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Alt 21.09.18, 18:49   #1156
Hallole
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Baumaßnahmen im Regierungsviertel

Alle Projekte in Verantwortung des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (BBR) laufen angeblich aus dem Ruder: https://www.tagesspiegel.de/politik/.../22986458.html
Demnach rät ein Gutachten der Bau- und Raumkommission des Deutschen Bundestages davon ab, dem BBR weitere Projekte anzuvertrauen. Stattdessen sollen sie in die Hände einer Bautochter des Finanzministeriums (Firma „Partnerschaften Deutschland (PD) - Berater der öffentlichen Hand GmbH“) gegeben werden, der Bima oder etwa einer neu zu gründenden Bundesgesellschaft in der Form einer GmbH; eine ähnliche Bundesbaufirma habe ab Anfang der 1990er Jahre Kanzleramt, Parlamentsbauten und Ministerien errichtet.

Der Reichstag soll bekanntlich noch ein Besucherzentrum (besagtes Gutachten warnt diesbezgl. vor der "ungewöhnlichen technischen Komplexität (unmittelbar auf dem Fernbahntunnel)") bekommen, das Band des Bundes jenseits der Spree in der Friedrich-Wilhelm-Stadt weitergebaut werden und der Bundestag braucht Büroflächen und soll diese im Neubau des Elisabeth-Selbert-Hauses Unter den Linden 62-68, Ecke Schadowstraße (Ausschreibung: https://www.bbr.bund.de/BBR/DE/Wettb...8/WBW_UdL.html) erhalten.


Unterdessen meint Senatorin Lompscher, dass das Großprojekt Parlaments- und Regierungsviertel in fünf Jahren abgeschlossen werde: http://www.deutsches-architektur-for...9&postcount=93

Geändert von Hallole (21.09.18 um 19:04 Uhr)
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Alt 21.09.18, 21:11   #1157
Baukörper
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Baukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfach
Zitat:
Zitat von Architektator Beitrag anzeigen
[*]Die alte Hauptfassade des südlichen Gebäudeblocks war weder "Replik" noch "Renaissance", sondern Original und Neubarock.
[/LIST]
Bezogen auf die Renaissance-Fassade hast Du recht, das habe ich vertauscht. Der nördliche Block I ist im Stil italienischer Renaissance Paläste gebaut worden, der südliche Block II hat eine Hauptfassade ähnlich dem italienischen Barock und die Nebenfassaden ähnlich dem Jugendstil. Das ganze wird laut Landesdenkmalamt doch eher als historisierende Architektur und im Stile anderer Epochen und nicht einem konkreten Stil aus der tatsächlichen Bauzeit wie dem Neobarock zugeordnet.
Daher verwendete ich auch den Begriff Replik, weil der Bauherr sich in Berlin einen italienischen Renaissancepalast und einen italienischen Barockpalast errichten ließ.

Ich finde, dass ein derartiger Stilmix, der dem damaligen Zeitgeist entsprang und eher der Repräsentation bzw dem Prunk diente, kein Anlass für heutige Rekonstruktion sein sollte.
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Alt 21.09.18, 23:51   #1158
Bau-Lcfr
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^ Alle Regierungsbauten repräsentieren irgend etwas, das alleine kann also kein Kriterium sein. Es geht auch nicht um komplettes Rekonstruieren nach einem Abriss, sondern das Wiederherstellen der zeittypischen Fassaden, wobei mir nicht klar ist, wieso weniger zeittypisch sein sollten als jene in Düsseldorf, wo im Inneren kaputtgemachte Innengestaltung wiederhersgestellt wird.

Ich habe mir die darüber verlinkte Webseite der KSP Architekten angeschaut - dort wird wohl der vereinfachte Zustand gezeigt? Ich werde daraus nicht schlau, was da noch im Einzelnen gemacht werden könnte und was genau es kosten würde, vielleicht könnte es jemand konkretisieren.

Darüber wurde auch ein Tagesspiegel-Artikel verlinkt, nach dem alleine das Besucherzentrum des Bundestages 150 Mio. EUR kosten könnte - wenn alles gut ginge, was wenig wahrscheinlich ist, da etliche Projekte dessen Budgets sprengen. Verglichen damit könnte ich ein paar Millionen für etwas Fassadenschmuck auf einem Regierungsgebäude leicht schlucken. (Bei Bedarf die Bundeswippe durch ein paar Info-Stelen ersetzen, schon hat man 17 Mio. erwirtschaftet.)

Apropos Vereinfachung - zur Architektur des Regierungsviertels gehören Brücken wie diese Fußgängerbrücke zum Hauptbahnhof, auf der ich bereits sehr oft gelaufen bin. Das hätte man spektakulärer gestalten können.
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Alt Gestern, 13:51   #1159
Baukörper
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Baukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfach
^ Natürlich kann man sich die Frage stellen, warum heutzutage Regierungsgebäude so verdammt teuer werden (evtl. wegen der vielen Technik?) , aber besonders repräsentativ sind sie doch nur noch im Ausnahmefall. Außerdem ist Block II des ehemaligen Dt.Bank Komplexes, wenn ich es richtig verstanden hab, nur für Regierungsbüros vorgesehen und nicht mal ein Konkretes Ministerium.

Die andauernde Verquickung u.a. mit den Kosten des Einheitsdenkamls halte ich aber für unlauter. Mit dem Kostenargument kann man alles zerreden, bis iregndwann alle Schaden davon tragen...
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Alt Gestern, 20:59   #1160
Rotes Rathaus
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Rotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle Zukunft
Berlin steht im Bereich der Regierungs- und Parlamentsbauten vor einer weiteren Bauwelle. Die Hauptstadt könnte weitergehend fertig gebaut werden. Leider ist das Interesse gering. Eine Darstellung der Nation liegt Merkel und ihren Vasallen nicht. Wobei Schäuble immerhin einiges zuzutrauen ist. Die Vorrausetzungen dafür, dass das Ergebnis nicht nur technisch sondern auch städtebaulich und repräsentativ überzeugt sind dennoch schlecht, obwohl es dringend Lösungen bräuchte.

Der Reichstag ist seit den gestiegenen Sicherheitsaforderungen verstümmelt, was das halbherzige Besucherzentrum nicht lösen wird. Das Bonn Berlin Gesetz lähmt viele Standortentscheidungen, die zu einer klaren baulichen Darstellung gebraucht würden. Der Senat interessiert sich für die Fragen kaum. Technokratischer Rationalismus und ein ablehndendes Verhältnis zum Begriff der Nation kommen zum Ausdruck. Beamte entscheiden dann am Ende auf Basis von Excel Tabellen. Schade eigentlich - die Chance wäre da.
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Alt Gestern, 21:41   #1161
Akustiker
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Akustiker könnte bald berühmt werdenAkustiker könnte bald berühmt werden
Ich glaub Du meinst Lakaien und nicht Vasallen.. schlag lieber nochmal im Verunglimpfungs-Handbuch nach.
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Alt Gestern, 21:57   #1162
Architektenkind
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Architektenkind braucht man einfachArchitektenkind braucht man einfachArchitektenkind braucht man einfachArchitektenkind braucht man einfachArchitektenkind braucht man einfachArchitektenkind braucht man einfach
^ Tatsächlich scheint die Zeit der großen Würfe vorbei zu sein – also die Phase in den Neunzigern, als die Planer von oben auf Berlin geschaut haben und eine konsistente Hauptstadtplanung entwarfen. Das finde ich aber nicht nur schlecht: Das "Band des Bundes" zum Beispiel ist m.E. eine Kopfgeburt, die aus der Draufsicht schlüssig erscheint, vom Boden betrachtet jedoch problematisch wirkt.

Mit dem vermeintlichen Mangel an Liebe zur Nation kann ich wenig anfangen, und Deine Rede von den "Vasallen" der Kanzlerin erinnert mich unangenehm an der Herren Gaulands und Höckes Rede von der "Kanzlerdiktatorin". Davon ab ist aber eines richtig: Kohl und Schröder habe die Entwicklung des Regierungsviertels als Chefsache betrachtet; Merkel tut das nicht. Also hoffe auch ich, dass sich Schäuble als Bundestagspräsident mit dem Berliner Senat an einen Tisch setzt, um die Zukunft des Viertels zu klären. Dass allein Bürokraten und deren Taschenrechner darüber entscheiden, kann man nicht wollen.
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"Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin." Thomas Brasch
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Alt Gestern, 22:34   #1163
Baukörper
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Baukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfachBaukörper braucht man einfach
Zitat:
Zitat von Rotes Rathaus Beitrag anzeigen
Eine Darstellung der Nation liegt Merkel und ihren Vasallen nicht. [...] Die Vorrausetzungen dafür, dass das Ergebnis nicht nur technisch sondern auch städtebaulich und repräsentativ überzeugt sind dennoch schlecht, obwohl es dringend Lösungen bräuchte.
Oha! Das mit der Darstellung der Nation sollte sehr vorsichtig angegangen werden, da es schon zwei Mal so richtig schief gegangen ist.

Problematisch ist halt, dass die Ergebnisse dieser demokratischen Entscheidungsprozesse nicht mehr akzeptiert werden. Oder glaubst Du etwa, es gäbe eine Allen gefallende Lösung?

Zitat:
Zitat von Rotes Rathaus Beitrag anzeigen
Der Reichstag ist seit den gestiegenen Sicherheitsaforderungen verstümmelt, was das halbherzige Besucherzentrum nicht lösen wird.
Verstümmelt? Also wenn du jetzt die vielen Absperrgitter beanstanden würdest, könnte ich dir zustimmen. Das finde ich auch unangenehm, sowohl optisch als auch weil einer meiner innerstädtischer Lieblingswege über den Ebertplatz nicht mehr möglich ist. Aber von verstümmelten, oder wie ein anderer Forist, von geschändeten Gebäuden zu sprechen, ist ziemlich übertrieben. Verbale Abrüstung ist Notwendig.

Zitat:
Zitat von Rotes Rathaus Beitrag anzeigen
Technokratischer Rationalismus und ein ablehndendes Verhältnis zum Begriff der Nation kommen zum Ausdruck.
Was ist "Technokratischer Rationalismus" (???) und wundert es dich ernsthaft, dass es in Deutschland ein "ablehndendes Verhältnis zum Begriff der Nation" gibt ???

Zitat:
Zitat von Rotes Rathaus Beitrag anzeigen
Beamte entscheiden dann am Ende auf Basis von Excel Tabellen
Der heimliche kleine Diktator in der Amtsstube? Glaubst du das wirklich? Was schlägst du stattdessen vor?
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Alt Gestern, 23:07   #1164
Baukörper
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Zitat von Architektenkind Beitrag anzeigen
^ Tatsächlich scheint die Zeit der großen Würfe vorbei zu sein – also die Phase in den Neunzigern, als die Planer von oben auf Berlin geschaut haben und eine konsistente Hauptstadtplanung entwarfen.
Liegt das vielleicht schlicht daran, dass das Meiste fertig ist?
Rein vom Bauvolumen her, ist das, was jetzt noch zu bauen und noch nicht entworfen ist, doch überhaupt nicht mehr mit dem Planungs- und Bauaufwand in den 90ern zu vergleichen.

Im Grunde geht es jetzt nur noch um Ergänzungsmaßnahmen, z.B. um einem höheren Platzbedarf gerecht zu werden oder um die Freiraumgestaltung.

Sollten allerdings doch noch die in Bonn verbliebenen Bundesministerien nach Berlin umziehen, sieht das alles wieder anders aus, dann muss bestimmt auch nochmal das Freiraumkonzept rund ums Kanzleramt überdacht werden. Dann wäre auch ein stimmiges Gesamtkonzept sinnvoll.
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