonn 313.000.
Interessant wird der geplante NRWExpress; sollte es der Stadt gelingen, die erhofften drei stündlichen Verbindungen zu bekommen (zwei linksrheinisch, eine bis Bonn, eine bis Koblenz, eine rechtsrheinisch als Ersatz für den RE), wird die Rhein-Ruhr-Region weiter zusammenrücken. Und wenn es nach der landschaftlichen Lage geht, wird auch der Landeshauptstädter nur bescheiden sein Haupt gen Süden neigen können...
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Alt 07.03.07, 00:33   #27
ZET-101
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Das mit den wieder aufgegriffenen Planungen für die "erste Stufe" der Hardtbergbahn ist doch nur eine Finte, um die Tieferlegung der Linien 61 und 62 in der Südstadt durchzudrücken. Ich bin gespannt, was man danach - sollte es je dazu kommen - noch von der Neubaustrecke nach Duisdorf hört.

Beim NRW-Express hieß es bisher immer, es bliebe für Bonn beim alten Angebot, von der Umetikettierung bestehender Regionalexpress-Linien einmal abgesehen. Von einem zusätzlichen linksrheinischen Zug pro Stunde habe ich bisher nur bei "Pro Bahn" gehört. Ohnhin alles müßig, wenn die Kongreßstadt paralell immer weiter vom DB-Fernverkehr abgehängt wird. Da wird in Zukunft noch einiges auf Bonn zukommen, damit die Bahn den Güterverkehr uf der linken Rheinstrecke ausbauen kann.

Zur Flughafenanbindung bleibt zu sagen, daß, ganz gleich, wie sich das mit der S13 entwickelt, der odinäre Flughafenbus Linie 670 immer schneller und bequemer bleiben wird. Deshalb wird er nach Inbetriebnahme der S13 auf Bonner Gebiet auch eingestellt.
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Alt 07.03.07, 00:49   #28
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Immerhin verschwinden dann die Straßenbahnen vor dem Bahnhof und machen Platz für breitere Fußgängerwege etc.

A propos Augenhöhe mit Köln und D´dorf: Bonn richtet 2011 sowohl den NRW-Tag als auch die Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit aus. Die Ausrichtung soll im Regierungsviertel stattfinden, Haus der GEschiche, Villa Hammerschmidt, UNCC, sogar Bonnvisio ist geplant. Man hat sich gegen die Konkurrenz aus Köln durchgesetzt.
Für alle, die an den Gegebenheiten der Stadt verzweifeln, empfehle ich einen entspannten Blick 4 1/2 Jahre voraus: Wo wird die Stadt stehen, wenn die Sachen fertig sind? Glaubt Ihr nicht, dass sich aus solchen Projekten auch eine positive Eigendynamik für (zB) die Verkehrsanbindung ergeben kann?

http://www.general-anzeiger-bonn.de/...etailid=285705
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Alt 07.03.07, 00:59   #29
Echnaton
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@#26

Düsseldorf wird landschaftlich unterschätzt - Landschaft passt allerdings auch nicht recht ins Image der Stadt. Wenn man trotzdem in Düsseldorf nach Landschaft sucht, folgt man einfach dem Geruch des Geldes und landet in Hubbelrath, Grafenberg, Ludenberg oder Kaiserswerth, Wittlaer, Angermund.

Für eine Stadt dieser Größe ist die Infrastruktur von Bonn schon mehr als respektabel. Für Bonns Zukunft sehe ich auch keineswegs schwarz - man muss eben den richtigen Maßstab wählen und die Reste Hauptstadtarroganz ablegen, die noch vor sich hin verstauben. Als Bonn-(halbwegs)-Kenner aber Nichtbonner ist meine Sichtweise bestimmt recht nüchtern, aber - wie ich hoffe - nicht allzu desillusionierend. Die Düsseldorfer sind ja angeblich die Hanseaten unter den Rheinländern - vlt ist da was dran.

Unser Thread zum RRX ist unserem großen Datenverlust im Februar größtenteils zum Opfer gefallen. Es deutet Einiges darauf hin, dass es pro Stunde nur eine Verbindung bis Bonn geben wird - also etwa wie bisher, vlt etwas schneller. Ich glaube, die Trasse Köln-Bonn gibt nicht viel mehr her, zumal sie ohnehin stark befahren ist.

Die Anbindung des Flughafens ist essenziell für Bonn!
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Alt 08.03.07, 22:39   #30
formschön
 
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Um unsere schöne Diskussion nicht im Sande verlaufen zu lassen, noch eine Überlegung dazu, anhand welcher Vorbilder sich die Stadt Bonn entwickeln könnte.
Es gibt drei Städte in den Alpenländern, die für jeweils einen Teilaspekt der Entwicklung Pate stehen könnten:
- Genf für das internationale Profil;
- Basel für die mit dem Rhein verbundene Lage und den prosperierenden Wirtschaftsstandort;
- Salzburg als Mozartstadt für die Entwicklung der Beethovenstadt.

Natürlich wäre es vermessen, zu behaupten, Bonn könne sich auf der jeweiligen Ebene mit den einzelnen Städten schon heute messen. Auch scheint es illusorisch, zB den Rang der lang eingeführten, auch von der Neutralität der Schweiz profitierenden Stadt Genf zu erreichen. Salzburg ist als Mozartstadt in aller Welt bekannt, Österreich erkennt Kultur als eine nationale Aufgabe und fördert seine Städte entsprechend (obwohl Mozart ja streng genommen im Fürstbistum Salzburg wirkte und dieses nicht Bestandteil des Kaiserreiches war *klugscheiss*).
Was die Städte vergleichbar macht, ist die Verbindung einer relativ übersichtlichen Stadtstruktur (sämtliche der angesprochenen Städte verfügen über eine Einwohnerzahl von 100.000 bis 200.000) mit einer oder mehreren herausragenden Kompetenzen. Sie sind nicht in allem hervorragend - niemand würde sich zu der Behauptung versteigen, Salzburg verfüge über eine vorzeigbare Infrastruktur; Basels Bausünden außerhalb seiner wunderbaren Innenstadt sind Legende; Genf glänzt eher mit Sterilität denn mit dezidiertem Charme -, aber doch für ihr Profil international bekannt und geschätzt.
Wenn die Stadt Bonn konsequent auf die Ausbildung der eigenen Stärken setzt - Beethovenstadt mit neuem Festspielhaus und einer gelebten Musikkultur; Internationale Stadt mit UNCC und klarem Profil, wobei hier auch das neue Profil der Bundesrepublik auf diplomatischem Parkett helfen dürfte - immerhin rettet Frau Merkel heute Abend in Brüssel unser Klima ; Rheinstadt mit Global Playern (hier P+T+Andere, dort Roche+Novartis) - könnte es gelingen, sich weit über das im Laufe der Diskussion angeklungene Profil einer Universitätsstadt mit Tradition und Geld (Münster, eine durchaus attraktive Stadt) hinaus einen Namen zu machen. Das auf diesem Weg noch einiges geschehen muss, steht außer Frage.
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