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Alt 26.10.08, 11:29   #31
Dexter
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Dexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfach
Der Grundstein für den Wideraufabu hat man nun in Anwesenheit von Politprominenz aus Nürnberg und Bayern gelegt,

berichtet die "NZ". Dabei wird betont, das auch das Bauministerium in Berlin die Rekonstruktion des Pellerhofes als bedeutent im Sinne von "Identität durch Rekonstruktion" schaffend erachtet.

Ein Bild des Hofes vor 1945 ist auch drin. Der leicht andersfarbige Teil markiert das Ende des derzeitigen Bauvorhabens. Eine Komplettreko ist derzeit nicht angedacht, aber irgendwie scheint sie doch im Raume zu stehen.

Oder was ist euer Eindruck?

http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=907102&kat=11

D.
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Alt 26.10.08, 13:54   #32
Schlossgeist
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Schlossgeist befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hi,

das versteh ich jetzt nicht ganz, wie meinst du das, ich dachte der Hof soll so wie er auf dem Bild dargestellt ist wieder aufgebaut werden, oder habe ich da was falsch verstanden.

Schlossgeist
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Alt 26.10.08, 17:57   #33
Dexter
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Also so wie ich es den Artikeln entnommen hab, werden nur die Galerien und die Rückseite des Vorderhauses rekonstruiert. Die Dachlandschaft und vorallem das das ganze Giebel- und Türmchengewächs am Ende des Hofes kommen (erst mal?) nicht.
Daher ist das Foto auch "zweifarbig" nehm ich an.

http://www.nz-online.de/bild.asp?bil...0&man=4&kat=11
hier noch mal direkt zum Foto

da steht ja auch das extrem häßliche Schulgebäude im Weg, welches man dummerweise dahin gebaut hat.

D
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Alt 26.10.08, 21:17   #34
Norimbergus
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Das Dach des Hinterhauses kann aufgrund des Scharrer-Gymnasiums nicht rekonstruiert werden, der Giebel aber bis hinauf zur Muschel und dem bekrönenden kleinen Obelisken schon. Außerdem werden die Seitenflügel komplett incl. Dächer wiederhergestellt, wobei das Dach der Ostseite nicht groß ist, da dieser Flügel schon immer eine ganz schmale, vor die Westwand des Nachbargrundstückes gesetzte Kulisse war. Der Westflügel dagegen ist ziemlich breit; er beinhaltet ja den wunderbaren Treppenturm.
Die Einfärbung des Bildes wie im Artikel ist unüblich. Normalerweise wird die Grenze zwischen erstem und zweitem Obergeschoß gemacht (vgl. http://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/index.php?id=71), da Erdgeschoß und erster Stock schon vorhanden sind (teilweise erhalten, teilweise in den 1950ern rekonstruiert).

Größtenteils nicht rekonstruiert werden kann die vierte, die Südseite. Das ist die Seite, von der aus die typischen Pellerhof-Ansichten photographiert sind. Hier steht der Nachkriegsbau von Fritz und Walter Mayer, der ja erhalten bleibt - zumindest nach derzeitigem Stand. Schauen wir mal, wie sich die Meinungen entwickeln, wenn der Hof auf drei Seiten wieder sein altes Erscheinungsbild zurückerhält.
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Alt 29.10.08, 14:29   #35
Mattes
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Mattes wird schon bald berühmt werdenMattes wird schon bald berühmt werden
Jetzt mal wahrscheinlich ne ziemlich blöde Frage:

Wird "nur" die Innenhof-Fassade aufgebaut, oder sollen die Gebäudeflügel links und rechts komplett neu hochgezogen werden? Ich denke nach Fertigstellung kann der Pellerhof für Tourristen bei Stadtführungen ins Programm mit aufgenommen werden!
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Alt 29.10.08, 22:21   #36
Norimbergus
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Die beiden Seitenflügel werden komplett rekonstruiert. Allerdings ist der östliche Flügel sehr schmal. Gleich hinter der Hoffassade - ich würde den Abstand auf etwa einen Meter schätzen - kommt die Wand zum Nachbargebäude, das allerdings seit dem Wiederaufbau mit dem Pellerhaus eine funktionale Einheit (Bibliothek und Archiv - Archiv ist inzwischen schon ausgezogen und die Bibliothek folgt in einigen Jahren) bildet. Das liegt aber im Gegensatz zur Problematik beim Hinterhaus nicht an einer rücksichtslosen Nachkriegsbebauung, sondern das war schon vor 400 Jahren so. Dieser Flügel war nie nutzbar, sondern schon immer reine Fassade.
Derzeitiger Zustand:


Bild: Norimbergus

Daß das Klimagerät verschwindet nehme ich doch schwer an:


Bild: Norimbergus

Auf diesem Bild sieht man den Vorkriegszustand.

Noch mal ein Blick auf den Ostflügel aus anderem Blickwinkel - dieses mal ist das Vorderhaus, das eigentliche Pellerhaus, das so stehen bleiben wird, mit im Bild:


Bild: Norimbergus

Um den Flügel komplett rekonstruieren zu können wird auch die Rückwand entsprechend erhöht und das ganze bekommt ein, wenn auch sehr schmales, Dach.

Zum Vergleich vom gleichen Standpunkt aus ein Bild des Westflügels:


Bild: Norimbergus

Wie man sieht, ist er viel breiter.

Die Asymmetrie kann man übrigens schon von der Halle aus erkennen, ohne sich die beiden Flügel genauer anzusehen. Die Halle hat 3 mal 3 Joche, aber nur die mittlere und die östliche Achse öffnen sich zum Hof, die westliche Achse findet ihre Fortsetzung im westlichen Seitenflügel.

Diese Bilder sind übrigens vor ziemlich genau drei Jahren beim letzten Altstadtspaziergang der Altstadtfreunde im Jahr 2005 anläßlich des Jubiläums 400 Jahre Pellerhaus entstanden. Damals ist Harald Pollmann mit der Rekonstruktionsidee an die Öffentlichkeit gegangen. Die vier Steine, die er der Stadt für den Fall einer Rekonstruktion gespendet hat sieht man auf folgendem Bild im Hintergrund:


Bild: Norimbergus
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Alt 30.11.08, 18:51   #37
Seh-Zeichen
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Eine spannende Geschichte.....

An diesem Beispiel liesse sich gut die Frage "Rekonstruktion - legitime Wiedergewinnung von Identität oder unredliche Flucht in die Vergangenheit" diskutieren.

Vielleicht ein neues Thema?
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Alt 01.12.08, 12:17   #38
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Was soll der Maßstab für legitim/unredlich sein?
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Alt 02.12.08, 15:01   #39
Mattes
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Ich denke das Seh-Zeichen auf die Frage abzielt, ob es nicht besser wäre für die aufgewandten Mittel neue Bauten mit neuer identitätstiftender Architektur schaffen?!
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Alt 02.12.08, 15:33   #40
Seh-Zeichen
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Seh-Zeichen sitzt schon auf dem ersten Ast
Ich dachte eine grundsätzliche Diskussion über das Thema Rekonstruktion wäre interessant. (Ich gebe zu ich bin mir da selbst nicht ganz schlüssig bin. Früher hätte ich das konsequent abgelehnt, sehe das aber inzwischen differenzierter.) Ich fände es einfach interessant hier ein Meinungs- und Argumentespektrum zu lesen.....
(Vielleicht mag ja jemand einen neuen 'allgemein' und vom Pellerhof losgrlösten Faden dafür einrichten ?!)

'Baukunst' hat zumindest dahingehend Recht, dass Rekonstruktion (wie immer man sich nun zu diesem Thema verhalten will) doch definitiv kein Gegensatz zu zeitgemäßem Bauen an sich darstellt. Die Frage trifft doch konkret immer nur jeweils ein Objekt, ist doch deswegen nie eine parareligiöse Grundsatzfrage ("wie sollen unsere Städte im 21. Jahrhundert ausssehen?"). Keiner will doch eine untergegangene Epoche rekonstruieren. Insoweit ist doch der Abwehrreflex gegen Einzelrekonstruktionen übertrieben.

Die Frage ist doch vielmehr, ob man es für legitim hält untergegangene und identitätsstiftende Gebäude wiederzuerrichten. Die Frage haben etwa Hildesheim (Knochenhauerhaus), Dresden (Frauenkirche) und ganz aktuell Berlin (Stadtschloß) positiv beantwortet, weil sie sich dieses Stück Identität zurückholen wollen. Diese Entscheidung halte ich nicht für unredlich, sondern für legitim.
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Alt 02.12.08, 15:47   #41
damar
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damar könnte bald berühmt werden
Die Rekonstruktion eines ursprünglichen Gebäudezustands halte ich durchaus für legitim, weshalb ich auch den Wiederaufbau des Hofes uneingeschränkt unterstütze.

Schwieriger stellt es sich bei Gebäuden dar, die gar nicht mehr existieren (Berliner Stadtschloss). Ich würde mir wünschen, dass die heutige Architektur so stark wäre und echte Argumente hätte, die für eine "moderne" Neubebauung sprechen können. Das ist aber nicht der Fall, weshalb eine Rekonstruktion zumindest die Garantie leisten kann stadräumlich und ästhetisch verträglich zu sein.
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Alt 02.12.08, 20:46   #42
rec
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rec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblickrec ist ein wunderbarer Anblick
Zitat:
Zitat von Seh-Zeichen Beitrag anzeigen
Ich dachte eine grundsätzliche Diskussion über das Thema Rekonstruktion wäre interessant. (Vielleicht mag ja jemand einen neuen 'allgemein' und vom Pellerhof losgrlösten Faden dafür einrichten ?!)
Haben wir doch schon...

http://www.deutsches-architektur-for...ead.php?t=7513
http://www.deutsches-architektur-for...ead.php?t=2374
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Alt 03.12.08, 10:28   #43
baukunst-nbg
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Die teils erbitterte Diskussion ist mittlerweile ziemlich ausgelutscht, auch wenn die alten Argumente immer wieder fröhliche Urständ feiern. Die Auseinandersetzung basierte auf ziemlich vielen Mißverständnissen beiderseits. Ich denke, daß die Diskussion in den vergangenen Jahren generell sehr fruchtbar war.

In Nürnberg ist die Diskussion eben um das Pellerhaus und den Pellerhof geführt worden. Man kann sogar von Glück reden, daß ein solches Projekt in Nürnberg angeschoben wurde, sonst hätte in dieser Stadt wohl nicht so schnell eine Diskussion zum Thema Rekonstruktionen stattgefunden, wo es doch gerade in einer Stadt mit diesem Zustand so ein wichtiger Bestandteil des Architekturbewußtseins ist.

Dennoch ist deutlich, daß gerade in Nürnberg in den sogenannten Fachkreisen und in der Verwaltung sowie bei bestimmten Interessengruppen noch nicht angekommen ist, daß das extreme und kategorische Ablehnen von Wiederaufbaumaßnahmen eine äußerst gestrige Position ist. An dieser Stelle könnte man wieder etwas böswillig sagen: es dauert immer etwas länger, bis Tendenzen in der Provinz ankommen; vielleicht bauen wir in 20, 30 Jahren das Toplerhaus wieder auf. Ich möchte insofern die Diskussion nicht wieder anheizen, sondern nur einen Leserbrief zitieren, der damals zum Bericht über Pollmanns Pellerhof-Projekt geschrieben wurde:

„In any other country, a war-destroyed Pellerhaus would have been
restored fifty years ago. For God’s sake, go on with it.“
(Leserbrief aus der NZ vom 31.12.2005)
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Alt 19.12.08, 21:41   #44
Norimbergus
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Der gerade erschienene neueste Band der "Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg" beinhaltet auch zwei Aufsätze zum Thema Pellerhaus/Pellerhof.
Quelle: http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=939255&kat=317

Ich habe sie aber noch nicht lesen können, da ich die Mitteilungen noch nicht habe. Ich hoffe, daß sie mir noch vor Weihnachten zugestellt werden. Vor allem auf den Artikel von Herbert May bin ich gespannt.
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Alt 17.02.09, 14:46   #45
Mattes
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Mattes wird schon bald berühmt werdenMattes wird schon bald berühmt werden
http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=969995&kat=11

Laut diesem Artikel der NZ bringt sich Nürnberg ins Gespräch um den Sitz des zukünftigen "Museum der Bayerischen Geschichte"! Als Standort wird das Pellerhaus vorgeschlagen!

Das wäre ein Paukenschlag, würde auf die Frankenmetropole die Wahl fallen! Es würde Symbol des modernen Bayern werden! Allerdings traue ich diese Weitsicht der CSU nicht zu. Wahrscheinlich wird in München ein representatieves Museum hierfür gebaut. Aber lasst uns träumen...
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