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Alt 16.11.12, 21:22   #91
Kleist
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^^ Weil Nichtgefallen generell kein schlagendes Argument für einen Abriß sein sollte.Weil das Haus schon da ist und man es auch umgestalten kann.Weil der neue Entwurf nichts grundsätzlich Neues bringt.Er bringt IMHO keine wesentliche Verbesserung.Weil das Haus nicht mit Steuergeldern abgerissen und eventuell sogar noch Altschulden steuerfinanziert getilgt werden sollten.
http://www.deutsches-architektur-for...51&postcount=1

^^^ @ EB : Genau das meinte ich.Es gibt keine Machtfunktion mehr für die Wilhelmstraße.So wie THF nicht mehr als Flughafen genutzt wird,so wird auch die Wilhlemstraße nicht mehr zum regieren genutzt.Die Wilhelmstraße ist heute eine vorwiegend eine Wohnstraße.

Es stellt eine Illusion dar,zu glauben,die suboptimale Situation mit dem Bau von Regierungsgebäuden lösen zu wollen.Die Macht ist aus der Wilhelmstraße entschwunden und das wollen und werden die Regierenden nicht wieder rückgängig machen. Wozu die Nutzungskontinuität als Regierungsstraße ?
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Alt 16.11.12, 21:24   #92
Saxonia
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@Speer
20 Jahre aber seis drum.
Gerade dieses Bild von Kleist, versprüht für mich fast einen Hauch von Pjönjang. Wenn man so sieht welche "angepassten" Platten zur selben Zeit bzw. kurz vorher zum Beispiel in Cottbus, Rostock oder gar im Nikolaiviertel, um in der Stadt zu bleiben, entstanden sind, ist das einfach schwach und nur von minimalen Gestaltungsanspruch getragen. Und im Gegensatz zu Kleist sehe ich die angedachte Neubebauung im rein architektonischen Sinne als klar Verbesserung wenn auch nicht als das non plus ultra.
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Alt 16.11.12, 21:29   #93
Kleist
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^ vollkommen richtig.Wenig Gestaltungsanspruch.Aber findest Du den Entwurf so viel besser ? Und wenn wenig Gestaltungsanspruch ein Abrissgrund ist,wo soll die daraus folgende Abrisswelle enden ? Würdet ihr eure Häuser abreissen,wenn andere sie hässlich finden ?
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Alt 16.11.12, 21:40   #94
Echter Berliner
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In dubio pro reko

Zitat:
Zitat von Kleist Beitrag anzeigen
@ EB : Genau das meinte ich.Es gibt keine Machtfunktion mehr für die Wilhelmstraße.So wie THF nicht mehr als Flughafen genutzt wird,so wird auch die Wilhlemstraße nicht mehr zum regieren genutzt.Die Wilhelmstraße ist heute eine vorwiegend eine Wohnstraße.

Es stellt eine Illusion dar,zu glauben,die suboptimale Situation mit dem Bau von Regierungsgebäuden lösen zu wollen.Die Macht ist aus der Wilhelmstraße entschwunden und das wollen und werden die Regierenden nicht wieder rückgängig machen. Wozu die Nutzungskontinuität als Regierungsstraße ?
Widerspruch: Schau mal genau hin. Adlon, Botschaft, Bundestagsbüros, Landwirtschaftsministerium, Tschechische Botschaft.

Es geht ja nicht um "Nutzungskontinuität" oder daß Angie oder Joachim da hinziehen. Das ist ein bißchen pauschal. Erst mal geht es mir um die Gebäude, die Ästhetik, den Wiedergewinn von historischer Identität. Ich will nicht mit aller Gewalt da Regierungsfunktionen reinhaben. Es böte sich aber vielleicht an.

Zumindest ein Bezug zur Bundesregierung und zum Parlament wäre herzustellen.

Ich bin ja immer sehr für Brüche, Ironien und Dialektik zu haben.

Erinnert Ihr euch ans Bundesband? Na, macht's klick? Da war doch noch was. Diese komische Halle des Volkes zwischen Angie und Paul Löbe. Bitte verzeiht mir den Humor.

Also man muß nicht sehr kreativ sein, um sich für rekonstruierte Gebäude an der Wilhelmstraße durchaus Regierungs- und Repräsentationsfunktionen auszudenken. Ich fände das super und toll.

Deshalb sind die Platten da vielleicht gar nicht so schlecht. Das ist ja auch ein Ceterum censeo von mir: Daß die Platten Schlimmeres verhindern, bis Berlin wieder ein stärkeres Selbst-Bewußtsein, eine natürlichere Aura und gestärkte historische Identität hat.

Dann ist man vielleicht auch offener für Rekonstruktionen an der Wilhelmstraße.

Ich bin kein Reko-Fanatiker. Aber hier und da täten sie Berlin gut - durchaus auch mit postmodernen Brüchen.
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Alt 16.11.12, 22:06   #95
Saxonia
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@Kleist

Wie gesagt, ein Quantensprung ist es nicht aber in meinen Augen eine klare Verbesserung. Man kann auch nicht unbedingt erwarten, dass aus einem Standort für Sozialwohnungen von jetzt auf gleich ein Areal für Architekturikonen entsteht. Dass die Dachzone als Gestaltungselement heutzugage leider meist völlig unbeachtet bleibt und für Technikaufbauten reserviert ist, ist bedauerlich aber daran hab ich mich gewöhnt. (Wobei es gerade für eine Zeit, in der erstmals jeder die Stadt von oben sehen kann eigentlich verwunderlich erscheint dies so zu ignorieren aber jut, anderes Thema).

Der neue Besitzer diese Immbobilien will die Häuser ja nicht abreissen, weil ich oder andere sie hässlich finden. Ist schließlich sein Eigentum und solang alles rechtlich einwandfrei und human verläuft, kann ihn erstmal niemand verbieten abzureissen und neu zu bauen wenn er meint damit mehr Geld verdienen zu können. Aber wenn ich persönlich jetzt sage, dass ich den Abriss und eine Neubebauung begrüßen würde, hat das natürlich auch mit meinen ganz subjektiven Maßstäben zu tun. Würden dort noch schmucke Palais oder Ähnliches stehen und zum Austausch auserkoren, wäre ich ganz schön auf der Palme. So ist das halt.
Ansonsten sehe ich für diese Insel günstigem Wohnraums bei der Toplage auf lange Sicht eh schwarz. Drum herum entsteht eine Infrastruktur für ein ganz anderes Klientel. Sicher kann da von oben die Hand drauf gelegt werden aber was sollen die Leute dann dort machen? In 10 Jahren schauen was es in den Läden drum herum so alles gibt was man sich eh nicht leisten kann? Die Mieten dort werden so oder so steigen, wenn man das mit einer Beseitigung der aus meiner Sicht minderwertigen Architektur verbinden kann, ist das nur gut.
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Alt 17.11.12, 01:04   #96
Ben
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Mir wärs eigentlich lieber, wenn die Platte auf dem Wilhelmplatz (selber Modellsatz wie die anderen?) verschwände. Auch wenn die tschech. Botschaft wohl so bald nicht wegkommt, wärs immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Die anderen Platten schließen wenigstens den Block.
Die schönen hellen Sandsteinfassaden der drei Gebäude dahinter sind jedenfalls zu schade, um im Schatten dieses dunklen Dingens zu stehen. Und das ehem. "Propagandaministerium" hat ja ne längere Geschichte, als nur Goebbels' Arbeitsplatz zu sein. Vielleicht könnte man ja dann über kurz oder lang eine Fassadenreko in Gang bringen. Wär dann wenigstens keine Nazi-Fassade, auch wenn man "hierzustadte" auf Relikte von Diktaturen steht. OK, die Monarchie war auch nicht grad die demokratischste Ära, aber vielleicht doch eher, als die Nazis.
Man hätte ne (hoffentlich) schöne Grünfläche, die Bäume vor den Platte auf der anderen Straßenseite sind ja nur Parkplätze. Dieser wär zwar nicht grad fürn Spielplatz oder so geeignet; die gibts ja auch eh schon auf den Innenhöfen der Platten. Die Verkehrsinsel mit dem U-Bahn-Eingang bzw. die beiden Denkmäler stünden auch nicht mehr so eingeengt im Schatten zw. den hohen Häusern.
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Alt 17.11.12, 10:36   #97
ARCADIEN
 
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@ben

sorry, aber hier offenbart sich derselbe ungeist der auch für die entstuckung der wilhelminischen gründerzeitgebäude in den 50gern steht. ein bisschen was an der fassade ändern das haus quasi entnazifizieren, dann geht der böse geist wie von selbst. ein bisschen die platte strukturieren dann sieht manns nicht mehr... unglaublich.
nirgendwo sonst in berlin kann man höhen und tiefen unserer geschichte an einer einzigen strasse so ablesen wie in der wilhelmstrasse. vor 2 monaten hab ich hier sinngemäss geschrieben; dass es immer die funktion der strasse war dass sich die macht des staates hier ansiedelte. wohnstrasse (und auch nur für wenige 150%ige) war sie nur die letzten 20 jahre des ddr-systems. durch ihre durch den bau der mauer hervorgerufene randlage befördert. nun, beides existiert nicht mehr, weder die mauer noch die randlage. was liegt also näher als die strasse wieder ihrer ursprünglichen funktion zuzuführen. unter und das muss ich betonen bestandserhaltung einer repräsentativen platte. das sollte ausreichen um zu zeigen was hier auch war. in bonn und umgebung sitzen noch einige institutionen, ministerien und anhängsel die dort nichts mehr zu suchen haben ausser, dass ein gesetzt sie dort kleben lässt. ich denke mit dem entstehen des wertheim areals muss und wird sich diese strasse neu definieren müssen. dazu gehört auch die öffnung der strasse. es ist ein unding ist, die strasse wegen der sicherheit der britischen botschaft einfach zu sperren und zur sackgasse zu machen!

Geändert von ARCADIEN (17.11.12 um 11:16 Uhr)
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Alt 17.11.12, 12:53   #98
Ben
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Alles kann, nichts muss! War nur ne Idee bzw. frommer Wunsch. Ich pfeif auf den Geist, bei den Platten ebenso wie bei dem Ministerium. Ich finde etwas hässlich oder schön, deswegen hätte ichs gern weg bzw. zurück oder erhalten. Ganz einfach! Soll nicht heißen, dass ich die Bewohner mit aller Gewalt auf der Straße sehen möchte, um den Wortverdrehern gleich mal den Wind aus den Segeln zu nehmen! Man muss ja nicht in allem einen tieferen Sinn sehen. Ich finde das Ministerium auch so wie es ist schnieke.

Was spricht gegen etwas Kosmetik? Ja, sie ist überflüssig. Das trifft wohl auf alles zu, sonst reicht glatte Wand. Die Mietskasernenfassaden, die Entstuckung; im Grunde kann man das auch als Kosmetik sehen, um die vergangenen Zeiten und ihre Schattenseiten auszublenden. Wenn man das auch eher bei den Vorkriegsbauten, als bei den Nazibauten betrieben hat (Wie kams?). Darf man heute keine kosmetischen Behandlungen mehr durchführen, quasi als Prothesen für die gewalttätig entfernten "Körperteile". Der auf deinem Avatar zu erkennende ordentliche Bart ist auch nur "Kosmetik" oder worin liegt der Zweck, außer dass er dir (und anderen) optisch zusagt.

Wie bzw. wo willste die Straße wieder ihre alten Funktion als Machtzentrum unter Beibehaltung der Platten zurückgeben? Bis auf dieses riesen Grundstück südlich der Leipziger ist doch alles voll. Die Sichtbarmachung des Ministeriums und der beiden Nachbarbauten würde - neben den anderen noch vorhandenen Ministerien in diesem Abschnitt - sicher etwas dazu beitragen.
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Alt 17.11.12, 13:28   #99
ARCADIEN
 
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@ben

ich hab gesagt unter beibehaltung einer exemplarischen platte. die platte auf dem gebiet der hitlerschen neuen reichskanzlei steht scheint mir die dafür infragekommende. der rest kann wirklich abgeräumt werden. vielleicht ist es ja in 10 jahren vorstellbar wohnungen mit ministerialbüros in einem gebäude gelungen zu vermischen. so würde man einer einseitigen inanspruchnahme der strasse entgegenwirken. zu deiner frage ob nicht ein wenig kosmetik und warum nicht... nun ich sehe das so. kosmetik übertüncht immer nur einen missstand beseitigt ihn aber nicht. und wenn man die möglichkeit und den willen hat etwas von grundauf wieder in ordnung zu bringen dann würde ich es immer kosmetischen massnahmen vorziehen. kosmetisches hat auch immer etwas provisorisches und bei unserer mentalität provisorien zu manifestieren find ich den gedanken nicht sehr erspriesslich.

Geändert von ARCADIEN (19.11.12 um 09:52 Uhr)
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Alt 17.11.12, 14:46   #100
Echter Berliner
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Ich bin gegen ein Gebäudelifting der Platten. Ich bin sowieso größtenteils gegen die Sanierung von Ost-Platten im Zentrum. Die sind dann nämlich noch häßlicher und unauthentischer als zuvor.

So wie heute sind die Platten an der Alexander- und der Wilhelmstraße wenigstens authentisches DDR-Material. Ich finde verwestlichte Platten noch viel schlimmer. Und: Der Abriß verwestlichter Platten rückt umso weiter in die Ferne.

Deshalb: Entweder so lassen oder abreißen.

Wenn ich historische Bilder sehe, kommt mir der Wilhelmplatz viel größer vor. Ich bin da nicht so firm, aber gerade da wären Rekonstruktionen eine tolle Sache.

Daß wieder ein originärer Berliner Platz aufersteht.
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Alt 17.11.12, 21:16   #101
Baukunst
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^^
Zitat:
Ich finde verwestlichte Platten noch viel schlimmer.
Geht mir genauso, Echter Berliner!

Man denke nur an den sanierten Bau neben der nordkoreanischen Botschaft, da wurde hier auch schon drüber geschrieben - grau, kalt, absolut trostlos.
Oder die mittlerweile schweinchenrosa verpackte Platte in der Almstadtstraße, die in diesem Forum auch mal Thema war.

Auch wenn ich selber gerne verallgemeinere - ich finde Platte als Sammelbegriff in ästhetischem Zusammenhang eigentlich viel zu platt Es bezeichnet in erster Linie die Konstruktionsart, die Ausformungen waren grundverschieden - WBS 70 vs. Gendarmenmarkt-Umbauung. Die Masse sieht zwar in der Tat ästhetisch sehr bescheiden aus, ein über den Kamm-Scheren trifft aber auch die einigermaßen guten Beispiele, wie die erwähnte Gendarmenmarkt-Umbauung, einige Nikolaiviertelhäuser oder dieses m.E. erhaltenswerte Eckhaus Dorotheen-/Bunsenstraße:
http://binged.it/U6MpVm (was man hier nicht sieht, es hat grüne Majolikamäßige Keramikplatten als Zierde und Rundbögen - ohne kitschig auszusehen)
Es wäre schön, die wenigen Perlen zu erhalten. Im Vergleich wird man allerdings feststellen, dass die Wilhelmstraßenplatten nicht so toll sind - es ging in der DDR sogar wesentlich besser.
Nicht schlecht ist Arcadiens (glaub ich war´s ) Idee, eine Platte zu erhalten, z.B. an der ehem. Reichskanzlei
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Alt 17.11.12, 21:46   #102
Betonkopf
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Zitat:
Zitat von Baukunst Beitrag anzeigen
Man denke nur an den sanierten Bau neben der nordkoreanischen Botschaft, da wurde hier auch schon drüber geschrieben - grau, kalt, absolut trostlos.
Oder die mittlerweile schweinchenrosa verpackte Platte in der Almstadtstraße, die in diesem Forum auch mal Thema war.

...und unsaniert ist sie NICHT grau, kalt und absolut trostlos???
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Alt 17.11.12, 22:28   #103
Baukunst
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^^
Nicht dass ich die Optik vorher schön gefunden hätte, aber so glatt und plan waren die genannten Beispiele vor der Sanierung nicht, der Farbton in der Mauerstraße war mit seinem grau/rot schon gefühlt wärmer als jetzt (!). Aber - um es nicht zu Missverständnissen kommen zu lassen - beide Beispiele hätte man gar nicht sanieren dürfen (hier fasst Echter Berliners Argumentation 3 Posts vor diesem), so bleiben sie in NOCH schrecklicherer Optik viel länger erhalten. Man verliert also bei der großen Masse der Plattenbauten durch Sanierungen doppelt.
Die "Perlen" sind ja im Vergleich wirklich nur eine Hand voll und die dürfen bitte nur im Original erhalten werden. Der Rest sollte, genauso wie 60er-Westschrott z.B. in FFM, auf kurz oder lang verschwinden... Zumindest in 1a Lagen, um die Billiger-Wohnraum-Verteidiger nicht zu sehr zu provozieren!

Sanierte Platten beweisen eigentlich nur eins: Dass Wärmedämmung selbst den unansehnlichsten Bau noch unterirdischer erscheinen lässt.
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Alt 18.11.12, 01:49   #104
Ben
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@Arcadien
OK, habe das "ein" dann wohl überlesen. Wär auch ne Idee...
Im Falle des Ministeriums würde ich sagen, der Missstand ist die Fassade. Nicht wegen ihrer Entstehungszeit oder wegen ihres Aussehens (sieht wie gesagt ganz ok aus, finde ich), sondern weil sie eben früher mMn besser aussah, ganz einfach. Wieso dürften nicht auch andere zu dieser Erkenntnis kommen. Der Missstand wäre dann behoben (nicht nur provisorisch), ohne dass man ihnen dann vorsätzliche Geschichtsfälschung oder so unterstellt. Ja, es ist ne oberflächliche Ansicht, aber was sind Fassaden sonst, wenn nichts Oberflächliches? Dabei fällt mir auf, dass die Fassade ja heute doppelt so lang ist.
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Alt 19.11.12, 01:40   #105
_Flyn_
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_Flyn_ wird schon bald berühmt werden_Flyn_ wird schon bald berühmt werden
Zitat:
Zitat von Betonkopf Beitrag anzeigen
laut dem "stern" sind ganze blöcke inzwischen nahezu leer, bis auf 2-3 mieter
Tabula Rasa mit Neubau und einer zu erwartenden Blockrand-Bebauung und einer mit Sicherheit kompletten Vermietung bzw. Verkauf von Eigentumswohnungen würde den Wohnungsmarkt trotz Hochpreisigkeit durch die schiere Maße an tatsächlich nutzbaren Wohnraum deutlich besser entlasten.
Wie man sieht, scheint der Eigentümer bei dem Altbaubestand schließlich kein Interesse zu haben weiterzuvermieten.
Doch so geht eben Profilierungssucht mit Symbolpolitik einher (siehe TS-Artikel). Aber, hey! Es fallen ja auch alle drauf rein, insofern voll ins Schwarze getroffen!



Zitat:
Zitat von Batō Beitrag anzeigen
Öh, also von der Selbstregulierung (unsichtbaren Hand) des Marktes hab ich ja schon so Einiges gelesen aber vom "Flusslauf der 2. Natur" hab ich noch nie was gehört. Und das hast du wirklich nicht erfunden?
Ich würde nicht sagen "erfunden", ich finde "deuten" und "abstraktes, nicht greifbares versinnbildlichen" treffender.
Ich will mit der These "Die 2. Natur ist der Motor des weltlichen Wandels" nur anregen, dass man sich von dem m.E. naiven Glauben lösen sollte, alle Änderungen in unserer Gesellschaft können wir ganz bewusst steuern. Globalisierung, Vernetzung, Steigerung der Vielfalt des Lebens und damit auch Vermenschlichung desselben (Verkehr: Car-Sharing, stärker werdende Fahrradkultur, stärker werdender Fokus auf Fußgänger; Internet: mehr Möglichkeiten zur Gestaltung des Lifestyles, mehr soziale Kontakte etc. etc.), Postmaterialismus (Wir werden alles und gleichzeitig nichts haben), die allgemeine Beschleunigung des Alltags (die uns lehrt uns einfach fallen zu lassen und uns vom Flussstrom der 2. Natur mitreisen zu lassen, denn es ist zu mühsam bei dem Ritt des reisenden Flussstroms unterwegs die Bäume zu zählen, die den Flusslauf säumen und an uns vorbeirasen) --> stärker werdenden Unkontrollierbarkeit (Wir müssen nicht mehr alles genau verstehen und sollten uns mehr unseren innersten Wünschen und Gefühlen zuwenden)
Das alles passiert einfach! Ohne dass auch nur irgendjemand dahintersteckt der das ganze aktiv und ganz bewusst vorantreibt.
Es kann auch passieren dass es mal unerwartet regnet, sich Wirbelstürme bilden, es heiss ist usw. - Natur eben. In dem Fall aber "2.0" wie man bei neumodischen Dingen heutzutage so schön sagt.




Zitat:
Zitat von Hobrecht Beitrag anzeigen
Selbst wenn es so wäre, würde ich darin eher ein Argument FÜR die Notwendigkeit von Regulierungen und Sozialpolitik sehen, was du ja offensichtlich grundsätzlich ablehnst.
Modifzierungen an der 2. Natur müssen leben, sie müssen dynamisch sein!
Beispiel: Der Stressfaktor Parkplatzsuche entfällt dank einem cleveren CarSharing-Konzept: in Gegenden wo sich viele Menschen tummeln, gibt es wenig Parkplätze dafür aber viele potentielle Nutzer, also sollte man sich dort mit einer entsprechenden App auf die Suche jener konzentrieren und wenn man jemanden gefunden hat, einfach aussteigen, der Nächste übernimmt. In Gegenden wo sich weniger Menschen aufhalten gibt es weniger potentielle Nutzer, so gibt es in der Regel auch wieder mehr verfügbare Parkplätze, sodass das Parkplatzproblem auf die traditionelle Art und Weise gelöst wird: indem man einen dann in der Regel auch leicht zu findenden Parkplatz sucht.

Getrocknete Tinte auf Papier welche Paragraphen bildet, ist aber nicht dynamisch, es ist tot!
Die 2. Natur will aber, dass alles in einem beständigen Fluss ist, stößt der Fluss aber auf einen statischen Widerstand wird dieser jedoch früher oder später hinweggeschwemmt. Man sollte sich nicht der 2. Natur widersetzen, sie ist immer stärker und sie will nur unser Bestes und das vorallem auch nachhaltig. Denn alles was wir hassen, uns unangenehm ist und uns keinen Spaß macht (z.B. Behördengänge, juristische Streiterein, sonstige Konflikte usw.), entspricht nicht der 2. Natur und wird auf Dauer keinen Bestand haben, soetwas ist außerdem auch ineffizient und unwirtschaftlich.
Der hiesige Fall beschreibt es ganz gut. Denn Protektionismus verlangt immer einen ungeheuren verwaltungstechnischen Aufwand und entsprechend hohen Kosten (in dem Fall der Plattenbauten: juristische Streiterein) und viel Nerven (nicht gesundheitsfördernd). Desweiteren bedeutet es viel getrocknete Tinte mit langweiligen, technokratischen Texten und wenig Spaß! Ich sag nicht dass ich als Alternative diese damit zusammenhängenden sozialpolitischen Maßnahme tilgen würde, überhaupt nicht! Auch wenn mir jetzt keine konkreten Vorschläge einfallen bin ich aber der festen Überzeugung, dass das alles irgendwie dynamischer und erfreulicher geht.
Obwohl...ein erster Schritt ist dank der Digitalisierung schon getan: man kann sich glaub ich in Berlin mittlerweile über ein Online-Portal ins Einwohnermeldeamt eintragen lassen... noch dynamischer wäre es jedoch wenn man sich dort eines Tages so leicht ein- und auschecken könnte (in Zukunft extrem starker Mobilitätsanspruch der Gesellschaft aufgrund verstärkender Globalisierung und damit der einhergehende Anspruch den nationalen Status oft zu wechseln) wie es die Funktion bei Facebook erlaubt, mit der es möglich ist, der Freundessschar mitzuteilen wo man sich gerade befindet.



Zitat:
Zitat von rallekoffskaja Beitrag anzeigen
Man muss die Platten nicht toll finden und auch kein Sozialstaatsromantiker sein, um ein solches Vorgehen durch den Vermieter als asozial zu bezeichnen. Flyn wird sicher das Rausekeln von Mietern nur so lange tolerieren, wie es ihn/sie selbst nicht betrifft. Alles eine Frage des Umgangs miteinander.
Lieber @rallekoffskaja:
1. Wär ich schon längst ausgezogen, weil ich gar kein Bok hab mich mit meinem Vermieter zu bekriegen. Naja manche suhlen sich auch leidenschaftlich in Nachbarschaftsstreitereien und bemerken gar nicht wie dadurch ihre Lebensqualität beschnitten wird und Verlierer sind sie dann trotzdem. In diesem Fall ist es ähnlich.

2. Wo wir auch beim 2. Punkt wäre, ich wäre auch deswegen ausgezogen weil ich der Überzeugung bin dass der Vermieter immer am längeren Hebel sitzt und das auch in diesem Fall ist.

3, Ich würde mich desweiteren wahrscheinlich ziemlich in Grund und Boden schämen wenn ich wüßte, dass nur einen Steinwurf entfernt eine Gruppe Menschen hungernd und frierend - die Decken und Isomatten entrissen - am Brandenburger Tor für ihr Recht auf das nackte Überleben kämpfen. Die paar wenigen verbliebenden Bewohner der Platten müssen halt in ein anderes Stadtgebiet umziehen, ach Gottchen, erst Recht in dieser Relation....(das wäre alles viel leichter wenn schonmal das ganze Ummelden von Strom, Telefon, internet etc. von einer zentralisierten Institution übernommen wird, die 2. Natur wird hier schon noch helfen keine Sorge, und dann ist die Gentrifizierung nur noch halb so wild und irgendwann aus verschiedenen Gründen, die ich jetzt im "interest of time" hier nicht erwähne , überhaupt kein Problem mehr, sondern selbstverständlicher Lebensinhalt!)

4. Halte ich einen Vergleich mit meinen Umgang in dieser Situation auch für müßig, da diese Vertragskonditionen die dort gelten berlinweit so ziemlich einzigartig sein dürften. Bei anderen Wohnung kriegt man die Mieter durch Mieterhöhungen raus.




Um nochmal konkreter auf das eigentliche Thema zurückzukommen. Die 2. Natur will es weich und harmonisch haben, sie will Zentren haben die freudig strahlen, pulsierend und menschenzugewandt sind. Diese Platten sind aber definitiv abweisend. Der öffentliche Raum, das Sharing, das Teilen, der Postmaterialismus ist wichtiger als das streng eingegrenzte "Eigentum" (=die "eigene" Mietwohnung) dieser Leute, die meinen sie gehören nur Ihnen. Öffentlicher Raum und die eigenen 4 Wände werden aber eines Tages eins sein, denn in dem Besitzdenken ("meine" Mietwohnung) wohnt Egozentrik, Misstrauen (Ich hab etwas zu verbergen) allgemein schlechte Gedanken und damit eine gewisse Boshaftigkeit inne, die nicht mit den Tendenzen der 2. Natur vereinbar ist!
Ja Natur kann grausam sein, aber das muss sie manchmal sein damit Neues, Besseres entsteht.
Andernseits muss man auch sagen dass die Barrieren mit der die 2. Natur zu kämpfen hat, paradoxerweise ihr Lebenselixier sind. Denn gäbe es die Barrieren nicht müsste die 2. Natur keine Kreativität an den Tag legen, wie sie diese beseitigen kann. Meine Reaktionen von vorhin führt also daher, dass ich mich dem (möglichst weichen) und größtenteils schon weiter fortgeschrittenen (sprich: bin da gedanklich schon in der Zukunft) Werdegang der 2. Natur ausgesprochen verbunden fühle und deswegen enstprechend hin und wieder emotional reagiere bzw. meine 2. Natur-gefärbten Beiträge zu fragmentiert sind um verstanden zu werden.
Wer mehr über die 2. Natur und die großen Tendenzen des weltlichen Wandels erfahren möchte, kann mich gerne per PM kontaktieren.


Sorry, dass das alles so lang geworden ist, aber ich finde es oft sehr schade, dass Diskussionen hier in diesem Forum m.M.n. immer unglaublich eindimensional ausgerichtet sind, dabei ist doch heutzutage alles vernetzt (mittlerweile sogar Mainstream-Binsenweisheit, siehe Untertitel vom "Cloud Atlas"-Kino Poster)! Warum also nicht Städtebau und Wirtschaft zusammen vernetzt diskutieren oder eben Städebau und Philosophie etc. bzw. zumindest für solche Diskussionsansätze offen sein....?
Ich möchte dazu eben meinen Beitrag leisten, abgesehen davon ist es so dann hier auch einfach lebendiger und aufregender. ^_^
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Geändert von _Flyn_ (19.11.12 um 03:08 Uhr)
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