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Alt 10.07.03, 21:59   #16
el mariachi
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el mariachi ist einfach richtig nettel mariachi ist einfach richtig nettel mariachi ist einfach richtig nettel mariachi ist einfach richtig nettel mariachi ist einfach richtig nett


Hervorragende Neuigkeit! Braunschweig erhält sein Schloss zurück! Die Nutzung ist für mich von sekundärer Bedeutung.

Die Sprengung der Ruine, Anfang der 60er war einer der größten Frevel der (west-)deutschen Nachkriegszeit.
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Alt 13.07.03, 16:33   #17
Sammy
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Sammy braucht man einfachSammy braucht man einfachSammy braucht man einfachSammy braucht man einfachSammy braucht man einfachSammy braucht man einfach
Das ist wirklich toll, dass Braunschweig sein Schloss zurückerhält. Was steht eigentlich im Moment auf dem Gelände?
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Alt 14.07.03, 00:06   #18
rec
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rec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblick
Zitat:
Original geschrieben von Sammy
Das ist wirklich toll, dass Braunschweig sein Schloss zurückerhält. Was steht eigentlich im Moment auf dem Gelände?
Gar nichts. Dort befindet sich der sogenannte Schlosspark, ein Treffpunkt für die Randgruppen unserer Gesellschaft und daher eher von geringer Aufenthaltsqualität.
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Alt 09.09.03, 20:46   #19
el mariachi
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Ein aktueller Artikel aus der "Welt":


Shopping im historischen Schloss

Millionenschweres Bauvorhaben in Braunschweig ist heftig umstritten - Zukunftsängste mancher Einzelhändler

Umstritten: Vorne ein historisches Schloss, hinten eine große Shopping-Zone

Braunschweig - In der Niedersachsen-Metropole gibt es Zoff um die Zukunft des Schlossparks. Denn auch hier gibt es wie in Berlin die Idee, ein altes Schloss wieder aufzubauen - aber mit anderem Hintergrund als in der Bundeshauptstadt - auf der Grünfläche am östlichen Innenstadtrand soll eine Shopping-Mall entstehen.


Bis zum Jahre 1960 stand an dieser Stelle die Ruine des im Zweiten Weltkrieg zerstörten herzoglichen Residenzschlosses. Nach dem Abriss des einstigen Renaissance-Bauwerks nutzten die Braunschweiger das Areal vor allem als grüne Lunge zur Naherholung. Ein Hamburger Investor, die ECE-Projektmanagement GmbH, will nun das Welfen-Schloss wieder auferstehen lassen - allerdings auch als Fassade für einen modernen Einkaufstempel.


Braunschweigs Oberbürgermeister Gerd Hoffmann sieht in dem rund 200 Mio. Euro teuren Projekt eine "einmalige Chance für Braunschweig". Der 33 000 qm große Einkaufskomplex, der nach seiner Fertigstellung rund 120 Geschäfte aufnehmen soll, "macht den Handelsplatz Braunschweig attraktiver und stärkt ihn nachhaltig", ist sich Hoffmann sicher. Zudem würden dort rund 1000 neue Arbeitsplätze geschaffen.


Auch städtebaulich und kunsthistorisch sei der Bau sinnvoll, argumentiert der Braunschweiger Kunst- und Bauhistoriker Bernd Wedemeyer: "Dort, wo das Schloss restauriert werden soll, herrscht seit 40 Jahren ein planerischer Missstand. Mit dem Bau des Schlosses werden drei Stadtviertel verbunden, und eine dort bisher herrschende städtebauliche Agonie wird aufgehoben."


Die Gegner der Welfen-Mall sehen das allerdings ganz anders. "Schon jetzt schließen in der Innenstadt Geschäfte, weil die Furcht vor dem Einkaufszentrum umgeht", sagt Thomas Wrensch, Inhaber der Buchhandlung Graff. Es gehe nicht um die Angst vor der Konkurrenz, aber mit der geplanten Mall entstehe ein zweites Zentrum in Braunschweig. Das aber könne die Stadt nicht verkraften, sagt der Buchhändler. Er befürchtet weitere Ladenschließungen in der Fußgängerzone, in der jetzt schon jeder zehnte Ladenraum leer stehe.


Auch Umweltschutzaktivistin Ute Palm wehrt sich gegen die Bebauung des Schlossparks: "Das Einkaufszentrum kann kein städtebauliches Konzept ersetzen." Zudem übten Grünflächen wie der Schlosspark eine wichtige klimatische Funktion aus. Palm lässt derzeit in 200 Braunschweiger Innenstadtgeschäften im Rahmen eines Bürgerbegehrens Unterschriften gegen den Ratsbeschluss zum Bau des Schloss-Mall-Projekts sammeln. Rund 20 000 braucht sie, dann könnte nach der niedersächsischen Gemeindeordnung das Vorhaben, das Anfang Juli mit hauchdünner Einstimmen-Mehrheit von CDU und FDP durch den Braunschweiger Stadtrat gebracht wurde, nochmals gekippt werden.


"Wir haben jetzt bereits rund 14 000 Unterschriften gesammelt. Ich glaube wir schaffen das", sagt Palm. Die Konkurrenz allerdings schläft nicht. Auch die ECE GmbH ging in der Innenstadt auf Stimmenfang für ihr Anliegen. Möglich ist, dass es nun zu einer Patt-Situation kommt.


Stoppen könnte den für Anfang 2004 geplanten Baubeginn auch Helge Bofinger. Der Wiesbadener Architekturprofessor hat rechtliche Schritte angekündigt, sollten im Zuge von Baumaßnahmen von ihm vor Jahren im Schlosspark geschaffene Schmuckbauten, ein Pavillon und ein Wasserbecken, zerstört werden.


Sollte das Bürgerbegehren keinen Erfolg haben, wird es wohl so kommen, wie Patricia Bahrani schon vor Jahren vorausgesagt hat. Im Jahre 1996 prophezeite die indisch-österreichische Astrologin einem lokalen Journalisten, das Schloss werde im Jahr 2004 wieder aufgebaut. Ob mit oder ohne Schlossfassade, stand offensichtlich nicht in den Sternen.
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Alt 10.09.03, 00:06   #20
rec
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rec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblick
Zitat:
Stoppen könnte den für Anfang 2004 geplanten Baubeginn auch Helge Bofinger. Der Wiesbadener Architekturprofessor hat rechtliche Schritte angekündigt, sollten im Zuge von Baumaßnahmen von ihm vor Jahren im Schlosspark geschaffene Schmuckbauten, ein Pavillon und ein Wasserbecken, zerstört werden.
Der Schloßpark gehört den Braunschweigern und die sollten darüber entscheiden, was damit passiert. Das ist einmal mehr ein typisches Beispiel dafür, daß sich Architekten nicht als Dienstleister für die Menschen sehen, sondern lediglich daran interessiert sind, sich selbst Denkmäler für die Ewigkeit zu setzen. Dabei ist mehr als zweifelhaft, daß die Braunschweiger von diesen "Schmuckbauten" viel haben. Wie ich bereits erwähnte wird der Park vorwiegend von sozialen Randgruppen bevölkert, mit allen damit verbundenen negativen Begleiterscheinungen.

Die Sorgen der Geschäftsleute nehme ich ernst, ich hoffe aber, daß sich das Einkaufszentrum als Magnet für die Innenstadt insgesamt erweist. Das beklagte Phänomen der Verödung der Innenstädte hat andere Ursachen und ist leider nicht auf Braunschweig beschränkt.
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Alt 10.12.03, 12:50   #21
el mariachi
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Die Rekonstruktion wird immer wahrscheinlicher:


Kulturschloss oder Kaufhauskulisse

Architektenwettbewerb für das Braunschweiger Schloss entschieden - ECE plant 30 000 qm großes Center
von Dankwart Guratzsch

Braunschweig - Es verdichtet sich immer mehr: Braunschweig bekommt sein 1960 abgerissenes Schloss zurück. Im Architektenwettbewerb für das ECE-Center Braunschweig wurde von der Jury unter Vorsitz des Architekten Peter Kulka das Team Prof. Alfred Grazioli (Zürich) und Wieka Muthesius (Berlin) zum Sieger erklärt. Zentraler Baustein des neuen Einkaufszentrums soll das Welfenschloss sein. Für das 40 000 qm große Grundstück kassiert die Stadt 35 Mio. Euro, von denen sie elf in die Schlossfassaden steckt.


Oberbürgermeister Gert Hoffmann, energischster Anwalt des Projekts, gab sich "extrem zufrieden", obwohl noch längst nicht alle Hindernisse aus dem Weg geräumt sind. Gegen die Überbauung des Schlossparks kämpft ein Bürgerbegehren, über dessen Zulässigkeit im Januar entschieden werden soll. Im Stadtrat verfügt die "Schlosskoalition" aus CDU und FDP nur über eine Stimme Mehrheit. Doch knappe Mehrheiten schrecken die Schlossfreunde nicht. Auch die Front der Schlossgegner hatte die Sprengung der Ruine vor 40 Jahren nur mit einer Stimme Mehrheit durchsetzen können. Ehe freilich alle rechtlichen Voraussetzungen zum Wiederaufbau vorliegen, kann es Juli werden.Der Entwurf der Architekten sieht hinter dem Schloss mit seinen historischen Steinfassaden einen Glaspalast vor, dessen gewaltiges Volumen raffiniert gegliedert ist. So werden in die Rückfront "Keile" geschnitten, die die über 200 Meter lange Straßenfront als Reihung von Einzelbaukörpern erscheinen lassen. Mattierte Scheiben simulieren Lochfassaden, andere Bauteile werden durch vorgestellte gläserne Arkaden geschmückt. Der Schlosspark allerdings lebt nur im Namen des Einkaufscenters fort, das als "Schlosspark-Arkaden" firmiert.


Wie lässt sich der Spottname "Kulissenarchitektur" entkräften? Nach dem Willen der Rathauspolitiker von CDU und FDP soll das Schloss zwar "überwiegend" kulturellen und öffentlichen Nutzungen vorbehalten bleiben (Stadtbücherei, wissenschaftliche Bibliothek, Stadtarchiv, Stadtmuseum, Kulturinstitute), doch hofseitig sollen sich "kommerzielle Nutzungen" anschließen. Nach außen als reiner Fassadenbau konzipiert, wird das Bauwerk im Innenhof laut Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink nur in "Annäherung" an das historische Erscheinungsbild gestaltet werden. "Das historische Bauwerk soll hier zumindest ablesbar in Fragmenten bleiben", kommentiert er die nicht fertig ausgearbeiteten Pläne. Damit entstünde ein Bauwerk nach Art der Berliner Kommandantur Unter den Linden, deren straßenseitige Fassaden zwar exakt rekonstruiert wurden, die aber an der Rückfront eine Glaswand erhalten hat.


Insgesamt investiert die Hamburger ECE-Gruppe 200 Mio. Euro in das Projekt, das die Käuferströme in Braunschweig in einen Randbereich der Innenstadt locken soll. Auf 30 000 qm Verkaufsfläche werden 120 Geschäfte platziert. Die Magnetwirkung dürfte sich durch den unterirdisch angebundenen Kaufhof noch beträchtlich verstärken. Warnende Stimmen des Einzelhandels wurden ignoriert. Alexander Otto, Chef des Investors ECE, zeigte sich in Jubellaune. Der Braunschweiger Zeitung sagte er: "Wir planen in Braunschweig etwas Einmaliges. Das Schloss benötigt und verdient eine wirklich herausragende und hochwertige Ergänzung." Ganz so einmalig ist es freilich nicht. Das Potsdamer Schloss liegt schon in der Schublade.

Quelle:www.welt.de
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Alt 10.12.03, 13:09   #22
el mariachi
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Das wäre natürlich fantastisch, wenn die ECE auch das Potsdamer Stadtschloss wiedererrichtet. Es wurde 1945 stark zerstört, die Reste 1959 gesprengt:



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Alt 14.12.03, 08:12   #23
rec
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So sollen Braunschweigs Schloss-Arkaden aussehen

Von Ralph-Herbert Meyer

BRAUNSCHWEIG. Das Architekturbüro Grazioli und Muthesius (Zürich/Berlin) wird das Braunschweiger Einkaufszentrum Schloss-Arkaden planen. Baubeginn soll im Frühjahr 2004 sein.

"Der Preisträger hat eine beliebige, austauschbare Kommerzarchitektur vermieden", lobte Braunschweigs Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink gestern bei der Bekanntgabe des Ergebnisses. Die hochkarätige, neunköpfige Jury hatte am Freitag sechs Stunden lang getagt.

"Wir planen in Braunschweig etwas Einmaliges. Das Schloss benötigt und verdient eine wirklich herausragende und hochwertige Ergänzung. Ich habe den Siegerentwurf unterstützt", erklärte Alexander Otto, Chef des Investors ECE. Der Entwurf von Grazioli und Muthesius ist wegen der aufwändigen Fassaden der teuerste im Kreis der vier Wettbewerber.

Braunschweigs Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann war "extrem zufrieden" und auch "erleichtert". "Es sollte in jedem Fall der Eindruck vermieden werden, hier entsteht billige Kaufhaus-Architektur mit vorgesetzter Schlossattrappe. Diese Befürchtung hat sich jetzt erledigt. Das müssen auch Gegner einräumen", kommentierte er den von ECE in Abstimmung mit der Stadt ausgeschriebenen Wettbewerb für das 200 Millionen Euro teuere Vorhaben.

Auf 30 000 Quadratmetern sollen rund 120 Geschäfte vom Herbst 2006 an öffnen. Es wird mit bis zu 1000 neuen Arbeitsplätzen gerechnet. 1600 Parkplätze werden Besuchern zur Verfügung stehen.

Das ECE-Projekt wurde und wird kontrovers diskutiert. Der Rat der Stadt gab am 8. Juli "grünes Licht". Derzeit läuft allerdings noch ein Bürgerbegehren zum Erhalt des Schlossparks. Ob es zulässig ist, darüber wird im Januar entschieden.

Grazioli und Muthesius setzten sich mit ihrem Entwurf, der besonders sensibel mit den angrenzenden Quartieren umgeht, gegen Kaspar Kraemer (Köln), Engel und Zimmermann (Braunschweig) sowie Speer und Partner (Frankfurt) durch. Neben dem Auftrag erhält der Sieger 30 000 Euro Preisgeld.


Bilder

http://www.newsclick.de/servlet/BV2/2260276/WEB
Blick auf das geplante Einkaufszentrum Schloss-Arkaden in Braunschweig. Das Bild zeigt das Siegermodell des Architekturbüros Grazioli und Muthesius. Links ist der Bohlweg zu erkennen.

http://www.newsclick.de/servlet/BV2/2259174/WEB
Der 1. Preis im Architekten-Wettbewerb: So soll das geplante Einkaufszentrum einmal aussehen.

http://www.newsclick.de/servlet/BV2/2259168/WEB
Der Blick von Langer Hof/ Bohlweg auf das geplante Einkaufszentrum.

http://www.newsclick.de/servlet/BV2/2259165/WEB
Die Fassade des Einkaufszentrums im Anschluss an die restaurierte Schlossfassade.

http://www.newsclick.de/servlet/BV2/2259171/WEB
Blick von der Museumstraße auf das geplante Einkausfzentrum.



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"Antwort auf scheinbar unlösbare Aufgabe"

Preisgericht lobt in seiner Begründung den ECE-Entwurf
des Architektenehepaares Alfred Grazioli und Wieka Muthesius


Von Harald Duin

Gelassene Sieger: Prof. Alfred Grazioli und seine Ehefrau Wieka Muthesius. Sie haben nach dem Votum der Jury klar den ersten Rang belegt. Auf den Plätzen, je mit einer "Anerkennung", KSP Engel und Zimmermann, Prof. Albert Speer und Partner sowie Kaspar Kraemer Architekten.

Erleichtert: Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann und Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink. Es hätte ja durchaus sein können, dass alle vier Architektengruppen auf vielleicht interessantem Niveau an der Aufgabe gescheitert wären. Und wie hätte man dann weitermachen sollen? Wie hätte man dagestanden vor all den Leuten, die schon immer prophezeit haben, die Baumasse des ECE lasse sich in keine kongeniale Form zwingen?

Hoffmann: Keiner könne mehr im Zusammenhang mit dem ECE-Bau von "Murks" oder "Disneyland" sprechen. Und Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink freute sich, dass eine nichtssagende Kommerzarchitektur auf alle Fälle vermieden werde.

Über die Entwürfe jener Architekten, die das Nachsehen hatten, wurde gestern leider nicht gesprochen. Der Vorsitzende des Preisgerichts, Prof. Peter Kulka (Köln/Dresden) eilte gestern noch vor der Pressekonferenz zur nächsten Sitzung.

Alles stürzte sich auf die ECE-Ansichten von Alfred Grazioli und Wieka Muthesius. Diese trägt übrigens einen berühmten Familiennamen. Ihr Urgroßvater war Hermann Muthesius, der als Architekt unter anderem durch seine Landhäuser bekannt wurde und 2. Vorsitzender des Werkbundes war, einer 1907 gegründeten Vereinigung von Architekten, Künstlern und Designern.

Die Meinungsbildung innerhalb der Jury soll völlig ohne Streit verlaufen sein. Alles lief nach einiger Zeit auf Grazioli + Muthesius zu.

Gestern Abend wurden Passagen aus der schriftlichen Begründung des Preisgerichts bekannt:

"Grazioli + Muthesius verstehen die Neubebauung als einen Marktplatz, der von Gebäuden umstellt ist, und daher wird nicht eine Haut um die Verkaufsfläche gezogen, sondern die Räume der Fassaden inszenieren die Übergänge zur Innenwelt. Dadurch entsteht eine Vielschichtigkeit der Fassaden, die in der reichen, wieder aufgebauten Fassade des Schlosses ihr Pendant sieht."

Weiter heißt es in der Begründung: "Die Struktur der Schlossfassade wird feinsinnig interpretiert und in eine heute gültige Sprache übersetzt. Es wird nicht in die Klaviatur heute angesagter, modischer Fassadenthemen gegriffen." Die Jury lobt den "sehr selbstbewussten, aber auch zurückhaltenden Auftritt, der nichts von den herkömmlichen Einkaufszentren und deren Schnelllebigkeit in sich trägt". Fazit der Jury: "Insgesamt handelt es sich um ein sehr kluges Projekt, das auf städtebaulicher, struktureller und architektonischer Ebene der scheinbar unlösbaren Aufgabe eine Antwort entgegensetzt."

Es gab natürlich gestern Mittag erste Diskussionen über das, was Grazioli + Muthesius hier im Modell und in farblich dezenten Computer-Animationen präsentierten.

Bei der Betrachtung der Computer-Bilder auf dieser Seite ist zu berücksichtigen, dass sie eine erste Anmutung der kommenden Architektur darstellen. Es wird noch sehr auf die Ausführung im Detail ankommen. Ferner blieben gestern noch einige Fragen offen. Wie wird künftig die beträchtliche Binnenfläche des Schlosses genutzt? Alles für die Kultur? Oder schlüpft ECE auch hier irgendwie mit rein? Dieser Teil, das hatten einige Jury-Mitglieder moniert, war nicht Teil des Wettbewerbs gewesen. Schlossfassade und Innenräume sind Sache der Braunschweiger Architektengruppe Richi, Opfermann + Partner.



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Schloss soll nur kulturell genutzt werden

CDU/FDP-Antrag entspricht der dringenden Empfehlung der Jury des Architekten-Wettbewerbs


Von Ralph-Herbert Meyer

Das rekonstruierte Schloss soll nach dem Willen der CDU/FDP-Mehrheitsfraktion im Rat der Stadt keine kommerzielle, sondern eine hochwertige, kulturelle Nutzung erhalten.

Kurz nach der gestrigen Information der Kommunalpolitiker über den Siegerentwurf berichteten Wolfgang Sehrt und Carsten Müller (beide CDU) sowie Prof. Dr. Rudolf Casper und Daniel Kreßner (beide FDP) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz über ihre Pläne.

Die Mehrheitsfraktionen brachten anschließend im Verwaltungsausschuss den Antrag ein, Öffentliche Bücherei, Stadtarchiv, Teile des Kulturinstituts und ein Schlossmuseum in den Räumen unterzubringen.

Damit wird dem Wunsch der Jury entsprochen, die eine Trennung des modernen, kommerziellen Raumes und des historischen Wiederaufbaus dringend empfahl. Die Jury hatte am Montag ihre einstimmige Entscheidung für den Entwurf des Architekturbüros Grazioli und Muthesius (Zürich/Berlin) bekannt gegeben.

"Ein optimaler Entwurf"

Anhand des Modells hatte Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink die vier Wettbewerbsmodelle den Ratsfraktionen erläutert. Es gab während der Präsentation keine geteilten Meinungen darüber, dass die Jury den eindeutig besten Entwurf zum Sieger gekürt hat.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Sehrt sagte: "Ich bin beeindruckt, wie sich das Modell in die Umgebung einpasst. Ein optimaler Entwurf." Casper, FDP-Fraktionschef, war mit der Entwicklung des ECE-Projekts Schloss-Arkaden hoch zufrieden: "Es wird ein dreiflügeliger Schloss-Aufbau mit eigenständiger Nutzung und eben keine Fassade, hinter der Schlüpfer und Socken verkauft werden."

Die SPD-Fraktion bleibt auch nach der Vorstellung des Siegerentwurfs ihrer Linie treu. Ihr Vorsitzender Klaus Winter erklärte: "Auch das Siegermodell macht bei allem architektonischen Können deutlich, was für ein massiver Baukörper den bisherigen Schlossgarten ersetzen soll und welche städtebaulichen und ökologischen Schäden dieser neue Supermarkt am Rande der Innenstadt anrichten würde."

Unabhängig davon seien für die SPD-Ratsfraktion die Durchgängigkeit des Bohlwegs sowie die verkehrliche Anbindung des Centers nach wie vor ungelöst. Ein Wettbewerb, der diese Problematik beseitigen soll, ist von der Stadt gestartet worden. Das Thema war nicht Gegenstand des Architektur-Wettbewerbs. Die SPD-Ratsfraktion hatte den ihr zustehenden Sitz in der Jury zurückgegeben.

"Hässliches Riesenkaufhaus"

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Gisela Witte, bleibt ebenfalls bei ihrer grundsätzlich ablehnenden Haltung: "Das Projekt lässt sich nicht schön reden. Trotz einiger architektonischer Finessen bleibt es ein hässliches Riesenkaufhaus mit drei Parkdecks, das nichts mehr mit dem früheren Schloss und dem umgebenden Park zu tun hat."

Quelle: newsclick.de
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Alt 14.12.03, 11:36   #24
Kaiser
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Kaiser hat die ersten Äste schon erklommen...
Zitat:
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Gisela Witte, bleibt ebenfalls bei ihrer grundsätzlich ablehnenden Haltung: "Das Projekt lässt sich nicht schön reden. Trotz einiger architektonischer Finessen bleibt es ein hässliches Riesenkaufhaus mit drei Parkdecks, das nichts mehr mit dem früheren Schloss und dem umgebenden Park zu tun hat."
kann ich nur zustimmen. aber es ist ein angfang, dass das schloss überhaupt rekonstruiert wird!
Kai
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Alt 14.12.03, 23:56   #25
rec
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rec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblick
Sehen wir es doch einfach positiv. Ohne das Einkaufszentrum würde es auch kein Schloß geben. Ich bin sehr zufrieden, daß sich das Schloß als eigenständiger Baukörper vom restlichen Gebäudekomplex abheben und einer angemessenen, nicht-kommerziellen Nutzung zugeführt werden wird.
rec ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.01.04, 15:52   #26
Welfe
Stimmt ->
 
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Welfe ist im DAF berühmtWelfe ist im DAF berühmt
Na hoffentlich komt da was anständiges (traditionsbewusstes) bei raus
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Alt 06.02.04, 14:18   #27
arnd
Wahrheit ist alles
 
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arnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nett
Zitat:
Original geschrieben von rec
Sehen wir es doch einfach positiv. Ohne das Einkaufszentrum würde es auch kein Schloß geben. Ich bin sehr zufrieden, daß sich das Schloß als eigenständiger Baukörper vom restlichen Gebäudekomplex abheben und einer angemessenen, nicht-kommerziellen Nutzung zugeführt werden wird.
Aber bist Du auch sicher, dass das Schloss sich in vernünftiger Weise abheben wird?. Denn letztendlich wird och der sog. "Konsumtempel" das Ganze dominieren, und das nicht in so schöne Weise wie es z. B. Albert Speer dargestellt hat. Wenn die Kuppel auf dem Schloss auch wiederhergestellt würde, ja dann könnte man dem Ganzen noch was abgewinnen.

P.S.: Gab es zum ECE-Projekt nicht auch einen Alternativ-Vorschlag, das Quartier auf der anderen Seite des Bohlwegs einer Komplettsanierung zu unterziehen? (Stand mal in einer Zeitung, die speziell zur Kontroverse um das Projekt verteilt wurde)
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Alt 09.02.04, 20:19   #28
rec
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Original geschrieben von arnd
Aber bist Du auch sicher, dass das Schloss sich in vernünftiger Weise abheben wird?. Denn letztendlich wird och der sog. "Konsumtempel" das Ganze dominieren, und das nicht in so schöne Weise wie es z. B. Albert Speer dargestellt hat. Wenn die Kuppel auf dem Schloss auch wiederhergestellt würde, ja dann könnte man dem Ganzen noch was abgewinnen.

P.S.: Gab es zum ECE-Projekt nicht auch einen Alternativ-Vorschlag, das Quartier auf der anderen Seite des Bohlwegs einer Komplettsanierung zu unterziehen? (Stand mal in einer Zeitung, die speziell zur Kontroverse um das Projekt verteilt wurde)
Ich hoffe einfach mal das Beste. Am liebsten wäre mir natürlich das Schloß ohne ECE.
Aber zumindest kann man jetzt tatsächlich von einem Wiederaufbau des Schlosses sprechen, nicht mehr nur von der Wiederherstellung der Schlossfassade. Ich denke da mit Grauen an Pläne aus den 90ern, mit der historischen Schlossfassade ein Multiplexkino zu "verkleiden".

Zum Alternativvorschlag: keine Ahnung, bin ich überfragt.



Heute war übrigens ein recht intressanter Artikel in der BZ zum Thema Schloß-Wiederaufbau. Darin äußert sich der aus Braunschweig stammende BDA-Präsident Kaspar Kraemer postiv zum Wiederaufbau des Schlosses.

Zitat:
Kraemer machte von Beginn an keinen Hehl aus seiner positiven Einstellung zum wichtigsten Projekt der Braunschweiger Politik. Mit dem Wiederaufbau des Schlosses werde ein "Zeichen gegen Gleichgültigkeit, Hässlichkeit und Fehlentwicklung" gesetzt. Dies sei um so nachvollziehbarer, als damit auch die Fehlentscheidung des Schlossabrisses 1960 korrigiert werde. Über den "Wunsch nach Rückkehr des verlorenen Stadtbildes" könne man nicht traurig sein.

Kraemer ging auch auf den in Fachkreisen geführten Expertenstreit um Rekonstruktionen ein. Er verwarf den Gedanken, dass es sich dabei um eine Kapitulation handele.
Zwar handele es sich beim Wiederaufbau des Braunschweiger Schlosses um einen "Nachbau mit Teilverwendung von Originalsubstanz". Doch ähnlich wie beim Berliner Schloss gehe es um Identifikation und Wertschätzung des ursprünglichen Bildes, um den authentischen Hauch von Geschichte, dem erst echter Respekt gebühre.
Ähnlich äußert sich Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann.

Zitat:
Beim ECE-Projekt handele es sich tatsächlich um die Rekonstruktion, den Wiederaufbau des Braunschweiger Schlosses. Hoffmann: "Das wird diese Stadt verändern und prägen. Im Schloss wird Braunschweiger Kultur sein. Dann wird auch die emotionale Bindung eine ganz andere sein."
Der komplette Artikel hier
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Alt 20.12.04, 21:38   #29
Stefan Tech
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Stefan Tech ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Objektüberwachung _ Ausführungsplanung etc.

Weiß jemmand WER beim ECE Center in Braunschweig die Leistungsphase 5 bis 8 übernimmt? Ein GU oder ein Büro in BS? Überlege eine baubetriebliche Diplomarbeit zu schreiben. Wäre nett wenn Ihr mir eine email schicken könntet: Stefan_Marko.Tech@t-online.de. Danke schon im vorraus!
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Alt 28.02.05, 16:59   #30
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Das Gerangel um die Schloss-Arkaden geht weiter...

ECE kämpft um seine Pläne

Investor der Schloss-Arkaden zieht nach juristischer Niederlage vor das Oberverwaltungsgericht


ECE gibt nicht klein bei: Die Niederlage vor dem Verwaltungsgericht in Sachen Baugenehmigung Einkaufszentrum Schloss-Arkaden will der Hamburger Investor nicht auf sich sitzen lassen. Er reicht Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg ein.

(...)

Hintergrund ist, dass die Braunschweiger Kammer im Sinne der klagenden Allianz Immobilien GmbH entschied: Der Abstand zwischen dem geplanten Einkaufszentrum und Wohnhäusern an der Straße Am Schloßgarten sei zu gering. Der Abstand müsse so groß sein, wie das Gebäude hoch werde.

(...)

Gegenwärtig wird bei ECE "Tag und Nacht", wie ein Mitarbeiter berichtet, an den neuen Plänen gearbeitet. Trotz der unmittelbar bevorstehenden Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht. ECE arbeitet zweigleisig, geht wegen Eilbedürftigkeit offenbar von einer schnellen Entscheidung der Juristen aus.

(...)

Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/me.../artid/3792769
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