Historisches Museum - Sanierung und Neubau (realisiert)

  • Historisches Museum - Sanierung und Neubau (realisiert)

    Sehr erfreulich: Der Betonfassade des Historischen Museums geht es an den Kragen, die Umbaupläne werden konkreter! Aus der heutigen Onlineausgabe der F.A.Z.:


    Fünf Architekten entwerfen neue Fassade


    Das Gebäude des Historischen Museums auf dem Römerberg soll umfassend umgebaut werden. Nach Informationen dieser Zeitung plädiert Kulturdezernent Hans-Bernhard Nordhoff (SPD) dafür, nicht nur die Betonfassade, sondern auch das Erdgeschoß vollkommen neu zu gestalten. (...)


    Wie berichtet, sollen mehrere Architekturbüros Entwürfe für eine neue Fassade des Museums entwerfen. Dem Vernehmen nach hat sich Nordhoff mit Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) und Baudezernent Franz Zimmermann (FDP) nach längeren Debatten auf fünf Büros geeinigt. Es handelt sich um Volker Staab (Berlin), um das Büro Lederer, Ragnarsdottir, Oei (Stuttgart) sowie um die drei Frankfurter Büros Braun& Voigt, Jourdan&Müller und Christoph Mäckler. (...) Der Wettbewerb soll als sogenannte Mehrfachbeauftragung organisiert werden: Die fünf eingeladenen Architekten entwickeln demnach ihre Ideen in ständigem Austausch mit dem Bauherrn weiter.


    (...) Offenbar sollen keine gestalterischen Vorgaben hinsichtlich der Architektursprache des Entwurfs gemacht werden. Wie zu hören ist, soll der Wettbewerb im Sommer entschieden werden. Wann mit dem Umbau des Museums begonnen werden kann und wie teuer dieser werden darf, ist ebenfalls noch nicht entschieden.


    Quelle: FAZ.NET
    Gesamter Artikel.

  • Tolle Nachricht! Damit verschwinder der Schandfleck schlechthin, einer der schönsten Plätze Frankfurts.

  • das letzte was ich über das historische Museum gelesen habe, war, dass man zwar viele Vorschläge und Ideen hat aber über die Finanzierung große Ungewissheit besteht. Warum nun also das energetische Auftreten der Beteiligten?

  • Das Leinwandhaus steht südlich des Doms. Das aus dem Jahr 1399 (!) stammende Gebäude wurde im Krieg zerstört und in den Achtzigern wieder aufgebaut, derzeit ist dort die Kunsthalle Portikus vorübergehend untergebracht. Leider nur das Leinwandhaus selbst und nicht ganze Ensemble, das auf dem ersten Bild in #1 zu sehen ist. Die anderen Bauten stammen allerdings aus den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts, waren also wesentlich neuer als das Leinwandhaus. Letzteres ist das Gebäude rechts im Bild, links daneben die "Neubauten" des Stadtarchivs. An deren Stelle steht heute ein Haus im typischen 50er-Jahre-Baustil, im Erdgeschoss ist die Kneipe Metropol.

  • Ergänzend ein kleiner Überblick über die heutige Situation:



    Wie man sieht, wurde der südliche (vom Dom aus gesehen rückwärtige) Teil des Leinwandhauses auch nicht wieder aufgebaut. Dort steht heute diese schicke Kindertagesstätte (unten rechts) - man könnte heulen. Auf dem Bild links unten der 50er-Bau mit dem Metropol. Es wäre wohl relativ einfach, das vollständige Ensemble aus Leinwandhaus und Stadtwaage, dem späteren Stadtarchiv, wieder aufzubauen, lediglich die Kita und das eine 50er-Haus müssten weichen. Wäre das nicht eine schöne Alternative zum heutigen Domizil des Historischen Museums?

  • Also, mal ganz im Ernst, dieser Museumsanbau ist das hässlichste Gebäude, was ich in Ffm kenne. Und noch dazu an dieser Stelle, in der Nähe vom Römer und auf direktem Weg zum Main. :nono:


    Es tut wirklich absolut Not, daß diese Fassade verändert wird.

  • lach: Neuer Chef findet sein Museum hässlich



    Frankfurt. Drei Wochen nach seinem Amtsantritt hat sich der neue Direktor des Historischen Museums, Jan Gerchow (46), gestern dem Kulturausschuss vorgestellt. Der promovierte Historiker präsentierte den Stadtverordneten ein kompaktes Bündel an Vorschlägen, Ideen und Konzepten mit dem Hauptziel, das Museum innen wie außen attraktiver zu machen. «Der Bau ist natürlich eine Herausforderung», sagte er über den 1972 errichteten Betonklotz und sprach vom «hässlichsten Gebäude der Stadt». Prompt kam die Ergänzung aus dem Ausschuss: «Zusammen mit dem Technischen Rathaus.»


    Dem gebürtigen Braunschweiger und bisherigen Abteilungsleiter im Ruhrlandmuseum Essen schwebt vor, «den Neubau 2008 / 2009 wieder zu eröffnen», denn die Umbauarbeiten seien ohne eine Schließung nicht möglich. Das alles könne aber wohl kaum vor 2007 begonnen werden und sei in erster Linie eine Frage der Finanzierung. (...)


    Ganzer Artikel und Quelle: Frankfurter Neue Presse

  • Hier nochmal ein Bild des alten Leinwandhauses, welches jetzt die Kunsthalle Portikus beherbergt:


    Für eine grössere Version bitte anklicken!


  • Ich kann mich leider nicht mehr allzugenau an alle Gebaeude des Museums erinnern. Allerdings verdutzt mich doch dieser Satz im Artikel...
    Die Sanierung der Altbauten am Mainufer werde parallel dazu vorangetrieben. ...


    Welche Altbauten am Mainufer meinen die genau?

  • Gemeint sind wohl der Saalhof und seine Nachbargebäude, zu sehen u. a. auf dem ersten Farbfoto in Posting 1 und im einzelnen bezeichnet in der Bildüberschrift zu Bild 2 in demselben Posting.

  • Das Leinwandhaus und die Stadtwaage waren ein schönes Ensemble gotischer Stadthäuser. Schade, dass die Stadtwaage nicht auch wiedererrichtet wurde.

  • kannmich den bisherigen meinungen nur anschließen. mal grundsätzliches von mir: ich bin ein fan so ziemlich aller baustile so lange es nicht langweiliger einheitsbrei ist. ich verstehe, dass einige (wenn anscheinend auch nicht hier) vorbehalte gegenüber der rekonstruktion von altbauten haben. aber an einigen plätzen der stadt tut das schon not. gerade um den römer sollte die stadt die unzähligen chance ergreifen und in den nächsten jahren nach und nach die historischen Bauten wenigstens äußerlich (Fassaden) rekonstruieren. Übrigens was haltet ihr, langfristig, vom wiederaufbau des alten schauspielhauses? Das war nach dem krieg gar nicht so stark zerstört, aber man hat es leider trotzdem platt gemacht.

  • Naja, die Grundmauern stehen ja noch, der Bühnenturm ist ja leider vor einigen Jahren wegen Brandstiftung eingestürzt.


    Fände eine Reko wunderbar, verbunden mit einer Reko im Innern der alten Oper. Das Konzerthaus dürfte man dann woanders neu bauen, wär also ein netter Großauftrag für die Bauindustrie.

  • Ja.... das ist das Problem :keineahn:


    Wobei ich immer noch fest davon überzeugt bin, dass eine Reko nicht deutlich teurer ist als ein Neubau eines Stararchitekten. Es geht halt mehr Geld für handwerkliche Arbeiten drauf, dafür bezahlt man aber auch keine Architektennamen.


    Abgesehen davon gehe ich davon aus, dass ein historisches Opern- oder Schauspielhaus anziehender ist als eines, dass im Stil der 60er und 70er gebaut ist. Vergleiche doch einfach mal die Semperoper (die übrigens auch eine Reko ist) mit der Frankfurt Oper (nicht das Konzerthaus in der Alten Oper) - wo lässt man wohl lieber sein Geld?

  • Zitat von Booni

    Wobei ich immer noch fest davon überzeugt bin, dass eine Reko nicht deutlich teurer ist als ein Neubau eines Stararchitekten.


    Nur bedarf es keines Neubaus. Daher ist deine Argumentation hinfällig, auch wenn sie in sich stimmig sein mag.


    Und bei einer Rekonstruktion um der Rekonstruktion willen würde eben zu einer Kostenexplosion führen, dass in den Sechzigern aus dem Schauspielhaus eine Doppelanlage Oper/Schauspielhaus gemacht wurde, später zudem die Alte Oper bei ihrem Wiederaufbau funktionell ganz anders konzipiert wurde. Da müsste Frau Roth schon dutzende Sechser im Lotto haben, um dies alles umsetzen zu können.


    Und jetzt bitte zurück zum Thema - dem Historischen Museum!