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Alt 26.07.07, 08:42   #1
Cowboy
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Leipzig: Umgang mit Bauerbe

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Alt 13.01.08, 11:54   #2
Cowboy
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Leipzig: Umgang mit Bauerbe

Dieser Thread soll alles, was mit historischer Bebauung zu tun hat (z.B. auch DDR-Klassiker der 50er/60er-Jahre, nicht nur Gründerzeit), thematisieren. Gelungene Sanierungsbeispiele von Gründerzeitgebäuden wurden in letzter Zeit schon oft gezeigt. Es würde aber ein falscher Eindruck entstehen, wenn man anhand dessen annimmt, dass alle diese Gebäude gerettet werden. 2500 Altbauten sind nach wie vor nicht saniert. Ca. 400 bis 500 dieser Gebäuder sind akut vom Einsturz bedroht, können nur mit aufwendigen und teuren Sicherungsmaßnahmen (die meist der Steuerzahler trägt) vom Abriss verschont werden. Die Gründe für den Verfall vieler Altbauten sind vielfältig: Ungeklärte Eigentumsverhältnisse, zerstrittene Erbengemeinschaften oder Hausbesitzer, die ihrer Eigentumsverpflichtung nicht nachkommen sind wohl die häufigsten.

Die Rettung der verbliebenen 2500 unsanierten Altbauten ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn deren Zustand verschlechtert sich von Jahr zu Jahr zusehends. Das Stadtforum Leipzig, eine Initiative aus 15 Leipziger Vereinen bestehend, widmet sich der Rettung dieser Gebäude, auf deren bereits erzielte Erfolge ich im Laufe des Threads noch weiter eingehen werde. Vorerst die Homepage des Stadtforums:

http://www.stadtforum-leipzig.de/

Um euch einen kleinen Eindruck über die Situation zu verschaffen, stelle ich nachfolgend kommentarlos ein paar unsanierte Gebäude hier ein, die ich 2006 und 2007 hauptsächlich im Leipziger Osten fotografierte.






















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Alt 13.01.08, 12:10   #3
Schnack
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Schnack sitzt schon auf dem ersten Ast
Wie sieht denn die Einwohnersituation aus im Leipziger Osten? Die meisten Sanierungsgebiete liegen ja im Süden oder Westen der Stadt und haben regen Zulauf, was die Sanierung solcher Gebäude sehr begünstigt. Denn wenn sich niemand für die Häuser findet um darin zu wohnen, werden sie wohl leider abgerissen. Von der Bausubstanz an sich wirken diese Häuser genauso hochwertig wie in anderen Stadtteilen.
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Alt 13.01.08, 23:11   #4
dj tinitus
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dj tinitus ist einfach richtig nettdj tinitus ist einfach richtig nettdj tinitus ist einfach richtig nettdj tinitus ist einfach richtig nettdj tinitus ist einfach richtig nett
der leipziger osten ist strukturell benachteiligt. kaum grünzüge, keine flussläufe, kaum kulturelle einrichtungen. seit der industrialisierung war aufgrund vorherrschender westwinde sogar die luft schlechter. infolge dessen wurden hier hauptsächlich arbeiterquartiere in geschlossener blockrandbebauung mit niedrigen standards und gewerbe in engen hinterhöfen errichtet. bereits um die vorletzte jahrhundertwende wurde von grenzenloser verwahrlosung niedersten gesindels rings um das "rabet" berichtet. kriegsschäden, sanierungsstau seit ´39 - und der totale umbruch seit der wende mit nunmehrigem überangebot an wohnraum schienen dem gebiet den rest zu geben.

wie cowboy schon schrieb, befinden sich die meisten häuser (wieder) in privatbesitz. um die eigentümer zur sanierung zu bewegen, kann die stadt - im rahmen ihrer möglichkeiten - nur mittelbar eingreifen. dies geschieht durch ein bündel an massnahmen. die wichtigsten sind:
- abbau des wohnungsüberangebots durch abrisse im plattenbaugebiet grünau
- schaffung neuer parks im osten (ehemaliger eilenburger bahnhof, stadtteilpark rabet, paunsdorfer bogen)
- verlagerung des durchgangsverkehrs aus wohngebieten (neubau b6)
- ausweisung von quartieren als sanierungsgebiet (neustädter markt)
- förderung der umwandlung maroder gebäude in eigentumswohnungen (selbstnutzerprogramm)

manche bereiche konnten auf diese weise stabilisiert werden. ein weiterer grund hierfür dürfte sein, dass die mieten dort selbst für leipziger verhältnisse niedrig sind. allerdings führt dies dazu, dass wie schon zur erbauungszeit überproportional viele sozial schwache im osten wohnen. einer ghettoisierung vorzubeugen, ist daher ein weiterer handlungsschwerpunkt.
dem kommt entgegen, dass es im überschaubaren leipzig nie klassische mietskasernen gegeben hat. auch aus einfachen gründerzeitlern lassen sich durch denkmalgerechte sanierungen lebenswerte quartiere machen, die das sozialgefüge stärken. seitdem (bundeseinheitlich) nur noch solche baumassnahmen gefördert werden, wird auch in diesem gebiet wieder verstärkt saniert. jede bauliche aufwertung trägt dabei auch zur sozialen aufwertung des leipziger ostens bei.
inwieweit auch abrisse unvermietbarer häuser einen positiven effekt haben können, ist seit jahren umstritten. meiner meinung nach ist dies der fall, wenn es planvoll geschieht und eine sinnvolle nachnutzung des gebietes (grünanlagen, kinderspielplätze) zur folge hat.

wie auch immer: der vollständige umbau einer selbst im umbruch befindlichen stadt mit all seinen zwängen, möglichkeiten und unmöglichkeiten ist ein schwieriges, aber auch faszinierendes thema. sicher werden wir hier einige der häuser zum letzten mal sehen, wie wir in anderen strängen manche zum ersten mal emporwachsen sehen werden. und hoffentlich werden wir hier möglichst viele der heute noch ihrem einsturz entgegentaumelnden gebäude nach deren sanierung wiederfinden. für hunderte kaputter ruinen wird die zeit für eine rettung allerdings wirklich knapp.
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Alt 16.01.08, 10:04   #5
Cowboy
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Cowboy hat eine wundervolle ZukunftCowboy hat eine wundervolle ZukunftCowboy hat eine wundervolle ZukunftCowboy hat eine wundervolle ZukunftCowboy hat eine wundervolle ZukunftCowboy hat eine wundervolle ZukunftCowboy hat eine wundervolle ZukunftCowboy hat eine wundervolle ZukunftCowboy hat eine wundervolle ZukunftCowboy hat eine wundervolle ZukunftCowboy hat eine wundervolle Zukunft
Sehr schöne Ausführung, dj tinitus, der ich nichts hinzuzufügen habe.

Derweil existiert seit 2006 ein Gebäudesicherungsprogramm für stadtbildprägende Altbauten, die besonders vom Verfall betroffen sind - mit folgender Bilanz für 2007. Es gilt als sicher, dass 2008 das Gebäudesicherungsprogramm auf weitere Altbauten ausgeweitet wird.

2006 wurde die 1881 errichtete Historismus-Villa Goldschmidtstraße 31 mit öffentlichen Mitteln gesichert, die sage und schreibe 400000 Euro betrugen.

Goldschmidtstraße 31, historische Aufnahme:

Quelle: www.lipsikon.de (Veröffentlichung ist mir erlaubt)


Goldschmidtstraße vor der 400000-Euro-Sicherung:

Quelle: www.lipsikon.de


Goldschmidtstraße heute:

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Alt 16.01.08, 17:32   #6
SevenUp
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SevenUp sitzt schon auf dem ersten Ast
Solch eine Galerie hab ich mir immer gewünscht.
Hier können wir sowohl Sanierungserfolge wie auch Abrisse dokumentieren.

400000 Euro scheinen ja nicht viel Geld zu sein
aber immerhin ist das Gebäude nicht mehr einsturzgefährdet und es wird sich wohl bald jemand finden der es vollständig saniert.
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Alt 16.01.08, 19:38   #7
Stahlbauer
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Vor allem die stark befahrenen Zufahrtsstraßen sind ein grosses Problem in Leipzig. Hier sieht es teilweise wie nach einem Bombenangriff aus.

Nicht vergessen werden sollte aber wie Leipzig am Ende der Ostzeit aussah. Die im Ost-Fernsehen gestellte Frage "Ist Leipzig noch zu retten?" war nicht rein rhetorisch gestellt. Vor allem die Dächer waren nach Krieg und Kommunismus völlig marode. Aus mir nicht bekannten Gründen wurden- wenigstens in Leipzig -keine roten Dachziegel verbaut. Das Alte Rathaus hat kurz vor 1989 nur über Sonderkontingente rote Bieberschwänze bekommen und war damit in der City das einzige Haus mit richtigen roten Dachziegeln. Auf Luftaufnahmen von heute ist die Veränderung der letzten Jahre gut zu sehen.

http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/pcat/92346/display/5988697

Ob für die Problemgebiete noch eine Lösung gefunden wird ist fraglich. Vermutlich müssen wir wohl mit einer erhebliche "Perforierung" der Stadt leben. Andererseits haben bislang die Voraussagen der Experten wenig Bestand gehabt. Z.B. hat in der o.g. Sendung der damalige Chefarchitekt von Leipzig vorgetragen, dass der Stadtteil Plagwitz als Wohnungsstandort keine Zukunft hat. Was aus dieser Industriekloake geworden ist grenzt an ein Wunder.

http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/889771/display/10904954

Auch der heutige Zustand der Leipziger Problemgebiete hat viel mit den Aussagen der Statistiker um das Jahr 2000 zu tun. Laut den damaligen Erkenntnissen der Statistiker, sollte die Stadt weiter stark schrumpfen. Man sah also keinen Grund nach Konzepten für die Rettung der Gebäude zu suchen. Ein Planer soll wohl vorgeschlagen haben, hinter dem Hauptbahnhof einen Hirschgarten anzupflanzen.

http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/cat/2301/display/9111007

Vielleicht sollte man doch mehr zeigen wie gelungene Lösungen in Leipzig aussehen. Meist muss man nur eine Parallelstraße in das Viertel rein gehen.




Bachstraßenviertel - Lassallestraße












Bachstraßenviertel - Lassallestraße











Bachstraßenviertel - Lassallestraße












Musikviertel, Beethovenstraße











Musikviertel, Grassistraße










Südvorstadt, Kochstraße










Südvorstadt, Kochstraße












Südvorstadt, August-Bebel-Straße











Südvorstadt, August-Bebel-Straße












Südvorstadt, August-Bebel-Straße







Alles eigene Fotos


Man sieht wohl, was bei weiteren Flächenabrissen verloren gehen wird.
Heute werden auf den Abrißflächen teilweise sogenannte Stadthäuser errichtet. Ob diese sich in das historische Umfeld einfügen, können wir hier sicher auch diskutieren.
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Alt 16.01.08, 20:28   #8
Rohne
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Weil du meintest, in Leipzig wurden keine roten Dachziegel verwendet - was hat man denn dann als Dacheindeckung genutzt?
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Alt 17.01.08, 19:56   #9
Stahlbauer
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Eine der vielen Merkwürdigkeiten in der DDR war, das das Instandhalten- egal ob Gebäude, Anlagentechnik, Straßen etc.- offensichtlich ein unlösbares Problem war. Selbst groß angelegte Kampangnen wie "Dächer dicht" führten nicht zum Erfolg. Ich kann mich an Häuser erinnern , auf deren Dächer wohl alle gerade zur Verfügung stehenden Dachbaustoffe verbaut wurden. Rote (Ton-)Ziegel gehörten aber meist nicht dazu. Wenn Tonziegel verbaut wurden waren es gelbe. Die Qualität der Dachsteine und die enorme Luftverschmutzung führten innerhalb kurzer Zeit zu einem einheitlichem Farbton: grau bis schwarz.


Viele Fotos findet man nicht mehr. Auf dem folgendem Foto sind einige wenige Dächer noch nicht erneuert.



http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/26084/display/1663037



Auf den folgenden Fotos von Manfred Rosenkranz kann man sich einen Eindruck verschaffen in welchem Zustand Leipzig 1990 war


http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/868900/display/7869112



http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/868900/display/7913836



http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/868900/display/7890191


http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/868900/display/8036580


Die Fotos sind vermutlich in Leipzig-Gohlis entstanden. Dort waren russische Truppe stationiert.

Heute sieht es so aus: (Achtung: Die Panoramafunktion auf: aus setzen!)

http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/pcat/95613/display/5123941

Geändert von Stahlbauer (31.10.10 um 13:19 Uhr) Grund: Hinweis ergänzt.
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Alt 17.01.08, 21:52   #10
dj tinitus
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das letzte panorama-foto über den norden der stadt ist wirklich schön.

es war ja nicht nur so, dass es für sanierungen weder dachziegel noch dachrinnen gab, auch bauarbeiter waren nicht aufzutreiben. viele waren nach berlin abkommandiert. eimer oder badewannen auf dachböden, um das eindringende regenwasser aufzufangen, waren damals gängige praxis.
dass solche häuser heute - nochmals 20 jahre später und längst unbewohnt - kurz vom umfallen stehen, ist kein wunder.
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Alt 18.01.08, 10:39   #11
Cowboy
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^ Wir wohnten damals direkt unterm Dach. Da haben wir schon vorbeugend Eimer in unsere Zimmer gestellt, wenn im Wetterbericht Regen vorhergesagt wurde.

@ SevenUp, 400000 Euro, nur damit das Haus vorm Einsturz bewahrt wird, finde ich ganz schön viel Geld.

@ Stahlbauer, dass im Zuge der Sanierungen viele Häuser mit roten Dachziegeln eingedeckt werden, finde ich geschmacklich sehr ansprechend.
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Alt 18.01.08, 12:26   #12
Guderian
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Guderian könnte bald berühmt werden
Zum Thema Umgang mit dem Bauerbe kam gestern in den Tagesthemen ein interessanter Beitrag.
Der Abriss von Altbauten in den neuen Bundesländern bringt Bauunternehmern viel Geld
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Alt 18.01.08, 15:58   #13
LeFay
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LeFay wird schon bald berühmt werdenLeFay wird schon bald berühmt werden
Boah, da bekommt man echt den Hass! Gesundsanieren durch Abreißen von Altbauten. Die bekommen 60 € pro abgerissenem qm, laut Beitrag. Tja, da is die Gier wohl größer als der Respekt vor dem Wert. Und selbst vor denkmalgschützten Ensembles machen die nicht halt!

Aber kann man nicht als Nachbarhausbesitzer dagegen vorgehen? Gibt ja Drittwidersprüche und sowas!
__________________
Man kann mit einer Wohnung genau so töten wie mit einem Gewehr.

Heinrich Zille
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Alt 18.01.08, 18:30   #14
Guderian
[Mitglied]
 
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Beiträge: 485
Guderian könnte bald berühmt werden
Wenn nicht mal mehr der Denkmalschutz hilft, was willst du da als Nachbarhausbesitzer machen? Die Politik schielt doch nur auf die leerstehenden Quadratmeter und reisst alles weg was da ist. Als Schröder das erste Mal von Abrissförderung sprach, hab ich mich schon gefragt, wieso tut der nicht lieber etwas gegen die Abwanderung? Und Kohl war auch nicht besser, der hat die Sparer im Westen mit Steuerabschreibungen in den ostdeutschen Wohnungsbau getrieben und gleichzeitig deren potentielle Mieter in die Arbeitslosigkeit entlassen. Wo sich Politik und Baugeschehen treffen, kommt immer Müll bei raus. Bei der Förderung der Wärmedämmung durch die Regierung Merkel wird es auch nicht anders sein. Das Schlimmste ist, das sich für die Altbauten offenbar Käufer und auch Mieter finden würden, wenn die Poltik mit ihren Abrisssubventionen nicht die Preise versauen würde.
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Alt 19.01.08, 08:20   #15
Cowboy
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Bitte keine unreflektierten Verallgemeinerungen. Der Stadtumbau Ost ist meiner Meinung nach insofern ungenügend, dass er nicht auf die unterschiedliche bauliche Ausgangssituation der Ost-Städte zugeschnitten ist. In Schwedt, das schätzungsweise zu 80 Prozent aus Plattenbauten besteht, gelten die gleichen Bedingungen wie in Weißenfels, das schätzungsweise zu 80 Prozent aus Altbauten besteht.

Hartmut Wahl, der im tagesthemen-Beitrag vorkommt, ist ja sowas wie der Robin Hood der Chemnitzer Gründerzeitsubstanz. HIER ist seine Homepage, wo ihr viele Bilder seiner sanierten Gründerzeithäuser bestaunen könnt. In Leipzig sorgte Hartmut Wahl 2006 für Schlagzeilen, als er die Friedrich-Ebert-Straße 81a/b in letzter Minute kaufen und sanieren wollte. Die in Amerika lebende Erbengemeinschaft waren die angebotenen 1 Million Euro zu wenig gewesen, weshalb das Haus 2 Tage danach leider abgebrochen wurde. Herr Wahl ist übrigens auch im APH-Forum angemeldet.
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