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Alt 01.02.09, 16:47   #91
LE Mon. hist.
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Ich hoffe, ich bin hier richtig und nicht im Kaffeeklatsch. Gefunden habe ich es weder hier noch dort, falls es doch schon existiert, bitte löschen:

LIZ 27.12.2008
Grüner Wunsch für 2009: Weg frei für Umbau des “Café Richter“
http://www.l-iz.de/Kultur/Lebensart/...812261908.html

http://www.gruene-fraktion-leipzig.d...afeRichter.pdf
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Alt 02.02.09, 11:29   #92
leipziger
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leipziger könnte bald berühmt werden
.........

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Alt 02.02.09, 12:37   #93
DaseBLN
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^ Es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied dazwischen, einen geeigneten Zeitpunkt für einen Abriß zu finden und für den Erhalt des Gebäudes zu sein. Das Ding abzureissen, nur um sich mal richtig gut zu fühlen, ohne echte Konzeption mit Realisierungschancen dahinter, produziert nur noch eine weitere Brache in der Innenstadt. Und je mehr Brachen es gibt, desto geringer die Chance auf eine qualitativ hochwertige Bebauung.
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Alt 02.02.09, 14:43   #94
LEgende
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^ Nicht unbedingt. Vor der Gründerzeit war die Hälfte des Leipzigs in seinen heutigen Ausmaßen Wald und Wiese. Hat man deshalb billig gebaut? Mitnichten, nein! Beweise dafür können wir heute noch allerorten dankend vernehmen. Das liegt wohl eher an den merkwürdigen Rahmenbedingungen die es heuzutage gibt bzw. an heute fehlenden Rahmenbedingungen.
Die Motive des früheren Bauens waren zudem ganz andere. Es ging darum etwas Schönes, Repräsentatives für die halbe Ewigkeit zu schaffen. Schaffung von langfristigen Werten war die Devise. Heute wohl eher der schnelle, maximale ökonomische Erfolg.
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Alt 02.02.09, 14:50   #95
DaseBLN
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^ Und an der Ungeduld, die hier auch gern an den Tag gelegt wird. Früher wurde ein Haus abgerissen, wenn ein Neubau unmittelbar bevor stand. Das als Analogie für das Schaffen von Brachen zu verwenden, könnte kaum widersprüchlicher sein. Leipzigs Innenstadt befand sich immer in Bewegung, allerdings fand dies über viel längere Zeiträume statt. Und genau deswegen sollte die Butze erst abgerissen werden, wenn klar ist, was danach dort passieren soll. Das und eben keine überbordende Schaffung neuer Baugrundstücke ist die Grundlage für qualitatives Bauen. Wer schnell-schnell will, kriegt billig-billig.
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Alt 02.02.09, 15:01   #96
LEgende
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Wie leipziger schon schrieb, geht es darum dass je länger man wartet, Einzelne auf den Gedanken kommen das Monstrum womöglich noch unter Denkmalschutz zu stellen und zu sanieren. So verrückt ist unsere Welt heute. Diesen Gedankengang muss man angesichts der heutigen Entscheidungen bei Stadt und Wirtschaft stets berücksichtigen. Siehe Brühl-Kaufhaus und "der guten alten" Hauptpost.
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Alt 02.02.09, 15:14   #97
LE Mon. hist.
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Volle Zustimmung zu DaseBLN: Nutzer finden, Finanzierung stemmen, Entwurf diskutieren, Bebauungsplan erstellen und durch den Stadtrat jagen, dann in einem Ritt abbrechen und neu bauen.

Da LEgende so gern auf das Beispiel Chemnitz verweist:
http://maps.live.de/LiveSearch.Local...=-90&alt=-1000
Eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, das Contiloch. Hier entstand kurz vor dem Ende der DDR das neue Textima-Verwaltungsgebäude. Das Haus war praktisch fertig, nur noch der Innenausbau fehlte. Bald nach 1990 wurde das an sich durchaus brauch- und umnutzbare Gebäude abgerissen, die Baugrube ausgehoben .... . Und dabei blieb es bis heute.
http://www.neue-chemnitzer.de/indexs-Dateien/conti.html

Wenn es ein durchgeplantes und durchfinanziertes Bauvorhaben gibt, kann der Stasi-Bau gerne weg. Aber bevor dort Rasenflächen in der Innenstadt wachsen, sollte er wohl bleiben.
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Alt 02.02.09, 15:25   #98
LEgende
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Das wundert mich jetzt schon. Waren nicht alle erfreut als die Brühl-Platten weg waren und das die jetzt immer noch weg sind? Haben sich nicht alle an dem freien Blick auf die sanierten historischen Häuser entlang des Brühl erfreut und erfreuen sich immer noch daran? Ich möcht einen sehen, der den Platten nachweint. Selbst wenn die Höfe (hoffentlich) nicht kommen.

Gerade Rasenflächen und Parkanlagen mögen doch die Leipziger seit jeher. Also ich denke, eine solche Anlage wäre dort sicher auch jetzt schon besser aufgehoben und würde mehr Leute erfreuen und in das Gebiet zum Relaxen locken, als dieser Betonklotz. Oder warum gibt es in anderen Großstädten in direkter Innenstadtlage riesige Parkanlagen???

PRO ABRISS!

Im übrigen find ich das Contiloch bzw. die grüne Wiese wesentlich schöner, als jenes, was sich da mal Textima Verwaltungsgebäude nannte.
In Chemnitz mögen die Menschen bzw. die Stadtoberen doch Baulücken, Wiesen und Freiflächen sowieso.
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Alt 02.02.09, 15:42   #99
DaseBLN
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^ In direkter Innenstadtlage? Wie der Schillerpark? Oder eher gleich um die Ecke, wie Johannapark, Klara-Zetkin-Park und Rosenthal? Fang schon mal Spenden zu sammeln für das 80 Mio. Euro Grundstück am Brühl Eines der kompaktesten Großstadtzentren Deutschlands ist natürlich quasi prädestiniert dafür, es noch mehr zu verkleinern...

Sorry, aber riesige Parks gibt es in russischen Provinzstädten zuhauf, sind die deswegen urbaner? Sowas wie das Contiloch schwebt dir also für den Matthäikirchhof vor? Und das, obwohl wir alle wissen, dass genau die vielen Brachflächen, Parks oder wie auch immer du sie nennen willst und die nichtvorhandene, eng bebaute Innenstadt Chemnitz' großes Problem sind? Da fällt mir jetzt wirklich mal nix mehr zu ein.

Im übrigen hätte man Alufassade am Brühl Kaufhaus und Hauptpost ebenfalls nicht abgerissen, falls du denkst, das wäre nur mit der Zeit aus Langeweile so gekommen, muss ich dich enttäuschen. Wir wissen ja alle, dass du mit Architektur jenseits 1945 nichts anfangen kannst, die beiden genannten Gebäude aber auf eine Stufe mit der Stasizentrale zu stellen, ist ignorant. Wohlgemerkt, es geht hier nicht darum, dass du die Gebäude schön finden sollst, sondern darum, dass ein Gebäude nicht nur seiner Optik besteht, sondern auch etwas repräsentiert, sei es eine (meinetwegen inzwischen obsolete) Grundidee einer bestimmten Zeit, andere kulturhistorische Begebenheiten oder eine bautechnische bzw. architektonische Leistung. Insofern ist die Hauptpost als erstes DDR-Gebäude mit Aluminium-Vorhangfassade, das noch dazu keine alten Straßenführungen verletzt, ein wichtiges Zeugnis seiner Zeit und genauso wertvoll wie ein Messehof der Jahrhundertwende, beispielsweise der Handelshof. Das letzterer weitaus ästhetischer ist, hat damit erstmal nichts zu tun. Dass du dann gleich befürchtest, sämtliche DDR-Bauten würden unter Denkmalschutz gestellt werden zeigt m.E., dass du dich, auch wenns dir optisch nicht gefällt, mehr mit der Epoche beschäftigen solltest - dann könntest du auch besser differenzieren.

Der Hauptpunkt ist ein anderer. Sollte jemand die Hauptpost/Stasizentrale/whatever abreissen, soll er das machen, aber eben erst, wenn klar ist, was dort hinkommt. Ich glaube das wurde jetzt deutlich genug gemacht
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Alt 02.02.09, 15:44   #100
LE Mon. hist.
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Zitat:
Wie leipziger schon schrieb, geht es darum dass je länger man wartet, Einzelne auf den Gedanken kommen das Monstrum womöglich noch unter Denkmalschutz zu stellen und zu sanieren. So verrückt ist unsere Welt heute. Diesen Gedankengang muss man angesichts der heutigen Entscheidungen bei Stadt und Wirtschaft stets berücksichtigen.
Ich habe im Moment nicht wirklich Lust, Dir zu erklären, wie und warum Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden. Vielleicht haben wir ja am Mittwoch "live" dazu Zeit.
http://www.recht.sachsen.de/Details....link=ef&jabs=1

Aber kein Haus wird unter Denkmalschutz gestellt, weil irgendein einzelner mal nachts schlecht träumt und dann am nächsten Tag andere ärgern will. Es handelt sich um Gebäude, deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen. städtebaulichen oder landschaftsgestaltenden Bedeutung im öffentlichen Interesse liegt. Dieses öffentliche Interesse muß in einem relativ langwierigen Verfahren begründet nachgewiesen werden. Die Unterschutzstellung kann rechtlich angefochten werden, wenn jemand an dem Denkmalwert und/oder dem öffentlichen Interesse berechtigte Zweifel hat.

Brühl-Kaufhaus und "die gute alte" Hauptpost wurden nicht unter Denkmalschutz gestellt, weil man LEgende tritzen oder Neubauten mit oder ohne Fassadenrekonstruktion verhindern will.

Die Nachkriegsbebauung des Augustusplatzes ist inzwischen ein wichtiges Dokument für die repräsentative DDR-Baupolitik geworden. ... Die Hauptpost behauptet sich, gemeinsam mit dem Berliner "Haus des Lehrers" von H. Henselmann, als erster Versuch in der DDR, Anschluß an die internationale Moderne zu finden. Mit seiner detaillierten, fein gegliederten Glas-Aluminium-Vorhangfassade erhält das Gebäude einen leichten, ausdrucksvollen Charakter.
http://www.ruhr-uni-bochum.de/kgi/pr...o/k6/k6_t4.htm

Henselmann-Bauten wegreißen ist wie Bauten von Arwed Roßbach entsorgen. Dass man mit letzterem in den 70er und 80ern gar kein und heute nur ein geringes Problem hat(te) sollte nicht dazu führen, heute mit den wichtigen Zeugnissen der 60er und 70er Jahre genauso umzugehen. Aber das ist alles schon wieder eine andere Debatte, die wir hier nicht führen sollten.

Knackt das Ding schnell weg, sonst kommt noch der Denkmalschutz, ist eine Forderung, die ich mir gut in Chemnitz hätte vorstellen können. Sie ist und bleibt nicht nur dort, sondern auch in Leipzig völlig absurd.

Wenn sich ein Investor findet, der trotz oder angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise das Ding sanieren und umbauen möchte und mit diesen Plänen den Stadtrat überzeugen kann, und sei es vielleicht auch nur deshalb, weil derzeit und auf längere Sicht eben kein anderer bereit oder finanziell in der Lage ist, mal eben die Matthäikirche wiederaufzubauen, dann kann man das für falsch halten und versuchen, Einfluß auf den Stadtrat zu nehmen. Das hat dann vielleicht Erfolg.

Man kann natürlich auch hier im Forum noch drei Seiten lang den baldigen Abriss fordern - nur hat das mit Sicherheit keinen.

Geändert von LE Mon. hist. (02.02.09 um 16:19 Uhr)
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Alt 02.02.09, 15:59   #101
Stahlbauer
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Die Diskussion um den Abriß oder Nichtabriß des Stasi-Bürogebäudes haben wir wohl nur wegen meines Beitrags http://www.deutsches-architektur-for...&postcount=101.

Das war eine rein ingenieurtechnische Bewertung. Keinesfalls würde ich dieses Gebäude unter Denkmalschutz stellen wollen.

@LEgende

Die heutige Zeit mit der Gründerzeit zu vergleichen ist sehr gewagt. Wesentliche Rahmenbedingungen unterscheiden sich erheblich. Nach 1871 konnten die Städte in Deutschland wachsen, weil die Bevölkerung enorm wuchs. Heute schrumpft die Bevölkerung oder wächst wie in Leipzig nur moderat.


Erinnert sei auch daran, dass Deutschland nach der Reichsgründung 1871 und dem gewonnenen Krieg gegen Frankreich von enormen Reparationszahlungen profitierte. Die Pracht der Gründerzeitviertel verdanken wir auch diesen Reparationszahlungen.

Geändert von Stahlbauer (02.02.09 um 16:14 Uhr) Grund: Fehler behoben.
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Alt 02.02.09, 16:06   #102
LEgende
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@Dase: Nur böswillige Unterstellungen, nichts weiter! Meine Devise seit jeher: Qualität, Qualität und nochmals Qualität!

Zu DDR-Zeiten gabs durchaus gute Bauwerke. Siehe heutige HHL, Zentralstadion, Ring-Cafe, Uni-Riese. Da sieht man heute noch, dass DA Qualität drin steckt. Aber nicht in einer billigen Alu-Hülle, einer Alu-Vorhang-Fassade, einer Uni, die jetzt zum Glück größtenteils verschwundern ist, etc.
Fast alles was nach 1960 zu DDR-Zeiten entstanden ist, kann man aus heutiger Sicht rein ökonomisches Bauen nennen und in die Tonne kloppen.
Und ob man unbedingt Sachen aus einer Zeit erhalten muss, die Leipzig bekanntlich fast in die Katastrophe gestürzt hätte (Siehe Film: "Ist Leipzig noch zu retten?"!!!), wage ich stark zu bezweifeln. Die Folgen sehe wir heute noch. Die DDR war eine Diktatur. Wie oben geschrieben, gibt es von dieser Zeit genug qualitative Überbleibsel. Da muss man nicht noch eine hässliche Hauptpost oder eine mega-unpassende Alu-Fassade für die Ewigkeit konservieren die das Stadtbild zerschandeln. Insofern lass ich mich persönlich auch nicht bei diesen, aus meiner Sicht hässlichen Bauwerken von "Grundideen einer bestimmten Zeit oder anderer kulturhistorischer Begebenheiten" weich kochen. Schlimm genug, dass das andere mit sich machen lassen. Schon gar nicht, wenn sie in einer Zeit entstanden sind, die von Personen erschaffen wurden, die andere Leipziger und DDR-Bürger unterdrückt haben und sich mit diesen Bauwerken selber Denkmäler schaffen wollten. Das mal bei jeglichen Erhaltungsgedanken kritisch mit zu berücksichtigen gehört meines Erachtens ebenso dazu und hier mal klargestellt!

Komischerweise wird die "progressive Art" der Leipziger immer dann rausgekramt, um den Abriss von wirklich schönen, wenn auch maroden Denkmälern zu rechtfertigen. Beim Abriss von DDR-Bauten gilt diese Denkweise wohl dann nicht oder wie?

Und wieso wird mir unterstellt, ich wünschte mir am Matthäikirchhof sowas wie das Contiloch? Das die Leipziger Stadtverwaltung ein wenig mehr Ahnung von Gestaltung hat als die Chemnitzer, streite selbst ich nicht ab. Das zeigt ja schon die Rückkehr der Klinger-Treppe. Wieso also nicht eine Park-Anlage dort gestalten? Wo ist die progressive Art der Leipziger?

"Der Hauptpunkt ist ein anderer. Sollte jemand die Hauptpost/Stasizentrale/whatever abreissen, soll er das machen, aber eben erst, wenn klar ist, was dort hinkommt. Ich glaube das wurde jetzt deutlich genug gemacht "

Und genau damit besteht die Gefahr, dass man aus rein ökonomischen Gründen die alten verlausten Zöpfe erhält und nicht abschneidet. Genau richtig erkannt!
Berlin hat sich getraut, Potsdam hat sich getraut. Auch Leipzig wird sich irgendwann trauen, markanten DDR-Balast an sehenswerten Plätzen über Bord zu werfen.
Und wenn es erst die übernächste Generation sein mag.
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Geändert von LEgende (02.02.09 um 16:46 Uhr)
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Alt 02.02.09, 16:17   #103
Bolzer89
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Bolzer89 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Was soll das Argument , die DDR war eine Diktatur ?
Reißen wir das Olympiastadion ab , weil es von den Nationalsozialisten errichtet wurde ?
Und die Zeit vor 1914 war auch alles andere als demokratisch . Die meisten Gebäude der Vergangenheit sind ja entstanden , als das Volk nicht so frei war wie heute.
Ich empfinde das Gebäude der Stasi nun auch nicht unbedingt als so störend.
Da stört mich der Eckbau Gegenüber mehr , der so weit nach hinten versetzt ist.
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Alt 02.02.09, 16:36   #104
Lipsius
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Lipsius wird schon bald berühmt werdenLipsius wird schon bald berühmt werden
Wir bekommen hier gleich alle einen kollektiven Rüffel vom Cowboy, weil wir das Thema verfehlt haben...
Der Abriss eines Gebäudes mit dokumentarischem Wert, um dann eine Brache zu haben, oder einen beliebigen Neubau, womöglich wieder mit Alufassade? Natürlich bleibt die Post stehen. Ich glaube sogar, dass sie einem gefallen kann, wenn die Spuren der Zeit getilgt werden.
Ich finde das Stasigebäude übrigens geradezu eindrucksvoll, auf eine sinistre Art, es schafft eine ganz eigene beklemmende Atmosphäre in seiner Ecke, die zur Vielschichtigkeit der Innenstadt beiträgt. Das gilt besonders, wenn man die nähere Zeitgeschichte kennt oder miterlebt hat. All das rechtfertigt natürlich nicht den langfristigen Erhalt, das würde ich auch nicht wollen. Ohne vernünftige Strategie für die Nachnutzung aber sind alle Abriss-Spekulationen heiße Luft.
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Alt 02.02.09, 19:02   #105
lguenth1
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lguenth1 ist im DAF berühmtlguenth1 ist im DAF berühmt
Bei der Entscheidung für oder gegen einen Abriß sollte man genau überlegen, ob ein Gebäude erhaltenswert ist oder durch eine Sanierung in einen entsprechenden Zustand gebracht werden kann. Beim diskutierten Stasi-Gebäude sind wir uns vermutlich alle einig, daß dies nicht der Fall ist (http://maps.live.de/LiveSearch.Local...=-90&alt=-1000).
Nach der „Broken-Windows-Theory“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Broken-Windows-Theorie) spricht somit alles für einen Abriß. Ein verfallendes Abrißobjekt gefährdet seine gesamte Umgebung, produziert weiteren Verfall und ist nicht zuletzt eine Gefahrenquelle für spielende Kinder und Jugendliche.
Damit will ich natürlich keine Abrisse wertvoller Bausubstanz fordern. Hier muß vielmehr durch Zumauern aller ebenerdiger Zugänge und Fenster eine Notsicherung stattfinden, bis bessere Zeiten anbrechen.
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