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Alt 16.12.08, 20:18   #61
lguenth1
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Immer wieder bleibt die schwierige Frage, ob man über vollmundige Ankündigungen berichten soll oder nicht. Ich mache mal eine Ausnahme und verweise darauf, daß die seit fast einem Jahr geschlossene Chemnitzer Markthalle (http://de.wikipedia.org/wiki/Markthalle_(Chemnitz)) nach den Plänen des Eigentümers vielleicht schon zum Jahreswechsel 2009/10 als Sport- und Kulturzentrum wiedereröffnet werden soll. Geplant ist wohl eine Vierfeld-Sportarena mit Gymnastikräumen mit einer Kapazität zwischen knapp 3100 Plätzen (Basketball) und über 4500 Plätzen (Boxen). Das Kultusministerium habe in Aussicht gestellt, dass die Hälfte der förderfähigen Kosten von geschätzten 12 Millionen Euro bezuschusst werden könnten.

Ich erlaube mir zu ergänzen, daß direkt nebenan die Hartmannhalle steht - mit einer Kapazität von etwa 3000 Plätzen bei Basketballspielen...

Unterdessen werden am Geburtshaus des Chemnitzer Künstlers Karl Schmidt - Rottluff Sicherungsmaßnahmen vorgenommen (Video unter http://www.sachsen-fernsehen.de/defa...howNews=321641). Rettung in letzter Sekunde, aber ohne wirkliche Sanierung nur etwas Zeitgewinn...

Zudem steht seit gestern fest, daß das Stadion des CFC auf dem Sonnenberg für 1,3 Mio. Euro auf einen halbwegs aktuellen Stand gebracht wird (neuer Eingangsbereich, Toiletten, Parkplätze, Rasenheizung). Darauf werde ich sicher noch etwas näher eingehen, sobald weitere Details bekannt werden. Und im immer nahezu endlosen Weihnachtsurlaub bleibt bestimmt genug Zeit, um auf dem Kaßberg auch die schönen Seiten von Chemnitz fotografisch zu dokumentieren...
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Alt 17.12.08, 22:12   #62
DaseBLN
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^Weshalb wurde die Markthalleden geschlossen Wäre es nicht sinniger, neue Betreiber für die jetzige Halle zu finden, als unnötig der Hartmannhalle Konkurrenz zu machen?
__________________
Alle Bilder, soweit nicht anders angegeben, von mir.

Fotos im DAF: Moskau (Neue Bilder)
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Alt 17.12.08, 23:01   #63
lguenth1
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Das Konzept mit kleinen Läden und Gastronomieeinrichtungen ist seit Jahren nicht richtig in die Gänge gekommen. Deshalb wurde nach einem Strohhalm gesucht, den man dann mit dem Sportentwicklungskonzept der TU Chemnitz gefunden hat. Dort würde angeblich der Bedarf für eine weitere Sporthalle in der Innenstadt nachgewiesen. Wenn man darüber aber nur einen Moment nachdenkt, kan man davon ausgehen, daß es sich hier nur um eine Seifenblase handelt...
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Alt 21.12.08, 17:22   #64
cherubino
 
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Das es nicht gelingt so ein tolles Gebäude wie die Markthalle mit Leben zu füllen ist mehr als peinlich. Ein Tennisplatz passt für eine hist. Markthalle ja gar nicht!

www.foto-lichtbild.de.tf
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Alt 01.01.09, 17:48   #65
LE Mon. hist.
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Ich habe gesucht, ob es der Artikel aus der Welt schon verlinkt ist, aber nichts gefunden. Hier wird in einem längeren Abschnitt speziell auf Chemnitz eingegangen:

Deutschland verliert sein architektonisches Gedächtnis
Während sich der Denkmalschutz auf einer Messe in Leipzig selbst feiert, zerstören Abrissbirnen in vielen Städten des Ostens ganze Gründerzeitsiedlungen
Dankwart Guratzsch- In: Die Welt, Ausgabe v. 17. November 2008
http://www.welt.de/welt_print/articl...daechtnis.html

Falls dort nicht mehr online, auch z.B. hier eingestellt:
http://freiberger-altertumsverein.de...ead.php?3,2057

Geändert von LE Mon. hist. (01.01.09 um 17:55 Uhr) Grund: Nebensatz nachgereicht.
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Alt 01.01.09, 17:54   #66
LE Mon. hist.
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Da es vermutlich noch nicht allen bekannt ist: In Chemnitz gibt es seit einiger Zeit ebenfalls ein "Stadtforum Chemnitz" nach Leipziger und Freiberger Vorbild:

http://stadtf.vs120153.hl-users.com/stadtforum/

Auf der Website sind unter anderem Informationen über geplante Abriße, Fotos und Presseberichte zu finden.
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Alt 05.01.09, 20:19   #67
LE Mon. hist.
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Über das Chemnitzer Wächterhaus in der Zietenstraße 70 erschien am 18.11.2008 in der Chemnitzer MoPo ein Artikel von Corinna Karl, in der einer meiner ganz großen Lieblinge aus Chemnitz zu Wort kommt:

Auch sind schon weitere Wächterhäuser ins Auge gefasst worden. Die GGG gab ebenso Vorschläge für neue Projekte des Vereins ab. Doch an vielen Stellen kommt die Rettung zu spät: „Wir folgen den Städtebauzielen und schaffen Freiflächen für die Nachnutzung“, sagt GGG-Sprecher Erik Escher (27).
http://www.stadthalten-chemnitz.de/p...t_18112008.pdf

Gegen die GGG ist die LWB nahezu ein Amt für Denkmalpflege. Allerdings hat nun auch die GGG begonnen, sich von ihren Beständen zu trennen. Wer also Interesse hat:
http://www.ggg.de/?id=79

Die GGG will in absehbarer Zeit die (meines Erachtens auch erhaltenswerten) neoklassizistischen Gebäude in der Reitbahnstraße sanieren. Im ehemaligen Kinderkaufhaus und später Schlecker, dem imposanten Eckgebäude „reba 84“, haben sich junge Leute des „Vereins zur Wiederbelebung kulturellen Brachlands“ eingerichtet. Die Gegend im Luftbild:
http://maps.live.de/LiveSearch.Local...=-90&alt=-1000
Sie wohnen in dem Haus und betreiben in der großen Ladenfläche ein kleines Café, naja, mehr eine Theke ;-) mit kostenlosem Kicker und Billard, organisieren Konzerte, Lesungen, Diskussionsveranstaltungen, vor allem, aber nicht nur zu Themen der politischen Linken usw. So wird beispielsweise morgen, den 6. Januar, eine Informationsveranstaltung zu dem geplanten „experimentellen Karree“ durchgeführt:
http://ki23.blogsport.de/2009/01/05/...ntelle-karree/

Das Kinderkaufhaus wurde ihnen nach einer Hausbesetzung in der nahegelegenen Karl-Immermann-Straße 23 im Sommer 2007 von der GGG selbst als Ausweichobjekt angeboten. http://ki23.blogsport.de/ ; Fotos: http://flickr.com/photos/reba84

Die Bedeutung des Projektes für das Viertel haben mittlerweile sogar Stadt und Presse erkannt:
„CHEMNITZ - Die Stadt gibt dem Reitbahnviertel die Sporen. Nächste Woche berät der Stadtrat über das Entwicklungskonzept für den Stadtteil hinter dem Tietz. Demnach soll es endlich aufwärts gehen mit der lange vernachlässigten Ecke, die bisher eher für ihren Leerstand und Vandalismus bekannt ist.

„Der Stadtteil wird momentan etwas stiefmütterlich behandelt“, gibt Baubürgermeisterin Petra Wesseler (45, parteilos) zu. 1996 lebten noch 4000 Chemnitzer in dem 43 Hektar großen Gebiet, zehn Jahre später waren es nur noch 2180. 2006 standen mehr als 1000 Wohnungen leer. Bewegung kommt seit vorigem Jahr zumindest in das ehemalige Kinderkaufhaus in der Reitbahnstraße, in das ein alternatives Wohn- und Kulturprojekt eingezogen ist. …“


Nun scheint das Projekt nach anderthalb Jahren der GGG im Weg zustehen. Sie hat in den letzten zwei (?) Jahren im Gebiet Reitbahnstraße/Brauhausstraße/Annenstraße/Clara-Zetkin-Straße etwa 300 Wohnungen in den Häusern aus den späten 50er und frühen 60er Jahren saniert.

„Innenstadtnahes Wohnen nahe Kindergärten, Schulen und Kulturszene, in von Grün umgebenen, sanierten Quartieren aus den 1950er und 60er Jahren: Das ist das Konzept der Wohnungsgesellschaft für ihren Bestand im Reitbahnviertel. Bis Ende 2009 will die Stadt-Tochter laut Kalew alle über 1000 Wohnungen zwischen Zschopauer, Annaberger, Wiesen-, Clara-Zetkin-, Brauhaus- und Reitbahnstraße hergerichtet haben. Dabei modernisiert sie Bäder und Küchen, baut Balkone an und erneuert Fenster. Seit Mitte der 90er Jahre hat die GGG nach eigenen Angaben über 20 Millionen Euro im Reitbahnviertel investiert.“

„Kulturszene“ ist dabei angeblich auch irgendwie wichtig, aber die ReBa 84 scheint ja dann schon wieder zuviel (Sub-)Kultur zu sein. Ob man den Kasten unmittelbar am Bernsbachplatz und damit mittleren Stadtring aber überhaupt vermieten kann, darauf bin ich mal sehr gespannt. Man hätte gern Studenten in dem Viertel (http://www.stadtwohnen-chemnitz.de/s...Reitbahnst.pdf ), aber die, die da schon wohnen, fliegen anscheinend erst einmal raus. Die bereits sanierten Blöcke um die Ecke zwischen Karl-Immermann-Str. und Gustav-Freytag-Straße, wo man ebenso vor allem auf Studenten gesetzt hat, stehen meines Wissens immer noch zu großen Teilen leer. Und das damals besetzte Haus in der Karl-Immermann-Straße 23, das ehemalige Gebäude der KPD-Zeitung „Der Kämpfer“ und eines der ganz wenigen verbliebenen Häuser aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg in der Gegend überhaupt, wurde professionell verriegelt und verrammelt und fällt wohl auch wegen ungeklärter Eigentumsfragen dann irgendwann in sich zusammen.
http://maps.live.de/LiveSearch.Local...=-90&alt=-1000

Nun, das ist halt so in Chemnitz.
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Alt 05.01.09, 20:38   #68
LE Mon. hist.
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Und um nicht immer nur über Chamtz zu meckern hier eine Meldung für die Freunde des Wassersports. Auch da erkennt man die Bedeutung des Wassers für die Lebensqualität und eifert Leipzig nach. Natürlich nur in Chemnitzer Maßstäben ;-). Die Chemnitz zwischen dem neuen Weltecho und dem Falkeplatz wird seit April 2008 aufgedeck(el)t:

http://maps.live.de/LiveSearch.Local...=-90&alt=-1000
http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/a...2008&monat=004
Auf zu neuen Ufern! ;-))
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Alt 05.01.09, 20:41   #69
cherubino
 
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Man eifert nicht Leipzig nach. Die Chemnitz fließt ja nicht in Leipzig ;-)

Besser hätte ich es gefunden, den Gablenzbach an der Brückenstraße wieder ans Licht zu holen. Das hätte viel mehr ins Stadtbild gewirkt. Aber darauf muss erstmal einer kommen.
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Alt 05.01.09, 21:20   #70
LE Mon. hist.
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Lieber cherubino, wovon träumst Du eigentlich nachts? ;-)

Eher werden diese grottenhässliche Kaserne von ca. 1994/95 (Hartmannstraße, Am Alten Bad und Theaterstraße) und der Block am Sporthaus abgeräumt und der Mühlgraben wieder freigelegt. ;-).

Für Ortsfremde: Hier http://maps.live.de/LiveSearch.Local...=-90&alt=-1000 floss vom späten Mittelalter bis zu seiner Verfüllung in den 50er Jahren (?) der Mühlgraben.

Der Gablenzbach verschwindet ein paar km östlich der Innenstadt, genau hier:
http://maps.live.de/LiveSearch.Local...=-90&alt=-1000
und fließt dann unterirdisch parallel zur Straßenbahnschiene entlang von Adelsbergstraße, Uferstraße (aha!) und Brückenstraße auf einer Länge von mehr als 3 km der Chemnitz zu. Der 1888 angelegte unterirdische Kanal wurde vor wenigen Jahren ziemlich aufwendig saniert:
http://www.kurt-chemnitz.de/baustell...zbachkanal.htm
http://www.kurt-chemnitz.de/down/Rel...zbachkanal.pdf
Der Keks ist gegessen, das Ding macht so schnell keiner mehr auf. Wir sind in Chemnitz!

Dafür wurde und wird der Kappelbach im Westen nun ans Licht geholt und renaturiert.
http://www.sachsen-fernsehen.de/?ID=...howNews=254093

Der Bernsbach wäre ja auch noch eine Variante ;-)
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Alt 05.01.09, 22:55   #71
LE Mon. hist.
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Die GGG verkündete auf ihrer Website stolz, dass 2009 über „20 Millionen Euro in die Aufwertung und Stabilisierung der Wohnquartiere investiert“ werden sollen Das wollte ich mir doch mal im einzelnen anschauen. Es betrifft:

- den zweiten Bauabschnitt des Comeniusgebietes (214 Wohnungen), ein Neubaugebiet in Altchemnitz mit Baujahr 1957: http://www.wohnen-in-chemnitz.de/cgi...iusgebiet_1351
http://maps.live.de/LiveSearch.Local...=-90&alt=-1000

- Promenadenstraße (195 Wohnungen) / am Schloßteich. Auf der Website steht dazu nichts, aber es sind wohl entweder die Platten oder das Hochhaus: http://maps.live.de/LiveSearch.Local...=-90&alt=-1000 Vor fast genau einem Jahr hat die GGG in der Ecke eines der wenigen erhaltenen Gründerzeit-Häuser in der Georgstraße weggeknackt: http://www.sachsen-fernsehen.de/defa...008&aktWoche=3

- Waldenburger Straße in Altendorf (100 Wohnungen) – Ich nehme mal an, dass es sich um die Häuser hier handelt: http://maps.live.de/LiveSearch.Local...=-90&alt=-1000

- Komplexsanierung auf dem Kaßberg, Walter-Oertel-Straße 57-63 und Horst-Menzel-Straße 25: Blöcke, die gegen 1938 in Form des Neuen Bauens entstanden sind: http://maps.live.de/LiveSearch.Local...=-90&alt=-1000

- abgeschlossen wurden kürzlich die Sanierungen in der Clausewitz-Straße im Yorckgebiet: http://maps.live.de/LiveSearch.Local...=-90&alt=-1000 Aber das Ergebnis entschädigt: Für 1,6 Millionen Euro haben die Fünfgeschosser aus den siebziger Jahren eine frische Fassade mit Wärmedämmung und ein modernes Innenleben erhalten. -http://www.ggg.de/index.php?id=183

Die Prioritäten der GGG dürften damit wohl klar sein. Aber um nicht nur zu meckern, die Villa Esche hat die GGG mit einem Aufwand von rund 6 Millionen Euro vom Frühjahr 1998 bis Sommer 2001 saniert, wobei die Stadt da einiges mitzureden hatte: http://www.villaesche.de/
http://www.ggg.de/index.php?id=23
http://www.historisches-chemnitz.de/...schevilla.html

An Mehrfamilienhäusern aus der Gründerzeit versuch(t)en sich derweil andere, z.B. die dänische Firma K/S Chemnitz Brühl, die die Häuser am Brühl fast alle von der GGG abgekauft hatte. Aber nicht immer hat es alles geklappt: Albtraum in Chemnitz. Wie sich ein schwäbischer Unternehmer im Osten verrechnetehttp://www.welt.de/welt_print/articl..._Chemnitz.html
Dies sind die Häuser von Wahl und Partner: http://www.wahl-partner.net/

Hochglanzprospekte zum Stadtumbau in Chemnitz:
http://www.stadtwohnen-chemnitz.de/index.html
http://www.stadtwohnen-chemnitz.de/s...Sonnenberg.pdf

Und die Chemnitzer Realität:
Sachsens Kahlschlag am Häusererbe. Damit sich die Platte-Sanierung rechnet, werden historische Ensembles abgerissen. Von Dankwart Guratzsch in: Die Welt, 11.04.2008. http://stadtf.vs120153.hl-users.com/wordpress/?p=57

Geändert von LE Mon. hist. (05.01.09 um 22:59 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler
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Alt 06.01.09, 00:03   #72
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Als Einführung in die Problematik Stadtumbau in Chemnitz und speziell zu den Großwohnsiedlungen nicht schlecht: http://www.asl.uni-kassel.de/twiki/p...nitz_03_05.pdf

Einige Folien stammen offenbar von hier oder sind identisch:
http://www.bauen-wohnen.sachsen.de/d...eler_Teil1.pdf
Man beachte vor allem die Planungen für den Sonnenberg Folie 26 und 27! Nach der Planung fallen nicht nur einzelne Häuser, v.a. an den Ecken, sondern ganze Häuserzeilen.

Bei den gezeigten Plänen genannt, Entwickler der "Bunten Gärten" und verantwortlich für www.stadtwohnen-chemnitz.de: http://www.planart4.de

Geändert von LE Mon. hist. (06.01.09 um 00:21 Uhr)
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Alt 06.01.09, 00:16   #73
lguenth1
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Erstmal danke für Deine umfangreichen Recherchen, da habe ich am morgigen Feiertag einiges zu tun (auch wenn manches schon hier im Thread genannt wurde). Deine Recherchegeschwindigkeit übersteigt aktuell sogar meine Aufnahmekapazitäten .

Einiges kann ich heute schon ergänzen. Auch wenn es kaum zu glauben ist: Bei der Sanierung an der Promenadenstraße handelt es sich tatsächlich um das Plattenhochhaus. Das wollte ich als besonderen Wahnsinn schon mal vorstellen, konnte aber leider den Webartikel dazu nicht mehr finden. Dort wurde unter anderem geschrieben, wieviele Mieter das Haus aufgrund der Sanierung verlassen mußten. Im Verhältnis zu der angegebenen Wohnungszahl hatte ich damals geschätzt, daß höchstens die Hälfte der Wohnungen vermietet war. Und einer der Mieter sagte auch gleich, daß er nicht wüßte, ob er nach der Sanierung überhaupt zurückziehen werde...

Dagegen unterstütze ich voll und ganz die Sanierungen in der Reitbahnstraße. Das sind durchaus ansehnliche Bauten mit hoher städteräumlicher Wirkung. Leider kann ich nicht beurteilen, wie sich die Sanierungen auf den Leerstand ausgewirkt haben. Mittlerweile steht sogar das Agricola-Gymnasium zur Debatte, weil die Schülerzahlen aufgrund des Bevölkerungsschwundes der naheliegenden Stadtteile zurückgeht. Übrigens ist auch geplant, die derzeit zweispurige Reitbahnstraße (also 2+2) auf eine Spur zu verengen, um so durch Anlage von Parkplätzen etc. die Wohnqualität zu verbessern. Der verrückteste Vorschlag aus dem Stadtrat war, das Reitbahnviertel gleich komplett in "Universitätsvorstadt" umzubenennen, um die Studenten anzulocken...
Wenn ich allerdings ansehe, welche Gebiete von Frau Wesseler im Stadtteilkonzept (http://www.stadtwohnen-chemnitz.de/s...Reitbahnst.pdf) als "Auflockerungsgebiete" identifiziert werden, geht mir die Hutschnur hoch - weil es sich dabei mal wieder um die fast einzigen erhaltenen Gründerzeitbauten im Viertel handelt!
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Alt 06.01.09, 01:35   #74
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Ich habe überhaupt nichts gegen die Sanierung des Reitbahnstraßenviertels durch die GGG, im Gegenteil. Ich wundere mich nur, dass man einerseits diesen Stadtteil als Wohnviertel für Studenten etablieren möchte und von Kulturprojekten spricht, aber andererseits eines der wenigen Kulturprojekte "von unten" dafür erst mal platt machen wird - zumindest sieht es derzeit augenscheinlich so aus. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man keine Senioren in die Nachbarschaft der reba 84 locken wird, aber angeblich sind die ja ausnahmsweise mal nicht die Zielgruppe.

Was man in Chemnitz offenbar nur schwer begreift, zumindest bei der GGG und auch bei nicht wenigen LokalpolitikerInnen, ist meines Erachtens, dass das angestrebte "junge Wohnen" anders funktioniert als der hochgelobte neue Senioren-"WOHN-PARK GEIBELHÖHE“ der CAWG im Beimlergebiet (Gablenz ist woanders!). Vielleicht ist das auch nicht verwunderlich, wenn man sonst nur für Senioren baut. Man will, das alles schön ist und ruhig und alle sonntags in die Oper gehen oder ins Naturkundemuseum ... . Das wird aber so bei Studenten nicht funktionieren.

Die Leute aus der Reba84 nennen sich etwas vermessen Raumpioniere. Aber Pioniere waren es auch, die mit ähnlichen Kultur-Projekten zu Beginn der 90er Jahre in der Leipziger Südvorstadt oder in Connewitz und in der Dresdner Äußeren Neustadt aktiv wurden. Es geht dabei nicht um die paar Punks und Hausbesetzer im Umfeld, sondern um Projekte wie NaTo, Werk II, Scheune und andere mehr. Die waren es, die den Ruf als Szeneviertel begründeten. Ich glaube nicht, dass es den starken Zuzug in genau diese Viertel ohne solche Pioniere gegeben hätte. Die hippen, „jungen“ und jetzt immer teureren Viertel sind eben nicht in Reudnitz, Lindenau oder Pieschen entstanden, obwohl die (baulichen) Voraussetzungen nicht viel anders waren.

Chemnitz hat so etwas nie gehabt. Jetzt scheint sich mal so etwas ähnliches in kleiner Form zu entwickeln in der Nachbarschaft zum Weltecho, Südbahnhof und ein paar kleineren Cafés und Anlaufpunkten auf der Reichenhainer Str. in Richtung Uni. Viel gibt es da ja nicht in Chemnitz, wo Leute unter 35 hin gehen können und wollen. Die Rahmenbedingen könnten eigentlich ganz gut sein. Wenn man also Studis will und Kultur, warum lässt man dann die Reba84-Leute nicht werkeln? Sollte das Projekt wirklich schief gehen, kann doch das Eckhaus später immer noch saniert werden. Es geht ja nicht kaputt oder verloren. Warum lässt man sich, wenn man schon Studenten und Kultur will, nicht auf dieses experimentelle Karree ein? Wohnqualität für Studenten sind nicht nur Fernheizung, Fahrstuhl, Klicklaminat und Einbauküche. Habt ihr eigentlich mal gekuckt, mit welchen Vorteilen GGG und andere Gesellschaften ihre Angebote für Studenten in ihren Hochglanzbroschüren und auf der Website anpreisen? Eine lebendige, für junge Leute attraktive Stadt sieht anders aus als Chemnitz.

Ich kann mir jedoch gut vorstellen, wie das Ganze enden wird. Die Leute in der Reba84 bekommen ein, zwei Ersatzangebote als Alibi, allerdings zu klein, verschwammt oder am hinteren Ende von Siegmar, um guten Willen zu zeigen. Jedenfalls fliegen sie raus und dann wird mächtig saniert, wobei die letzten drei Gründerzeit-Häuser am Ende der Fritz-Reuter-Straße, die z.T. wirklich marode sind, auch noch wegmüssen, um das Karree zu öffnen. In die beiden längeren Flügel ziehen keine Studenten, denn wenn sowie schon nichts zum Weggehen in der Nähe ist, können die auch in den Blöcken an der Vettersstraße oder der Wartburgstraße wohnen bleiben, da haben sie es wenigstens nicht so weit bis zur Uni. Also ziehen die Leute da hinein, die in der Nachbarschaft wohnen, aus den letzten paar alten Häusern in der Ritterstraße, Zetkinstraße, … vielleicht noch aus dem Lutherviertel. Die Häuser stehen dann endgültig leer – Abbruch! Der Kopfbau am Bernsbachplatz wird nicht voll, denn dafür ist es dort zu laut und zu viel Straßendreck. In die Verkaufsfläche kommt wieder ein Drogeriemarkt, der sich hält oder auch nicht, aber erst einmal Mieten einbringt. Es wird so, wie es in Chemnitz immer läuft. Und man kann sich sogar noch auf den Fahnen schreiben, sich dem Stadtumbau zu stellen. Man hat ja saniert, aber was will man machen, wenn die Studies dann nicht einziehen? Dann vermietet man halt an die, die in Chemnitz in ausreichender Zahl leben: Senioren. Ich habe wirklich nichts gegen Senioren, aber hier hat man sich schon einmal dazu durchgerungen, eine klein wenig andere Alterszusammensetzung dieses Wohnviertels anzustreben.
Ich wäre nicht traurig, wenn ich mich geirrt hätte. Aber vielleicht täusche ich mich ja auch bei den StudentInnen der Technischen Universität Chemnitz, die jeden Abend mit dem Auto zu Mutti nach Hause nach Flöha oder Annaberg fahren. Ich habe (auch deswegen) woanders studiert ;-).
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Alt 06.01.09, 13:17   #75
lguenth1
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Wenn man aus der Sichtweise der ReBa 84 argumentiert, ist das schlüssig. Aber wie könnte die Argumentation der GGG aussehen? Beispielsweise so:
"Wer ein alternatives Kulturprojekt betreibt oder dort vom Eigentümer geduldet wird, der muß immer damit rechnen, sich etwas anderes suchen zu müssen. Schließlich muß die GGG in erster Linie sehen, daß sie Geld verdient. Und bei 25% Leerstand in Chemnitz wird sich für die paar versprengten Alternativen wohl eine andere Bude finden lassen. Zumal aus einem Reitbahnviertel auch in tausend Jahren kein Connewitz und keine Neustadt werden wird..."

Und das scheint mir wirklich relativ aussichtslos. Klar kann die ReBa 84 als bunter Farbtupfer funktionieren, aber niemals macht man aus dem Reitbahnviertel eine "Universitätsvorstadt". Die Stadtteile, die dafür prädestiniert wären, liegen leider am anderen Ende der Stadt (Sonnenberg). Somit bleibt am ehesten das Lutherviertel. Vielleicht sollte man sich hier nach einer Alternative umschauen, aus dem Bestand der GGG käme vielleicht die Clausstraße 64 in Frage (wird aber mit 550 m² wohl zu klein sein). Insgesamt würde ich auch dafür plädieren, es mal eine Weile mit dem Status quo zu versuchen, letztendlich wird aber wohl niemand wegen dem Südbahnhof oder der ReBa 84 ins Reitbahnviertel ziehen...
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