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Alt 06.01.09, 14:12   #76
LE Mon. hist.
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Zitat von lguenth1 Beitrag anzeigen
Auch wenn es kaum zu glauben ist: Bei der Sanierung an der Promenadenstraße handelt es sich tatsächlich um das Plattenhochhaus. Das wollte ich als besonderen Wahnsinn schon mal vorstellen, konnte aber leider den Webartikel dazu nicht mehr finden.
Aus rein wirtschaftlichen Gründen sind die Entscheidung der GGG und eine ähnliche Sanierungspolitik bei ähnlichen Gesellschaften wie der LWB gar nicht mal so absurd. Die Bauten sind etwa halb so alt wie an den Gründerzeithäusern nichts mehr gemacht wurde. Sie sind von vornherein auf einem anderen Ausstattungsstand als die Gründerzeithäuser etwa auf dem Sonnenberg, bei denen erst noch die Toiletten von der halben Treppe tiefer in die Wohnungen hochgezogen und nicht selten dafür auch Grundrisse verändert werden müssen. Sie sind auf Zentralheizung angelegt worden. Sie bekommen zwar neue Heizkörper, aber man braucht nicht erst ein neues System planen, Mauern durchbrechen, Öfen abbrechen, Heizung ans Netz anschließen …. . Es gibt auf etwa gleicher Grundfläche wesentlich mehr Wohnungen, die dazu noch genormt sind, d.h. man kann die Sanitärausstattung, die Fenster, die Türen, die Küchen und so weiter von der Stange in großen Stückzahlen und damit billiger bestellen. Balkone sind oft wesentlich einfacher anzubringen, da die großen Zimmer (Wohnzimmer, Schlafzimmer) nach hinten raus liegen und Küche und Bad meist zur Eingangsseite. Bei Blockrandbebauung zeigen ist es fast immer anders herum und Küche und Bad gehen zum Hof raus. Wer braucht schon ein Bad mit Balkon? Selbst Fahrstühle sind machbar. Die Häuser lassen sich viel besser und einfacher dämmen als Gründerzeithäuser mit stark verzierter oder Backsteinfassade. Es gibt keinen Ärger mit dem Denkmalschutz, der bei Balkonanbauten nicht mitspielt, Sprossenfenster will, gerne die alten Türen drin lassen würde und wenigstens die Gestaltung im Treppenhaus halbwegs erhalten. Man ist sich 100prozentig sicher, wer die Häuser wann gebaut hat, wie Rechtslage ist und dass sich nicht doch noch unverhofft jemanden mit Altansprüchen auf das Haus meldet. Bei den Gründerzeithäusern ist das oft nicht ganz so klar, die werden meist unter Vorbehalt angeboten. Ansprüche Dritter nicht bekannt oder so ähnlich steht dann irgendwo. Es sind ganze Blocks, ja ganze Reihen von Blocks und nicht dort zwei Häuser, dann ein anderer Eigentümer dazwischen, dann wieder eins.

Ein Gründerzeithaus hat weniger Wohnungen auf eine gewisse Fläche und wenn beim Abriss nach Fläche Fördergelder fließen, lohnt(e) sich das natürlich mehr. Ein Gründerzeithaus lohnt(e) nach geltenden Förderbestimmungen dank der Prämien betriebswirtschaftlich gesehen den Abbruch auch, weil es viel einfacher abzureißen ist. Zwei Tage einen Bagger mit so einem Greifarm mit Zange hingestellt, einen Mann mit einem B- oder C-Schlauch daneben, viel Wasser drauf und ein paar Kipper Bauschutt. Wenn man ganz fortschrittlich ist, werden vorher noch die Dielen rausgenommen, um woanders schöne Schalbretter für andere Baustellen daraus zu machen (z.B. Palmstraße). Dagegen geht der Abriss von einem Hochhaus wie in der Promenadenstraße nicht so leicht. Das kommt man mit einem Abrissbagger nicht weit, denn der reicht nicht mal bis zur halben Höhe. Da muss dann eine Spezialfirma ran (teuer!), die braucht viel länger (teuer!), zur Not muss man sogar sprengen (teuer und viel Aufsehen, kann auch mal richtig schief gehen!), die Betonfertigteilplatten bekommt man auch nicht so einfach mit dem Kipper abgefahren wir einen Haufen Ziegelschutt (teuer!) und wer weiß, was da nicht noch alles zur Isolation von Heizungsrohren oder in irgendwelchen Schächten genommen wurde (teuer!)

Die nötige Infrastruktur ist zum Beispiel im Yorckgebiet vorhanden, damit werben ja auch alle: dichte Infrastruktur mit allen wichtigen Versorgungseinrichtungen. Zwei EKZs, eines davon mit dem hochtrabenden Namen „New-Yorck- Center“, das Gablenzer Hallenbad und das Freibad um die Ecke, Kindergarten, Schule, gute ÖPNV-Anbindung durch Bus und Straßenbahn usw. Insgesamt kaum oder kein Durchgangsverkehr, nur Anwohnerverkehr - die denkmalgeschützen (?) Siedlungshäuser an der etwas mehr befahrenen Yorckstraße wurden ja schon vor einer Weile plattgemacht. Das ist ein weiterer, ganz wesentlicher Unterschied etwa zur Zietenstraße. In den Gründerzeitvierteln wurden wie anderswo auch die gewachsenen Strukturen mit kleinen Eckläden und Ladenzeilen ja durch EKZs in der Nachbarschaft und die Riesenmärkte am Stadtrand zerstört. Von den Kinos in den Vierteln wie etwa dem alten „Weltecho“ auf der Augustusburger Str. (jetzt Standort eines eher obskuren christlichen Jugendzentrums) oder dem „Europa 70“ in der Hainstraße gibt es kein einziges mehr.

Betriebswirtschaftlich gesehen stimmt die Rechnung der GGG und ich bin mir sicher, zumindest im Chemnitzer Yorck- und Beimlergebiet auch noch auf längere Sicht. Das ich diese rein betriebswirtschaftliche Betrachtung aus Sicht des langfristigen Stadtumbaus und natürlich des Denkmalschutzes für falsch halte, steht außer Frage. Nur ist das weniger eine Sache der GGG und anderer kommunaler Wohnungsgesellschaften, sondern das müssen Politik und Engagement der BürgerInnen beeinflussen. Ein Anfang wäre es ja schon, wenn die Wohnungsgesellschaften ihre Altbaubestände verkaufen und nicht nur bis zur Abbruchgenehmigung vergammeln lassen würden wie es natürlich auch aus Angst vor Konkurrenz jahrelang getan haben. Das scheint ja nun endlich loszugehen. Aber natürlich werden die sanierten Wohnblocks noch lange günstiger sein als die Gründerzeithäuser, die ja zusätzlich zu den wesentlich höheren Sanierungskosten nun auch noch die Kaufsumme "einspielen" müssen.

Sich ständig zu fragen, warum die Leute in Chemnitz derart rückschrittlich sind und lieber in den alten zugigen Platten hausen statt in den schönen Gründerzeitvierteln, ist weder sachlich richtig noch führt es weiter. Solange sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, wird das noch eine ganze Weile so bleiben. Und wenn sich das nicht doch noch schneller ändert, sind die Gründerzeitbauten alle weg und zwischen Reitbahnviertel und dem Beimlergebiet werden die Kleingartenanlagen immer größer oder es wogen wieder Gerstenfelder.

GESCHÄFTSBERICHT 2007 der GGG
http://www.ggg.de/fileadmin/user_upl...omplett_01.pdf
Eines der Lösungskonzepte ist der Rückbau. In der Stadt Chemnitz wurde in den Jahren 2001 bis 2006 der Rückbau von 11.900 Wohnungen mit 34,8 Mio. EUR gefördert. Der Anteil, der durch die GGG im selben Zeitraum zurückgebauten Wohnungen, betrug dabei mehr als 60 %, insgesamt 7.163 Wohneinheiten an 395 Standorten. Hinzu kamen im Jahr 2007 weitere 1.011 zurückgebaute Wohnungen an 63 Standorten.

Wer bei der Frage nach Informationen zum Stadtumbau in Chemnitz auf jeden Fall noch zu nennen wäre ist Patrick Pritscha, Sprecher für Stadtentwicklung der Fraktion DIE LINKE im Chemnitzer Stadtrat und Mitglied im Aufsichtsrat der GGG. Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder mit ihm über solche Fragen diskutiert und natürlich sind wir auch nicht immer einer Meinung gewesen. Aber es war für mich immer ein Gewinn:

Schrumpfende Städte und Stadtentwicklung - ein Überblick
von Patrick Pritscha, Hrsg. Kommunalpolitisches Forum Sachsen e.V.
GNN-Verlag 2008, ISBN: 978-3-89819-280-4, 4,00 EURO
http://www.linke-bildung-kultur.de/i...umbauprobleme/

Denkmalschutz und Stadtumbau Ost - wie weiter? Den Menschen in den Mittelpunkt stellen. 16.11.2008
http://www.michael-leutert.de/articl...ie-weiter.html
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Alt 06.01.09, 15:45   #77
LE Mon. hist.
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LE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfach
Hallo lguenth und Danke für Deinen Beitrag. Wie fühlt man sich so, wenn man im Dienste der Diskussion hier im Forum plötzlich die Interessen der GGG vertritt? ;-). Ich finde es aber gut und versuche soweit es geht, ebenfalls beide Positionen zumindest nachzuvollziehen. Es gibt gerade für Leipzig die Diskussion über die Rolle und Funktion einzelner Stadtteile und so etwas ähnliches kann für Chemnitz sicher auch nicht schaden.

Zitat:
Zitat von lguenth1 Beitrag anzeigen
Und das scheint mir wirklich relativ aussichtslos. Klar kann die ReBa 84 als bunter Farbtupfer funktionieren, aber niemals macht man aus dem Reitbahnviertel eine "Universitätsvorstadt". Die Stadtteile, die dafür prädestiniert wären, liegen leider am anderen Ende der Stadt (Sonnenberg). Somit bleibt am ehesten das Lutherviertel. Vielleicht sollte man sich hier nach einer Alternative umschauen, aus dem Bestand der GGG käme vielleicht die Clausstraße 64 in Frage (wird aber mit 550 m² wohl zu klein sein). Insgesamt würde ich auch dafür plädieren, es mal eine Weile mit dem Status quo zu versuchen, letztendlich wird aber wohl niemand wegen dem Südbahnhof oder der ReBa 84 ins Reitbahnviertel ziehen...
Das war der Spitzenvorschlag der FDP, über den ich doch eine Weile herzhaft lachen konnte:

14.11.2008 FDP Fraktion regt an das Reitbahnviertel in Universitätsvorstadt umzubenennen
http://www.fdp-chemnitz.de/serve/fra...igen/1203.html
Bei dem Hintergrund des Vorschlages stimme ich mit den Liberalen aber durchaus überein.

Dr. Dieter Füsslein, FDP Stadtrat und Mitglied des PBUA, argumentiert den Vorschlag wie folgt:
„Das Stadtgebiet, der Stadtteil zwischen Uni (Campus) und Chemnitzer Innenstadt, also die Universitäts-Vorstadt, ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Kernstadt und Uni. Hier sollten sich Forschung, studentisches Leben, Wohnen und eben auch experimentelle Wohnformen entwickeln, die die Stadt der Ingenieure sichtbar werden lassen."


Wenn überhaupt eine Ecke in Chemnitz dafür geeignet ist, ein „junger Stadtteil“ zu werden, dann mit den genannten Argumenten die Gegend links und rechts der Reichenhainer Straße. Für Leute, die sich in Chemnitz nicht auskennen, die Diskussion aber trotzdem nachvollziehen möchten: http://maps.live.de/LiveSearch.Local...=-90&alt=-1000 An der Reichenhainer Straße konzentrieren sich die Gebäude der TU (Campus mag man das nicht nennen) mit den meisten Instituten, der Bibliothek, Rechenzentrum, Mensa etc. Zur Architektur der Uni können wir ja später noch was beitragen ;-)). Stadtwärts gibt es so erste Ansätze einer damit in Verbindung stehenden Infrastruktur wie Cafés (Südeck), Copyshops etc. Natürlich wohnen Studenten auch auf dem Sonneberg wie auch überall anders, aber wie gesagt, der ist von der Uni etwas weit weg. Sie verteilen sich in der Stadt mit gewissen Ballungen. Das Lutherviertel ist eine klassische Wohngegend, aber da fehlen die Kneipen, die leerstehenden Industriebauten für verschiedene Projekte und es liegt eben nicht zwischen Uni und Innenstadt/Zentralhaltestelle/Hauptbahnhof/…

Die Clausstraße 64 ist ein normales Wohnhaus mit einigen Nachbarhäusern sowohl aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg als auch Altneubau der 60er Jahre, das für einen solchen Zweck völlig ungeeignet ist, da es erstens zu klein ist – es sind nach eigener Darstellung wohl etwa 25 BewohnerInnen in der reba84 - und zweitens ein Raum für Veranstaltungen fehlt. Ich bin als Kind in dem Haus rumgeschossen, als es noch bewohnt war, weil ich bis Mitte der 80er in dem Block an der Dürerstraße direkt daneben gewohnt habe. http://maps.live.de/LiveSearch.Local...=-90&alt=-1000 Da sah das noch alles ganz anders aus und es standen noch einige Häuser mehr, z.B. die Clausstraße 62, die wohl erst kürzlich gefallen ist. Auf dem Luftbild ist sie noch drauf, auf der Vogelschau schon weg.

Aber gut, in dem Forum hier geht es weder um Kindheitserinnerungen noch um die Reba84. Allerdings haben Stadtentwicklung und Stadtumbau ziemlich viel mit dem Bau- und der Sanierung von Häusern zu tun.

Zitat:
"Wer ein alternatives Kulturprojekt betreibt oder dort vom Eigentümer geduldet wird, der muß immer damit rechnen, sich etwas anderes suchen zu müssen. Schließlich muß die GGG in erster Linie sehen, daß sie Geld verdient. Und bei 25% Leerstand in Chemnitz wird sich für die paar versprengten Alternativen wohl eine andere Bude finden lassen. Zumal aus einem Reitbahnviertel auch in tausend Jahren kein Connewitz und keine Neustadt werden wird..."
Natürlich kann und wird die GGG so argumentieren wie Du es beschrieben hast. Ich halte es hinsichtlich der selbsterklärten (oder doch nur von der Stadt vorgegebenen?) Ziele nur für extrem kontraproduktiv. Es bricht der GGG wohl kein Zacken aus der Krone, wenn sie ausgerechnet wohl das am schwersten vermietbare Objekt in dem Block den Leuten weiterhin zur Nutzung überläßt, immerhin bekommen sie ja im Monat sowohl die Betriebskosten als auch Miete, also mehr als bei Wächterhäusern üblich. Von außen könnte das Haus ja in dem Zuge gleich mit aufgehübscht und zum Beispiel gedämmt werden, nur wäre die Vollsanierung im Inneren nicht nötig. Dafür hätte man einen Motor für die Entwicklung des Gebietes oder doch zumindest ein sehr deutliches Signal, dass die ganzen Vermarktungs- und Entwicklungsziele ernst gemeint sind und nicht nur Sprechblasen. Es geht (mir) ja nicht (nur) um die paar Leute, sondern um die Entwicklung des Stadtteils und der ganzen Stadt. Wenn es die GGG richtig drauf hätte, würde sie die alte Arbeiter-Kneipe „Zur Bleibe“ in dem Block soweit wiederherstellen, dass man da für wenig Miete wieder in Eigeninitiative was draus machen kann. Aber eher fällt wohl das ganze Haus.

Und Du hast auch recht, niemand wird nur wegen der Reba84 dahin ziehen. Aber von einem Kristallationspunkt aus können sich weitere Projekte entwickeln. Die Leute sind auch nicht in den 1990ern nur wegen der NaTO in die Südvorstadt gezogen, aber sie gehörte zu dem Bündel an Annehmlichkeiten und Extras, die letztendlich so eine Entwicklung beeinflussten. Für Chemnitz ist es schon viel, wenn an irgendeiner Gegend der Stadt keine unmittelbare Gefahr besteht, dass der Nachbar wegen Ruhestörung die Polizei ruft, weil nach 22.00 Uhr in Zimmerlautstärke Musik gehört wird, oder man einen freundliche Nachfrage von der Wohnungsgesellschaft bekommt, warum man schon ein paar Tage erst nach 21.00 Uhr duschen würde, da das laut gurgelnd abfließende Wasser doch die Nachbarn stört. Beides ist mir selbst in Chemnitz schon passiert!

Beschlüsse aus der Sitzung des Stadtrates - öffentlich - vom 26.11.08
http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/b...at_b261108.asp

Beschluss-Nr. B- 133/2008
Der Stadtrat beschließt,
1. Das "Entwicklungskonzept Reitbahnviertel Chemnitz, Bericht Januar 2008" gemäß Anlage 3 der Beschlussvorlage als Grundlage des städtischen Verwaltungshandelns wird beschlossen. Die Verwaltung sowie der städtische Vertreter in der Gesellschafterversammlung (Gesellschaftervertreter) werden aufgefordert, die Zielstellungen des Konzeptes "Experimentelles Karree im Reitbahnviertel" zu unterstützen, insbesondere auf eine längerfristige Nutzungsmöglichkeit des Objektes Reitbahnstraße 84 im Rahmen dieses Konzeptes hinzuwirken.
2. Der Stadtrat nimmt das "Regiebuch Stand Januar 2008" in der Anlage 4 der Beschlussvorlage zur Kenntnis und beauftragt die Fachverwaltung den Finanzierungsbedarf nach gesamtstädtischen Prioritäten zu prüfen und im Rahmen des zur Verfügung stehenden Budgets anzumelden. Im Juni jeden Jahres ist dem PBUA über den Fortschritt der Realisierung zu berichten.
3. Das Fördergebiet "Aufwertung Reitbahnviertel" zur Beantragung im Programm Stadtumbau Ost - Aufwertung gemäß Anlage 5 der Beschlussvorlage wird beschlossen.
4. Das "Integrierte Handlungskonzept für das Reitbahnviertel" zur Förderung im EFRE-Programm Stadtentwicklung 2007-2013 gemäß Anlage 6 der Beschlussvorlage wird beschlossen
5. Die Abgrenzung des Stadtteils Reitbahnviertel als Fördergebiet im EFRE-Programm Stadtentwicklung 2007-2013 gemäß Anlage 7 der Beschlussvorlage wird beschlossen.
6. Die Umsetzung der Beschlussvorschläge 1 - 5 erfolgt unter Berücksichtigung der Prioritätensetzung im Rahmen der jeweiligen Haushalts- und Finanzlage der Stadt Chemnitz

Das fettgedruckte war ein Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
http://www.gruene-chemnitz.de/content/view/743/43/

Alternatives Kultur- und Wohnprojekt Reitbahnstraße 84 wichtig für die Stadteilentwicklung
Freitag, 21. November 2008

Reitbahnviertel: Mit einem Antrag im Stadtrat am 26.11. fordern die Grünen die städtischen Vertreter in der Stadttochter GGG auf, das Konzept "Experimentelles Karree im Reitbahnviertel" zu unterstützen und auf eine längerfristige Nutzungsmöglichkeit des Objektes Reitbahnstraße 84 im Rahmen dieses Konzeptes hinzuwirken.
Hintergrund für diese Initiative sind die Verkaufsabsichten der GGG. Dadurch werden zentrale Teile des Entwicklungskonzeptes Reitbahnviertel in Frage gestellt.
Volkmar Zschocke, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat: "In einer Stadt, in der es immer schwieriger wird, die vielen leerstehenden Wohngebäude zu erhalten, ist jede Initiative zur kreativen Nachnutzung der Häuser kostbar. In der Reitbahnstraße 84 haben Chemnitzerinnen und Chemnitzer damit begonnen, konkrete Verantwortung für Gebäude und Stadtteilentwicklung zu übernehmen. Wir fordern die GGG auf, diesem Verein das Haus nun auch längerfristig zu überlassen!"

http://www.reitbahnviertel.de/

In wenigen Stunden geht die Veranstaltung los, mal sehen, welche Resultate erzielt werden und in welche Richtung die Diskussion verläuft:
http://www.stadtstreicher.de/Planer/891641

Experimentelles Karree - Wohin geht die Reise?
Präsentation der neuen urbanen Abenteuerfläche mit anschliessender Diskussion. Zukünftige Aktivisten sind willkommen. Das Experimentelle Karree könnte eine gelungene Intervention in den hoffnungslos erstarrten öffentlichen Raum der "Stadt" Chemnitz werden. Zustimmung von vielen Seiten - nur der kommunale Eigentümer kann sich noch nicht recht daran gewöhnen. Hier tut ein starkes Bekenntnis Not.

Dienstag, 6.1.2009 [ 18:00 ]
Reitbahnstraße 84, 09111 Chemnitz
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Alt 06.01.09, 17:11   #78
lguenth1
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Zitat:
Wie fühlt man sich so, wenn man im Dienste der Diskussion hier im Forum plötzlich die Interessen der GGG vertritt? ;-)
Das müßtest Du doch nach Deinen umfangreichen Ausführungen zur Promenadenstraße wissen :-). Aber wir wollen das nicht zu weit treiben. Denn das dort Gesagte ist zwar für sich betrachtet richtig, kommt aber nur dann zur Wirkung, wenn auch jemand in die sanierten Plattenbauten einziehen will. Und wenn man bspw. die Meldungen kennt, daß in der Innenstadt Geruchsbelästigungen auftreten, weil aufgrund des Leerstandes der dortigen Plattenbauten nicht mehr genug Abwasser entsteht, weiß man, wohin die Reise geht.
Ich kann nur erneut auf die Leipziger Stadtteilstatistik verweisen (http://www.leipzig.de/imperia/md/con...n/lz_otk08.pdf). Wenn eine entsprechende Statistik zur Grundlage für die Stadtplanung in Chemnitz gemacht würde, gäbe es für das Heckert-Gebiet wohl keine Investitionsmittel mehr. Hier könntest Du doch Deine Kontakte in den Stadtrat mal spielen lassen - denn geführt werden solche Statistiken auch in Chemnitz. Oder gibt es irgendwo was dazu im Netz (bei Dir hat man sowieso den Eindruck, mit einer verbesserten Beta-Version von Google zu debattieren).

Bezüglich der Reitbahnstraße 84 bin ich mittlerweile überzeugt, da muß man sich nicht unbedingt den Kopf über mögliche Alternativstandorte zerbrechen. Auch wenn man mit Ausstellungen à la "Kein Mensch ist illegal" wohl kaum den Massengeschmack der Chemnitzer Jugend trifft und 2500 Euro Betriebskosten und Miete auch eher als Spende aufgefaßt werden müssen, braucht eine Großstadt solche manchmal obskuren Farbtupfer. Wenn sich der Stadtrat bereits positioniert hat, verstehe ich aber nicht, was es da noch zu diskutieren gibt?
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Alt 06.01.09, 17:33   #79
LE Mon. hist.
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Nun, dieser Stadtratsbeschluß, den ich in der Deutlichkeit nicht erwartet hätte, wird hoffentlich etwas bewirken. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, was immer mal aus Chemnitz zu mir herüberweht, wird die GGG den letzten Block nicht alleine sanieren. Der Flügel an der Fritz-Reuter-Straße ist wohl an jemanden anderes verkauft worden und mit dem gibt es irgendwelche Absprachen. Keine schlechte Gelegenheit, sich den schwarzen Peter gegenseitig in die Schuhe zu schieben. "Wir müssen aber doch, weil sonst werden wir vertragsbrüchig, denn der andere ... ." In trockenen Tüchern ist das Projekt noch lange nicht und das studentische Wohnen im Reitbahnviertel noch weniger. Wie gesagt, man könnte wohl einiges in die Richtung machen, z.B. die "Bleibe" wieder auf ;-) oder die Karl-Immermann 23 sanieren. Und auf der anderen Seite der Gustav-Freytag-Straße gibt es auch noch manches Haus zum "Wachküssen".

Zitat:
Hier könntest Du doch Deine Kontakte in den Stadtrat mal spielen lassen - denn geführt werden solche Statistiken auch in Chemnitz.
Hamm, sprach Schramm. Mit dem genannten Stadtrat bin ich vor über 15 Jahren in die Schule gegangen und man sieht sich hin und wieder mal, da man sich für ähnliche Dinge interessiert und sich bisweilen auf den gleichen Veranstaltungen trifft. Nach Interna werde ich ihn nicht fragen.

Zitat:
Oder gibt es irgendwo was dazu im Netz?
Ich halte die Augen diesbezüglich auf.
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Alt 06.01.09, 17:55   #80
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Im Netz noch nichts, aber vielleicht hier:

Statistisches Jahrbuch 2008, 30.12.2008
- Das Jahr 2007 in Zahlen -


Themen: Chemnitz und seine Geschichte, Stadtgebiet und Naturverhältnisse, Bevölkerung, Bauen und Wohnen, Arbeitsmarkt und Wirtschaft, Verkehr und Fremdenverkehr, Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Bildung und Kultur, Sport, Gesundheit und Soziales, Versorgung und Verbrauch, Umwelt, Verwaltung, Preise und Einkommen (171 Seiten)

Herausgeber:Stadt Chemnitz, Amt für Organisation und Informati
Bezug:Stadt Chemnitz
Amt für Organisation und Informationsverarbeitung
Abteilung Statistik, Wahlen
09106 Chemnitz
Fax: 0371 488-1898
Preis:20,50 EUR (zzgl. Versandkosten)

Oder in der Stadtbibliothek: Ter B 04.1 Chemnitz Chem/2006-07

Bei 171 Seiten vermutlich mehr als nur die Zahlen für die gesamte Stadt, die auch im WWW zu finden sind: http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/s...kten_index.asp


Stadtteile 2006, 14.6.2007
Stadtteilinformationen zur Bevölkerung (Stand, Wanderungen, Geburten, Sterbefälle) und Wohnungsbestand in den Chemnitzer Stadtteilen


Herausgeber:Stadt Chemnitz, Amt für Organisation und Informati
Bezug:Stadt Chemnitz
Amt für Organisation und Informationsverarbeitung
Abteilung Statistik, Wahlen
09106 Chemnitz
Fax: 0371 488-1898
E-Mail: statistik@stadt-chemnitz.de
Preis:13,00 EUR (zuzügl. Versandkosten)

Müßte es ja auch für 2007 aus Mitte 2008 geben. Und dann in den Bibliotheken.
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Alt 06.01.09, 18:54   #81
LE Mon. hist.
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Die GGG hat Stadthäuser für sich und Chemnitz entdeckt:

Neue Idee: Einfamilienhäuser sollen Abriss-Lücken füllen
Städtisches Wohnungsunternehmen GGG stellt Projekt für Eigenheimbau nahe der Innenstadt vor
http://www.freiepresse.de/SPECIALS/S...3/1223275.html

Moderne Architektur soll in Chemnitz künftig helfen, Lücken in Häuserzeilen nahe der Innenstadt zu füllen. ... Drei- bis viergeschossige Gebäude sollen auf durch Abrisse entstandenen Brachflächen gebaut werden. Auf vier Flächen soll das Pilotprojekt starten ... .

Der GGG-Planer bezeichnet die vier jetzt ausgewählten Flächen als wichtig für den Städtebau: An der Fichtestraße etwa werde ein Areal angeboten, auf dem ein Karree nach Abriss aufgebrochen ist. So sollen Stadthäuser (Preis: zwischen 180.000 und 200.000 Euro) Lücken füllen und auch die für Häuserzeilen so wichtigen Raumkanten wieder herstellen.

http://www.chemnitz.de/publikation/d...sblatt_160.pdf

Gartenhofhäuser:
http://www.vsr-gmbh.de/produkte/br_c...08/pdf/p18.pdf
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Alt 06.01.09, 19:20   #82
lguenth1
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lguenth1 ist im DAF berühmtlguenth1 ist im DAF berühmt
Die Leipziger Stadthäuser kenne ich hauptsächlich aus dem Forum hier. Dabei war die architektonische Qualität meist ziemlich erschreckend. Die GGG-Entwürfe für Chemnitz setzen das nahtlos fort. Warum nur muß moderne Architektur krampfhaft durch irgendwelche Kuben "reizvolle Kontraste zu den umgebenden Altbauten bilden", anstatt sich harmonisch einzufügen?

Danke für die Hinweise zur Statistik. Da werde ich mich wohl demnächst mal mit der Statistikabteilung in Verbindung setzen und dann das Geld investieren. Momentan habe ich sicher noch ein paar Wochen mit der Erfassung, Aufbereitung und Archivierung der GGG-Verkaufsangebote zu tun :-).
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Alt 06.01.09, 19:30   #83
Jaguar-XKSS
 
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Jaja, erst abreißen, dann mit pseudomodernen Gebäuden die Lücken füllen und diesen missglückten Städtebau dann auch noch als "kontrastreich" bezeichnen. Die wenigsten wissen, dass "Kontrast" im städtebaulichen Sinn "Trennschärfe einzelner Gebäude zueinander innerhalb eines Baustils" bedeutet. Wird gerne verwechselt mit "Konflikt", also der Aneinanderreihung von Gebäuden in sich widersprechender Formensprache (Stile). Jeder halbwegs gute Städtebauer stellt seine Entwürfe darauf ab, solche Konflikte zu beseitigen und zu vermeiden.

Verbale, von anderen nicht erkennbare Falschinterpretationen und deren Umsetzung in Architektur waren seit jeher die Strategie von Modernen und Zynikern, also den modernen Zynikern, die selbst nicht wissen, dass sie welche sind, und deshalb das, was sie bauen, auch noch gut finden können, weil es ja ihre "hochintellenten" Falschinterpretationen erfüllt.

In diesem Sinne: klassische Modernität = gerechtfertigtes Ablegen jeglicher Form von Skrupel

Geändert von Jaguar-XKSS (06.01.09 um 21:30 Uhr)
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Alt 06.01.09, 19:56   #84
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Ich nehme mal stark an, dass es auch eine Reaktion auf Probleme ist, die man sich kurz vorher erst selbst geschaffen hat. Seit Jahren weisen ja Leute vehement darauf hin, dass dieses Lückenreißen auch deshalb mehr als unglücklich ist, weil die Infrastruktur unter der Erde ja meist drin bleibt, aber nicht mehr ausreichend genutzt wird und es so zu Schäden kommen kann, insbesondere bei der Kanalisation. Es ist natürlich auch schon erschlossenes Bauland, da hat man kaum zusätzliche Kosten. Billiger als eine Sanierung ist so ein Neubau allemal. Und man schafft sich selbst keine Konkurrenz zum Hauptklientel in den sanierten Plattenbauten, sondern erschließt neue Käuferschichten.

Zur Vollendung gebracht hat man es damit allerdings in Freiberg. Da wurde am Franz-Mehring-Platz eine denkmalgeschützte Siedlung aus der NS-Zeit nach dem Vorbild von Dresden-Hellerau abgerissen, wofür man Fördermittel einstrich. Und sofort danach wurden mehr oder weniger an genau denselben Stellen wieder Ein- und Mehrfamilienhäuser gebaut und verkauft. Doppelt abkassiert, aber Denkmal weg!
http://freiberger-altertumsverein.de...ead.php?3,2033
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Alt 06.01.09, 21:16   #85
LEgende
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@LE Mon. hist.:

Gratulation zu deinem großartigen Beitrag #76!!! Genau DAS ist die Realtität! Zudem auch Danke für deine äußerst zahlreichen (fast schon zuvielen ) Informationen!

Doch von mir noch eine kleine Bemerkung zur Gesamtsituation in Deutschland:

Es ist scheinbar wie mit jeder großen untergegangenen Kulturnation. Es sind Länder, die durch Fleiß, Willen und einhergehendem Wohlstand und Wissen auf großer Breite enorm gewachsen und kulturell erblüht sind. Bis zu ihrem Höhepunkt! Und dann irgendwann haben sie sich von innen heraus selber vernichtet.

So ungefähr kommt es mir zumindest vor. Wenn ein so relativ reiches Land wie Deutschland es nicht schafft, einmalige architektonische Kulturgüter zu erhalten, dann frag ich mich, in welchem Land wir leben und vor allem wozu wir überhaupt Menschen sind und Leben? Damit die Mehrheit der Deutschen möglichst effizient und ressourcensparend in Plattenbauten wohnt und zum Einkaufen in aufgehübschte Investoren-Megaeinkaufszentren fährt um die Bilanz von Unternehmen xyz bis zur nächsten staatlichen Finanzspritze bzw. der endgültigen Pleite im grünen Bereich zu halten und die unvorstellbaren Einkommen der oberen Elite zu sichern? Das erinnert mich an etwas, was ich hier auf keinen Fall erwähnen möchte.

War nicht "Wohlstand für alle" mal so ein Ziel? Nur was ist Wohlstand? Das jeder was zu essen hat? Das jeder die theoretische Chance hat durch z.B. Glück, Abzocken, oder bescheidene Politik "reich" zu werden.
Scheinbar ist selbst der hohen Führungsriege in diesem Land das Bewusstsein dafür total verloren gegangen! "Das Land der Dichter und Denker". Das kann sich nur ein Schönredner ausgedacht haben, der wusste wie schlimm es um Deutschland bestellt ist. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Die Mehrheit der Menschen bekommt diesen Prozess ja auch scheinbar gar nicht mit. Weil sie mittendrin ist und sich längst damit abgefunden hat. Nur als interessierter Bürger, der auch mal die Vergangenheit betrachtet und vergleicht, erkennt den schleichenden Prozess der hier vor sich geht!

PS: Falls damit der Eindruck entstanden sein sollte, ich fände den Kapitalismus falsch. Dem ist nicht so! Ich find nur, dass die Ziele und Rahmenbedinungen irgendwie aus dem Ruder gelaufen sind.
__________________
Alle von mir gezeigten Bilder stammen, soweit nicht anders angegeben, aus meiner Digitalkamera.
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Alt 06.01.09, 21:38   #86
Jaguar-XKSS
 
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Aha, da kommst du erst jetzt drauf ! Aber immerhin jetzt, als, wie die meisten, nie !

Das Volk der Dichter und Denker. Ja, die Politiker und "Oberen" dichten die sog. Realitätslüge zusammen und die anderen denken, es sei keine. Dachtest du, es hätte sich inhaltlich wirklich etwas geändert ? Nur die Form wurde leicht modifiziert, ein neues Kostüm sozusagen.

Ich spreche aus bittester, eigener Erfahrung. Mit Worten nicht mitzuteilen.
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Alt 07.01.09, 22:08   #87
cherubino
 
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Die GGG hat Stadthäuser für sich und Chemnitz entdeckt:

Neue Idee: Einfamilienhäuser sollen Abriss-Lücken füllen
Städtisches Wohnungsunternehmen GGG stellt Projekt für Eigenheimbau nahe der Innenstadt vor
http://www.freiepresse.de/SPECIALS/S...3/1223275.html


Ich war gestern bei der GGG (Hausübergabe)

Weil den Werbeprospekt für diese Lückenhäuser auf dem Tisch liegen sah, hab ich nachgefragt, wie realistisch den dies Projekt sei. Antwort, bisher hat man noch keinen Interessenten für finden können ...
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Alt 07.01.09, 22:12   #88
lguenth1
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lguenth1 ist im DAF berühmtlguenth1 ist im DAF berühmt
Die Stadt Chemnitz wirft mit einem neuen Stadtentwicklungskonzept einen Blick in das Jahr 2020 (http://www.sachsen-fernsehen.de/defa...howNews=330186). Ab Montag soll dieses auf der Homepage einsehbar sein, Hinweise per Mail an die Stadt sind erwünscht.

Da bin ich mal gespannt. Wenn ich mir die von LE Mon. hist. verlinkten Stadtteilkonzepte anschaue (speziell auf das zum Sonnenberg werde ich am Wochenende bestimmt noch mal eingehen), sollte das wieder reichlich Diskussionsstoff liefern...
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Alt 07.01.09, 22:28   #89
LE Mon. hist.
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LE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfach
"Ab Montag ist im Internet das komplette Stadtentwicklungskonzept einsehbar ... . Noch bis zum 13. Februar können sich alle Chemnitzer auf der Homepage der Stadt über die genauen Inhalte des Entwurfes informieren. Vorgestellt wird er zudem in der siebenten Ausgabe der Stadtwerkstatt Ende Januar. Dabei können die Chemnitzer zusammen mit OB Barbara Ludwig über die Entwicklungslinien der Stadt diskutieren."

Ich glaube, da fahre ich hin. Babsi Ludwig und Petra Wesseler an einem Tisch und Babsi muß die Ideen ihrer liebsten Mitarbeiterin öffentlich gut finden. Das verspricht auf jeden Fall lustig zu werden .

Leider wird die 7. Stadtwerkstatt auf der Website der Stadt noch nicht angekündigt. Aber ab Montag soll es hier ja sowieso spannender werden:
http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/s...text_index.asp

Boerries Butenop heißt der im Beitrag zu sehende Stadtplaner. Nur vom Hören kriegt man das aber nicht raus. ;-)

Geändert von LE Mon. hist. (07.01.09 um 22:55 Uhr) Grund: + Boerries Butenop
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Alt 07.01.09, 23:12   #90
LE Mon. hist.
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LE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfach
Und über Herrn Boerries Butenop, Leiter des Stadtplanungsamtes, gelangt man wieder auf einige lesenswerte Artikel zum Stadtumbau in Chemnitz, die einem sonst doch schnell entgehen, z.B.:

Chemnitz wird grün, grüner, am grünsten
http://www.stadtstreicher.de/Heft/Archiv/24306/

Börries Butenop:
Sicherlich schmerzt es, wenn Baudenkmale fallen, aber ich denke, gerade das
gründerzeitliche Baudenkmal lebt aus dem Ensemble. Und hier gilt, denke ich mir
auch, der zusammenhängende Ansatz. Straßenzüge, Karrees geschlossen zu halten.
Aber an anderen Stellen, wo die Lage schwierig bis unmöglich ist, dann auch mal
geschlossen einen Straßenzug aufzugeben, auch, wenn Baudenkmale dort mit drin
stehen.

http://freiberger-altertumsverein.de...ead.php?3,2001

Von solchen Einsichten scheinen Städte wie Chemnitz, Leipzig, Weißenfels, die in dieser Artikelfolge vorgestellt worden sind, bisher weit entfernt. Mit der Behauptung, "Stadtumbau von außen nach innen ist reine Theorie", hat erst vor wenigen Tagen der Leiter des Chemnitzer Stadtplanungsamtes, Börries Butenop, vor der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (srl) noch einmal öffentlich bekräftigt, daß er sich an die von Fachinstituten, Planungsexperten und der Bundesregierung ausgegebene Leitlinie für den Stadtumbau nicht zu halten gedenkt. Zum Abriß von Gründerzeithäusern und damit zur Perforation innerstädtischer Wohngebiete gebe es keine Alternative. Den machtlosen Protesten der Bewohner gegen den "Raub an Kulturgütern" und die Verlärmung ihrer Wohnhöfe begegnet der Planungschef mit der Ankündigung, man werde anstelle der Gebäude sieben Meter hohe Lärmschutzwände aufstellen.
Fehlgeleitete Investitionen. Serie zum Stadtumbau, Schluß: Mit Perforation der Wohngebiete können die Bewohner nicht gehalten werden
von Dankwart Guratzsch
Die Welt, 8. Juli 2006
http://www.welt.de/print-welt/articl...stitionen.html

Chemnitz mal wieder als abschreckendes Gegenstück
Zum Beispiel Gladbeck: Aus den zugigen Zwischenräumen der Nachkriegszeit sind wieder urbane Orte geworden
Wie sich eine Stadt repariert
Von Dankwart Guratzsch
Die Welt, 13. April 2007
http://www.welt.de/welt_print/articl...repariert.html
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