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Alt 31.03.10, 08:27   #31
Dvorak
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Dvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfach
Sorry aber irgendwo muss ich hängen geblieben sein. Wieso entspricht Yis Entwurf eher dem, was "zu Königs Zeiten" dort geplant war, wenn der Oesterlehn-Bau relativ nah die Maße des von Laves geplanten rechten Flügels einnimmt? Er entspricht auch den Dimensionen, wenn auch nicht der Geometrie dem Schloss vor dem Umbau durch Laves, oder einem frühen Planungsstand, in dem man noch die Oper erkennen kann. (finde Ich übrigends ernsthaft auch ganz passig, dass Oper und Landtag deckungsähnlich sind) Allenfalls kann man den nie ausgeführten Entwurf von Sartorio nennen, der, weil größer näher an die Karmarschstraße rangerückt wäre.
Ich will auch nur nochmal erwähnen, dass es einen Grund hat, dass Oesterlehn nicht die Dimensonen des linken auf den rechten Flügel übertragen hat! Man geht nämlich nicht axial auf den Portikus zu, wie es noch Laves wollte, sondern sehr schräg. Um die Proportionen zu wahren ist der Planarsaal etwas zurückgesetzt und kleiner. Mir ist das erst in den Plänen klar geworden, weil man daher das Ungleichgewicht im Raum nicht wo stark wahrnimmt. (meine Meinung)

Yi stellt das Gebäude näher an die Straße, aber ist das jetzt deshalb guter Städtebau? Ich verweise hier mal auf Braunschweig und seine Stadteingänge, das ist hier nämlich das städtebauliche Thema.


Quelle: GoogleEarth und Ich

Am Magnitor kann man schön sehen, mit wie vielen gegenseitigen Abhängigkeiten, Verengungen und Weitungen, Sichtbeziehungen, Torhäusern und dem wichtigsten dem vermittelnden Platz ein Stadteingang geschaffen werden kann. In Braunschweig haben alle Stadteingänge Torplätze, und da ist Braunschweig keine Besonderheit! Der Platz als Eingang ist mehr oder minder die städtebauliche Standard-Typologie seit dem Klassizismus.
Yi schafft es nicht einen Stadteingang mit gewisser Raumdynamik zu entwerfen. Seinem Willen folgend würde die Karmarschstraße ein sich langsam zum Park hin weiternder Trichter. Da fehlt die Trennung zwischen Altstadt und Park davor, und die ist dort einfach wichtig.
Auch Laves hat das so in verschiedenen Varianten, aber immer mit Platz geplant. Wie der aussieht ist eine andere Frage, aber ein solche Raumchronologie muss da sein.

Der Oesterlehn-Bau an sich ist schlicht, das ist auch so gewollt, und mir persönlich gefällt unaufdringliche, gut gemachte Architektur gut. Das Parlament als ganzes muss wirken, und das war auch das Ziel, nicht jeder einzelne Flügel muss nach Aufmerksamkeit schreien. Oesterlehn wollte, wie ich finde zurecht den Portikus in Szene setzen als Eingang und diesen nicht stören, und sich zur Leineseite zurücknehmen und dort das Barockschloss wirken lassen. Das ist der Grund, wieso der Planarsaal ein "Bunker" ist, sich aber zu seiner Seite, dem Platz der Göttinger Sieben hin orientiert. Ich finde es ist nicht ein Art Symbol einer bescheidenen Demokratie, sondern es ist eine Respektsbekundung gegenüber der Geschichte. Jedem wird sein Raum und Seine Anerkennung zuteil, ohne das jeder überall wirken muss. Der Wettbewerb in den 50ern hatte noch ganz andere Ergebnisse, die sicher "wirkungsvollere" Plenarsäle hervorgebracht hätten, allerdings hat keiner davon dem ursrpünglichen Schloss seinen Raum zugestehen wollen.
Ein Manko am Oesterlehn-Planarsaal ist aber denke ich der obere Abschluss, der lässt den Bau so angeklebt wirken.

Der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz ist für die Integratin des Landtages in die Stadt nicht weniger wichtig, als der Platz der Göttinger Sieben oder das Leineufer. Nur weil da heute Parkplätze sind (was eh ein Unding ist) finde ich nicht, dass man da so leichtfertig eine TG-Einfahrt bauen kann. Yi soll die bitte einfach in sein Gebäude reinsetzen. Einfahrten stören weit weniger, wenn sie nur "Garagentore" sind, als wenn man sie in ihrer ganzen freigestellten Pracht erleben kann.
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Alt 02.04.10, 15:46   #32
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Wieso entspricht Yis Entwurf eher dem, was "zu Königs Zeiten" dort geplant war, wenn der Oesterlehn-Bau relativ nah die Maße des von Laves geplanten rechten Flügels einnimmt? Er entspricht auch den Dimensionen, wenn auch nicht der Geometrie dem Schloss vor dem Umbau durch Laves, oder einem frühen Planungsstand, in dem man noch die Oper erkennen kann.
Yi orientiert sich meines Wissens an der Opern-Planung, und die meinte ich mit meiner Anmerkung. Oesterlen dagegen hat, wie Du ja schreibst, kleiner gebaut, als es Laves für den Ostflügel getan hätte. Mag sein, dass er das wegen der verzerrten Perspektive gemacht hat, überzeugend finde ich es aber nicht: Wenn man von Westen kommt, hat es den Effekt, dass der Anbau völlig hinter dem Portikus verschwindet.
By the way: Beim Wettbewerb gab es auch einen Entwurf, der tatsächlich 1:1 die Laves-Ostfassade bauen wollte. Weiß leider nicht mehr, welches Büro das war. In Sachen Historismus den Vogel abgeschossen hat aber Kollhoff - dessen Entwurf war ungefähr doppelt so groß wie der Oesterlen-Bau und hatte derart viel Stuck an der Fassade, dass er unter Stalin beim Wettbewerb für den Palast der Sowjets hätte antreten können...

Zitat:
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Yi stellt das Gebäude näher an die Straße, aber ist das jetzt deshalb guter Städtebau?
Im konkreten Falle schon. Du hast zwar grundsätzlich recht mit Deiner Toreinfahrten-Typologie, aber es hat schon seinen Grund, warum Du zur Illustration das Magnitor herangezogen hast, statt beim Landtag zu bleiben: Die Kombination von Stadttor und Platz funktioniert nur, wenn der Platz eingefasst ist, wie es am Magnitor der Fall ist. Am Landtag hat man derzeit aber eher die Situation wie in Braunschweig am Kennedyplatz - der Platz der Göttinger Sieben wirkt wie die nördliche Ausbuchtung der Doppelkreuzung südlich der Leine; er wird nicht als Platz erfahren, sondern als Teil einer völlig überdimensionierten Verkehrsfläche.
Erst wenn der Landtag an die Straße heranrückt, bildet sich zusammen mit dem Wirtschaftsministerium so etwas wie ein Tor zur Innenstadt. Und wenn dann irgendwann einmal die Straßen ein wenig zurückgebaut werden (sagen wir, sechs bis zehn Spuren weniger ), bekommt man vielleicht wirklich noch eine richtige Stadteinfahrt.

Zitat:
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Oesterlehn wollte, wie ich finde zurecht den Portikus in Szene setzen als Eingang und diesen nicht stören, und sich zur Leineseite zurücknehmen und dort das Barockschloss wirken lassen.
Zur Leine hin klappt das auch gut, nicht aber am Portikus. Ich weiß nicht genau warum, aber ich finde, der Oesterlen-Bau lenkt kurioserweise genau deshalb vom Portikus ab, weil er sich so respektvoll gibt. Vielleicht könnte man sagen: Er ist nicht einfach nur zurückhaltend, sondern er tut seine Zurückhaltung mit großer Geste kund - wie jemand, der damit angibt, bescheiden zu sein. (Ergibt das Sinn? Besser kriege ich es gerade nicht formuliert)

Zitat:
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Der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz ist für die Integratin des Landtages in die Stadt nicht weniger wichtig, als der Platz der Göttinger Sieben oder das Leineufer. Nur weil da heute Parkplätze sind (was eh ein Unding ist) finde ich nicht, dass man da so leichtfertig eine TG-Einfahrt bauen kann.
Ein Missverständnis: Die Einfahrt soll nicht auf den Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz selbst, sondern an die Straße Richtung Markthalle, die dort auch Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz heißt. Was den Platz angeht, hast Du völlig recht: Sowohl die Parkplätze als auch diese krepligen Bäumchen sind eine Zumutung. Ich fürchte allerdings, der Platz gehört zum Grundstück des Sozialministeriums, was eine Umgestaltung erschwert. Vielleicht kann man die Leute ja wenigstens überreden, die Parkplätze abzuschaffen, wenn unter dem Landtag eine Tiefgarage gebaut wird.
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Alt 02.04.10, 17:47   #33
Dvorak
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Vielleicht gibt es zwei Entwürfe von Laves, genau weiß ich es nicht, da ja mehrere Varianten für Umbauten durch Laves erhalten sind, nicht nur die Ausführung. Ich kenne das was man auf dem Bild unten sieht, und das ist von der Größe, nicht aber von der Geometrie dem sehr ähnlich, was heute da steht:

http://img384.imageshack.us/img384/1498/lavesoper.jpg
Quelle: Plan von 1816 (Laves), GoogleEarth und ich.


Ich versteh schon was du meinst mit aufdringlicher Zurückhaltung, aber das ist halt eine doch recht subjektive Frage.
Wenn man mit dem Yi-Entwurf vergleicht, kommt der aber finde ich ungleich unharmonischer mit dem Portikus zurecht. Ich geb dir ja recht, das eine starke Abstraktion auch ablenken kann, man wird, wenn man vor dem Portikus steht aber ungleich verwirrter, wenn der einfach auf der rechten Seite abbricht. Ich halte es auch für ausgesprochen fraglich, ob es richtig sein kann, ein "Loch" in der Flucht einer Straße in eine Platzwand zu schlagen. Es ist schon bei Oesterlehn ein wenig ungeschicht, dass der rechte Rand des Plenarsaals genau mit der Kante des Backsteinbaus im Bohlendamm aufhört, ungleich störender empfinde ich da den "Durchbruch" durch die Platzwand des Schlosses den Yi plant. Eigentlich hatte Laves das Schloss ja als Abschluss einer Achse vom Bahnhof geplant, da muss man die Schlossfassade als ganzes auch so begreifen, und den Hinrich-Willem-Kopf-Platz auch entsprechen als Endpunkt gestalten.

Die TG-Einfahrt kommt dann in die Flucht des Bohlendamm?
Ich bin ja der Meinung, die sollten die Tiefgarage am anderen Ende des Schlosses bauen, da ist genug Platz, der Boden ist einfacher zu beherrschen, weil man nicht noch ein Stauwehrt hat, und man müsste die Fläche auch mal bebauen. Einfahrten kann man da auch um längen einfacher unterbringen.



Ich hab mir das Magnitor mit bedacht ausgesucht, da die historische Situation, mit der noch Oesterlehn geplant hat sehr ähnlich war. Du darfst nicht vergessen, dass damals noch die Flusswasserkunst stand, und die diesen Torplatz geformt und sich innerhalb der Stadt logisch positioniert hat. Das Gebäude der Flusswasserkunst finde ich persönlich pottenhässlich, aber definitiv muss an diese Stelle wieder was hin. Wenn man das macht, hat man eine ähnliche Situation wie am Magnitor in Braunschweig.

Ich hab mal eine Skizze gemacht, wie man es hätte auch machen können.
-Restaurant auf das Wehr, weil städtebaulich wichtig und spannender Standort mit verschiedenen Ausblicken.
-Den Platz der Göttinger Sieben müsste man neu gestalten, so das Straße und Platz ein zusammenhängender Raum werden, und nicht nebeneinander liegen, dann wirkt der Plenarsaal auch besser.
-Tiefgarage und mögliche Erweiterung am Holzmarkt, damit dieser gefasst wird, und man die Parkplätze in Nähe der Büros hat, wo man sie braucht.
-Der Bohlendamm sollte denke ich jetzt vielleicht nur zu einer Twete verkleinert werden, und man sollte einen Platz vor dem Portikaus schaffen, wie man ihn sich unter Laves gedacht hat, aber ohne die Stadtachse zum Bahnhof. Dann sind auch beide Plätze getrennt und die Konflikte zwischen Portikus und Plenarsaal, die ja da sind fallen weniger bis kaum noch auf.

So könnte man sogar alle übertriebenen Nutzungsansprüche erfüllen, und hätte für die Zukunft, immernoch Reserven. NUr leider hat man sich innerhalb der Baukommission auf die Variante Solitär mit Hof geeinigt, und alle anderen für den Wettbewerb ausgeschlossen. Hätte man das frei gestellt, hätte man wohl zumindest kreativere Lösungsvorschläge bekommen.


Quelle: Google & Ich

btw: Endlich mal wieder eine nette Diskussion

Mod: In der Tat eine nette Diskussion. Aufgrund der Größe habe ich das erste Bild geurlt. Beim 2. Quellenangabe hinzugefügt, bitte in Zukunft drauf achten! Gruß, Dykie!
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Alt 09.04.10, 22:36   #34
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Ja, in der Tat eine schöne Debatte. Führen wir sie fort: Der Plan, den Du postest, wurde nie umgesetzt. Laves legte 1826 allerdings einen zweiten Entwurf vor, der dann in wesentlichen Teilen wirklich gebaut wurde (und den ich leider nicht elektronisch vorliegen habe. Sorry). Von diesem Entwurf stammt neben dem Portikus auch der Westflügel sowie ein identisches, gespiegeltes Pendant zu ihm auf der Ostseite. Dieser Ostflügel wurde damals nicht gebaut, weil es keinen Raumbedarf gab. Im aktuellen Wettbewerb gab es allerdings, wie gesagt, einen Beitrag, der die Laves-Fassade von 1826 leicht modifiziert doch noch vollenden wollte.

Das mit dem Bohlendamm und seiner Flucht ist, glaube ich, eine der städtebaulichen Kernfragen für den Neubau. Wer als Fußgänger von der Innenstadt zum Leineschloss will, kommt schließlich genau dort auf den Landtag zu (was der von Laves gewünschten Rolle entspricht). Dieser Bedeutung ist allerdings schwer gerecht zu werden, weil der Bohlendamm nun mal außerhalb aller Achsen des Gebäudes liegt. Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Wirkung von Yis "Durchbruch" angeht. Einerseits ist durch die entstehende Lücke sicher leichter erkennbar als heute, dass das Leineschloss ein Torso geblieben ist, und dass dort etwas fehlt. Ob das schlimm ist, weiß ich freilich nicht - stellt es doch gewissermaßen den historischen Rahmen wieder her. Andererseits ist Yis Lücke ja keine echte Lücke: Man würde ja vom Bohlendamm aus nicht auf eine weitere Gasse zugehen, sondern auf eine Freitreppe, die auf die Hauptgeschossebene hinaufführt - die Flucht würde einen also direkt zum neuen Besuchereingang des Landtages geleiten, was ich städtebaulich recht schlüssig finde.

Entsprechend dieser Bedeutung kommt auch die TG-Einfahrt nicht in die Flucht des Bohlendamms, sondern weiter Richtung Karmarschstraße gegenüber den Backsteinbau (Hoffe ich jedenfalls, hundertprozentig sicher bin ich mit den paar Plänen, die ich gesehen habe, nicht). Ich wäre übrigens dafür, gar keine TG zu bauen - die Garage kostet Millionen, die Einfahrt ist hässlich, egal wo sie hinkommt, und es gibt in 300 Meter Umkreis zwei große Parkhäuser, die, zusammen mit dem Parkplatz auf der Westseite, bisher offenbar auch gereicht haben.

Dein Vergleich mit dem Magnitor in BS mag mich noch nicht ganz überzeugen - zu verschieden sind Größe, Bebauungsstruktur und Verkehrsaufkommen -, Deiner Skizze kann ich aber etwas abgewinnen. Eine Einfassung des Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platzes durch eine Ergänzung des Sozialministeriums hätte vor allem dann was, wenn der Plan ein paar Kneipen und Straßencafés enthalten würden. Und selbst der Platz der Göttinger Sieben könnte ein echter Platz werden, wenn man ihn nach Süden hin begrenzte. Dieser Neubau müsste Publikum anziehen, um den Platz zu beleben, und es sollte nicht die Flusswasserkunst sein: Dieses historistische Zuckerbäckermonster würde dem Oesterlen-Plenartrakt in seiner städtebaulichen Wirkung mehr Schaden zufügen als der Abriss...
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Alt 09.02.11, 17:57   #35
Leo2505
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Leo2505 sitzt schon auf dem ersten Ast
Ende der Abrisspläne?

Wie es scheint, wird es nun doch nicht zum Abriss des Oesterlen-Baus kommen, wie u. a. die HAZ bereits vor einer Woche berichtete:

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-S...ss-in-Hannover

Dabei sollen die architektonischen bzw. denkmalpflegerischen Aspekte weniger im Vordergrund stehen als vielmehr der Umstand, dass der Neubau den avisierten Kostenrahmen deutlich gesprengt hätte (mindestens 50 Mio EUR statt der angesetzten 45 Mio EUR).
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Alt 16.02.11, 23:58   #36
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^ Ist alles in Fluss geraten. Offiziell verhandelt der Landtagspräsident Herr Dinkla derzeit mit dem Architekten, ob eine günstigere Lösung zu haben wäre. ist, dass auch eine (absolut notwendige) Sanierung Jahre dauern und ziemlich teuer werden würde.

Ich habe allerdings den Eindruck, dass der Rückzug, den die Landtagsverwaltung angekündigt hat, weniger mit den Kosten zu tun als politische Gründe hat: Die Proteste gegen den Abriss waren recht heftig und die Medien waren auch fast geschlossen dagegen. Die sind jetzt allerdings großteils umgeschwenkt und schimpfen nun wieder wegen des Rückzugs... Er kann einem schon leid tun, der Herr Dinkla.
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Alt 19.02.11, 21:30   #37
Dvorak
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Mir tut Dinkla nicht leid, immerhin war es seine Partei, die die Sanierung vor Jahren gestoppt, bzw. abgeblasen hat, und Dinkla der den Neubau zu seinem persönlichen Lieblingsprojekt erklärt hat.

Ich glaube, man kann unabhängig von den kosten dem gemeinen Wähler eine nötige Sanierung immer Erklären, bzw. man muss sich dafür eigentlich nicht rechtfertigen. Einen Neubau, sei er auch vielleicht billiger, was ich nicht glaube, muss man aber zwangsläufig begründen können.

Aktuell liegen die Kosten bei 65 Millionen Euro mit einer Toleranz von 25%, was also zu Gesamtkosten von 81 Millionen führen kann.
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Alt 27.06.13, 22:39   #38
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Die niedersächsische Landtagsverwaltung hat gestern neue Pläne zum Umbau des Landtages vorgestellt – Zeit, diese Uralt-Diskussion mal wieder aus der Versenkung zu fischen. Die wichtigsten Änderungen gegenüber der alten Planung lauten wie folgt:

1. Der bestehende Plenarflügel wird nicht abgerissen; äußerlich bleibt alles wie gehabt. Von daher ist auch der Untertitel dieses Threads ("Verlust eines Denkmals") endgültig überholt.

2. Dafür werden sowohl der Plenarflügel als auch die Portikushalle komplett entkernt. Letztere erhält ein Glasdach und wird damit erst wirklich zur Halle – derzeit ist sie ein verglaster Innenhof, den niemand betreten kann.

3. Der Plenarsaal wird – zumindest nach der favorisierten Variante – um 180 Grad gedreht und erhält endlich Tageslicht (durch die bestehenden Fenster zum Platz der Göttinger Sieben hin).

4. In den Bestand integriert werden Besprechungsräume für die Fraktionen, Arbeitsräume für Journalisten und Tribünen mit knapp 260 Besucherplätzen. Eine eigene Ebene mit seperatem Eingang und Café, wie es der Siegerentwurf des 2010er-Wettbewerbs vorsah, gibt es hier nicht. Auch kann ich aus den Plänen nicht entnehmen, wo im Plenarsaal die Journalisten Platz finden.

5. Kosten soll der Spaß um die 50 Millionen Euro – was auch nicht wesentlich weniger ist, als für Abriss und Neubau vorgesehen war. Aber wahrscheinlich ist diese Schätzung am Ende näher an der Realität.

Fazit: Eine unspektakuläre Modernisierung, die den Abgeordneten einen besseren Arbeitsplatz und allen Nutzern des Gebäudes eine Innenausstattung auf Höhe der Zeit bieten wird. Architektonisch langweilig. Der eigentliche Sieger ist der Denkmalschutz bzw. die Lobby des verstorbenen Landtagsarchitekten Prof. Oesterlen – womit ich gut leben kann, auch wenn ich mir mehr gewünscht hätte.

Infos zum Umbau und eine PDF-Datei mit allerlei Grund- und Aufrissen bzw. Renderings findet sich hier.

Geändert von Architektenkind (28.06.13 um 09:41 Uhr)
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Alt 28.06.13, 10:02   #39
Dvorak
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Zitat:
1. Der bestehende Plenarflügel wird nicht abgerissen; äußerlich bleibt alles wie gehabt. Von daher ist auch der Untertitel dieses Threads ("Verlust eines Denkmals") endgültig überholt.
Also das sehe ich deutlich anders! Was bleibt vom Landtag ist eine Hülle, das ganze Innere wird doch entfernt und neu gebaut. Es ist doch selbstverständlich, dass ein Denkmal nicht nur eine Fassade hat, sondern auch noch seine Innenräume.

Gerade im Bereich der Fassade zum Platz der Göttinger Sieben geht ganz viel verloren, was heute einen positiven Raumeindruck hinterlässt. Dort kommt aber die tote Seite des Plenarsaales hin, also die Technik. Den Stadtbezug, den man hatte, zerstört man um einen neuen aufzubauen, m.E. funktioniert er, so wie er geplant ist, aber nicht. Von der Stadt aus sehe ich auf die Rückseite der Regierungsbank und auf die Technik - vom Plenarsaal aus sehe ich vielleicht den Himmel, aber von der Stadt nicht viel. Was genau ist da die Verbesserung? Ein Plenarsaal ist doch im Prinzip die gleiche Typologie wie ein Theater, mit Besucher- und Bühnenraum und Hinterbühne. Jetzt soll die Hinterbühne aber auf die prominente Seite um einen Stadtbezug zu schaffen: Ein Theater würde niemand so bauen.

Schön zu sehen ist das auch in den Perspektiven: In denen mit Wandelgang, hat man einen Blick auf den Platz der Göttinger Sieben, in denen, wo der Plenarsaal direkt an der Fassade liegt nicht.

In den Plänen kann man auch sehen, dass dann eine ganz strikte Trennung zwischen "Öffentlich" und "Plenarbereich" eingeführt wird. Heute darf ich durch die Wandelhalle laufen wie es mir als stolzem, freiem Bürger beliebt, demnächst schottet sich das Parlament ab. Was war da gleich das Ziel der ganzen Umbauaktion? Transparente Demokratie?

Ich finde den Titel durchaus noch aktuell, da der jetzige Entwurf ein mäßiger Kompromiss ist und nicht eine Denkmalschutz-konforme Sanierung.
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Alt 29.06.13, 19:45   #40
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Ah, Dvorak, auf Dich hatte ich schon gehofft. Setzen wir also unsere Debatte fort. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte ich allerdings vorausschicken: Den Entwurf Prof. Yis habe ich leidenschaftlich verteidigt, weil ich ihn mochte; diesen hier versuche ich nur zu interpretieren. Er lässt mich einigermaßen kalt.

Zitat:
Zitat von Dvorak Beitrag anzeigen
Also das sehe ich deutlich anders! Was bleibt vom Landtag ist eine Hülle, das ganze Innere wird doch entfernt und neu gebaut.
Ich gebe Dir recht. Ich hatte irgendwo in diesem Thread schon mal geschrieben, dass mir die Wandelhalle mit ihrem Zusammenspiel von Holz, Marmor und Licht ganz hervorragend gefällt. Ausgerechnet dieser Teil geht verloren. Schade. Andererseits haben die Anhänger Oesterlens immer mit der Fassade und ihrer städtebaulichen Bedeutung argumentiert. Und die bleibt uneingeschränkt erhalten.

Zitat:
Von der Stadt aus sehe ich auf die Rückseite der Regierungsbank und auf die Technik - vom Plenarsaal aus sehe ich vielleicht den Himmel, aber von der Stadt nicht viel. Was genau ist da die Verbesserung?
Das ist dem Stadtbezug ist Marketinggefasel. Die Verbesserung besteht in den Arbeitsbedingungen im Plenarsaal, der auf diese Weise Tageslicht bekommt, ohne dass neue Lücken in die Fassade gebrochen werden müssen. Und in der Größe des Plenarsaals, die – im Vergleich zu der heute herrschenden drangvollen Enge – geradezu luxoriös ist. Dass man von draußen auf die Technik schaue, sehe ich übrigens noch nicht. Das hängt von der Ausführung des Wandschirms hinter der Regierungsbank ab. Allzu viel sehen kann man von draußen ohnehin nicht, da die Fenster erst im 1. Obergeschoss beginnen (das wäre bei Prof. Yis Entwurf anders gewesen).

Zitat:
In den Plänen kann man auch sehen, dass dann eine ganz strikte Trennung zwischen "Öffentlich" und "Plenarbereich" eingeführt wird.
Nee, die wird nicht eingeführt, die gibt es schon. Durch die (untere) Wandelhalle darfst Du als "stolzer, freier Bürger" nur, wenn keine Plenarsitzungen stattfinden; und auch dann nur mit Führung. Während der Sitzungen wachen Ordner an den beiden Eingängen, durch die sie zu erreichen ist. (Das kannst Du mir glauben, ich habe fünf Jahre lang dort gearbeitet – Einlass in den Plenarbereich gibt es während der Tagungen nur mit Abgeordneten-, Mitarbeiter- oder Gästeausweis.) Auf den Plänen sieht es vielmehr danach aus, als würde die Sache durchlässiger werden, als sie bisher ist: Auf der unteren Plenarebene verschwindet die Barriere, die heute von der Rückwand des Plenarsaals gebildet wird, zugunsten einer Lobby und eines Bistros, die eben nicht durch eine Wand von der (öffentlich zugänglichen) Portikushalle getrennt sind. Entsprechend wird auch der Saal der Landespressekonferenz im Obergeschoss verschwinden und einer "Wandelhalle" weichen, die zum Portikus und zum Plenum (Besucherebene) hin offen ist.
Also: Tatsächlich wird es mehr "Transparenz" geben; hier verstehe ich Dein Problem nicht ganz. Es gibt sogar soviel Durchlässigkeit, dass Besucher ihren Zuwachs an Nähe zur Politik wahrscheinlich mit Leibesvisitationen am Einlass bezahlen müssen. Und das wäre mir wirklich ein Ärgernis.

Zwischenfazit: Das Ziel der Umbauaktion waren bessere Arbeitsbedingungen für den Landtag und – ganz nebenbei – auch mehr Platz für die Zuschauer. Beides wird umgesetzt, wenn auch nicht in einer Form, die irgendjemanden mitreißen könnte. Das "Denkmal Oesterlenbau" verliert, wie Du zurecht feststellst, seine Schokoladenseite – nämlich sein Inneres –, und der Erhalt des Äußeren wird mit einem mageren Kompromiss erkauft. Ich vermag mich darüber, wie gesagt, weder aufzuregen noch zu freuen.
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Alt 02.07.13, 18:45   #41
Dvorak
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Dan liegt das an mir. Kann auch Zufall gewesen sein, aber ich bin immer am Pförtnerhaus vorbei direkt in den Landtag. Wart aber auch nur ein oder zwei mal. Mir ist am Ende meines Beitragschreibens aufgefallen, dass es in den Plänen eine eingezeichnete Trennung gibt. Leider gibt es ja keinen Bestandsplan, dass man das praktisch in der gleichen Grafik vergleichen könnte, aber da hast Du trotzdem Recht. Nur habe ich beim Oesterlehn-Bau doch noch eher das Gefühl, dass die Trennung etwas selbstverständlicher ist.

Man schaut nicht auf die Technik, in dem Sinne, dass man Kabel von der Straße aus sieht, aber der Technikbereich ist immer unattraktiv.


Wie schon erwähnt, gilt für mich beim Umgang mit Denkmälern, dass man möglichst weitgehend auf den Bestand Rücksicht nimmt. Es gab deutlich Rücksichtsvollere Umbauvorschläge, diese wären eigentlich zu bevorzugen gewesen. Ein Privater Bauherr hätte in jedem Fall die bestandsnaheste Umbauvariante umsetzen müssen - Landtagsabgeordnete erlauben sich da halt einfach mehr, als es das Volk darf.
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Alt 07.12.14, 21:45   #42
Architektenkind
 
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Inzwischen ist der Umbau des Landtages in vollem Gange, und vom alten Plenarsaal ist nicht mehr viel übrig. Die Landtagsverwaltung dokumentiert den Baufortschritt anhand des Plenarsaals in einer allmählich wachsenden Bildergalerie. Ich muss sagen: Als Person, die fünf Jahre (auch) in diesem Raum gearbeitet hat, finde ich die Bilder fast ein bisschen surreal. Vor allem die Fotos der entkleideten Deckenkonstruktion haben nichts mehr mit dem Erscheinungsbild zu tun, den ich mit diesem Haus verbinde. Bin sehr gespannt, wie es weitergeht, und dem Landtag dankbar für die regelmäßige Dokumentation.
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Alt 07.12.14, 22:53   #43
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Zitat von Architektenkind Beitrag anzeigen
Vor allem die Fotos der entkleideten Deckenkonstruktion haben nichts mehr mit dem Erscheinungsbild zu tun, den ich mit diesem Haus verbinde.
Jetzt, nachdem ich die Fotos gesehen habe, hätte ich sie lieber nciht gesehen. Der alte Plenarsaal hatte, insbesondere durch die Deckenkonstruktion und das Oberlicht einen ganz anderen Charakter. Wenn ich mir die Pläne des Umbaus ansehe, kann ich da keine architektonische Idee erkennen, sondern leider nur Funktionen, die im Gebäude verteilt werden. Sehr schae finde ich das alles.
Besonders die Verbindung zum Platz der Göttinger Sieben finde ich nicht gelungen. Weder habe ich wirklich einen Blick in den Plenarsaal, weil dieser zu weit enternt von der Fassade liegt und daher die Blickachse vom Platz aus die Abgeordneten oder Redner nicht trifft, noch finde ich die Anordnung der Besprechungräume in diesem Bereich gut. Nutzungen wie Besprechungsräume (ohne Fenster), ein Lager und ein Raum für die Elektro-Unterverteilung (!!!) werden wohl kaum den transparenten Eindruck vermitteln, mit dem man lange argumentiert hat. Hier war meiner Meinung nach der alte Oesterlehn-Bau mit der Lobby gelungener.
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Alt 08.12.14, 12:54   #44
Eisber
 
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Ich finde den Plenarsaal einfach zu groß/ungegliedert vom Raumeindruck her. In einer "Turnhalle" kommt einfach nicht die nötige Atmosphäre auf, die ein lebendiges Plenum braucht, meine ich (das beste Gegenbeispiel ist das britische Unterhaus, wo nicht zuletzt die räumliche Nähe von Abgeordneten und Regierungsvertretern zu sehr lebendigen Aussprachen führt - genau das also, wozu ein Plenum da ist).

Als in meinen Augen optimales Muster möchte ich daher die Modernisierung des Plenarsaales des bayerischen Landtages beispielhaft vorstellen:

https://www.bayern.landtag.de/maximi...me/plenarsaal/ (mit Vorher/Nachher-Fotos - wie man sieht, wurde nicht einfach nur umdekoriert, sondern konzeptionell viel verändert)

1. viel Tageslicht von oben
2. Regierungsbank nahe an den Abgeordneten, alle Fraktionen nah beinander
3. schließlich die Besuchertribüne, die weder zu weit nach hinten versetzt ist, noch zu hoch (vgl. die Situation im Bundestag, wo man sich eher wie in einem "Auskuck" fühlt, denn als Besucher von Parlamentsdebatten), von der man annähernd eine Perspektive wie ein Abgeordneter, der weiter hinten sitzt, hat

All das fehlt mir im Landtag in Hannover.

Geändert von Eisber (08.12.14 um 13:27 Uhr)
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Alt 08.12.14, 20:59   #45
Architektenkind
 
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^ Was Du auf den Bildern siehst, ist der ausgeweidete, alte Plenarsaal. Der neue besteht noch nicht, sondern wird an ganz anderer Stelle und mit anderem Zuschnitt im Gebäude neu errichtet werden. Von daher gibt es noch keinen Raumeindruck des neuen Saales, der ein ernsthaftes Urteil zuließe. Gundsätzlich fürchte ich allerdings, Dvorak könnte rechtbehalten mit seiner Kritik, hier würde keine Architektur gestaltet, sondern nur Funktion verteilt.

Andererseits bleibt meine Erinnerung an den alten Plenarsaal bei aller Nostalgie doch ambivalent: Die skulpturale, sich über dem Rednerpult nach oben ziehende und dann über den Abgeordneten ausbreitende Deckenkonstruktion war beeindruckend – die künstlichen Oberlichter ringsum waren es nicht: Durch deren Milchglasverkleidung strahlte nicht die Sonne, sondern heißlaufende Scheinwerfer, die Tageslicht imitieren sollten, ohne dass sie es wirklich konnten. Und die holzvertäfelten Wände mit den eingelassenen Besucher- und Pressetribünen hatten angesichts ihrer Höhe eine bedrückende, einengende Wirkung.

Dazu kommt, dass der Saal schlicht und einfach heruntergekommen war: Die Oberlichter waren gesprungen, der Teppich war versifft wie in einer Kiffer-WG, das Holz war ausgeblichen und aufgesprungen und das Lüftungssystem war faktisch nicht mehr in Betrieb. Außerdem waren wohl die Rohrleitungen unter dem Saal durchgemodert, denn manchmal stank es im Hohen Hause derart nach Scheiße, dass die Plenarsitzungen unterbrochen werden mussten (bitte verzeiht mir die Ausdrucksweise). All das hätte man natürlich auch durch eine Generalsanierung ohne Umbau beheben können; die oben genannten Mängel des Saales wären dann aber geblieben. Stärker tut es mir um die Lobby leid. Die war wirklich etwas Besonderes, und nun ist sie weg...

Geändert von Architektenkind (08.12.14 um 21:44 Uhr)
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