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Alt 27.02.18, 08:00   #226
DocHobbit
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DocHobbit hat die ersten Äste schon erklommen...
Auf Nordbayern.de ist heute ein Artikel zum Citypoint zu finden.

Offenbar wird schon bald das ganze Gebäude abgerissen und neu aufgebaut. Folgender Absatz klingt zwar vielversprechend, aber mal abwarten, was dabei raus kommt.

Zitat:
Ein unter elf eingeladenen Architekturbüros ausgeschriebener Wettbewerb wird laut Baureferent dafür sorgen, dass dort "kein weiterer Riesenklotz" entsteht. Die Hausstruktur der Breiten Gasse soll stattdessen optisch fortgesetzt, die verunglückte Rückseite des Ladenzentrums zum Hallplatz hin nicht mehr verschlossen und abweisend, sondern offen und belebt wirken.
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Alt 27.02.18, 21:31   #227
nothor
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Abriss City Point - Breite Gasse

Also ich verknüpfe mit dem Neubauvorhaben schon eine hohe Erwartung und eine gewisse Vorfreude. Denn stadtbildmäßig ist der Bestand doch sehr unterdurchschittlich, auch im Vergleich mit anderen um die Jahrtausendwende entstandenen Centern. Der Bau geht in keinster Weise auf seine Umgebung integrativ ein, besteht aus dem falschen Material, in unpassender Kubatur, ignoriert den südlich gelegenen Hallplatz und versagt auch noch in seiner inneren Struktur. Ein solches Gebäude, das nach 19 Jahren bereits abgerissen werden muss, entspricht in etwa einem Staubsauger, der nach 6 Monaten kaputt geht. Mit Qualität hat das nichts zu tun.

Der Neubau hat nun die Chance alles besser zu machen, und dazu bedarf es eigentlich nicht viel. Was an Geschäften später da reinkommt interessiert mich auch überhaupt nicht, aber ob es gelingt den richtigen Bezug zum Zeughaus, dem Hallplatz und der Breiten Gasse interessiert mich sehr. Gerade der Hinweis auf die Breite Gasse ist spannend, denn diese Straße ist ja alles andere als einheitlich. Z.B. die direkte Nachbarschaft ist schon von den verschiedensten Baustilen geprägt:



Gründerzeit und Wiederaufbaujahre wechseln sich mit spartanischen postmodernen Geschäftshäusern ab.













Die Straße hat durchaus ihren Reiz, sie hat die enge Urbanität der kurzen Wege und kleinteiliger Geschäftshäuser mit sich direkt gegenüber liegenden Geschäften. Es gibt nur Fußgänger, davon reichlich, aber kein störenden Motorenlärm irgend welcher Fahrzeuge. Die Architektur freilich ist insbesondere im Nachkriegssegement eher mittelmäßig. Deswegen kann das Versprechen des Baureferenten echt alles mögliche bedeuten.
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Alt 27.02.18, 22:04   #228
nenntmichismael
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Ganz wie der Kollege @nothor sehe auch ich den Komplettabriss des City Points und einen Neubau von der Pike auf als große Chance. Der Bestandsbau war vom ersten Tag an, insb. was den Außeneindruck betrifft, eine architektonische Missgeburt, ein Monsterbaby, das seine Umgebung erschlagen hat. Ob solche Einkaufstempel in näherer Zukunft überhaupt noch zeitgemäß sind, ist ohnehin die Frage. Vor allem stimmt mich aber hoffnungsfroh, dass das derzeitige Gebäude in einer Phase wirtschaftlicher Stagnation in Nürnberg gebaut wurde, in der die Ansprüche niedrig waren und die Finanzmittel nicht viel höher. Das hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Wer heute an einem so prominenten Ort der Stadt etwas neues bauen und sich dabei nicht blamieren will, der muss schon etwas vorweisen können, um gegenüber anderen jüngeren Großprojekten wie Tafelhof, AOK-Neubau, Augustinerhof oder auch nur dem Kaufhaus Breuninger nicht bitter abzufallen.

Auch die Breite Gasse, mit der ich wenig anfangen kann, kann das mittelfristig mit hoch ziehen.

Ich bleibe gespannt. Und hoffnungsfroh.
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Alt 11.04.18, 20:50   #229
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Webersplatz 8

Unter dem Arbeitstitel "WEBER.ACHT" wird denmächst die angeblich letzte Kriegsruine in Nürnbergs Altstadt verschwinden und durch einen Neubau ersetzt. Die Reste einen alten Handwerkerhauses von ca. 1695 werden damit wohl verschwinden.





Eine interessante Fotostrecke zu dem verfallenen Objekt gibt es hier zu sehen:
https://museen.nuernberg.de/museum-i...uernbergs-984/
Ich finde es zwar außerordentlich bedauerlich, dass ein historischer Rest nun komplett verschwindet, aber es ist davon auch nicht mehr viel übrig als eine stark verwitterte Sandsteinmauer, die man wohl kaum erhalten kann. Immerhin
vom Bauträger Bauhaus ist nun ein Bau geplant, der sich gut in das bestehende Gefüge einpasst und sogar einen schönen Giebel zur Straßenseite zeigt, etwas durchaus sehr altstadttypisches:


(c) Bauhaus Liebe und Partner

Als Nutzung sind 10 2-3-Zimmerwohnungen vorgesehen, der Verkaufsstart hat begonnen.
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Alt 24.04.18, 22:53   #230
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Dachwiederaufbau Luitpoldstraße 16

Zitat:
Zitat von nothor Beitrag anzeigen

Wer weiß, vielleicht werden die Stellen, an denen noch keine hölzerne Dachkonstruktion steht, ja massiv in Sandstein wieder errichtet? Dann käme es der historischen Ausführung vielleicht durchaus nahe, die allerdings wirklich super prächtig war:


Ak aus Privatsammlung
Wie es ausschaut kommen die Giebel tatsächlich in historisch naher gestaltung zurück. Bislang sind sie nur als Kalksandsteinwand zu sehen, aber die Fenster stimmen schonmal.



Die daneben liegenden Dachgauben jedenfalls sind nicht am historischen Vorbild orientiert, aber immerhin auch keine gestalterisch wirkungslosen Veluxfenster:



Ich bin total gespannt!
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Alt 23.05.18, 22:45   #231
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Verkauf Pilatushaus an Altstadtfreunde?


Die Stadt führt offenbar Gespräche über einen Verkauf des Pilatushauses an die Altstadtfreunde. Die knapp 6 Mio. EUR Sanierungskosten ist man aufgrund anderer Prioritätensetzung derzeit offenbar nicht mehr bereit zu investieren.


Das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen:
Eine herausragende Immobilie im Besitz der Stadt, denkmalgeschützt in absoluter Toplage und von höchster Außenwirkung, soll aus städtischer Verantwortung entlassen werden weil man 6 Mio. EUR lieber andernorts ausgibt.
Parallel möchte man in die völlig marode 50er-Jahre Bebauung am ungleich weniger bedeutsamen Egidienplatz (ehem. Stadtbibliothek im Pellerhaus) ein zigfaches investieren und begründet dies z.T. auch mit dem Denkmalschutz. Es ist absurd.


Ich hoffe die Altstadtfreunde verhandeln nun gut.
Die Stadt scheint ja zu praktisch jedem Tabu-Bruch fähig solange es den "Prioritäten" dient...


http://www.nordbayern.de/region/nuer...haus-1.7619226


d.
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Alt 24.05.18, 00:18   #232
nenntmichismael
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Das sehe ich ganz genau wie Du, @Dexter.

Ein Armutszeugnis sondersgleichen. Und eine konzeptionelle Absurdität. Für ein Gebäude, das 500 Jahre überstanden hat und das im heutigen Nürnberg am schönsten und lebendigsten Altstadtplatz stadtbildprägend ist, sind 6 Mio. Euro zu viel. Für ein anderes Gebäude, das nach 50 Jahren schon abbruchreif ist und das in einem toten Winkel der Altstadt liegt, sollen 25 Mio. Euro ausgegeben werden.

Enderle sollte sagen: Wir nehmen Euch das Pilatushaus ab. Aber nur, wenn wir das Pellerhaus und die Genehmigung zur Rekonstruktion des Vorderhauses ebenfalls bekommen. Im Gegenzug dürfte sich die Stadt dann aussuchen, ob sie ihr Haus des Spielens im wiederaufgebauten Pellerhaus oder im sanierten Pilatushaus unterbringen will.

Wir schreiben im Jahr 2018 das "Europäische Jahr des Kulturerbes". Und die Stadt Nürnberg, das ehemalige Schatzkästlein des ehemaligen Reiches, kümmert sich nicht die Bohne um das architektonische Erbe ihrer wichtigsten historischen Phase.
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Alt 24.05.18, 08:39   #233
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Zitat:
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Enderle sollte sagen: Wir nehmen Euch das Pilatushaus ab. Aber nur, wenn wir das Pellerhaus und die Genehmigung zur Rekonstruktion des Vorderhauses ebenfalls bekommen.
In der Tat der Deal stinkt irgendwie. Die Altstadtfreunde sollten aber vorsichtig sein, sie sind schließlich nicht unendlich reich und haben als Verein ja auch klare Ziele und Verantwortungen den Mitgliedern gegenüber. Das Pilatushaus zu übernehmen (nach Abzug aller Förderungen bleiben sicherlich immernoch 2 - 3 Mio EUR übrig), die Hintere Ledergasse verschlingt wohl auch noch 3 - 4 Mio, und das Projekt Pellerhaus würde wohl nicht gestrichen. Ich wüsste nicht woher man die Finanzen nehmen sollte, selbst wenn man die Sache auf 10 - 20 Jahre streckt.

Ein Deal, das Pilatushaus zu retten und dafür obendrauf die Pellerhausfassade rekonstruieren zu dürfen ist in meinen Augen zwar reizvoll - sicherlich auch in den Augen von Stadtkämmerer Riedel - aber ich halte das aktuell für zu abenteuerlich.

Grundsätzlich aber bin ich erschüttert. Das Pilatushaus ist ein Nr.1-Denkmal und das TOP Fotomotiv für das Stadtbild Nürnbergs. Und die Stadt geht gerade (immernoch) die Bewerbung zur Kulturhauptstadt an. Ich frage mich, womit will man denn da eigentlich punkten? Mit einem Plastiknashorn am Egidienberg? Mülltonnenskulpturen am Klarissenplatz oder goldene Kunststoffmadonnen am Kornmarkt? Die besten Seiten der Stadt sollen aber offenbar keine Rolle spielen... das merkwürdigste aber ist die Bemerkung 'die Stadt habe andere Prioritäten'. Wie kann es was wichtigeres geben als die finanziell überschaubare Pflege der besten Stube der Stadt?



Außerdem, wie geht es dann weiter? Wird die Stadt auch die Altstadtmauer abstoßen weil da zu wenige Wohnungen drin sind? Es kann ja nicht sein dass die Stadt ihre baukulturellen Aufgaben aufgibt und die Altstadtfreunde bittet, diese zu übernehmen. Ich bin überzeugt dass es die Altstadtfreuden deshalb gibt, weil die Stadt große Defizite in ihrer Strategie der Denkmal- und Stadtbildpflege hatte und immernoch hat. Auslöser für die Gründung der Altstadtfreunde war Anfang der 1970'er der Plan eine Altstadtautobahn über den Unschlittplatz zu bauen und den Platz komplett zu asphaltieren. Dieser Geist scheint auch heute noch vorhanden zu sein, und Aufgaben der Denkmalpflege werden nur zu gern auf die Altstadtfreunde outgesourced, vor allem dann wenn man nicht im selben Atemzug auch auf die überflüssige Sanierung des verunglückten Nachkriegspellerhauses verzichtet. Dexter hat es exzellent auf den Punkt gebracht!

Übrigens, 2016 hatte noch die Stadt, der oberste Denkmalpfleger persönlich, durch das Pilatushaus geführt. Ein Fotobericht in Beitrag Nr. 133 dieses Strangs.
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Alt 24.05.18, 15:45   #234
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Ja, "erschütternd" trifft´s gut, @nothor.

Was die Finanzierbarkeit solcher Großvorhaben durch die Altstadtfreunde betrifft, stelle ich mir seit Jahren folgende Frage (die ich aus Gründen räumlicher Distanz niemals bei einer Mitgliederversammlung klären konnte): Über die Jahrzehnte haben die Altstadtfreunde eine Reihe von Immobilien gekauft und instandgesetzt. Der Wert dieser denkmalpflegerisch sachgerecht und tipptopp restaurierten Gebäude dürfte beträchtlich sein. Wäre es nicht möglich, das eine oder andere sanierte Haus zu veräußern und neue Großprojekte mit den dabei erzielten zusätzlichen Einnahmen (statt nur mit den alljährlichen Kleinspenden) anzugehen? Oder ist man satzungsmäßig gezwungen, den erworbenen Gebäudebestand zu halten?
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Alt 29.05.18, 19:30   #235
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Übrigens, die Antwort auf deine Frage kenne ich nicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass die Objekte der Altstadtfreunde als Sicherheiten hilfreich sind, wenn wieder für ein Projekt ein Kredit aufgenommen werden muss. Allerdings sind die denkmalgeschützten Objekte durchaus speziell und wohl eher nicht so viel wert wie man hineingesteckt hat. Dann wären es ja Renditeobjekte und kein kulturelles Erbe, um das man sich kümmern müsste. Deshalb glaube ich ist maßgeblich, was das jeweilige Grundstück wert ist. Da sehe ich auch den großen Pferdefuß bei dem unanständigen Angebot der Stadt, die nur eine Erbpacht vorschlägt. Da hätten die Altstadtfreunde am Ende garnix.
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Alt 02.06.18, 17:10   #236
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Abriss Maxtormauer 50-52

Wie im Stadtanzeiger bereits am Dienstag, 29.05. zu lesen war, hat der Abriss an der Maxtormauer bereits begonnen. Damit geht leider ein weiterer, großer Teil der sehr wenigen erhalten gebliebenden historischen Bausbubstanz verloren, die den Krieg und alles danach überstanden hat.





Das nordöstliche Sebald, das in der Architekturwelt auch oft als "Steppe" bezeichnet wird wegen des damals vorhanden freien Blicks von der Pegnitz unten über Trümmerhaufen und Brachen bis zur rauf zur Maxtormauer, wird auch heute noch als Steppe wahrgenommen. Wer kunsthistorische Kleinodien sucht, die man normalerweise in einer Altstadt suchen würde, muss hier sehr geduldig zwischen einfachen Nachkriegswohnhäusern und postmodernen Ergänzungsbauten vorgehen. Das zweifellos wichtigste davon dürfte die Stadtmauer sein, die die Stadt Nürnberg zuletzt wieder instand setzen ließ, da sie hier doch sehr lückenhaft war. Heute bietet sie wieder ein überzeugendes Gesamtbild mitsamt den rekonstruierten Türmen:



Sie alle stehen quasi vor der Türe des Neubauprojektes in direkter Nachbarschaft.



Auf diesem Bild sieht man links angeschnitten mit der Jahreszahl 1928 den nun verschwundenen Bau:



Auch wenn man der Mauer auf der Altstadtseite weiter folgt, ein komplettes Bild:







Jetzt dürfte man erwarten dass sich der Neubau sowohl an der mit viel Steuergeld restaurierten Mauer und am Vorgängerbau orientiert, zumindest was die wesentlichen Gestaltungsmerkmale anbelangt. Leider wird es wie befürchtet wohl genau das Gegenteil davon werden:


Doemges Architekten, Regensburg

Der Hurra-Redakteur im Stadtanzeiger preist indes an: "Klar ist, der Denkmalschutz wird ein gewichtiges Wort mitsprechen". Das klingt wie ein böser Euphemismus angesichts der Baubeschreibung: Ein langgezogener Riegel mit Betonfassade und Flachdach soll hier entstehen. Was mag der Denkmalschutz in den entscheidenden Gespächsrunden hier wohl gewichtiges gesagt haben? Mag jemand Kekse?
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Alt 03.06.18, 14:27   #237
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Warum ein gut erhaltener Vorkriegsbau in einer derart zerbombten Altstadt wie Nürnberg vom Denkmalschutz nicht als unbedingt erhaltenswert erkannt wird, mag mir mal einer zu erklären versuchen. Dass da in Nürnberg ganz besondere Spezis sitzen, hab ich mittlerweile gelernt, insofern dürfte die Vermutung mit den Keksen nicht so weit hergeholt sein.
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Alt 09.06.18, 11:30   #238
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Lorenzer Straße 23

Tja, der Investorendruck in Nürnberg auf die Immobilienbranche ist enorm, und unsere Stadtpolitik gibt dem nur zu gerne nach. Offenbar steckt ihnen seit den 1990'ern - und einige sind seit damals noch immer im Amt - der Spiegel-Artikel "Nürnberg, langweiligste Großstadt Deutschlands" in den Knochen. Nur so kann es ich mir erklären, dass derzeit immer wieder historische Substanz weggeräumt wird, die anderswo denkmalwürdig wäre. Der Maßstab ist offenbar die Prognose über einen überregionalen Aufschrei, z.B. wenn es etwas Mittelalterliches träfe.

In der Lorenzer Straße 23 (zuletzt hier) tut sich etwas, es wurden zwischenzeitlich denkmalgerechte Fenster eingesetzt. Bald dürfte die Fassade neu gestaltet werden:



Das ist auch was ich meine, dieses Haus geht im Kern auf das 15. Jahrhundert zurück. Solche Gebäude werden i.d.R. nicht angetastet. Gottseidank. Aber man sieht auch dass es nicht darum geht ob etwas entscheidend für das historische Stadtbild ist, sondern wie alt die verbauten Materialien sind.
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