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Alt 20.10.11, 20:20   #106
Saxonia
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Zitat:
Zitat von rotwang Beitrag anzeigen
Übrigens wurden die Plattenbauten in Ostdeutschland in keiner funktionierenden Volkswirtschaft gebaut und die Wohnungsmiete war subventioniert und die konk. Altbaubestände waren vernachlässigt und deshalb nicht gefragt. In Westdeutschland war derart Bauen nur eine Randnotitz.
Es wurde zumindest nicht zur Doktrin erhoben. Plattensiedlungen gibt es im Westen genauso, die sind aber aus einem realen und rapiden Anstieg der Bevölkerung entstanden, zunächst aus der Zahl der Ostflüchtlinge und später zusätzlich durch Regimeflüchtlinge.
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Alt 21.10.11, 01:13   #107
Klarenbach
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Immerhin ist es gut, dass wir mal über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Bautypen diskutieren. Auf ein paar Argumente will ich eingehen.

Da ist zunächst die Gestaltungsqualität. Das Problem hierbei ist, dass es keine objektiven Wertmaßstäbe dafür gibt, welche Gebäude gut und welche schlecht gestaltet sind. Schönheitsempfinden ist in starkem Maß subjektiv, zudem hat es sich immer wieder im Lauf der Zeit gewandelt. Lange Zeit wurden Gründerzeitgebäude als hässlich angesehen, Fassaden wurden schon in den 1920er Jahren abgestuckt, es gibt massenhaft Texte, die die Hässlichkeit der gründerzeitlichen Stadt anprangern. Erst seit den 1970er Jahren begann eine zunehmende Wertschätzung der Gründerzeitbauten.

Zudem wurden die Gründerzeithäuser mit unterschiedlichem Aufwand gebaut. Einerseits gibt es gerade in Sachsen vielerorts sehr schlichte Arbeitermietshäuser, die nach standardisierten Entwürfen schnell und billig hochgezogen worden sind. Andererseits gibt es reich gegliederte Mietshäuser mit Erkern, Balkonen, Vorgärten etc. für besser situierte Schichten. Ähnliche Qualitätsunterschiede gibt es bei Plattenbauten. Hier gibt es sehr gelungene Sanierungen oder gar Umbauten von Plattenbauten mit großzügigen Grundrissen, großen Balkonen, teilweise sogar mit Dachterassen. Und es gibt wenig gelungene Sanierungen. Daher kann man schlecht sagen, dass Gründerzeitbauten gleichermaßen schön und Plattenbauten gleichermaßen hässlich sind.

Gleiches lässt sich zum Thema Städtebau sagen. Auch hier gibt es keine objektiven Maßstäbe für guten oder schlechten Städtebau. Zudem gibt auch innerhalb der einzelnen Bauepochen wieder Unterschiede beim Gestaltungsaufwand. Es gibt einfache Gründerzeitviertel mit schmalen Straßen, wenig Grün, schematischen Grundrissen, die oft wenig attraktiv sind. Und es gibt qualitätvollere Quartiere mit breiteren Straßen, Vorgärten, großzügigen Grünflächen, abwechslungsreichen Straßenführungen. Es lassen sich also nicht alle Gründerzeitviertel über einen Kamm scheren. Ähnliche Qualitätsunterschiede sind bei den Großsiedlungen zu finden. Diese Qualitätsunterschiede müssen natürlich bei der Bewertung der einzelnen Lagen berücksichtigt werden.

Ich denke also, dass man die Zukunftschancen von Gebäuden und Quartieren nicht schematisch, sondern nur sehr differenziert bewerten kann. Und da kann an der einen Stelle ein Plattenbauabriss sinnvoll sein, während an einer anderen Stelle der Abriss eines Gründerzeithauses sinnvoll sein kann. Zu bedenken ist allerdings, dass in Chemnitz bisher vor allem Plattenbauten abgerissen worden sind. Laut Seko wurden von 2002 bis 2007 13575 Wohnungen abgerissen, davon befanden sich ca. 9000 im Heckert-Gebiet. In den Altbauqartieren wurde dagegen relativ wenig abgerissen, obwohl es auch hier große Leerstände gab. So betrug die Zahl der Wohnungsabrisse in Schlosschemnitz 385, auf dem Kassberg 199. Auf dem Sonnenberg gab es 1255 Abrisse, aber hier dürften die Plattenbauten an der Augustusburger Straße einen Großteil ausmachen. Das bedeutet: Die schwierigen Fälle in den Plattenbaugebieten sind mittlerweile abgerissen, die schwierigen Fälle in den Gründerzeitquartieren stehen noch.

Also nochmals: Ich will weder alle Gründerzeithäuser abreißen noch will ich alle Plattenbauten erhalten. Ich plädiere aber für ein differenziertes Herangehen, das Gebäude nicht nach der Kategorie „Gründerzeit“ oder „Plattenbau“, sondern nach ihren ganz konkreten Qualitäten bewertet. Und da kann ein ruhig und grün gelegenes Gründerzeithaus am Lessingplatz durchaus attraktiv sein, während verlärmte Häuser an der Neefestraße selbst nach einer Sanierung nicht wirklich attraktiv sein dürften. Ähnliches gilt für den Plattenbau.

Wenn natürlich Hannes Kuhnert die wichtige Frage der CO2 - Einsparung mit der Bemerkung „So ein Schmarrn“ wegwischt, dann wird eine Debatte schwierig. Und was die Thesen von rotwang angeht: Natürlich wurden auch in Westdeutschland Großsiedlungen gebaut. Beispiele sind München - Neuperlach, Berlin - Märkisches Viertel, Berlin - Gropiusstadt, Köln - Chorweiler, Bremen - Neue Vahr, Bielefeld - Sennestadt und und und. Das Durchschnittsalter der westdeutschen Bausubstanz ist ja auch deshalb deutlich niedriger als das der ostdeutschen Bausubstanz, darauf weist ja auch das IÖR hin. Der Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland bestand nicht in den Großsiedlungen, sondern darin, dass in Westdeutschland viel mehr Einfamilienhaussiedlungen als in Ostdeutschland gebaut wurden.
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Alt 21.10.11, 09:11   #108
Untermieter
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Zitat:
Zitat von Klarenbach Beitrag anzeigen
Laut Seko wurden von 2002 bis 2007 13575 Wohnungen abgerissen, davon befanden sich ca. 9000 im Heckert-Gebiet. In den Altbauqartieren wurde dagegen relativ wenig abgerissen, obwohl es auch hier große Leerstände gab. So betrug die Zahl der Wohnungsabrisse in Schlosschemnitz 385, auf dem Kassberg 199. Auf dem Sonnenberg gab es 1255 Abrisse, aber hier dürften die Plattenbauten an der Augustusburger Straße einen Großteil ausmachen. [...]
Das Durchschnittsalter der westdeutschen Bausubstanz ist ja auch deshalb deutlich niedriger als das der ostdeutschen Bausubstanz, darauf weist ja auch das IÖR hin. Der Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland bestand nicht in den Großsiedlungen, sondern darin, dass in Westdeutschland viel mehr Einfamilienhaussiedlungen als in Ostdeutschland gebaut wurden.
Vieles richtig, gut auch, Differenzierung einzufordern. Obige Zahlen aber sind doch anders zu bewerten (wie hier auch schon geschehen): Ein Plattenbau beinhaltet gemeinhin wesentlich mehr Wohnungen als ein Gründerzeithaus. Folge: für die deutlich geringere Zahl an vom Markt genommenen Wohnungen in Gründerzeitbauten mussten relativ deutlich mehr Gebäude vom Markt genommen werden als Plattenbaugebäude für die größere Anzahl von dort weggerissenen Wohnungen. Zudem, Hannes schrieb es bereits, fällt ein fehlendes Plattenbaugebäude stadtstrukturell weniger ins Gewicht als ein Gründerzeitgebäude, welches in seinem Karree fehlt.

Das geringere Durchschnittsalter der westdeutschen Bebauung ist nicht nur wegen der Suburbanisierung niedriger, sondern vor allem auch kriegsbedingt. In den dortigen Städten gab es dann doch zT noch deutlich umfangreichere Zerstörungen als im Osten, auch wenn das grad in Chemnitz und zB Dresden natürlich schwer zu vermitteln ist. Im Zusammenhang mit den großen Flüchtlingszahlen nach dem Krieg fiel der Neuaufbau dort dann auch entsprechend umfangreicher aus, während im Osten dann doch eher später (auch aufgrund des Verfalls der Substanz) begonnen wurde, das Wohnungsproblem (und dann gleich) industriell zu lösen.
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Alt 21.10.11, 09:41   #109
Hannes Kuhnert
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Hannes Kuhnert sitzt schon auf dem ersten Ast
Zitat:
Zitat von Klarenbach Beitrag anzeigen
Wenn natürlich Hannes Kuhnert die wichtige Frage der CO2 - Einsparung mit der Bemerkung „So ein Schmarrn“ wegwischt, […]
Hier liegt ein Missverständnis vor. Es ging mir um den Begriff: „CO2“ und „Einsparung“ stehen zueinander in einem Verhältnis, das die einfache Zusammensetzung sinnlos sein lässt.
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Alt 26.10.11, 23:21   #110
rotwang
 
Beiträge: n/a
... in den 15 min wo ich dort gewartet hab, kamen 6! Leute und haben den Kopf fotografiert. Do, 11:00 Uhr. So viel zur Beliebtheit vom Nischel.

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Alt 28.10.11, 18:39   #111
LE Mon. hist.
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LE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfach
Und nun? In 15 Minuten nur 6 Leute heißt sträfliche Mißachtung ... heißt letztendlich Abriß? Gilt das auch für andere Denkmale?

Was wolltest Du uns mit diesem Bild und diesen Zeilen eigentlich sagen?
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Alt 29.10.11, 10:15   #112
LE Mon. hist.
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LE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfach
Chemnitz in der FAZ

Böse, aber sehr lustitsch:

FAZ, 26.10.2011
Perspektiven der Stadt (9): Chemnitz Geriatriker aller Länder: Vereinigt euch!
Wenn man im Alterungsanzug künstlich vergreist in Deutschlands ältester Stadt unterwegs ist, hat man nicht nur Spaß, sondern auch Visionen. Denn man sieht die Zukunft.
Von Oliver Maria Schmitt
http://www.faz.net/aktuell/reise/per...-11505562.html
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Alt 29.10.11, 10:31   #113
piTTi
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Ort: Chemnitz
Alter: 28
Beiträge: 276
piTTi hat die ersten Äste schon erklommen...
Das mit der ältesten Stadt verstehe ich nicht recht. Überall wird das erwähnt. Woher kommen diese Daten?

Ich frage deshalb, weil SPON letztens folgende Daten veröffentlicht hat: Klick (siehe Daten kompakt für die Städte und Landkreise). Da sieht man, dass man a) 2009 schon nicht die älteste Stadt war und b) es auch in der Zukunft (hier 2030) nicht sein wird.
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Alt 29.10.11, 10:45   #114
lguenth1
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Ort: Rochlitz
Beiträge: 2.384
lguenth1 ist im DAF berühmtlguenth1 ist im DAF berühmt
Ein Argument gegen den Artikel wird heute ausführlich in der Freien Presse vorgestellt, nämlich das Nachfolgeprojekt des Experimentellen Karrees an der Leipziger Straße. Anlass ist die heutige offizielle Eröffnung. Nach einem Jahr des Umzugs, der Renovierung und der Urbarmachung des Gebäudekomplexes Leipziger Straße/Matthesstraße gibt es nun wieder ein Wohnprojekt mit 13 Unterkünften und ein Kulturprojekt mit Lesecafé, Umsonst-Laden, Plenarraum, Volksküche und Ateliers, wo Street-Art, Siebdrucke, Aktions- und Textilkunst sowie Holzbildhauerei entstehen. Mit der GGG wurde vereinbart, dass der Nutzungsvertrag nach drei Jahren in einen langfristigen Erbbaupachtvertrag übergehen soll. Die jungen Leute werden dann quasi zu Eigentümern. Allerdings werden auch Probleme mit der Nachbarschaft geschildert.

Eine Webseite gibt es auch: www.kompott.cc. Dort gibt es auch einen Überblick über die aktuellen Termine. Was man da so sieht, ist mit Sicherheit eine Bereicherung für die Chemnitzer Kulturszene. So ertönt unter anderem auch Musik zu sehr verträglichen Preisen, gestern zum Beispiel DJ Coolmann.

P.S.: Die Behauptung mit der ältesten Stadt kam wohl irgendwann zustande, weil man eine Prognose für den Bezirk Chemnitz fälschlicherweise auf die Stadt selbst übertragen hat. Ob es stimmt oder nicht ist auch relativ irrelevant, solange es einem Artikel ein bißchen Würze verleiht.
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Alt 29.10.11, 10:49   #115
hkremss
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hkremss befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
@LE Mon. hist.:

Ein netter Artikel und am Ende auch lustig. Aber im Grunde kann ich die Frage, die Du an Rotwang gestellt hast gleich an Dich weitergeben:

Was wolltest Du uns mit diesem Link und der Autor mit diesen Zeilen eigentlich sagen?
hkremss ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.10.11, 10:51   #116
LE Mon. hist.
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LE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfach
Zitat:
Zitat von piTTi Beitrag anzeigen
Woher kommen diese Daten?
Das war das Ergebnis einer Eurostat-Studie zur Demografie, die Anfang 2010 veröffentlicht wurde. Irgendwo haben wir die auch hier diskutiert:

Welt, 19.01.2010
Bevölkerungsstudie für 2030
Deutschland wird zu Europas Rentnerrepublik
http://www.welt.de/politik/deutschla...rrepublik.html

Freie Pressse hierzu:
http://www.freiepresse.de/THEMA/Eurostat

Interessant ist ein Kurz-Interview mit Konstantinos Giannakouris vom europäischen Statistik-Amt Eurostat über seine Berechnungen:

FP, 21.1.2010
"Allgemeines Phänomen"
Der Autor der Studie schließt eine Trendwende nicht aus
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTE...kel1664743.php

Es handelt sich hier um eine statistische Vorausberechnung, die ein mögliches Szenario beschreibt. Ich betreibe also keine Vorhersage, sondern stelle vielmehr die Frage "was wäre wenn?".
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Alt 29.10.11, 11:08   #117
LE Mon. hist.
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Zitat:
Zitat von hkremss Beitrag anzeigen
Was wolltest Du uns mit diesem Link und der Autor mit diesen Zeilen eigentlich sagen?
Was der Autor damit sagen wollte kann ich nicht sagen. Ich fand ihn amüsant geschrieben - wie auch die meisten anderen Artikel aus der aktuellen FAZ-Reihe über Zentren wie Hückelhoven, Oppenheim, Bergisch Gladbach ... Da wurde meist irgendein Aufhänger gesucht (kostenlose Parkplätze, Keller, die Zahl der Drei-Sterne- Restaurants, ...) und in Chemnitz mußte halt mal wieder diese Eurostat-Studie ran. Ich habe jedenfalls heute morgen lachen können und wenn es noch jemandem so ging, dann hat mein Posting sein Ziel erreicht.

Und wenn man ehrlich ist, dann ist an der Stadt der Graukappengeschwader ja auch einiges dran, selbst wenn die Prognosen so sicherlich nicht eintreten werden. Umso wichtiger ist es ja, sich der abzeichnenden Entwicklung nicht zu ergeben, sondern frühzeitig gegenzulenken und Projekte wie Kompott dauerhaft zu unterstützen.
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Alt 29.10.11, 11:36   #118
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Zitat:
Zitat von piTTi Beitrag anzeigen
Ich frage deshalb, weil SPON letztens folgende Daten veröffentlicht hat
Die SPON-Daten sind die der aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung, die auch schon im Leipzig-Forum Thema ist:
http://www.deutsches-architektur-for...728#post316728

Wie auch in Leipzig mussten sich der Verfasser der Bertelsmann-Stiftung jedesmal deutlich nach oben korrigieren und ich würde mal frech behaupten, dass das auch diesmal bei dem nun erwarteten Rückgang der Bevölkerungszahlen von 10,6 Prozent gilt. 2006 hatten sie für Chemnitz noch ein Rückgang der Bevölkerung zwischen 2003 und 2020 um 16,7 Prozent vorausgesagt und auch die nach oben korrigierten Zahlen von 2009 dürften noch zu schwarz gemalt sein.

http://de.wikipedia.org/wiki/Einwohn...g_von_Chemnitz

Nebenbei: Chemnitz hat derzeit 242.675 Einwohner_innen mit Stand 30. Juni 2011, am 31.12.2010 waren es noch 243.248 und am 31.12.2009 243.089. Aber die Zahlen in der Jahresmitte sind oft etwas niedriger als am Ende (unter anderem wegen dem Semesterbeginn im Herbst), so waren es am 30. Juni 2010 242.741 und am 30. Juni 2009 243.092.

Aber der Altersdurchschnitt steigt.
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Alt 29.10.11, 19:57   #119
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Zitat:
Zitat von lguenth1 Beitrag anzeigen
Ein Argument gegen den Artikel wird heute ausführlich in der Freien Presse vorgestellt, nämlich das Nachfolgeprojekt des Experimentellen Karrees an der Leipziger Straße.
Der Artikel steht nun zumindest für eine Weile auch in WWW:

Chemnitz: Experiment 2.0
Nach dem Rauswurf aus dem experimentellen Karree wagt der Verein Urbane Polemik den Neustart am Konkordiapark
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTE...kel7802779.php
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Alt 06.11.11, 08:53   #120
LE Mon. hist.
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Während Manfred Hastedt, der Leiter des Umweltzentrums, noch überlegt, ob der von der Stadtverwaltung angebotene Umzug von der Henriettenstraße 5 in die Jugendstilvilla an der Weststraße 8 gut wäre, bietet das Liegenschaftsamt die Immobilie auf der Stadt-Website zum Kauf an: Preis mindestens 280.000 Euro.
http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/s...tstrasse_8.asp

Das Haus an der Henriettenstraße, in dem sich das Umweltzentrum seit 21 Jahren befindet, ist sanierungsbedürftig. Es fehlt eine Wärmedämmung, der Brandschutz ist veraltet und die Leitungen sind noch auf dem DDR-Standard.
Die Stadtverwaltung hatte zunächst erwogen, das Gebäude sanieren zu lassen, doch hätten die Kosten auf die bislang nur symbolische Miete umgeschlagen werden müssen. Geld für deutlich mehr Miete hat das Umweltzentrum jedoch nicht. Dann gab es die Idee, einen Erbbaurechtsvertrag abzuschließen. Der Trägerverein des Umweltzentrums hätte dann für Instandsetzungen aufkommen müssen, fürchtete aber auch hier, das Geld nicht aufbringen zu können. Also wird nun der Umzug erwogen. Manfred Hastedt zählt in der FP die Vorteile auf. Die Villa an der Weststraße 8 sei augenscheinlich in gutem Zustand, nur fünf Minuten vom jetzigen Standort entfernt und verfüge über einen großen Versammlungsraum und im Erdgeschoss mit dem syrischen Restaurant Farah über ein gastronomisches Angebot. Der Rest des Hauses steht leer.

Bürgermeister Brehm bekräftigte, dass das Haus von seiner Grundsubstanz in Ordnung sei und nur geringfügige Arbeiten anstünden, da ginge es um das Anbringen einiger Steckdosen und um andere Kleinigkeiten. "Bewegt sich das im finanziellen Rahmen, erledigen wir das als Stadt auch gern, wenn wir damit eine Lösung für das Umweltzentrum finden." Es sei ein Mietvertrag zwischen Stadt und Trägerverein vorgesehen, die Miethöhe würde zwei Euro pro Quadratmeter plus rund zwei Euro Nebenkosten betragen. Laut Hastedt ist dies "stemmbar". In den nächsten Wochen werde im Umweltzentrum über den Umzug beraten. "Eine Frage ist, ob alle zusammen in das Haus passen", sagt Hastedt. Ein deutlich größeres Problem sind die Auswirkungen des Sparprogramm Ekko, denn Hastedt und eine Mitarbeiterin sollen vom Umweltzentrum abgezogen werden und künftig im Botanischen Garten arbeiten. Hastedt sieht seine Aufgabe und die seiner Mitarbeiterin jedoch weiter im Umweltzentrum, unter anderem in der Koordination der Vereine und der Entwicklung gemeinsamer Projekte, beispielsweise von Bildungsangeboten für Schulen. Auch hier bestätigte Brehm, dass die städtischen Angestellten Ende nächsten Jahres im Umweltzentrum eingespart werden und dafür frei werdende Stellen im Botanischen Garten der Stadt besetzen sollen. "Das Umweltzentrum würde aber unabhängig davon mit den Vereinen weiter fortbestehen", sagt Brehm. Zudem könnten am neuen Standort an der Weststraße seiner Ansicht nach auch die Umweltbibliothek und das Agenda-21-Büro einziehen. Die Umbesetzung in den Botanischen Garten, so Bürgermeister Brehm, sei ein Stadtratsbeschluss, formal gesehen könne der aber auch aufgehoben und geändert werden.

FP, 04.11.2011
Umweltzentrum soll umziehen
Weststraße als neue Heimat vorgeschlagen
http://www.freiepresse.de/LOKALES/CH...kel7808746.php
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