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Alt 20.05.12, 12:28   #106
Jugend_Stil
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Irgendwann schauen alle Häuser aus wie rechteckige Spielzeugklötze, mit der einzigen Variation dass mal kein Dreieck als Dach drauf liegt, mal schon...
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Alt 20.05.12, 17:04   #107
Dexter
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also ich kann die "trauer" um die Borde nicht nachvollziehen.
Das Ding sieht mit dem verspiegeltem Glas und der ungeschickten Gliederung nach dem neureichen schick der 1980er aus. Ich würde mal behaupten das sie nicht aus der Erbauungszeit des Hauses (1960er) stammt.

Flächiges Dekor, war im alten Nürnberg an Fassaden übrigens meist verpönt. Das was dann doch über die Jahrhunderte so dran kam wurde vor allem in der kurzen Zeit der Nazi-Regentschaft gern entfernt. Dem puristischen, mittelalterlichen Nürnberg gab man den Vorzug vor den nachfolgenden Epochen.

Was ich noch gern gesehen hätte wären neue, zweigeteilte Fenster mit anderen Rollolösungen. Aber da wird offenbar nichts verändert (und auch nicht erneuert). Vielleicht kommt da ja später noch was. Ein klein wenig mehr Finisch an den Fenstern würde dem Haus sehr gut zu Gesicht stehen.

d.
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Alt 20.05.12, 17:21   #108
nothor
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Na da sind wir doch mal mehr oder minder einer Meinung: Das gebäude stimmt schon von seiner Dimension und material her, aber die Fenster sind der Knackpunkt. Ich hätte es gut gefunden, die 80'er Erker zu erhalten. In der jetzigen Form sind sie keien Schönheit, aber wenn man daraus zwei jeweils 2 Fenster lange Erker machen würde und dazwischen vermauern oder verglasen würde bekäme das Haus richtig Stil. Aber einfach ausbauen und durch Alu-Einscheibenfenster ersetzen finde ich fantasielos.

Außerdem finde ich dass gerade Nürnberg besonder fantasievolle und vielgliedrige Fassaden kennt. Das sticht wirklich hervor.
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Alt 21.05.12, 16:58   #109
harher
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Zitat:
Zitat von Dexter Beitrag anzeigen
also ich kann die "trauer" um die Borde nicht nachvollziehen....

Zitat gekürzt. Bitte nur das notwendige (Kernaussage), auf die Bezug genommen werden soll, zitieren. Danke.
Trauer nicht, ist halt auch immer die Frage, was danach kommt. Und ob das besser wird, da habe ich so meine Zweifel. Meist werden doch heute irgendwelche 08-15-Normteile verwendet.
Das Haus selbst an dieser Stelle ist übrigens auch insgesamt zu wuchtig, vor allem so direkt neben dem Schönen Brunnen.
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Alt 21.05.12, 17:40   #110
Dexter
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@ harher,


ja, das Gebäude ist schon recht wuchtig, aber das hat meines Erachtens auch seinen Grund. Früher war die Waagasse in der Tat hier nur ein schmales Gässchen, zwischen dem Haus der IHK und der Nachbarbeauung war nur wenig Abstand.

Heute ist es da doch recht zugig. Das haus muss also optisch irgendwie dominieren um der Ecke halt zu geben. und ich finde das tut es auch.

Noch mal ein Exkurs zu den Fassaden:

Früher, also zu Reichsstädtischer Zeit, lag das Maß des Möglichen stark im Detail. Daher waren es vor allem die Erker und Figuren die ein Gebäude besonders aufwerteten, oder eben seine Lage an einer Ecke (Fembohaus) und dergleichen. Der Bauordnungszwang der alten Stadt Nürnberg schrieb bis ins Detail vor wie was wo sein darf, wie hoch und wie tief bebaut werden kann. Das berühmte Pellerhaus mit seinem Giebel zum Platz war zum Beispiel eine absolute Ausnahme und wirkte daher umso mehr als solche im Häusermeer. Die Dächer der Häuser waren praktisch immer im Verbund angeordnet, in Reih und Glied (so wie eigentlich heute auch).

Das was im Historismus in Nürnberg praktiziert wurde, war, bei aller Wertschätzung dieser Häuser, eine stark verzerrende Darstellung altnürnberger Baukunst und wich auf vielerlei Weise von der Bautradition ab. Jener Stil war dann nach dem ersten Weltkrieg auch etwas verpönt, er war nicht puristisch genug und stahl den Leitbauten häufg etwas die Show. Es gibt daher durchaus stellen, an denen die heutige Gliederung der der unmittelbaren Vorkriegszeit überlegen ist.

siehe hier zum Beispiel:
Bild entfernt und durch Link ersetzt: http://static1.akpool.de/images/cards/7/76129.jpg
1935
http://www.akpool.de/ansichtskarten/...-koenigstrasse


heute
http://www.baukunst-nuernberg.de/epo...t=Lorenzkirche


Wie deutlich zu sehen ist, gibt die heutige Dachlandschaft der Lorenzkirche den Vorzug. Die Dächer der Häuser halten sich zurück und sind einander in Höhe und Ausrichtung angeglichen...


d.
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Alt 21.05.12, 18:16   #111
Jugend_Stil
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Gerade der heutige Retro-Brei der Nürnberger Altstadt lässt mich sehr fremdeln mit dieser monoton-defensiven Beinahe-Homogenität.

Auch wenn das dem Nürnberger Rat früherer Tage entgangen sein mag, hat sich seit jener Zeit in der der Kirchturm das Maß aller Dinge war eben schon etwas in der Architektur und Stadtplanung weiterentwickelt.

So manches aus jedem Raster fallenden Bauwerk - wie der Komplex des GNM -machte gerade das Salz in der Suppe des Nürnbergs in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts aus.
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Alt 21.05.12, 21:19   #112
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Zitat:
Zitat von Jugend_Stil Beitrag anzeigen
Gerade der heutige Retro-Brei der Nürnberger Altstadt lässt mich sehr fremdeln mit dieser monoton-defensiven Beinahe-Homogenität.
Was meinst du bitte mit dem "heutigen Retro-Brei"?

Beziehst du das auf die letzten fertig gestellten Bauvorhaben?
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Alt 25.06.12, 13:01   #113
harher
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Heute Artikel in der NZ:
http://www.nordbayern.de/nuernberger...uste-1.2164989

Viele wollen ja auf Teufel komm raus Bäume pflanzen. Wieso muss man denn einen solchen Platz unbedingt vollpflanzen bzw. vollstellen?
Ein Stadtplatz ist eben keine Grünanlage.
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Alt 25.06.12, 14:30   #114
nothor
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Kann ich ja verstehen, denn außer der Frauenkirche, dem schönen Brunnen und meinetwegen noch das neue Rathaus gibts da nichts schönes, was man fotografieren kann. Daher lieber hinter Bäumen verstecken.

Anderer Ansatz: Wenn man da schon hunderttausende EUR investieren will, dann ist den meisten (mir eigentlich auch) das Austauschen des Fußbodenbelages zu wenig. Dann hat man nämlich wahrscheinlich eine Saison lang eine Baustelle und hinterher ist alles wie vorher, sofern man nicht auf die eigenen Füße starrt.

In meinen Augen ist die vorgesehene Neugestaltung des Hauptmarktes völlig überflüssig.
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Alt 25.06.12, 15:15   #115
harher
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Ja eben, ich finde eine Neupflasterung und ein paar neue Lampen sind wirklich überflüssig wie ein Kropf.
Dass die Bebauung (vor allem die Südseite) grausam ist, das ist klar. Sollte man über diesen Kasten vielleicht ein Tarnnetz aus Efeu ziehen?
Ich finde, Bäume engen die Nutzung zu sehr ein. Außerdem bringen Laubbäume im Winter gar nichts und Nadelbäume schauen auch recht trist aus.
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Alt 25.06.12, 16:12   #116
nothor
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nothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiell
Jap, die Leserkommentare sprechen mir aus dem Herzen. Die Stadt ist reif für die Erkenntnis, dass die Nachkriegszeit sehr viel Bebauung mit provisorischem Charakter hervorgebracht hat, der an einigen Charakterbildenden Stellen der Stadt eigentlich heute nicht mehr sein darf. Nicht ohne Grund ist die Architektur der Nachkriegszeit schlicht und schnörkellos. Nur wenn man zulässt, dass die Stadt schlicht und schnörkellos bleibt, und sie es auch durch "moderne" Architektur immer mehr wird, dann ist sie unatrraktiv. Ganz einfach unattraktiv und hässlich.

Der Hauptmarkt als gute Stube sollte wirklich verschönert werden. Aber Pläne, dort vereinfachte Laternen ("Stelen") aufzustellen, neumodische Papierkörbe und Betonpflastersteine zu verlegen stellen ihn in Konkurrenz zu einem Lidl-Parkplatz, und katapultieren ihn aus der Liga der historisch bedeutenden Plätze hinaus.

Ich verstehe echt nicht, wieso man architekturinteressierten Nürnbergerinnen und Nürnbergern immer wieder so frech ins Gesicht schlägt mit diesen Entwürfen. Das Geld für den Hauptmarkt gehört direkt umgeleitet in die Kasse für den Wiederaufbau des Pellerhofs.
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Alt 26.06.12, 15:19   #117
harher
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Pellerhof wäre gut ;-)
Aber da hält sich die Stadt ja sehr vornehm zurück!

Noch zur Nachkriegsarchitektur. Ich finde das "Neue Rathaus" am Hauptmarkt gar nicht schlecht, im Gegenteil. Viele Details sind liebevoll gestaltet. Bei den meisten Gebäuden sieht es da natürlich schon nicht so schön aus. Da hätte man schon mal was Neues und vor allem Besseres machen können. Ich glaube aber, dass die meisten Gebäude Versicherungen gehören und die denken wohl nicht gerade in ästhetischen Kategorien.
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Alt 21.06.13, 19:54   #118
KurushiX
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Hauptmarkt Südbebauung

Interessanter Bericht in der NN über die südliche Bebauung des Hauptmarktes.

http://www.nordbayern.de/nuernberger...arkt-1.2981865

Meine Vision ist ja immer noch .. den Schmucklosen versifften Innenhof mit einem Glasdach zu überziehn um ihn dann als Wetterfeste Feinkost-Markthalle zu nutzen.
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Alt 22.06.13, 10:14   #119
Gelber Löwe
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Zitat:
Zitat von nothor Beitrag anzeigen
Jap, die Leserkommentare sprechen mir aus dem Herzen. Die Stadt ist reif für die Erkenntnis, dass die Nachkriegszeit sehr viel Bebauung mit provisorischem Charakter hervorgebracht hat, der an einigen Charakterbildenden Stellen der Stadt eigentlich heute nicht mehr sein darf. Nicht ohne Grund ist die Architektur der Nachkriegszeit schlicht und schnörkellos. Nur wenn man zulässt, dass die Stadt schlicht und schnörkellos bleibt, und sie es auch durch "moderne" Architektur immer mehr wird, dann ist sie unatrraktiv. Ganz einfach unattraktiv und hässlich.
Das sehe ich ähnlich.

Hier noch ein Bild aus der guten alten Zeit (aus meiner Sicht).Man haben wir in dieser Hinsicht vieles verloren.

Na, wer erkennt den Standdort des Gebäudes?


Quelle:Eine fast 100 Jahre alte Postkarte.
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Alt 22.06.13, 13:32   #120
Hans Ebert
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Wenn ich mich nicht irre, ist das das Hotel "Monopol" mit der Eckkneipe "Zum Patrizier", Königstraße 52/Ecke An der Mauthalle, dort, wo heute der Kaufhof steht. Es ist 1890 von Franz Xaver Ruepp gebaut worden, der auch die Herz-Jesu-Kirche in Lichtenhof geplant hat.

Wenn ich sowas sehe, dann tut es mir um die vielen Verluste schon leid... aber man sollte auch der Nachkriegszeit eine Chance geben. Immerhin laufen die Bauten aus dieser Zeit gerade akut Gefahr, noch vor den Gründerzeitbauten allesamt platt gemacht oder kaputt gedämmt zu werden...
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Erst wenn die letzte Fassade gedämmt, die letzte Villa entkernt, der letzte Garten zugebaut ist, werden die Menschen feststellen, dass Denkmalschutz doch sinnvoll ist.
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