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Alt 12.08.08, 10:29   #16
Martin Pohle
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@LEgende

So ein Schwachsinn. Die Sichtachse besteht auch jetzt schon und die Verkehrsachse braucht kein Mensch. Das Messegelände ist über die Zwickauer, Richard-Lehmann-Strasse und Prager Strasse sehr gut angebunden, hat sogar eine eigene S-Bahn-Haltestelle. Daher braucht es ja nun nichts weiter mehr. Wer behauptet, dass angeblich das Gelände nicht vernünftig erreichbar wäre, dem empfehle ich die Zurhandnahme eines Stadtplans...

Übrigens ist der Querriegel über dem Nordeingang des Messegeländes voll vermietet an Firmen aus der benachbarten BIO CITY. Deren Auslastungsgrad liegt bei 100%, weswegen einige Unternehmen ihre Büros auslagern mussten und daher gleich gegenüber sich einmieteten. Solange sich daran nichts ändert, gibts keinen Abriss, warum auch?

Neben Russenpavillion und BIO CITY findet sich ein großes Freifeld. Hier soll für 20 Mio. EUR der geplante 3. BA der BIO CITY entstehen, Gespräche mit den Beteiligten laufen bereits. Vor 14 Tagen hat der neue Bau der Fraunhofer-Gesellschaft eröffnet. Es kann also keine Rede sein, daß auf dem Gelände nicht investiert wird, informiert Euch halt mal besser.
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Alt 12.08.08, 11:05   #17
Ranger
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du kannst doch äpfel nicht mit birnen vergleichen. nur weil in der bio-city gebaut wird, wäre eine "richtige" straße durch die alte messe trotzdem förderlich für investoren. durchgangsverkehr nützt nur was für dementsprechende geschäfte, wenn er vor der haustür ist. und nicht 300 meter weiter auf der prager straße vorbeifährt. zudem soll es beihelfen das völkerschlachtdenkmal, welches das größte denkmal europas ist, besser in szene zu setzen. also mach bitte unseren schönen traum nich kaputt!!! allein die fotomontage ist es schon wert, es umzusetzen
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Alt 12.08.08, 11:45   #18
LEgende
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@WolfsheimJena:

Zu deinem Wortlaut sag ich jetzt mal nix, das wärs nicht Wert!

Schon mal was von weichen Standortfaktoren gehört?
Es hat keiner was gesagt, dass das Alte Messe-Gelände schlecht angeschlossen wäre. Wenn du meine Beiträge konzentriert durchgelesen hättest, würdest du festgestellt haben, dass es mir um die öffentliche Wahrnehmung ging. Ich persönlich sehe hier ein ungeheures Potenzial! Scheinbar sind einige andere ebenfalls dieser Meinung. Dass das nicht alle so sehen, ist aber OK. Du kannst aber auch nicht abstreiten, dass die aktuelle Situation VÖLLIG unbefriedigend ist. Das ganze Gelände entlang der Str. d. 18.Okt. ist völlig verwahrlost. Für ein Denkmal, wie das Völkerschlachtdenkmal, eine große Schande. Aber was aktuell nicht ist, lässt sich ja bis 2013 noch beheben.

Zum Nordriegel: Jedes private Unternehmen könnte es sich nie und nimmer leisten, in dieser Bruchbude Kunden zu empfangen. Die Außenwirkung wäre doch katastrophal. Ich kenne die Mieter dort nicht, aber ich vermute das es sich um Unternehmen ohne Kundenkontakt, oder eben wie du schon sagtest um staatlich geförderte Institutionen der Bio-City handelt. Da verwundert mich der hohe Vermietungsgrad überhaupt nicht, solange die Mieten billig sind!

Die einzigen Investoren die aktuell auf der Alten Messe im großen Stil (auch architektonisch) investieren sind staatliche Institutionen oder eben staatlich geförderte Unternehmen. Ich beziehe mich hier nicht auf eine Triumph Motorrad-Niederlassung oder eine ATU-Filiale an der Zwickauer Straße!!

Im übrigen solltest du mal die Nutzer der S-Bahn-Haltestelle zählen! Viele sind es aktuell nicht. Daher wird diese auch im Zuge des City-Tunnels an die Prager Straße verlegt.

Ansonsten hat ja "Ranger" schon alles gesagt.
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Alt 12.08.08, 11:49   #19
DrZott
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DrZott ist ein geschätzer MenschDrZott ist ein geschätzer MenschDrZott ist ein geschätzer MenschDrZott ist ein geschätzer Mensch
Das alte Messegelände ist nach wie vor ein Problemfall. Die Ausnahmen HIT-Markt oder Landeszentralbank bestätigen hier eher die Regel. Die Hallen an der Prager Straße oder der sowjetische Pavillon zeigen dies deutlich. Das Thema BIO-CITY gehört eher zum Deutschen Platz. Das sagt zumindest der Stadtplan.
Ob wir eine neue Allee zum Völki brauchen, bezweifle ich eher. Da gibt es städtebaulich und verkehrstechnisch ganz andere Probleme in Leipzig.
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Alt 12.08.08, 12:04   #20
LEgende
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LEgende sitzt schon auf dem ersten Ast
Um es nochmal zu erwähnen:
Der Anschub für meinen Beitrag wurde ja durch die Stadt selbst ausgelöst. Die Stadt gab vor längerer Zeit bekannt, die Brücke über die Bahngleise erneuen zu wollen. (http://www.lizzy-online.de/modules.p...icle&sid=11116 ) Im Zuge dieser Erneuerung habe ich die Idee einer Allee aufgegriffen. Und zu dieser gehört für mich eben auch Straßenverkehr; vor allem in diesem fußgängerarmen Bereich. Nur für Fußgänger und Radfahrer braucht man da sicherlich keine neue Brücke hinbauen.

Schönes Zitat aus der LIZZY: "Ursprünglich gedacht war sie als Teil der Sicht- und Verkehrsachse vom Bayerischen Platz direkt bis vors Völkerschlachtdenkmal. Eine Achse, die in den 1960er Jahren durch einen Bauriegel der Messe direkt am Deutschen Platz unterbrochen wurde."
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Alt 12.08.08, 12:37   #21
leipziger
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leipziger könnte bald berühmt werden
Warum soll denn diese wunderbare fast autofreie Achse Deutscher Platz- Messe-Gelände – Bahnlinie – Park vorm Völki in eine Mega-Durchgangs-Verkehrsschneise umgebaut werden? Fahrt ihr alle nur Auto in der Stadt?
Man kann das Gelände doch wunderbar mit Querstraßen von der Prager zur Zwickauer Str. aus erschließen, so wie es jetzt im großen ganzen schon ist (im Detail sicher Verbesserungsbedürftig, aber das kann hier niemand im Forum mal so eben lösen).

Das Grundproblem ist nicht die fehlende Idee, sondern die mangelnde an Belebung des Geländes aufgrund zu weniger Nutzer. Da kann die Stadt noch so viele neue Straßen da drüber bauen. Die Planer erkennen das große Potenzial des Gebiets auch so. Auch hier heißt es: Gedult. Städtebau passiert nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten. Bis 2013 wird sich wohl nichts Wesentliches geändert haben, so schnell kann jetzt keiner mehr so was planen und bauen.

Und außerdem: Das Völki sieht man vom Messegelände aus aufgrund des Höhenunterschieds doch kaum. Der Standort, der in der Animation dargestellt ist, ist im Bereich des Grünzugs zwischen Eisenbahn und Völki. Dieser Bereich muss aus stätebaulichen Gründen unbebaut bleiben. Da will kein Mensch irgendwelche Autohändler....

Zu dem Brückenneubau: Dieser geschieht doch nur, weil die alte Brücke baufällig ist. Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht muss die öffentliche Hand tätig werden. Die neue Brücke wird eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer. Für eine 4- oder 6-spurige Straße wäre ein ganz anderes Brückenbauwerk nötig. Im übrigen müsste dann das auf der Seite der Messe angrenzende schöne Rampenbauwerk (mittige breite Treppe, seitlich zwei ziemlich steile, in einem relativ engen Bogen verlaufende Fahrrampen) komplett abgerissen werden und durch eine längere, gerade Rampe ersetzt werden. Sicher auch kein Gewinn, weil dann die wichtige Querachse MM-Zeichen bis Betonhalle v. W. Kreis unterbrochen würde.

Der Plattenbau am Messe-Eingang am Deutschen Platz wird hoffentlich irgendwann wieder verschwinden, er verstellt wirklich die Sicht.
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Alt 12.08.08, 15:56   #22
AdLErhorst
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@WolfsheimJena: Über deinen Beitrag kann ich den Kopf schütteln - über den Inhalt einerseits und besonders über die "progressive" Ausdrucksweise

1.) Der Abriss ist städtebaulich nur konsequent, wenn man an einer Aufwertung des Messegeländes interessiert ist. Ich bin generell gegen einen Bau der an dieser Stelle die ursprüngliche Sichtachse verstellt - aber selbst wenn ein Eingangsbau für ein solches Areal sein muß, dann sicher nicht dieser. Der ist weder einladend noch repräsentativ und das gehört nunmal zu den essentiellen Gründen für die Investition in ein Firmengebäude - die Firma/Marke in adäquater Weise zu repräsentieren.

2.) Das alte Messegelände wird von den meisten Straßen lediglich umschlossen bzw. tangiert. Die Straßen, die davon direkt ins Gelände führen sind alle sehr klein und der Größe, sowie der gewünschten Bedeutung des Areals nicht entsprechend.

3.) Viele Äußerungen sind wohl eher relativ zu verstehen. Es wurde nicht gesagt, dass im alten Messegelände nicht investiert wird, sonder nur, dass es mehr sein könnte. Selbiges gilt auch für die Verkehrsanbindung.


Generell finde ich die Idee einer durchgehenden Verbindung durch das alte Messegelände dennoch wünschenswert, da:

- es der ursprünglichen Stadtplanung entspricht
- es deutlich mehr Fokus auf das Areal lenkt (Bsp. Wie oft fahrt ihr durch das Messegelände, ohne dort direkt etwas zu wollen?? Für Firmen ist es wichtig, dass ihre repräsentativen Bauten auch oft genug gesehen/passiert werden. Man inverstiert nicht in attraktive Gebäude, die niemand sieht.)
- es den breit ausgebauten Straßen vor und nach der Treppe einen Sinn geben würde

Aber natürlich gibt es auch andere Baustellen in Leipzig auf die man sich eher konzentrieren könnte.

VG,

AdLEr
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Alt 13.08.08, 10:00   #23
Martin Pohle
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@ LEgende

Es handelt sich bei den Mietern des Querriegels sehr wohl um Unternehmen mit Kundenkontakt - Vita34 ist zum Beispiel eines davon. Das Unternehmen mietet dort weil die BIO CITY voll ist und man dort die Spezialräume (Labore. etc.) unbedingt braucht und nicht mit Büros vollstellen kann. Übrigens wird dort zu Marktpreisen durch die LGH vermietet, Förderung gibts da keine.

Solange der Vermieter des Betonriegels damit Geld verdient, wird er den Teufel tun und aus ästhetischen Gründen auf diese Einnahmen verzichten. Es sei denn, er bekommt eine kostengünstige Alternative geboten, die er nicht zu bezahlen braucht.

Das Grundproblem ist also, man reißt keine Häuser ab, bloß weil sie "nicht schön" sind. Sie müssen schon leer, verfallen, etc. sein. Beides ist nicht gegeben. Genauso baut man keine Strasse, bloß weil sie "schön" wäre.

Ich sehe das weiter als einen vollkommenen -ja- schwachsinnigen Vorschlag, eine Betonschneise durch das Messegelände zu planieren. Was soll denn das dann sein? Dann hätten wir eine Einflugschneise in die Innenstadt vom Völki bis zum Neuen Rathaus. Ich kann keinen Sinn darin erkennen, nicht im entferntesten. JJedenfalls kann man leipziger voll zustimmen für seine Gedanken. auch in Zukunft wird es nicht viel Leben geben auf der Alten Messe, es sei denn man reißt großflächig ab und verdichtet das Gelände nach. Das will aber keiner und geht auch nicht wegen diversen Denkmalauflagen. Es wird eben immer ein Veranstaltungsgelände mit sporadischem Spitzenbetrieb und ansonsten ein innerstädtisches Gewerbegebiet bleiben. Mehr ist draus nicht zu machen, dafür ist die Infrastruktur dort zu speziell. Aus Messegeländen werden keine urbanen hippen Büroviertel nur weil man ein Landebahn durchbügelt.

Im übrigen: wenn man heute diese beabsichtigte Achse abfährt sieht man links und rechts nichts als Plattbauten, halbleere Büros und das eben alte Messegelände. Es liegt wohl eher an der unattraktiven Bebauung das da nichts los ist. Von architektonischer Wertigkeit, Geschlossenheit keine Spur. Einzelne Gründerzeitler, viele warten noch auf Sanierung. Ansonsten bröckelnder oder lieblos sanierter Betonsozialismus an der Strasse des 18. Juno. Das ist die eigentliche Baustelle, eine Asphaltwüste stalinscher Ausmaße zu bauen bringt uns kein Stück weiter.
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Alt 13.08.08, 18:37   #24
LEgende
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@WolfsheimJena:

Bitte nicht immer gleich so angegriffen fühlen, es war eine Idee/Vorschlag zur Aufwertung des Geländes!!!

Du sprichst von "Betonsozialismus", willst aber den Querriegel am liebsten für immer stehen lassen. Ein Widerspruch...oder eben Inkonsequenz!
Nach deiner Einstellung sollte man alles schön so lassen...prima. Also wie in der DDR: Hoffen auf bessere Zeiten.
Irgendwann muss man doch mal anfangen! Sonst wird sich nie etwas ändern...zumindest nicht in meinem Leben. Man kann doch nicht immer nur Reagieren, und hoffen das ein Investor 'nen Vorschlag macht, und dann Maßnahmen einleiten, sondern man kann doch auch Agieren. Dass das in Leipzig z.T. schon gemacht wird, freut mich. Aber man kann mehr tun.

Deine wirtschaftlichen Gedankengänge verstehe ich schon, aber du verstehst die Intention hinter meinen Aussagen scheinbar nicht. Klar gibt es Branchen und Unternehmen, die mit jedem EURO rechnen müssen. Streite ich gar nicht ab! Aber die hat Leipzig schon zu genüge (leider). Es fehlt doch immer noch an Firmen, die eine Investition aus der Portokasse bezahlen bzw. denen ein paar Mio. mehr oder weniger nichts ausmacht bzw. sie wissen, dass das Geld sinnvoll investiert ist.

Es ist doch so, dass Unternehmen heutzutage fast in jeder Stadt in Deutschland ideale Infrastrukturen vorfinden. Es gibt quasi ein Überangebot an Gewerbegebieten, etc. Wie kann da eine Stadt wie Leipzig sich aus der Masse und der harten Konkurrenz hervorheben bzw. auch höhere Preise rechtfertigen? Na indem man "weiche Standortfaktoren" vermarktet, die andere nicht haben! Und dass muss m.M.n. das Völkerschlachtdenkmal für die Alte Messe sein.

Welche Bedeutung weiche Standortfaktoren haben, sieht man doch an Plagwitz, wo aktiv mit den urbanen Strukturen geworben wird. Und das, wie man sieht, mit Erfolg! Warum wollen denn viele nach Plagwitz? Sicher nicht, weil es da so billig ist. Da wäre man am Stadtrand sicher besser aufgehoben. Sondern weil es da so schön urban ist! Nix mit Planquadraten, die am Reißbrett entworfen wurden. Dazu noch außergewöhnliche Architektur. Gerade im Hinblick auf den zukünftigen Mangel an Arbeitnehmern, wissen die cleveren Unternehmen schon heute, dass sie ihren aktuellen und zukünftigen Mitarbeitern am, als auch im Umfeld ihres Arbeitsplatzes etwas bieten müssen.
Wer das nicht kann, wird zukünftig m.M.n. den ein oder anderen Nachteil erleiden.

Fazit: Was das Wasser und die alte Industriarchitektur mitsamt den urbanen Auswirkungen für Plagwitz ist und das Neuseenland für den Südraum und Markkleeberg, sollte das Völkerschlachtdenkmal für die Alte Messe sein. Dann würde man mit "alt" nicht vergangene Messezeiten assozieren, sondern Bestandheit, Stärke und Mut verbunden durch das Völkerschlachtdenkmal.
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Alt 14.08.08, 12:58   #25
leipziger
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Geändert von leipziger (26.11.11 um 22:57 Uhr)
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Alt 14.08.08, 15:52   #26
Martin Pohle
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@ LEgende,

Schön aus dem Lehrbuch zitiert! Mit der wirtschaftlichen Realität hat das aber sehr wenig zu tun. Eher gemahnt es - sorry - an das wolkige aber leider realitätsferne Blasensprech von irgendwelchen Wirtschaftsförderern und Initiativen. Sowas kann man in eine Doktorarbeit schreiben, besten Dank.

Niemand hat gesagt, daß der Querriegel auf immer stehen bleibt. Ich verstehe nur nicht, warum eine vollvermietete, kaum 25 Jahre alte Immobilie abgerissen werden soll. Das ist nicht vermittelbar. Das Argument würde ziehen, wenn der hässliche Kasten leerstünde. Tut er aber nicht, ob es ein DDR-Bau ist oder nicht, hat doch nichts mit der Wirtschaftlichkeit des Gebäudes zu tun, das sind zwei verschiedene Dinge. Insofern argumentiere ich rein marktorientiert, DDR-Verhalten ist was anderes. Im Gegenteil: genau da wurde großflächig für utopische Projekte abgerissen und plattgemacht, riesige Aufmarschplätze und Pisten hingeklotzt. Ich rate da zu etwas mehr Realitätsinn.

Das alles hat nichts mit Hoffen auf bessere Zeiten zu tun, sondern mit ökonomischer Realität. Die zählt und nichts anderes, sonst kann man seine Architektur mal gernhaben. Am Ende ist es Sache des Eigentümers und der wird sich nicht seine Mieter vergraulen bloß weil jemand sein Haus hässlich findet. Aber: Bau ihm für 10 Mio. ein neues mit gleicher Geschossfläche und ihm ist es egal! Kein Unternehmen mit noch so dicker Kasse zahlt irgendwas aus der Portokasse, so ein Quatsch.

Und: Es ist einfach unwahr, das bei der Alten Messe jemand passiv auf Impulse wartet. An der Finanzierung des 3. BA der BIO CITY bin ich durch berufliche Tätigkeit eng verbunden. Dieser wird auf dem Alten Messegelände errichtet. Im übrigen haben fast alle Gebäude einen Nutzer gefunden. Mehr kann man nicht verlangen, wir sind nicht in Shanghai. Auf der Alten Messe tut sich sehr wohl was. Man muss nur hinschauen und darf nicht alles an Oberflächlichkeiten festmachen. Junge Unternehmen können nicht gelackt und mit aalglattem Marketing-Blingbling auftreten. Und derer gibt es zuhauf auf der Alten Messe.

Das Gerede von weichen Standortfaktoren halte ich für Unsinn. Als Unternehmer kann ich über solchen Marketingquatsch nur lachen. Diese Sau wird gerade mal durchs Dorf getrieben, so wie es irgendwelche Cluster vor 5 Jahren waren und davor die Neuen Technologien. Sowas alles hat mir bei meiner Vermarktung jedenfalls noch nicht geholfen, das muß ich als Unternehmen schon selbst tun. Weiche Standortfaktoren sind rein akademische Worthülsen, das taugt mal fürs "Mobil"-Magazin bei der Bahn, wo man gerne mal Sonntagsreden abdruckt. In der Härte des wirtschaftlichen Alltags verdorren solche Sprüche ganz fix.

Darüber hinaus taugt dieses alte Völki-Ding, das übrigens eine Ausgeburt des kaiserlichen Hurrapatriotismus ist überhaupt nicht als Aushängeschild - davor kann man nur warnen. Es ist mir lieber wenn davor das Badewannenrennen und das Gotikfestival stattfindet und mal einer oben runterguckt, als diesen dräuenden, steinernen Milchtopf als "weichen Standortfaktor" zu vermarkten.

Insgesamt wäre ich dafür, die dort schon jetzt wachsenden Potenziale evolutionär weiterzuentwickeln als von außen zu kommen, die wahren Akteure nicht zu kennen und erstmal große Pläne auszurollen. Solche Gebiete wie die Alte Messe brauchen Zeit, man braucht Geduld und alles hat sein eigenes Tempo. Das ist dort schon recht flott, wenn man sich die Entwicklungen rund um die BIO CITY anschaut. Aber man kann doch nicht kommen, zu allem sagen, "hach wie langsam alles geht und wie DDRig die Bauten". ;-)

Solche Reden wie oben ärgern mich echt, weil hier die jahrelange Kleinarbeit in Zusammenhang mit einem schwierigen Stadtteil einfach mißkannt wird. Mit einer Vermarktungssicht kann man hier absolut nichts bewegen, sondern mit beharrlicher Entwicklungsarbeit die ein dickes Fell und Ausdauer braucht.

Geändert von Martin Pohle (14.08.08 um 16:27 Uhr)
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Alt 14.08.08, 21:10   #27
ungestalt
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ungestalt hat die ersten Äste schon erklommen...
ein paar tage nicht im forum und dann solch ein wunderbarer diskurs. herrlich.
ich füge zwar nur senf dazu, aber auch ich bin dafür, diese umbauvorstellungen, die zu leipzigs goldenen zeiten sinn gemacht hätten, eher mit der derzeitigen wirtschaftlichen realität zu betrachten. was auf dem messegelände in den letzten 5 Jahren abging, ist doch fabelhaft. also, lieber mal wieder auf das erreichte stolz sein, durchatmen, weitermachen.


was eure schicken fotomontagen und ideen nicht schmälern soll

lieber wolfsheimjena, inwieweit sind denn die pläne für den 3. erweiterungsbau schon gediehen? lehnt sich dieser in architektur an den bestehenden bau an?
vielleicht wird dann der schnuckelige riegelbau etwas leerer?
und wenn du ein "insider" für die alte messe bist, wird denn das gelände neben dem max-planck-institut für die db freigehalten, wenn in 15 Jahren der 4. Erweiterungsbau kommt, oder nutzen die dann die fläche neben dem Originalbau (quasi vis-a-vis zur BioCity)? grazie
__________________
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Alt 15.08.08, 09:39   #28
Martin Pohle
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Vielleicht etwas zu den Hintergründen:

Die schon bestehende BIO CITY wurde als Technologiezentrum gemeinsam mit dem Freistaat und der Leipziger Gewerbehofgesellschaft errichtet. Die LGH fungiert als Eigentümer und Vermieter. Neugegründete Unternehmen aus dem High-Tech-Bereich können sieben Jahren vergünstigte Mietkonditionen haben und ihnen stehen Laborräume und Spezialgeräte zur Verfügung. Die Miete ist kostendeckend berechnet, von Subvention kann man also nicht sprechen. Auch kann keine Rede davon sein, dass nur staatliche Einrichtungen auf der Alten Messe investieren. Die LGH ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, ebenso Fraunhofer- und Max-Planck-Gesellschaft sind nicht-staatliche Vereine. Wer anderes behauptet, hat keine Ahnung von den Strukturen in Leipzig.

Der derzeitige Vermietunggrad der BIO CITY beträgt sagenhafte 97%. Das Ding ist also voll. Der dritte Bauabschnitt muß auch deswegen her, weil die dort ansässigen Unternehmen stark wachsen, eines ist sogar schon an die Börse gegangen (VITA34). Deswegen soll ein dritter Bauabschnitt auf dem Baufeld zwischen Russenpavillion, Fraunhofer-Institut und BIO CITY entstehen, der einen höheren Büroanteil hat.

Bei der Finanzierung gibt es derzeit noch bürokratische Hürden, auf jeden Fall wird der neue Bau vorwiegend privat finanziert werden und sich architektonisch an das Bestehende anlehnen. Aber ich glaube nicht, dass der Betonriegel leergezogen würde. Er soll eigentlich abgerissen werden, weil er lange leerstand. Nur sind die Unternehmen dort so schnell gewachsen, dass man mit der Schaffung von Flächen nicht hinterherkam. Es geht ja nicht nur um einfache Büros, sondern Labore, Sicherheitskammern und spezielle Lagerflächen. Das geht nicht so schnell. Auch der dritte BA wird sehr schnell voll sein, weswegen ich nicht denke, dass wir so schnell den Betonriegel wegbekommen. Wie gesagt, er fällt nur, wenn mit ihm kein Geld zu machen ist. Das ist aber auf absehbare Zeit gegeben. Alles in allem sehen wir dort aber eine phänomenale Entwicklung die in mittelfristiger Perspektive sher wohl auf das ganze Viertel ausstrahlen wird. Schon jetzt ziehen ja biotech-orientierte Firmen zum Beispiel in Bürohäuser in der Prager Strasse. Wenn die S-Bahn-Haltestelle an der Semmelweisstrasse fertig ist, verbessert sich die Anbindung noch mehr.

Was die Freifläche des nordwestlichen Deutschen Platzes angeht, die hat sich meines Wissens nach die Max-Planck-Gesellschaft als Option gesichert. Die DB kann noch mal anbauen der Bücherturm wird nur auf der Seite des Deutschen Platzes unten umbaut, einmal vorn geht also noch, danach kommt die Fläche gegenüber der BC dran. Flächenmangel gibts gottlob noch nicht. War recht weise, die DB damals dort und nicht in der Innenstadt zu bauen.

Geändert von Martin Pohle (15.08.08 um 10:05 Uhr)
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Alt 15.08.08, 10:50   #29
ungestalt
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ungestalt hat die ersten Äste schon erklommen...
danke!
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Alt 15.08.08, 10:54   #30
Martin Pohle
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