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Alt 18.04.12, 20:00   #1
nothor
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Sammel-Thread Allgemeine Meldungen Altstadt

Ich habe hier noch keinen allgemeinen Thread zum Thema Altstadt gefunden, auch wenn vereinzelt zu bestimmten Projekten Threads existieren. Aber mir ist die mögliche Auflösung der zwei Hauptthreads "News, Fragen & Antworten zu aktuellen Bauvorhaben" und "Kleinere oder resonanzarme Projekte" etwas zu niedirg für die doch vielen sehr unterschiedlichen Baustellen in der Stadt. Aber um nicht für jede Baugrube einen eigenen Thread zu erstellen kann doch für kleine Dinge ein eigener Thread da sein. Ich fang einfach mal an:

Im Immobilienscout gefunden, der Altbau "Buchbinderei" von 1393 in der Irrerstraße 13 steht zum Verkauf. Schon die Anzeige zeigt auf, dass dabei viel falsch aber auch viel richtiges getan werden kann für die Altstadt. Vor allem die Frage nach einer passenden Fassadengestaltung kann rege diskutiert werden. Hoffentlich passiert da nicht etwas an der Öffentlichen Aufmerksamkeit vorbei?
Ich meine 1393!!!! Das ist doch mal ne Hausnummer, welche Stadt kann soetwas bieten? Derjenige, der das kauft, kann sich a) dafür feiern lassen, hat aber auch b) (zumindest meinerseits) hohe Erwartungen.

Aber wie gesagt, ebenfalls Teil der Anzeige ist eine schauerliche Visualisierung wie es sein könnte (abe rnicht sein sollte): Link Zeichnung.

Weiss wer mehr?

Ein paar Bilder:
vom Geiersberg aus gesehen







Ansicht von der Gasse an der Weissgerbergasse aus gesehen, wo die Altstadtfreunde gerade ein Fachwerkhaus vorbildlich wieder hergerichtet haben. Wäre doch jammerschade, wenn dieses Haus gegenüber, das jetzt zum Verkauf steht, die Rekoarbeit der Altstadtfreunde verhöhnen würde :-(

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Alt 19.04.12, 16:56   #2
Dexter
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Eigentlich sind ja 300 000 Euro für ein dreistöckiges Haus in bester Innenstadtlage und gutem Grundstückszuschnitt (Innenhof zur Südseite, Nordseite mit repräsentativem Vorplatz) ein Schnäppchen.

Nur wird da sicherlich der Denkmalschutz so umfassend im Boot sitzen das die Renovierungs- und Ausbaukosten sicher noch mal die doppelte Summe verschlingen. Zum Vergleich: Für das baufällige Haus in der Oberen Krämersgasse, ebenfalls im Kern 14. Jahrhundert, wird mindestens 700 000 Euro veranschlagt. Hier hat ja "ein finanzkräftiger Privatmann" zu geschlagen (http://www.nordbayern.de/nuernberger...ettet-1.364277).

Ich denke wir sollten uns hier keine Sorgen machen, es freut mich das hier ein Juwel mit großer Wahrscheinlichkeit wieder entsteht.
Übrigens hatte ich mal gehört, dass jenes Gebäude links der Fotos, als auf der anderen Seite der kleinen Treppe (oder hinter dem "Mulzer-Haus"), auch verkauft wird oder bereits wurde. Da war lange eine Backstube drin. Auch daraus ließe sich was herrliches zaubern.

d.
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Alt 19.04.12, 18:36   #3
harher
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Die ehemalige Buchbinderei steht nun schon recht lange zum Verkauf.
Das Haus links (ehemalige Bäckerei) soll das benachbarte Hotel Elch gekauft haben. Wollte wohl erweitern, rührt sich aber im Moment nichts.
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Alt 20.04.12, 15:31   #4
nothor
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Sebalder Höfe

@ harher: Ist wohl kein gutes Zeichen schätze ich, dass es sich nicht an den Mann bringen lässt. Was ich dennoch beunruhigend finde ist, dass die Skizze des wiederaufgebauten Hauses suggeriert, man könne es auch ohne Rücksicht auf die Wiederherstellung einer historischen Ausstrahlung einfach nur wohnfertig sanieren. Das wäre mir persönlich nicht genug. Da gefallen mir die historischen (?) Zeichnungen in der Anzeige deutlich besser. Es kommt nur nicht heraus welche Erwartungen an den Käufer gestellt werden.

Sebalder Höfe:

Verdient wohl immerhin eine Erwähnung: Berger Immobilien wird großflächig sanieren an der Inneren Kramer Klett Straße. Schwieriges Terrain, liegt es doch inmitten der sog. "Steppe", wo es weit und breit kein einziges Haus über das Jahr 1945 geschafft hat. Außerdem ist die Straße eine dreispurige Hauptausfallstraße aus der nördlichen Altstadt mit schmalem Gehweg.




Der Verkauf der Wohnungen in den einschlägigen Portalen hat begonnen, es wird mit Luxus geworben. Die Häuser sind derzeit kaum noch bewohnt.

Nachtrag: Link zu Visualisierungen über die geplanten Anpassungen. Tatsächlich werden die Häuerreihen nur behutsam verändert. Der Ensembledenkmalschutz, der die ganze Altstadt überzieht, greift hier voll zu. Wenn man sich die Lage vor Ort anschaut, kommt einem eigentlich eher das Grausen....
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Alt 11.05.12, 11:58   #5
Dexter
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Der geplante Bau eines Mehrfamilenhauses neben dem Unschlittplatz, direkt an der Pegnitz, wurde im Baukunstbeirat behandelt. Derzeit stehen auf dem Grundstück Untere Wörthstraße 16 noch Garagen.

Bei der öffentlichen Sitzung kam es zu heftiger Kritik an der Ausformung und Erdgeschossgestaltung des geplanten Wohngebäudes. Zum einen sei das Dach zu flach um die typischen Nürnberger Schleppgauben statt der angedachten Flachdachgauben zu verwirklichen. Zum anderen sei es ein Armutszeugnis, dass das Erdegeschoss zur Unteren Wörthstraße lediglich als Tiefgarageneinfahrt und Notausgang herhalten müsse.
Immerhin zeigen die Pläne Laubengänge zur Pegnitz. Der Baukunstbeirat hat mit seiner Kritik allerdings völlig recht. Der Bauherr wäre gut beraten hier auf die Hinweise des Rates einzugehen. Allerdings sind der Stadt die Hände gebunden. Alle rechtlichen Bedingungen erfüllt das geplante Gebäude.

Berichtet wurde darüber in der NZ:
http://www.nordbayern.de/nuernberger...itik-1.2065683

die Pläne sind hier einsehbar:
http://www.nuernberg.de/internet/ref...012_05_10.html

Luftbild:
http://maps.google.de/maps?q=Untere+...ayern&t=h&z=19



d.
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Alt 11.05.12, 13:01   #6
nothor
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Das ist die nähere Umgebung: google street view.
Die Umgebung ist bautechnisch höchst anspruchsvoll und sensibel! Den Vorschlag, einen Wettbewerb zu veranstalten, finde ich gut.

Leider konnte ich da gestern nicht dabei sein, hätte sich sicher gelohnt. Die Protokolle zur Sitzung sind ja noch nicht online.
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Alt 21.05.12, 21:55   #7
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In der Königstraße Ecke Adlerstraße in der Altstadt ist das Haus Juwelier Wempe eingerüstet. Findet dort eine Fassadensanierung statt?




Immer wenn ich in Nürnberg ein eingerüstetes Gebäude sehe fährt mir ein Schauer über den Rücken. Hier ist absolut kein Gespür für Stadtbild vorhanden, da wird ein Haus nach dem anderen glattverputzt und weiss gestrichen, dass einem übel werden kann:

Direkt gegenüber, zwischen dem Bankhaus Hypovereinsbank und dem Admiral, Königstraße Ecke Findelgasse geht das Haus in die letzte Phase der Sanierung. Dämmstoff in Form von Mineralwolle kommt drauf, und verblendet wird mit Naturstein, vermutlich Granit. Sieht hinterher sicherlich ganz passabel aus:



Nachdem nun das Haus Königstraße Ecke Kaiserstraße ein Jahr lang steht ist der untere Teil des Ladengeschosses immernoch nicht vermietet. Wer mal einen Blick durch das Schaufenster wirft kann dabei die problematische Ladenfläche aufgrund des seltsamen Grundrisses gut erkennen. Das haus sieht zwar ganz anständig aus, aber die Ecke alles andere als clever gelöst:



Bin mal gespannt, wer sich erbarmt und dort Quartier bezieht, nachdem darüber eine Nobelkette eigezogen ist.
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Alt 05.06.12, 14:28   #8
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Wie in der NZ berichtet wird, renoviert ein Architekt derzeit Nürnbergs ältestes Fachwerkhaus von 1338.

http://www.nordbayern.de/nuernberger...aude-1.2122856

Der neue Bezitzer hat das Haus erst kürzlich erworben und versucht mit viel Eigeninitiative und unter Hilfe der Altstadtfreunde das Anwesen wieder auf vorderman zu bringen.

Wieder mal ein Beispiel für das wirklich vorbidlhafte bürgerliche Engagement in der Stadt. Auffällig ist dabei, das nicht nur die großen Mäzene solche Projekte stemmen, sondern eben auch "normale Familien" oder Einzelpersonen. Man denke hier an das derzeit in Sanierung befindliche Schloss in Schoppershof oder ein weiteres Fachwerkaus ganz in der Nähe.

d.
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Alt 05.06.12, 16:41   #9
harher
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Zitat:
Zitat von Dexter Beitrag anzeigen
Wie in der NZ berichtet wird, renoviert ein Architekt derzeit Nürnbergs ältestes Fachwerkhaus von 1338.

http://www.nordbayern.de/nuernberger...aude-1.2122856

Der neue Bezitzer hat das Haus erst kürzlich erworben und versucht mit viel Eigeninitiative und unter Hilfe der Altstadtfreunde das Anwesen wieder auf vorderman zu bringen.

Wieder mal ein Beispiel für das wirklich vorbidlhafte bürgerliche Engagement in der Stadt. Auffällig ist dabei, das nicht nur die großen Mäzene solche Projekte stemmen, sondern eben auch "normale Familien" oder Einzelpersonen. Man denke hier an das derzeit in Sanierung befindliche Schloss in Schoppershof oder ein weiteres Fachwerkaus ganz in der Nähe.

d.
Traurig ist aber in dem Zusammenhang, dass die Stadt Nürnberg nur wenig finanzielle Unterstützung gibt - jedenfalls im Vergleich z.B. mit Bamberg.
Oftmals ist übrigens der Denkmalschutz eher eine Bremse für privates Engagement. Da muss alter, aber nicht mehr zumutbarer Putz an Wänden erhalten werden - Lösung eine Trockenbauwand wird vorgeblendet. Oder alte Dachbalken müssen mühsam, Stück für Stück, restauriert werden - nur um dann für immer unsichtbar feuerfest ummantelt zu werden.
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Alt 07.06.12, 18:54   #10
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Ein paar Bilder von heute zu dem in Rede stehendem "ältesten Fachwerkhaus Nürnbergs". Es handelt sich um das ganz rechts außen. Das Fachwerk ist nicht zu sehen bzw. wurde die Giebelseite komplett aus Sandstein neu aufgebaut. Der gepostete Artikel in der Tagespresse gibt dazu gut auskunft.


Heute war sogar ein Blick in einer der Räume im 2. OG möglich. Stuck, vermutlich barock oder später, vielleicht vereinfacht... :-)



Oberere Krämersgasse Ecke Untere Schmidgasse

Unweit davon wird ein weiteres Fachwerkgebäude kernsaniert. Der Vorzustand in Google Streetview Linky sieht ja sooo schlecht garnicht aus. Es scheint, als würde das gebäude u.a. aufgestockt und der Dachaufbau, der nach 19 Jhrd. aussieht, durch einen mehrgeschossigen ersetzt. Weiss da jemand mehr? Bilder von heute:



In den Details kann man gut die neuen Balken erkennen. In den Wänden werden Kupferrohre verputzt(?), als eine Art Heizung (?):


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Alt 07.06.12, 20:01   #11
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Zitat:
Zitat von nothor Beitrag anzeigen
[...]
Oberere Krämersgasse Ecke Untere Schmidgasse

Unweit davon wird ein weiteres Fachwerkgebäude kernsaniert. [...] Es scheint, als würde das gebäude u.a. aufgestockt und der Dachaufbau, der nach 19 Jhrd. aussieht, durch einen mehrgeschossigen ersetzt. Weiss da jemand mehr?
[...]
In den Details kann man gut die neuen Balken erkennen. In den Wänden werden Kupferrohre verputzt(?), als eine Art Heizung (?):
[...]
Ich sehe ein Erdgeschoß aus Sandstein, darüber zwei Obergeschosse in Fachwerk und obendrauf ein Mansarddach - genau wie vorher. Lediglich der obere Teil des Daches über der Mansarde (ich habe keine Ahnung ob es hierfür einen eigenen Begriff gibt) könnte eventuell etwas steiler sein als vorher; wetten würde ich darauf aber nicht, vielleicht täuschen mich hier auch nur die unterschiedlichen Blickwinkel.

Beim letzten Sanierungsprojekt in der Pfeifergasse haben die Altstadtfreunde auch Wandheizungen installiert; das scheint inzwischen durchaus üblich zu sein.
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Alt 13.06.12, 17:27   #12
Dexter
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Aufgrund des Erweiterungswunsches des Hotel Elchs in der Irrerstraße 9 kam es nun zu einer leichten Modifizierung des Bebauungsplans "Nordwestliche Altstadt".
Wie oben bereits mal angeschnitten, haben die Hoteleigentümer das historische, weigehend leer stehende Nachbargebäude Irrerstraße 11 (im Thread oben mit abgebildet) gekauft und möchten dort sanieren und zusätzliche Zimmer einrichten. Das schöne Gebäude, im Kern 16. Jahrhundert, steht direkt hinter dem kürzlich sanierten "Mulzerhaus", dem Sitz der Altstadtfreunde in der Weißgerbergasse.
Das ganze ist nun rechtlich abgesegnet. Dies kann der Ecke nur gut tun, ich finde sie bislang etwas zu stark auf Wohnen ausgerichtet. Etwas mehr Leben, gerade am Abend, würde hier gut tun.

Auch das Burghotel in der Lammgasse darf übrigens leicht erweitern.

d.
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Alt 13.07.12, 10:31   #13
nothor
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Daumen hoch Dürer's Rathaussaal-Bemalungen

In der NN gibt es einen kurzen Beitrag über die Forderung der Altstadtfreunde, Dürers Rathaussaal wiederherzustellen. Link.

Die derzeitige Kultureferentin der Stadt, Frau Lehner, ist dagegen und meint sinngemäß, dass Dürers Saalgestaltung schon seit Jahrhunderten in Reniovierungsaktien stückweise verändert wurde und verschwand, und letztlich mit 1945 total verloren gegangen ist. Demzufolge sei er gar nicht rekonstruierbar, da die vorbildgebenden Vorlagen ihrerseits nur unvollständigen Dürer zeigten.

Meine Meinung ist da wieder leicht berechenbar: Natürlich muss die Rathaussaal-Bemalung wieder her! Ich bin kein gebürtiger Nürnberger, dennoch kenen auch ich den Nimbus den diese Stadt hat, nämlich eine Schatzkammer des Mittelalters zu sein. Der rathaussaal steht in jedem Reiseführer. Als ich ihn das erste mal selbst mit eigenen Augen gesehen habe, dachte ich das wäre nur der Vorraum zum eigentlichen Saal. Denn er war weissund karg, ohne Gestaltung und ohne irgend etwas mittelalterliches. Aber die Holzkassetendecke war cool. Trotzdem enttäuschend.

Enderle von den Altstadtfreunden zieht zum Vergleich den rekonstruierten "Goldenen Saal" in Augsburg heran. Den habe ich zufällig sogar selbst mal gesehen und fotografiert, ein absolut phantastisches Kunstwerk!!! Und wenn man etwas nachdenkt kommt man schnell darauf, dass Nürnberg soetwas Jahrhundertelang hatte und derzeit nur der letzte Schritt fehlt: das bemalen. Der Saal ist ja als Rohling schon fertig!

Ich finde hier unterliegt Frau Lehner einem Irrtum, und sie wird ihrer Aufgabe als Kultureferentin nicht gerecht. Denn Sie ist Teil der Stadtverwaltung, die Stadt ist für die Menschen da, und diese lieben ihre Stadt und die Kultur und Traditionen. Da ist es sicherlich am Thema verfehlt, wenn man als Kulturbeauftragter der Meinung ist, dass (Kriegs-)Schäden zu verwalten und weiße Wände zu bewahren seien, und daher verloren gegangene Kunstwerke auch gefälligst verloren zu bleiben haben.

Jeder normale Mensch repariert beschädigte Dinge, oder ersetzt Zerstörtes durch gleichwertiges oder besseres. Komischerweise gilt das nicht für Kunstwerke. Ist ein Kunstwerk verloren tritt an dessen Stelle nach geltendem politischem Verständnis unausweichlich kontrastierende Ödnis und Einfalt. So gesehen hatte Nürnberg seinen Höhepunkt ca. 1939 oder so, und ist seither in stetigem Sinkflug. Denn nichts hält ewig, und wenn sich der Mensch nicht mit Erhalt und Wiederherstellung befassen darf, dann hat er bald nichts mehr. :-(
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Alt 14.07.12, 22:25   #14
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Fortschritt Obere Krämersgasse Ecke Schmiedgasse

Die Restaurierung kommt voran. Heute konnte ich den vorbildlich rekonstruierten Holzbalkon ablichten.



Im Innern konnte ich noch keine Fortschritte erkennen.
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Alt 14.07.12, 23:25   #15
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Barockes Wohnhaus in der Adlerstrasse

Am Samstag hatten die Altstadtfreunde Nürnberg zu einem ihrer Stadtspaziergänge eingeladen. der Spaziergang stand unter dem Titel "Barocke Spurensuche", denn Nürnberg ist nun wahrlich keine Barockstadt. Eines der seltenden Barocken Wohnhäuser steht in der Adlerstraße 16, und ist derzeit eingerüstet. Vorzustand Google Street View.
Foto von heute:


Das Gebäude hat jemand anscheinend überraschend geerbt, und das anscheinend nicht glücklich. Es wurde festgestellt, dass sich das hölzerne Chörlein in Auflösung durch Verrottung befindet und und auch an sonsten einige Baufälligkeiten am Gebäude bestehen. Die Altstadtfreunde greifen dem/der (Un)glücklichen unter die Arme und sichern so das Gebäude für die kommenden Jahrzehnte. Geplant sind folgende Veränderungen, die sich an einem überlieferten Urzustand orientieren und dem gewohnten Anblick nicht entsprechen.
  • Die Fassade wird nicht mehr gelb sein, sondern in einem Sandsteinrotton leicht rosa gestrichen. Eigentlich sollte eine Sandsteinstruktur durch Fugenraster aufgemalt werden, was aber aus Kostengründen weggelassen wird. Das Haus bleibt also einfarbig.
  • Das Chörlein wird z.Zt. komplett neu erstellt, natürlich aus Holz. Nach dem Anbau soll es nicht wieder in Rohholzoptik erscheinen, wie man es gewohnt ist. Statt dessen ist geplant, das Chörlein ebenfalls zu bemalen in einem Rotton. Die feinen barocken Voluten und Verzierungen bleiben in Ocker, und bekommen in den Vertiefungen leicht bläulichen Schattierungen. Damit will man im Hinblick auf Rekonstruktionen des Historischen Neuland betreten und ist ganz gespannt auf das Ergebnis.
  • Der Giebel erhält möglicherweise an seinen seitlichen Schulterstücken links und rechts seine Vasenverzierungen wieder, die sich einmal dort befunden haben.

Glücklicherweise konnte man auch das Innere des Hauses besichtigen. Das war fotografisch natürlich besonders spannend. Bürgerlichen Barock sieht man nicht alle Tage. Das Prunkstück war der sich über die ganze Gebäudebreite von 3 Fenstern erstreckende Salon im 1. OG mit einer herrlichen, ca. 3 Meter hohe Barockdecke, nicht zu schwulstig aber trotzdem reich. Die Ausmalungen stammen aus der Zeit um die Jahrhundertwende und sollen natürlich bleiben:



Die Stuckleiste ist scho hier die über die später jahrhundertelang in Nürnberg tradierte Hohlkehle, die so noch in den jüngsten Jugendstilbauten der 20'er Jahre angebracht wurde und eigentlich auch heute noch wohnlich ist und in Neubauten passen würde - solange die Deckenhöhe stimmt.




Besonders pfiffig ist die Tür, die in den "Nachbarraum" führt. Diesen gibts natürlich gar nicht, da der Raum schon die gesamte Gebäudebreite ausfüllt. Hinter der Doppeltür ist ein Wandschrank. Man beachte auch die originalen barocken Türzargen!



Und das eigentliche Corpus Delicti: Das Chörlein. Bis jetzt ist in der Straßenfassade nur ein Loch zu sehen. Das Chörlein ist noch nicht fertig, aber immerhin die Fenster wurden bereits rekonstruiert. Die alte Form und das Material werden beibehalten, aber immerhin werden moderne Isolierglasscheiben eingebaut, um immerhin ein gewisses Maß an "Energetischer Sanierung" einfließen zu lassen. Teile des Chörleins sind bereits fertig geschnitzt und warten gemeinsam mit den Fensterflügeln auf den Einbau:






Ein paar Fotos vom echt bemerkenswerten Treppenhaus sind mri auch gelungen. Die Treppe wendelt sich wirklich sehr eng und steil. Es sollte möglichst wenig Platz für die Treppe verloren gehen, und viel ebene Geschossfläche dasein.




An den Türen, die vielleicht 1,90 m bis 2,0 m Höhe haben, kann man erkennen das es bis zur Decke noch ein wenig Platz hat und es eigentlich ein recht gutes Raumgefühl dort gibt. Trotzdem, das Leben in so einem Haus ist sicher etwas für Liebhaber. Ein Investor würde das gebäude sicher umbauen ode rganz ersetzen und im heutigen Stil mit bodentiefen Fenstern ausstatten um viel Licht hinein zu lassen.



So, ich finde es hat sich gelohnt dieses eine gesicherte Altstadtprojekt kurz darzustellen. Es passiert ja sonst augenscheinlich nicht so viel erfreuliches innerhalb der Altstadtmauern. Aber eigentlich hatte ich erwartet dass der Spaziergang nur dieses eine Haus beinhalten würde. Doch der Besucher wurde noch an weiteren Projekten vorbei geführt, einige davon stelle ich hier später noch vor.
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