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Alt 08.03.13, 13:52   #31
DaseBLN
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DaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiell
Danke für die Blumen, weiter geht's!

Kursker Bahnhof / Kurski Woksal

Im Gegensatz zu den anderen bisherigen Bahnhöfen ist der Kursker Bahnhof primär ein Durchgangsbahnhof. Das eigentliche Bahnhofsgebäude stammt von 1896, da man im Gegensatz zu den Kopfbahnhöfen am Komsomolski-Platz das Gebäude nicht zu den Gleisen hin erweitern konnte, hat man hier in den 70ern ein modernes Glas-Stahl-Gebäude vor das alte gesetzt. Der Bahnhof befindet sich direkt am Gartenring oder vielmehr befand, denn kurz nach der Jahrtausendwende hat man ein Einkaufszentrum direkt auf den Vorplatz gesetzt. Tritt man heute aus dem Bahnhof heraus, sieht man nur die fensterlose Rückseite desselben, m.E. eine der größten städtebaulichen Sünden der vergangenen 20 Jahre in Moskau. Von hier starten neben Vorortzügen Fernzüge in Richtung Nischnij Nowgorod über Wladimir, aber auch in Richtung Ostukraine über die namensgebende Stadt Kursk. Außerdem durchfahren den Bahnhof zahlreiche Züge aus St. Petersburg und anderen nordrussischen Städten in Richtung Süden.


Im Inneren der modernen Empfangshalle:


Das alte Empfangsgebäude ist noch auf der Gleisseite sichtbar, dort gibt es auch zwei ganz hübsche (aber unfotografierbare) Wartesääle.

Der Bahnhof verfügt über drei Metrostationen, die Stationen Kurskaya an der (blauen) Arbatsko-Pokrowskaja-Linie sowie der Ringlinie wurde in den 1950ern eröffnet und sind u.A. Über dieses Vestibülgebäude erreichbar:


Im Inneren entspannte sich vor ein paar Jahren eine Kontroverse – bei der Sanierung wurde auch ein Spruchband mit dem Text der Staatshymne in der Fassung der Stalinzeit im Original wieder aufgebracht („Durch die Schrecken schien uns die Sonne der Freiheit, Und Lenin der Große erleuchtete uns den Weg. Uns erzog Stalin – zur Treue zum Volk, Zu Arbeit und Heldentaten regte er uns an!“). Die Moskauer Metro begründete dies mit Denkmalschutzerwägungen, es gab jedoch lautstarke Proteste (aber auch Zustimmung) aus der Bevölkerung:


Big brother is watching you: am Standort dieser Kamera stand bis 1956 eine Stalin-Statue. Die Plaketten befinden sich in jeder Station und geben Auskunft über den Eröffnungsmonat (in diesem Fall Januar 1950):


Die beiden Stationen selber entsprechen dem Standard auf den entsprechenden Linien und ähneln anderen Stationen, interessanter ist daher die 1995 eröffnete und in 51 Meter Tiefe liegende Station Chkalowskaja, an der die Züge der (hellgrünen) Ljublinski – Linie halten:


Die Bögen erinnern von der Form her ein wenig an russischen Jugenstil:



Arma / Winzawod

Kleiner Ausflug hinter den Bahnhof: dort befinden sich direkt anliegend zwei Fabrikgelände, die sich momentan in der Umnutzung befinden. Das interessante dabei ist, dass das Ganze work in Progress ist und keine vollständigen Edelsanierungen, wie man es von umgenutzten Fabrikgeländen in Deutschland gewohnt ist, durchgeführt werden. Dadurch hat das Ganze trotz Umnutzung immer noch einen gewissen abgefuckten Charme.

Nachdem man die verwinkelte Angströhre, die sich an den Gleistunnel des Kursker Bahnhofs anschließt, überwunden hat, gelangt man an eine kleine Gasse, deren südliche Seite durch die ersten Gebäude des Arma-Geländes, einem alten Gaswerk, gebildet wird:


Das Arma-Gelände ist in Moskau relativ bekannt durch den großen Techno-Club Arma17 sowie durch das Wosduh. Auf dem Gelände haben sich außerdem diverse Firmen aus dem Medien- und Modelbereich angesiedelt:




Streetart:


Die vier Gasometer wurden Anfang 2012 gerade um- und ausgebaut:


Direkt nebenan liegt das Winzawod – Zentrum für Gegenwartskunst. Es handelt sich dabei um einen komplex aus 7 Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert, die früher als Brauerei und Weinkelterei fungierten (daher der Name – Winzawod = Weinfabrik), 2007 durch einen Geschäftsmann teilrenoviert und wiedereröffnet wurde und jetzt verschiedene Galerien beherbergt:




Anfang 2011 gab es hier eine Ausstellung mit nordkoreanischer Propagandakunst zu sehen:


Man beachte das Spielergebnis


Eine permanent gutgelaunte Gesellschaft:





Paweletser Bahnhof / Paweletski Woksal

Der Paweletser Bahnhof wurde 1898-1900 erbaut, das zunächst 87 Meter breite Empfangsgebäude wurde im Laufe der Zeit im gleichen stil symmetrisch zu beiden Seiten auf die heutige Breite von 265 Metern erweitert, von denen die 11 Bahnsteiggleise aber nur knapp die Hälfte einnehmen. Ähnlich wie der Kursker Bahnhof liegt das Gebäude direkt am Gartenring, leider ist auch hier der Vorplatz seit Jahren eine Baustelle, auf der nichts vorangeht:


Schüler auf dem Weg ins Ferienlager:


Direkt neben dem Bahnhofsgebäude befindet sich das Museum der Moskauer Eisenbahn, wo u.A. der Begräbniswagen Lenins zu sehen ist.

Obwohl hier hauptsächlich Züge in Richtung mittleres und unteres Wolgagebiet und den Kaukasus bis nach Baku fahren, dürfte der Bahnhof auch westlichen Fahrgästen bekannt sein, endet hier doch die Aeroexpress-Linie vom Flughafen Domodedow. Diese werden wie an den anderen Bahnhöfen ebenfalls typografisch willkommen geheißen:




Hier die Metrostation der (grünen) Samoskworetskaja-Metrolinie, eröffnet 1943, der Abgang in der Mitte führt zur Station der Ringlinie:
__________________
Alle Bilder, soweit nicht anders angegeben, von mir.

Fotos im DAF: Moskau (Neue Bilder)

Geändert von DaseBLN (08.03.13 um 14:22 Uhr) Grund: Ortho
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Alt 08.03.13, 18:16   #32
Johnny
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Interessantes Detail: Die Anzeigetafeln im Kursker Bahnhof wowie die Notrufsäulen der Metro sehen genauso aus wie bei der Deutschen Bahn.
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Alt 09.03.13, 13:59   #33
Flusskrebs
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Flusskrebs ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Bei den Metrostationen kommt man aus dem Staunen wirklich nicht mehr heraus. Tolle Bilder, aber mir ist selbst Berlin mitunter zu kalt und trist, Moskau würde mir dann wahrscheinlich erst recht nicht schmecken.
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Alt 13.03.13, 13:16   #34
LilaWolken2002
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Beiträge: 8
LilaWolken2002 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Moskau

Ich war in Moskau und finde diese Stadt genial. Vor allem das Metro... habt ihr das gesehen? Das ist ja Goldwert. Es ist so viel Fleiss und Geld darein inverstiert worden... Klar, ist die Stadt nicht die sauberste aber ich finde sie so polarisierend und auch authentisch.
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Alt 18.04.13, 15:18   #35
moskau
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Registriert seit: 18.04.2013
Ort: Moskau
Beiträge: 1
moskau befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Moskau ist für Fotografen ein Mekka.
http://www.airpano.com/360Degree-Vir...m-1000m-Russia
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Alt 09.07.14, 21:21   #36
DS285
Debütant

 
Registriert seit: 14.11.2010
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Alter: 32
Beiträge: 4
DS285 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
was würden denn die moskau-kenner einem architekten empfehlen, wenn dieser das moderne moskau besuchen möchte? (also abgesehen von den touristischen bauten).
DS285 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.07.15, 13:13   #37
tux77
Junior-Mitglied

 
Registriert seit: 13.02.2011
Ort: Berlin
Alter: 42
Beiträge: 34
tux77 hat die ersten Äste schon erklommen...
Moscow-City

Zitat:
Zitat von DS285 Beitrag anzeigen
was würden denn die moskau-kenner einem architekten empfehlen, wenn dieser das moderne moskau besuchen möchte? (also abgesehen von den touristischen bauten).
Zu empfehlen wäre dann Moscow-City.
tux77 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.08.16, 15:34   #38
Ruhrgebietskind
Senior-Mitglied

 
Registriert seit: 03.01.2016
Ort: Dortmund
Beiträge: 268
Ruhrgebietskind ist im DAF berühmtRuhrgebietskind ist im DAF berühmt
Habe erst heute die Seite gefunden und mit großem Interesse die Diskussion durchgesehen.
Was mich an Moskau unglaublich breindruckt hat, sind die zum Teil gigantischen Hotels. Besonders die alten Zuckerbäckerbauten aus der Stalinzeit-man kann dazu stehen, wie man will-geben in der umgebauten und renovierten Form beeindruckende Bauten ab, als Hotels nicht zu toppen. Ich kenne keine Metropole in Europa, die solche Bauten vorzuweisen hat, und in den USA bin ich zumindest mit den Hotels in Chicago bestens vertraut, kann man auch nicht vergleichen.
Moskau habe ich als unfertig, chaotisch, aber unglaublich spannend emfpunden. Kaum eine Stadt strahlt auch eine solche Dynamik aus, überall wird gebaut und renoviert. In dem Thread ist ja auf die zahlreichen Kirchen und Klöster hingewiesen, sehr viele sind unter Putin wieder aufgebaut worden bzw. ihrer alten Verwendung zugeführt worden. Man hat den Eindruck, dass die Russen trotz 70 Jahre Sozialismus sehr fromm sind.
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