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Alt 30.09.11, 02:14   #1
DaseBLN
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DaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiellDaseBLN ist essentiell
Leipzig: Hainspitze (realisiert)

Die Höfe am Brühl scheinen wirklich zum Investitionsinduktor zu werden: Laut heutiger LVZ-Printausgabe ist das als 'Hainspitze' bekannte Grundstück am Südende der Hainstrasse verkauft worden und soll damit erstmals seit 1943 wieder bebaut werden. Die Centrum-Gruppe will dort ein Geschäftshaus mit grossem Handelsanteil errichten, dass die alten Baufluchten und Traufhöhen wieder aufnimmt. Architektonisch ist auf eine hochwertige Lösung zu hoffen, die Referenzen der Firma (inklusive dem Leipziger Reko/Sanierungs-Projekt Grimmaische 26/28) sind doch meist recht ahnsehlich. Die Investitionssumme soll 80 Mio. Euro betragen, Fertigstellung möglichst zeitnah nach den Höfen am Brühl sein.

Wirklich tolle Nachrichten!
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Alle Bilder, soweit nicht anders angegeben, von mir.

Fotos im DAF: Moskau

Geändert von DaseBLN (14.02.12 um 00:42 Uhr)
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Alt 30.09.11, 08:53   #2
LE Mon. hist.
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LE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfach
Hier noch die Website der Düsseldorfer Centrum GmbH: http://www.centrum-gmbh.com/ - nach meinem ersten Durchklicken noch ohne Informationen zur Hainspitze.

Der (noch) Leiter des Stadtplanungsamtes Wolfgang Kunz erwartet "planungsrechtlich keine große Hürden" für das Neubauvorhaben. Die Stadt freue sich sehr, dass die große Kriegslücke, die fast ein Drittel der Hainstraße ausmacht, nach fast 70 Jahren geschlossen wird. Kunz weiter: "Es wurde schon vereinart, die Entwürfe zu gegebener Zeit im Gestaltungsforum für Architektur vorzustellen.
LE Mon. hist. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.09.11, 10:56   #3
Ranger
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Ranger sitzt schon auf dem ersten Ast
das heisst also, dass es schon konkrete entwürfe in den schubladen der centrum gmbh zu geben scheint?

aber 80 mio klingt auf jeden fall gut, im vergleich zb zu 6 mio für 2 hotels am brühl. oder auch zu 200 mio höfe am brühl scheint hainspitze ein hochwertiges projekt zu werden.
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Alt 30.09.11, 11:58   #4
ungestalt
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ungestalt hat die ersten Äste schon erklommen...
die platzsituation vorn an der hainspitze bleibt hoffentlich erhalten? es wäre schade drum, vor allem, da sie auch historisch vorhanden war (vor der tuchhalle).
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Was fließt, gelingt.
ungestalt ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.09.11, 14:34   #5
Cowboy
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Cowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes Ansehen
^ Ich gehe fest davon aus, dass das genau so kommen wird.

Zum Verkauf der Hainspitze gibt es inzwischen diesen Property-Artikel.


Die historische Situation mit der Großen Tuchhalle stellt sich wie folgt dar:

Quelle: Illustrierte Zeitung, Wikipedia


Und so die heutige Situation in der Hainstraße:

Bild: Cowboy
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Alt 30.09.11, 16:16   #6
TomLE
Mitglied

 
Registriert seit: 10.05.2011
Ort: Leipzig
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TomLE befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Die beste Nachricht des Tages.

Ich bin guter Dinge, dass sich nun mittelfristig auch etwas in der großen Fleischergasse und später am Matthäikirchhof tut. Schöne Aussichten.
TomLE ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.09.11, 16:39   #7
Leo2505
Junior-Mitglied

 
Registriert seit: 16.09.2009
Ort: Leipzig
Beiträge: 45
Leo2505 sitzt schon auf dem ersten Ast
@ungestalt und cowboy (Platzsituation)

Können wir da sicher sein? Immerhin heißt es in dem Property-Artikel, dass laut Projektentwickler "v. a. die 95 Meter lange Front zur Hainstraße" den künftigen Mietern ("international erfolgreiche Filialisten") "optimale Präsentationsmöglichkeiten" eröffne. Das klingt m. E. eher nach einer Bebauung bis heran an den Brühl bzw. den Richard-Wagner-Platz.
Leo2505 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.09.11, 17:38   #8
Heinrich
Noch nicht bestätigt!
 
Registriert seit: 06.07.2010
Ort: Leipzig
Beiträge: 39
Heinrich befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Wenn man sich alte "Schwarzpläne" der Innenstadt ansieht, ist gut erkennbar, dass die historische "Raumkante" bis fast vor an den Brühl reichte. Wenn mich nicht alles täuscht, wurde sie vor einige Jahren bei der Neugestaltung der Hainstraße und dem Aufstellen des kleinen Jugendstil-Brunnens sowie der Bäume bereits wieder hergestellt, so dass man vor Ort anhand der Pflasterung einen sehr guten Eindruck davon erhalten kann, wo einmal die Gebäudefront verlaufen dürfte. Viel "Platz" wird da nicht entstehen, durch die verwickelte Straßensituation und die Öffnung zum Wagner-Platz hin aber hoffentlich auch nichts Beklemmendes.
Heinrich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.09.11, 19:28   #9
Kai-Uwe Arnold
Junior-Mitglied

 
Registriert seit: 08.02.2009
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Alter: 51
Beiträge: 71
Kai-Uwe Arnold ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Dresden hätte hier sicher die Tuchhalle originalgetreu wieder aufgebaut.
Das diese Möglichkeit nicht mal zur Diskussion steht ist schade.
Gerade die historische Hainstraße hätte einen historisierenden Abschluss gut vertragen. Und sei es um den Übergang zur Brühlbebauung harmonischer zu gestalten.
Kai-Uwe Arnold ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.09.11, 20:29   #10
DAvE LE
WÄCHTER von LEiPZiG
 
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DAvE LE kann im DAF auf vieles stolz seinDAvE LE kann im DAF auf vieles stolz seinDAvE LE kann im DAF auf vieles stolz seinDAvE LE kann im DAF auf vieles stolz seinDAvE LE kann im DAF auf vieles stolz seinDAvE LE kann im DAF auf vieles stolz seinDAvE LE kann im DAF auf vieles stolz seinDAvE LE kann im DAF auf vieles stolz seinDAvE LE kann im DAF auf vieles stolz seinDAvE LE kann im DAF auf vieles stolz seinDAvE LE kann im DAF auf vieles stolz sein
Anbei der LVZ-Artikel zum Thema.

Schön, dass diese Fläche nun einen neuen Eigentümer gefunden hat und auch schon in den nächsten Monaten bebaut werden soll. Ich hoffe auch, dass der kleine Platz an Hainstraße/Brühl/Große Fleischergasse mit Bärenbrunnen, Bänken und Bäumen erhalten bleibt. Davor könnte sich ein Café mit Freisitz ansiedeln.
__________________
*~ bye DAvE ~*
www.baustelle-leipzig.de
DAvE LE ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.09.11, 23:36   #11
aedificator
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aedificator wird schon bald berühmt werdenaedificator wird schon bald berühmt werden
Zitat:
Zitat von Kai-Uwe Arnold Beitrag anzeigen
Dresden hätte hier sicher die Tuchhalle originalgetreu wieder aufgebaut.
Das diese Möglichkeit nicht mal zur Diskussion steht ist schade.
Gerade die historische Hainstraße hätte einen historisierenden Abschluss gut vertragen. Und sei es um den Übergang zur Brühlbebauung harmonischer zu gestalten.
Ich finde diese ewigen Schreie nach dem Wiederaub irgendwelcher Gebäude, die es seit 60 Jahren nicht mehr gibt, langsam unerträglich (nicht persönlich nehmen, ich meine das verallgemeinernd). Gibt es noch historische Substanz ließe sich ja über eine Rekonstruktion durchaus streiten, aber so ein "originalgentrauer" Wiederaufbau so aus dem Nichts heraus führt doch nur so einer Disney-Kulissenarchitektur, der jeder reale Bezug fehlt: sowohl zur heutigen, wie auch zu intendierten Fake-Entstehungszeit.
aedificator ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.11, 00:08   #12
RMA
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RMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle Zukunft
Zitat:
Zitat von aedificator Beitrag anzeigen
Ich finde diese ewigen Schreie nach dem Wiederaub irgendwelcher Gebäude, die es seit 60 Jahren nicht mehr gibt, langsam unerträglich (nicht persönlich nehmen, ich meine das verallgemeinernd). Gibt es noch historische Substanz ließe sich ja über eine Rekonstruktion durchaus streiten, aber so ein "originalgentrauer" Wiederaufbau so aus dem Nichts heraus führt doch nur so einer Disney-Kulissenarchitektur, der jeder reale Bezug fehlt: sowohl zur heutigen, wie auch zu intendierten Fake-Entstehungszeit.
Du schmeißt mit Begriffen um dich, ohne sie scheinbar wirklich zu kennen. Was soll denn eine „Fake-Entstehungszeit“ sein? Schonmal darüber nachgedacht, dass auch der Wunsch nach der Rekonstruktion historischer Bauten Ausdruck unserer Zeit ist und seine gebaute Umsetzung zwangsläufig auf Dauer eine eigene Geschichtlichkeit erhält? Und wieviel historische Substanz muss noch vorhanden sein? Vielleicht sind unter dem Behelfsbau ja noch die alten Keller im Erdreich? Ist das genug oder braucht man zehn, zwanzig, dreißig Prozent Substanz, damit ein Wiederaufbau legitim ist?

Ich würde mich, anstatt Dogmatismen zu pflegen, mal fragen, worin denn die Rufe nach dem Wiederaufbau historischer Bauten begründet sind. Sicher nicht, den Krieg wegzulügen. Vielleicht eher, weil es menschliche Bedürfnisse gibt, die gegenwärtige Architektur nicht vollständig befriedigen kann. Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang der Katalog zur Münchener Ausstellung „Geschichte der Rekonstruktion - Konstruktion der Geschichte“ der das Ganze mal wissenschaftlich und ideologiefrei aufarbeitet.

Ansonsten freue ich mich auch über die Neuigkeiten. Hoffen wir mal auf einen ansprechenden Entwurf für diese wichtige Entrée-Situation und letzte große „Behelfsecke“ der Innenstadt.
__________________
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Alt 01.10.11, 01:11   #13
Abyssalon
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Abyssalon könnte bald berühmt werdenAbyssalon könnte bald berühmt werden
Stück für Stück treffen die Prognosen nach Baubeginn der Höfe am Brühl ein, sehr schön. Hoffentlich wird dann auch die Seite Richtung Großer Fleischergasse belebt...nicht, dass dort nur Anlieferung und Garageneinfahrt entstehen. "Durchwegung" klingt schonmal gut ("ähnlich wie bei Galeria Kaufhof" klingt weniger gut, zumindest äußerlich kein Gebäude mit Vorbildcharakter). Vielleicht wird sogar eine ordentliche Passage geschaffen. Von Wohnungen kann man sicherlich ausgehen - da fehlt dem traditionellen Mix eigentlich nur noch etwas Kultur. Und bitte ein Architekturwettbewerb, kein Fassadenwettbewerb.
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Alt 01.10.11, 05:18   #14
Cowboy
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Cowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes Ansehen
Ja, ein Architekturwettbewerb wird für diesen Kopfbau in städtebaulicher 1-A-Lage sehr wichtig sein. Und ich hoffe auf ein Ergebnis, das auch in städtebaulicher wie architektonischer Hinsicht überzeugend sein wird.

@ Kai-Uwe, der Brühl in seiner bauhistorischen Entwicklung ist wohl eher vergleichbar mit der Prager oder Willsdruffer Straße in Dresden. Ergo hätte "Dresden" für diese Brache in Leipzig auch nicht die Tuchhalle rekonstruiert, sondern den Hausarchitekten irgendeines Immobilienentwicklers für Einkaufszentren mit der Gestaltung des Neubaus beauftragt.
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Alt 01.10.11, 09:04   #15
aedificator
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aedificator wird schon bald berühmt werdenaedificator wird schon bald berühmt werden
Zitat:
Zitat von RMA Beitrag anzeigen
Du schmeißt mit Begriffen um dich, ohne sie scheinbar wirklich zu kennen. Was soll denn eine „Fake-Entstehungszeit“ sein? Schonmal darüber nachgedacht, dass auch der Wunsch nach der Rekonstruktion historischer Bauten Ausdruck unserer Zeit ist und seine gebaute Umsetzung zwangsläufig auf Dauer eine eigene Geschichtlichkeit erhält? Und wieviel historische Substanz muss noch vorhanden sein? Vielleicht sind unter dem Behelfsbau ja noch die alten Keller im Erdreich? Ist das genug oder braucht man zehn, zwanzig, dreißig Prozent Substanz, damit ein Wiederaufbau legitim ist?

Ich würde mich, anstatt Dogmatismen zu pflegen, mal fragen, worin denn die Rufe nach dem Wiederaufbau historischer Bauten begründet sind. Sicher nicht, den Krieg wegzulügen. Vielleicht eher, weil es menschliche Bedürfnisse gibt, die gegenwärtige Architektur nicht vollständig befriedigen kann. Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang der Katalog zur Münchener Ausstellung „Geschichte der Rekonstruktion - Konstruktion der Geschichte“ der das Ganze mal wissenschaftlich und ideologiefrei aufarbeitet.

Ansonsten freue ich mich auch über die Neuigkeiten. Hoffen wir mal auf einen ansprechenden Entwurf für diese wichtige Entrée-Situation und letzte große „Behelfsecke“ der Innenstadt.
Sie haben natürlich recht: Imitationsbauten, das zeigt auch Ihr Verweis auf einen Exkurs quer durch die Architekturgeschichte, haben selbstverständlich schon immer existiert und waren - was noch wichtiger ist - auch stets Ausdruck eines Bedürfnisses einer Akteursgruppe ihrer Zeit. Man müsste Soziologe sein, um hier weiter diskutieren zu können.

Was ich vielmehr meinte, als ich von Fake-Entstehungszeit und Bezug zur Gegenwart und Vergangenheit sprach, ist etwas anderes. Die Architektur eines solchen Wiederaufbaus hat leider meistens die Verschleierung der Geschichte des Bauplatzes und des Umfeldes zum Ziel und zur Folge. Es soll dem Uneingeweihten vorgegaukelt werden, dass die Imitation das Original sei. Dabei geht der Bezug zur aktuellen Architekturentwicklung verloren, während gleichfalls niemals ein tatsächlicher Bezug zur ursprünglichen Entstehungszeit, zur ursprünglichen Funktion der Architektur, zu ihren Motiven, Aussageabsichten und Hintergründen herstellbar würde - weil der zeitgeschichtliche Kontext ein gänzlich anderer ist.

Und hierum geht es mir. Will ich das Architektur die Vergangenheit imitiert oder moderne und zeitgemäße Lösungen schafft. Und hier wird es persönlich, weil diese Frage jeder etwas anders beantwortet. Über die Qualität moderner Architektur kann man sich streiten - es gibt genügend gute und genügend schlechte Beispiele - trotzdem ist es mir persönlich lieber, wenn unsere Zeit nach eigenen architektonischen Lösungen sucht (kreativ - aber stets mit der Gefahr verbunden zu scheitern) als den vermeindlich sicheren Weg zu gehen und nachzubauen, was die architektonische Lösung einer anderen Zeit war oder gewesen wäre.

Und auch wenn das Bedürfnis nach Imitation der Vergangenheit ein verbeitetes - und da Geschmacks-und Glaubensfrage auch durchaus legitimes, Anliegen ist, darf es mir bitter aufstoßen, wenn - noch bevor der erste Entwurf gesehen wurde - schon darüber gemeckert wird, dass hier nichts "originalgetreu" wieder aufgebaut werden soll.
aedificator ist offline   Mit Zitat antworten
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