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Alt 29.07.10, 20:29   #1
lguenth1
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Immobilienmarkt und -wirtschaft

Da ich die ewige Sucherei leid bin, gibt es die Versteigerungen (und eventuelle weitere Nachrichten zum Thema) künftig gebündelt in diesem neuen Thema.

Aktueller Anlaß ist der neue Herbst-Katalog der Sächsischen Grundstücksauktionen AG (Link). Die aktuellen Objekte aus Chemnitz im Einzelnen:

Annaberger Straße 348 (Luftbild), Harthau, Denkmal, Mindestgebot 49.000 Euro (bei 6.000 € Netto-Jahresmiete)

Industriehalle mit Schornstein und 2 leeren, villenähnlichen Gebäuden. Die Halle ist an eine Autoverwertung mit Ersatzteilhandel vermietet, die weniger als 2 € pro m² und Jahr (!!) zu bezahlen scheint. Allerdings ist der Zustand wohl auch dementsprechend, wenn man die Beschreibung liest.

Hartmannstraße 7 (Luftbild), Zentrum, Denkmal, Mindestgebot 49.000 Euro

Leerstehndes ehemaliges Bankgebäude. Im Augenblick verkehrsberuhigte Lage .

Rudolf-Liebold-Straße 22/Gneisenaustraße (Luftbild), Denkmal, Hilbersdorf, Mindestgebot 11.000 Euro

12 leere Wohneinheiten. Anscheinend kein GGG-Objekt.



Die GGG ist auch wieder massiv vertreten, diesmal mit 10 Objekten mit 91 leeren Wohnungen und 8 leeren Geschäftseinheiten:

Fürstenstraße 8 (Luftbild), Denkmal, Sonnenberg, Mindestgebot 12.000 Euro

9 leere Wohnungen. Ein absolutes Schnäppchen, das muß zu einem deutlich höheren Preis weggehen. Traumhafte Lage, wunderschönes Gebäude im Sanierungsgebiet. Bisher nicht auf der GGG-Webseite angeboten.

Stadlerstraße 13/Lutherstraße (Luftbild), Denkmal, Mindestgebot 12.000 Euro

14 leere Wohneinheiten, 1 leere Geschäftseinheit. Auch sehr vielversprechend. Bisher nicht auf der GGG-Webseite angeboten.

Zieschestraße 7, 9 (Luftbild), 2 Denkmale, Zentrum, Mindestgebot 12.000 Euro

11 leere Wohneinheiten, 2 leere Geschäftseinheiten. Der nächste Hammer, Industrieschule, Agricola-Gymnasium, Park der OdF, Schauspielhaus und Stadtzentrum sind in unmittelbarer Nähe. Wenn die GGG nicht so unfähig wäre, müßte man fast sagen, daß man solche Perlen nicht verschleudern dürfte, sondern selber sanieren müßte. Bisher nicht auf der GGG-Webseite angeboten.

Philippstraße 3 (Luftbild), Denkmal, Sonnenberg, Mindestgebot 7.500 Euro

10 leere Wohnungen, 1 leere Geschäftseinheit. Letzter Preis auf der GGG-Webseite und damit wohl aktueller Verkehrswert: 130.200 €

Uhlandstraße 38 (Luftbild), Denkmal, Sonnenberg, Mindestgebot 7.500 Euro

12 leere Wohnungen am Lessingplatz. Bisher nicht auf der GGG-Webseite angeboten.

Kreherstraße 15 (Luftbild), Denkmal, Gablenz, Mindestgebot 6.500 Euro

8 leere Wohnungen. Letzter Preis auf der GGG-Webseite und damit wohl aktueller Verkehrswert: 88.500 €

Bernhardstraße 135 (Luftbild), Gablenz, Mindestgebot 5.000 Euro

10 leere Wohnungen. Bisher nicht auf der GGG-Webseite angeboten.

Limbacher Straße 172 (Luftbild), Altendorf, Mindestgebot 5.000 Euro

An einer sehr verkehrsreichen Straße. 6 leere Wohneinheiten, 1 leere Geschäftseinheit. Bisher nicht auf der GGG-Webseite angeboten.

Annaberger Straße 72 (Luftbild), Denkmal, Altchemnitz, Mindestgebot 5.000 Euro

1 leere Wohneinheit, 1 leere Geschäftseinheit. Letzter Preis auf der GGG-Webseite und damit wohl aktueller Verkehrswert: 65.000 €

Fichtestraße 47 (Luftbild), Denkmal, Lutherviertel, Mindestgebot 3.000 Euro

10 leere Wohnungen, 2 leere Geschäftseinheiten. Deckendurchbrüche, Brandschäden etc. Bisher nicht auf der GGG-Webseite angeboten.
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Alt 29.07.10, 21:13   #2
piTTi
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piTTi hat die ersten Äste schon erklommen...
Hoffentlich findet sich für Stadlerstraße 13/Lutherstraße ein Käufer, der dann auch sanieren will. Sehr schönes stadtbildprägendes Gebäude mit dessen Sanierung das Karree dann komplett saniert wäre (bis auf diese unschöne Lücke). Wenn da die Investmentruine auf der anderen Straßenseite nicht wäre...
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Alt 30.07.10, 13:26   #3
cherubino
 
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Nach meinen Informationen möchte die erwähnte historische Spinnerei Schäfer an der Annaberger Straße, die Autoverwertung, welche den Komplex seit zwei Jahrzehnten gemietet hat kaufen. Der Preis sei wohl aber zu hoch. Das DA möchte dort Sicherungsmaßnahmen durchführen lassen. Der Eigentümer soll sich quer stellen.
Das bekannte historische Verwaltungsgebäude besteht nach langjährigem Verfall nun nur noch aus den Grundmauern.

Ein Glück ist, dass es nun keine Abrissförderung mehr gibt und die zum Ensemble gehörenden Wohnhäuser zum Verkauf stehen. Für die schöne Jugendstilvilla die dort in den 90er Jahren abgerissen wurde, kommt das leider zu spät. Ein grüner Maschendrahtzaun ziert die Stelle wo sie einst stand.
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Alt 30.07.10, 18:15   #4
Hannes Kuhnert
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Hannes Kuhnert sitzt schon auf dem ersten Ast
Zitat:
Zitat von piTTi Beitrag anzeigen
Hoffentlich findet sich für Stadlerstraße 13/Lutherstraße ein Käufer, der dann auch sanieren will. Sehr schönes stadtbildprägendes Gebäude mit dessen Sanierung das Karree dann komplett saniert wäre (bis auf diese unschöne Lücke). Wenn da die Investmentruine auf der anderen Straßenseite nicht wäre...
Weiß jemand von euch, was da los war?

Will der Gerüstverleiher nicht irgendwann sein Material wieder haben?
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Alt 31.07.10, 17:20   #5
piTTi
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piTTi hat die ersten Äste schon erklommen...
Gerüst steht da schon lange nicht mehr.
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Alt 01.08.10, 14:39   #6
cherubino
 
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So gut wie alle aufgelisteten Gebäude waren zum Abbruch vorgesehen. Gott sei Dank ist es anders gekommen.
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Alt 01.08.10, 15:00   #7
Hannes Kuhnert
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Hannes Kuhnert sitzt schon auf dem ersten Ast
Zitat:
Zitat von piTTi Beitrag anzeigen
Gerüst steht da schon lange nicht mehr.
Jetzt, da du es schreibst, fällt es mir wieder ein, dass Gebäude gerüstlos und vermauert gesehen zu haben. :–)

Ich hoffe, einer anderen Diskussion richtig entnommen zu haben, dass das ein W+P-Projekt war.
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Alt 02.08.10, 01:35   #8
cherubino
 
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Annaberger Straße 72 (Luftbild), Denkmal, Altchemnitz, Mindestgebot 5.000 Euro

1 leere Wohneinheit, 1 leere Geschäftseinheit. Letzter Preis auf der GGG-Webseite und damit wohl aktueller Verkehrswert: 65.000 €


Das ist etwas wirr. Nach meinen Informationen will die GGG die benachbarte, denkmalgeschützte Villa abreisen lassen. Weil das DA nicht mitmacht, liegt das ganze wohl bei der Landesdirektion. Wenn das so ist, frage ich mich, warum ein Haus in eine Auktion gegeben wird und das andere nicht. Der Preis von 65 tsd. zu dem es angeboten wurde ist jenseits von gut und böse.
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Alt 05.09.10, 12:28   #9
lguenth1
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Die Ergebnisliste der jüngsten Auktion ist online. Die Preise finde ich erstaunlich niedrig, vielleicht gibt es hier durch das massive Angebot der GGG eine Sättigung. Für Spekulanten eine große Chance:

Annaberger Straße 348 (Luftbild), Harthau, Denkmal, Mindestgebot 49.000 Euro (bei 6.000 € Netto-Jahresmiete)

Verkauft zum Mindestgebot von 49.000 Euro

Hartmannstraße 7 (Luftbild), Zentrum, Denkmal, Mindestgebot 49.000 Euro

Verkauft zum Mindestgebot von 49.000 Euro

Rudolf-Liebold-Straße 22/Gneisenaustraße (Luftbild), Denkmal, Hilbersdorf, Mindestgebot 11.000 Euro

Verkauft für 12.000 Euro



Die GGG hat 8 von 10 Objekten verkauft und damit 75.500 Euro eingenommen. In den Nachverkäufen der beiden übrigen Objekte wurden weitere 12.500 Euro erlöst:

Fürstenstraße 8 (Luftbild), Denkmal, Sonnenberg, Mindestgebot 12.000 Euro

Verkauft zum Mindestgebot von 12.000 Euro

Stadlerstraße 13/Lutherstraße (Luftbild), Denkmal, Mindestgebot 12.000 Euro

Verkauft für 13.000 Euro

Zieschestraße 7, 9 (Luftbild), 2 Denkmale, Zentrum, Mindestgebot 12.000 Euro

Verkauft zum Mindestgebot von 12.000 Euro

Philippstraße 3 (Luftbild), Denkmal, Sonnenberg, Mindestgebot 7.500 Euro

Nicht verkauft. Edit: Nachverkauft zum Mindestgebot.

Uhlandstraße 38 (Luftbild), Denkmal, Sonnenberg, Mindestgebot 7.500 Euro

Verkauft für 8.000 Euro.

Kreherstraße 15 (Luftbild), Denkmal, Gablenz, Mindestgebot 6.500 Euro

Verkauft für 9.500 Euro.

Bernhardstraße 135 (Luftbild), Gablenz, Mindestgebot 5.000 Euro

Verkauft für 9.000 Euro.

Limbacher Straße 172 (Luftbild), Altendorf, Mindestgebot 5.000 Euro

Nicht verkauft. Edit: Nachverkauft zum Mindestgebot.

Annaberger Straße 72 (Luftbild), Denkmal, Altchemnitz, Mindestgebot 5.000 Euro

Verkauft für 9.500 Euro.

Fichtestraße 47 (Luftbild), Denkmal, Lutherviertel, Mindestgebot 3.000 Euro

Verkauft für 9.000 Euro.

Dazu kommt der Nachverkauf der Kaserne in der Geibelstraße 214, 216, 218 (Luftbild), die man für das Mindestgebot von 29.000 Euro losschlagen konnte.

Geändert von lguenth1 (08.01.11 um 11:32 Uhr)
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Alt 06.09.10, 22:38   #10
lguenth1
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Den aktuellen Geschäftsbericht der GGG gibt es seit kurzem online. Einige Details sind sehr aufschlußreich, wobei ich das nur aus absoluter Laiensicht einzuordnen versuche. Bei weiter sinkendem Wohnungsbestand (-2,4 %) fällt vor allem die dramatische Gewinnsteigerung um fast 1000 % auf 2,456 Mio. Euro auf. Dies hängt teilweise auch mit großen bilanziellen Verlusten durch Sondereinflüsse im Vorjahr im Rahmen von Umschuldungen zusammen. Die Leerstandsquote "im Kernbestand" beträgt 16,2 % (Vorjahr 17,4 %). 875 Einheiten wurden abgerissen, 121 verkauft.

Besonders interessant ist auch, daß 3300 Wohneinheiten von der Sparte "Stadtumbau" in "Aussonderungsbestand" gesteckt wurden. Im Klartext dürfte das bedeuten, daß für diese Wohneinheiten und damit Gebäude nicht mehr der Abriß, sondern der Verkauf vorgesehen ist, was sich etwa in den Beteiligungen an den Immobilienauktionen niederschlägt. Für das nächste Geschäftsjahr hat man 50 Mio. Euro außerplanmäßige Abschreibungen eingeplant (!). Mit dieser Bilanzbereinigung sollte der Weg für die Abgabe der restlichen Altbaubestände zu marktgerechten Preisen frei sein.
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Alt 07.09.10, 16:04   #11
lguenth1
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Das Wohnraumbedarfskonzept wird in der unten aufgeführten Pressemitteilung ganz gut zusammengefaßt. Ein paar zusätzliche Punkte, die ich bemerkenswert finde, möchte ich noch gesondert erwähnen. Vornweg: Eine Orientierung an diesem Konzept dürfte nicht viel mehr als eine Fortführung des Status Quo sein, die Stadtentwicklung wird damit sicher nicht vorangebracht.

- Das Gebiet Gablenz/Yorckgebiet wird mit seiner katastrophalen Altersstruktur (S. 26) sicher bald zu einem Schwerpunkt des Stadtumbaus.
- Kaufpreis für unsanierte Altbauten sind etwa 200 €/m² (S. 31). Somit sind die Preise bei den Immobilienauktionen unschlagbar günstig (10...20 €/m²), während die Verkaufsangebote auf der GGG-Webseite gar nicht so überteuert sind wie vermutet (Allerdings wird auch darauf hingewiesen, daß bei Zwangsversteigerungen Objekte in der Regel für 50 % des Verkehrswertes ersteigert werden können.). Hier sollte man sich schon die Frage stellen, ob durch die Immobilienauktionen nicht lediglich die Spekulation mit den Altbaubeständen angeheizt wird.
- Durch das niedrige Mietpreisniveau wird die Rentabilität von Altbausanierungen begrenzt. Hier kenne ich aber auch Gegenbeispiele, wo sehr hochwertige Sanierungen auch mit hohen Mietpreisen vermietbar sind (etwa König-August-Quartier).
- S. 126: Daß man durch gezielte Abrißmaßnahmen in den Plattenbaugebieten oder vereinzelt stehender Plattenbauten den Wohnungsmarkt insgesamt stabilisiert und somit auch die Nachfrage nach Altbauwohnungen stärkt, wird aufgrund fehlender Austauschprozesse mit den Altbaugebieten zurückgewiesen. Bei Neuzuzügen ist das riesige Angebot billiger Plattenbauwohnungen aber sehr wohl als Konkurrenz zum Altbau zu sehen. Die Leerstände sollten deshalb meiner Meinung nach mit aller Macht aus dem Markt genommen werden.
- Auch die kürzlich verkündeten Sanierungspläne von über 1000 unsanierten Plattenbauwohnungen im unteren Sonnenberg stehen den Aussagen massiv entgegen. Daß solche Sanierungen aufgrund fehlender Nachfrage nicht mehr sinnvoll sind, wird im Konzept mehrfach klargestellt, von den Großvermietern aber offensichtlich ignoriert, wodurch die Stadtentwicklung erneut sabotiert wird.

Zitat:
PRESSEMITTEILUNG 616 Chemnitz, den 26.08.2010

Wohnraumbedarfskonzept vorgestellt

Das Stadtplanungsamt hat im September 2009 eine Studie zum zukünftigen Wohnraumbedarf in Chemnitz in Auftrag gegeben. Sie soll die Stadtplanung bei wohnungspolitischen und wohnungswirtschaftlichen Entscheidungen mit fundierten Informationen unterstützen. Die nun vorliegenden Ergebnisse der Studie wurden dem Stadtrat in seiner gestrigen Sitzung vorgestellt.

Der Bericht geht für die Stadt Chemnitz von einer Verringerung der Wohnungsnachfrage bis zum Jahr 2020 um ca. 6% aus. Begründet wird dieser Rückgang mit der zu erwartenden demografischen Entwicklung. Insbesondere stehen weniger Frauen im gebärfähigen Alter einer leichten Steigerung der Sterberate gegenüber.

Des Weiteren kommt der Bericht zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Senioren-Haushalte ansteigen wird und im Verhältnis dazu Haushaltsneugründungen abnehmen. Ursache für diese Entwicklung sind die demografischen Verschiebungen in der Altersstruktur der Chemnitzer Bevölkerung.

Für die Entwicklung des Wohnungsmarktes spielen darüber hinaus die Pendler eine entscheidende Rolle. Nahezu die Hälfte (ca. 45%) der 107.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigen in Chemnitz sind Einpendler – wohnen also nicht in Chemnitz.

Ein weiteres Ergebnis bezieht sich auf künftige Wohntrends. Demnach werden die Ansprüche an Wohnen und Wohnumfeld höher. Der Bevölkerungsteil, der ein zentrumsnahes Wohnen in einem urbanen und attraktiven Umfeld sucht, steigt in den kommenden Jahren kontinuierlich. Dies führt laut Studie zu einer größeren Nachfrage nach innerstädtischen Altbauquartieren.

Vor dem Hintergund der demografisch bedingt sinkenden Nachfrage nach Wohnraum und dem zu erwartenden Wandel von Wohnbedürfnissen schlägt die Studie Strategien zur weiteren Wohnentwicklung in Chemnitz vor:

Statt einer stadtteilorientierten Entwicklungspolitik mit dem Ziel der kompakten Stadt sollte sich Chemnitz stärker auf die zielgerichtete Entwicklung von Quartieren in den Stadtteilen konzentrieren.

Gemäß einer Strategie kleinteiliger Quartiersentwicklung sollten dabei zunächst stabile und stabilisierbare Quartierskerne identifiziert werden. Hernach sollten verschiedene Instrumente zur Förderung und Ausweitung dieser Quartierskerne vorgenommen werden: Zielgruppenspezifische Umfeldentwicklung, Verkehrsregelungen z.B. zur Verringerung des Duchgangsverkehrs, Begrenzung des Leerstandes durch Modernisierung und Rückbau, Nachbarschaftsinitiativen, Quartiersmarketing.

Gesonderte Strategien empfiehlt die Studie im Umgang mit den Magistralen, die als Wohnstandort nur schwer zu vermarkten sind.

Der Nachfrage nach innerstädtischem Altbau stehen eine meist kleinteilige Eigentümerstruktur und im Vergleich zu den erzielbaren Mieteinnahmen hohe Sanierungskosten gegenüber. Hier regt die Studie ein koordinierendes und steuerndes Altbaumanagement an, das z.B. über Schlüsselprojekte und Marketingmaßnahmen gemeinsame Anstrengungen der Eigentümer anregt.

Potenziale sieht die Untersuchung im Marketing der Stadt. Chemnitz sollte sich demnach stärker als attraktiver Wohn- und Lebensstandort positionieren, um insbesondere Pendler als Einwohnern der Stadt zu gewinnen.

Das Wohnraumbedarfskonzept steht auf der Homepage der Stadt Chemnitz zur Information und zum Download bereit.
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Alt 07.09.10, 18:09   #12
Hannes Kuhnert
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Zitat:
Zitat von lguenth1 Beitrag anzeigen
Wohnraumbedarfskonzept

- S. 126: Daß man durch gezielte Abrißmaßnahmen in den Plattenbaugebieten oder vereinzelt stehender Plattenbauten den Wohnungsmarkt insgesamt stabilisiert und somit auch die Nachfrage nach Altbauwohnungen stärkt, wird aufgrund fehlender Austauschprozesse mit den Altbaugebieten zurückgewiesen.
So pauschal hingeschmissen sieht das nach einem Totschlagargument aus; angebracht, um einer Beschäftigung mit diesem Thema auszuweichen. Es gibt sehr wohl Umzüge in beide Richtungen.

Zitat:
Zitat von lguenth1 Beitrag anzeigen
- Auch die kürzlich verkündeten Sanierungspläne von über 1000 unsanierten Plattenbauwohnungen im unteren Sonnenberg stehen den Aussagen massiv entgegen. Daß solche Sanierungen aufgrund fehlender Nachfrage nicht mehr sinnvoll sind, wird im Konzept mehrfach klargestellt, von den Großvermietern aber offensichtlich ignoriert, wodurch die Stadtentwicklung erneut sabotiert wird.
Die Gestaltqualität dieser Häuser ist beachtlich, ein Erhalt des gesamten noch vorhandenen Bestands drängt sich trotzdem nicht auf. Weil der Körnerplatz eine Südkante braucht, plädiere ich für den Kompletterhalt ab der Sonnenstraße nordwärts.

An der Sonnenstraße als Geschäfts-Fußgängerzone zeigte sich übrigens ein immer wieder mal zu findendes Verhaltensmuster von Stadtverwaltung und Vermietern. Man fing, das Problem wahrzunehmen und sich mehr oder weniger drum zu kümmern, als es zu spät war.
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Alt 16.09.10, 18:01   #13
lguenth1
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Auch die Stadt will sich jetzt über Immobilienauktionen von Gebäuden trennen und somit gleichzeitig Kosten sparen, wie die Freie Presse berichtet (Link). Die Stadträte sollen dem am 22. September zustimmen, wodurch neben dem Versteigerungserlös weitere 18.500 Euro gespart werden sollen. Die einzelnen Objekte können auch in der Beschlußvorlage nachgelesen werden.
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Alt 29.09.10, 19:37   #14
lguenth1
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Bei der Deutschen Internet Immobilien Auktionen GmbH gibt es am 21.10. ein dickes Paket von Chemnitzer Altbauten zu Spottpreisen zu ersteigern. Da ich derzeit genug Zeit habe und einige interessante Objekte dabei sind, stelle ich die mal im Einzelnen vor (jedes Gebäude ist in den Links reich bebildert). Die Überraschung dabei ist, daß ich zumindest bei der Sonnenstraße 71 anhand der Pläne zum Konservierten Stadtquartier nachweisen kann, daß es sich dabei um ein GGG-Gebäude handelt (Quelle etwa hier, Seite 12). Auch die Augustusburger Straße 177 oder die Zwickauer Straße 483 waren schon bei der SGA als GGG-Objekt im Angebot. Ich bin mir deshalb hundertprozentig sicher, daß das ganze Paket aus der gleichen Quelle kommt und man sich gar nicht schnell genug von den Altbaubeständen trennen kann. Nach wie vor bin ich mir nicht sicher, ob das positiv oder negativ zu bewerten ist.

Heinrich-Schütz-Straße 14 (Luftbild), Sonnenberg, Denkmal, Mindestgebot 5.000 Euro

Leerstehend, ehemals 9 Wohnungen. Einige wunderbare Details, aber mit massiven Schäden.

Heinrich-Schütz-Straße 16 (Luftbild), Sonnenberg, Denkmal, Mindestgebot 4.000 Euro

Leerstehend, ehemals 12 Wohnungen.

Sonnenstraße 71 (Luftbild), Sonnenberg, Denkmal, Mindestgebot 9.000 Euro

Leerstehend, ehemals 13 Wohnungen. Aufgrund der Sanierung in den Achtzigern eigentlich ordentlicher Zustand, zu DDR-Zeiten wäre man in solche Wohnungen eingezogen.

Holbeinstraße 48 (Luftbild), Zentrum, Mindestgebot 3.000 Euro

Leerstehend, ehemals 9 Wohnungen. Ich darf darauf verweisen, daß dieses Gebäude im Plan für den Stadtring noch zum Abriß vorgesehen war. Im Schlußsatz wird der Innenstadtring auch erwähnt, trotzdem würden für die Ernsthaftigkeit dieser Planungen Fragen bleiben, wenn die Annahme zutreffen würde, daß es sich auch hierbei um GGG-Eigentum handelt. Dann wäre ein Abriß nach einem Verkauf nämlich kaum noch durchzusetzen.

Augustusburger Straße 177 (Luftbild), Sonnenberg, Mindestgebot 3.500 Euro

Denkmal, 11 leere Wohnungen, 1 leere Geschäftseinheit. Mindestgebot bei der SGA waren noch 9.000 Euro.

Bernhardstraße 115 (Luftbild), Gablenz, Denkmal, Mindestgebot 6.000 Euro

8 leere Wohnungen, 1 leere Geschäftseinheit.

Fritz-Matschke-Straße 18 (Luftbild), Schloßchemnitz, Denkmal, Mindestgebot 6.000 Euro

18 leere Wohnungen.

Limbacher Straße 265 (Luftbild), Rottluff, Mindestgebot 5.000 Euro

6 leere Wohnungen. Total marode, völlig belanglose Bausubstanz im Außenbereich der Stadt. Hier wäre ein Abriß begrüßenswert.

Neefestraße 107 (Luftbild), Zentrum, Denkmal, Mindestgebot 8.000 Euro

9 leere Wohnungen, 1 leere Gewerbeeinheit. Sehenswerter Eingangsbereich mit Stuck.

Zwickauer Straße 483 (Luftbild), Reichenbrand, Mindestgebot 500 Euro

GGG-Objekt. 6 leere Wohnungen, 1 leere Geschäftseinheit, Kulturdenkmal von 1924. Bei der ersten Auktion für 9.000 Euro zu haben, dann für 4.500 Euro.

Erfenschlager Straße 72 (Luftbild), Erfenschlag, Mindestgebot 3.000 Euro

Ehemals 7 leere Wohnungen, derzeit noch 4. Besonderer Leckerbissen sind garantierte Pachteinnahmen von sage und schreibe 18 € jährlich.
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Alt 24.10.10, 19:54   #15
lguenth1
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Die GGG hat alle Objekte versteigert und damit 87.500 Euro eingenommen:

Heinrich-Schütz-Straße 14 (Luftbild), Sonnenberg, Denkmal, Mindestgebot 5.000 Euro

Weg für 6000 €.

Heinrich-Schütz-Straße 16 (Luftbild), Sonnenberg, Denkmal, Mindestgebot 4.000 Euro

Weg für 4000 €.

Sonnenstraße 71 (Luftbild), Sonnenberg, Denkmal, Mindestgebot 9.000 Euro

Weg für 13.500 €.

Holbeinstraße 48 (Luftbild), Zentrum, Mindestgebot 3.000 Euro

Weg für 5.200 €.


Augustusburger Straße 177 (Luftbild), Sonnenberg, Mindestgebot 3.500 Euro

Weg für 5.700 €.


Bernhardstraße 115 (Luftbild), Gablenz, Denkmal, Mindestgebot 6.000 Euro

Weg für 8.000 €.


Fritz-Matschke-Straße 18 (Luftbild), Schloßchemnitz, Denkmal, Mindestgebot 6.000 Euro

Weg für 11.000 €.

Limbacher Straße 265 (Luftbild), Rottluff, Mindestgebot 5.000 Euro

Weg für 10.000 €.

Neefestraße 107 (Luftbild), Zentrum, Denkmal, Mindestgebot 8.000 Euro

Weg für 15.000 €.

Zwickauer Straße 483 (Luftbild), Reichenbrand, Mindestgebot 500 Euro

Weg für 5.600 €.

Erfenschlager Straße 72 (Luftbild), Erfenschlag, Mindestgebot 3.000 Euro

Weg für 3.000 €.
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