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Alt 28.06.17, 01:14   #121
SteffenSetzer
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Zitat:
Zitat von nothor Beitrag anzeigen
Naja, du prognostizierst nicht weniger als ein völliges auf-den-Kopf-Stellen des Viertels. Es ist ja nicht so dass das Theodor-Marx-Haus leer stand. Die Gewerbeeinheiten waren bis zuletzt vermietet und am Ende wohnte noch jemand im Vorderhaus und zog nur unfreiwillig aus. D.h. die Durchmischung war gegeben, die Immobilie funktionierte. Es ist nur so dass die Firma WIN GmbH nun weitere Umsätze generieren muss, weitere Investitionen tätigen muss und da bietet sich zunächst die Betrachtung dessen an, was man schon im Besitz hat. Dass es sich um ein historisch bedeutsames Haus handelt neben dem ehemaligen Gau-Haus der NSDAP ist leider Pech. Dabei wird ein bedeutender Teil Nürnberger Geschichte gleich mit weg geräumt.

Das auf den Bauboom dort irgendwann automatisch ein Supermarkt und weitere Infrastruktur folgen würde ist dabei ein frommer Wunsch. Denn ausreichend Platz wäre wohl nur dort wo die "Marienzeile" entstehen soll, bei der selbiges aber nicht geplant ist. Und m.E. bleibt das Viertel dann immer noch verhältnismäßig unwohnlich. Der Abriss des Theodor-Marx-Hauses ist wirklich unglücklich.
Den Abriss finde ich wie gesagt auch von unglücklich bis schade - ich wollte nur dem wenigstens etwas Positives abgewinnen, da keine weiteren Bürozeilen entstehen, sondern Wohnraum. Der Druck ist enorm und das freue ich über jeden kleinen Zipfel gerade auch im inneren Bereich
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Alt 28.06.17, 01:18   #122
SteffenSetzer
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1100 bis 1200 Personen wohnen in der Marienvorstadt. Da muss sowieso in Punkto Nahversorgung etwas geschehen. Wo kaufen die denn aktuell ein?
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Alt 28.06.17, 06:55   #123
AK-1982
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Zitat:
Zitat von nenntmichismael Beitrag anzeigen
Noch ein Wort zur Fassadenaufmöbelung am Motel 1: Da ich nicht in Nürnberg lebe und nur gelegentlich zu Besuch bin, ist das Hotel für mich gefühlt drei Jahre alt.
Das Gebäude ist August 2008 eröffnet worden.

Ich freue mich also das ein Besitzer einer empfindlichen Fassade das ganze auch schick hält.
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Alt 28.06.17, 18:49   #124
nothor
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Zum Thema Wärmedämmung gab es heute in der NZ eine interessante Meldung aus dem Wirtschaftsreferat: Wärmedämmungen, die in den öffentlichen (Luft-)Raum hineinragen, sind genehmigungs- und kostenpflichtig. Pro lfd. Meter Dämmung werden einmalig 27,50 €, insgesamt mindestens 900 € fällig. Begründet wird es damit, dass die Dämmungen immer dicker werden und die bisherige Toleranzgrenze von 8 cm Dämmstärke teilweise um ein mehrfaches überschritten wird.
Wer mal an einem frisch gedämmten Haus an einem schmalen Gehweg vorbei gegangen ist wird die Problematik (Mathildenstraße 5, Zwinglistraße) kennen. Grundsätzlich gibt es zwei Varianten:
1. Die Dämmung ragt nur in den Luftraum, setzt aber nicht auf den Boden auf. Dies war bislang kostenlos, wird aber ab 01.07.2017 kostenpflichtig (siehe oben).
2. Die Dämmung setzt auf der Gehwegoberfläche auf, dann war schon immer eine Kompensationszahlung an die Stadt fällig, das Sondernutzungsrecht für die Fläche musste bezahlt werden.

Für die Dämmopfer besonders blöd, denn zusätzlich erleiden die der Gehwegnutzung ausgesetzten Dämmungen im vgl. zu Dämmung über privaten Gartenflächen durchaus häufig Schäden, die gem. der Verarbeitungs- und Nutzungshinweisen der Hersteller umgehend repariert werden müssen (Brandgefahr). Diese Schäden müssen also auch noch auf Kosten des Eigentümers beseitigt werden. So wird schnell erkennbar, dass diese Systeme eine Kostenfalle für die Besitzer werden können. Umso frustrierender, wenn sich nichteinmal ein massiver Einspareffekt einstellt. Ich kann davor nur warnen.
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Alt 28.06.17, 21:13   #125
nenntmichismael
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nenntmichismael könnte bald berühmt werden
Zitat:
Zitat von AK-1982 Beitrag anzeigen
Das Gebäude ist August 2008 eröffnet worden.

Ich freue mich also das ein Besitzer einer empfindlichen Fassade das ganze auch schick hält.
Klar. Lieber schick halten als verschmuddeln lassen. Aber wenn ein Eigentümer die Fassade alle ca. 9 Jahre instandsetzen muss, hätte er auch von Beginn an etwas wertigeres - und attraktiveres - verwenden können. Glasfronten lassen sich abwischen. Naturstein sieht noch nach Jahrzehnten gut aus.

Ich jedenfalls hoffe auf eine baldige Dämmungs-"Dämmerung".
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Alt 08.07.17, 12:27   #126
nothor
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Abriss Theodor-Marx-Haus

Unterdessen geht das Zerstörungswerk weiter. Das Rückgebäude an der Flaschenhofstraße ist bereits verschwunden, das Vorderhaus an der teilgesperrten Marienstraße steht noch als Ruine dort.





Die elegante Fassade des Karl-Theodor-Marx-Hauses steht noch selbstwusst neben dem ehemaligen Gauhaus. Wenn man direkt davor steht fragt man sich warum der Abbruch dieses historisch wertvollen Hauses unbedingt nötig sein soll. Die Fassade zeigt keine Risse, die Wände sind dick, die Geschosshöhen großzügig - die Zutaten für begehrten Wohnraum sind vorhanden. Der Grund muss also das Geschäftsmodell sein, das der Eigentümer auf dem Grundstück umsetzen will, und in das sich das ehrwürdige Haus nicht hineinpressen lässt. Um direkt Tatsachen zu schaffen, wurde schoneinmal die Inschrift aus dem Eingangsportal getilgt. Denn dort stand einst geschrieben "Dr.-Karl-Theodor-Marx-Haus". Der Name soll dem Projekt wohl nicht weiter im Wege stehen und wurde deswegen heraus gebrochen.



Von einer Firma, die in die Fußstapfen des Nürnberger-Nothilfe-Vereins hätte treten können ist das natürlich ein provokantes Signal. Und ebenso, dass man noch immer nichts darüber veröffentlicht hat, wie der Nachfolgebau aussehen soll.
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