Bauakademie - Rekonstruktion und Geschichte

  • Das Gerüst der Bauakademie hat seine "Fassade" wieder zurück, diesmal mit einem Portrait von Schinkel. Es bleibt zu hoffen, dass sich hier bald Fortschritte bezüglich der Realisierung ergeben.


  • Gibt es diese Planen / Stoffhäuser eigentlich auch in anderen deutschen bzw. internationalen Orten ? Ist mir zumindestens so noch nicht aufgefallen. Am Potsdamer Platz Ecke Ebertstraße steht ja seit Jahren schon das Eckhaus aus Stoff und das wird wohl noch eine Weile so bleiben. Der Eigentümer aus Spanien hat nicht vor zu bauen,begnügt sich mit spanischen Wänden.


    Meine Meinung zur Bauakademie. Nicht wiederaufbauen. Beim Anblick der Stoffversion bekomme ich keinerlei Sehnsucht nach dem Orginal.

  • Ich schon!
    Für mich gibt es keine Alternative zum Wiederaufbau, nicht zuletzt, um die fehlgeleitete sozialistische Städtebaupolitik zu korrigieren.
    Wie hier wohl alle wissen, ist die Bauakademie eine Ikone der Architekturgeschichte. Allein deshalb schon ist es Pflicht, sie wiederherzustellen.
    Und zumindest für die Dauer der Regentschaft von Regula I. ist nicht zu erwarten, dass zeitgenössische Architekten die Gelegenheit erhalten, etwas Ebenbürtiges an dieser Stelle zu errichten.
    Auch der Wiederaufbau des Aussenministeriums der DDR oder eines Vorgängerbaus der Bauakademie kommt IMHO nicht in Betracht.


    Die Stoffvariante erfüllt zumindest den Zweck, die Lücke optisch zu schliessen und die Sehnsucht bei potentiellen Unterstützern des Wiederaufbaus zu fördern. Ein nutzbares Gebäude an dieser Stelle wäre sicherlich noch wünschenswerter. Allerdings habe ich noch keine Spendenbox wie im Humboldtforum ausmachen können.

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    Ja, die Öffentlichkeitsarbeit für den Wiederaufbau der Bauakademie lässt zu wünschen übrig. Wäre interessant zu erfahren, warum das so ist.


    Zitat von Rotgeber

    Es wäre schön, wenn Du selbst ein paar Infos beitragen könntest. Derzeit trägst Du wenig zum Forum bei.


    Danke, wäre schön, wenn DU dich nicht hinter dem anonymen Bewertungssystem verstecken würdest. Wenn Du ein Problem mit mir hast, dann hab wenigstens genug Schneid das mir persönlich zu sagen.

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  • Ein Unikum ist das Gebäude sicherlich nicht. Sondern eher ein Vertreter eines typischen berliner Baustils. Was mich dabei ärgert, es wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Backsteingebäude diesen Stils in Berlin ohne Not abgerißen, hat niemand gestört. Wie kann man das zulassen und gleichzeitig mit großem Aufwand für die Rekonstruktion eines einzelnen Gebäudes diesen Typs drängen? :confused:

  • Als das Gebäude 1832–1836 errichtet wurde, war dieser Baustil keinesfalls "typisch". Dass er das später wurde, unterstreicht nur die bau- und kunsthistorische Bedeutung.

  • Genau das ist eben nicht der Fall ! Als dieses Gebäude entstand war eben keinenrlei Derartiges zu finden ! Es ist der Urtyp dieses Baustils und vor allem dieser Bautechnik !!!!


    Dieses Gebäude und dessen Entstehung und Bauweise haben das Bauen in späterer Zeit revolutioniert und fanden hier erstmals Anwendung !


    Wer schreibt, dass Hunderte solcher Gebäude abgerissen wurden und es ein typischer Vertreter berliner Baustils ist hat wohl von Ursprung und internationaler Bedeutung dieses Gebäudes keine Ahnung . . .

  • Ist nicht gerade die Tatsache, dass so viele Gebäude dieser Art abgerissen werden/wurden, ein Grund, diesen Bau an dieser prominenten Stelle, von einem DER Architekten in und um Berlin, wieder aufzubauen? Quasi stellvertretend für die verlorenen, ein Denkmal für diesen "industriellen" Stil. Sonst könnte man ja auch andersrum fragen "Wozu was modernes (was auch immer das heißt)? Das wird doch haufenweise gebaut zur Zeit.".

  • Ihr mißversteht mich. Bis heute (!) werden Gebäude diesen Stils abgebrochen, geht derlei Bausubstanz verloren - originale Bausubstanz. Gleichzeitig diskutiert man über eine Rekonstruktion für viel Geld. Das passt für mich einfach nicht zusammen. Auch wenn die Lage prominenter sein mag als irgendwo in Spandau oder so. Bitte erst einmal dafür sorgen, dass das was Krieg, Teilung und "moderne Architektur"/"autogerechte Stadt" vom berliner Bauerbe übrig gelassen haben endlich nicht immer weiter erodiert wird.

  • Zumindest ich habe dich nicht missverstanden - zum einen dürften aber jene Gebäude von denen du sprichst in den wenigsten Fällen diese absolut herausragende Bedeutung haben und zum anderen ändert das ja nichts an der Problematik, dass es hier ein Grundstück gibt, dass seiner Bebauung harrt !


    Und dies hat nichts mit einem verfallenden Industriedenkmal in z.B. Leipzig zu tun - denn so ehrenvoll dein Denkansatz auch sein mag. Die Gelder die privat für den Bau der Akademie in Berlin fließen sollen kann man kaum per Gesetz oder Auflage umleiten in ein völlig anderes Projekt.


    Welcher Investor würde sich so etwas gefallen lassen ?? Oder wie sollte so etwas zu bewerkstelligen sein ?


    Sicher ändert das nichts an der Problematik und sicher moniert z.B. eine Stiftung preußischer Kulturbesitz völlig zu Recht, dass ihr Budget nicht ausreicht um Parks und Schlösser Potsdams zu erhalten, aber wie wolltest du das ändern ? Sicher nicht in dem du den Wiederaufbau der Bauakademie verbietest.


    Ebenso könnte man fordern, dass in Innenstadtlagen keine Einzelhandelsprojekte mehr gebaut werden dürfen, so lange noch nicht jedes Kind mit einem Kita-Platz ausgestattet ist . . ;) Nette Idee aber da werden Äpfel mit Birnen verglichen . .


    Wie gesagt - die Problematik erkenne ich vorbehaltlos an ! Nur eine Lösung ist DAS nicht . .

  • [...] Es bleibt zu hoffen, dass sich hier bald Fortschritte bezüglich der Realisierung ergeben. [...]


    Das wünscht sich einem Artikel der Berliner Woche zufolge (natürlich) auch der Förderverein für den Wiederaufbau der Bauakademie. Mit Blick auf die Wiedergewinnung der historischen Mitte durch den Bau des Humboldtforums hofft er auf ein Umdenken des Senats, was die Finanzierung der Rekonstruktion (= geschätzte 48 Millionen Euro) betrifft.

  • Auswärtiges Amt in die Bauakademie?

    Der rbb verwies gestern Abend in seiner rbb AKTUELL Sendung um 21:45 (ab Minute 28:37) auf einen Artikel im heutigen Tagesspiegel ("Die Schinkel Klopfer), nach dem die Schlossstiftung die Bauakademie rekonstruieren möchte und das Auswärtige Amt einziehen wird.


    In der Online Ausgabe habe ich heute nichts dazu gefunden. Vielleicht hat jemand Neuigkeiten aus der Druckausgabe von heute?

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    Danke für das schnelle finden des Artikels ;)
    Das sind doch wunderbare Nachrichten und mit dem Auswärtigen Amt wäre auch ein würdiger Mieter gefunden.

  • Ui, ich reibe mir noch etwas ungläubig die Augen. Während an verschiedenen Ecken der Stadt inzwischen tatsächlich richtige Hochhäuser und andere tolle moderne Bauwerke geplant werden und auch entstehen, bekommt Berlin nun neben dem Humboldtforum womöglich bald noch ein weiteres besonders wichtiges und charakteristisches Bauwerk seines historischen Zentrums zurück (wenn auch "nur" als Reko) :daumen:
    Ich fände es allerdings noch schöner, wenn man in diesem Fall auch auf die traditionellen Bauweisen zurückgreifen würde. Das war mW zumindest früher mal auch so angedacht. Im Artikel wird das nicht so klar, ob es dabei bliebe.


    Ansonsten muss man aber natürlich erst mal abwarten, ob es überhaupt dazu kommt. Der Artikel klingt ja nach einem eher offenen Ausgang. So ist zunächst auch nur von "Planspielen" die Rede. Ich fasse mal die Argumente zusammen wie sie im Artikel genannt werden bzw. sich aus dem Gesagten ableiten lassen:


    Pro:
    -Mit den Stiftungen aus dem Umfeld des Auswärtigen Amts ein interessantes Nutzungskonzept, dass die Öffentlichkeit wie gefordert zumindest im unteren Bereich mit einschließen würde.
    -Mit der Stiftung Humboldtforum einen potentiellen Bauherrn, der über entsprechende Erfahrungen, Kompetenzen und Kapazitäten in der Planung, Ausführung (u.a. die Bauhütte zur Fertigung von Fassadenschmuck) und der Spenden-Akquirierung verfügt. Auch der Betrieb und die Vermietung von Flächen könnte hier gebündelt werden.
    -weitere finanzielle Unterstützung könnte durch den Bund als Hauptnutzer des Baus, die Bauindustrie (diese wollte schon zuvor den Bau unterstützen) sowie die bereits bestehenden Fördervereine erfolgen; das Land Berlin könnte als "Zustiftung" zudem das Grundstück kostenlos zur Verfügung stellen
    -politische Unterstützung kommt zumindest von der Berliner CDU


    Contra:
    -Wie schon beim Schloss und in früheren Szenarien könnten die Kosten einen Hemmschuh darstellen. Wenn früher mit 45 Mio gerechnet wurde, dürfte die Summe inzwischen schon deutlich höher liegen. Zudem kämen vermutlich laufende Kosten hinzu, die sicher kaum durch Einnahmen aus der Vermietung von Teilflächen gedeckt werden können.
    -Die Auflagen ein Architekturzentrum und den Förderverein der Bauakademie im Gebäude unterzubringen würden offenbar mit dem neuen Nutzungskonzept wieder nicht erfüllt. Neben den Kosten war das mW einer der Gründe weshalb bisher kein Konzept zur Rekonstruktion der Akademie Erfolg hatte. (Aber wie gesagt wäre die Akademie zumindest weiträumig für die Öffentlichkeit zugänglich)
    -Der Bund bzw. das Auswärtige Amt äußern sich bisher noch nicht zu dem Planungsszenario, was an sich kein Kontra-Argument sein muss. Aber um seriös einzuschätzen wie hoch die Chancen sind, muss der potentielle Hauptinvestor natürlich gehört werden. Sonst freut man sich womöglich doch zu früh.

  • Gestern hab ich's mir hier noch öffentlich gewünscht und heute passiert's. Ist doch knorke. Ein wenig putzig noch die Visualisierung im Tagesspiegel mit Hinweis auf die neue Randbebauung die ja nicht so aussehen wird, wie wir wissen. Als Mieter hätte ich mir eher das Deutsche Architektur Museum gewünscht als das AA. Wir werden sehen.
    Apropos.. was soll ich mir als nächstes wünschen?

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  • Na, dann hoffen wir mal, dass es keine moderne Ostfassase geben wird. ;)


    Eine gute Nachricht in jedem Fall. Ich stelle mir nur etwas unpraktisch, wenn die Angestellten des AA immer über die Strasse laufen müssen und jeweils durch die Sicherheitsschleuse durch müssen. Ein Tunnel, der die Bauakademie mit dem Hauptgebäude verbindet, wäre da wohl sinnvoll.

  • Das AA soll laut Artikel nur einen Teil der Bauakademie mitnutzen und das, soweit ich das verstanden habe, als eine Art Schaufenster für diverse Stiftungen/Ausstellungen des Amtes. Glaube nicht, dass es in der Bauakademie Sicherheitsschleusen geben wird und ein Tunnel zwischen Bauakademie und AA halte ich für unnötig (teuer).

  • ^Ja, das wird dann wohl eher für öffentliche Aktivitäten des AA genutzt, anders wäre auch die geplante Nutzung der Bauakademie als offenes Gebäude kaum zu verwirklichen.