Zurück   Deutsches Architektur-Forum > Architektur, Städtebau und Bauwesen: Überregionale und internationale Themen > Deutschland, Österreich und Schweiz


Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 13.01.12, 22:57   #31
nikolas
DAF-Team
 
Benutzerbild von nikolas
 
Registriert seit: 19.11.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 3.033
nikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiell
KfW-Fördermittel bald auch für denkmalverträgliche Dämmmung

Zum 1. April 2012 soll die staatliche KfW Bank ihr Förderprogramm zur energetischen Sanierung von Gebäuden um die Effizienzhaus-Klasse Denkmal erweitern.
Die von Denkmalschützern, der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, der Frauenhofer-Gesellschaft sowie der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geforderte neue Förderklasse richtet sich an diejenigen Hausbesitzer die die Energiebilanz ihres Baudenkmals verbessern wollen, ohne ihr Haus dafür durch eine Rundum-Dämmung entstellen zu müssen.
Bisher waren KfW-Fördermittel für energetische Sanierungsprojekte fast nur zum Preis von umfangreichen Fassadendämmungssmaßnahmen zu haben.

Quelle: Sanierung von Altbauten: Es geht auch ohne Dämmzwang - FAZ
__________________
Ein Leuchtturm ohne Meer ist eine Bauruine!
nikolas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.04.12, 00:42   #32
Abyssalon
Senior-Mitglied

 
Registriert seit: 14.08.2009
Ort: Leipzig
Beiträge: 373
Abyssalon könnte bald berühmt werdenAbyssalon könnte bald berühmt werden
Ein sehr spannendes Video mit einem Ausschnitt aus einem Film über die Anwendung von Bionik auf Architektur und Bauwesen, u.a. geht es auch um Wärmedämmung (ab ca. 5 Min): http://www.youtube.com/watch?v=8umHQ...feature=relmfu
Abyssalon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.12, 17:40   #33
leipziger
Senior-Mitglied

 
Registriert seit: 11.01.2008
Ort: ....
Beiträge: 222
leipziger könnte bald berühmt werden
Zitat:
wie funktioniert es eigentlich in Leipzig, wo entstuckte Altbauten (ungedämmt) wieder rekonstruiert werden?
Denkmalschutz! Auch entstuckte Altbauten sind in Leipzig schon Denkmäler oder werden auf Wunsch des Bauherrn zu einem solchen. Eine andere Möglichkeit gibt es bei der derzeitigen Gesetzeslage nicht, der Wärmedämmung zu entkommen.
leipziger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.12, 18:39   #34
Japher
Senior-Mitglied

 
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Berlin
Beiträge: 384
Japher ist ein hoch geschätzer MenschJapher ist ein hoch geschätzer MenschJapher ist ein hoch geschätzer MenschJapher ist ein hoch geschätzer Mensch
Historische Fassaden und Wärmedämmung

^
Soweit ich das aus Berlin verfolgen kann, gibt es in Leipzig, wo seit Jahren unzählige Altbauten saniert werden, keine vergleichbaren Verluste wie in der Sredzkistraße 8 oder auch in der Solmsstraße 31 zu beklagen. Das liegt meines Erachtens nicht allein am Denkmalschutz, denn dann müssten ja alle Gründerzeitbauten unter Schutz stehen - und davon gibt es in Leipzig mehrere Tausend. Mein Eindruck ist, dass in Leipzig der Sanierungsstandard durch einige vorbildliche Sanierungsgesellschaften, die durch Liebe zum Objekt hohe Maßstäbe setzen, einfach viel höher als in Berlin ist. Hinzu kommt, dass in den Innenstadtbezirken in Berlin Wohnungsnot herrscht und die Mieter weniger kritisch/anspruchsvoll sind.
Japher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.12, 19:40   #35
Saxonia
Platin-Mitglied

 
Benutzerbild von Saxonia
 
Registriert seit: 26.08.2011
Ort: Werdau/Erfurt
Beiträge: 2.883
Saxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz sein
Dadurch, dass in Leipzig viele nach der Wende unter Schutz gestellte Quartiere hochwertig saniert wurden, sind die Eigentümer oder Neueigentümer mittlerweile im Zugzwang ähnliche Qualität zu liefern auch wenn ihre Häuse nicht unter Schutz stehen. Denn die Mieten sind weiterhin recht niedrig und und das Angebot respektive die Auswahl noch hoch. Auch wenn der Innenausbau nicht sehr verschieden sein dürfte, assoziieren die meisten mit einem anspruchsvollem Äußeren des Hauses auch einen höheren Wohnstandard als wenn die Fassade blank ist. Bei ungefähr gleicher Miete entscheidet man sich dann mAn Intuitiv für das schickere Haus.

In Sachen Dämmung weiß ich mittlerweile nicht mehr was ich dazu sagen soll. Ich hab schon vieles gesehen und trotzdem frag ich mich regelmäßig: warum? Bekanntlich wird ja mit Zahlen von 20 bis 70% Energieeinsparung um sich geschmissen. Beispiel aus meinem Umfeld in Erfurt Ilversgehofen. Eine Häuserreihe, gleiche Bauart. Sozialer Wohnungsbau aus den 20gern im Blockrand. Das erste Haus der Straße wird aufwändig saniert mit hochwertigen neuen Putz, ohne Dämmung. Das 2. Haus bekommt eine Dämmung und einen Anstrich der gleichen Art mit anderen Farben. Das dritte Haus wird wieder ähnlich dem Ersten hergerichtet. Komischerweise hat man bei keinem der Häuser die anspruchslose Wand zum Innenhof gedämmt, auch nicht beim 2. Haus, das zur Straße hin Dämmung erhalten hat. Darüber was für ökologische Heuchelei das Anbringen von Kunststoffdämmung an Hauswänden ist brauch man sich glaube ich nicht streiten....

In Berlin wiederum glaub ich auch, dass der Druck wie man ihn noch in Leipzig verspürt nicht da ist. Die Mieten steigen flott, ob nun das Haus entstuckt ist oder nicht juckt die meisten nicht Hauptsache die Miete bleibt bezahlbar und das Argument geringerer Heizkosten ist auch nicht zu verachten. Angst, dass Haus könnte im gleichen Preissegment zu viel Konkurrenz von schöner gestalteten Häusern bekommen, muss der Eigentümer hier wohl ebenfalls nicht haben denn die Wohnungen sind dort sehr gefragt. Sodass er sie auf jedenfall vermieten wird.
Saxonia ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.12, 20:33   #36
Johnny
Wichtiges Mitglied

 
Benutzerbild von Johnny
 
Registriert seit: 23.09.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 658
Johnny sorgt für eine nette AtmosphäreJohnny sorgt für eine nette AtmosphäreJohnny sorgt für eine nette Atmosphäre
Also ich hab vor kurzem irgendwo gelesen, dass Altbauten in Blockrandbebauung bereits ziemlich gut von umgebenden Gebäuden isoliert werden, daher bringt hier eine Dämmung auch relativ wenig Energieersparnis. Folglich erscheint mir das Vorgehen auch als vollkommen sinnlos. Aber wenn es irgendwo Förderung abzugreifen gibt, dann ist es dem Bauherrn glaube ich oft egal, ob eine Maßnahme sinn macht, das zeigen auch Erfahrungen mit EU-Förderprojekten.

@Bato: Wenn das hier ausschweift, schlage ich vor, die Beiträge in den Dämm-Thread zu verschieben.

Edit: @Japher: Ich finde es ja unglaublich, dass sogar der Denkmalschutz in seiner Antwort anscheinend die Entstuckung in der Solmstrasse zugunsten des (angeblichen) "ökologischen Nutzens für die Allgemeinheit" gutheisst. Was für Leute sitzen eigentlich in diesen Behörden und warum? Dass der Denkmalschutz in diesem Fall keine Handhabe hat ist eine Sache, aber geht man nicht auch in den Denkmalschutz, weil einem solche Gebäude am Herzen liegen?

Geändert von Johnny (15.05.12 um 21:05 Uhr)
Johnny ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.12, 20:35   #37
Kleist
Goldenes Mitglied

 
Registriert seit: 22.09.2010
Ort: Berlin
Alter: 48
Beiträge: 1.526
Kleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle Zukunft
Im Moment wissen wir ja noch nicht,ob der Stuck über der Dämmung wieder angebracht wird.Oder hat jemand konkrete Informationen ? Ich fände es ausgesprochen schade,wenn das Gebäude nicht wieder mit der Oramentik hergerichtet würde.

Das ist im Übrigen die Reaktion auf meinen durchaus ironisch gemeinten Beitag eine Seite weiter vorn
Zitat:
Das ist mehr als geschmacklos
Kleist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.12, 22:33   #38
Eklektizist
Wichtiges Mitglied

 
Registriert seit: 19.09.2011
Ort: Köln
Beiträge: 579
Eklektizist ist ein hoch geschätzer MenschEklektizist ist ein hoch geschätzer MenschEklektizist ist ein hoch geschätzer MenschEklektizist ist ein hoch geschätzer Mensch
Ich kann mir nicht vorstellen, dass auf einer Verbunddämmung aus Styropor richtige bzw. die alten Stuckelemente angebracht werden können. Die haben ja ein gewisses Eigengewicht, was von diesen Styroporplatten einfach nicht getragen werden kann. Bestenfalls gibts diesen gruseligen Pseudostuck aus Styropor

Beiträge ab #33 themespezifisch hierher aus diesem Thread verschoben.
Bato
Eklektizist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.12, 17:41   #39
nikolas
DAF-Team
 
Benutzerbild von nikolas
 
Registriert seit: 19.11.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 3.033
nikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiell
Neue Aufklärungskampagne im Bereich der energetischen Sanierung

"Das Feld dürfe nicht allein jenen überlassen werden, die unter Energieeffizienz allein die Verkleidung von Häusern mit Styroporplatten verstehen. [...] Hohe Anerkennung finden daher in Fachkreisen die neuen KfW-Förderprogramme „Effizienzhaus Denkmal“ und „Energetische Stadtsanierung“. Sie weisen in die Richtung einer integrierten Planung, eines Ausgleichs der Interessen von Ingenieuren, Ästheten, Stadtplanern, Denkmalschützern."

Vergangene Woche wurde deshalb durch die Förderbank KfW und der Bundesarchitektenkammer die Aufklärungskampagne „Besser mit Architekten - Energieeffiziente Gebäude“ ins Leben gerufen. Dahinter steht der Wunsch Architekten - mit ihrem ganzheitlichen Blick auf die Architektur - stärker in das Fördernetzwerk der KfW einzubinden und so neben einer verbesserten Subventionsberatung der Bauherren wohl auch ästhetische Entgleisungen bei Wärmedämmungsprojekten zu verhindern.

Quelle: Sanierung: Mit Sachverstand - Immobilien - FAZ
siehe auch: AKNW: „Besser mit Architekten - Energieeffizienz“
__________________
Ein Leuchtturm ohne Meer ist eine Bauruine!
nikolas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.05.12, 01:13   #40
Stadtmensch
Mitglied

 
Registriert seit: 21.11.2006
Ort: Hamburg
Beiträge: 131
Stadtmensch sitzt schon auf dem ersten Ast
Zitat:
Zitat von Eklektizist Beitrag anzeigen
Ich kann mir nicht vorstellen, dass auf einer Verbunddämmung aus Styropor richtige bzw. die alten Stuckelemente angebracht werden können. Die haben ja ein gewisses Eigengewicht, was von diesen Styroporplatten einfach nicht getragen werden kann. Bestenfalls gibts diesen gruseligen Pseudostuck aus Styropor

Beiträge ab #33 themespezifisch hierher aus diesem Thread verschoben.
Bato
Die Stuckelemente für Wärmedämmfassaden sind z.B. aus leichtem Schaumglas. Das ist so ähnlich wie Porenbeton (bekannt als Ytong), nur feinporiger und fester.
__________________
Aaah, ein Stadtmensch: www.stuck-und-dielen.de
Stadtmensch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.05.12, 16:41   #41
Stadtmensch
Mitglied

 
Registriert seit: 21.11.2006
Ort: Hamburg
Beiträge: 131
Stadtmensch sitzt schon auf dem ersten Ast
Ich habe mal vor ein paar Jahren Musterstücke gesehen und befühlt. Ich vermute, die kleineren kann man einfach kleben, die etwas größeren Stücke müssen extra befestigt werden? Einfach mit Stahlbolzen geht natürlich nicht wegen Wärmebrücke.

Das Material ist in etwa so wie Bimsstein (Falls man noch nie Schaumglas in der Hand hatte) Ein Hersteller ist Sto, Produktname da ist Stodeco - aber sicher gibt es auch andere Hersteller. Ist ja nicht unbedingt Raketentechnik...
Sto beispielsweise hat ein Sortiment von Standardteilen und bietet auch an, Maßanfertigungen für besondere Fälle herzustellen. Im Grunde genau wie früher zur Zeit des echten Stucks. Da gab es auch eine Auswahl an fabrikmäßig hergestellten Standardprodukten von verschiedenen Herstellern und für ausgewählte Bauten hat man auch mal eine Extrawurst gefertigt.

Hier als Beispiel mal von Sto...
http://www.sto.at/evo/web/sto/54655_...urelemente.htm

Ein Nachteil ist der hohe Preis.
__________________
Aaah, ein Stadtmensch: www.stuck-und-dielen.de
Stadtmensch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.12, 21:21   #42
nikolas
DAF-Team
 
Benutzerbild von nikolas
 
Registriert seit: 19.11.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 3.033
nikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiell
Berlin: Baukultur im Klimawandel

Baukultur im Klimawandel

Donnerstag, 24. Mai 2012, Berlin

Deutsches Architektur Zentrum DAZ, Köpenicker Staße 48-49, 10179 Berlin


Thema: "Sie heißen Energieeinsparverordnung, Dämmrendite und energetische Stadtsanierung. Begriffe die bezeugen: In Zeiten der Energiewende, haben Klimaschutz-Eiferer im Bauen ein dankbares Betätigungsfeld gefunden. Aber welchen Beitrag können Architekten leisten, wenn es darum geht, beim Thema Nachhaltigkeit auch an Baukultur zu denken?

Diskutieren Sie mit bei BAUKULTUR_IM_DIALOG. Am Donnerstag, den 24. Mai wird es heiß im Deutschen Architektur Zentrum DAZ.
Das Thema brennt, wird von der Politik prominent auf die Agenden gesetzt, fließt in Förderprogramme, Forschungsprojekte und Manifeste ein. Ressourcenschutz und Effizienz scheinen zu neuen Dogmen zu avancieren. Auch beim Bauen. Die Lösungen beschränken sich auf eine ausufernde Dämmpraxis und das technische Hochrüsten von Gebäuden.
Beim Umbau zur nachhaltigen Gesellschaft fehlen in Deutschland ganzheitliche Konzepte, wie die 2000-Watt-Gesellschaft in der Schweiz. Diese zeigt: Gerade auch Architekten können dazu einen Beitrag leisten. Darüber hinaus vermisst man in Deutschland regionale Baukulturstrategien, wie sie in anderen Ländern existieren und eine zeitgemäße Interpretation regionaler Bautypologien. Und dies übrigens nicht nur für Neubauten sondern auch für die Sanierung stadtbildprägender Bestände.


Gemeinsam mit Sabine Djahanschah von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und Olaf Bahner vom Bund Deutscher Architekten BDA, erörtert Michael Braum ab 19 Uhr für die Bundesstiftung Baukultur den Stand der Dinge. Moderiert wird die Debatte von der Architekturkritikerin Ira Mazzoni.
Ob die Rolle von Architektur in der Nachhaltigkeitsdebatte neu definiert werden muss, welche Architekturpositionen zum Thema Nachhaltigkeit überzeugen und wo sich die Theorie in „good practice“ umsetzen lässt, diskutieren im Anschluss die Architekten Hermann Kaufmann, Hansruedi Preisig und Michael Schumacher gemeinsam mit Michael Krautzberger von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz."

Anmeldung bis zum 23. Mai unter mail@bundesstiftung-baukultur.de
Weiter Informationen zur Veranstaltung programm-bid-klimawandel.pdf
Quelle: Bundesstiftung Baukultur: Baukultur im Klimawandel
__________________
Ein Leuchtturm ohne Meer ist eine Bauruine!
nikolas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.06.12, 16:53   #43
nikolas
DAF-Team
 
Benutzerbild von nikolas
 
Registriert seit: 19.11.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 3.033
nikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiell
Baukultur im Klimawandel

^^
Unter Bundesstiftung Baukultur: [Pressebericht] Dämmen – nur eine Übergangstechnologie? findet sich eine kleine Zusammenfassung der Vorträge und Diskussionsergebnisse der Veranstaltung "Baukultur im Klimawandel".

Zudem finden sich in dem Bericht Sechs Thesen der Bundesstiftung über Baukultur im Klimawandel. Ich stelle sie mal komplett ins Forum. Einzeln und/ oder in Summe betrachtet mögen sie hier als Stichwortgeber für weitere Diskussionen dienen.


THESE 1
WIR MÜSSEN DEN BAUKULTURELLEN NEBENWIRKUNGEN DER ENERGIEWENDE INS AUGE SEHEN

Der energetische Umbau könnte das Erscheinungsbild unserer Städte ähnlich zurichten, wie es die autogerechte Stadt seit den 50er Jahren getan hat.


THESE 2
WIR MÜSSEN MIT DER SUBSTANZ UND NICHT GEGEN SIE ARBEITEN, DAS HEISST, DASS WIR FÜR DEN EINZELNEN ORT UND DAS EINZELNE GEBÄUDE SPEZIFISCHE LÖSUNGEN ENTWERFEN MÜSSEN.

Die Reduktion auf rechnerische Kennwerte garantiert keine lebenswerte Umwelt. Sie birgt die Gefahr, auf Irrwege zu geraten, da sie die Verantwortung von den gestalterisch geschulten Architekten auf die effizienzgeschulten Energieberater abschiebt.


THESE 3
WIR MÜSSEN DIE INTEGRATION DER REGENERATIVEN ENERGIEN INS ERSCHEINUNGSBILD UNSERER STÄDTE UND LANDSCHAFTEN SOWIE DIE ENERGETISCHE SANIERUNG UNSERER HÄUSER ZUERST ALS GESTALTERISCHE HERAUSFORDERUNG ANSEHEN, DIE DEN STÄDTEBAULICHEN UND LANDSCHAFTLICHEN KONTEXT RESPEKTIERT.

Dabei müssen die Beteiligten davon überzeugt sein, dass nicht die Optimierung einzelner Bausteine, sondern nur die Ausgewogenheit und das Zusammenspiel unterschiedlicher Ansätze unsere gebaute Umwelt baukulturell verbessern wird.

THESE 4
NUR DURCH EINE GANZHEITLICHE BETRACHTUNG DES ENERGIEVERBRAUCHS JEDES EINZELNEN KANN EIN BEWUSSTSEIN FÜR DEN RESSOURCENEFFIZIENTEN VERBRAUCH GESCHAFFEN WERDEN.

Anstelle des Kurierens von Einzelaspekten an den Objekten, ob Wärmedämmung oder Photovoltaik, muss eine verbrauchsorientierte Betrachtung der Ressourceneffizienz in ihrer Gesamtheit treten.


THESE 5
WIR MÜSSEN VOM GEBÄUDE ÜBER DAS QUARTIER BIS HIN ZU EINEM VERÄNDERTEN MOBILITÄTSVERHALTEN DENKEN

Baukultur heißt, Effizienz im größeren Maßstab zu sehen, das bedeutet die Innenentwicklung der Städte mit aller Konsequenz vor der Außenentwicklung zu fördern und sich für nachhaltige Mobilitätsangebote stark zu machen.


THESE 6
WIR MÜSSEN DIE GESETZGEBUNG ÄNDERN UND SIE AN DEN MÖGLICHKEITEN DES BESTANDS ORIENTIEREN

Energieeffizienz ist nicht der einzige Aspekt der Nachhaltigkeit. Die vielfach beklagte niedrige Sanierungsquote ließe sich steigern, wenn in der Gesetzgebung die Energieeffizienz-Maßstäbe nicht länger an Neubauten orientiert werden, sondern an Bestandsbauten. Dies bedarf neben einer Energie- auch einer Gesetzgebungswende


Quelle: Bundesstiftung Baukultur: [Pressebericht] Dämmen – nur eine Übergangstechnologie?
__________________
Ein Leuchtturm ohne Meer ist eine Bauruine!
nikolas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.06.12, 20:48   #44
nikolas
DAF-Team
 
Benutzerbild von nikolas
 
Registriert seit: 19.11.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 3.033
nikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiell
@Schwabenpfeil

These 4 und These 5 sind die einzigen Thesen, die auch etwas vom Verbraucher einfordern. Und klar die Forderungen gehen auch in Richtung Verzicht. Mit Miesmachen und Ablenken von eigenen Defiziten hat das hingegen nichts zu tun.

Was nützt z.B. ein Null-Energie-Passiv-Haus, auf der grünen Wiese, wenn ich meine eigene CO2-Bilanz durch die Standortwahl notwendig gewordene erhöhte Pendelei und Besorgungsfahrten wieder verhagele?

Ich z.B. wohne in der Großstadt, damit ich erst gar kein Auto brauche. Schön dicht bebaut, sorgt die Stadt für kurze Wege. Sollten die Wege doch weiter werden, verfügt die Stadt mit S- und U-Bahn über die in These 5 geforderten nachhaltigen Mobilitätsangebote.

Nachdem ich ein ausgesprochen egoistischer Mensch bin kann ich als bekennender Innenstadtbewohner die Forderung "die Innenentwicklung der Städte mit aller Konsequenz vor der Außenentwicklung zu fördern" natürlich nur unterschreiben.

Als studierter Wirtschaftswissenschaftler weiß ich zudem das dicht bebaute und bewohnte Innenstädte in allen Belangen resourceneffizienter (These 4 + 5) arbeiten (Economies of scale and scope), als es dünn besiedeltes Land oder aufgelockerte Vorstadtbebauung jemals könnte.

Du siehst; eine ganzheitlichere Betrachtung der Resourceneffizienz im Städtebau führt nicht zwangsläufig dazu den schwarzen Peter an andere abzugeben.


P.S. Deinen Vorschlag mit dem Flächenausgleich habe ich nicht verstanden. Flächenausgleich für was eigentlich?
__________________
Ein Leuchtturm ohne Meer ist eine Bauruine!
nikolas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.06.12, 00:59   #45
Bau-Lcfr
Diamant-Mitglied

 
Registriert seit: 20.11.2010
Ort: Rheinland
Beiträge: 10.306
Bau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle Zukunft
Zitat:
Zitat von harher Beitrag anzeigen
Dazu gab es z.B. in Tübingen einen Disput: Der Architekt Hans Kollhoff sagte, man könne nicht ganz Tübingen einpacken. Tübingens OB Boris Palmer konterte: "Wollen Sie die ästhetischen Gegenwartsbedürfnisse über die Lebensbedürfnisse künftiger Generationen stellen?"
Meiner Meinung nach ist das eine äußerst dümmliche und beschränkte Betrachtungsweise dieses grünen Oberbürgermeisters.
Das Leben selbst liefert manchmal köstliche Pointen. In diesem SZ-Artikel geht es eigentlich um Mobilität - am Ende erster Seite wird derselbe Boris Palmer mit einem Fahrrad als Dienstfahrzeug zitiert. Nebenbei wird erwähnt, er sei von der berühmten Öko-Siedlung Französisches Viertel in die Altstadt gezogen - vor allem wegen dem historischen Ambiente, welches die Öko-Siedlung nicht biete.
Bau-Lcfr ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 14:50 Uhr.


Powered by vBulletin (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
©2003-2017 Deutsches Architektur-Forum