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Alt 15.04.18, 19:32   #61
Jai-C
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Jai-C ist jedem bekannt und beliebtJai-C ist jedem bekannt und beliebtJai-C ist jedem bekannt und beliebtJai-C ist jedem bekannt und beliebtJai-C ist jedem bekannt und beliebtJai-C ist jedem bekannt und beliebtJai-C ist jedem bekannt und beliebt
Ich denke nachdem das Bauvolumen bei Wohnungen endlich angezogen hat, ist die Gestaltung die verbliebene wirklich große Baustelle. Der monotone Siedlungsbrei in Münchner Neubauvierteln muss endlich aufhören. Hoffentlich wird insbesondere bei der Gestaltung von Wohnvierteln auch mehr auf die Bürger/Anwohner eingegangen - beispielsweise hinsichtlich der Fassadengestaltung. Dann wären Totalschäden wie die Welfenhöfe womöglich nicht so gebaut worden.

Die Frage ist nur, ob Hr. Pretzl nur Parolen raushaut oder tatsächlich eine Veränderung initiiert.
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Alt 15.04.18, 23:18   #62
MiaSanMia
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^^

Ich glaube, in der Debatte muss unterschieden werden, zwischen dem Geschmack eines jeden Einzelnen und den gesetzten Rahmenbedingungen bzw. den geschaffenen Gestaltungsfreiheiten.

Daher halte ich es nicht für zielführend, wenn Herr Pretzl mit Begriffen wie "hässlich" hantiert, da eine solche Wertung im Auge des Betrachters liegt und nie objektiver Maßstab sein kann. So wird auch mutige, innovative Architektur ihre Kritiker finden, die damit nichts anfangen können. Aktuell zeigt dies selbst das moderate Beispiel Heimeranplatz.

Ziel der Politik muss es sein - und da gebe ich dem Vertreter der Architekten Recht - die richtigen Voraussetzungen für einen urbanen und lebenswerten Städtebau zu schaffen und sinnvolle Anforderungen diesbezüglich abzustecken. Nicht, Architektur mit subjektiven Wertungen zu versehen und zu lamentieren, wenn sie einem nicht gefällt. Damit wäre am Ist-Zustand nichts verändert.

Konkret heißt das, dass insbesondere der Stadtrat als das entscheidende Gremium in der Stadt, dafür zu sorgen hat, dass in einem Neubaugebiet die Dichte, die Höhe, die Stellplatzanzahl, die planerischen Auflagen so definiert werden, dass eben nicht Ergebnisse wie am Hirschgarten herauskommen.

Kritiken an den Jurys, an den Wettbewerben sind berechtigt und wichtig. Doch verantwortlich für die Miseren wie Hirschgarten oder Ackermannbogen ist in erster Linie der Stadtrat. Punkt. Er allein hätte dort auf die 120m Hochhäuser bestehen können, er allein hätte dort mehr Wohnraum ermöglichen können, er allein hätte über die Architektur bestimmen können, indem er die Wettbewerbe entsprechend gestalten lassen hätte.

Herr Pretzl ist ein Segen für die Diskussionskultur, mit Selbstkritik am Stadtrat darf er aber -wenn er ehrlich ist - auch nicht sparen.


@LugPaj: Wir haben doch dafür einen eigenen Thread
http://www.deutsches-architektur-for...t=13586&page=4
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Alt 16.04.18, 08:52   #63
Schachbrett
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Schachbrett könnte bald berühmt werden
Wenn Politik, Architekten, Investoren über Stadterweiterungen, Bauformen und Infrastruktur in München nachdenken, sprechen, handeln........

.......dann kommt es für mich so vor, als gäbe es auf der Welt nur eine einzige Grossstadt, (in dem Fall München) und man hätte keine Vorbilder, wie man Probleme lösen könnt.

Wie hilflos ist man zB bei den Formen und Fassadengestaltungen ?
Ähnlich wie Le Baron Jenney vor 1890, als es noch wirklich keine Vorbilder gab.
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Alt 16.04.18, 09:08   #64
LugPaj
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Definitiv. Aber das Verhalten finde ich kommt in der Politik oft vor. Dabei wäre es viel leichter aus den vielen Beispielen, die es in der Welt gibt, die passenden, erfolgreichen zu kopieren, als dass man immer selbst versucht ein besseres Konzept zu entwickeln.

Aber ich kenne mich hier international auch zu wenig aus. Weiß jemand, wie das Verfahren (Bebauungsplan / Wettbewerb) für ein Entwicklungsgebiet bei einer Stadt wie Wien / Amsterdam / Berlin / ... von dem in München abweichen würde?
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Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben.
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Alt 16.04.18, 20:39   #65
Jai-C
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Selbstverständlich ist Architektur zu einem großen Teil subjektiv, das ist klar. Es wäre jedoch ein leichtes die Qualität von Neubauten zu steigern durch gezielte Vorgaben.

Beispielsweise:
- Kleinere Parzellierung der Grundstücke, mit der Vorgabe individuelle Fassaden je Haus zu gestalten (also weg von langen, monotonen Riegeln)
- Gestalterische Vorgaben um sich in umliegende Altbauquartiere einzufügen (hinsichtlich Farbgebung, Fenster-/Balkongestaltung oder Fassadenmaterialien)
- Klassische Dreiteilung einfordern mit klar unterschiedlich gestalteten Sockelgeschoss(-en), Regelgeschossen und Dachgeschoss
- Strengere Regeln für Grünflächen (Mindestlänge/-breite und Dichte der Begrünung), um bizarre Rasengebilde ohne Aufenthaltsqualität zu verhindern
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Alt 16.04.18, 21:49   #66
MiaSanMia
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Oder wir vereinfachen und lockern die Vorgaben, gestalten die Wettbewerbe teilnehmer- und ergebnisoffener und orientieren uns künftig nicht mehr nur am kleinsten gemeinsamen Nenner (z.B. bzgl. Traufhöhe).

Ich bin eigentlich weniger ein Freund von Reglementierung und starren Vorgaben, die z.T. mutige, innovative Architektur wieder im Keim ersticken. In der Altstadt und bestimmten Gebieten der Innenstadt sind sie sinnvoll - dort gibt es sie heute z.T. ja schon - überall sonst würde ich einen Wandel über die Kreativität der Architekten und Bauherren bevorzugen und zwar nicht nur derjenigen der handvoll Münchner Architekten sondern häufiger auch weltweiter Büros. Genügend Beispiele zeigen, dass optisch tolle Gebäude auch ohne Gestaltungsvorgaben herauskommen können, wenn man sie nur lässt (z.B. Macherei), d.h. die Politik die richtigen Rahmenbedingungen (Dichte, Höhe, Infrastruktur) liefert.

@Mods: Ab #1772 bitte in diesen Thread verschieben.
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Alt 16.04.18, 22:20   #67
Jai-C
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Ehrlich gesagt, ich bin zunehmend Gegner der mutigen, innovativen Architektur. Dadurch sind unsere Städte so hässlich geworden wie sie heute sind. Denn jede derart exzentrische Art von Gestaltung unterliegt einem rapiden Verfall - des Geschmacks. Die meisten Avantgardebauten werden 20 Jahre später als potthässlich empfunden und zum Abriss freigegeben. Das Potential zum Architekturklassiker haben nur sehr wenige Gebäude.

Ich würde lieber gerne enge Vorgaben haben, die zu harmonischen und lebenswerten Stadtbildern führen. Das schließt einzelne innovative Leuchtturmprojekte (via Wettbewerb) natürlich nicht aus. Solange sie die Gesamtharmonie auflockern aber nicht zerstören.
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