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Alt 17.06.14, 15:10   #16
Eisber
 
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(ein fehler Abfallbehälter ist noch keine Rechtfertigung dafür, sein Zeug einfach irgendwo hinzuwerfen, aber ich weiss, dass das in Berlin eher eine "fromme" Vorstellung ist )

Das ist immer die Krux in Berlin. Du gibst Millionen und noch mehr Millionen für große öffentliche Projekte aus. Und was machen die Leute? Schmeißen ihren Müll hin, urinieren in jede Nische, usw.; manchmal frage ich mich wirklich, wozu eigentlich die ganze Mühe? Das muss für dich als "Ostkreuzbeobachter" ja auch eine bekannte und frustrierende Beobachtung sein. Da ist so eine Anlage noch gar nicht fertig und voll eröffnet und schon müssten an immer mehr Ecken eigentlich wieder Handwerker ran und mutwillige Schäden reparieren, wie ich selbst kürzlich festgestellt habe.
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Alt 17.06.14, 15:26   #17
Ostkreuzblog
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Auf der Warschauer Brücke ist es so dass dort Mülleimer vorhanden sind, sie aber viel zu selten (für die hohe Nutzungsfrequenz) entleert werden.

Bei der BSR und dem Bezirksamt wird man damit argumentieren, dass man da schon so häufig wie es in Reinigungszone A überhaupt geht entleert. Alles andere wäre dann wieder eine Abnormität die nicht im Buche steht und die von oben nicht befohlen wird. Und da fängt dann das Schulterzucken an.
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Alt 17.06.14, 15:32   #18
Backstein
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^^ Stimmt, viele Leute können sich nicht benehmen.

Allerdings sind der Bf. Warschauer Straße und die Warschauer Brücke zwei der "Extremfälle", an dem allabendlich das biertrinkende Partyvolk zu den Clubs strömt. Man ist in Berlin und da kann man ja mal die Sau rauslassen (im wahrsten Sinne des Wortes).

Allerdings macht die DB da auch so gut wie nie sauber - ist ja nur eine Nachtzug-Abstellanlage. Soll aber keine Entschuldigung sein. Andererseits hat diese tägliche Karawane ja auch was...

Nun kann man gern wieder Schwäbisch Hall, Norwegen oder die Schweiz zum Vergleich heranziehen, aber wir sind halt in Berlin...
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Alt 17.06.14, 15:34   #19
Batō
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Gleisreinigung ist Sache der Bahn.
Der Bahnhof ist tagtäglich dermaßen überlaufen (Partyvolk, Veranstaltungsbesucher O2 World, Touristen, Umsteiger U-Bahn - Straßenbahn, Anwohner etc), dass man mit der Reinigung und Enleerung der Mülleimer nicht mehr hinterherkommt. Was tun sprach Zeus...?
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Alt 17.06.14, 15:43   #20
Ostkreuzblog
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aber wir sind halt in Berlin...
Ja und das hat jetzt was zu bedeuten?

Vielleicht sollte man mal einen Müllabwerfer einfach mal die Brücke runter seinem Müll hinterherwerfen, den kann er dann aufheben...man kann ihm dann noch zurufen: "wundere dich jetzt nicht, wir sind halt in Berlin".
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Alt 17.06.14, 15:50   #21
Neubau
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Ich glaube nicht das Backstein sagen wollte das es in Berlin schon in Ordnung ist, sondern viel mehr das es sich in großen Städten (außer vielleicht in Singapur) nie ganz vermeiden lässt das Dreck, Unrat und Müll herumliegt. Bis zu einem gewissen Maß muss man das (leider) tolerieren.
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Alt 17.06.14, 15:55   #22
Batō
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Wen es interessiert: Der nächste große Putztag für das S-Bahngelände um die Warschauer Straße soll in den Nächten vom 25. und 26. Juli stattfinden. Um zu verhindern, dass das Gelände innerhalb kürzester Zeit wieder vermüllt will man einen Seitenschutz auf die Brücke über den Bahngleisen installieren.

Artikel Berliner Abendblatt
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Alt 17.06.14, 16:09   #23
Eisber
 
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Wenn ich an die Megastadt aller Megastädte in Industriestaaten denke - Tokio - dann ist es sehr wohl möglich, einen Moloch gleichzeitig ordentlich, sicher und sauber zu halten. Den Preußen sagte man all die Sekundärtugenden ja einmal nach, die die Japaner, nicht zuletzt in Tokio, heute in die Tat umsetzen. Mir mißfällt, das immer irgendwie darauf zu schieben, dass das bei einer großen Stadt halt so sei, gar damit zu kokettieren. Auch Leute die für Optik keinen Sinn haben müssen sich doch dafür interessieren, dass für die Beseitigung von Vandalismus und Vermüllung im Bereich öffentlicher Verkehrsmittel jedes Jahr alleine in Berlin Millionen ausgegeben werden müssen. Geld, was alle Fahrgäste bezahlen müssen bzw. sich in höheren Fahrpreisen oder auch weniger Investition und Fahrleistung niederschlägt.

BVG und S-Bahn beziffern die Vandalismusschäden jeweils mit ca. 5 Mio Euro im Jahr (http://www.bild.de/regional/berlin/v...5870.bild.html und http://www.bz-berlin.de/artikel-arch...ch-5-millionen). Und das sind ja nur die Schäden, die man auch beseitigt, die zahllosen beschädigten aber noch "funktionstüchtigen" Stadtmöbel in den Bahnhofs- und Haltestellenbereich ersetzt man ja zB schon gar nicht mehr, weil die in kürzester Zeit ja wieder genauso aussehen würden usw. Stellt euch mal vor, was man mit 10 Mio. Investitionen - pro Jahr! - so alles verbessern und realisieren könnte. Das regt mich jedesmal wieder auf, wenn ich darüber nachdenke.
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Alt 17.06.14, 18:58   #24
ReinhardR
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Eisber hat völlig recht:
Was könnte man mit diesen 10 Mio € jährlich Besseres tun!
Ich halte es auch für völlig falsch, diese Sachbeschädigungen zu "Kunst" und "Lebensstil" hoch zu jazzen (oder besser: rappen).

Berlin hat zum Glück noch (andere) Qualitäten!
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Alt 18.06.14, 10:47   #25
Backstein
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Es ist wie immer: Je nach eigener Perspektive wird man Beispiele von Großstädten/Metropolen finden, die saubererer sind, oder welche, die schmutziger sind.

Auch in Berlin gibt es sehr viele Gegenden, Bahnhöfe, Parks usw. die erstaunlich sauber und gepflegt sind. Wer will, sieht natürlich nur die dreckigen Ecken und zieht sich daran hoch. Ich sagte bereits, dass ich das nicht entschuldigen will - auch Clubgänger, Hipster oder selbsternannte Anti-Spießer müssen ihre Müll nun wirklich nicht in die Gegend schmeißen.

Bei den zitierten Beispielen wie Singapur oder Tokio muss man sich aber auch fragen, womit dort die Sauberkeit erkauft wird. Wer auf stramme Autorität steht, wird es vielleicht geil finden, wenn drakonischer Strafen für das Wegwerfen von Bonbonpapier verhängt werden. Und das im touristischen Zentrum relativ saubere Paris (wehe, man geht mal in die Randgebiete) bietet keine nenneswerte Clubszene, wenig Alternatives und kaum größere Grünflächen, die zudem abends verschlossen werden. In Italien oder Spanien habe ich auch verdammt dreckige Gegenden in Großstädten gesehn, insbesondere an Bahngleisen. Und auch in Münster sieht es nicht überall geleckt aus.

Es ist nun einmal so, dass das eine mit dem anderen einher geht.

Aber zurück zum Bf. Waschauer Straße: Da bin ich mal gespannt, wie dieser Seitenschutz optisch wirkt und ob er das Problem eindämmen kann.
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Geändert von Backstein (02.07.14 um 14:01 Uhr) Grund: TF
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Alt 18.06.14, 11:11   #26
Ostkreuzblog
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Ich schätze mal das der Seitenschutz engmaschige Zaunfelder sein werden. So wie am Ostkreuz oben auf der Fußgängerbrücke.

Zu den Beispielen mit gut oder schlecht:
Ich war Ende 2012 zwei mal in New York und war sehr überrascht wie sauber diese doch oft als schmutzige Stadt bezeichnete Stadt aussah. An jeder Straßenkreuzung standen an jeder Ecke 4 große Mülleimer mit ordentlichem Fassungsvermögen die regelmäßig entleert wurden. Das macht schon die halbe Miete aus.

Wir reden hier an der Warschauer Straße vom näheren Innenstadtbereich...von daher kann man hier auch erwarten, dass von allen Seiten etwas für etwas mehr Sauberkeit gesorgt wird. Und ich meine damit nicht dass jemand bestraft wird oder ein autoritäres System errichtet werden muss.
Einfach mehr Papierkörbe aufstellen und diese dann häufiger entleeren.
Aber wie schon geschrieben, das wäre eine Abweichung von der Norm die nicht im Buche steht.

Was haben wir hier: ein paar 50l Kästchen die wenn sie zu voll sind oder vom gegentreten unten einfach auf gehen. Da muss was neues her.
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Alt 18.06.14, 11:44   #27
libero
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In jeder Großstadt gibt es Bereiche und Gebiete, die häufiger gesäubert werden müssen. Gründe sind Touris, Clubgängern, oder einfach Innenstadt. Die Warschauer ist eben wat eigenes in Berlin (Clubs, Touris und Warschauer Brücke ist auch noch Veranstaltungszubringer für die o2). Da sollte man den erhöhten Reinigungsaufwand mit Geduld und Großmut in ein Verhältnis beispielweise zur Reeperbahn setzen. Ich hab sowohl dort gewohnt und wohne jetzt Warschauer. Auf der Reeperbahn hamse in Stoßzeiten 4x am Tag gereinigt. Und trotzdem empfind ich die Reeperbahn (vielleicht auch nur in der Erinnerung) schmutziger. Gehe jetzt mal einkaufen und achte drauf, verzichte jedoch auf Belegfotos ;-)
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Alt 18.06.14, 15:37   #28
Eisber
 
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Zitat:
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Bei den zitierten Beispielen wie Singapur oder Tokio muss man sich aber auch fragen, womit dort die Sauberkeit erkauft wird. Wer auf stramme Autorität steht, wird es vielleicht geil finden, wenn drakonischer Strafen für das Wegwerfen von Bonbonpapier verhängt werden.
Warst du mal in Tokio? Ich schon. Von drakonischen Strafen habe ich da nichts gehört und man wird auch nicht mit Strafandrohungen am Flughafen begrüßt. Und was Individualität, "verrückte Typen" usw. angeht siehst du in jedem ruhigen Wohnviertel in Tokio 10x soviel, wie du in Berlin in einer ganzen Lebenszeit sehen wirst (so als kleines Beispiel http://www.spiegel.de/panorama/sex-a...-a-379354.html). In Tokio kommt man sich vor, als wäre man in einem Science Fiction Film. "Das fünfte Element", nur sauber. Es stimmt einfach nicht, dass Individualität und "big city life" erst dadurch entsteht, dass man auf den Interessen des Gemeinwohls und seiner Mitmenschen herumtrampelt (diese Vorstellung, von mir überspitzt, schwingt ja immer so ein bischen mit, wenn quasi schulterzuckend gesagt wird "das gehört halt irgendwie dazu").

Wer sich auch nur minimal für seine Stadt interessiert verhält sich nicht so, von uns "Exoten" die wir über Bauprojekte diskutieren, die die meisten Menschen nur im Vorbeigehen wahrnehmen dürften, rede ich dabei noch gar nicht. Wenn ich mich mit meiner Stadt identifiziere, dann rotze ich da genauso wenig auf den Boden oder werf genauso wenig mein halb aufgegessenes Döner in die nächste Ecke, wie ich das Zuhause bei Muttern mache.

Und ja, ich wünsche mir insgesamt eine Gegenbewegung bzgl. der "Ballermannisierung" zentraler Teile Berlins. Gäste sind mir sehr willkommen, aber die sollen sich dann auch wie Gäste benehmen und nicht wie Vandalen. Abgesehen von den Nerven zahlloser Berliner, die das kostet, sind es ja auch finanziell keine Peanuts mehr, die dadurch verursacht werden (die Zahlen allein der Vandalismusschäden im ÖPNV Bereich habe ich zitiert). Ein verantwortlicher Senat sollte sich da mal ganz grundsätzliche Gedanken machen, wie weit sich Berlin eigentlich noch "wie sauer Bier" auf dem globalen Markt des Sauftourismus anbiedern soll, um nur ja möglichst kein Geschäft zu versäumen. Ich meine, es gibt schon längst aus England und Skandinavien, wo Alkohol deutlich teurer ist, organisierte Sauffahrten (analog zu den Kaffeefahrten) nach Berlin, die trotz Flug und Hotel immer noch billiger kommen als sich in London der Stockholm ein Wochenende lang "wegzuballern". Ich würde ebenso die Sondernutzungsgebühren für Außengastronomie (Nutzung öffentlicher Gehwege vor Lokalen für Außengastronomie) enorm anheben wie zB auch mal umgekehrt gezielt "Gentrifizierung" betreiben, wo sich solche Biotope aus "schwarzen Ferienwohnungen", billigen Hostels, Flatratesauflokalen usw. entwickelt haben. Es ist das eine, wenn Berlin selbst ein lebendiges Nachtleben hat. Soll es haben und dass das dann nicht immer betulich mit Spitzendeckchen zugeht, auch klar. Aber wenn aus ganz Europa die Leute zum Saufen, Kreischen, Pöbeln und "geplanten Kontrollverlust" in organisierten Touren nach Berlin anreisen? Und was ist das denn für ein Bild dieser Stadt? Nach Paris fahr ich für Kultur und Sightseeing - nach Berlin zur billigen Sauftour? Auch nächtlich in öffentlichen Verkehrsmitteln sind volltrunkene Touris, die auch gerne mal agressiv/unangenehm auffallen, ein mir subjektiv immer häufiger auffallendes Problem.

Geändert von Eisber (18.06.14 um 16:00 Uhr)
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Alt 18.06.14, 16:06   #29
Backstein
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^ Du kannst es ja so extrem negativ sehen, wenn du willst. Ich habe versucht, das Problem neutral zu bewerten.

Zum Thema Sauftouren: Ein Preis- und Wirtschaftsgefälle gibt es zwischen Deutschland und anderen Ländern (oder meinetwegen zwischen Berlin und anderen Metropolen) nach oben und nach unten. Das kannst du eh nicht kurzfrsitig ändern. Nach Norden werden die Lebenshaltungskosten eher teurer, nach Süden und Osten tw. auch billiger. Deshalb fahre ich auch öfter nach Spanien oder Portugal in den Urlaub als nach Skandinavien oder GB.

In den neuralgischen Ecken von Mitte, Prenzlberg, Kreuzberg, Friedrichhain usw. gehen mir die Touris bisweilen auch auf den Keks - auf der anderen Seite finde ich es toll, dass "meine Stadt" so beliebt ist. Ich sehe auch nicht nur Sauftouristen, sondern Unmengen an geführten Fahrradtouren oder Stadtspaziergängen, Museumsbesuchern usw. Es hat immer alles vor- und Nachteile, und dass die Stadt und die Menschen vieles besser machen könnten, ist unbestritten.

Wenn man mal seine Ruhe vor den Tourihorden braucht: Mindestens 3/4 der Stadt werden von denen kaum oder gar nicht frequentiert.

So, und jetzt ab mit der Diskussion in die Lounge.
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Alt 18.06.14, 17:20   #30
jan85
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Zitat:
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^ Du kannst es ja so extrem negativ sehen, wenn du willst. Ich habe versucht, das Problem neutral zu bewerten. [...] So, und jetzt ab mit der Diskussion in die Lounge.
Auch relativ sachlich betrachtet bleiben Müll, Vandalismus u.ä. mE leider ein durchaus ernstzunehmendes Problem für Berlin. Leider sind das alltägliche Erscheinungen in so einigen Bereichen der Stadt, vor allem aber in und rund um viele U- und S-Bahnhöfe und gerade zu bestimmten Zeiten (da teils sogar in den Zügen und Bussen). Ich arbeite seit einiger Zeit neben dem Studium bis spät abends und was ich da noch vor Mitternacht auf dem Heimweg oft so erlebe macht mich alles andere als stolz auf meine Stadt: Neben den durchaus angenehmen Gästen aus aller Welt finden sich dann sehr häufig rauchende und saufende Individuen oder Gruppen jugendlicher und erwachsener Männer auf den Bahnhöfen und in den Zügen und brüllen, gröhlen oder pöbeln herum. Und dass die ihren Müll wie etwa (halb-)leere Flaschen oder Ähnliches mitnehmen, kann man vergessen (das passiert ja nicht mal tagsüber mit den Cafe-Bechern). Da fühlt sich nahezu jeder Sinn belästigt, selbst wenn die Aggressionen nicht überhand nehmen. Ich bin jedes Mal froh, wenn keiner ernsthaft aneinandergerät und ich da wieder raus bin und frische Luft atmen kann.

Leider hab ich aber auch keine Ahnung was die ideale Lösung wäre. Mehr Mülleimer und regelmäßige Leerung wären für sich genommen schon mal ein Ansatz. Auch mehr "Autorität" würde punktuell vielleicht sogar mehr helfen als schaden. Ich fühle mich jedenfalls in meiner individuellen Freiheit und Entfaltung reichlich gestört, wenn ich der oben geschilderten Situation ausgesetzt bin und würde dann lieber mehr Kameras (ohne Live-Übertragung aber ohnehin meist unnütz) oder Sicherheitspersonal haben als umgekehrt. Ob ich den Status quo aber gleich gegen Verhältnisse wie in Singapur tauschen würde, weiß ich nicht. Man hofft ja meist eher auf den goldenen Mittelweg oder noch viel lieber den inneren Anstand der Menschen...

Eine andere Frage die aber schon eine Weile etwa für den Alex oder den Herrmannplatz gestellt wurde und die für so ein Architekturforum auch eher relevant ist, ist die nach der Gestaltung von beispielsweise Bahnhöfen: Wie verhindert man blinde Ecken, Angsträume etc.? Wie schafft man es, dass Menschen sich dort eben wohl und sicher fühlen aber zugleich auch nicht übermäßig überwacht? Entsprechendes dann zum Thema Müll/ Sauberkeit usw. Die äußeren Anreize sind dann natürlich auch wieder nur ein Teil des Mosaiks, aber mE auch nicht ganz zu vernachlässigen. Und das muss man dann mE auch nicht in die Lounge verschieben. Zum Komplex Stadtentwicklung passt mE die Attraktivität des ÖPNV allemal und da zählen auch "weichere" Faktoren dazu als nur die räumliche Abdeckung des Netztes, die Taktung/ Frequenz oder Kapazität von Zügen o.Ä.

Geändert von jan85 (18.06.14 um 17:50 Uhr)
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