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Alt 28.10.09, 18:19   #31
Nick
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Nick ist einfach richtig nettNick ist einfach richtig nettNick ist einfach richtig nettNick ist einfach richtig nettNick ist einfach richtig nett
@Turmbauer und @alle

Aus eigener Erfahrung weiß ich ja nur zu gut wie es ist Vergleiche zu ziehen. Bringen tut es nicht viel, es sorgt nur für böses Blut. Lasst es uns einfach abstellen und gut is. Denn eigentlich ist das Thema viel zu interessant.
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Alt 28.10.09, 21:59   #32
schriftsetzer
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schriftsetzer könnte bald berühmt werden
Ich stimme Nick zu! Zumal es hier ja primär eigentlich um Architektur geht - deswegen ist diese durchaus interessante Diskussion ja auch schon in einen eigenen Thread verschoben worden. Und diese Diskussion tritt momentan auf der Stelle.

Zunächst sollte man einfach mal das wenig aussagekräftige Weihnachtsgeschäft und dann das nächste Jahr abwarten, welches wegen RUHR.2010 auch nicht sehr aussagekräftig sein wird. Bis dahin werden sich auch im Auftrag diverser Einzelhandelsverbände etc. ausreichend Statistiker und Interviewer in unseren Einkaufszonen getummelt haben, so dass man dann hoffentlich verlässliche Zahlen bezgl. der Käuferströme hat. (Wobei ich eine Befragung der auswärtigen 2010-Gäste bezgl. der Attraktivität unserer Innenstädte für sinnvoll halte. Nur so können wir ohne rosarote Brille über den Tellerrand und auf die eigenen Defizite schauen.) Momentan zanken wir uns ja über Vermutungen, und das ist wenig erquicklich.

PS: Wie ich hörte, plant man in RE auch ein innerstädtisches EKZ - Löhrhofcenter, oder so. Dann geht das ja schon wieder los...
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Alt 29.10.09, 02:08   #33
Philip
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Philip könnte bald berühmt werdenPhilip könnte bald berühmt werden
^^ das Löhrhof Center soll scheinbar an gleicher Stelle durch die "Recklinghausen Arcaden" ersetzt werden.
Auf der Webseite sind Vorher-Nachherbilder als Flash-Animation zu sehen.
Dass die Recklinghausener diesen ollen Bunker durch etwas schickeres ersetzen wollen, kann man ihnen wohl kaum verübeln.
Ob durch den Neubau die Einzelhandelsfläche vergrößert wird, weiß ich nicht. Ich schätze mal, dass die unteren beiden (sichtbaren) Etagen für Geschäfte gedacht sind, und die oberen beiden als Parkhaus!?
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Alt 29.10.09, 04:20   #34
nikolas
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nikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiell
Recklinghausen: Arcaden

^^
Ich habe diesen Bauprojekt bereits in meinem ersten Beitrag verlinkt. [Hier ist der Beitrag]. Auch mir erscheint ein Abriss des Löhrhof-Centers, v.a. aus ästhetischen Gründen, mehr als berechtigt. Insbesondere aus Gelsenkirchen scheint sich jedoch massiver Widerstand gegen die geplante Ausweitung der Einzelhandelsflächen um 18 000m² in der Nachbargemeinde Recklinghausen zu regen. Nachdem es im Ruhrgebiet bislang noch keine autorisierte Instanz gibt, die kommunalen Einzelegoismen zu einer einvernehmlichen Lösung im Dialog zu zwingen, landet das geplante Bauprojekt nun auf Betreiben Gelsenkirchens vor Gericht.

siehe auch:
Zwei Städte streiten um neues Einkaufszentrum | Ruhr Nachrichten
Video - Kampf um die Kaufkraft - WDR
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Alt 29.10.09, 09:07   #35
Turmbauer
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^^^^

Wundern tut mich die Entwicklung in Recklinghausen nicht, zumal ja schon vor längerer Zeit im WDR davon berichtet wurde. War in Bochum nicht auch was geplant? Damit dürften dann alle großen Städte des Reviers ein EKZ haben, was meine Aussage von oben bestätigt. Mit dem Bau des CentrO wurde nachhaltig die gesamte Einzelhandelslandschaft im Pott neu strukturiert. Der Kunde hat mit den Füßen abgestimmt, möchte es bequem, sauber und sicher haben. Was ich allerdings schon ein wenig verwunderlich finde ist, warum die Städte über 10 Jahre brauchten, um auf die neue Konkurrenz zureagieren. Fehlte den Politikern und Einzelhändlern vielleicht der Mut und die Weitsicht oder hat man die Situation einfach falsch eingeschätzt??? Vielleicht fehlten ja auch seinerzeit auch Investoren. Man kann spekulieren...

Welche Auswirkung die Schaffung neuer Einzelhandelsflächen für die einzelnen Städte hat, wird man in nächster Zei sehen. Was man schon sagen kann ist, dass sich die EKZ durchaus positiv auf einzelne Standorte ausgewirkt haben. So wurde und wird in Duisburg in den König-Heinrich-Platz und die Königsgalerie investiert, das Stadtfenster folgt in Kürze. In Essen viel der Startschuss für das Universitätsviertel und die Rathaus Galerie. Deichmann baute ein neues Schuhhaus und die gesamte Infrastruktur rund um den LP wurde neu gestaltet. Zudem sind in beiden Städten die Zentralkennziffern gestiegen. Ich denke mal, dass, wenn sich der Hype um die beiden neu eröffneten Center in DU und E gelegt hat, auch der innerstädtische Einzelhandel davon profitiert, wenn man es denn geschickt anstellt und sich neu strukturiert. Dazu ist es notwendig, dass sich die Eigentümer der Geschäftshäuser zusammen mit den Politikern der Stadt zusammenschließen und gemeinsame Konzepte entwickeln. Hier sehe ich noch den größten Handlungsbedarf.
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Alt 29.10.09, 09:53   #36
Nietnagel
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Nietnagel hat die ersten Äste schon erklommen...
Was an dieser ganzen Entwicklung im Ruhrgebiet bei mir Unbehagen auslöst, ist die Tatsache, dass man zwar dem Trend zum Bau innerstädtischer EKZ folgt, aber im Prinzip bereits wieder in die Vergangenheit investiert. Die neusten Entwicklungen von Einkaufszentren gehen hin zur nachgebauten Innenstadt mit Plätzen, Freiluftpassagen und historisch anmutenden Fassaden. In Deutschland ist diese Art von Einkaufszentren bisher kaum angekommen, im Ruhrgebiet leider gar nicht. Das in den Bestand integrierte Forum Duisburg kann zwar eine Sonderstellung einnehmen, wird sich aber auf Dauer auch überleben. Eine Attraktion wurde hier meiner Meinung nach nicht geschaffen. Was dieser Trend anzeigt ist jedoch, dass man offenbar die Qualitäten der klassischen Einkaufsstraße so zu schätzen weiß, dass man sie nachbaut. Investitionen in den Standort Kettwiger Straße würden sich in meinen Augen langfristig rechnen. Unabdingbar ist dabei aber ein gemeinschaftliches Engagement der Eigentümer und Mieter bezüglich Erscheinungsbild, Sauberkeit, Pflege, Aufenthaltsqualität und auch Sicherheit. Sowohl die Einkaufsstraße, als auch das Einkaufszentrum haben ihre Vor- und Nachteile. Wenn man sich innerhalb der City ergänzen kann wirkt ein innerstädtisches EKZ in der Tat belebend. Kann und will man das nicht ist die Verödung vorprogrammiert. Es liegt jetzt an den Händlern und Eigentümern auf der Kettwiger und Limbecker Straße ein attraktives Angebot zu schaffen und nicht das EKZ zu verdammen.
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Alt 29.10.09, 10:05   #37
Aleon
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Aleon sitzt schon auf dem ersten Ast
Letztlich hält jede Stadt im Pott noch einmal einen Strohhalm aus dem Sumpf, um die eigenen Bürger auch zum einkaufen in der eigenen Stadt zu bewegen. Das ist mehr als verständlich. Es führt allerdings nicht gerade zu einem Zusammenwachsen der "Ruhrstadt", wohl eher im Gegenteil. Es ist ein ständiges hin und her. Wer vor einem Jahr aus Essen noch ins Centro fuhr, bleibt jetzt zu Hause und Oberhausen, das bis Dato noch eher ein Gewinner des Wandels war bekommt vl. Probleme. Recklinghausen und Gelsenkirchen kämpfen um diejenigen, die noch nicht nach E oder OB fahren. Etwas weniger Sorgen mach muss sich wohl Dortmund auf Grund des Hinterlandes, aber wenn sich di Bochumer für ihre Stadt oder E entscheiden, dann auch gegen Do.
Das ist alles verständlich, aber wird dem Pott leider nicht besonders helfen, weder beim Image noch beim Wandel. Hoffentlich irre ich.
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Alt 29.10.09, 11:16   #38
Urbanist
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Urbanist ist ein LichtblickUrbanist ist ein LichtblickUrbanist ist ein LichtblickUrbanist ist ein LichtblickUrbanist ist ein LichtblickUrbanist ist ein LichtblickUrbanist ist ein Lichtblick
Mal eine ganz dumme Frage aus der shoppingcenterverseuchten Hauptstadt:
Beinhaltet die jetzt wieder auf den RVR übertragene Regionalplanungskompetenz eigentlich auch irgend eine Perspektive, die Genehmigung neuer EZH-Flächen oberhalb einer bestimmten Grenze vielleicht dieser Instanz vorzubehalten und somit dem kommunalen Verdrängungs- und Kannibalisierungswettbewerb zu entziehen?
Hier in B hat allerdings eine zentral gesteuerte Senatsverwaltung für Stadtentwicklung seit den 90ern trotz sinkender Kaufkraft auch munter neue EZH-Flächen und EKZ zugelassen, natürlich nur, weil man durch die Brandenburger Speckgürtelcenter jenseits der Stadtgrenze dazu genötigt war...
Hat auch funktioniert, die meisten Speckgürtel-EKZ dümpeln vor sich hin oder sind Investitionsruinen, dumm nur, daß als Kollateralschaden der kleinteilige Einzelhandel in den traditionellen kleineren Einkaufsstraßen auf der Strecke blieb...
Dort ist jetzt in den bohemekompatiblen Lagen ein Paradies für Hipster entstanden, die dort eine Bar oder Galerie nach der nächsten aufmachen (teilweise sogar gefördert durch Zwischennutzungsagenturen, die die Räume für Umme+BK vermitteln), und in den weniger glücklichen Lagen muß man sich halt mit einer Mischung aus Trash und dauerhaftem Leerstand abfinden und darf sich an Wowis Spruch von wegen arm und sexy festhalten...
Aber ich denke, daß eine Entwicklung von stagnierender bzw. sinkender Kaufkraft und immer mehr EZH-Fläche auf Dauer nicht gutgehen kann und eigentlich einer Steuerung bedarf sollte eigentlich doch einleuchtend sein.
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Alt 29.10.09, 12:53   #39
Nick
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Ich denke ein EKZ in City-Lage kann Fluch und/oder Segen sein. Entscheidend sind vor Allem die Größe, Lage und Mieter. Dass Zentren-Betreiber wie z.B. ECE möglichst viele Verkaufsflächen errichten möchten, wo genau ist ihnen eigentlich egal, liegt in der Natur der Sache. Wie sollte sich aber eine Stadt/Kommune verhalten? Zunächst einmal gilt es die ansässigen Händler und Immobilienbesitzer zu schützen. Ich nehme wieder einmal das Beispiel Dortmund (sorry, aber hier kenne ich mich am Besten aus), genauer das Sonae-Projekt 3do. Dieses hatte für mich von Beginn an einen sehr faden Beigeschmack. Einziges Pro war das geniale Hochhaus. Die Frage die ich mir stellte: Was passiert mit dem Westhellweg, wenn Abseits der 1A-Lagen ein neuer Konsumtempel entstehen würde? Aus heutiger Sicht glaube ich, dass ein Niedergang sondergleichen vorprogrammiert gewesen wäre. Statt in ein Riesencenter, fließen/flossen die Mio. nach dem Scheitern weiter in Richtung 1A-Lagen. Leerstände oder €-Shops sind Fremdwörter. Meine erste Erkenntnis ist somit: Ein innerstädtisches EKZ darf nicht Abseits der hochfrequentierten Einkaufsstraßen entstehen. Jetzt zur Größe: Wie schon gesagt, streben Zentrenbetreiber eine max. Größe an. Lässt man ihnen freie Hand, wird das Maximum aus einem Standort herausgeholt. Eine Stadt kann in der Regel nicht dieses Interesse haben. Ein Sonderfall dürfte Essen sein, das ist mir wohl bewusst. Die Kassen sind, wie in vielen deutschen Städten, leer und der riesige Krupp-Gürtel ist vor der Tür. Dass diese "Wunde" geschlossen werden muss, ist unstrittig. Aber wäre zumindest eine Beschränkung auf eine weit geringere Verkaufsfläche nicht sinnvoll gewesen? Ich glaube schon, denn: Weniger Verkaufsflächen = weniger Konkurrenz zur alten Verkaufsmeile. Ich nehme mal das Beispiel C&A. Zugegeben meine Klamotten kaufe ich woanders, aber festzuhalten bleibt, dass C&A ein Frequenz-Bringer ist, sozusagen ein Kundenmagnet. Durch den Umzug in den LP wurde somit ein Teil der alten Verkaufsmeile praktisch zum "Abschuss" freigegeben. Daher meine zweite Erkenntnis: Beschränkt die Größe auf ein erträgliches Maß, sodass kein Riesenmagnet entsteht, der nichts neben sich duldet. Auch noch interessant ist die Frage: Braucht eine Stadt überhaupt ein innerstädtisches EKZ? Das ist von Fall zu Fall verschieden. Düsseldorf sicher nicht. Essen, aufgrund des Centros, etc., definitiv. Eine Mischung von Düsseldorf und Essen dürfte Dortmund sein. Wie schon gesagt ist Leerstand ein Fremdwort. Zieht ein Geschäft aus, beginnen praktisch am nächsten Tag die Umbauarbeiten des Nachmieters. Dies hat zur Folge das Immo.-Besitzer Geld in die Hand nehmen und in ihre Objekte immer weiter investieren. Da aber Dortmund auch von seinem Umland lebt, muss man bedenken, dass z.B. in Hagen und Hamm bereits Center entstanden sind. Zu gravierenden Einnahmeverlusten hat dies in der Dortmunder City nicht geführt aber bemerkbar hat es sich sicherlich gemacht. Zum ECE-Projekt Dortmund: Das Thier-Areal ist eine Konsenslösung. Die Verkaufsfläche wurde sehr stark beschnitten (27.500 m² zusätzliche Flächen = kleiner als der Karstadt-Komplex am Alten Markt), zudem gab es Vorgaben zur zukünftigen Mieterstruktur. Diese Vorgaben (zukünftigen Mieter) sind natürlich nicht rechtsverbindlich aber dennoch macht es momentan den Anschein, dass ECE versucht das Versprochene umzusetzen. Daraus resultiert: Kein Kaufhaus wird seine Pforten schließen und ins neue Thier-Areal ziehen. Alles bleibt praktisch beim Alten. Dies belegen auch Analysten. Zurzeit wird davon ausgegangen, dass die Mieten in 1A-Lagen (Dortmund) in den nächsten zwei Jahren stagnieren (wohlgemerkt kein Sinken, sondern eine Stagnation auf hohem Niveau). Danach rechnet man wieder mit einem Anstieg des Quadratmeterpreises. d.h. Ein innerstädtisches EKZ und hohe Mieten/m² (1A-Lagen) müssen sich nicht ausschließen, siehe z.B. Frankfurt. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Ein erfolgreiches und nachhaltiges innerstädtisches Einzelhandelskonzept, gibt es nur in Verbindung mit einem hohen Mietpreise/m². Ob ein EKZ existiert oder nicht ist sekundär.
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Alt 29.10.09, 13:11   #40
Turmbauer
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Turmbauer könnte bald berühmt werden
#25

Aleon, sehe ich im Prinzip genau so. Für ein zusammenwachsendes Ruhrgebietes sind dies natürlich die falschen Signale. Ähnlich verhält es sich ja auch zum Thema Veranstaltungshallen, Konzerthäuser oder das Anwerben von Unternehmen.

Die Beweggründe sind immer die gleichen: Kaufkraft in die eigene Stadt zu bekommen.

Die Erklärung für dieses Verhalten ist aber ganz einfach: Die klammen Kommunen müssen zu sehen, dass Geld in die Kassen kommt und nehmen dabei oftmals keine Rücksicht auf die Nachbarschaft. Kann man es ihnen verübeln? Zusammenarbeit ja, so lange man sich nicht ins Gehege kommt. Funktioniert z.B. da wo man große Mengen an Verbrauchs- und Gebrauchsgütern einkauft, bei stadtübergreifenden Flächennutzungsplänen oder auch, wie es aktuell geschieht, bei der Kooperation mehrerer Verkehrsbetriebe.

Die einzige Möglichkeit, dies zu verhindern, wäre eine Stadtkammer für alle Kommunen.

Der Präzedenzfall Centro ist ein gutes Beispiel dafür, wie es bisher allgemein im Pott lief und läuft: Der Versuch, den Strukturwandel mit großen Schritten zu bewältigen ist zu einem guten Teil gelungen, ging aber leider auf Kosten eigener Einrichtungen und die der Nachbarn. Man investierte in Branchen wie dem Einzelhandel oder der Konzert-/ und Veranstaltungsindustrie, welche in der Region bereits fest etabliert waren. Und diese Investitionen sorgten im Nachhinein für das derzeitige Hauen und Stechen unter den Revierstädten.

Positiv ist vielleicht zu bemerken, dass moderne Einzelhandelsflächen entstanden und die Innenstädte nun gezwungen sind, sich aus ihrer Lethargie zu bewegen und zu handeln. Dies könnte die Chance sein, unsere Innenstädte zu verschönern und zu revitalisieren.

------------------------------------- (...)

^^^^ Nick

Deine Fragen und Antworten stellen noch mal so ein wenig Sinn und Zweck bzw. Vor- und Nachteile von EKZ in den Kontext und machen deutlich, wie unterschiedlich zum Teil die Situation in den einzelnen Städten ist.

Über die größte des LP kann man sicherlich streiten. Die einen finden ihn einfach überdimensioniert, die anderen sehen ihn als Gegenpol zum Centro und halten ihn daher für angemessen. Möchte an dieser Stelle aber noch mal zu darauf aufmerksam machen, dass schon der alte Limbecker Platz mit Karstadt, Karstadt Sport und Sinn/Leffers über größere Einzelhandelsflächen verfügte. Wie viel es genau waren, kann ich nicht sagen, aber Sinn/Leffers hatte alleine 8000qm. Ich schätze die Gesamtfläche der Kaufhäuser mal auf um die 25.000qm. Vielleicht weiß hierzu jemand mehr.

Der Wegzug von C&A ist natürlich eine dicke Kröte, die die Kettwiger Strasse nun zu schlucken hat. Mit dem Kaufhof und P&C sind aber noch zwei große Geschäftshäuser am Standort, außerdem 3 x H&M (!), NewYorker und die Herrenausstatter Peter Hahn, Hallhuber, Walbusch, Ansons, Wormland und Pohland. Daher sehe ich die von den Medien und Immobilienmaklern tot gesagte Kettwiger Strasse keinesfalls am Ende. Wie schon mehrfach hier geschrieben wurde, kommt es nun auf den Einzelhandelsverband und die Geschäftsleute an, sich neu zu erfinden und in den Standort zu investieren. Von ihrem Handeln wird die zukünftige Position der Kettwiger Strasse abhängen.

-----------------
Mod: Bitte keine Trennstriche mit über 200 Zeichen (!) verwenden, weil dadurch das Seitenlayout auseinander gerissen wird.

Geändert von Turmbauer (29.10.09 um 13:45 Uhr) Grund: Nachtrag # Nick
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Alt 29.10.09, 13:44   #41
Nietnagel
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Nietnagel hat die ersten Äste schon erklommen...
Meiner Meinungs nach kann eine Revitalisierung der Innenstädte nur über das Thema Wohnen stattfinden, welches bisher eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Der Einzelhandel allein ist nicht die Zukunft. Das ist für mich auch der Störfaktor an einem EKZ. Monostruktur der Nutzung. Die bisherigen Einkaufsstraßen haben die Chance es besser zu machen. Was hier zur Größe eines innerstädtischen EKZ angemerkt wurde ist absolut richtig. Der Limbecker Platz ist für den aktuellen Bestand der Innenstadt zu groß. Eine Nummer kleiner wäre ausreichend gewesen und man hätte achritektonisch eine Art Tor zur Stadt schaffen können, welche die Durchlässigkeit in Richtung Altendorfer Straße/Weststadt/Krupp-Gürtel erhält sowie eine bessere Verknüpfung mit der Außenwelt dargestellt hätte. Dass dies nicht geschehen ist, ist bisher einer meiner wenigen Kritikpunkte. Wie schon oft genug erwähnt, die restliche Essener Innenstadt ist nun im Zugzwang.

Für die Entwicklung einer Ruhrstadt ist das ganze natürlich überhaupt nicht zielführend. Das wird sich aber auch auf lange Sicht nicht ändern, wenn es nicht endlich einen Regierungsbezirk Ruhr gibt. Auch darauf können wir aber lange warten, da insbesondere die Dortmunder mit der Arnsberger Lösung ganz zufrieden sind. Solle es doch einmal dazu kommen ist die Frage, welches Zentrum erfüllt welche Funktion?

Anmerkung: Ich bin sicherlich der letzte der Dortmund eine positive Entwicklung missgönnt, aber dieser belehrende Unterton bei jedwedem Kommentar ist doch arg ermüdend. Offensichtlich ist Dortmund die einzige Stadt im Ruhrgebiet die alles richtig gemacht hat und macht. Dass man sich in Dortmund besser auskennt als woanders ist ja legitim, aber ich frage mich doch ob es in Dortmund auch irgendetwas gibt, was andere Städte evt. besser gemacht haben...
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Alt 29.10.09, 14:11   #42
Aleon
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@Nietnagel,
mir fällt zu Do so viel Negatives ein, dass ich gar nicht drüber nachdenken will. Besonder im Bereich von Kunst und Kultur bekommt das Gefühl, dass hier jedwedes Gespür fehlt. Und jetzt werden wieder die Dortmunder kommen und das Gegenteil behaupten, was solls.
Das Hauen und Stechen unter den Ruhrstädten ist wahrscheinlich ohne gemeinschaftliche Administration nicht zu verhindern. Und dazu wird es nicht kommen. und zwar wie immer, weil sich niemand die Butter vom Brot nehmen lassen möchte.
Aus Sicht der kleineren Städte verständlich, denn deise würden, was sie heute schon fast sind, gänzlich zu Vorstädten der 4 Oberzentren verkommen. Die Innenstädte könnten völlig verkommen und auf lange Sicht würden sie entvölkert.
Ehrlich gesagt sehe ich diese Entwicklung langfristig sowieso vorprogrammiert.
Arbeit hat in Städten wie GE, Re oder HA einfach keine Perspektive. eine erneute Industrialisierung wird hier nicht kommen, denn Kohle und Stahl ist vorbei. Nur deshalb sind die Ruhrstädte so groß geworden und sind jetzt mehr oder weniger ohne Inhalt. Unternehmen der Alten Wirtschaft haben sich gewandelt und sitzen in den großen Städten (Auch hier vor allem E nicht DO) und die neuerer Wirtschaftszweige gehen wenn überhaupt in die großen Ruhrstädte. Unter einer Administration zusammen geführt bliebe da nur die kontrollierte Entvölkerung vieler Randstädte. Aber wie gesagt langfristig wird das vl. auch so passieren. Man könnte das als natürlichen Reinigungsprozess betrachten.
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Alt 30.10.09, 11:25   #43
Nietnagel
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Nietnagel hat die ersten Äste schon erklommen...
Hier übrigens mal ein Beleg für die "Vermutungen" von Turmbauer bezüglich der Einkaufsstadt. Ist zwar nur aus Wikipedia, sollte aber dennoch reichen.

"Essen bezeichnet sich selbst als die Einkaufsstadt - eine Bezeichnung, die bereits im Jahre 1938 von der damaligen Werbegemeinschaft geprägt worden ist, doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg als Thema dominierte. Bis dahin, also bis zur über 90-prozentigen Kriegszerstörung, war die Innenstadt hauptsächlich Wohnquartier. Essen sollte nun als wichtigste Einkaufsstadt im Ruhrgebiet zum Wiederaufbau antreiben. 1960 hatten sich daraufhin die Einzelhandelsumsätze im Vergleich zu 1950 verdoppelt. Damit überholte der Einzelhandel den bisher führenden Wirtschaftszweig des Bergbaus. 1964 wurden 23 Prozent des Bruttosozialproduktes im Einzelhandel erwirtschaftet, was deutlich über dem Wert der Konkurrenten Dortmund und Duisburg lag. Dieser Teil des Bruttosozialproduktes sank in den 1980er Jahren wieder unter 16 Prozent[1], dennoch ist der gleichlautende Schriftzug seit 1951 bis heute in großen Buchstaben auf dem Dach des Hotels Handelshof zu sehen."

Interessant dabei ist auch die Nutzung der Innenstadt vor der massiven Kriegszerstörung.
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Alt 17.01.10, 22:06   #44
Rollbrettfahrer
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Rollbrettfahrer befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Dortmund macht sich als Einkaufsstadt immer besser

Wie Derwesten berichtet, dass die Spitzenmieten in der Innenstadt in den letzten sieben Jahren durchschnittlich um 3,4 % jährlich gestiegen sind und nunmehr bei 190 Euro pro Quadratmeter liegen. Damit erreichen in NRW nur Köln und Düsseldorf höhere Mieten. Zu diesem Ergebnis kommt der weltweit größte Immobiliendienstleister CBRE (30000 Mitarbeiter) und hat als Konsequenz mittlerweile ein Auge auf Dortmund als dritte Stadt in Rhein-Ruhr geworfen: CBRE
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Alt 26.05.10, 23:57   #45
nikolas
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Handelsreport Ruhr 2010


Quelle:
Ruhrgebiet: Fröhliches Kannibalisieren | Ruhrbarone

Pressemitteilung:
"Große Einkaufszentren bestimmen das Bild im Einzelhandel der Metropole Ruhr. In den letzten zehn Jahren ist die Verkaufsfläche in den IHK-Bezirken zwischen Duisburg und Hagen um eine Million Quadratmeter angewachsen. Das verschärft den Verdrängungswettbewerb und schwächt die Orts- und Stadtteilzentren. Das sind die zentralen Ergebnisse des "Handelsreport Ruhr 2010", den die IHKen des Ruhrgebiets heute in Duisburg vorstellten.
Auf knapp 6,8 Millionen Quadratmeter Verkaufsfläche bringt es der großflächige Einzelhandel (ab 650 Quadratmetern) im Ruhrgebiet sowie im Kreis Kleve und dem Märkischen Kreis heute. Inzwischen kommen hier auf jeden Einwohner 1,14 Quadratmeter Verkaufsfläche allein im untersuchten Handelssegment. Das sind rund 17 Prozent mehr als noch bei der Vorgänger-Studie aus dem Jahr 2001.
Der Anteil der Betriebe ab 650 Quadratmeter liegt bei über 70 Prozent. Standorte mit zu kleinen Flächen oder geringer Einwohnerzahl fallen brach. Das habe auch negative Auswirkungen auf die Nahversorgung. Die IHKen raten, individuelle Profile der Standorte zu stärken.
Infos: www.ihk-niederrhein.de

Quelle: Presseverteiler Informationsdienst Ruhr
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