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Alt 26.06.08, 23:41   #16
LeFay
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LeFay wird schon bald berühmt werdenLeFay wird schon bald berühmt werden
Boah, jeder der Entwürfe ist einfach nur schlimm! War Teilnahmebedingung, daß man Dekonstruktivist ist?

Der Siegerentwurf für das jüdische Museum ist schon fast brutalistisch, einfach nur bösartig und monumental häßlich. Köln täte sich mit so einem Bau keinen Gefallen. Die Qualität des Gebäudes ist unsäglich schlecht. Es ist ja noch nicht mal funktionalistisch mit dem komischen "Dach".

Viele moderne Gebäude kann man in Städte setzen, in denen viel Altbausubstand besteht, aber Köln ist schon geschunden genug, da braucht man nicht diese modernistische Minimalarchitektur.

Wobei dieser Entwurf ja noch nichtmal nach Rom passen würde. Eigentlich paßt er nur in den Papierkorb. Das Ding ist ein Ungebäude. Jegliches Gefühl für Proportionen, Ästhethik und Städtebau wird mißachtet.

Das bekäme eine Zaha Hadid oder ein Santiago Calatrava besser hin. Das Gebäude würde sich dann noch immer nicht einfügen, aber wenigstens wärs für die Mehrheit gefällig fürs Auge und ein besserer Touristenmagnet.
__________________
Man kann mit einer Wohnung genau so töten wie mit einem Gewehr.

Heinrich Zille

Geändert von LeFay (26.06.08 um 23:46 Uhr) Grund: Schreibfehler
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Alt 27.06.08, 06:37   #17
Bewacher
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Bewacher hat die ersten Äste schon erklommen...
Zitat:
Zitat von ottcgn1 Beitrag anzeigen
Herr Schramma positioniert sich damit diametral gegen das Stadtplanungsamt und Herrn Streitberger, die den Siegerentwurf geradezu vergöttern. Die Einwände von Herrn Schramma sind meines Erachtens sehr stichhaltig und beachtlich.
Meines auch (s. darüber). Da der Oberbürgermeister und nicht ein Amtsleiter der Chef ist, hoffe ich, dass der Chef sich durchsetzt - selbst wenn es die Suche eines neuen Stadtplaners bedeuten sollte.

Zitat:
Nun wird ein Siegerentwurf mit breitester Mehrheit gekürt
Was für breiteste Mehrheit denn? Höchstens in der Wettbewerbskommission - die wohl zufällig besetzt wurde. Auch wenn ich mich wiederhole: In Düsseldorf hat man die Wettbewerbsergebnisse nicht einfach so hingenommen, sondern nachbearbeitet - und in Köln sollte dies ebenfalls möglich sein.

Nachtrag: Die Ratsmehrheit dafür, überhaupt ein Museum zu bauen, bedeutet nicht automatisch eine Mehrheit für diesen Entwurf - das sind unterschiedliche Dinge.

Geändert von Bewacher (27.06.08 um 09:45 Uhr)
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Alt 27.06.08, 08:21   #18
Echnaton
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Echnaton braucht man einfachEchnaton braucht man einfachEchnaton braucht man einfachEchnaton braucht man einfachEchnaton braucht man einfachEchnaton braucht man einfach
Ja, sicher ist das möglich, aber Du wirst doch wohl einsehen, dass es sich um zwei völlig verschiedene Wettbewerbe mit völlig verschiedenen (Zwischen-)Ergebnissen handelt. Von einem Einzelfall in einem besonderen Umfeld in der Ddfer Altstadt, kannst Du doch nicht auf den "allgemeinen Grundsatz der Kleinteiligkeit durch Nachbearbeitung" schließen.

Der Siegerentwurf lässt vor allem wenig öffentlichen Raum und wirkt für den Standort einfach zu großflächig. Deshalb interveniert Schramma - durchaus mit Recht, wie ich finde.
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Alt 27.06.08, 08:50   #19
Bewacher
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Bewacher hat die ersten Äste schon erklommen...
^^ Mit jeder kritischen Stimme ist der siegreiche Entwurf noch umstrittener. Es muss einfach möglich sein, die Vernunft walten zu lassen - wie auch immer man es machen möchte. Es geht ja um einen zentralen Ort und um ein Bauwerk, welches u.U. einige Generationen ertragen (wenn man sich daran nicht erfreuen könnte) müssen.
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Alt 27.06.08, 09:19   #20
Citysurfer
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@Bewacher Schramma ist lediglich der Chef der Verwaltung (und damit natürlich auch Chef der Dezernenten/Amtsleiter).

Entscheidungsträger ist aber der Rat der Stadt Köln - und dessen Beschlüsse hat die Verwaltung mit Schramma an der Spitze umzusetzen.

Geändert von Citysurfer (27.06.08 um 10:16 Uhr)
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Alt 27.06.08, 17:31   #21
ottcgn1
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@Citysurfer

Richtig, der Ratsbeschluss aus dem Jahre 2006 besagt in der Tat, dass das Jüdische Museum auf dem Rathausvorplatz gebaut werden soll. Das wurde von SPD, Grünen und FDP gegen die CDU entschieden.

Es wurde jedoch noch etwas mehr beschlossen:
- Der Bauherr muss mit der Stadt „ein geeignetes Qualifizierungsverfahren mit renommierten Teilnehmern durchführen“ (Wettbewerb, Architekten-Workshop oder eine Beauftragung mehrerer Planungsbüros).
- Der Auftrag muss dem Gewinner des ersten Preises erteilt werden.
- Die Vorgaben für den Architektenwettstreit (Bauhöhen, Baulinien und Innenflächen) müssen dem Kulturausschuss und dem Ausschuss für Stadtentwicklung zur Abstimmung vorgelegt werden. Dabei seien „angemessene Platzsituationen vor dem Historischen Rathaus und dem Wallraf-Richartz-Museum“ zu berücksichtigen.
- Das Grundstück des früheren Kaufhauses Kutz soll in die Planungen mit einbezogen werden.
- Der Förderverein muss sämtliche Kosten für den Bau, geschätzt 16 Millionen Euro, und für den Betrieb des Hauses übernehmen. Die Finanzierung muss transparent und vertrauenswürdig dargestellt werden.
- Wegen der besonderen Bedeutung des Vorhabens und der Standortfrage soll „eine breite öffentliche Debatte“ erfolgen.

Insbesondere die breite öffentliche Debatte halte ich für zwingend erforderlich, um das Thema nicht zum Streitthema werden zu lassen.

Hier noch Mal der Bericht vom Expertenhearing 2001:
http://www.koelnarchitektur.de/pages...m?action=print
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Alt 27.06.08, 20:17   #22
Citysurfer
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Hier je eine Pro und eine Contra Stimme zur geplanten Bebauung.

http://www.ksta.de/html/artikel/1143027844653.shtml
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Alt 27.06.08, 20:27   #23
mischakr
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Warum legt man nicht vor dem Wettbewerb fest, was man eigentlich genau will? war der Wettbewerb einfach nur ein teures Brainstorming, um mal zu sehen was so möglich ist?

Ich persönlich finde den Entwurf garnicht so schlecht. Mir gefällt die skulpturale Form, weniger gefällt mir das transparente Erdgeschoss bei gleichzeitig sehr geschlossnem und schweren Obergeschoss.
Das Problem der kleinteiligkeit ist meiner Meinung nach folgendes: gut und natürlich wird ein kleinteiliges Ensemble nur, wenn es aus mehreren Baukörpern unterschiedlicher Fassadengestaltung besteht. Und somit ein gewachsenes Quartier vortäuscht. Eine kleiteiliges Ensemble mit jedoch gleicher Fassadengestaltung sieht aus wie gewollt und nicht gekonnt. Da landen wir schnell beim verschachtelten Stil der 80er. Das tut in der Regel nicht weh, ist aber auch selten wirklich überzeugend. Und schon gar kein Ersatz für verlorene historische Strassenzüge.

Ich halte das Gebäude für keineswegs zu gross. Schliesslich ist es ein wichtiges Museum und kein X-beliebiges Geschäftshaus, welches sich unterzuordnen hätte. Und nebenan stehen Rathaus, Spanischer Bau, W.M. Museum, Gürzenich und viele andere Bauten, die nicht gerade kleinteilig sind. Die kleinteilige rekonstruierte Altstadt beginnt erst unterhalb an den Märkten.

Geändert von mischakr (27.06.08 um 22:15 Uhr)
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Alt 27.06.08, 22:50   #24
AIG_Singer
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Mir gefällt dieses Gebäude überhaupt nicht. Unter Goldschmied wirkt eh jetzt schon grau und leblos wenn man vom Dom in Richtung Rathaus geht. Das die jetzt solch eine glotzige, farblose Baumasse auf dem Rathausplatz und gegenüber dem Farina-Haus bauen wollen find ich persönlich schrecklich.
Die Idee den Rathausplatz mit einem Museum zu bebauen ist ja nicht ganz so uninteressant da der Platz eh total zerstückelt wirkt.
Auch ist die Form des Siegerentwurfes in Ordnung, und lässt ja zumindest Sicht auf die Rathauslaupe. Man hätte nur bei bei der Fassadengestaltung und größe humaner denken müssen vor allem weil der ganze Rathauskomplex nach dem Krieg dermassen gelitten hat, man betrachte nur den Neubau zum Markt hin und die dem Rathaus umliegende Nachkriegsbebauung.
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Alt 28.06.08, 10:33   #25
mischakr
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interessanter Artikel zur Meinungsbildung im Kölner Stadt-Anzeiger. Schramma hat wohl nie den 1. Platz abgelehnt. Sorgen bereitet wol vor allem, dass der 1. Platz eine Realisierung des öffentlich finanzierten (arch. Zone) und privat finanzierten (jüd. Museum) gleichzeitig vorsieht. was passiert, wenn der Verein plötzlich doch nicht die versprochenen Gelder aufbringen kann?

http://www.koelnarchitektur.de/pages...tuell/2104.htm
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Alt 28.06.08, 12:59   #26
Citysurfer
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@AIG_Singer Du schreibst selbst, dass der "Rathausplatz" total zerstückelt wirkt, findest auch die Idee in Ordnung, dort zu bauen, ebenso wie die Form.

Was die konkrete Gestaltung der Fassade angeht, lässt sich das - auf Grund der bisher vorliegenden Visualisierungen - nach meiner Meinung noch gar nicht beurteilen, dafür sind diese noch viel zu ungenau. Auch über die zu verwendenden Materialien lässt sich noch nichts genaues in Erfahrung bringen.

Hier sollte man erstmal abwarten - sollte sich die Befürchtung bestätigen, dass hier ein abschreckender, monolithischer Baukörper errichtet werden soll, kann man immer noch gegensteuern. Zudem ist ja auch die Rede davon, dass die untere Ebene sehr transparent gestaltet werden soll.

Vielleicht zeigt sich dann, das die ganze momentane Aufregung umsonst ist. Nur der Stadt-Anzeiger weiß offenbar schon mehr und betreibt eine regelrechte Hetzkampagne gegen das Projekt.
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Alt 28.06.08, 13:44   #27
AIG_Singer
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AIG_Singer sitzt schon auf dem ersten Ast
Es ist ja normal das wenn solche, wohl noch ungenauen, Bilder wie das des Siegerentwurfes veröffentlicht, erst mal ne "Schockwelle" durch die Bürgerlichen Stuben geht, was ja auch verständlich ist wenn man solch ein Fensterloses, unförmiges Ding an seinem Rathaus sieht.
Mit Form meinte ich den Grundriss im Groben. Dann würden die Juden- und Portalsgasse auch wieder zu solchen werden.
Ich geb dir aber recht, den Sturm abklingen lassen und erstmal abwarten...
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Alt 28.06.08, 16:54   #28
Tilou
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@Citysurfer

Ich glaube nicht, dass sich an der Außengestaltung noch viel ändern soll. Zumindest aus Sicht der Architekten Bisher realisierte Projekte lassen die Richtung ganz gut erahnen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wandel%2C_Hoefer_und_Lorch

http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:M%...ptsynagoge.JPG

Besonders der Sockel der neuen Synagoge in München ist den bislang gezeigten Gebäudeansichten recht ähnlich. Ich finde die Wirkung eigentlich ansprechend, wirkt edel und zum Thema passend archaisch. Allerdings nicht in den hier geplanten Dimensionen eines relativ flachen, dafür aber großflächigen Gebäudes. Die umliegenden Gassen/Straßen könnte dann eher wie Mini-Canyons wirken. Eine Überarbeitung des Entwurfs wird sich ja vielleicht auch diesem Thema nochmal widmen.
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Alt 28.06.08, 18:56   #29
Citysurfer
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@Tilou ... also die 'Neue Hauptsynagoge München' gefällt mir sehr gut. Natürlich ist das dortige Bauvolumen erheblich geringer - aber es zeigt doch, auch im Vergleich mit den anderen Entwürfen, was die Materialauswahl bewirken kann.
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Alt 01.07.08, 23:55   #30
pzkoeln
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Beiträge: 76
pzkoeln befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Zitat von ottcgn1
@ pzkoeln
Willkommen im Forum!
Danke



@Thema:
Das Kölner Bürger Bündnis möchte jetzt eine Unterschriftenaktion gegen die Bebauungspläne starten, siehe Link: http://www.report-k.de/content/view/9682/

Lassen wir uns überraschen wie das Ganze ausgeht.
Würde mich sehr freuen wenn beide Museen doch noch gebaut werden,
besonders in Anbetracht der städtischen Geschichte.
Nur das Aussehen des Bauwerks müsste man wie gesagt nochmal überdenken.
Siehe dazu auch die Entscheidung des Oberbürgermeisters.
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