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Alt 21.09.09, 14:19   #31
Abyssalon
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Abyssalon könnte bald berühmt werdenAbyssalon könnte bald berühmt werden
Das Problem ist doch, dass die Fachleute offensichtlich Architektur anders sehen als Otto Normal und dementsprechend die Wichtigkeit anders bewerten. Während "normale" Menschen das Schöne suchen, sieht der Fachmann darüberhinaus mehr. Das ist doch ganz ähnlich wie in der Musik, nur mit dem Unterschied, dass ich nicht in ein Neue-Musik-Konzert gehen muss, wenn es mir nicht zusagt. Aber Architektur ist, zumal an solcher Stelle, nuneinmal Massenware. Damit müssen auch Nichtfachleute leben. Es geht mir auch nicht darum, das plötzlich nicht mehr Fachleute entscheiden sollen, was schutzwürdig ist und was nicht. Aber diese Diskrepanz der Sichtweisen ist problematisch, oder?
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Alt 30.09.09, 02:59   #32
dj tinitus
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die hauptpost war zur zeit ihrer entstehung keine "massenware".
sie war der erste versuch einer aluminium-vorhangfassade in der ddr.

stilistisch durchkomponiert, musste bei der technologie noch improvisiert werden. insofern stellt sie auch baukonstruktiv keine massenware dar.

um mit einem misverständnis aufzuräumen: beim denkmalschutz geht es nicht um "schönheit", sondern um den schutz von baudenkmälern.
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Alt 30.09.09, 23:36   #33
Abyssalon
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Massenware in dem Sinne, dass alle Menschen mit ihr klarkommen müssen, gerade weil sie an einem solchen Ort steht. Schon klar, aber den Menschen geht es in der Regel um Schönheit. Aber mal abgesehen von der Architektur: Zwei Hotels nebeneinander am Augustusplatz, dass schmerzt, wenn man sich vor Augen führt, wie dieser Platz einst aussah und welche Bedeutung er hatte.
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Alt 01.10.09, 01:41   #34
dj tinitus
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fällt bei mir unter phantomschmerz.

das alte postgebäude wurde seinerzeit übrigens auf dem gelände einer der ausspannen vor dem grimmaischen tor errichtet. insofern stünde eine wiederbelebung der hauptpost als hotel durchaus in der tradition des ortes.
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Alt 01.10.09, 11:22   #35
Tarsis
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Tarsis ist im DAF berühmtTarsis ist im DAF berühmt
Ich weiss gar nicht was ihr habt ! Der Augustuisplatz war sicher ein mal ein Beispiel wilhelminischer und anderer überkommener Achitektur. Das gerade er so stark im Kriege zerstört wurde und die Jahre der SED-Hrrschaft im noch schlimmer zugesetzt haben ist aber ein Faktum, dass nicht zu leugnen ist und ebensowenig kann man leugnen, dass eine komplette WIederherstellung weder jemals möglich noch sinnvoll war und ist.

Und ich denke mit dem was wir nun am Augustusplatz bekommen werden kann man mehr als zufrieden sein !

Die Bauten der Universität lassen die architektonische Tradition an diesem Ort schmerzlich wieder bewusst werden, erinnern durch ihre äußere Formgebung an das Gewesene und sind dennoch ein mutiges und sehr gekonntes Beipsiel heutiger Architektur, welches in jedem Falle würdig ist diesen Platz dort einzunehmen. Welche Stadt bitteschön hat denn solche Universitätsbauten von Vater Staate bekommen ? Da kann man abe erstmal lange suchen !

Gewandhaus und Uni-Hochhaus wurden saniert und ergänzt und sind ebenfalls keine MAssenwar e der DDR sondern eher mal mutige Beipsiele jener Zeit, die es ebenfalls nicht verdient haben einfach bseitigt zu werden wie mittlerweile so vieles aus der DDR-Zeit in Leipzig. Das gerade am Augustusplatz so viel überkommen und erhalten bleiben wird ist doch in meinen Augen eher ein Glücksfall für die Stadt ! Das muss man mal ehrlich bekennen !!!

Wartet mal ab bis alles fertig gebaut und saniert ist. Dann wird dieser Platz der einzige in Leipzig sein, der Wahrhaftigkeit widerspiegelt und Bauten aus allen Epochen der Geschichte der letzten 120 Jahre ( oder länger? ) aufweisen wird.

Und das sind eben über einen langen Zeitraum gewachsene Strukturen ! Etwas auf das viele andere Städte, in denen ganze Quartiere in wenigern Jahren des Aufbaus nach dem Kriege hingeklotzt worden und heute verkommen, da sie keine Lebensqualität bieten und in jener Zeit einzig dazu dienten möglichst schnell Wohnungen zu schaffen um die vielen Flüchtlinge etc. unterzubringen.

Leipzig hat hier wirklich eine Chance erkannt und etwas Einmaliges geschaffen, auf das man mit Recht stolz sein kann !
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Alt 01.10.09, 12:28   #36
DaseBLN
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@ Abyssalon: was ist denn gegen eine Hotelnutzung einzuwenden? Und vor allem gegen gerade mal 2 Hotels am größten geschlossenen Platz Leipzigs? Ohne Hotelnutzung gäbe es den halben rekonstruierten Neumarkt in Dresden nicht... Tatsache ist nunmal, dass das Zeitalter der großen innerstädtischen Postgebäude vorrüber ist - Leipzig kann sich glücklich schätzen, dass die Gebäude zum Teil noch existieren (zwei wurden ja gerade renoviert), eine neue Nutzung muss also gefunden werden. Ich wäre gespannt auf deine Alternativevorschläge (wohlgemerkt, wie du schreibst "abgesehen von der Architektur")

@ Tarsis: Sehe ich ähnlich. Der Augustusplatz umfasst beispielhafte Architektur beinahe jedes Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts (bis auf die Kriegsjahrzehnte) und des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts:
  • Dresdner Bank: 1910/11
  • Kaufhaus Bamberger & Hertz: 1912
  • Bankhaus Kroch: 1927/28
  • Europahaus:1928/29
  • Opernhaus: 1956-60
  • Hauptpost: 1961-64
  • Hotel Deutschland: 1962-64
  • Uniriese/City-Hochhaus: 1968-72
  • Gewandhaus: 1977-81
  • Probensaal des MDR: 1999-2002 (?)
  • Egeraat-Bauten: 2006-2010
Wer sich für die Baugeschichte und die früher existierenden Gebäude interessiert, kann sich das interessante Buch "Der Leipziger Augustusplatz - Funktionen und Gestaltwandel" bei Google komplett anschauen.
__________________
Alle Bilder, soweit nicht anders angegeben, von mir.

Fotos im DAF: Moskau (Neue Bilder)
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Alt 01.10.09, 14:33   #37
LEgende
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LEgende sitzt schon auf dem ersten Ast
Bei Gebäuden geht es aber numal unterm Strich wesentlich um die Optik und damit letztlich die Schönheit und nicht um die baulichen Hintergründe. Das interessiert vielleicht den ein oder anderen Ingenieur, Kunsthistoriker oder Architekten.

Die ehemalige Fußgängerbrücke am Gördelerring ("blaues Wunder") war bis zu ihrem Abriss auch ein einmaliges Zeugnis ihrer Zeit und super funktional. Ich fand sie zumindest spitze, da man von oben schön den Verkehr beobachten und fotographieren konnte. Aber warum kam sie weg? Weil sie eben unschön aussah. So einfach ist das. Ich hab damit heute kein Problem mehr, weil ich es nachvollziehen kann.

Und bei der Hauptpost wird es eventuell irgendwann mal ähnlich sein. Vom Hotel Deutschland (heute Radisson SAS) ganz zu schweigen. Klar ist es irgendwie ein Vertreter seiner Zeit bzw. eigentlich nur derer, die es erschaffen haben. So wie letztlich jedes Gebäude, welches irgendwann mal gebaut wurde und heute noch gebaut wird.

Aber jedes Gebäude muss spätetens im Laufe der Zeit beweisen, dass es von der Bevölkerung angenommen wird. Die Hauptpost hatte nun mehr als 45 Jahre Zeit dafür. Dass sie in den letzten Jahren unter Denkmalschutz gestellt wurde, verwundert mich nicht wirklich. Sind es doch diejenigen gewesen, die damit zu DDR-Zeiten aufgewachsen sind und Erinnerungen damit verbinden und aufgrund des Untergeganges der DDR wenigstens etwas "ihrer" Vergangenheit retten wollen. Viel schönes gab es ja ab den 60ern nicht mehr in der DDR.

Und wenn wir schon von Epochen und Gleichberechtigung reden, dann sollten wir nicht vergessen, dass die gesamte Ostseite, die Nordseite, die Südseite und die Südwestseite aus DDR-Zeiten stammen! Einzig die Nordwestseite stammt aus Vorkriegszeiten und an der Westseite wird ja bekanntlich derzeit noch gebaut.

Warum man also am bedeutensten Platz der Stadt die mehr als optisch durchschnittliche Hauptpost für alle Ewigkeit erhalten soll, ist mir mehr als schleierhaft. Wegen einer Alu-Vorhang-Fassade? Soll dieser ernsthaft das alleinige Kriterium und der ausschlaggebende Punkt sein? Viel mehr würde ich in diesem Fall einen Abriss in erheblichem Ausmaß von der architektonischen und städtebaulichen Qualität eines Nachfolgerbaus abhängig machen! Solange das nicht gegeben wäre, was derzeit durchaus sein kann, dann würd ich die Hauptpost auch noch stehen lassen. Bei dem DDR-Gebäude mit der ältesten Apotheke Leipzigs in der Grimmaischen Straße soll es ja ähnlich gewesen sein. Da hat man den Bau aus Angst vor den miserablen Neubauten der TLG lieber unter Denkmalschutz gestellt. Ach ja, und vielleicht wäre es ja auch gar nicht mal so schlecht, wenn man auch mal die Einwohner fragen würde. Schließlich müssen die damit leben.


So rein von der Architektur her könnt ich mir beispielsweise übrigens sehr gut sowas hier vorstellen: http://static.panoramio.com/photos/o...l/11355926.jpg (Hotel Concorde in Berlin)
Ich glaub das würde sehr gut mit dem Europahochhaus harmonieren.
__________________
Alle von mir gezeigten Bilder stammen, soweit nicht anders angegeben, aus meiner Digitalkamera.
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Alt 01.10.09, 18:34   #38
ungestalt
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ungestalt hat die ersten Äste schon erklommen...
Legende, das blaue wunder kam weg, damit behinderte menschen sich beim straßenüberqueren am goerdelerring keinen muskelkater in den oberarmen holen mussten. nicht weil sie doof aussah.
__________________
Was fließt, gelingt.
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Alt 01.10.09, 18:50   #39
LE Mon. hist.
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LE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfach
Ach Mensch, LEgende, waren wir da nicht schon mal weiter? Bei der Wabenfassade der Blechbüchse (oder war es woanders?) wurde bereits ausführlich erklärt, wie und warum ein Gebäude eingetragenes Baudenkmal wird. Deine Milchmädchenrechnungen ala irgendwelche alte Männer und Frauen wollen in erster Linie aus (N)Ostalgiegründen ein paar Häuser und damit "wenigstens etwas "ihrer" Vergangenheit retten" entbehren nicht einer gewissen Komik. Ähnlich bei der Grimmaischen Straße: "Da hat man den Bau aus Angst vor den miserablen Neubauten der TLG lieber unter Denkmalschutz gestellt". Eine Unterschutzstellung ist ein förmliches Verfahren, da braucht es eine Begründung. Und die würde sicher nicht akzeptiert.

Und noch mal, es geht bei Baudenkmalen gerade NICHT "numal unterm Strich wesentlich um die Optik und damit letztlich die Schönheit und [eben doch] um die baulichen Hintergründe". --> http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturdenkmal

Kurt Novotny (1908-1984) war ein bekannter deutscher Architekt, das Leipziger Hauptpostamt (1961-64) ist ein wichtiges Zeugniss der DDR-Moderne. Nach Sigrid Brandt (Uni Salzburg) wäre der Bau "beinahe zu einer Inkunabel modernen Bauens in der DDR geworden." http://www.kunsttexte.de/2007-4/bran...PDF/brandt.pdf Das unterscheidet das Gebäude deutlich von jedem 08/15-Plattenbau, auch wenn Du das nicht wahrnehmen willst.

Das "Blaue Wunder" kam auch nicht weg, weil es nur mal eben unschön aussah. Das hatte verkehrspolitische, sicherheitstechnische und finanzielle Gründe, der fast 4 Millionen Euro teure Abriss war immer noch wesentlich günstiger als eine Sanierung. Außerdem vergleichst Du mal wieder Äpfel mit Birnen, denn das Teil war kein Denkmal und unter den Fußgängerbrücken der Welt auch nicht sonderlich herausragend.

Und nur nebenbei: In einer Stadt, die Entscheidungen über Neubauten, Abrisse und Denkmalschutz vor allem Plebisziten überlässt, würde ich nicht mal tot überm Zaun hängen wollen.
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Alt 01.10.09, 21:33   #40
Tarsis
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Ich kann dem nur beipflichten ! Wenn es bei Denkmalschutz und Erhaltung nur um das jeweilige Schönheitsempfinden gehen würde - und das ist der Tenor dessen was du da sagst - dann würden wir etliches an Baudenkmälern heute nicht mehr haben !

Denn dieses Schönheitsempfinden unterliegt nun mal wie fast alles einem kontinuierlichen Wandel. Es gäbe heute keine Gründerzeitviertel mehr, da diese in den 60er und 70er Jahren als überfrachtete Kisten angesehen und eben auch oft abgerissen wwurden, während man sich heute eine Wohnung in einem solchen Viertel in vielen Städten kaum noch leisten kann ! Und das wäre nur eines von vielen Beispielen.

Wollten wir alles abreissen oder austauschen was irgendwann einmal nicht mehr gefällt bekämen wir wohl arge Probleme. Und die eruopäische Stadt wirkt - abgesehen von den zerstörungen des zweiten Weltkrieges - nun einmal deshlab so heimelig und urban, weil sie über Jahrhunderte gewachsen und nach und nach ergänzt und auch umgebaut wurden.

Deinem Empfinden nach sollten 3/4 des Augustusplatzes abgerissen und dann komplett neu bebaut werden - am besten mit den Rekonstruktionen der alten Gebäude ?

Wie realistisch ist das?

Und ich finde diesen Augustusplatz schön wie er ist. Wirklich trotz aller Irrungen der Geschichte gewachsen und eben icht hingeklotzt dem Zeitgeist einer einzigen Dekade entsprechend ! Da kann man reden wie man möchte - so etwas hat Seltenheitswert !
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Alt 01.10.09, 23:22   #41
Abyssalon
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"Denn dieses Schönheitsempfinden unterliegt nun mal wie fast alles einem kontinuierlichen Wandel." --> Genau das ist die Frage, um die es mir im Ursprung geht, inwiefern sich was ändert und anderes bestehen bleibt.

Wenn in das Hotel ein wenig Kultur einzöge, bitteschön.
@DJ Tinitus: Zur Zeit, als es das Grimmaische Tor noch gab, war die Stadt auch noch wesentlich kleiner, schlecht zu vergleichen.
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Alt 02.10.09, 10:12   #42
Valjean
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Valjean sitzt schon auf dem ersten Ast
Zitat:
Zitat von Tarsis Beitrag anzeigen
Und ich finde diesen Augustusplatz schön wie er ist. Wirklich trotz aller Irrungen der Geschichte gewachsen und eben icht hingeklotzt dem Zeitgeist einer einzigen Dekade entsprechend ! Da kann man reden wie man möchte - so etwas hat Seltenheitswert !
Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Der Augustusplatz ist wohl interessant in dem Sinne, dass er verschiedene Bauphasen des 20. Jahrhunderts abbildet und wohl auch bedeutende Bauzeugnisse aus der DDR-Zeit, aber „schön“ ist er für mich nicht.

Insbesondere das Bedürfnis dort zu verweilen, ist bei mir sehr gering ausgeprägt, da der Platz auf mich zugig und kahl wirkt und in keiner Weise einladend. Die Neugestaltung des Platzes Ende der Neunziger stellte eine Verbesserung dar, aber der große Wurf gelang meines Erachtens nicht.

Postkartenmotive des Augustusplatzes zeigen diesen meistens bei Nacht, mit entsprechender Ausleuchtung. Derart inszeniert kann der Platz durchaus Schönheit entfalten, aber bei Tage betrachtet hält sich meine Begeisterung in Grenzen.
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Alt 03.10.09, 14:42   #43
Tarsis
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Die Frage wäre ja dann, ob er immer noch zugig und kahl auf dich wirken würde wenn einige der Fassaden auf alt getrimmt würden. Dies würde ja nichts an den räumlichen Verhältnissen ändern ! Auch die Baumassen wären in etwa die gleichen wie vorher.

Ein etwas schwaches Argument, dass wohl nur die Tatsache verecken soll, dass du die Bauten eben nicht mal egnauer analysierst und deren Wert betrachtest sonden sie mit einem Blick schlicht als hässlich bewertest und damit für dich die Sache erledigt ist.

Wie eben berschrieben würden ja andee Fassaden an der Platzsituation und am Gefüge an sich rein gar nichts ändern . . insofern . . ;-)
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Alt 04.10.09, 16:57   #44
Valjean
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Valjean sitzt schon auf dem ersten Ast
Ich bezog mich auf die Aussage, dass du den Augustusplatz schön findest "wie er ist".

Zur Wirkung eines Platzes tragen neben den umgebenden Bauten auch Aspekte der Platzgestaltung bei, wie Art des Bodenbelags, Bepflanzung, Sitzgelegenheiten, Brunnen, usw.
Und unabhängig von den Fassaden der Gebäude war ich seinerzeit nicht vom Ergebnis der Neugestaltung des Platzes begeistert, obgleich eine Verbesserung zur Vorsituation erreicht wurde. Nun es ist schon ein paar Jahre her, dass ich zuletzt den Augustusplatz gesehen habe. Gut möglich, dass der Platz nun mit etwas grösseren Bäumen freundlicher aussieht.

Prinzipiell möchte ich anmerken, dass ich kein Architekt bin und städtische Räume hinsichtlich ihrer Attraktivität in erster Betrachtung nicht analysiere - hierzu fehlen mir auch Grundkenntnisse - sondern diese schlicht auf mich wirken lasse um schliesslich für mich zu urteilen ob dieser oder jener Strassenzug oder Platz gelungen/angenehm/schön oder was auch immer ist.

Und damit bitte wieder zurück zum Thema oder im Kaffeeklatsch-Thread weiter über die Situation am Augustusplatz diskutieren. Cowboy.
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Alt 05.10.09, 02:27   #45
dj tinitus
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dj tinitus ist einfach richtig nettdj tinitus ist einfach richtig nettdj tinitus ist einfach richtig nettdj tinitus ist einfach richtig nettdj tinitus ist einfach richtig nett
bei der umgestaltung des augustusplatzes ende der 90er wurde meines erachtens fast das optimum herausgeholt: tiefgarage statt parkplatz, versetzung des mendebrunnens, wasserbassin mit fontäne, bänke ringsum, begrünte erdwälle an den platzkanten zum georgiring, verzicht auf lichtmasten und baumalleen als verbindungen zu den angrenzenden promenadenring-bereichen. eingedenk der tatsache, dass der augustusplatz darüber hinaus auch weiterhin seine funktionen als verkehrsnoten und veanstaltungsort erfüllen muss, kann sich die umgestaltung in meinen augen sehen lassen. aus heutiger sicht bedauerlich war der bau des café augustus, doch damals ging man nun mal noch vom erhalt des alten ddr-uni-gebäudes aus.

um die diskussion wieder vom platz wegzuführen:
die denkmalwürdigkeit hat die hauptpost auch durch ihre innengestaltung erlangt. bei jeglichem umbau sollten deshalb die bildkünstlerische gestaltung von foyer und schalterhallen unbedingt weitestmöglich erhalten bleiben.
so wie wir heute originalsubstanz in gründerzeitlern schätzen, wird es irgendwann auch mal anderen mit wandmalereinen aus den 60ern gehen.
dj tinitus ist offline   Mit Zitat antworten
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