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Alt 18.05.17, 20:29   #61
nenntmichismael
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Ich bin hier ebenfalls der Meinung von @Dexter: Das Areal Brunecker Straße ist der vorzugswürdige Standort für den Aufbau der geplanten Universität. Das wichtigste Argument: Das auszuwählende Areal muss nicht zuerst unter Stadtentwicklungsaspekten passen, sondern in allererster Linie geeignet sein im Hinblick auf die Entwicklung der Universität selbst. Die Universität soll ja schließlich nicht nur das umliegende Viertel beleben, sondern durch ihren "Impact" an Know-how die gesamte Stadt voranbringen. Dazu braucht sie ideale Entwicklungsperspektiven. Die Standorte AEG oder Quelle im Westen sind zu eingeengt. Hochschulbauten haben außerdem spezielle Bedürfnisse, etwa an Brandschutz oder Statik, gerade bei technischen Fächern. Die vorhandenen Gebäude im Westen könnte man nicht ohne weiteres umnutzen. Das weitläufige, unkompliziert freigeräumte Gelände an der Brunecker Straße bietet hingegen die Chance zur Planung am Reißbrett und (bei guter Konzeption) die flächenmäßige Möglichkeit eines Universitätsausbaus über die erste Stufe der jetzt in Aussicht gestellten 6000 Studienplätze hinaus.

Auch für "studentisches Leben" würde ich im Süden der Stadt nicht schwarz sehen. Für Pausen im Grünen zwischen den Lehrveranstaltungen gäbe es den Volkspark Dutzendteich. Dort gibt´s auch Fußball, Eishockey, Rockfestivals und Autorennen. Für alternativ-kreative Kulturangebote ist da der Z-Bau. Sollte sich jemand für Hochkultur interessieren, sind Meistersingerhalle und künftiger neuer Konzertsaal in Laufreichweite. Bis die Uni in wohl erst 15 Jahren dann tatsächlich startet, kann sich im Bereich der ja wohl weiterhin geplanten Wohnbebauung bereits eine Infrastruktur mit Einzelhandel und Gastronomie etablieren. Und schließlich ist man mit der U-Bahn auch nur 10 Minuten von der Lorenzkirche entfernt. (Für gelegentliche studentische Besäufnisse ist zudem der Volksfestplatz günstig fußläufig gelegen. )
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Alt 18.05.17, 22:58   #62
nothor
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Sicherlich keine schlechten Argumente. Beim Thema "Hochschule am Reißbrett planen" fällt mir unweigerlich der Bestellbau der TH an der Bahnhofstraße, Auftraggeber Freistaat Bayern, ein.
Wenn man es verstünde den Südbahnhof in eleganter Weise in den Campus zu integrieren wäre das natürlich ein Kracher, dann hätte die nagelneue Uni direkt einen Anker in Nürnbergs Industriegeschichte, sowas wie eine Identifikation. Mit dem Bestellbau mag man sich wohl eher nicht identifizieren.
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Alt 19.05.17, 22:48   #63
nenntmichismael
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Du hast recht, der Bestellbau ist ein Werk des Grauens. Dass darin (m.W.) ausgerechnet die Architektur-Studenten ihr Handwerk lernen, kann ich mir nur didaktisch erklären: So lernen sie gleich, wie man es bitte bitte nicht machen sollte...

Allerdings liegt der ästhetische Mangel des Bestellbaus m.E. nicht an der Reißbrett-Planung, sondern wohl daran, dass zur Bewältigung rapide steigender Studierendenzahlen schnell und effektiv ein Gebäude hochgezogen werden musste. Die übrigen jüngeren Bauten der Technischen Hochschule, nicht zuletzt auch das entstehende neue Informationszentrum, empfinde ich hingegen als gelungen. Recht viel mehr als (hoffentlich gute) Zweckarchitektur würde ich mir von den Uni-Bauten ohnehin nicht erwarten. Der Freistaat wird das Geld sicher prioritär in Personal und Ausstattung stecken. Zumal auch die Lage des Areals Brunecker Straße es städtebaulich nicht als zwingend erforderlich erscheinen lässt, dort Prestigebauten hochzuziehen. (Natürlich alles unter der Voraussetzung, dass die Uni auch wirklich kommt.)

Mein Gedanke mit der Planung am Reißbrett bezog sich aber auch ja noch gar nicht auf die Qualität oder Schönheit etwaiger künftiger Uni-Bauten, sondern zunächst einmal auf ein durchdachtes Raum- und Entwicklungskonzept für das Areal als solches.

[Exkurs: Öffentliches Bauen in Deutschland scheint ohnehin fast schon vom Panik-Gedanken geleitet zu sein, bloß nicht zu protzig daherzukommen und den Steuerzahler zu verärgern, wie denn sein Geld verschwendet worden sei. Bescheidenheit ist oberste Pflicht staatlicher Bauherren. Selbst absolute Vorzeigebauten wie der Berliner Hauptbahnhof, der neue Hauptstadtflughafen, der Flughafen München, die Abgeordnetenbüros des Bundestags usw. usw. sind ja von einer kaum fassbaren Langeweile. Man schaue zum Beispiel mal nach Baku in Aserbaidschan, wie dort Flughäfen, Hochhäuser oder Museen ausschauen! Einzige die Elbphilharmonie nährt bei mir die Hoffnung auf eine vorsichtige Trendwende auch in Deutschland.]
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Alt 19.07.17, 23:29   #64
nothor
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Die Aurelis hat zwischenzeitlich auf ihrer Promo-Seite für das Areal Brunecker Straße www.lichtenreuth.de einige blendende Visualisierungen veröffentlicht, die ein grünes, buntes und abwechslungsreiches Viertel zeigen:










Visualisierungen: Aurelis

Seitdem jedoch das Thema "Uni" dort ins Spiel gebracht wurde, scheint es still geworden zu sein. Ich konnte auf Anhieb jedenfalls nichts aktuelles auf der Seite dazu finden, die Visualisierungen und auch die Blogeinträge sind älteren Datums sagen dazu nichts. Die Aurelis scheint sich gerade zurückzulehnen und der politischen Debatte zwischen Freistaat und Stadt Nürnberg sowie zwischen Erlangen und Nürnberg zuzuschauen, um dann die Würfel für die Preisverhandlungen vorzubereiten.
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Alt 20.07.17, 00:06   #65
nenntmichismael
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Die Entwürfe gefallen mir ziemlich gut! Modern, hell, überraschend abwechslungsreich und wie man so eigenartig sagt: "wertig". Dazu in angenehm grünem Umfeld. Wäre schön, wenn das so realisiert würde.

Die Uni-Pläne müssten dem gar nicht mal im Wege stehen. M.W. ist es doch so, dass die geplante Universität nicht das komplette Areal in Beschlag nehmen würde, sondern nur einen Teil.
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Alt 23.07.17, 12:21   #66
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Die oben von Nothor zitierten Entwürfe gibt es schon länger, seit mindestens Mai 2016 (siehe hier: http://www.lichtenreuth.de/uploads/d...menplanung.pdf)

Mir gefällt auch was sie hier planen: es gibt klare übergeordnete Leitlinien und Vorgaben die für eine gewisse Einheitlichkeit sorgen, die aber gleichzeitig viele Variationen im Detail zulassen. Sehr gut auf den Visualisierung zu sehen. Das ist genau das, was heute Gründerzeitviertel u.ä. so interessant macht.
=> es bleibt zu hoffen, dass es auch so umgesetzt wird!!!


Die Arbeiten am Modul 1 laufen lt. Berichten auch weiter. Modul 1 war immer für Wohnen als Arrondierung vom Hasenbuck geplant. Das bleibt so und die Uni spielt hier (noch) keine direkte Rolle. Das ist meiner Meinung nach eine weitere Stärke des Entwurfs: es gibt verschiedene Module, die zueinander in Beziehung stehen, aber in sich wiederum schnell und einfach an Neues/ Anders angepasst werden können.
(das war bei anderen Entwürfen nicht so gut gelöst; siehe den Wettbewerb)

Bzgl. der Preisverhandlungen hat die öff. Hand diesmal keine so schlechten Karten. Es gibt noch keinen rechtsverbindlichen B-Plan, so dass man Aurelis durchaus auch mehr "Grün" aufdrücken könnte (bei einer anderen Nutzung).
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Alt 31.07.17, 09:45   #67
Dexter
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Dexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfach
Aufschlussreicher Artikel in der Süddeutschen:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/su...rden-1.3606423


- Im "ersten Aufschlag" soll die Uni ca. 6000 Studenten Platz bieten, ein späteres Wachstum sei denkbar und wünschenswert

- Die "Strukturkommission", die nun die Pläne für die neue Uni ausarbeiten soll und mit 16 namhaften Vertretern aus der Wissenschaft besteht, ist berufen und tagt erstmals im Oktober

- Der Kommisionsleiter (Präsident der TU München) plädiert für ein "ein ganz neues, modernes Universitätskonzept" in Nürnberg und fragt: "Was kann ein überzeugendes Nürnberger Alleinstellungsmerkmal sein, mindestens deutschlandweit, das man dann zur ,Marke Nürnberg' entwickeln kann"? Weiteres Zitat: "Ich will eine Campus-Uni, bei der alle Studenten auf dem Universitätsgelände wohnen, bei der die Liegenschaften der Universität gehören und die Universität unternehmerisch handlungsfähig ist"....

- Im Sommer 2018 wird Kultusminister Spaenle einen Antrag beim Wissenschaftsrat einreichen. Der Rat berät die Bundesregierung und Länder bei der Entwicklung der Wissenschafts- und Hochschullandschaft. Ziel sei die offizielle Eröffnung des Unibetriebs in 2028...


d.
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