Mediaspree: Bauprojekt am Stralauer Platz

  • ^ Es ist nicht die Aufgabe des Staates, Einfluss auf das äußere Erscheinungbild von Hotels zu nehmen.
    Den Sozialismus, indem das vielleicht möglich gewesen wäre haben wir ja überwunden. Oder etwa nicht?

  • Sozialismus wäre eher wenn das Hotel vom Staat geführt werden würde. Aber mit Frau Lüscher ist das Ergebnis oft kaum besser... vorallem in manchen Stadtteilen z.B. City West oder dem Alex ist die Höhenparanoia der Senatsverwaltung unbegreiflich. Aber das wurde ja schon oft durchgekaut.

  • ^ Es ist nicht die Aufgabe des Staates, Einfluss auf das äußere Erscheinungbild von Hotels zu nehmen


    Das sehe ich anders.


    Die Fassade eines Gebäudes (ebenso wie seine Höhe, der Abstand zur Straße und den Nachbargebäuden etc.) wirkt so stark in den öffentlichen Raum hinein, dass ihre Gestaltung auch öffentlich reguliert werden sollte.


    Nur so entstehen harmonische städtebauliche Ensembles, die m. E. das Hauptmerkmal der europäischen Stadt sind - und so wurde es ja auch bis vor wenigen Jahrzehnten gehandhabt, übrigens völlig unabhängig von der Staats- und Regierungsform. Wohin es führt, wenn man jeden Investor machen lässt, wie er will, lässt sich in den Großstädten der USA besichtigen, die mit wenigen Ausnahmen völlig gesichtslos geworden sind.


    In Westdeutschland ist dieser Wildwuch seit den 1960er Jahren zu beobachten, im Osten naturgemäß erst seit 1990, wobei es zumindest in Berlin um den Hauptstadtumzug herum eine kurze Phase großflächiger strukturierter städtebaulicher Planung gab. Seitdem Frau Lüscher Herrn Stimmann abgelöst hat, ist das im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte. Von dem austauschbaren Mist, der jetzt "mit Masse" gebaut wird, wird nichts seinen Abschreibungszyklus überleben.

  • Und schon wieder, der heilige Stimmann. Er war es, der das Desaster der Topographie des Terrors zu verantworten hat. Er war es, der den Murks des Spreedreiecks maßgeblich zu verantworten hat. Er war es, der die Riesenblöcke in der Friedricjstr durchgewunken hat. Er war es, der das Ludwig-Erhadt Haus verstümmelte. Nein, Stimmann war ein kleiner, langweiliger Provinzpolitiker, der ein ebenso langweiliges, vorgestriges Stadtbild probagierte.

  • Ich schließe mich dem zum wiederholten Mal an. Unter Stimmann ist viel mehr Mist gebaut worden als unter Frau Lüscher. Dieses ständige Lüscher-Bashing nimmt wirklich pathologische Züge an. Es ist schon komisch mit Mitmenschen, die eher in konservativen Denkmustern verhaftet sind; einerseits wird eine vergangene, vermeindlich starke, staatliche Geschmackspolizei glorifiziert, andererseits wird einer anderen Person (zufällig weiblich) unterstellt, der "schweigenden" Mehrheit ihren Willen aufzuoktroieren.

  • Also ich finde dass das Aussehen dieses Gebäudes für den Standtort in Ordnung geht.
    Man muss sich nur mal vor Augen führen von was dieses Hotel eingerahmt sein wird.


    Auf der Ostseite befindet sich der völlig ungepflegte und verwahrloste Starlauer Platz mit seiner Buswendeschleife.
    auf der Nordseite eine fast 100 Meter breite Bahntrasse die im Norden von einer riesigen Brandmauer begrenzt wird.
    Westlich fällt der Blick auf eine Tankstelle mit Waschanlage.
    Südlich befindet sich dann die stark befahrene Holzmarktstraße sowie das vergammelte Gebäude am Spreeufer auf dem Gelände des neuen Yaam Clubs.


    Und dann wird hier first class Architektur a la London und Paris erwartet?
    Wer sollte das investieren?
    Vergesst es, das ist die Umgebung gar nicht wert.


    Das Gebäude wird dem Stralauer Platz seine optische Begrenzung auf der Westseite geben und wirkt vielleicht animierend mit den angrenzenden freien Grundstücken und verfallen Häusern was vernünftiges zu machen/zu sanieren.


    Mehr is nicht zu erwarten.

  • Und schon wieder, der heilige Stimmann. Er war es, der das Desaster der Topographie des Terrors zu verantworten hat. Er war es, der den Murks des Spreedreiecks maßgeblich zu verantworten hat. Er war es, der die Riesenblöcke in der Friedricjstr durchgewunken hat. Er war es, der das Ludwig-Erhadt Haus verstümmelte. Nein, Stimmann war ein kleiner, langweiliger Provinzpolitiker, der ein ebenso langweiliges, vorgestriges Stadtbild probagierte.


    Also, erstens war Stimmann kein "Politiker", sondern Beamter, d. h. ausführendes Organ.


    Zweitens habe ich nicht einzelne Projekte, die unter seiner Federführung entstanden, bewertet (einige der genannten Beispiel finde ich selbst kritikwürdig), sondern seine Arbeit als Stadtplaner in toto - und das "Planwerk Innenstadt" finde ich nach wie vor besser als die Alternativen, die damals (1999) diskutiert wurden.


    Dieses ständige Lüscher-Bashing nimmt wirklich pathologische Züge an. Es ist schon komisch mit Mitmenschen, die eher in konservativen Denkmustern verhaftet sind; einerseits wird eine vergangene, vermeindlich starke, staatliche Geschmackspolizei glorifiziert, andererseits wird einer anderen Person (zufällig weiblich) unterstellt, der "schweigenden" Mehrheit ihren Willen aufzuoktroieren.


    Das sind eine Menge abwegiger Unterstellungen bzgl. meiner politischen Einstellung ("in konservativen Denkmustern verhaftet"; "Glorifizierung der ... staatlichen Geschmackspolizei vergangener Zeiten", Abneigung gegen Frau Lüscher, weil sie eine Frau ist).


    Aber das kennt man ja: Wenn man in der Sache nichts vorzutragen hat (ich finde in Ihrem Beitrag kein einziges sachliches Argument), versucht man es mal mit einem Angriff ad hominem. Das ist schon etwas armselig, finden Sie nicht?


    Um es noch einmal ganz klar und deutlich zu sagen: Ich finde die Berliner Stadtplanung der letzten Jahre unterirdisch, und dafür zeichnet maßgeblich die Senatsbaudirektorin verantwortlich. Ihre persönlichen Merkmale (Frau, Schweizerin etc.) sind mir völlig gleichgültig.


    Politisch ordnen Sie mich zudem falsch ein - aber das nur am Rande. Ich möchte Ihre offensichtlich starre Vorurteilsstruktur nicht unnötig durcheinanderbringen.


    Und dann wird hier first class Architektur a la London und Paris erwartet?


    Auch in Paris und London gibt es nur wenig "First-Class-Architektur". Was es aber sehr wohl auch in einfacheren Gegenden gibt, ist ein geschlossenes, unverkennbar "londoner" oder "pariser" Stadtbild. In Berlin gab es das - wie in fast allen europäischen Sädten - bis zu den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges auch. Zur Zeit scheint man sich mit architektonischer Stangenware zu begnügen, die jeden Ortsbezug vermissen lässt. Mir persönlich ist das zuwenig.


    Mehr is nicht zu erwarten.


    Doch. Ein Hauch von Architektur anstatt die immergleichen 0815-Kisten.

  • Doch. Ein Hauch von Architektur anstatt die immergleichen 0815-Kisten.


    Mir hätte ja an dieser Stelle schon die Standardrasterarchitektur ähnlich Lehrter Stadtquartier gereicht. Aber dieser Bau sieht einfach nur furchtbar aus. Mit dem rosa Schriftzug könnte man glatt annehmen es handele sich hierbei um ein Bordell (Artemis lässt grüßen).

  • Ich hatte als ich den Entwurf das erste Mal gesehen habe direkt die Assoziation zu dem damals in der Nähe stehenden temporären Bau des Barbie-Hauses: Link zu Bildern in der Berliner Zeitung Dementsrechend habe ich es für einen schlechten Scherz gehalten. Nicht das ich was gegen Farbe und Auflockerung im allgemeinen hätte, aber der Kasten wirkt wie Plaste und er lässt wirklich gestalterisch viele (alle) Wünsche offen.

  • [...] dieser Bau sieht einfach nur furchtbar aus. Mit dem rosa Schriftzug könnte man glatt annehmen es handele sich hierbei um ein Bordell (Artemis lässt grüßen).


    Ich hatte als ich den Entwurf das erste Mal gesehen habe direkt die Assoziation zu dem damals in der Nähe stehenden temporären Bau des Barbie-Hauses [...].


    Ähnliche Assoziationen hatte ich auch. ;)


    Aber selbst im Flugzeugdesign scheint man keine Angst vor bestimmten Signalfarben zu haben:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…ine_Airbus_A320_Simon.jpg


    ... und dann sind Hausfassaden davor wohl auch nicht mehr sicher.

  • ^ Die Farbkombination ist eindeutig von einer Neunzigerjahre-Telefonzelle der Telekom abgeschaut. Ich fand Magenta damals schon gruselig...

  • Es gibt zwei Dinge, die man dem Teil zu gute halten muss, wobei Nummer zwei nicht 100%ig ernst zu nehmen ist.
    1. Es gibt dem Platz und der Kreuzung Fassung.
    2. Es scheint angemessen für ein Bahnhofsviertel "klassischen" Charakters, wie sie auch in den 70ern und 80ern beliebt waren.

  • Auf der Ostseite befindet sich der völlig ungepflegte und verwahrloste Starlauer Platz mit seiner Buswendeschleife.
    auf der Nordseite eine fast 100 Meter breite Bahntrasse die im Norden von einer riesigen Brandmauer begrenzt wird.
    Westlich fällt der Blick auf eine Tankstelle mit Waschanlage.
    Südlich befindet sich dann die stark befahrene Holzmarktstraße sowie das vergammelte Gebäude am Spreeufer auf dem Gelände des neuen Yaam Clubs.


    Gute Beschreibung des Ist-Zustandes. Allerdings ziehst du die falschen Schlüsse.


    Vergesst es, das ist die Umgebung gar nicht wert.


    Du bewertest das runtergekommene Umfeld negativ. Dabei ist doch gerade diese vergammelte, versiffte, abgerockte Atmosphäre sexy und wirkt anziehend. Viel problematischer ist eher, daß nach allen Neuerungen irgendwann die ursprüngliche Atmosphäre verloren gehen wird. Die Kunst besteht jetzt darin, daß man die neuen Bauprojekte und die bisherige Atmosphäre richtig kombiniert.

  • Die BVV Kreuzberg-Friedrichshain hat nun beschlossen den Bauantrag der JUWI 3 Immobilien GmbH, dessen Inhalt mit dem Beschluss DS/1734/IV abgelehnt wurde, zurückstellen und umgehend ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten. Das sind doch zumindest mal Nachrichten die auf eine bessere Planung hoffen lassen.


    Pustekuchen. Ein Bauvorbescheid wurde bereits im Juni erteilt.


    Hier nochmal das Grauen in etwas höherer Auflösung:




    (C) Winking Froh Architekten BDA


    Für das Ex-Marial-Areal (siehe Seite 1) gibt es auch Neues zu berichten. Hier zeigt sich wie man es architektonisch wie städtebaulich besser machen kann. Anstatt der maßstabslosen Klotzerei wird die geplante Neubebauung in 2 Gebäude mit Hotel- und Büronutzung unterteilt. Das alte GASAG Verwaltungsgebäude wird hierfür abgerissen.
    So soll es mal aussehen:





    © 2013 RITTER Projekte

  • "architektonisch wie städtebaulich besser" war bestimmt ironisch gemeint, oder? So viel besser sind die beiden Klopper anstelle des Gasag-Gebäudes doch auch nicht. Meiner Meinung nach bleibt der ganze Bereich um den Ostbahnhof auch in Zukunft eine einzige Katastrophe. Das einzig sehenswerte bleibt die East-Side-Gallery, selbst mit Zaun davor.

  • ^Natürlich war das keine Ironie und Deine Vermutung wohl auch nur eine rhetorische Unterstellung. Die beiden Bauten mit Ziegelfassaden erscheinen mir angenehm und stellen eine massive Aufwertung gegenüber der aktuellen Ruine dar.


    Die Absolutheit mit der hier häufig Kritik geübt wird, empfinde ich als ganz schön anmaßend und auch wenig realitätsnah. Den Klotz mit den 330 Wohnungen finde ich z.B. auch nicht gelungen, dennoch werden auch diese Wohnungen erheblich zur Belebung der Ecke beitragen, genau so wie das unsägliche moxy-Hotel gegenüber.


    Die Architektur in diesem völlig neuen Stück Innenstadt ist schon sehr gemischt. Dennoch beeindruckt es mich zunehmend, wie schnell hier jetzt eine immerhin sehr durchmischte Nutzung entsteht. Da ist tatsächlich alles dabei. Dass es so schnell geht, ist der Ausschaltung des Bezirks durch bereits früher geschaffenes Baurecht zu verdanken.


    Und selbst wenn man alles Neue einfach nur doof findet gibt es immer noch folgende Sehenswürdigkeiten in der Ecke:
    Postbahnhof, Radialsystem, Oberbaumbrücke, Halle des Ostbahnhof, Energieforum, Spree, East-Side-Galery

  • ^
    Für das moxy-Hotel wurde diese Woche der Turmdrehkran aufgestellt.
    Ich bleibe dabei: auch wenn das Hotel dem ein oderanderen nicht gefällt, es schließt den Platz zum Westen hin ab, bildet eine Torwirkung sowohl für die Mühlenstraße als auch für die Bahntrasse und es für diese Stelle die wohl sinnvollste Lösung zur Belebung.



    moxy Hotel Berlin Ostbahnhof by Stefan Metze, auf Flickr

  • "architektonisch wie städtebaulich besser" war bestimmt ironisch gemeint, oder? So viel besser sind die beiden Klopper anstelle des Gasag-Gebäudes doch auch nicht. Meiner Meinung nach bleibt der ganze Bereich um den Ostbahnhof auch in Zukunft eine einzige Katastrophe. Das einzig sehenswerte bleibt die East-Side-Gallery, selbst mit Zaun davor.


    Wie RR schon schrieb war das keine Ironie. Mein Vergleich bezog sich außerdem auf das Juwi-BV.
    Davon ab finde ich die Industriebacksteinoptik für das Spreeufer in Hafennähe mit seinen historischen und neuen Bauten sehr passend. Insbesondere der rötliche Bau gefällt mir mit seiner Fassadengliederung. Also deutlich besser als die Moxy- oder Juwi-Planung.

  • Ich werde dem YAAM nachtrauern – nicht weil ich dort öfter zu Gast wäre, sondern weil es der letzte Rest der Uferklub-Szene ist, der noch da ist. Sonst schließe ich mich Bato an: Für das JUWI-Teil handeln sich alle Beteiligten ein paar Jahre Fegefeuer ein, und die MOXY-Leute landen direkt in der Hölle. Die Backsteinbauten auf dem GASAG-Grundstück sind dagegen ok.


    Doch auch den Kollegen Rathaus und Ostkreuz gebe ich recht: Bei aller Hässlichkeit gibt selbst das MOXY dem Platz einen Rahmen, der bisher fehlt, und das JUWI sorgt für Anwohner, wo bisher nur Touris sind. Insgesamt schön, dass es voran geht. Nur – musste es unbedingt derart hässlich sein?

  • Das Yaam bleibt ja vorerst (was mich jetzt nicht besonders freut), da diese Fläche dem Bezirk gehört, der seine Flächen gerne einem genehmen Klientel zur Privatnutzung quasi umsonst überlässt. Vielleicht besinnt man sich eines Tages und baut etwas wirklich gemeinnütziges, wie eine Schule oder die geliebten Sozialwohnungen.


    Wird diese moxy-Bude sogar ohne Keller errichtet?


    Die Vorzüge die Ostkreuz nennt sind ja korrekt, aber es könnte wenigsten ein normal-hässlicher Zweckbau sein und nicht so ein provokativer Ramsch! Oder?