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Alt 12.01.18, 09:27   #361
Architektenkind
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Architektenkind sorgt für eine eindrucksvolle AtmosphäreArchitektenkind sorgt für eine eindrucksvolle AtmosphäreArchitektenkind sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
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Zitat von Urbanist Beitrag anzeigen
wie eine Kreuzung von Erich Mendelsohns Großstadtarchitektur mit Jean Nouvels Galeries Lafayettes, wirklich schick.
In der Tat, hat was. Wobei ich den Entwurf noch deutlich eleganter fände, wenn er keine reine Glasfassade hätte, sondern sich Back- oder Natursteinbänder mit den Glasbändern abwechseln würden. Das würde die Assoziation mit Mendelsohn noch verstärken, und die Angestellten in den Büros würden nicht derart auf dem Präsentierteller sitzen. Ich hätte jedenfalls ungern ein Büro, in dem mir Passanten von unten in die Nase schauen könnten...

Zitat:
Zitat von Urbanist Beitrag anzeigen
Aber am Ende nicht zu schick für Berlin?
Erklär mal! Meinst Du, jemand würde es verbieten wollen? Wer sollte das tun (können)?
__________________
"Gute Ansichten sind wertlos. Es kommt darauf an, wer sie hat." Karl Kraus
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Alt 13.01.18, 23:20   #362
Tomov
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Ich finde, es ist eine vertane Chance nicht die von Kollhoff angedachte Torsituation mit einer zweiten Höhendominante zu realisieren.
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Alt 14.01.18, 01:02   #363
Urbanist
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Zitat:
Zitat von Architektenkind Beitrag anzeigen
Erklär mal! Meinst Du, jemand würde es verbieten wollen? Wer sollte das tun (können)?
Ich meinte das eigentlich eher im Sinne von Murphy's Law.

Angesichts des Standards im Berliner Baugeschehen der letzten Jahre kann ich kaum glauben dass so ein außergewöhnlicher Entwurf wirklich realisiert wird, und das Projekt nicht vielleicht doch noch weiterverkauft wird und dann wieder einer der "bewährten" üblichen Verdächtigen mit einem Entwurf in "bewährter" Optik zum Zuge kommt oder Ähnliches.
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Alt 14.01.18, 23:55   #364
Taxodium
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Oranienburger Tor

Zitat:
Zitat von Hallole Beitrag anzeigen
BTW: Zum Eckgebäude von Kollhoff gegenüber habe ich bei der Senatsverwaltung folgendes gefunden: http://www.stadtentwicklung.berlin.d...s=liste&pl=_48
Das Schöne ist, dass auf den Senatsseiten viel Datenmaterial öffentlich verfügbar ist, vieles davon noch aus der Stimmann-Ära, das einen guten Rahmen für eine Beurteilung jenseits von „gefällt mir/ gefällt mir nicht“ bietet. Es wäre wünschenswert, wenn der jetzige Senat die eigenen Unterlagen auch mal wieder studieren würde.

In diesem Link ist unter "weitere Schwarzpläne" einen Überblick über die Entwicklung der Bebauung dieser städtebaulich bedeutungsvollen Ecke aus den Jahren 1940, 1953, 1989 und 2010 enthalten. Das oft gehörte Argument, dass die Stadt immer dichter wird, wird hier mal wieder eindrucksvoll widerlegt. Ins besondere zwischen 1953 und 1989 ist in der Ecke fast mehr Bausubstanz durch Mangelwirtschaft und gezielter Abriss verloren gegangen als im Krieg zerstört wurde. Die Verluste sind trotz Bauboom bis jetzt nicht ausgeglichen worden.

Die Blockecke wo jetzt das Glashaus geplant ist, war 1953 noch erhalten und ist womöglich irgendeiner überdimensionierten, nicht realisierten, Straßenplanung gewichen. Die Kollhoff-Planung aus der Nachwendezeit hat versucht die historische Torsituation des Oranienburger Tors als prägnanter Ort (die Grenze zwischen dem barocken Berlin und der Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts) wiederzubeleben. Aber wie viele andere Planungen dieses wichtigen Architekten im Berlin der neunziger Jahre die gescheitert sind, wurde auch diese Planung nicht realisiert.

Jetzt dann zur Abwechslung mal ein Glashaus. Keine Ecke, keine Betonung einer Torsituation, sondern eine gefällig flutschendes Gebilde, optimal visualisiert nach einem frühabendlichen Regenguss. Zu 90% der Geschäftszeit sind Glasgebäude nach den Gesetzen der Physik allerdings dunkle glänzende Monolithen. Und viele Mitarbeiter in vollverglasten Bürohäusern haben so ihre Probleme mit der Aquariumexistenz. Das Kollhoff-Gegenüber hat mit seiner Kolonnade, der Unterteilung der Fassade, der Proportionierung sowie Tektonik und Materialität jedenfalls thematisch mehr Architektur zu bieten. Also an der Ecke Vorteil Kollhoff.
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Alt 15.01.18, 16:02   #365
Hallole
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Hallole sorgt für eine eindrucksvolle AtmosphäreHallole sorgt für eine eindrucksvolle AtmosphäreHallole sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
^ Bevor ich die Senatsseite verlinkte, habe ich durchaus auch die dortigen "weitere[n] Schwarzpläne" und darüber hinaus das "Modell" studiert.
Zitat:
Zitat von Tomov Beitrag anzeigen
Ich finde, es ist eine vertane Chance nicht die von Kollhoff angedachte Torsituation mit einer zweiten Höhendominante zu realisieren.
Zitat:
Zitat von Taxodium Beitrag anzeigen
[..]
Die Kollhoff-Planung aus der Nachwendezeit hat versucht die historische Torsituation des Oranienburger Tors .. wiederzubeleben. .. Jetzt dann zur Abwechslung mal ein Glashaus. Keine Ecke, keine Betonung einer Torsituation, [..]
https://www.buerosuche.de/upload/fil...20DE7B2_wm.jpg
Ich sehe dort (zumindest) 2 Etagen, die die benachbarten Häuser überragen. Wie definiert man "Tor"? Wohl insbesondere über die Höhe, oder muss ein Tor eckig sein?
Zitat:
Zitat von Taxodium Beitrag anzeigen
[..] Das Kollhoff-Gegenüber hat mit seiner Kolonnade, der Unterteilung der Fassade, der Proportionierung sowie Tektonik und Materialität jedenfalls thematisch mehr Architektur zu bieten. Also an der Ecke Vorteil Kollhoff.
Ebenfalls gegenüber, an der Ecke Torstraße / Chausseestraße: http://www.deutsches-architektur-for...&postcount=288
Noch "mehr Architektur", noch mehr im "Vorteil"? Liegt wohl im Auge des Betrachters..
Ich finde es jedenfalls schön, dass sich - wohl nach einer sehr langen Phase der Baulandspekulation - an der Ecke etwas tut.

Und wenn mein Auge dann unterschiedliche Stile und Formen sieht, bin ich darüber ebensowenig traurig wie z.B. über die "Kreisel"-Pläne an der Steglitzer Kreuzung Schloßstraße / Albrechtstraße / Grunewaldstraße und die Kontraste dort zum alten Rathaus und denkmalgeschützten, runden gläsernen Pavillon: https://de.wikipedia.org/wiki/Grunew...rlin-Steglitz)
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Alt 15.01.18, 23:49   #366
Taxodium
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^ Diese Reaktion bestätigt genau mein Punkt. Die Architekten haben durch die Moderne verlernt, bzw. nicht mehr gelernt, in städtebaulichen Kategorien zu denken. Das Große und Ganze, das Denken in übergeordneten Zusammenhängen wird der „Genialität“ des Einzelobjektes geopfert. Die große Stararchitekten machen es vor, die Ministars machen es nach. Statt im Ensemble zu spielen werden immer die Pauken und Trompeten bemüht. Wer am lautesten auf die Pauke haut, wird gefeiert.

Kollhoffs Ansatz war es die besondere städtebauliche Situation dieses Ortes, der Anfang und Ende der 3,3 km langen, schnurgeraden Friedrichstraße, die Fifth Avenue im Berliner Manhattan, zu betonen. Im Süden fängt/fing die Friedrichstraße durch das Rondell der ehemaligen Belle Alliance Platz (Mehringplatz) mit einem klar erkennbaren städtebaulichen Sonderform an und im Norden sollte es deshalb einen klar erkennbaren Auftakt beziehungsweise Abschluss geben: das Oranienburger Tor. Zwischen beiden Polen quert und verbindet die Friedrichstraße in Süd-Nord-Richtung Kochstraße, Leipziger Straße, Unter den Linden, Stadtbahn und Spree sowie Oranienburger Straße, also sämtliche bedeutenden Straßen und Wegen in Mitte.
Um eine Torsituation zu machen braucht es nun einmal mindestens zwei symmetrische Bauten, sonst bildet sich kein Tor. Vor dem Tor gäbe es einen dreieckigen Platz und die Chausseestraße führt von dort, erkennbar abgeknickt, weiter Richtung Wedding und Reinickendorf.

Dies sind städtebaulichen Besonderheiten die eine Stadt Identität und Ablesbarkeit geben und die Berliner gerne außerhalb Berlins aufsuchen.
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Alt 16.01.18, 09:37   #367
ReinhardR
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ReinhardR braucht man einfachReinhardR braucht man einfachReinhardR braucht man einfachReinhardR braucht man einfachReinhardR braucht man einfachReinhardR braucht man einfach
Torsitution

Grundsätzlich richtig, Taxodium.
Aber um eine wirkliche Torsituation zu erzeugen, hätte auch der Kollhoff-Bau einige Stockwerke höher sein dürfen.
Es gibt da aber noch einen anderen Aspekt:
Wenn man die Chausseestraße nach Süden fährt, kann man die Dachkrone des Bode-Museums und die Schloss-Kuppel sehen.
Das finde ich attraktiver als die Hochhäuser eines Tores.
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Alt 16.01.18, 13:42   #368
TwistedRoad
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TwistedRoad wird schon bald berühmt werdenTwistedRoad wird schon bald berühmt werden
Ich bin da bei Taxodium.

Ein schöner Entwurf, nur nicht an diese Stelle. Zusammen mit der vergebenen Tor und Turmsituation finde ich das wiederkehrende Thema von Arkaden der ersten 2 Stockwerke prägnant für einige Bauten der Friedrichstraße (im Gegensatz zum grundsätzlich breiteren, aber arkadelosen Boulevard Ku'damm). Auch diese Möglichkeit wird hier vergeben, schade!
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