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Alt 28.06.08, 13:42   #91
ottcgn1
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Mir ging es auch so, die Konzeption überzeugt, die Fassadengestaltung nicht.

Das Konzept ist wirklich überzeugend. Die Zusammenführung aller Werkstätten, Übungsräume und der Präsentationsräume durch die Alleinstellung der Oper, die Ergänzung des Opernhauses auf der Rückseite an einem Ort und die unterirdische Verbindung der beiden Häuser ist eine sinnvolle Idee. Die Schaffung eines neuen Platzes am bisherigen Ort des Schauspiels mit Einblicksmöglichkeiten in die Opern- und Theaterarbeit ist ebenfalls zu begrüßen. Ein regelrechter Kulturcluster. Beifall, bitte.

Was mich jedoch überrascht, ist, dass den doch sehr renommierten Architekten keine bessere Fassadengestaltung eingefallen ist. Vielleicht hatte hierzu die Zeit nicht mehr gereicht. Die Nordfront zum Offenbachplatz hätte m. E. die Traufhöhe des Opernvorbaus aufnehmen sollen und müssen, um damit mit der Umgebungsbebauung Kontakt aufzunehmen und sich einzufügen zu können. Irgendwie mag das Gebäude seine Umgebung nicht.

Die gesamte Fassade überzeugt mich nicht - ohne Esprit, ohne Wiedererkennungswert, erinnnet mich auch eher an 70er-Jahre Kaufhäuser. Es ist auch nicht wirklich erkennbar, welche Seite des Gebäudes die Schauseite sein soll. Das kaum wirklich prägnante Ornamentfries der Oper aufzunehmen ist keine überzeugende Idee. Wo sind der eigene Charakter, das Selbstbewusstsein und die Identität dieses Gebäudes zu erkennen? Dieser Bau könnte auch anderswo stehen und eine andere Nutzung haben. Das ganze nur "etwas ruhiger" zu gestalten, reicht aus meiner Sicht nicht aus.

Ich hoffe, dass die nun folgende Detailarbeit das Schauspielhaus zu einem echten Hingucker werden lässt; ein überzeugendes Statement, dass das Theater sich in der Kulturlandschaft der Stadt mit Stolz zurückgemeldet hat - und auf das die Kölner stolz sein können.

Die Fassadengestaltung ist jedenfalls dringend zu überarbeiten, die Konzeption des ausgewählten Entwurfs dagegen sehr gut.
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Alt 28.06.08, 20:46   #92
Stefan
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Stefan befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ein großes Plus für die Realisierbarkeit ist, daß die Oper im Zuge der Umbaumaßnahmen nicht an einen anderen Standort umziehen muß. Wenn das Schauspielhaus gebaut ist, kann die Oper vorübergehend ins alte Schauspielhaus umziehen (das hat ja mit 800 Plätzen einen recht großen Saal), während dann der Bau der Oper saniert wird.
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Alt 28.06.08, 23:27   #93
Citysurfer
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@stefan Diese Option wurde schon längst verworfen. Die Oper wird aller Wahrscheinlichkeit nach für die Dauer der Renovierung in's Palladium nach Mülheim gehen. Für das Schauspiel ist allerdings noch keine Ersatzspielstätte gefunden. Ich finde, man sollte hierfür die Halle Kalk nehmen. Die ist groß genug und wird ohnehin schon als Spielstätte genutzt.

Hier noch der entsprechende Express-Artikel dazu:

http://www.express.de/nachrichten/re...502816880.html
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Alt 29.06.08, 13:07   #94
Citysurfer
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Auch in "Report-K" findet sich ein Artikel zum Wettbewerb samt Fotostrecke.

Auch hier wird die Fassadengestaltung des Siegerentwurfes kritisch gesehen. Zudem äußert man Bedenken, ob es wirklich gelingt, durch Gastronomie und Läden das Areal wirklich nachhaltig zu beleben.

http://www.report-k.de/content/view/9645/
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Alt 29.06.08, 15:47   #95
ottcgn1
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Hier noch Mal ein Überblick über alle eingereichten Entwürfe:

http://www.neubau-buehnen-koeln.de/e...isseindex.html
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Alt 29.06.08, 19:18   #96
ottcgn1
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Ganz nebenbei:

Die Bühnen der Stadt Köln sollen auf Rat einer Expertenkommission zum Thema Kunst in NRW von der Landeesregierung in den Rang eines "Staatstheater Köln" erhoben werden. Dadurch soll der Landeszuschuss auf vier Millionen Euro steigen. Das Gürzenich-Orchester soll zukünftig als "Staatsphilharmonie" fungieren.

Die Expertenkommission wurde übrigens bewusst nicht mit Teilnehmern aus NRW, sondern aus anderen Bundesländern und dem Ausland, besetzt. Die Landesregierung entscheidet hierüber im Herbst 2008.

Link: http://www.koeln.de/cms//artikel.php...ebersicht.html

Bitte an die Moderatoren:
Könnt ihr das Thema umbenennen? Da hier Oper und Theater besprochen werden schlage ich vor: "Köln: Opernquartier". Vielen Dank. Gerne. EM
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Alt 30.06.08, 19:51   #97
Citysurfer
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Frederik Jaspert gibt im Gespräch mit der Rundschau Erläuterungen zu seinem Konzept.

http://www.rundschau-online.de/html/...82717370.shtml
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Alt 03.07.08, 12:05   #98
RainerCGN
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RainerCGN ist im DAF berühmtRainerCGN ist im DAF berühmt
Habe heute vormittag noch zwei weitere interessante Artikel dazu gefunden!

Beim Haus der Architektur sind tolle Visualisierungen enthalten. Am 25.08.08 findet das Montagsgespräch mit einer Ausstellung der Arbeiten statt.

http://www.hda-koeln.de/

http://www.koelnarchitektur.de/
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Alt 03.07.08, 12:34   #99
Bewacher
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Bewacher hat die ersten Äste schon erklommen...
Zitat:
Zitat von ottcgn1 Beitrag anzeigen
Die gesamte Fassade überzeugt mich nicht - ohne Esprit, ohne Wiedererkennungswert, erinnnet mich auch eher an 70er-Jahre Kaufhäuser.
Offen gesagt: Auch ich dachte spontan an die Kaufhäuser dieser Zeit...

Zitat:
Das kaum wirklich prägnante Ornamentfries der Oper aufzunehmen ist keine überzeugende Idee.
Ich finde es schon mutig, dass man heutzutage wieder Ornamentik verwenden will. Man könnte natürlich eine ganz neue, erfrischende entwickeln.
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Alt 03.07.08, 19:03   #100
ottcgn1
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Das Ornamentfries über dem Eingang der Oper kann durchaus im Anbau hinter der Oper seinen Wiederklang finden. Hier stellt sich sowieso die Herausforderung, den Riphahn-Stil aufzunehmen und das Gebäude so zu ergänzen, dass der dann freistehende, eigenwillige Bau nicht unförmig oder globig wirkt.

Der Entwurf lässt erahnen, dass die Architekten hier sehr einfühlsam vorgehen. Man darf dankbar sein, dass mit JSWD ein Kölner Büro beteiligt ist, das den bauhistorischen Wert des Gebäudes als prägnantes und wertvolles Beispiel der 50er-Jahre Architektur sehr gut wird einschätzen können.

@RainerCGN
Vielen Dank für den Link auf die Seite des HDA.

Die genaueren Fotos lassen erkennen, dass wir zumindest bei diesem Stand der Bearbeitung doch nicht ganz mit einer Horten-Kachelfassade zu rechnen hatten. Die Verfeinerung des Entwurfs wird die Gestalter sicherlich noch mehr beschäftigen, als gedacht.


Ich freue mich, dass mit dem Schauspielhaus der Offenbachplatz nicht mehr als Hinterhof der Innenstadt oder der Einkaufstraßen angesehen werden wird, sondern als das kulturelle Herz der Stadt. Zwar wird die Nord-Süd-Fahrt als Tunnel nicht so schnell unter der Erde verschwinden, jedoch bin ich sicher, dass sich auch so eine Initialzündung für diesen Bereich ergibt, denn aus dem kulturellen Herz soll bitte auch das urbane Herz der Stadt werden. Zur Optimierung der Aufenthaltsqualität bedarf es mit einem neuen Platzbelag dann noch einiger Maßnahmen, um an diesem Ort gerne zu verweilen. Vielleicht überlegt sich der eine oder andere Hausbesitzer (Golf House, Glockengasse - am besten das ganze Karree, etc.) auch Mal, dass er mit seinem Bau plötzlich nicht mehr im Hinterhof, sondern im Scheinwerferlicht steht und ersetzt die teilweise unterirdische "Architektur".

Ich hoffe, ich bin nicht zu optimistisch.
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Alt 04.07.08, 00:11   #101
betterboy
Noch nicht bestätigt!
 
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Ich würde eine LED-Fassade nicht schlecht finden in diesem Muster!
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Alt 25.09.08, 14:56   #102
Citysurfer
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Wie der Baudezernent in einem Express-Interview äußert, hat ein, bei einem unabhängigen Bausachverständigen in Auftrag gegebenes Gutachten ergeben, dass die Ausführung der Pläne des Siegerentwufes mit ca. 273 Mio € 43 Mio € über dem vom Rat der Stadt Köln beschlossenen Kostendeckel von 230 Mio € liegen wird.
"Wir werden schon bei der Planung Einschnitte vornehmen müssen." Weitere Kostensteigerungen schließe er nicht aus - vor allem im Hinblick auf die Sanierung des denkmalgeschützten Riphahn-Baus.

http://www.express.de/nachrichten/re...435651400.html
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Alt 26.01.09, 14:09   #103
Citysurfer
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Das "Planungskonzept Offenbachplatz" wird am Dienstag, 27.01.09 ab 19:00 Uhr im Foyer des Schauspielhauses der Öffentlichkeit vorgestellt.

http://www.stadt-koeln.de/1/pressese...en/2009/02892/
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Alt 28.01.09, 19:28   #104
Salzufler
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Salzufler wird schon bald berühmt werdenSalzufler wird schon bald berühmt werden
Und auf dieser Veranstaltung kündigte Herr Jaspert (Büro JSWD) an, dass die Fassade des Schauspielhauses nochmal komplett überarbeitet wird, wie von dem Preisgericht gefordert.

Außerdem wird die Gesamthöhe mindestens (in der Mitte) ca. 36 Meter betragen, dies ist dem Bühnenturm geschuldet.
Die Kinderoper wird in den Gebäudeflügel südlich der Opernanlieferung einziehen und die Anlieferung womöglich in den nördlichen Teil.

In die oberste Etage des Schauspielhauses soll ein Restaurant mit Dachterasse und Domblick kommen. Der auskragende Sall wird ca. 10 Meter über der Nord-Süd-Fahrt "schweben", deswegen befürchteten Anwohner analog zur Philharmonie Lärmprobleme, die es aber nicht geben werde, so Jaspert und Streitberger.

Für eine mügliche Tieferlegung der Nord-Süd-Fahrt (Streitberger: In 25 Jahren) werden vorsorglich Maßnahmen getroffen.

Kostenbudget: Womöglich wird bei der Fassade gespart, ursprünglich waren Keramikplatten gedacht, es könnte aber auch eine konventionelle Fassade errichtet werden (Jaspert).

Viele Anwohner zeigten sich aufgebracht, dass in diesem Viertel "noch so ein schrecklicher, fensterloser Kasten/Kubus entsteht, der nicht mit seiner Umgebung korrespondiert, sondern ein Fremdkörper darstellt."

Geändert von Salzufler (28.01.09 um 19:46 Uhr)
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Alt 28.01.09, 20:16   #105
Citysurfer
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@salzufler Toll, dass du da warst und die Infos mitgebracht hast. Ich wollte eigentlich auch hin, habe es aber leider nicht geschafft.

Mit der Höhe von 36 Metern überragt das Schauspielhaus dann wohl die Bühnentürme der Oper etwas (hab' die genauen Zahlen nicht nochmal nachgeschaut)? Finde ich gut, ich sah keinen Sinn darin, die Höhe so zu begrenzen, dass das Ganze keinesfalls höher als die Oper wird. Warum sollte das auch so sein? Aus ästhetischen Grunden wohl kaum.
Mich wundern jetzt aber, warum die Kinderoper ausgelagert wird. Dieser Gedanke kam m.E. durch die ursprüngliche Höhendeckelung - und damit etwas geringeres Raumvolumen des neuen Schauspielhauses auf. Oder gibt es andere Gründe?

Das das Gebäude 10 m über die Nord-Süd-Fahrt ragen soll erstaunt mich. Hätte - auch nach Ansicht der Visualisierungen - nicht gedacht, das es soviel ist.

Der Wegfall der Keramikfassade ist wohl zu verschmerzen.

Jaja - die Anwohner und ihre Lamentiererei. Was wollten sie denn? Sprossenfenster mit gerafften rosa Tüllgardinen?
Citysurfer ist offline   Mit Zitat antworten
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