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Alt 18.09.18, 20:24   #826
LE Mon. hist.
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An anderer Stelle, bei der der eine oder die andere auch mitliest und -schreibt, schrieb ich bereits: Der Vorschlag stammt nicht von der Leipziger SPD, sondern von einem SPD-Mitglied und zwar von Henrik Fischer, Sprecher des Arbeitskreises für Stadtentwicklung und Umwelt der SPD und Mitarbeiter am UFZ (http://www.ufz.de/index.php?de=40951). In der Ankündigung für die morgige Veranstaltung heißt es: "Eine Alternative zu dem teuren Ost-West-Tunnelprojekt könnte eine Ring-S-Bahn sein, für die die Infrastruktur schon weitgehend besteht. Wir fahren mit den Fahrrädern entlang eines Teils der möglichen Strecke und diskutieren Vor- und Nachteile."

Und in einer öffentlichen Diskussion schrieb Henrik Fischer: "Die Südspitze des Rings ist in der Tat die Achillisverse des Projekts, denn wegen der Bebauung und des Naturschutzesgebiets wird sie nur als Tunnel möglich sein. Ob Kosten und Nutzen insofern in ein Verhältnis zu bringen sind, wird sich zeigen."

Offenbar überwiegen ja die Nachteile bzw. sieht es für das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht so berauschend aus.

Wie viele andere zweifle auch ich daran, dass ein S-Bahn-Ring oder ein schiefes Herz auf dem Güterring mit Wende in Großstädteln ausreichend Fahrgäste haben würde. Allerdings reagiert dieser Vorschlag offenbar auf den (gefühlten?) Bedarf an tangentialen Verbindungen - auch um den Ring und die zentralen Haltestellen, v.a. die vorm Hauptbahnhof, zu entlasten. Wie könnte dieser Bedarf einmal erhoben oder besser abgeschätzt werden?

Jetzt verlassen wir damit zwar das Thema S-Bahn, aber ich bin der Überzeugung, dass einige neue Straßenbahnlinien diesen Bedarf besser abdecken würden, v.a.
- vom Adler über Schleußiger Weg, Kurt-Eisner-Str. und Semmelweisstr. bis zur Riebeckstr./Technisches Rathaus
- weiter über Riebeckstr., Breite Str., Wurzner Str., Hermann-Liebmann-Str., Stannebeinplatz, Gorkistr. bis Schönefeld, Volbedingstr. oder über Löbauer Str. und Braunstr. bis Thekla.

- Im Westen gibt es die Tangentialverbindung via 7 und 3 mit Umsteigen an der Angerbrücke ja schon mehr oder weniger.

DrZotts verwies auf den allwissenden Gottvater. Aber er und alle anderen wissen mit Sicherheit, warum das so ist mit den Großbauvorhaben. Man sollte es aber trotzdem immer mal wieder laut sagen oder schreiben:

Neue Tunnel und S-Bahn-Ringe über Gütergleise sind zwar teuer, aber tun niemanden weh, sie kommen zusätzlich hinzu, es gibt vermutlich Fördergeld von Land, Bund und/oder EU etc. Man kann schöne Bilder machen vom ersten Spatenstich, vom Durchstich und bei vielen weiteren Anlässen bis zur Eröffnung.

Straßenbahntrassen stehen in Konkurrenz zu anderen Nutzungen. Es fallen Fahrspuren für den MIV weg oder Parkplätze, an einigen Stellen auch Bäume oder Grünstreifen. Beim Bau der Trasse wird der MIV behindert, später muss man sich die Straße teilen und am schlimmsten ist es, dass die Bahn möglicherweise sogar Pulkführer werden soll. Das sorgt für Ärger mit Autofahrer_innen, Anwohner_innen, ... . So richtig schöne Bilder, die dafür entschädigen könnten, gibt es auch nicht - die Straße sieht aus wie immer und die vier Eisenschlangen machen nicht viel her. Und das Fördergeld sprudelt nicht so wie im Falle der anderen Großprojekte. Macht also alles keinen großen Spaß für Verkehrspolitiker_innen und -planer_innen.

PS: Link von woanders gemopst, da recht hilfreich:
Leipzig – Straßenbahn über Schleußiger Weg
https://extern.linieplus.de/proposal...leussiger-weg/

Geändert von LE Mon. hist. (18.09.18 um 20:55 Uhr)
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Alt 18.09.18, 21:08   #827
QM-magd
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QM-magd wird schon bald berühmt werdenQM-magd wird schon bald berühmt werden
Über einen solchen Ring sollte/kann man nachdenken wenn die Stadt die 1 oder 2 MIO Einwohner überschritten und der Ost-West-Tunnel schon im Bau ist. Hier sind noch einige Flächen zu verdichten damit sich das lohnt. (z.b. die freien Felder in Lindental und Thekla)

Und was soll bitte die Auwaldquerung? Man merkt wieder, dass alle nur an sich denken!!
Wenn dann, kann man Markkleeberg auch mit anbinden. Hier gab es ja auch mal 3 Haltepunkte und die Bahn hat in Gaschwitz kert gemacht. Was ist das Problem, der Wirtschaftlichkeit tut das sicher gut.

Problem ist derzeit, dass die Leute nicht bequem in Stadt kommen. Wer will denn um die Stadt fahren?

Ich empfehle der SPD mal mehr Tram und S-Bahn zu fahren. Z.B. früh um 7 mit der S1 von Grünau oder Nachmittag mit der S3 nach Wahren (wenn nur 1 Zugteil dran ist). Willkommen in der Realität.
Außerdem muss die Auslastung des 1. Tunnels erstmal her. Solange 70m S-Bahnen an 140m Haltestellen halten, haben wir noch kein Problem.

Also

1. dafür sorgen, dass paar mehr S-Bahnen bestellt werden (ZÜGE nachkaufen)
2. den S-Bahn Takt verstärken (S1 und S3) wie derzeit z.B. auf der S1 die durch die S4 der wegen Baustelle in Thekla verstärkt wird (Die S-Bahn ist derzeit weniger voll da 3 statt 2 Züge / Stunde verkehren.)
3. Trassenprüfung für den Ost-West-Tunnel vornehmen und Trassenfreihaltung machen
4. aller 5-10 Jahre schauen wie sich welche Maßnahmen wirtschaftlich darstellen lassen

.... und dann sehen wir weiter.

Übrigens es munkelt, dass die LVB alle großen Bauvorhaben für 2019 abgesagt hat ... soviel zum Thema Infrastrukturausbau !!!
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Alt 19.09.18, 12:20   #828
C. S.
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C. S. könnte bald berühmt werden
@Dr. Zott

die Vermutung liegt nahe, dass ähnlich wie in München, die Form einen Rings geometrisch mehr Freude und Verlockung auslöst, als die Fragen nach dem Woher und Wohin von wem? Grob durchgerechnet würden nicht mal halb so viele Leute den Ring an einem Tag nutzen, wie heute bereits in der viel zu selten fahrenden S1 drin sitzen. Im Querschnitt sind es so wenige, dass nicht mal 1.000 Personen/Tag zusammenkommen, also in etwa der Schnitt der Regionalbahn zwischen Belgershain und Bad Lausick. Das reicht nicht, um die immensen Bauaufwändungen für Kreuzungen, Bahnsteige und Trassenersatz Güterverkehr zu leisten.
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Alt 19.09.18, 12:31   #829
C. S.
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C. S. könnte bald berühmt werden
@QM Magd

aus berufenem Munde habe ich vernommen, dass selbst in der demnächst anstehenden Fortschreibung der Vergabe des MDSB I Netzes der ZVNL nicht den Allerwertesten in der Hose haben wird oder haben darf, mehr Zugmaterial auszuschreiben. Es wird also noch 25 Jahre so weiterdümpeln, weil alle Entscheidungsebenen wie bei Schraps-hat-den-Hut-verloren auf den anderen gucken und froh sind, wenn keiner was macht.

Denn ja, der jetzige Tunnelabschnitt hat 2000 Prognosewerte von einer Tagesauslastung rund 55.000 Fahrgäste gehabt, die Stationen rund 60.000 (Hbf), 40.000 (Markt), 20.000 (Leuschnerplatz) 18.000 (Bayerischer Bf) und 10.000 (MDR) Ein-/Aussteigern, mit ca 28.000 (hbf), 9.000 (Markt), 6.000 (Leuschner), 5.000 (Bayer.Bf) und 4.000 (MDR) muss erst mal die Nutzen-Kosten-Stufe aus dem Jahr 2000 erreicht werden.

ein Ring oder West-Ost-Tunnel würden jegliche positiven Werte der Nutzen-Kosten-Rechnung verfehlen. Zur Lösung unserer Alltagsprobleme braucht es zahlreiche kleine und günstige Verbesserungen in der Fläche, das ist nämlich machbar.

Geändert von C. S. (19.09.18 um 14:49 Uhr)
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Alt 19.09.18, 13:36   #830
DrZott
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DrZott ist einfach richtig nettDrZott ist einfach richtig nettDrZott ist einfach richtig nettDrZott ist einfach richtig nettDrZott ist einfach richtig nett
Stimmt - die Verantwortlichen machen selbst einfachste Hausaufgaben nicht. Wer regelmäßig Straßenbahn fährt, darf mit dieser auch sehr oft an Ampeln halten - selbst an Nebenstraßen. Selbst gewöhnliche Vorrangschaltungen sind für die lokale Verkehrspolitik eine Herausforderung - aber von zweiten Tunneln und Ringsystemen schwafeln. Sorry, aber das ist unterirdisch (im wahrsten Sinne )
__________________
So Sie bei mir Photos sehen, sind diese von mir. Wenn Sie keine sehen, brauchen Sie eine Brille. ;)
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Alt 21.09.18, 22:10   #831
LE Mon. hist.
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Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil. Die SPD-Fraktion im srle macht sich den Diskussionsvorschlag von Henrik Fischer zu eigen:

Vorlage - VI-A-06368
https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020...OLFDNR=1010717

Zitat:
Betreff: Erweiterung S-Bahn-Netz prüfen
Status: öffentlich (Vorlage freigegeben)
Vorlage-Art: Antrag
Einreicher: SPD-Fraktion

Beschlussvorschlag:

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, zu prüfen, inwiefern das Leipziger S-Bahn-Netz durch eine Ring-S-Bahn erweitert werden kann. Das Projekt soll sowohl als Alternative wie auch als Ergänzung zu einem möglichen Ost-West-Tunnel betrachtet werden. Zudem sollen vorhandene oder auch neue Anschlussmöglichkeiten an das Netz der LVB beachtet werden.

In die Prüfung sind Deutsche Bahn, ZVNL, MDV und der Freistaat Sachsen einzubeziehen.

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, eine finanzielle und personelle Beteiligung des Freistaates zu ermöglichen.

Sachverhalt:
Das Leipziger S-Bahn-Netz ist eine Erfolgsgeschichte, die es fortzuschreiben gilt. Es kann den innerstädtischen Verkehr beschleunigen, den Stadtrand näher an das Zentrum heranbringen und bietet auch Menschen aus dem Umland eine umweltfreundliche und zumeist zuverlässige Möglichkeit, nach Leipzig zu kommen. Folgerichtig diskutiert Leipzig über Möglichkeiten, das S-Bahn-Netz zu erweitern, wobei die Diskussion um den Ost-West-Tunnel besondere Aufmerksamkeit erfahren hat. Erwägenswert erscheint auch die Idee einer Ring-S-Bahn, die im Wesentlichen auf den Strecken des bestehenden Güterrings verlaufen könnte. Sie birgt das Potenzial, das S-Bahn-Netz schnell und kostengünstig zu erweitern, viele Leipziger Stadtteile zusätzlich zu erschließen und ohne Umwege durch die Innenstadt miteinander zu verbinden. Damit trägt eine Ring-S-Bahn zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs und insb. des Innenstadtrings bei. Der stadtnahe Verlauf ermöglicht zahlreiche Umstiege zum bestehenden ÖPNV, mit den vorgeschlagenen Haltepunkten zu elf Straßenbahnlinien und fast allen bestehenden S-Bahn-Linien. Bereits in den 1970er-Jahren gab es Pläne für einen S-Bahn-Ring um Leipzig herum, die teilweise umgesetzt worden sind, wie der Streckenverlauf entsprechend der Abbildung (Anlage) exemplarisch darstellt.

Wesentlicher Vorteil eines S-Bahn-Rings ist die Anknüpfung an bestehende Gleisanlagen, so dass zusätzliche Durchschneidungen der Stadt und des Auwaldes vermieden werden. Zudem ist zu erwarten, dass die Ertüchtigung kostengünstig ist.

Bei der Prüfung sollen verschiedene Linienführungen berücksichtigt werden. Denkbar ist eine Ring-Linie, die Leipzig umkreisen könnte. Es ist aber auch möglich, Halbkreise durch den Citytunnel zu fahren oder zusätzliche Linien aus dem Umland um Leipzig herum zu führen, statt durch den Citytunnel.

Der Prüfauftrag soll die technische Machbarkeit des Projekts darstellen, mögliche Kosten abschätzen und das Potenzial ermitteln und der Idee auf dem Weg zur Umsetzung erste Konturen geben. Die Prüfungen sollen mit anderen Überlegungen zur Erweiterungen des Netzes abgestimmt werden, um Synergien aufzuzeigen, insb. mit den Überlegungen zu einem Ost-West-Tunnel.
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