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Alt 03.02.17, 22:24   #271
nothor
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Der neue Baukunstbeirat hat seine erste Tagung 2017 absolviert:

https://www.nuernberg.de/internet/re...017_02_02.html

Top 1: geheim
Top 2: "Wohnen am Ring", offensichtlich soll in direkter Nachbarschaft zu Projekt in der Lenaustraße (hier vorgestellt) die Brache vor dem Aldi-Parkplatz direkt am Ring bebaut werden (google maps). Leider gibt es keine genaueren Informationen.
Top 3: Hirsvogelstraße, Familien- und Studentenwohnungen. Leider auch hier keine weiteren Details. Es könnte die Neuauflage der Pläne für den Hirsvogelbunker sein (hier zuletzt besprochen) oder bereits die Neuplanung für den bald abgerissenen Rhädda-Barnen-Komplex am Cramer-Klett-Park. Die Angaben auf der BKB-Seite geben leider nichts weiter Preis.
Top 4: Bahnhofsplatz, Errichtung eines Convenience Stores der VAG Nürnberg. K.A. was das sein soll, offensichtlich ist man auf den Geschmack gekommen mit Gastronomie-Pavillions die Bahnhofsvorplätze zu beleben. Der "Plärrer-Automat" lebt fort. Da bin ich ja mal gespannt auf weitere Details.

"Der Baukunstbeirat, das unbekannte Wesen"
Zum neuen Baukunstbeirat gab es in der NZ am 01.02.17 (Seite 11) ein interessantes Interview von Herrn Dr. Fischer mit den ehemaligen und dem neuen Vorsitzenden des Baukunstbeirates. Fischer wollte wissen, wie der BKB seine Arbeit einschätzt, die Arbeitsumstände für den BKB in Nürnberg bewertet, und wie Nürnberg durch Auswärtige Fachleute gesehen wird. Grob wiedergegeben: Sowohl der ehemalige Vorsitzende Dr. Egli als auch der neue, Prof. Will, lobten Nürnberg für seine Bescheidenheit. Die Stadt halte sich für weniger wichtig, als sie eigentlich sei und wäre keine Primadonna, die sich für die schönste und beste halte wie Dresden. Die Zusammenarbeit mit den Bauherren und deren Architekten verlaufe zunehmend positiv und die Ängste vor dem BKB als gnadenloses Prüfgremium, hätten sich gelegt. Die Beratung würde zunehmend gut angenommen und bei der Projektentwicklung berücksichtigt. Festgestellt werden muss leider, dass die Rendite im Vordergrund stehe und die Bauordnung den Architekten gestalterisch sehr viel Freiheit biete, denen man nur Empfehlungen entgegensetzen könne. Daher forderten beide die unbedingte Rückendeckung seitens der Stadt für den BKB ein. Denn wenn ein Beirat keine formale Macht habe, kann nur sein Urteil Gewicht haben, wenn sich die Bauordnunsgbehörde die Beurteilung zu eigen mache und unterstützend tätig werde. Die Wärmedämmung wird für das Stadtbild als problematisch gesehen, wobei es eine Übergangsphase sei, der Mensch experimentiere hier mit neuen Bauvorschriften und dies bringe ersteinmal gestalterisch unbefriedigende Ergebnisse.

Mir als Leser drängte sich der Eindruck auf, als habe Hr. Egli durchaus ein besseres Gespür für offene und ehrliche Kritik, seine Aussagen sind prägnanter und kritischer. Er benennt z.B. die Investoren und den Druck nach maximaler Rendite als Hauptgrund für schlechte Gestaltung. Schwierig finde ich die Aussage Wills, die Stadt sei keine Diva und wolle nicht die schönste sein. Das ist natürlich problematisch, wenn man sich andererseits wünscht, die Bauprojekte würden attraktivere Ergebnisse liefern. Bescheidenheit führt zu Mittelmäßigkeit. Ich persönlich finde jede Stadt sollte den Anspruch haben, die schönste zu werden. Das muss ja nicht ausarten, aber einen Qualitätsanspruch sollte man formulieren, eine Messlatte, die nicht unterschritten werden darf. Und dies ist leider nur der BKB, da die Bauverwaltung leider keine Gestaltungsfragen beantwortet. Interessant ist auch ein Punkt, der am Beispiel des Neubaus an der Deutschen Rentenversicherung verdeutlich wird: Wenn man nicht weiß, was vorher dort war, kann man das sogar schön finden, was jetzt da steht. Ich finde das steht leider für fast die ganze Stadt.
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Alt 14.02.17, 07:35   #272
DocHobbit
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DocHobbit hat die ersten Äste schon erklommen...
In diesen Bericht auf Nordbayern.de werden folgende für ab 2017 geplante Baustellen der Stadt erläutert:

-Umbau Bahnhofsvorplatz
-barrierefreie Ausgestaltung von Bushaltestellen
-Vorbereitungen zur Sanierung der Hafenbrücken
-Umbau Bayernstraße

Viel neue Infos sind aber nicht dabei
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Alt 06.04.17, 11:32   #273
nothor
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BKB-Sitzung am 06.04.2017

Aktuell tagt der Baukunstbeirat sein zweites Mal in diesem Jahr:

https://www.nuernberg.de/internet/re...017_04_06.html

Die Tagesordnungspunkte sind im Vergleich zur letzten Sitzung aus Sicht der Öffentlichkeit unverändert:
Top 1 - 4: geheim
Top 5 - 7: bereits bekannte Punkte, zu denen leider auch im Nachgang zur Letzten Sitzung am 02. Februar keine Unterlagen zugänglich gemacht wurden, die die Protokolle besser nachvollziehbar machen würden.
Top 8 ist neu, die Akademie der Bildenden Künste wurde jüngst saniert und ist mit einem Architekturpreis ausgezeichnet worden. Näheres zum Ausweichquartier - was in meinen Ohren eher nach einem baulichem Provisorium klingt - ist mir nicht bekannt. Ich glaube eher weniger, dass dieser Punkt eine städtebauliche Relevanz erreicht, zumindest nicht solange der nicht in der Innenstadt steht. Die Adresse Bingstraße 60 ist ja eher außerhalb der Innenstadt.

Insgesamt finde ich die Transparenz des BKB im Web seit einigen Monaten sehr verbesserungswürdig. Früher wurde da wesentlich progressiver kommuniziert, die Vorankündigungen hatten mehr Substanz, nach der Sitzung konnte man teilweise sehr detaillierte Pläne einsehen und so die Bewertungen des BKB gut nachvollziehen. Das, was sich da jetzt bietet sieht eher danach aus als wolle man den BKB aus dem licht der Öffentlichkeit herausnehmen bzw. mittelfristig bedeutungslos machen.
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Alt 25.04.17, 15:20   #274
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Die BKB-Sitzung vom 06.04. ist nun schon eine Weile her, zwischenzeitlich sind auch die Protokolle des Beirats zu den einzelnen, öffentlich diskutierten Projekten nachlesbar.

Leider aber ist das nun schon die zweite Sitzung in Folge, bei der die Inhalte, die dem BKB vorgelegt werden, nicht weiter transparent gemacht wurden. Wenn man es nicht schafft zu den Sitzungen persönlich vor Ort zu sein - Pech gehabt, dann kann man nur noch tatenlos und meinungsbefreit zuschauen, was sich in Nürnberg tut. Im Ergebnis wird der Öffentliche Rückhalt für den BKB damit doch arg eingeschränkt, da man sich selbst keine Meinung mehr zum Projekt bilden kann.

Ich finde diese Entwicklung sehr schade, waren doch die BKB-Sitzungen immer spannende Termine und boten einen reichen Erkenntnisgewinn auch für mich als interessierten Laien. Ich kann nur spekulieren ob das etwas mit dem neuen Vorsitzenden des Beirats zu tun hat, der einfach weniger Öffentlichkeit haben wollen könnte, oder mit Personalengpässen in der Bauverwaltung, die die Website managt, wie ich hörte. Schade ist es in jedem Falle, denn für die breite Öffentlichkeit gibt es dann gar keine Informationen mehr im Netz.
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Alt 16.05.17, 11:46   #275
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Baukunstbeirat fällt aus

Der Baukunstbeirat hätte seine nächste Sitzung am 01.06.2017, allerdings wird bekannt gegeben, dass sie ausfällt:

https://www.nuernberg.de/internet/re...017_06_01.html

Ist aber im Grunde auch egal, nachdem der Baukunstbeirat zunehmend aus dem Licht der Öffentlichkeit verschwindet:
  • Immer mehr Tagesordnungspunkte werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit besprochen
  • Zunehmend fallen die Sitzungen einfach aus
  • Besonders bedauernswert finde ich aber, dass nur noch die trockenen und oft schwer nachvollziehbaren Protokolle veröffentlicht werden, nicht aber die Beschreibungen und Pläne/Visualisierungen der Bauvorhaben. Die Protokolle ergeben für sich genommen dann kaum noch Sinn.

Im selben Maße, wie sich Bauherren verpflichten lassen, ihre Projekte durch den BKB zu schicken und dort legitimieren zu lassen (bspw. Heimgartenweg in Zabo), verändert der BKB sein Gesicht als öffentlich tagendes Gremium mit dem Anspruch, die Öffentlichkeit zu informieren, und verlegt seine Geschäfte zunehmen ins Verborgene. Eigentlicher Auftrag sollte laut Satzung doch sein:

Zitat:
§ 2 Baukunstbeirat-Satzung (BKBS) - Auftrag
(1) Der Baukunstbeirat befindet über Vorhaben, bei denen stadtgestalterische, baukünstlerische und denkmalpflegerische Gesichtspunkte einen besonderen Einfluss auf die Erhaltung, Gestaltung und Weiterentwicklung des Stadtbildes haben können.
(2) Alle Vorhaben, die auf Grund ihrer Größenordnung und Bedeutung für das Stadtbild prägend in Erscheinung treten, sind dem Baukunstbeirat vorzulegen. Über die Vorlage sonstiger Vorhaben von Bedeutung für das Stadtbild entscheidet die Geschäftsstelle.
Quelle: BKBS

und:

Zitat:
§ 5 BKBS - Geschäftsgang
"Die Öffentlichkeit und die Medien sollen nach der Sitzung in einer Konferenz am Sitzungstag durch die oder den Vorsitzenden des Baukunstbeirats und das Planungs- und Baureferat informiert werden.
Quelle: BKBS

Die Schwachstelle in der Satzung scheint mir die Geschäftsstelle zu sein:

Zitat:
§ 6 Geschäftsstelle
(1) Die Geschäftsstelle des Baukunstbeirates wird beim Planungs- und Baureferat geführt.
Die Geschäftsstelle ist also bei der Stadtverwaltung angegliedert und steuert die Eingaben und Vorlagen für den BKB. Die Geschäftsstelle ist damit den Weisungen des Baureferates unterstellt, und dieser wiederum erhält seine Aufträge von der Stadtspitze, wissen natürlich Investoren welche Knöpfe zu drücken sind um das jeweilige Bauvorhaben vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Schade um den BKB, der damit seinen Rückhalt bei Architekturinteressierten zunehmend einbüßt.
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Alt 16.05.17, 22:48   #276
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Ich kann nothor nur beipflichten, die "neue" Praxis des BKB ist ein deutlicher Rückschritt was die Einbindung der Öffentlichkeit angeht.
Ich hoffe das sich die Verantwortlichen nochmal prüfen und zur bewährten Öffentlichkeitsarbeit des BKB zurück kehren.
Dies wäre allen an Stadtplanung und Architektur interessierten nur zu wünschen!


d,
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Alt 20.05.17, 14:08   #277
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Planer könnte bald berühmt werden
Will sich ggf. die Stadt und insbesondere der redselige und gerne die öffentlichkeit-suchende Baurerferent diese Gremium (er-)sparen?

Auch eine Möglichkeit zu sparen...
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Alt 20.05.17, 18:27   #278
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Wie ich Herrn Ulrich einschätze würde ich nicht glauben, dass die eingeschränkte Öffentlichkeitsarbeit des BKB ihm zuzurechnen ist. Die Baubehörde ist nicht so wirtschaftsnah wie man glaubt. Es sind vielmehr die Stadträte, die zum Teil selber in den Vorständen der Wohnungsbauunternehmen hocken, sowie der OB, der jedem Investor gerne den roten Teppich ausrollt und dabei sogar die Baubehörde, auch das Denkmalamt, bremst. Z.B. am Heimgartenweg in Zabo gab es eine Initiative der Baubehörde und einiger Anwohner, das Ensembe mit einem Erhaltungssatzung vor unangebrachten Eingriffen, Abrissen und Verdichteter Neubau, zu schützen. Das ganze hat der OB kassiert bevor es dem Bauausschuss zur Diskussion vorgelegt worden ist. Um den Investor nicht zu verschrecken. ...Klar, das Wohnungsbauunternehmen Nürnberg Ost könnte ja nach Osteuropa oder Asien abwandern, wenn es hier nicht bauen darf. *Sarkasmus aus*
Mir persönlich ist die SPD-Spitze in der Stadt viel zu wirtschaftsnah.
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Alt 21.05.17, 23:17   #279
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Zitat nothor: "Mir persönlich ist die SPD-Spitze in der Stadt viel zu wirtschaftsnah."

Mal ehrlich nothor, was erwartest du von der Stadtspitze? Die Verschuldung Nürnbergs steigt trotz historisch niedriger Zinsen und drittniedrigster Arbeitslosigkeit unter den deutschen Großstädten (über 500 000 Einwohner) gen 2 Milliarden Euro.
Im Rathaus herrscht die Meinung, das man nun nicht auf die Investitionsbremse treten darf, auch um der Stadt Zukunftschancen nicht zu verbauen. Die kommunalen Ausgaben für Betongold wachsen daher schneller als die Einnahmen (auch auf Rekordniveau). Wären wir in NRW oder Berlin, würde man die Schulen (mit Finanzbedarf durch die Stadt von ca. 110 Mio EUR größter Einzelposten im Haushalt des Zeithorizonts 2017-2020) sich selbst überlassen und wahrscheinlich die ein oder andere Brücke für den Lastverkehr sperren (städtische Ausgaben im gleichen Zeitraum von ca. 75 Mio. EUR).

Letztlichmuss die Stadtspitze nach vorne Blicken und das „Große Ganze“ weiterentwickeln. Und auch wenn dies häufig in Abrede gestellt wird, letztlich wird kräftig in die Breiche investiert, in denen der Stadt häufig Defizite unterstellt werden – Bildung, Kultur, ÖPNV. Zukunftsinvestitionen finden also statt...

Wenn ich OB wäre, auch ich würde die Nähe zu Investoren suchen und gerade in Randlagen im Stadtbild auch mal ein Auge zugunsten zeitgemäßen und vergrößertem Wohnraum zu drücken - gerade im Hinblick auf den steigenden Bedarf an Wohnungen bei begrenzten Grundstücken im Stadtgebiet.

Wo ich jedoch deutlich progressiver vorgehen würde, wäre die Weiterentwicklung des Innenstadtbereichs. Hier wäre mehr Mut zur Erneuerung, auch in Fällen wie einem möglichen Wiederaufbau der Pellerhausfassade durch Organisationen wie den Altstadtfreunden sehr hilfreich. Da agiert mir die Stadt viel zu zaghaft und abwartend. Mehr Signale, Unterstützung und Spielraum für zivilgesellschaftliches Engagement bitte!


d.

Geändert von Dexter (21.05.17 um 23:33 Uhr)
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Alt 22.05.17, 14:51   #280
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Ja, das hast du gut analysiert.
Mit "Mir persönlich ist die SPD-Spitze in der Stadt viel zu wirtschaftsnah." meine ich zunächst einmal die feststellbare Nähe zur Wirtschaft vor dem Hintergrund, was sich die Bundes-SPD in den letzten Jahrzehnten alles aufgeladen hat und worunter sie anhaltend unter Stammwählerschwund leidet.

Aber in erster Linie beziehe ich mich auf Nürnberg und die für mich augenscheinliche Auflassung vieler Statteile zugunsten unkoordiniertem Wachstumswildwuchses. Der Milchhof war eine städtebauliche Jokerfläche mit exzellenter Lage. Da bin ich immer noch der Meinung dass da hätte viel mehr draus werden können. Insbesondere das riesige Autohaus-Areal. Allerdings könnte ich meinen Blickwinkel auch in die Zukunft wenden und sagen, dass das Autohausareal immernoch eine Jokerfläche ist, die einst zugunsten ein, zwei neuer Leitbauten verändert werden wird. Nur ein Beispiel.

Die Zurückhaltung bei städtischen Planungs- und besonders Gestaltungsvorgaben an Schlüsselstellen in der Stadt (Zabo: Heimgartensiedlung, Großreuth h.d.V: Großreuther Straße - jeweils mit Plänen für eine Gestaltungssatzung) finde ich völlig unnötig. Ich glaube kaum, dass man Investitionen verhindern würde wenn man gestalterische Vorgaben macht. Die Oststädte zeigen hier bereits seit 10 Jahren, dass Qualität wiederum Qualität anzieht. Dort sanieren Investoren selbst abgewirtschaftete Ruinen zu Juwelen. Wer nicht ein Mindestmaß an Qualität bietet fliegt vom Markt. Gut, das ist ein Angebotsmarkt, es gibt mehr Wohnungen als Nachfrage. Aber es zeigt eben dass das Argument der "Wirtschaftlichen Darstellbarkeit" zumindest in großen Teilen nur vorgeschoben ist.

Besonders schlimm finde ich aber das unsägliche Zaudern z.B. beim Volksbad, oder den Eiertanz um den Rundbau am Hbf. Soetwas wird auch überregional wahrgenommen und Nürnberg vermittelt durch dieses Herumeiern ein viel zu schwaches Bild von sich selbst. Dabei ist das völlig unnötig. Besser wäre eine Investorenpolitik, die aussagt "wer etwas vom Kuchen abhaben will, der muss dies, das und jenes bieten". Denkmalschutz, Ortsbild, Durchgrünung....
Mann muss als Stadt nicht unbedingt auf die Hipster warten, die einen Ort entdecken und pushen. Man kann auch selbst Grundsteine legen, man muss nicht in jedem Stadtteil unabhängig vom Ist-Zustand die immer gleichen Entwürfe genehmigen. Das macht den Markt auch uninteressant.

Gut, der jüngst entwickelte Master-Plan für das Knoblauchsland, oder die im heutigen Stadtanzeiger vorgestellte Ausweitung des Sanierungsgebietes Altstadt-Süd gehen in die richtige Richtung.
Auch deine Einschätzung zu Bildung und insbesondre ÖPNV teile ich, hier werden die Weichen durchaus richtig und konsequent gestellt.
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Alt 22.05.17, 17:10   #281
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Feststellungen wie diese finde ich sollten nicht sein:

Zitat:
Tatsächlich sind hochrepräsentative Bauten in Nürnberg rar.
W. Küspert in DM, http://deal-magazin.com/news/1/64195...hitektur-Juwel

Anreize, bzw. Vorgaben für höchstwertige Gestaltung an bestimmten Orten sind hier ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung und Zukunftsfähigkeit einer Stadt. Deshalb bin ich z.B. auch auf die gestalterische Güte der Augustinerhöfe gespannt.
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Alt 22.05.17, 17:57   #282
Dexter
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Ja, solche Aussagen sollten nicht sein, ich gebe dir recht.
Wir erinnern uns an die leidige Diskussion rund um den “Deutschen Hof“ der sicher vor 15 Jahren in einer ähnlichen Situationendgültig der Spitzhacke zum Opfer gefallen wäre. Glücklicherweise haben sachkundige Investoren das Potenzial erkannt.

Offenbar werden größere Unternehmen auf der Suche nachhochwertigen Flächen in Nürnberg gern selbst aktiv. Siehe DATEV oder GFK. Es gibt praktisch keine größeren modernen, repräsentativen Flächen im Innenstadtbereich die zu haben wären.Auch die N-Ergie investiert ja nun selbsttätig in ihren Bestand(Plärrer-Hochhaus), ebenso die IHK oder die Sparkasse.

Gerade am Altstadtring tut sich praktisch gar nichts. Die Besitzverhältnisse scheinen in Stein gemeiselt zu sein. Weiß eigentlich jemandwie es um die AOK so steht? Hier wäre ja auch ein größerer Wurf möglich…

Immerhin zeigen gerade die umstrittenen Sebald-Kontore, oder der nicht minder hitzig debattierten Projekte Augustinerhof und neue Hauptpost dass sich der Wind zu drehen scheint und Investoren auch ohne 100% Vorvermietung bauen. Einher geht dies sicher mit dem sich positiv wandelndenWirtschaftsprofil der Stadt und dem geringen Leerstand bei Büroflächen. Da lässt sich das Risiko gering halten…

d.
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Alt 23.05.17, 09:46   #283
nothor
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Die Weisheit der Stadt

Ja, Verbesserungen kann ich auch erkennen.
Ich habe nur das dumme Gefühl dass es zu langsam geht und dann, wenn man sich durchgerungen hat doch mehr auf Qualität statt auf Quantität zu setzen, der "Boom" vorbei ist und niemand mehr Investments tätigen will. Jetzt haben wir noch einen Run auf Immobilieninvestitionen, jetzt sind Dinge möglich, die vor 10 Jahren noch Utopie waren. Wenn man nicht jetzt Grundlagen für die attraktive Stadtgestaltung schafft, wann dann? Ich kann mir keine wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vorstellen die besser wären als die aktuellen.

Übrigens, ein Tipp zum Thema: Heute Abend spricht um 19 Uhr in St. Egidien Vittorio Magnano Lampugnani zum Thema "Die Weisheit der Stadt". Er analysiert, was die Attraktivität und den Wohlfühlfaktor historisch gewachsener Städte ausmacht: Die richtige Mischung verschiedener Verkehrsformen, schöne Architektur, gesunde Quartiermischungen usw. und wie dies im gebauten Gedächtnis der Städte ablesbar ist. Anschließend wird abgeleitet, was wir für den heutigen Städtebau daraus lernen könnten anstatt Monokulturen riesiger Baukomplexe ausschließlich für einen Zweck zu bauen, die dann wiederum 50 Jahre später ein Fall für die Abrissbirne sind.
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Alt 04.06.17, 09:07   #284
Gelber Löwe
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Zitat:
Zitat von Dexter Beitrag anzeigen
Ja, solche Aussagen sollten nicht sein, ich gebe dir recht.
Wir erinnern uns an die leidige Diskussion rund um den “Deutschen Hof“ der sicher vor 15 Jahren in einer ähnlichen Situationendgültig der Spitzhacke zum Opfer gefallen wäre. Glücklicherweise haben sachkundige Investoren das Potenzial erkannt.

Offenbar werden größere Unternehmen auf der Suche nachhochwertigen Flächen in Nürnberg gern selbst aktiv. Siehe DATEV oder GFK. Es gibt praktisch keine größeren modernen, repräsentativen Flächen im Innenstadtbereich die zu haben wären.Auch die N-Ergie investiert ja nun selbsttätig in ihren Bestand(Plärrer-Hochhaus), ebenso die IHK oder die Sparkasse.

Gerade am Altstadtring tut sich praktisch gar nichts. Die Besitzverhältnisse scheinen in Stein gemeiselt zu sein. Weiß eigentlich jemandwie es um die AOK so steht? Hier wäre ja auch ein größerer Wurf möglich…

Immerhin zeigen gerade die umstrittenen Sebald-Kontore, oder der nicht minder hitzig debattierten Projekte Augustinerhof und neue Hauptpost dass sich der Wind zu drehen scheint und Investoren auch ohne 100% Vorvermietung bauen. Einher geht dies sicher mit dem sich positiv wandelndenWirtschaftsprofil der Stadt und dem geringen Leerstand bei Büroflächen. Da lässt sich das Risiko gering halten…

d.
AOK-Neubau
Ich habe es befürchtet:
http://www.nordbayern.de/region/nuer...ehen-1.6204170



Nachfolgende Diskussion zum AOK-Neubau in den Thread verschoben "Allgemeine Meldungen zwischen Altstadt und Südstadt (Tafelhof)" verschoben.
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Alt 30.07.17, 10:39   #285
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Der Nürnberger Baukunstbeirat tagte wieder am 27.07. Bis auf einen TOP waren alle Besprechungspunkte geheim. Der einzig öffentlich diskutierte TOP war der geplante Umbau des Bleiweisbunkers durch Querwärts-Architekten.

https://www.nuernberg.de/internet/re...017_07_27.html

Die BKB-Sitzungen waren noch vor einem Jahr eine reichhaltige und wertvolle Informationsquelle, eng orientiert an der Satzung des BKB, dem Zwecke der Herstellung von Öffentlichkeit verpflichtet. Aber auch hier scheint man sich nicht mehr so genau an die Satzung erinnern zu wollen.
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