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Alt 19.05.18, 16:22   #271
Elli Kny
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Zwinger und Gemäldegalerie

Bericht über die Baumaßnahmen in der SäZ.

- Bogengalerie L ist längst eingerüstet, die Planung aber vom Land noch nicht genehmigt - seltsam.
- Semperbau verzögert sich um weiteres halbes Jahr, es fanden sich teils keine Baufirmen (!)
- SäZ-Peter Hilbert nennt fertigen Wallpavillon den "größten des Zwingers". Naja, die Glockenspielhütte ist schonmal deutlich dicker, und größer.


Orangen-Pomeranzen sind nun wieder aufgestellt und zu bestaunen - DD-TV Filmchen.
Die Baumkrönchen müßten ja von Jahr zu Jahr etwas an Volumen zulegen.
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Alt 04.06.18, 17:41   #272
BautzenFan
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Vor etlicher Zeit beschäftigte uns hier die Frage über den Ausbau des NO-Flügels im Residenzschloss (EG und Keller). Öffentlich bekannt war ja eigentlich bislang nur, dass hier eine gastronomische Nutzung vorgesehen ist. Dank einer ganz aktuellen Ausschreibung des SIB kann ich nunmehr erste Informationen liefern. Der Ausschreibungstext wurde wie folgt betitelt: *Rohbau Gastronomie NO*, mit dem Leistungszeitraum: Beginn: 03.09.2018 Ende: 29.03.2019.

Angaben zum ausgeschriebenen Leistungsumfang:

Zitat:
Bei der Baumaßnahme Dresdner Schloss | Ausbau III | 3.BA - Rohbau Gastronomie handelt es sich um Bauleistungen im Erd- und Kellergeschoss im Nord-Ost-Flügel des Dresdner Schlosses sowie teilweise im angrenzenden Außenbereich.
[…]
Vorbereitende Arbeiten:
begleitend Kampfmittelsondierung im Außenbereich mit
50 m Tiefgründungen mit Mikrobohrpfählen;
60 m² Baugrubenverbau mit Trägerbohlenwand;

Erdarbeiten:
100 m³ Baugrubenaushub Außenbauwerke;

Rückbauarbeiten:
150 m³ Rückbau Ziegelmauerwerk; 100 m³ Rückbau Beton; 80m Kernbohrungen im Bestandsmauerwerk als Einzelbohrungen; diverse Schlitz, Aussparungen, Nischen;

Mauerwerksarbeiten:
100 m² Ziegelmauerwerk unterschiedlicher Stärken; 30 m² Sockelmauerwerk Gerätesockel; 75 m² Stahlbeton-Hohldielen; diverse Anpass- und Erneuerungsmaßnahmen in Kleinstflächen;

Beton- und Stahlbetonarbeiten:
3,5 m³ Fassadenunterfangung aus WU-Beton; 5,5 m³ Außenbauwerk Unterfluraufzug aus WU-Beton; 5,5 m³ Außenbauwerk Zugangstreppe aus Beton; 10,0 m³ Ortbeton Treppen- und Aufzugsbauwerke im Gebäude; 60 m³ Leichtbetonauffüllungen;

diverse Arbeiten zu Abwasseranlagen im Außenbereich im Zusammenhang mit dem Unterfluraufzug
Aus den Planunterlagen der Ausschreibung geht hervor, dass die Gasträume im NO-Flügel durch 2 Eingänge betreten werden können, ein Eingang wird eine Rampe für Rollstuhlfahrer erhalten:


Ausschnitt aus einem Foto von Knuffte

Das im obigen Bild mit einem roten Kreuz markierte Portal stellt ein Baurelikt aus der Erbauungszeit des NO-Traktes dar, die aufgehenden Wände im EG und 1. OG des NO-Flügels wurden nämlich in die Zeit um 1400 datiert (das so genannte „Alte Haus“).



Die aus den Plandarstellungen der Ausschreibung ersichtlichen Funktionsangaben der Räume habe ich mal in folgenden Grundrissausschnitt eingetragen. Zu Grunde liegt freilich eine Rissdarstellung aus der DDR-Planung, daher sind gewisse dort enthaltene Details überholt (geändert). Zum Beispiel wird der Treppenaufgang (Eingang 1) zwischen Westkanten und Südkanten der Treppe nicht eckig wie im DDR-Plan, sondern abgerundet.



Es wird also 3 Gasträume geben (hellgrün umrandet) – und die werden urig. Die Deckeneinwölbung ist noch original erhalten (heißt bei der Bombardierung nicht durchgebrochen). Der mittlere Gastraum weist zum Beispiel ein Ziegelstein-Kreuzgrat-Gewölbe auf (wie gesagt stammen die aufgehenden Wände hier aus der Zeit um 1400, die Einwölbung der Decken entstand aber später (zum größten Teil aus der Renaissance – Umbauphase des Schlosses unter Kurfürst Moritz, Mitte 16. Jhd).
Der rot eingekreiste Bereich trägt in einem Plan die Anmerkung: "Durchgang in die Ausstellung zur Schlossgeschichte".

An der Nordfassade des Schlosses wird ein Unterfluraufzug eingebaut werden. Die Lagerräume der Gaststätte befinden sich nämlich im Keller. In diesem Zusammenhang wird man den dort durch Poller geschützten Bereich auf etwa die doppelte Längserstreckung vergrößern. Der im nachstehenden Bild mit einem roten Kreuz markierte Poller muss dafür abgebaut und weiter westlich wieder eingebaut werden. In der Fluchtlinie der anderen 4 Poller werden 4 weitere Poller gesetzt:


Foto von Elli Kny

Mein Fazit im Hinblick auf die Terminangeben: Es ist wohl frühestens im Frühjahr 2020 mit der Inbetriebnahme der Gaststätte zu rechnen. Das passt aber, denn dann dürfte auch der Altan fertig sein (dann steht dort kein Gerüst mehr, was die Nutzung der Gaststätte m.E. aus Sicherheitsgründen ausschließt – man denke nur an die Rampe).

Geändert von BautzenFan (04.06.18 um 22:56 Uhr)
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Alt 27.06.18, 10:12   #273
BautzenFan
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Laut SIB-Planung ist für den Herbst 2018 eine Abbruchmaßnahme im Zwinger vorgesehen. Keine Sorge, der Zwinger bleibt natürlich stehen. Es geht um den (erst im Zuge des Nachkriegsaufbaus entstandenen) Verbindungsgang zwischen Sempergalerie und dem so genannten Marmorsaal im Französischen Pavillon. Das Teil ist mir ehrlich gesagt noch nie aufgefallen, ist aber auch nur einstöckig und nur reichlich 8 m lang.

Hier eine Nahaufnahme:
www.deutschefotothek.de/documents/obj/71368362/df_mbs_0093009_038_b


Bis einschließlich 2020 werden dann weitere Baumaßnahmen am Französischen Pavillon erfolgen: Sanierung Freitreppe und Vorterrasse, Fassadenrestaurierung, Reparaturen am Dach, Fensteraustausch, Erneuerung Haustechnik. Der Ausbau des Marmorsaals (im Obergeschoss des Französischen Pavillons gelegen) ist NICHT Bestandteil der aktuellen Sanierungsmaßnahme (SIB-Formulierung).

Besagter Marmorsaal besaß vor dem Krieg die prächtigste Innenausstattung im Zwinger. Davon ist leider nicht mehr viel zu sehen. Aber – das muss nicht so bleiben, und soll es wohl auch nicht.
Aufgrund seiner architektonischen Wertigkeit wurde der Saal natürlich auch im „Löffler“ gebührend berücksichtigt:

Zitat:
Den Namen trägt der Saal nach der kostbaren Verkleidung mit sächsischen Marmorarten, die an verschiedenen Orten des Landes gebrochen und in eigenen Steinschneidewerken, Schleif- und Poliermühlen veredelt wurden. Über den vergoldeten Simsen (vergoldete Simse – bitte merken) mit Adlerdekorationen ein dreiteiliges Deckenbild allegorischen Inhalts, eine Huldigung für August den Starken und seine Gemahlin Christiane Eberhardine, mit den Medaillons des Kurfürsten-Königspaares in der Längsachse des Mittelsaales von Christian Fehling.
Quelle: Fritz Löffler *Das alte Dresden*

Und hier sehen wir das Prachtstück, aufgenommen 1931:
http://www.deutschefotothek.de/docum..._0001059_motiv


Den üppigen Goldsims kann man auf diesem sw-Foto nur erahnen, also schaue man hier:
http://www.deutschefotothek.de/docum.../df_wm_0004601


Die voranstehende Aufnahme entstand im Rahmen der Dokumentationsarbeiten für das Farbdiaarchiv.
Vor ca. 2 Jahren wurde vom SIB eine recht umfängliche (112 Seiten) und reich bebilderte Broschüre über die Sanierungsarbeiten im Dresdner Zwinger herausgegeben (bezogen auf den Zeitraum 1991 bis 2015). Dort findet sich über den Marmorsaal folgende Information:

Zitat:
Eine große Herausforderung stellt der einst reichste und wichtigste Saal des Zwingergartens – der Marmorsaal im Obergeschoss des Französischen Pavillons – dar. Von diesem Raum blieben eine Vielzahl hochkarätiger Fragmente in Form von Pilastersockeln, Gesimsfragmenten und Brüstungsintarsien erhalten. Eine Probeachse zur Auslotung aller Möglichkeiten für eine Rekonstruktion wurde bereits Ende der 1980er Jahre angelegt. Eine weitere Vertiefung ist notwendig.
Quelle:
https://www.sib.sachsen.de/fileadmin..._Dresden_1.pdf

Im Zitat ist die Rede von einer Vielzahl hochkarätiger Fragmente, die erhalten blieben – dies aber offensichtlich in der Art, dass man sie abgenommen und für einen späteren Wiedereinbau (mit Ergänzungen und Vergoldung) erst einmal eingelagert hat. Das nächste Foto zeigt den Zustand des Saales, BEVOR diese vielen Fragmente abgenommen worden sind:
http://www.deutschefotothek.de/docum...atalog_0135727
http://www.deutschefotothek.de/docum...atalog_0135722

Und schließlich noch ein Foto des aktuellen Zustandes incl. Probeachse:


By Bybbisch94, Christian Gebhardt - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/inde...curid=51957647

Aus dem letzten einige Ausschnitte (es gilt die gleiche Quellenangabe):





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Alt 27.06.18, 18:25   #274
Saxonia
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Eine Wiederherstellung von Deckengemälden wie im Residenzschloss ist im Zwinger wahrscheinlich nicht geplant oder? Habe zumindest noch nie etwas in diese Richtung vernommen.
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Alt 27.06.18, 21:46   #275
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Zur gedanklichen Anbindung möchte ich noch einmal die Passage aus der erwähnten SIB-Broschüre zitieren:

Zitat:
Eine große Herausforderung stellt der einst reichste und wichtigste Saal des Zwingergartens – der Marmorsaal im Obergeschoss des Französischen Pavillons – dar. Von diesem Raum blieben eine Vielzahl hochkarätiger Fragmente in Form von Pilastersockeln, Gesimsfragmenten und Brüstungsintarsien erhalten. Eine Probeachse zur Auslotung aller Möglichkeiten für eine Rekonstruktion wurde bereits Ende der 1980er Jahre angelegt. Eine weitere Vertiefung ist notwendig.

Rauslesen kann man m.E., dass in diesem Saal irgendwann noch etwas kommt (also in dem Sinne, dass überhaupt etwas kommt), aber in welchem Umfang – diese Entscheidung erfordert noch weitere Untersuchungen / Forschungen. Und es klingt nicht so, als ob besagte Untersuchungen aktuell schon laufen. Die ganze Maßnahme ist wohl erst sehr mittelfristig bis langfristig zu erwarten.

Die Rekonstruktion der Deckengemälde (entsprechend der Raumarchitektur – Hauptsaal und 2 Nebensäle - ist die Ausmalung dreigeteilt) erscheint mir auch fraglich. Aber wer weiß, für die Raumwirkung gerade auch im Kontext mit dem opulenten Goldsims würde da schon was fehlen. Mal sehen wie die Kopierqualität der Deckengemälde in der Paradesuite ausfallen wird (im Urteil der Experten). Das könnte weitere Rekonstruktionen von barocken Deckengemälden befördern oder eben auch abwürgen (man denke zum Beispiel auch an den Festsaal im Palais im Großen Garten).
Gegen eine Rekonstruktion der Ausmalung in den beiden Seitensälen spricht eventuell auch der Umstand, dass diese Bereiche mal weiß übertüncht worden sind – der Zwinger war ja im 19. Jhd. ziemlich verfallen. Erst bei einer Restaurierung in den 1930-er Jahren wurden diese Gemälde wieder freigelegt, wobei gewisse Teile ergänzt werden mussten. Da entsteht natürlich bei jedem Kunsthistoriker sofort die Frage – In welchem Maße entsprechen die Farbdias von 19343/44 dem Original?

Bei wikipedia gibt es übrigens einen vorzüglichen Artikel über diese Deckenmalerei im Marmorsaal (reich bebildert):
https://de.wikipedia.org/wiki/Decken...sdner_Zwingers

Eine Teilmaßnahme im Marmorsaal müsste auch den Fußboden betreffen. Hierbei hatte mich zunächst verwirrt, dass die Innenfotos in der Fotothek eindeutig Parkettausführung belegen, wie hier zu sehen (Aufnahme von 1931):
http://www.deutschefotothek.de/docum...atalog_0009267

Eine sehr schöne, großformatige Aufnahme im „Löffler“ (in meiner Ausgabe auf Seite 167, Abb. 193) und auch das Ruinenbild in der SIB-Broschüre zeigen aber (genauso eindeutig) einen Natursteinbelag (in einem MARMOR-Saal kann man da ja sicher Marmor annehmen). Offenbar hatte man bei der Restaurierung in den 1930er Jahren den Parkettboden entfernt und wieder die ursprüngliche Marmorausführung hergestellt.
Aktuell ist wieder Parkettboden vorhanden, meines Wissens noch aus der Ära des DDR-Aufbaus (war vermutlich preiswerter als Marmor, der Saal sollte ja erst mal genutzt werden können). Dass bei den Forschungsarbeiten in den 1980er Jahren auch die Fußbodengestaltung ein Thema war, beweist diese Aufnahme aus dem Planarchiv der Sächsischen Denkmalpflege (datiert 1986, betitelt: Entwurf für den Fußboden des Marmorsaales im Französischen Pavillon):
http://www.deutschefotothek.de/docum...katalog_025735
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Alt 01.07.18, 07:58   #276
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Im Bereich der Paraderäume des Residenzschlosses ist seit Beginn des Innenausbaus schon viel passiert (zum Beispiel Installationsarbeiten), aber die Räume haben natürlich immer noch ihre „Rohbau-Optik“. Wer es noch nicht gesehen hat, das Video vom kürzlichen (hochoffiziellen) Baustellenrundgang ist aktuell noch aufrufbar:
https://www.sachsen-fernsehen.de/bar...ht-neu-485672/

In den letzten Tagen hat der SIB nun 2 neue Ausschreibungen veröffentlicht. Mit Realisierung der dort abgefragten Leistungen werden die Räume den ersten barocken Touch erhalten. Es geht in beiden Ausschreibungen um Tischlerarbeiten, in der ersten für Audienzgemach und Paradeschlafzimmer, in der zweiten für die Retiraden und die Bilderkabinette. Nachfolgend möchte ich den Leistungsumfang vorstellen.

1. Tischlerarbeiten im AG und PSZ
1.1. Rekonstruktion der Paneelverkleidungen im Audienzgemach und im Paradeschlafzimmer (Höhe der Paneelverkleidung einschl. Sockelprofil und Brüstungsprofil ca. 83 cm; Länge im Audienzgemach ca. 36 lfdm; Länge im Paradeschlafzimmer ca. 38 lfdm); Ausführung der Paneelverkleidungen auch in den Fensternischen einschl. Fensterbank.
Das nachstehende Beispielfoto entstand 2011, es zeigt die Paneelzone im Bereich der Probeachse im PSZ:



1.2. Herstellung von zwei Trennungen der Paneelfläche im Bereich von Tapetentüren.
Der Begriff Tapetentüren bezeichnet „kaschierte“ Türen, das heißt die Oberfläche einer solchen Tür ist genau so gestaltet wie die jeweils angrenzende Wand – die Türen sollten also möglichst nicht auffallen. Tapetentüren haben im Dresdner Schloss Tradition, hier 2 Vorkriegsaufnahmen:

Gobelinsaal, Aufnahme 1930 (im Südwestbereich des Schlosses gelegen, heute im Bereich der Türckischen Cammer), man beachte den Bildbereich links neben dem am weitesten links stehenden Stuhl):
http://www.deutschefotothek.de/docum...atalog_0008187

Gelber Salon, Aufnahme 1934 (im östlichen Bereich des heutigen Großen Bilderkabinetts gelegen, man beachte den Wandbereich „unter“ dem Kronleuchter):
www.deutschefotothek.de/documents/obj/32020229/df_hauptkatalog_0051743

1.3. Rekonstruktion der Fensternischenbekleidungen oberhalb der Paneelzone
Auch diese Leistungsposition wurde im Rahmen der Musterachse schon mal „probiert“, und so sieht das aus (Aufnahme von 2011):



1.4. Herstellung, Lieferung und Montage der Unterkonstruktionen der Wandbehänge einschl. aller Befestigungsmittel und vollflächiger Auflage einer Sperrholzplatte Dicke 3mm.
Beispielhaft zu sehen hier (Aufnahme von 2011, Bereich Probeachse):



1.5. Herstellung, Lieferung und Montage von 7 Stück Supraportenrücklagen oberhalb der Türen
siehe Foto unter Punkt 1.4

1.6. Herstellung, Lieferung und Montage von 4 Stück Spiegelrücklagen an den Fensterschäften und über dem Kamin
Diese Spiegelrücklagen kann man sich bezüglich ihrer Konstruktion so ähnlich vorstellen wie die Supraportenrücklagen (natürlich mit anderen Abmessungen). Die Anzahl 4 ist wie folgt aufgeteilt: Das PSZ hat einen Spiegel, nämlich über dem Kamin, das AG hat 3 Stück – einen Spiegel über dem Kamin und 2 Spiegel an den Fensterschäften.

2. Tischlerarbeiten für die Retiraden und die Bilderkabinette
2.1. Drei Stück zweiflüglige Türen (Türgröße B/H i.M. 173 /330 cm, Leibungstiefe i.M. 100 cm), zusätzlich Einbau einer bereits vorhandenen Tür;



2.2. 170 m Paneele, Höhe 83 cm, verschiedene raumspezifische Eckausbildungen;

2.3. Sechs Stück Leibungsbekleidungen Fensternischen,

2.4. Neun Sonnenschutzrollos mit elektromechanischem Antrieb,

2.5. Vier Stück Supraportenrücklagen

2.6. Zwei Stück Wandvorlage über einem Kamin
Die Anzahl 2 erklärt sich so: Die beiden Retiraden haben einen Kamin, die Bilderkabinette nicht (resultiert aus dem Zustand von 1719, der ja so gut wie möglich nachgebildet wird)

2.7. 250 m Rahmenleiste profilierte Rahmenleiste für Wandbespannung zur Abdeckung der Befestigung des Stoffes, Profilgröße i. M. 35/12 mm

2.8. 500 m Unterkonstruktion für Wandbespannung (Raumhöhe i.M. 7,0 m)

In der folgenden Zeichnung ist die Ostwand (=die hofseitige Wand) der nördlichen Retirade dargestellt.


Bildquelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen

Die hier befindliche „richtige“ Tür ist der Zugang in den Treppenturm Nordwest (TT NW). Die Tapetentür rechts daneben führt in einen kleinen Technikraum. Links neben der großen Tür befand sich ehemals eine weitere Durchgangsöffnung, durch die betrat man einen schmalen Gang (dieser „innerhalb“ der dicken Außenmauer gelegen) als direkte Verbindung zum heutigen Propositionssaal. Die Türgewandung – im typischen Renaissance-Stil – blieb erhalten. Bei youtube gibt es dazu einen interessanten Film (aufgenommen 1991 zum Tag der offenen Tür – der Westflügel war gerade rohbaufertig). Der folgende Link springt gleich an die richtige Stelle (man sieht für einige Sekunden die Öffnung und kurz auch in den Gang hinein):
https://youtu.be/QsmrNqaK-fo?t=407

Die Lage des Ganges und seiner (ursprünglichen!) Eintrittsöffnungen wird anhand des nachstehenden Grundrissbildes deutlich. Der Ausschnitt stammt aus der diesbezüglichen DDR-Planung:



Die dort erkennbare Situation bezüglich der östlichen Eintrittsöffnung entspricht NICHT dem unmittelbaren Vorkriegszustand. Wie im obigen Grundrissausschnitt ersichtlich, befand sich besagte östliche Öffnung ja im heutigen Propositionssaal. Im Zuge des großen Schlossumbaus Ende des 19. Jahrhunderts wurde im 2. OG des Nordflügels der so genannte Läufergang angebaut (außen an der Fassade). Die nachfolgende Darstellung belegt, dass man diesen Läufergang bis an den altehrwürdigen Gang herangeführt hat. Der Zutritt aus dem Propositionssaal (dem späteren Bankettsaal) war damit nicht mehr notwendig und wurde baulich verschlossen.



Auf diesem Ruinenfoto von 1984 sieht man das hofseitige (=östliche) Mundloch des Ganges (von mir mit einem hellgrünen Kreuz markiert):



Bildquelle:
Von Erich Braun - Scan von Negativ, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/inde...curid=27480384

Bei der aktuell realisierten Bauausführung wird man nur einen Zutritt herstellen – den im Propositionssaal befindlichen. Der Eingang aus Richtung Westen (aus der nördlichen Retirade) wird baulich verschlossen. Das letzte Foto veranschaulicht die Lage der Zugangsöffnung im Propositionssaal (mit rotem Kreuz markiert). Dass die Öffnung zunächst zugemauert wurde (siehe Foto), erklärt sich aus der von vorn herein zu erwartenden langen Zeit, bis an einen Innenausbau in den betreffenden Räumen zu denken war.

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Alt 25.07.18, 23:18   #277
Elli Kny
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Aufzug / Lift an Brühlscher Terrasse (Schlossplatz)

Nach längerem Hin und Her zwischen Freistaat und Landeshauptstadt bezüglich der Bau- und Unterhaltskosten sowie schwieriger
denkmalpflegerischer Lösungsfindung und Genehmigung, ist die Anlage zur Besserung der Barrierefreiheit nun seit Monaten in Bau.
Zwei grosse Fenster am Ständehaus mussten hierfür zur Tür umgebaut werden, was neue Sandsteinfassungen an den ausgestemmten
Sockelbereichen der Türen verursacht. Der Zugang Schlossplatz zeigt gen Westen, der Zugang zur Terrasse gen Norden.
Es darf und wird aus Sicherheitsgründen mE keine Verbindung ins Ständehaus geben.
__________________
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Alt 02.08.18, 23:16   #278
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Pomeranzen @ Zwinger - Check2018 - mopsfidel und am Wachsen.

Es grünt so grün, wenn am Hofe Bäumchen blüh'n...


Man sieht die Pracht vor lauter Bäumen nicht...







Baustellen an Bogengalerie und Gemäldegalerie inkl. Kuppel


Am Mathematisch-Physikalischen Salon seit Sanierung nun auch hier das dresden-übliche Spiel mit stark kontrastierenden Sandsteinaltern.
Hier also ein weiterer "Flickenteppich" - dort zahlreiche patina-befreite beige-beschichtete Vasen, Putten und dgl. Schmuckwerk.


Bonusbild:
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